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Die Kulmer von Rosenbichl (Rosenpichl) und
Hohenstein
"Ahnen sind für den nur Nullen
Der dazu als Null nur tritt
Steh' als Zahl an ihrer Spitze
Und die Ahnen zählen mit"
(Joseph
v. Kulmer)
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Deckblatt genealogische Sammelmappe
"Kulmer", erstellt v. Joseph v. Kulmer
Priv. Archiv Rumpler
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Zur Genealogie der Kulmers
Die Kulmers lassen sich lt.
Schmutzer schon um 1299 als Edelleute in
Kärnten nachweisen.
Etliche
seiner Angaben weichen allerdings von den genealogischen
Aufzeichnungen ab, die Joseph Freiherr von Kulmer erstellte und
in mehreren
Sammelmappen 1899 drucken ließ und welche mir vorliegen. Bei
dem Verfasser handelt es sich wohl um den am 1. August 1839 in
Leutschau (heute Slowakei)
geborenen und am 27. November 1915 in Graz verstorbenen Joseph Viktor Friedrich August Freiherr von
Kulmer, der vor seiner Pensionierung den Rang eines k.
& k. Oberstleutnants [bei König Ludwig v. Bayern
Kürassieren Nr. 10] bekleidet hatte. Dieser war seit 1873 mit Emma
Franck-Jamborszky verheiratet - aus der Ehe stammten mindestens drei
Kinder, zwei
Söhne, Maximilian und Karl und die Tochter Klothilde.
Eine Sammlung von
Dokumenten zur Familie von Kulmer kam schon 1841 durch Ignaz Freiherrn
von Kulmer an das damalige Joanneumsarchiv in Graz. Dieses Archiv war
1811 von Erzherzog Johann gestiftet worden. Erzherzog Johann kommt der
große Verdienst zu, sich besonders für die Sammlung der
Landesgeschichte Kärntens und der Steiermark eingesetzt zu haben. Ein
zweiter Teil einer genealogischen Sammlung über die Familie
Kulmer kam im Jahr 1934 hinzu. Der heutige Bestand vor Ort ist
nicht sehr umfangreich und umfasst drei Kartons mit insgesamt
neun Heften, u.a. einige genealogische Materialien, zum Teil
älteren
Datums.
Neben
der Geschichte der Kulmers, ihrer
Herkunft und Namensdeutung enthält das genealogische Werk
des
Joseph Frhrn. v. Kulmer auch zahlreiche Abschriften kaiserlicher
Diplome und Prädikate.
Joseph v. Kulmer hat seine Arbeit in sechs große Abschnitte
geteilt:
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I. Abschnitt:
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Erkärung des Namens Kulmer
von Rosenbichl und Hohenstein und Ursprung der Familie
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II. Abschnitt:
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Abschriften der Familie des Georg
Kulmer 1537, dem Stammvater aller heute (1888) blühenden Zweige
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III. Abschnitt:
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Die Nachkommen Georg Kulmers bis
zur Erhebung der Familie in den Reichsfreiherrnstand 1654
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IV. Abschnitt:
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Die Nachkommen Hans Andree
Kulmers,
das ist die Kärntner Hauptlinie bis Gottlieb Freiherr von Kulmer
1809
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V. Abschnitt:
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Die Nachkommen Christoph Andree
Kulmers, bis auf die Gegenwart, die heute (1888) noch in zwei Zweigen
blühende Steiermärksche Linie
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VI. Abschnitt:
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Die Nachkommen Leonhard Kulmers,
bis auf die Gegenwart, das ist die heute in einem älteren
freiherrlichen und in einem jüngeren gräflichen Zweige
blühende croatische Linie und die sogenannten Lorbeerhofer-Kulmer
(Kärntner Nebenzweig)
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Diesen Abschnitten wurden Stammtafeln und
alle Urkunden in Abschrift angeschlossen, zuzüglich einem
Verzeichnis aller ihm bekannten Urkunden für den Zeitraum
1363-1699.
Zur Zeit wird die
Arbeit Joseph v. Kulmers von mir transkribiert und
durch weitere historische und genealogische Recherchen ergänzt.
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Ein
erster Überblick:
Als
erster Stammvater der Kärntner Linie der Kulmers lässt sich
Georg
Kulmer auf Münzenbach urkundlich nachweisen, der 1382 lebte und
welcher als der "ehrbare und feste Georg Kulmer zu Münzenbach,
Ritter und Hauptmann" bekannt war. Im
Stammbaum werden zuvor noch Friedrich und Ludwig Kulmer erwähnt,
die 1302 bzw. 1341 lebten. Diese lassen sich jedoch urkundlich nicht
eindeutig als "Kärntner" Kulmer zuordnen.
Ein Sohn Georgs, Herman war ebenfalls "Kriegsmann" gewesen, Burggraf v.
Glanegg, danach Pfleger zu Liebenfels.
1422 verkauften Friedrich und Hermann v. Reifnitz ihren Hof zu
Münzenbach an Herman Kulmer:
"
1422, Mai 6
Friedrich und Hermann v. Reifnitz und ihre Schwester Agnes v.
Poppendorff verkaufen den Hof zu Münzenbach bei Pulst, Gradenegger
Lehen
an Herman den Kulmer um 68 Mark guter Wiener Pfennig.
Reinprecht Gradenegger, Anton der Haring zu St. Veit
Anmerkung. Herman Kulmer der Burggraf zu Liebenfels und Katrei seine
Hausfrau"
Ein weiterer Sohn Georg Kulmers, Conrad Kulmer war ebenfalls
"Kriegsmann über Hunderte" und als "ehrbarer und fester Ritter
Kulmer zu Münzenbach" bekannt. Er soll 85 Jahre alt geworden sein.
Dessen Sohn, Heinrich Kulmer, diente als Oberster Reiter bei Kaiser
Friedrich
III., wurde 1456 mit Arlsdorf belehnt und starb, wenn man den
Aufzeichnungen glauben darf, hochbetagt mit 96 Jahren. Er wurde zu
Pulst begraben.
Dessen Enkel war neuerlich ein
Georg Kulmer v.
Münzenbach (gelegentlich als "v. Einzenbach" erw.). Geboren im
Jahre
1504 und über 25 Jahre Pfleger zu Osterwitz. Er hatte
zu Obdach
Margaretha, die Tochter des Otto von Pain und der Agnes von Obritschau
geheiratet. Mit dieser Heirat nahm Kulmer das Wappen derer von
Obritschau
in sein eigenes Wappen auf. Mit Margaretha hatte er 12 Kinder. 1529
begab sich Kulmer, gemeinsam mit anderen Kärntner Adeligen nach
Wien, um der von den
Türken belagerten Stadt zu Hilfe zu eilen. In seinem Testament
(1566) bezeichnet sich Georg Kulmer als der Erbauer von Schloß
Rosenbichl, dessen Vorläufer der in den Archivalien 1193
erwähnte Meiereihof Münzenbach gewesen ist, der 1422 in
den Besitz Hermann Kulmers gekommen war.
Die Nachkommen
Georg Kulmers blieben bis in das Jahr 1676 auf Rosenbichl
Herrschaftsinhaber.
Georg
Kulmer starb am 10. April 1567 in Osterwitz und wurde in St.
Sebastian/Osterwitz begraben. Schloss Rosenbichl hatte er am 16.
Februar 1566 zum Witwensitz seiner Frau bestimmt mit der er seit 29
Jahren zusammen lebte.
Einer seiner
Söhne, Balthasar,
kaufte
Schloß Hohenstein von den Erben seines Onkels, dem Hermann Kulmer
(+ Graz 1546). Hermann hatte am 15.9.1538 die Erlaubnis des Kaisers
Ferdinand
I. zur Erbauung
des Schlosses erhalten.
Am 17. Dezember 1589 wurde Balthasar Kulmer von Erzherzog Karl v.
Innerösterreich die Bewilligung erteilt, das Prädicat "Kulmer
vom oder zum
Hohenstein" für sich und seine Erben zu führen. Fortan
nannten sich die Nachfahren "von
Rosenbichl und Hohenstein".
Neben Hohenstein, Rosenbichl besass Balthasar auch den
Münzenbachhof, Freudenberg und Tachenstein.
Die
Nachkommen Georg Kulmers gründeten die steirische, kärntnerische und
kroatische Linie; zahlreiche Mitglieder aus diesen Linien traten die
Offizierslaufbahn an, wie beispielsweise der unten abgebildete Johann
Baron von Kulmer,
geb.um 1728 in
Petrinia/Kroatien, der seit seinem 28. Lebensjahr im Husarengegiment
"Franz Nádasdy" Nr. 9 diente.
Abb.: Johann Baron v. Kulmer (aus
der
kroatischen Linie), Offizier im Husarenregiment "Franz Nádasdy"
Nr. 9
Ausschnitt
aus einem Ölporträt, Sammlung Schloß Betliar, SK
(Photo:
Lörinciková, Betliar)
Beschreibung
einzelner
Persönlichkeiten derer von Kulmer (im Aufbau):
- Wolfgang Andre v. Kulmer, Comthur
d. Deutschen Ritter Ordens zu Friesach und St. Georgen am Sandhof, *
1658, + Graz 14.10.1719, Sohn d. Georg
Heinrich v.
Kulmer, Herr auf Hardegg u. d. Margaretha, d. Jakob Schrampf zu
Aichberg u. d. Barbara v.
Saurau Tochter. Wolfgang war der Ur²-Enkel jenes Georg Kulmer
von Münzenbach, der Schloß Rosenbichl erbaut hatte. Sein
Großvater, der Landmann der Steiermark, Christoph Andre
Freiherr v. Kulmer, Herr auf Rosenbichl und Hohenstein, wurde 1654 in
dern Freiherrenstand erhoben.
Am 8. Juli 1685 wurde Wolfgang v.
Kulmer zu St. Georgen am Sandhof in den Deutschen Ritterorden
aufgenommen.
"1685 Juli 8 St.
Georgen am
Sandhof
Caution, ein Document, welches
Wolf
Andreas Freih. v. Kulmer under dem löbl. Graf Vetteranischen
Regimente1 bei der
Graf Gottoschgischen Compagnie Lieutnant, bei der Einkleidung in
den
Deutschen-Ritter-Orden
ausstellt u. mit welchem er sich verpflichtet das Ordens-Vermögen
nicht zu
verschulden.
Wolf
Andr. Graf v. Kulmer
Otto
Heinrich Graf
v. Kulmer
Hans
Jacob v. Aichold"
Die
Unterzeichner sind Wolfgang v. Kulmer, dessen Bruder Otto
Heinrich, der im k.k. Heer diente und später in einem Zweikampf
getötet wurde und
der Vormund der beiden Brüder, ihr Onkel Hans Jakob v. Aicholt.
An
diesem Tage wurde ein weiteres Dokument signiert. Darin gaben Johann
Andre v. Himmelburg und Franz Anton Graf Lamberg für v. Kulmer
eine Haftungserklärung ab.
"1685 Juli
8 St. Georgen am
Sandhof
Original Verschreibung. Johann
Andre v.
Himmelberg und Franz Anton Graf Lamberg stehen mit ihrem Vermögen
gut für Wolf
André Freih. v. Kulmer bei dem Eintritt in den Deutsch-Orden
für den Fall
dieser das Gut des Ordens in irgendeiner Weise beschädigen sollte
Joh. Andre v.
Himmelberg
Franz
Anton Lamberg"
Wappen des Wolfgang Andre v. Kulmer
Im
Verlauf der nächsten Jahre wurde v. Kulmer "Rathsgebietiger" der
Balley Österreich, "Commentator" zu Laibach, Friesach und St.
Georgen
am Sandhof. Auch war er Nutznießer des Ordenshauses zu
Klagenfurt,
Stadtoberster zu Klagenfurt und Verordneter des großen
Ausschusses in Kärnten.
1704 wird er im Verzeichnis der Ständisch Verordneten in
Kärnten angeführt.
Trotz eines
großen Einkommens scheint Kulmer immer wieder in
finanziellen Schwierigkeiten gewesen zu sein, nicht zuletzt wegen
seines ausschweifenden Lebenswandels und seiner Verehrung für das
schöne Geschlecht.
Nach
kurzer Krankheit starb v. Kulmer am 14.
Oktober 1719 in der Kommende Leech zu Graz und wurde nach St. Georgen
am
Sandhof überführt und in der dortigen Kirche begraben.
Schloß
St. Georgen am Sandhof gehörte bis ins 20.
Jahrhundert dem Deutschen Orden, heute wird es als Hotel geführt.
Fn:
1
Kürassierregiment Friedrich Graf Veterani, gegr. 6.2.1682
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Quellen/Bibliographie
(Auswahl):
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Österreichisches Staatsarchiv,
Kriegsarchiv Wien, Deutschordenszentralarchiv (DOZA) Wien,
Kärntner Geschichtsverein, Steiermärkisches Landesarchiv Graz
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Geschichte des k.u.k
Husarenregiments Graf Nádasdy Nr. 9, 1866-1903, Sopron 1903
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Militär-Schematismus, Wien
1860-1861
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|
Genealogisches Handbuch des Adels,
1956
|
Ernst, Georg:
|
Geschichte des k.k. 9.
Husarenregiments Fürst Franz Lichtenstein, Wien 1862
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Kulmer, Joseph V. F. A. Frhr. v.:
|
Die Kulmer v. Rosenbichl und
Hohenstein
|
Mayer,
Karl Wilhelm:
|
Statistik
und Topographie des Herzogthums Kärnten, 1796
|
Schmutz, Carl:
|
Historisch-topographisches Lexikon
von Steyermark, Gratz 1822
|
Wurzbach, Constantin:
|
Biographisches Lexikon des
Kaisertums Österreich, T. XIII., 1865, 359-362
|
Zedler, Johann Heinrich:
|
Großes vollständiges
Universal-Lexikon, Bd. XV, S. 2116
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