GHB


Zur Substanz:
Gamma-Hydroxybutyrat (G-Hydroxybuttersäure) findet sich im menschlichen Körper und wurde 1960 synthetisiert. Illegal hergestellt wird es in Deutschland häufig unter dem Namen "Liquid Ecstasy", manchmal auch als "Fantasy" angeboten. GHB wirkt jedoch nicht entaktogen, sondern ist ein Beruhigungsmittel, das in der Medizin zur Narkose (dann hochdosiert und in Kombination mit anderen Betäubungsmitteln), zur Geburtshilfe, in der Intensivmedizin und zur Unterstützung beim Alkoholentzug verwendet wird. Dass GHB sowohl als Narkotikum als auch zur Behandlung von Narkolepsie ("Tagesschläfrigkeit") eingesetzt wird, verdeutlicht sein paradoxes Wirkspektrum. In der Bodybuilder-Szene kursierte GHB zeitweise zur Verstärkung des Muskelaufbaus. Die euphorisierenden und hypnotischen Effekte sind relativ subtil und die erwünschte Dosis oft nur schwer zu ermitteln.

Wirkung:
Die Wirkdauer beträgt ca. 3 Std., in Einzelfällen aber erheblich länger (bis zu einem ganzen Tag!). Bei geringer und mittlerer Dosis vermittelt GHB ein Gefühl leichter Trunkenheit und Beschwingtheit bei Anregung der Libido. Hohe Dosierungen aber können zu Übelkeit, Muskelverspannungen und Orientierungslosigkeit bis zum Zustand der Bewusstlosigkeit führen. Es kommt vor, dass User vorübergehend in einen Zustand "periodischer Atmung" geraten, der aber ohne weiteres Zutun wieder nachlässt. In einigen Fällen ist es zu Atemstillständen gekommen, die man wahrscheinlich auf Wechselwirkungen mit Alkohol oder anderen Drogen (insbesondere Opiaten) zurückführen kann. In den USA wurden einige Todesfälle im Zusammenhang mit GHB registriert.

Einnahme:
GHB ist bisher in aller Regel flüssig auf dem deutschen Markt aufgetaucht, in Einzelfällen auch als Pulver oder Pille. Der Stoff ist geruchs- und farblos (manchmal auch eingefärbt), schmeckt aber leicht seifenartig und salzig.

-oral
Getrunken erinnert GHB an Salmiak, dieser (Nach-)Geschmack hält über mehrere Stunden an. Das Einsetzen der Wirkung beginnt ca. 10-30 min. nach der Einnahme. Die hypnotische Dosis liegt zwischen 50 und 100mg pro kg Körpergewicht. Da aber zumeist eine Flüssigkeit verfügbar sein wird, ist die Reinkonzentration des Stoffes in der Regel nicht mehr zu ermitteln. Berichtet wurde von Fläschchen ab 40ml und von wirksamen Dosen ab 5ml (etwa ein Teelöffel). Je nach Lösungskonzentration kann die Schwellendosis jedoch erheblich höher liegen.

-IM/IV:
Bei Injektion des Stoffes erhöht sich das Wirkpotential auf ungefähr das Vierfache gegenüber oralem Gebrauch. Die Wirkung setzt schon nach 2-10 min. ein und die Droge entfaltet sehr viel schneller ihr volles Wirkpotential. Auch hier gilt, dass in den meisten Fällen nach 3 std. alles vorbei ist, aber auch viel längere Wirkzeiten beobachtet wurden. Vom injizieren von GHB muss ( zumindest für den Fall, dass nicht mit Sicherheit reine Base (Natrium-GHB) vorliegt) aus den oben genannten Gründen der kaum zu ermittelnden Stoffkonzentration und daher schlechten Steuerbarkeit abgeraten werden.

Gefahren:
Vorsicht bei Mischkonsum: GHB kann in Wechselwirkung mit anderen Drogen eventuell zu Atemdepressionen (Aussetzen der Atmung) führen. Berichtet wurden solche Fälle insbesondere bei Kombination mit Alkohol und/oder Opiaten oder anderen Beruhigungsmitteln.

Achtung! Da GHB ab einer gewissen, individuell sehr verschiedenen Dosis zu Schlaf, evtl. auch zu Orientierungslosigkeit führt, sollte die Droge nicht allein konsumiert werden (Verletzungsgefahr!). Um diese Arten von unerwünschter Überdosierung zu vermeiden, hilft nur eine absolut verlässliche Auskunft über Konzentration des Stoffes oder aber das Antesten einer geringen Menge. Wenn Deine Nierenfunktion beeinträchtigt ist, solltest Du auf GHB verzichten, da die Nieren zusätzlich belastet werden. Daher gilt auch: Während der Wirkung und den Tag danach ausreichend trinken.