Codein


Handelsname, Zubereitung:
Codeinum phosphoricum Compretten: Kompretten zu 30 mg und 50 mg.

Pharmakokinetik:
Gute Resorption nach oraler Gabe. Wirkungseintritt nach 30 bis 60 Minuten, Dauer 4 Stunden. Übertritt über die Plazenta und in die Muttermilch. Metabolisierung in der Leber, Ausscheidung hauptsächlich im Urin.

Indikationen:
Mittelstarke Schmerzen. Unproduktiver Husten. Substitutionsbehandlung bei Heroinabhängigkeit.

Kontraindikationen:
Supraventrikuläre Arrhythmien. Nur mit äußerster Vorsicht bei Kopfverletzungen oder erhöhtem kranialen Druck sowie während der Schwangerschaft. Vorsicht auch bei Leberfunktionsstörungen, da der verzögerte Abbau zu Kumulation und Wirkungsverlängerung führen kann. Bei Lungenerkrankungen (Asthma, chronisch obstruktive Erkrankungen) ist die atemdepressive Wirkung von Codein nicht erwünscht.

Wechselwirkungen:
Die gleichzeitige Anwendung von ZNS-dämpfenden Substanzen (Barbiturate, Benzodiazepine, Alkohol, Antidepressiva) verstärkt die atemdepressive, hypotensive und ZNS-Wirkung von Codein und ist in fast allen Fällen kontraindiziert. Die Wirkung von Codein wird durch Substanzen verstärkt, die ebenfalls in der Leber metabolisiert werden (Rifampicin, Phenytoin).

Dosierung:
Bei Schmerzen 50 bis 100 mg/4h. Bei unproduktivem Husten zur Nacht 30 mg.

Während der Substitutionsbehandlung bei Heroinabhängigkeit werden täglich bis zu 20 Kompretten zu 30 mg gegeben.

Nebenwirkungen:
ZNS: Sedierung, Schlaflosigkeit, Agitiertheit, Verwirrung, euphorische Zustände. Herz-Kreislauf-System: Tachy- und Bradykardie, Herzklopfen, Synkope, Schock, Herzkreislaufstillstand. Magen-Darm-Trakt: trockener Mund, Gallengangsspasmen, Übelkeit, Erbrechen, Konstipation, Ileus. Haut: Schwitzen, Juckreiz. Urogenital-Trakt: Harnverhaltung, Libidoverlust. Sonstige: Apnoe, Atemdepression!

Überdosierung:
Symptome: Zeichen der ZNS-Dämpfung, Atemdepression, stecknadelkopfgroße Pupillen. Hypotension, Schock, Apnoe, Kreislaufstillstand, Lungenödem und/oder Krämpfe in ausgeprägten Fällen. Therapie: Sicherung freier Atemwege. Bei Zeichen der respiratorischen oder kardiovaskulären Insuffizienz Naloxon, zunächst eine halbe Ampulle, dann mehrere Ampullen, bis eine Wirkung erzielt wird. Beachte, daß die Wirkungsdauer von Naloxon kürzer ist als die von Codein. Deshalb sind oft wiederholte Gaben notwendig. Bei Behandlung innerhalb von 2 Stunden nach oraler Aufnahme von Codein Erbrechen induzieren oder Magenspülung. Cave: Aspiration. Verabreichung von Aktivkohle. Bei Unsicherheiten Kontaktaufnahme mit einer Giftzentrale.

Hinweise:
Bei der Schmerztherapie ist eine strikte vierstündige Gabe besser als die Gabe "nach Bedarf".

Patienteninformation:
Codein kann schläfrig machen und sedieren. Vorsicht bei Aktivitäten mit anspruchsvollen psychomotorischen Leistungen.

Alkoholverbot! Ballastreiche Kost, um einer Obstipation vorzubeugen. Symptome einer Überdosierung erklären.