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FAMILIEN- u. HISTORISCHE FORSCHUNG

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Autor: Ursula Rumpler

Das Kirchspiel Freudenberg 1389-1969

Mit den Gemeinden Anstoß, Büschergrund, Freudenberg, Herlingen, Heuslingen, Hohenhain, Mausbach, Plittershagen

Ursprünglicher Name Freudenbergs: Freidenberg - Freide von Freith abgeleitet = Schutz.

Vom bzw. zum Freudenberg(e) (15./16. Jhr.), zom Freudenberghe (1423), Vroethdenberch (1472), Freudenburg (1476), Zum Fraudenberge (1428), Freudenberg (1482, endgültig ab 1715), (tom) Freudenbergh (1499 bzw. 1633/24), zum Fredenbergk (1552), Freidenberg (1562),  Freudenberg (1696).

Wappen: Im blauen Schilde ein goldenes Stadttor mit offenem Torbogen, darüber ein von 2 Zinnentürmen flankierter Stufengiebel. Verliehen 1911 in genauer Nachbildung des Freudenberger Schöffensiegels von 1473 und den nassauischen Farben Blau-Gold.

500 vor - ca. 200 n. Chr.
Erste Besiedelung des Siegerlandes ist nachgewiesen. Kelten betrieben die ersten Eisenschmelzöfen  - auch aus dem Freudenberger Raum sind Verhüttungsplätze bekannt.
1389
Landesherrliche Burg, erste urkundliche Erwähnung: 28.8.1389.
Graf Reinhard II. von Westerburg wird durch die Grafen von Nassau beschuldigt, die Burg Freudenberg 1388 überfallen zu haben. Verpfändung der zerstörten Burg Freudenberg an Siegfried von Seelbach  u. Robin und Johann v. Bicken, um sie neu aufzubauen.
Die Burg Freudenberg war ursprünglich durch den Grafen v. Nassau als Grenzburg errichtet worden - gleichzeitg begann vermutlich die Besiedelung des Flecken Freudenbergs. Mit der Errichtung der Burg Freudenberg erfolgt die Rechtsprechung von hier aus für das ganze Amt Freudenberg.

1417
Der Landesherr hat in Freudenberg eine Hütte - man zählt 48 Feuerstellen = Haushalte.
1421/23
Als Verwaltungsmittelpunkt belegt: Amts- und Gerichtssitz, Angliederung eines gräflichen Wirtschaftshofes.
Wüste Hofsiedlungen in der Nähe: Halmenhof, Ohrendorf, Herlingen, Gambach, Uebach und Weningen.

1442-1447
Das Abgabenverzeichnis  verzeichnet 27 Gärten vor dem Schloß, für jeden Haushalt muß ein Huhn und eine halbe "meste" Öl entrichtet werden.
1456
17.11. Bürgerbrief des Grafen Johann IV. von Nassau. Darin erneuert er die Freiheitsrechte der Freudenberger Einwohner, die diese schon länger inne haben. Die Bürger sind zum Schutz der Burg verpflichtet.
1463
Burglehen der "von Selbach" genannt. Die Bürgermeisterwahl findet am Montag nach Walburgis statt. Eine Lederverarbeitung lässt sich in Freudenberg nachweisen. Die gräfliche Hütte wird an "Heite Schumecher" und "Roprecht" verpachtet. "Heite Schumecher zom Freudenberg van der Hutten zu Astorf offhalben wasser 6s" wird genannt. Einführung einer Getränkesteuer: pro verzapftem Ohm Bier ist 1 Albus zu entrichten.
1465
....man kauft auf Befehl der Gräfin 150 Schafe, die nach Freudenberg gebracht werden, der Landesherr lässt einen Hauberg bearbeiten, dazu werden aus der Umgebung 100 Frohnarbeiter herangezogen.
1469-1489
Die Pest, die in den folgenden Jahren mehrmals auftritt, führt zu einer Dezimierung der Bevölkerung.
1472
Freudenberg wird "oppidum" genannt.
1473
Ein Schöffensiegel ist belegt.
1476
Bezeichnung: "in valle F.", in den folgenden  Jahrhunderten als "Flecken" bezeichnet. Es ist ein Burglehen der von Se(e)lbach verzeichnet.
5.10.1476: Präsentationsurkunde des Grafen Johann V. von Nassau für den "Rector" Johannes von Müsen, nachdem sein Vorgänger Henrich von Eckenshagen gestorben ist - ältestes erhaltenes Dokument zur Vorgeschichte der Kirchengemeinde.

1482
Neunzehn Zeugen "zo dem Freudenberge ander dem gerichts hagedorne" bezeugen vor dem Notar Irle die Grenze zwischen den Grafschaften Nassau und Sayn.
1492
Burglehen der von Selbach immer noch nachweisbar.
1500
Aufrüstung der Bevölkerung - es werden Harnische, Pickelhauben, Armbrüste und eiserne Hakenbüchsen angefertig, Kanonen werden gegossen.
1504
Freudenberg zählt 55 Häuser, die nicht mehr innerhalb der befestigten Mauern Platz haben. Weiters werden erwähnt  zwei  Eisenschmelzhütten, eine Korn- und eine Ölmühle - im Amt selber stehen weitere Eisenhütten, Loh- und Kornmühlen, die Einwohner leben vornehmlich von Landwirtschaft und ihrem Hauberg.
1517
31.10., Luther schlägt seine 95 Thesen in Wittenberg an.
1518
Die Burgmauer fällt teilweise ein und ist,  als gräfliche Beamte diese 1602 besichtigen, immer noch nicht aufgebaut.
1527/28
wird Laurenz Siebel, der spätere "Canzler" von Paderborn, geboren.
1528
Tilchen Schumacher hat Streit mit Paul Stalsmydt wegen 4 Gl. Lohn.
1530
REFORMATION, Freudenberg wird, wie ganz Nassau, LUTHERISCH.
1540
Durch einen Brand wird die Burg und die Burgmannsiedlung erheblich beschädigt. Die Burg wird auf Anordnung Wilhelm des Reichen neuaufgebaut.
Die "Hobstatt" ist auf einer neuen "Platzung", ausserhalb des Burgrings  zu errichten - der neue Ort entsteht, 4 Tore: Hohenhains-, Wieher-, Brass- und Schultor, zwei abwärts führende Straßen und 4 Querstraßen, Markt-, Mittel- und Unterstraße stammen aus jener Zeit.

1549
Hans Stahlschmidt (vermutlicher Stammvater der Siegerländer Stahlschmidts) kommt von auswärts ungefähr um diese Zeit nach Freudenberg.
1557
Die Gräfliche Hütte liefert 31 1/2 Wagen Eisen. Hans Stahlschmidt arbeitet zu diesem Zeitpunkt in der gräflichen Hütte als Schmied. Weiteres zu Hans Stahlschmidt siehe auch hier »»»
1586
Das Schatzungsregister zählt 48 "Feuerstellen" (Häuser)  in Freudenberg - sieben weniger als vor dem Stadtbrand.
1559
6.10. Tod Wilhelm des Reichen - unter seinem Nachfolger Johann VI. wieder Diakone in Freudenberg.
1563
55 Häuser, 237 Einwohner.
1568-1648
Niederländischer Befreiungskrieg, in den das Haus Nassau eingebunden ist.
1568-1571
Vergebliche Bemühungen Freudenbergs um ein eigenes Kirchspiel, 1569 neuerlich die Pest.
1569
Berüchtigtes "Freudenberger Sterben" (Pest). 1566 zählt man noch 65 Steuerzahler, 1577 sind es nur noch 55, selbst 30 Jahre nach der Pest sind die Verluste noch nicht ausgeglichen.

Ein Wagen mit Stahlstein aus Müsen, der bis Freudenberg 4 Stunden benötigt, kommt auf 3 Gulden, einschl. Fuhrlohns.

1572
Der Niederländische Freiheitskrieg gegen Spanien wird von den Nassauer Landesherrn unterstützt, es werden Truppen zur eigenen Verteidigung aufgestellt: Im "Muester Zettell Freudenberg" wird der Schütze Hans Stahlschmidt zu Niedderndorff notiert, Rottmeister über 22 Personen mit Büchsen und Degen, Spiesser ist ein Hen Stalschmidt.
nach 1580
Freudenberg wird REFORMIERT.
1582
Die Gemeinde Freudenberg klagt Ebert Siebel (I.) wegen Schmähung gemeindlicher Aufgaben.
1584
Die Eisenindustrie erlebt großen Aufschwung, es werden 5 Stahlhämmer erwähnt - über drei Jahrhunderte ist Freudenberg nun für seine Stahlschmiederei bekannt.
1585
Am 19.2.1585 erhält Freudenberg eine  eigene Pfarrei (bis dahin zu Oberholzklau gehörig), festgehalten im Protokoll der Gemeidegründungsversammlung vom 19. Februar 1585 durch Inspektor Crellius.
Am 20.2.1585 berichtet der Inspektor in einem Brief an den Grafen von den Vereinbarungen und Vorschlägen. Bei dieser Versammlung sind folgende Bürger Freudenbergs anwesend: Bach, Erich - Schulheiß zum Freudemberg, Johann Seybel der Elter, Burgemeister;- Hermann Heese;- Adolph Lohr;- Johann Muller;- Henn Michael;- Cornelius Frisenhain;- Peter Seybel der Junger.
Als Pastoren sind erwähnt: "Cunradt Luth. Pastor zu Holtzclaw, mitt seinem aedituo Er johan Tiburtius Pastor zu Obern Vischbach, Er Henrich Zeidembach".
Es heisst, dass der Pastor "Schule halten soll".

1586
48 Häuser, sieben weniger als vor dem Stadtbrand. Im Verzeichnis der Freudenberger Schöffen ist Wilhelm Stahlschmidt, Sohn des Hans Stahlschmidt zu Niederndorf verzeichnet.
1597
Büschergrund, Plittershagen, Stöcken, Mausbach, Hohenhain kommen zur Pfarre Freudenberg, Kreissynode Siegen.
1 Schulmeister wird verzeichnet, der zugleich in der Kirche "die Gesänge halten soll".

1599
62 Haushaltungen - 1 Kuh kostet 8 Gl., 1 Schaf oder Schwein 1 Gl., 1 Elle Wollentuch 13-15 Alb., 1 Meste Acker 3 Gl., 1 Meste Hauberg 30 Gl.  In der Stadt kann man für 50-90 Gulden ein kleines Haus erwerben.
Ende 16. Jh.
4 Stahlhämmer, 2 Lohmühlen, 2 Schleifmühlen.
1601
Gemeinde Büschergrund wird von der Pfarrei Oberholzklau getrennt und dem Kirchspiel Freudenberg zugeteilt. Das gleiche geschieht mit den Gemeinden Plittershagen, Ober- und Niederstöcken, Herlingen, Öhndorf und Mausbach.
1601-1606
Bau einer Kirche, welche als Wehrkirche dient, sie ist voll in die Verteidigungsanlage Freudenbergs integriert. Am 1. April 1602 berichtet Philipp Schomler an den Grafen Johann VI. zu Nassau über den Kirchenbau.
1603
Das Freudenberger Schöffenverzeichniss verzeichnet einen "hanns stalschmidt zu Blitterßhain".
1614
In den Freudenberger Kirchenbücher lassen sich die ersten Geburts-Eintragungen zu dem Namen "Stahlschmidt" nachweisen. Diese wie  die nachfolgenden Geburtseintragungen unter "Stahlschmidt"  sind jedoch aller Wahrscheinlichkeit nach der Familie Stahl zuzuordnen.
1615
Pest in Freudenberg.
1617
Die "Naßawische Chronick" durch Johannem Textorem aus Häger wird veröffentlicht, darin auch eine ausführliche Beschreibung Freudenbergs.
1618-1648
30jähriger Krieg
1618
Zunftprivileg, Zunftbrief der Stahl-, Waffen- und Sensenschmiede.
1623
Freudenberg wird Witwensitz der Gräfin Margaretha von Nassau-Siegen.
1626-1632
Erste katholische Zeit unter Johann VIII. des Jüngeren (zur Rekatholisierung des Siegerlands s. Beitrag Haus Nassau).

Es finden sich Bemerkungen des katholischen Geistlichen, des Jesuiten Johannes Bilstein, über seine Kirchengemeinde  im Freudenberger Kirchenbuch. 1630 klagt dann Caspar Berghoff über "Difficultates parochiae Freudenbergensis".
Soldaten des Regiments des Herzogs von Lüneburg dringen in das Siegerland ein, mehrere Kompanien wollen sich in Freudenberg einquartieren,  können jedoch erfolgreich zurückgeworfen werden.
1635
Neuerlich die Pest - eine Reihe Freudenberger fällt ihr zum Opfer, so auch der "Klockener zum Freudenberg, Peter Sybell"; - es herrscht Lebensmittelknappheit und Hungersnot; - es ist für die Freudenberger das schlimmste Kriegsjahr. Truppen der Armee des Marquis di Grana liegen in Freudenberg. Beginn der Hexenprozesse.
1636-1645
Zweite katholische Zeit - 4 kath. Pfarrer folgen - (Anm.: die konfessionellen Streitigkeiten werden endgültig erst 1739 mit der Absetzung Fürst Hyazinths (+1743) beendet).

1638 Freudenberger Schöffenverzeichnis weist "Antonius Stahlschmidt von Niederndorff" aus, Urenkel Hans Stahlschmidts.  Die Bürgermeister Johann Siebel und Johann Stock werden 1644 durch die verwitwete Gräfin abgesetzt, da  die beiden Rechte Freudenbergs gegen die Landesherrschaft verteidigen.

1651/1653
Höhepunkt der Hexenverfolgung - auch Freudenberger Bürger fallen ihr zum Opfer:
Johann Herlings Frau und Margareta, Peter Steinseifers Tocher aus Freudenberg werden als Hexen verurteilt, die Hinrichtung erfolgt mit dem Schwert. 1652 werden Johann Stock und Johann Herling vor den Richter gestellt, enthauptet und die Körper an der Gerichtstätte verbrannt.

1653: der Freudenberger Bürgermeister Bernhard Müller wird zum  Tode verurteilt und verbrannt.

1653
Hanna Stahlschmidt, geborene Zeidenbach,  Witwe des Antonius Stahlschmidt ehelicht den Witwer Eberhard Mott.
1657
Wiederherstellung des Jahrmarktes.
1662
Erster Geburtseintrag in den Freudenberger Kirchen-Matrikel eines "Stahlschmidts" (Johannes Stahlschmidt, Sohn d. Johann Georg St./Anna Catharina Cuntze), den man als Nachkomme von Hans Stahlschmidt aus Niederndorf zuordnen kann.
1666
Am 9. 8. 1666 brennt die Stadt mit Kirche und Burg durch Blitzschlag  ab. Die Burg wird nicht mehr aufgebaut. Die Stadt und die einschiffige Kirche werden "einheitlich"  neu aufgebaut, der Landesherr Moritz von Nassau stiftet ein neues Rathaus.
1684
Ein neuer Churbrief wird von Fürst Wilhelm Moritz den Freudenberger Stahlschmieden verliehen, weiters gibt es  Zunftbriefe für Schuhmacher, Lohgerber, Sattler, Schneider, Krämer, Bäcker, Bierbrauer und Wirte.
1687
Neuer Freiheitsbrief durch Fürst Moritz v. Nassau-Siegen über die Bürgerlichen Rechte der Freudenberger.
1696
Man zählt 64 Häuser, Handel und Handwerk blühen, 8 Stahlhämmer liefern ausgezeichneten Stahl, Schmiede- und Schlosserhandwerk auf dem Höhepunkt; - der Landesherr besitzt im Kirchspiel Freudenberg 52.369 Ruten Hauberg und 59.600 Ruten Hochwald.

Wasserzins haben zu entrichten:
4 Gl. Cornelius Friesenhain, Stahlhammer mit 2 Herden
5 Gl. Michael Loer, Stahlhammer auf des Grafen Grund
4 Gl. Hans Eckhardt von desgl.
2 Gl. Ebert Seibel von einem Hammer auf eigenem Grund und Boden

Arnold Sohlbach ist Rotgerber und betreibt  in Oberholzklau eine "lohe Werkstatt".

1698
....läuft ein Verfahren "gegen sämbtliche Stahlschmidts Zunft Reitmeister und Einige Fuhrleute alhir in specie Georg Demant und Tiel Siebel"
 (Sie hatten Eisen-Fuhren aus Remscheid übernommen, was verboten war).

Ende 17. Jhr.
7 Stahlhämmer, 3 Lohmühlen, 4 Schleifmühlen.
1702
Lassen sämtliche Freudenberger Stahlschmiede einen Teich auf der Eicher Wiese anlegen, um im Sommer über ausreichend Wasser für ihre Hämmer zu verfügen.
1703
2 Schmiede, 3 Rotgerber, 6 Zimmerleute, 5 Schuhmacher, 4 Leinweber, 2 Waffenschmiede, 2 Fuhrleute, mehrere Huf- u.Kleinschmiede, 1 Schneider, 1 Maurer, 1 Faßbinder und 1 Branntweinbrenner.
1704
Eine Sonnenfinsternis im Jahr 1704  wird  als Verursacher des Notjahrs 1709  angesehen, in dem Kälte und Trockenheit zu massiven Ernteausfällen führt; Mühlen, Hütten und Hammerwerke können auf Grund von Wassermangel nicht arbeiten.
1707
74 Haushaltungen.
1712
Die Freudenberger Reidemeister müssen ein Darlehen v. 1000 Rtl. aufnehmen, um den gesetztlich verordneten Vorschuss auf die Loher Hütte bezahlen zu können (s. dazu Beitrag: Siegerländer Stahlproduzenten und Wirtschaftsbeziehungen Bergisches Land).
1716
Johann Georg Stahlschmidt tauscht sein Haus mit  Hermann Gerhard, der sich verschuldet hat.
1738
28 Familien werden von Pfarrer Göbel ins  Freudenberger Totenbuch als "nach Georgia der neuen Insul unter Ihrer Königlichen Majestät von Engellandt Schutz, verreiset" eingetragen.  Der Nachtrag erklärt: " weil wir sie nicht mehr wiedersehen werden.....".
In einer Siegener Zeitung wird eine Liste der Auswanderer veröffentlicht.

1740
Einer der bekanntesten Freudenberger wird geboren: Johann Christian Stahlschmidt, Pietist, Prediger, Kaufmann u. Abenteurer.
Sein Vater ist der Stahlgewerke, Gerichtsschöffe, Landhauptmann u. kaiserl. Notar Johannes Stahlschmidt.

1742
Seit 1742 unter Oranischer Herrschaft.
1751
Johann Peter Stahlschmidt wird in Plittershagen geboren; er und seine Söhne erringen als Freudenberger Uhrmacher Ansehen.
1756-1763
7jähriger Krieg.
1772
Neuerliche Bestätigung des Freiheitsrechts der Freudenberger .
1788
Johann Eberhard Stahlschmidt, Sohn des Uhrmachers Johann Peter Stahlschmidt  wird in Freudenberg geboren. Er erlernt ebenfalls das Uhrmacherhandwerk.
1789
Beginn der franz. Revolution, ab 1792 - 1796 erfolgen regelmässige Truppendurchzüge.
1791
15 Gerbereien im Amt Freudenberg werden gezählt.
1795
Tillmann Stahlschmidt, Sohn des  Freudenberger Uhrmachers Johann Peter Stahlschmidt  wird geboren - auch er wird Uhrmacher.
1796
Freudenberger Kassenraub. Französische Truppen, die auf ihrem Rückzug durch Freudenberg kommen und die franz. Kriegskasse mit sich führen, werden von Bauern überfallen und ausgeraubt.
1804
Tillmann Siebel wird am 28.7. geboren, Vorkämpfer der Siegerländer Erweckungsbewegung (s. Beitrag Gustav Siebel).
1807-1813
Französische Besatzung unter Napoleon
zugehörig zum Großherzogtum Berg.

Kontinentalsperre führt zu einer Wirtschaftskrise.
1811 franz. Besatzung hebt die Fronarbeit auf.
1813 Russische Truppen von Blüchers Armee kommen als Befreier nach Freudenberg.

1812
Der später in den USA und Kanada tätige prot. Prediger Daniel Stahlschmidt wird geboren.
1813/15
Befreiungskriege.
1815
Freudenberg fällt an Preussen, 113 Häuser und ca. 600 Bewohner.
1816
Der Feldmesser Siebel erstellt   einen "Okularplan über den Amtsbezirk Freudenberg mit seinen Ortschaften, Hammerwerken, Mühlen, Baechen, Felder, Wiesen, Bergen, Landstrassen, Commuications, Dorf, Feld und Fuswege".
1817
Eingliederung in die Provinz Westfalen.
1818
618 Einwohner, 3 Katholiken.
1819
Der Name "Stahlschmidt" ist  im Kirchenstuhlregister von Freudenberg mehrmals verzeichnet.
1822
Erweckungsbewegung in Freudenberg.
1826
Der Freudenberger Pietist Johann Christian Stahlschmidt stirbt in Saarn/Mülheim.
1830
Der Pietist Jacob Gustav Siebel wird geboren.
1833
Der Uhrmacher Johann Peter Stahlschmidt stirbt zu Freudenberg.
1840
Es gibt einen Lehrer in Freudenberg, der zugleich Organist ist. Die Schule wird zweiklassig, 1880 dreiklassig, 1884 vierklassig geführt.
1841
Urkataster von Freudenberg wird erstellt.
um 1845
9 Stahlhämmer, die in den 1850er Jahren eingehen.
1848
Der Küfer  Wilhelm Stahlschmidt möchte nach Amerika auswandern.
1849
913 Bewohner.
1852
"Regelmäßige Packetschifffahrt zwischen Bremen und Amerika. Lüdering & Comp., Schiffsrheder Kaufleute und Consuln in Bremen befördern am 1. , 7. und 15. Tage jeden Monats mit großen dreimastigen Schiffen erster Klasse direkt nach New York, so wie am 1. und 15. auch nach Baltimore, New-Orleans und Galveston, Auswanderer zu billig festgesetzten Preisen bei vollständigster freier Beköstigung. Wechsel, gleich bei Vorzeigung zahlbar, werden auf alle bedeutende Plätze Amerikas ausgestellt; Waaren dahin prompt spedirt. Feste Passage Contrakt könnten sowohl bei ihnen als bei ihren Herren Agenten abgeschlossen werden in Freudenberg bei L. Stutte" (Intelligenznachrichten für die Kreise Siegen, Wittgenstein, 1852).
1859
Missionspfarrei.
1861
Donnerstag, den 16.Mai c., Morgens 11 Uhr, sollen bei Wirth F. Müller zu Freudenberg 1 vierrädriger Wagen, 1 Karrn, 1 Karrn-Rumpf, eine acht Tage in einem Aufzug gehende Hausuhr nebst Untersatz, 1 Kleiderschrank, 3 vollständige federn Betten, 1 Schnellwaage und 1 milchgebende Ziege gegen Barzahlung verkauft werden" (Intelligenznachrichten, 1861).
1867
Chaussee nach Siegen wird gebaut.
1870/71
Deutsch-Französischer Krieg.
1871
1086 Einwohner.
1874
Bau einer kath. Kirche.
1878
Tillmann Stahlschmidt, Uhrmacher, stirbt zu Freudenberg.
1878
Jünglingsverein Freudenberg gegründet.
1879
Bauantrag zur Errichtung einer Backstube durch Ernst Stahlschmidt.
1888
Eröffnung der Bahnstrecke Kirchen - Freudenberg, erste Omnibuslinie nach Siegen.
1891
Höhepunkt der Lederverarbeitung in Freudenberg. Das dort produzierte Sohlleder ist bekannt und wird vornehmlich an die Heeresverwaltung verkauft. Bis zum 1. Weltkrieg entstehen 10 Leimsiedereien im Bereich Freudenberg-Büschergrund, auch eine bedeutende Flizfabrikation besteht in Freudenberg.
1903
Elektrifizierung Freudenbergs.
1905
2137 Einwohner
1898-1907
Zeche Freudenberg in Betrieb, gefördert werden Zink- und Bleierz.
1907
2014 Bewohner
1914/1918
1. Weltkrieg.
Gefallen 51 Männer, vermisst Heinrich Börner in Russland und Max Krämer in Frankreich.


Selbständige Pfarre, Dekanat Olpe, Erzbt. Paderborn.
1916
Erstes Ortsstatut für Freudenberg.
1939-1945
2. Weltkrieg.
Gefallen 101 Personen, darunter Ernst Stahlschmidt *1909. Kriegstote durch Artilleriebeschuß und sonstige Kriegshandlungen: 11 Personen
vermißt  36 Personen.

1946
zugehörig zum Land Nordrhein-Westfalen.
1950
3694 Einwohner.
1966
Die historische Altstadt Freudenbergs, der "Alte Flecken", wird in den Kulturatlas des Landes NRW aufgenommen.
1969
Die Stadt Freudenberg wird  bei der kommunalen Gebietsreform aus 17 ehemaligen selbständigen Gemeinden gebildet, heute spielt der Tourismus eine bedeutende Rolle.
Nähere Beschreibungen einzelner Personen Stahlschmidt aus Freudenberg können auch der u.a. Publikation "Stahlschmidt" entnommen werden.


Quellen /Bibliographie (Auswahl):

Achivalien: KB Freudenberg, Archiv d. ev. Kirche Freudenberg, StA Münster
Achenbach, Heinrich v.:
Aus des Siegerlands Vergangenheit, Siegen 1897
Bald, Ludwig:
Das Fürstentum Nassau-Siegen 1939
Gamann, H.:
Aus der Industriegeschichte des Siegerlandes, Siegen 1926
Güthling, Wilhlem:

Die Anfänge der Überlieferung im Raum Freudenberg, aus: Festbuch der Stadt Freudenberg, Freudenberg 1956

Siegerländer Schöffe- und Gerichtssiegel, in Siegerland (SL) 32,1955, 105-112

Ludorff, Albert:
Die Bau- und Kunstdenkmäler des Kreises Siegen, Münster 1903
Kellenbenz/ Schawachte:
Schicksal eines Eisenlandes, Siegen 1974
Keyser, Erich:
Deutsches Städtebuch, Bd. III Nordwest Deutschland, Stuttgart 1954
Kienzler, Herbert:
Der Alte Flecken Freudenberg, Hagen 1978
Klappert/Meyer/Alt:
Freudenbergs lebendige Vergangeheit,  Freudenberg 1978
Koechling, Ludwig:
Zur Entstehung der Kirchengemeinde Freudenberg, in: SL, Bd.33, 1956
Rumpler, Ursula
Die Stahlschmidts. Eine historisch-genealogische Archiv- und Quellenforschung, Baden 2005
Scholl, Gerhard:

Unsere Burg in Freudenberg, in: Freudenberg im Zeitgeschehen 1/1968

Von Burgen und Schlössern im Siegerland, Kreuztal 1971

Siebel, Gustav:

Aus Freudenbergs Vergangenheit, Sonderbeilage der Siegener Zeitung 7.7.1956
Zur Geschichte der Stadt Freudenberg, aus dem Festbuch der Stadt Freudenberg, Freudenberg 1956

Siebel, Johann Heinrich:
Chronik der Stadt Freudenberg, in: Heimatland (HL), Siegen 1935
Steinseifer, Bernd (Hrsg.):
Freudenberg. Beiträge zur Geschichte der Stadt und des früheren Amtes, Kreuztal 2006

Daten zur Geschichte der Evangelischen Kirchengemeinde Freudenberg, zusammengest. zum 400. Geburtstag der Kirchengemeinde Freudenberg, 1985, korr. 1995

Sterzenbach, Karl:
Geschichte der Stadt Freudenberg, Freudenberg 1908
Einiges über Schloss und Wohnort Freudenberg im Siegerlande, in: SL 1 (1911/1912)
Textor, Johannes:
Naussauische Chronik, Herborn 1617
Philippi, Friedrich (Hrsg.):
Siegener Urkundenbuch, II, 1927
Siegener Landesarchiv i. StA Münster

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