
(THC) n9-Tetrahydrocannabinol
Obwohl, sich THC synthetisch herstellen läßt, ist die natürliche Gewinnung so einfach, dass sich eine chemische Herstellung kaum lohnt. Aus den reifen, getrockneten Pflanzen wird das Harz aus den weiblichen Blüten gewonnen und zu Haschisch (Hasch) gepresst. Weitere Zusatzstoffe sind nicht nötig und kommen selten vor (z. B. Pflanzenmaterial mit weniger Harz zum "Strecken" und Lecithin, um ein fettigeres Aussehen zu erzeugen). Die getrockneten oder fermentierten Pflanzenspitzen und Blüten werden als Marihuana verkauft. Sinsemillia ist hierbei die Bezeichnung von samenlosen Cannabisblüten, die besonders wertvoll sind. Da es sowohl aus Haltbarkeitsgründen als auch zum Schmuggeln einfacher ist, Hasch zu vertreiben, ist diese Cannabiszubereitung am weitesten verbreitet. Neuerdings wird durch speziell gezüchtete Pflanzensorten und die zunehmende Verbreitung von Speziallampen und Düngemitteln recht viel Cannabis in Amerika und Europa privat gezüchtet. Damit steigt auch der Anteil an Marihuana am Schwarzmarkt, weil die Haschherstellung für Privatpersonen zu umständlich ist. Im verkauften Marihuana sind fast immer fruchtbare Cannabissamen zu finden. Da die Pflanze sehr robust ist, keimen meist 75 Prozent der Samen, wenn sie nicht zu alt sind. Hierfür müssen sie nur in feuchte, sandige Erde gesetzt werden und reichlich Licht bekommen. Da die Endqualität durch die Erbmasse der Samen beeinflusst wird, haben manche Firmen sich darauf spezialisiert, Cannabiszüchtungen zu führen, die besonders potente Pflanzen erzeugen sollen. So schwanken Verkaufspreise von 5-10 Cannabissamen zwischen DM 10,- und DM 400,-, je nach Anbieter und Sorte. Der Handel mit Samen ist in den meisten Ländern legal und erfolgt in großem Umfang auch per Postversand. In Deutschland ist der Handel mit der Absicht Cannabispflanzen ohne Erlaubnis zu züchten, seit Februar 1998 verboten. Nach dem Keimen benötigen Cannabispflanzen sehr viel Licht. Sie werden daher meist in beleuchteten Räumen gezüchtet, da in unseren Breitengraden die Lichtverhältnisse für die besseren Cannabissorten nicht ausreichen. In Innenräumen können Cannabisplantagen mit Leuchtröhren oder Speziallampen die notwendigen 18 Stunden Licht pro Tag bekommen. Dadurch können Cannabiszüchter auch selbst entscheiden, wann die Pflanzen blühen sollen, da die Blütezeit von der Lichtdauer abhängig ist. je nach Cannabissorte brauchen die Pflanzen 4-9 Monate, bis sie erntereif sind. Gute Cannabispflanzen erzeugen, wenn sie innen gezüchtet worden sind, ca. 100-250 g Marihuana, im Freien kann bei günstigen Bedingungen über 1 kg Marihuana pro Pflanze geerntet werden. Da Cannabispflanzen draußen jedoch leicht 2 bis 3 Meter hoch werden, ist es schwieriger, eine illegale Plantage zu verbergen. Bei der Ernte werden die weiblichen Blüten entfernt und schonend getrocknet. Die gröberen Blätter werden meist verworfen, obwohl sie auch psychoaktive Substanzen enthalten. Manche Züchter lösen das Cannabisöl mit organischen Lösungsmitteln aus den groben Blättern heraus, andere kochen die Blätter in einer Butter-Wasser-Lösung, um die fettlöslichen Cannabinoide zu gewinnen.