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Autor: Ursula Rumpler

Neu-Altmannsdorf (heute Starczowek)

... zwischen Münsterberg und Patschkau im Tal der Ohle gelegen

1250
Vermutliche Gründung von Neu-Altmannsdorf.
1327
Der Chronik der Pfarrei Neu-Altmannsdorf ist zu entnehmen, dass es sich um eine groessere Gemeinde handelt.
1352
Als Grundherr wird Ullrich von Lewinrode genannt.
1364
Als Grundherr wird Pakusch v. d. Strimen genannt.
1368
Als Grundherr wird Fritzko und Hentschelius Hundt genannt.
1376
In einer Urkunde v. Kardinal Johann v. St. Markus wird erstmalig die Kirche genannt.
1380
Als Grundherr wird Friedrich von Kunzendorf genannt.
1383
Grundherren: Bitschold von Opul und Heinrich v. Opul.
1443
Grundherren: Kunz von Rachenau, Friedrich von Stosch u. Schildberg.
1482
Grundherren: Hans von Pokusch.
1523
Grundherr: Georg Tschanswitz von Reindörfel.
1530
Herzogin Anna v. Münsterberg verkauft an die Bauern von Neu-Altmannsdorf Oels und Glogau die "Brehme".
1536
Nach dem Tod des kath. Herzogs von Münsterberg,  Karl I., geht die Kirche an die Protestanten über.
1570
Das Hauptgut fällt zusammen mit dem Fürstentum Münsterberg an Kaiser Maximilian, der es zu einem Kaiserlichen Kammergut macht.
1576
schenkt der Kaiser das Hauptgut dem Hof-Kriegsrat und Landeshauptmann Hanns von Panwitz. Später fällt es neuerlich an die Krone u. gelangt endlich gemeinsam mit Münsterberg an den Fürsten v. Auersperg, anschliessend an den Grafen v. Schlabrendorf.
1618-1648
30jähriger Krieg.

Vor dem Krieg zählt man in Neu-Altmannsdorf: 1 Kretschmer, 1 Bäcker , 1 Schmiede, 4 Freigüter, 25 Bauern und 62 Groß- und Kleingärtner. Das Dorf hat  eine jährliche Abgabe von 136 Thaler 5 Groschen und 6 Heller an die Herrschaft zu leisten; ausserdem: 63 "Kaphenne", 119 Hühner, 5 Pfund Pfeffer, 4 Schulterstücke und 14 Scheffel Korn (Hartmannn, Münsterberg, S.179, zit nach O.A. v. Münsterberg I., Staatsarchiv Breslau).

Der 30jährige Krieg hinterlässt  seine Spuren in Neu-Altmannsdorf. Der Ort wird von den  Heeren Wallensteins und der Schweden verwüstet, das Pfarrhaus zerstört, die Kirche geplündert, die Bewohner flüchten oder werden getötet.
1653
Die Kirche wird durch die Revindikationskommission an die Katholiken zurück gegeben, die Pfarrei wird Lindenau unterstellt.
1667
Das Visitationsprotokoll beschreibt die reperaturbedürftige  Kirche als "gemauert und mit Schindeln gedeckt"; das Pfarrhaus ist noch nicht aufgebaut.
1679
Elias Born ist selbständiger Pfarrer.
1689
Elias Born stirbt u. wird in der Kirche neben dem Hochaltar beigesetzt.
1721
Die Kirche wird neu erbaut unter Pf. Groeger, der alte Turm bleibt stehen.
1724
Das Kurrendebuch vermerkt, dass Chr. Scholz und 10 Gäste 10 Flr. Strafe zahlen müssen, da sie Sonntag Nacht zu lang beim "Kindelbier" gesessen seien.
1735
Der Kirchturm wird umgebaut, der Zinnenkranz und steinerne Zuckerhut werden abgetragen und ein hölzerner Barockhelm aufgesetzt.
1748
Der Hochaltar wird ausgebaut und mit einem grossen Bild versehen. Der Bauer Lachmann stiftet das notwendige Geld.
1760
Der Gerichtsschreiber Gottfried Hübner heiratet Anna Rosina Günther, aus der Ehe gehen 13 Kinder hervor (alle in Neu-Altmannsdorf geboren), darunter der spätere Großgärtner und Gerichtsschreiber Johann Gottlieb Hübner.
1777
Zu Jahresanfang verkauft die Stadt Münsterberg den "Kretscham zu Neu-Altmannsdorf" für 2990 Thaler an den Meistbietenden, namens Fulda.
1790
Der Gerichtsschreiber Gottfried Hübner (geb. 1737 i. Reindörfel) stirbt in Neu-Altmannsdorf.
1800
Etwa um diese Zeit beginnt der Lehrer Hirschberg eine Schulchronik anzulegen.
1806
Franz Scholz begeht einen Kirchendiebstahl, wird aber von den Bauern gefasst.
1808
Etwa um diese Zeit besucht der preußische König Neu-Altmannsdorf.
1833
In der Gemeinde wütet die Cholera, der 27 Einwohner in kürzester Zeit zum Opfer fallen. Die Verstorbenen werden nach dem Bericht des Lehrers Johann Hirschberg am Abend mit der Laterne, ohne Glockenschlag beerdigt.
1886
Eine neue Schule wird gebaut.
1918
Nach dem ersten Weltkrieg  wird eine Busverbindung zwischen Neu-Altmannsdorf und Münsterberg eingerichtet. Viele Bewohner arbeiten im Gemüseanbau, welcher von der Konservenfabrik Seidel abgenommen wird.
1921
Pfarrer Kobert stirbt. Die verwaiste Pfarrstelle wird von Pf. Paul Bretschneider übernommen. Bretschneider macht sich einen Namen als profunder Kirchen- und Kunsthistoriker. Bis 1945 hat er knapp 200 Arbeiten verfasst.  Hohe Anerkennung in Fachkreisen erwirbt sich Bretschneider 1927 mit der Herausgabe der vorbildlichen deutschen Übersetzung des "Gründungsbuches des Klosters Heinrichau" aus dem Anfang des 13. Jahrhunderts, dem er eine ausführliche Kommentierung beifügt und des "Münsterberger Urkundenbuchs", dessen erster Teil sich auf die erhalten gebliebenen Münsterberger Regesten stützt; ein weiterer Teil enthält unter anderem 31 Urkunden in vollem Wortlaut transkribiert.
1922
Hauptlehrer Probst lässt sich pensionieren, Nachfolger ist der Lehrer  Lischka (+ Juli 1944).
1928/29
Ein besonders rauer Winter mit Temperaturen von bis zu -40 Grad. Ungeachtet dessen überstehen viele tropische Sträucher und Bäume des örtlichen Parks diese Kälte. Der Park ist von Hauptmann Laschinsky für seine aus Hawaii stammende Ehefrau angelegt worden .
1920-30
Karl Günther ist Gemeindevorsteher.
1931-1946
Bürgermeister und Amtsvorsteher ist der Gutsbesitzer Karl Haunschild.
Neu-Altmannsdorf hat knapp 1000 Einwohner, eine katholische und evangelische Kirche, eine 4klassige Schule, Post am Ort. Es gibt gute Strassenverbindungen nach Münsterberg, Kamenz, Patschkau und Neisse.
1945
Gegen Kriegsende wird Neu-Altmannsdorf zwangsevakuiert.
1946
Im April  folgt die Zwangsausweisung, die meisten Neu-Altmannsdorfer kommen mit einem Transport nach Wunstorf bei Hannover, wo sie auf die umliegenden Dörfer verteilt werden.

Quellen/Bibliographie (Auswahl):
Bretschneider, Paul:
Das Gründungsbuch des Klosters Heinrichau, Breslau 1927.
Urkundenbuch der Stadt Münsterberg, Münsterberg 1927.
Hartmann, Franz:
Geschichte der Stadt Münsterberg in Schlesien von ihrer Gründung bis zur Gegenwart, Münsterberg 1907
Knoblich, Arthur:
Geschichtliches v. Neu-Altmannsdorf, in Lischka, Elisabeth: Chronik eines schlesischen Dorfes, [s.l.], 1968.
Lischka, Elisabeth:
Chronik eines schlesischen Dorfes [s.l.], 1968

Neu-Altmannsdorf bei Münsterberg, Kreis Frankenstein [s.l.], 1968 (Ms.) [nach Notizen aus dem Heimatblatt]

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