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Vier
Häuser am Marktplatz, Stadt Plettenberg - "Thomasens Haus" Nr. 63
Ein alter Bebauungsplan
Plettenbergs zeigt, dass auf dem Grundstück des sog.
Thomasens-Haus im Jahr 1725 zwei Häuser mit der Nr. 62 + 74
gestanden haben, unweit davon ein weiteres, jedoch größeres
Gebäude mit der Nr.
63.
Das Haus Nr. 62 + 74 scheint vor
1671 erbaut worden zu sein und wurde auch Rümhers oder
Höckers Haus genannt. Wie fast alle Häuser Plettenbergs
brannte auch dieses Haus bei dem großen Stadtbrand ab.
Ein
Vergleich alter Stadtpläne und Recherchen im Stadtarchiv ergab,
dass nach dem Stadtbrand auf dem Grundstück vier Häuser neu
erbaut wurden.
Die
Pläne von 1758 ergeben für das ganze Areal mit 4 Häusern
folgende Besitzer:
Wann genau der Kauf dieses
Grundstückes mit der Parzelle Nr. 187 durch Stahlschmidt
durchgeführt wurde, ist nicht ganz klar, auf alle Fälle vor
dem Jahr 1750, vermutlich um das Jahr 1732.
Stahlschmidt
berichtet in einem Konzessionsantrag aus dem Jahr 1750 vom „Kauf einer
wüsten Stätte“, was darauf schliessen lässt, dass
das Grundstück durch den Stadtbrand immer noch verwüstet war.
Das
Haus dürfte nach Begutachtung und Vergleich der alten Pläne
nicht allzu groß gewesen sein und entsprach mit ca. 55 qm
Grundfläche der Größe damaliger Handwerkerhäuser.
Durch die
eineinhalbstöckige Bauweise ergab sich jedoch eine Wohnfläche
von immerhin 80 Quadratmetern. 1758 wohnten von der siebenköpfigen
Familie noch die ledig gebliebene Tochter Sophia Stahlschmidt,
ihr Bruder Heinrich Herrmann Stahlschmidt, der zwei Jahre zuvor Anna
Margareta Haape geehelicht hatte und der jüngste Bruder, Peter
Caspar Stahlschmidt, im Hause.
Der
Vater, Johann Georg Stahlschmidt, starb im
Jahre 1762 mit 61 Jahren, seine Frau sollte ihn noch um 18 Jahre
überleben.
Einer
seiner Söhne, Hermann Heinrich Stahlschmidt (1730-1808) wird im
Jahr 1772 als Besitzer eines am Markplatz gelegenen Hauses –
gegenüber der Hausfront Schauerte, Boeley (nun von Rümher
bewohnt) mit
der Parzellennummer 191 notiert. Dort stand ein Haus, welches doppelt
so groß war wie das Elternhaus (s. u. Häuserplan).
Der
jüngste Sohn, Peter Caspar Stahlschmidt (1738-1801), erscheint
in den Grundstücksakten 1775 als Besitzer des elterlichen Hauses.
Da die
Schwester, Sophia Christina Agneta (1728-1811), ledig blieb,
bewohnte sie - der Aktenlage zufolge - weiter das Elternhaus.
Nach dem Tod des Bruders holte Sophia ihre Nichte
Anna Maria Stahlschmidt (Tochter Peter Caspar Stahlschmidts),
verehlichte Johann Christian Gerhard, ins Haus.
Zwischen
1809 bis 1830 konnte ich das Ehepaar Gerhard/Stahlschmidt in
den städtischen Aufzeichnungen als Bewohner des Hauses
nachweisen. Das Ehepaar Gerhard überlebte alle sieben Kinder
(Töchter), Erbe wurde ihr Neffe, der Schlosser Heinrich
Wolff, ein Enkel des o.g. Peter Caspar Stahlschmidt.
Anmerkung:
Albrecht v. Schwartzen hat seinerzeit während seiner Forschung und
der Aufstellung seines Häuserbuchs (Stadtarchiv Plettenberg) eine
nicht ganz nachvollziehbare Nummerierung der Häuser und
Parzellen vorgenommen. Die hier angeführten Parzellen- Nummern
beziehen sich auf den Plan der Stadt Plettenberg nach dem Ur-Kataster
aus dem Jahr 1830. Die Hausnummern wurden zwischen 1725-1830
mehrmals
gewechselt. Im Jahr 1809 hat das von Stahlschmidt bewohnte Haus die Nr.
176.
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