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FAMILIEN- u. HISTORISCHE FORSCHUNG
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Autor: Ursula Rumpler

Stadt und Amt Plettenberg 1063-2004

Mit den Bauernschaften Böddinghausen, Eiringhausen, Leinschede, Pasel, Landemert, Sonneborn, Dankelmert, Kückelsheim, Eigeringhausen, Himmelmert,  Köbbinghausen, Bremcke, Holthausen.

Name: Plettonbrath (1063/78), 1072 auch als Heslipho erwähnt, Plettenbraht (1187,1214), Plettenbracht (1283, 1350,1387), Plettenbrech (1316), Plettmert (1495), auch als Plattenbracht, Plettenbrecht, Plettenbrath bekannt


Vorbemerkung:
Zu beachten ist, dass in Stadt und Amt Plettenberg mehrere unabhängige Linien "Stahlschmidt" aufeinandertreffen, die - soweit es meine Recherchen ergaben  - nicht auf  die selben "Stammväter" zurückzuführen sind. So geht eine Linie  u.a. auf die Herscheider Stahlschmidts zurück, eine andere führt nach Stephanopel/Deilinghofen.

1063-1072
Erste Erwähnung als Heslipho: Der Kölner Erzbischof Anno II gründet neben anderen Klöstern die Benediktiner-Abtei Grafschaft im Sauerlande (oberes Lennetal) und unterstellt ihr zahreiche Kirchen des Sauerlandes, wie Attendarra (Attendorn), Ludolfesceide (Lüdenscheid), Hertsceide (Herscheid), Heslipho und andere.

1063 schenkt Abt Giselbert dem Kloster Werden a.d. Ruhr Einkünfe des Hofes Plettonbrath (auf dem Plattberg, zwischen Gründe und Öster, Stammsitz der Familie von Plettenberg). Dieser Hof wird Mitte des 11. Jhs. mehrmals genannt.

Im Jahr 1064 ist er mit "3 so. und 4 den." an die Abtei zehntpflichtig.

13. Jh.
Anfang 13. Jh. Beginn Bau der Lambertipfarrkirche, dreischiffig.
14. Jh.
In Plettenberg besteht das Vogteigericht der Vögte von Plettenberg, welche dieses an die Grafen von der Mark verkaufen.
1301
Burg Schwarzenberg durch Rötger v. Altena und Gert von Plettenberg erbaut.
1311
Ein Stahlschmied ist bezeugt, bzw. sein Haus "domus dicti stalsmit in Plettinbreght".
1350
Gert v. Plettenberg verkauft "Dorp und Luide to Plettenbracht" dem Grafen Engelbert III. von der Mark.
1368
Plettenberg kommt an die Herzöge v. Kleve.
1381
Lambertikirche fertig.
1387
Graf Engelbert III. gibt dem "Dorpe tho Plettenbracht" den ersten Freiheitsbrief
Plettenberg erhält das Recht "schädliches Bauen und Zäunen" innerhalb und ausserhalb des Ortes selbst zu strafen, es hat das Recht der Einsetzung eines eigenen Holzrichters.
1391
Ritter Hunolt von Plettenberg (gnt. Plaeßdreck) bekräftigt  in Gegenwart Vikars Rabado von Kempen zu St. Andreas und des Pastors Hermannus zu Plettenberg und des Priesters Heinrich van Attendarnes zu Köln, den ihm auf Lebzeiten zu Lehen übertragenen Zehnten "in alle sine Rechte vund zubehoringe truwelichen zehaldenn vund zubewarn, vund des nit zuentfuren zuerspißen zuuergifftigen noch zu beschweren".
1397
Stadtrecht durch Graf Dietrich von der Mark, Plettenberg erhält ein eigenes Stadtgericht, freien Wochenmarkt , eheliche Gütergemeinschaft und Befreiung von anderen (bis auf gewöhnliche ) Steuern der Städte.
Privileg einer städtischen Verfassung, mit 2 Bürgermeistern und 8 Ratsleuten aus der Reihe der Bürger zu wählen.

Nach der Stadtwerdung nun  mit einer Mauer umgeben. Das Obertor a.d. Österbrücke befindet sich im südlichen Teil der Stadtmauer, das Untertor im westlichen Teil der Stadtmauer.

1400
500 Einwohner.
1408
Heinrich Smyt aus Plettenberg erwirbt in Danzig das Bürgerrecht, ob er dort mit Plettenberger Produkten handelte, ist nicht bekannt.
1412
Gert von Ense und seine Frau Pernecke veräussern den halben Steinhofff zu Plettenberg an Hermann von Kobbenrodt zur Wenne.
1419
Bürgermeister: Hinrich Coster.
1422
Kapelle  "auf dem Boele" errichtet.
1423
Das Amt Schwarzenberg, welches sich vorübergehend im Besitz von Adolf von Berg befindet, wird an Heinrich gen. Supetut verpfändet. Von ihm löst es Hermann Overlacker am 11. 2. 1425 aus. Nach seinem Tode haben seine beiden Söhne als Pfandgläubiger das Amt inne.
1433-1458
Bürgermeister: Tillmann Hartleyft.
1441
kommt die Burg und das Amt Schwarzenberg sowie Herscheid, Lüdenscheid, Neuenrade u.a. unter die Herrschaft des Kölner Erzbischofs, der diese Besitzungen weiter an Johann von Gehmen verpfändet.
1445
Eine Urkunde vom 10. 6. 1445 bestätigt Amt Schwarzenberg nun im  Besitz des märkischen Grafen.
1486
In dem "Schatboik in Mark" aus dem Jahre 1486 werden folgende Ortschaften des Amtes Plettenberg, aus denen Steuerbeträge eingehen, genannt: Hemelberch (Himmelmert), Dingerinckhusen (Dingeringhausen), Köbbinghausen, Holthausen, Boynckhusen (Böddinghausen), Eyerinckhuysen (Eiringhausen), Pasell (Pasel).
1500
Ein Teil des Burggeländes der Stadt wird von Bürgern bebaut und der neue Stadtteil mit einer Mauer umgeben.
1510
Die Stadtprivilegien werden durch Herzog Johann von Cleve wesentlich erweitert, die Stadt kann die Hälfte von Zinsen, Zöllen und anderen Abgaben auf Waren für sich behalten. Brücken- und Straßenbenutzungsgeld darf von Fremden eingenommen werden
1513
Geplagt durch Geldnöte verpfändet Herzog Johannes II. (1481-1521) Schloss und Amt Plettenberg gegen ein Darlehen von 2600 Goldgulden an Heinrich von Plettenberg, genannt v.d. Moelen.
1517
31.10., Luther schlägt seine 95 Thesen in Wittenberg an.
1530-1580
Schrittweise Einführung der Reformation.
1555
Die Stadt kauft sich von der großen Zehntverpflicht (St. Andreasstift Köln) frei.
1588
Hochwasserkatastrophe, die vor allem das Lennetal betrifft.
1599
Pest, für Plettenberg gibt es keine genauen Opferzahlen ( in Unna z.B. 1400 Tote).
1600
Bürgermeister: Dietherich Essellen, Bockelmann, Haltermann, Peer Melscherß, Henrich Wagemeister.
1604
Hanß und Peter Haustadt betreiben bei Köbbinghausen eine Osemundschmiede, an die sie einen "schelffhammer" anzubauen beabsichtigen.
1609-1666
Mit dem Tod des Herzog Johann Wilhelm von Jülich-Kleve-Mark beginnt der Jülisch-Kleveschischer Erbfolge-Krieg, der bis 1666 dauert,  Plettenberg wird Brandenburg-Preussen zugeschlagen.
1618-1648
30jähriger Krieg

große Verluste unter der Bevölkerung der Stadt, zweimal tritt die Pest während dieser Zeit auf.

seit Ende des 30jährigen Krieges Tuchmacherei in der Stadt.

1621
Bürgermeister: Dierich Römer, Eberhard Malthan, Mundus Klingelmann.
1622-1623
Die Spanier besetzen  Plettenberg, der Obristwachtmeister  Fourdrien nimmt in Plettenberg Quartier, 38 Wochen lang müssen die Truppen durch die Plettenberger Bevölkerung versorgt werden.
1624
Neuerlich müssen spanische Truppen  versorgt werden.
1626,1631,1636
Pest.
1627
Der Plettenberger Johann Hammerschmidt trägt sich in die Universitätsmatrikel von Marburg ein.
1630
Calvinismus.
1633
Neuerlicher Truppenüberfall, Richter Esselen berichtet, "dass im [...] hiesigen Ambttlein [...] grösseste dorff Landemert eingeeschet".
1634
Überfall auf Stadt Plettenberg, Verwüstung und Plünderung der Stadt, dabei werden u.a. auch die Akten der "Brüchtenordnung" vernichtet, was nach Kriegsende die Durchführung von ordnungsgemässer Bestrafung von Vergehen fast unmöglich macht.
1636
große Pestepedemie.
1649
Stadthaus am Offenborn wird verkauft.
1650
Berichte des Drosten Christoph von Plettenberg über das Amt Schwarzenberg vom 4. April an Graf Moritz von Nassau-Siegen, Statthalter des brandenburgischen Grossen Kurfürsten in Kleve.

Die wirtschaftliche Lage in der Nachkriegszeit ist schwierig für Plettenberg. Bürgermeister Esselen muss feststellen, dass Maurer und Zimmerleute ins benachtbarte Köln abwandern.

1651
Der  Droste beklagt sich über die wirtschaftliche Lage und Schwierigkeiten: "Es ist von Alters gebräuchlich, daß gegen das heilige Christfest jeder Freye im Amte, wie er gespannen vermöge, eine Holzfuhre zu tun pflegt. Es trägt aber die Zahl auch in guten Jahren kaum 60 Fuhren und stehet dazu in eines jeden Belieben, waß und wieviel er aufladet, dahero auch der mehrere theil nur mit einer Kette vom Berg ein Stück Holtz herunter schleppen und ...Ackern und Mistfahren ist von derselben Beschaffenheit. Die Kötter müssen so oft mit der Hand dienen, als es gefordert wird".
1653
Am 12. März 1653 wird die Pfandschaft aus dem Jahr 1513 (s.d.) für eine Summe von 3869 Rtlr. gelöscht, wobei die Freimärkischen des Amtes Schwarzenberg die Summe von 800 Rtlr. beisteuern müssen.
1654
Auf höhere Weisung vom 1. 6. 1654 kommt es zwischen der lutherischen und reformierten Gemeinde, welche bisher die öffentliche  Religionsausübung  getrennt ausgeübt haben zu einer gütlichen Einigung  und die Gemeindemitglieder begehen ihre Gottesdienste nun  gemeinsam mit ihren Pastoren.
1655
Bürgermeister: Eberhard Malthan und Hernich Römer.
1661
erwirbt Christoph von Plettenberg die Burg Schwarzenberg für die Summe von 2500 Rtlr.
Das Wohnhaus in der Burganlage und das Rosthaus erhält er als erbliches Lehen.

Aus einer vom Großen Kurfürsten selbst unterschriebenen Berufungsurkunde vom 12. Juli 1661 erfahren wir einiges über die Einkünfte Christoph von Plettenbergs als Amtsträger: Er bezieht 20 Rtlr. Jahresgehalt, dazu 20 Mltr. Haber, das Krimpkorn , den zehnten Pfennig der Brüchten (Strafgelder) und Einnahmen aus der Fischerei.

Gesuch des Peter Oell, Bgr. zu Plettenberg, um Auslegung einer 3. Sensenschmiede auf der Else bei Plettenberg, kurz vor der Einmündung in die Lenne.

1673
Das Amt Plettenberg erhält einen Kurkölnisch-Münsterisch-Französischen Schutzbrief, Vorzeichen neuerlicher kriegerischer Bewegungen  - seit 1672  Krieg zwischen Frankreich und den Niederlanden.
1679
Französische Truppen fallen in die Grafschaft Mark ein und machen auch vor Plettenberg nicht Halt, die Stadt muss 40 Kühe und 402 Reichstaler Abgaben leisten.
1681/82
Die Einnahmen der Rentei Plettenberg/Schwarzenberg betragen 334 Rtlr. 29 Stb.
Die Ausgaben mit 360 Rtlr.29 Stb. übersteigen jedoch die Einkünfte um 26 Rtlr..

Bürgermeister: v. d. Hoeven u. Schauerte.

1684
Rentmeisterei Plettenberg/Schwarzenberg hat einen Schuldenberg von 3 400 Rtlr..
1690
Ruhr-Epidemie.
1692
neue Gerichtsordnung.
1696
Kapelle "auf dem Boele" erneuert.
1708
Der erste Hebezettel des Amts Plettenberg 1708 gibt über das Gut Huxholl in Himmelmert (später im Besitz des Jost Henrich Stahlschmidt) folgende Auskunft:
" Ist allodial und theils Erbe der Poßeßori, theils auf dem Erben sehl. Richter Esselen und der Kirche der Stadt Plettenberg gehörig. Gibt auch etwas in die königl. Renthey. Colonus et Poßsesor modernus Johannes Huxholl.  Land am alten Loe ad 8 [....] ist im neues taxations-Buche 5/4 angeschlagen, muss aber gleich [....] alten Loe ad 4/4 moderiert werden ".

1716-1720
Zwischen 1720 und 1725  wandert der Stahlschmied Johann-Peter Stahlschmidt* aus Ferndorf  gemeinsam mit fünf seiner Kinder in die Grafschaft Mark ein und läßt sich in Plettenberg nieder. Seine Söhne Johann Georg und Jost Henrich Stahlschmidt gründen die Plettenberger Linien der Familie Stahlschmidt.
1717
Akzise wird eingeführt.
1719-1722
Die Stadt Plettenberg zählt 749 Einwohner, davon 318 Männer und Frauen und 431 Söhne, Töchter, Gesellen, Knechte, Jungen - 113 Bürgerhäuser. Das Gewerbe betreiben:  10 Nagelschmiede, 4 Schneider, 3 Schuster, 6 Bäcker, 11 Brauer, 72 Tuchmacher.
Mehrere Bergwerke sind in Betrieb.

1725
Der große Stadtbrand am 12. April 1725.

Alle 120-130 Häuser  innerhalb der Stadtmauern brennen in kürzester Zeit ab. Nur 7 Häuser außerhalb der Stadtmauer, das Homberg-Haus und Jacobshaus am Maiplatz, das Kellerhaus, Burghaus, Mühle am Umlauf  und Weinwirtshaus bleiben stehen. 94% der Stadt sind vernichtet, einige Menschen kommen ums Leben, über 30 Menschen werden verletzt, ca. 700 Menschen retten sich vor die Stadt. Besonders betroffen ist das Tuchmacher- und Kirseigewerbe, die Handwerker haben ihre Existenzgrundlage und Privatvermögen verloren. Wiederaufbau der Stadt fast in der gleichen Form, wie zuvor.

Einführung eines Bürgerbuches. Man zählt  in Plettenberg unter 130 Familienvätern: 53 Tuchmacher, 7 Schmiede, 5 Händler, 8 Bäcker, 9 Wirte, von denen 5 zugleich Brenner und 4 Brauer sind, 3 Schuster und Fuhrleute. Es gibt Zimmerleute, Drechsler, Gerber, Schneider, Schlächter, Wollspinner, Blaufärber, Leinenweber, Maurer, Schreiner, Schornsteinfeger, Hirten und Tagelöhner.

1728-1739
Die Neubebauung des ehemaligen Offenborngrabens erfolgt.
1728
Der Soldat Henrich Bernhard Hagedorn (Reg. Schliewitz) reicht öffentliche Beschwerde ein, dass Henrich Öhlen (Ohle) und Caspar Schulte zu Plettenberg ihren Sensenhammer in ein Stahlwerk verwandeln wollen.
1729
Starke Überschwemmungen.

"Joergen Stahlschmidt" leistet seinen Bürgereid.

1734
Die Stadt erhält ein "Rathäusliches Reglement", das Freiheiten und Rechte erweitert.

In der Liste der Eisengewerbetreibenden für die süderländischen Ämter Altena, Iserlohn, Neuenrade und Plettenberg  werden die Brüder Johann Georg und  Jost Henrich Stahlschmidt als Stahlschmiede in der Stadt Plettenberg angeführt. Johann Georg Stahlschmidt gewinnt ein Amt in der Schmiedegilde und legt die Meisterprüfung ab.

1735
Neues Reglement  durch König Friedrich Wilhelm I.  für die Verwaltungsordnung der Stadt Plettenberg, das sogenannte "Rathäusliche Reglement, was u.a. die Bürgermeisterwahl neu regelt:  2 Bgmst., 1 Kamerarius, 2 Senatoren, 1 Sekretarius, 2 Gemeindevorsteher.

Gründung der Stapelvereinigung der Tuchmacher.

1736
General-Schulenplan für das Kgr. Preussen.
1739/1740
Schwere Überschwemmungen.
1743-1745
Neubau des Rathauses.

Jost Henrich Stahlschmidt erwirbt 1743 im nahen Ort Himmelmert den Gutshof Huxholl samt Hammerwerk von der lutherischen Kirchengemeinde in Plettenberg für 732 Reichstaler.

1747
Neue Gerichtsordnung.
1748/49
Johann Georg Stahlschmidt wird als Beigeordneter  bzw. Scheffe 1748 und als Richtmann 1749 angeführt.
1750
Johann Georg Stahlschmidt stellt einen Konzessionsantrag für einen Rohstahlhammer bei der Kriegs- und Domänenkammer  in Kleve.
1753
Stapel und Niederlage von Samt u. "Kirsei" (besonders festes Tuch)  wird errichtet.

Die Verwaltungsreform Friedrich des Großen von Jahre 1753 reformiert das Amtswesen. Die bisherigen Ämter der Grafschaft Mark werden in vier Kreise zusammengefaßt. Das Amt und die Stadt Plettenberg werden dem Kreis Altena unterstellt.

1756
Johann Heinrich Jung-Stilling tritt seine Stelle als "Informator" der Kinder des Jost Henrich Stahlschmidt auf Huxholl, Himmelmert, an.
1756-1763
Siebenjähriger Krieg, Einmarsch fremder Truppen

In die Grafschaft Mark ziehen französische Truppen, Plettenberg muss hohe Abgaben leisten.

1757 ist der Magistrat nicht mehr in der Lage, die geforderten Abgaben zu leisten und nimmt bei der Bürgerschaft Kredit auf.

Die Kreditgeber sind:

Dieter Voss
Herr Cramer mit dem Stapel
Bürgermeister Homberg
Jürgen Schmellenkamp
Johan Died. Boley
Peter Rüdiger Woett
Jude Gomperts David
Jacob Hermann Schönenberg
Peter Wulner
Joh. Hendr. Gordesmann
Jobst Jacobi
Joh. Died. Böllinghaus
Conrad Eyringhaus
Christ. Voss
Peter Voss
Bernh. Jacob

Insgesamt kommen 1000 Reichstaler zusammen.

1758
1071 Einwohner.
1759
"Hanna" Stahlschmidt, Tochter des eingewanderten Johann-Peter Stahlschmidt lebt mit einem "ohnmüdigen Kinde" und ist in finanziellen Schwierigkeiten.
1763
Generallandschulreglement.
1765
933 Einwohner.
1766
Die Einführung der revidierten Bergordnung für das Herzogtum Cleve, das Fürstentum "Meurs" und die Grafschaft Mark.
1750
Ein Leprosen- und Obdachlosenheim wird erwähnt.
1771
Kirchenbücher lutherisch.
1780
In Plettenberg bestehen  9 Sensenhämmer, deren Produkte zu einem besonderen Stapel geliefert werden. Dort werden die Sensen  von zwei "Schauern“ einer Qualiätsprüfung unterzogen und anschließend vom Direktor des Sensenstapels in den Handel gebracht. Den Höhepunkt der Sensenschmiederei erreicht Plettenberg im Jahr 1780.
1781
Der Weissgerber Konrad Hanebeck erbaut "auf dem Bohme" a.d. Oester eine Lohmühle.
1784
Die Lohmühle Hanebeck a.d. Waschbeck geht in den Besitz Wwe Geisweid über.
1785
200 bewohnte Gebäude.
1787
Die reformierte Gemeinde Plettenbergs umfasst 1787 etwa 50 Familien und nur 160 Kommunikanten.
1788
8 Rohstahlschmiede.
1789/95
Hungersnot, Missernten - König Friedrich Wilhelm II. versucht diese zu mildern, indem er Korn und Mehl in die Grafschaft Mark schickt.
1791
217 bewohnte Gebäude.
1792
Das Allgemeine Landrecht von 1789 gelangt zur Einführung.
1793
In der Gemeinde Plettenberg sterben 123 Personen, im Jahr darauf 129 Personen, davon 47 an der Roten Ruhr.

Die Lohmühle a.d. Waschbecke ist  nun in Besitz Bernhard Hanebecks und der  Erben Geisweid.

1795
Am 17. 2. 1795 erhält  Peter Stahlschmidt, ein Sohn Jost Henrich Stahlschmidts, eine Konzession zum Betreiben einer Öl- und Sägemühle in der Lettmecke.
1807-1815
Französische Besatzung
Code Napoleon

1808-1815 Eingliederung des Amts Plettenberg in das Großherzogtum Berg, Ruhrdepartement, zum Arrondissement Hagen und Kanton Neuenrade gehörig.

Im Munizipalrat sitzen die Herrn Cramer, Fischer, Thomaee, Küsterer, Dulheuer, Niederstmann, Hollmann, Geck, Stahlschmidt, Schultte, Kellermann, Mittelste Schulte, Siepmann, Lambertsmann, Spiekermann.

1809-1817
Bürgermeister: Freiherr v. Plettenberg zu Schwarzenberg, "wegen unangenehmer Privatverhältnisse" wird er seines Amtes enthoben.
1810
Tumult am 28. 8. wegen Erhebung des "blutigen" u. Garbenzehenten in der Stadt.
1812/1813
hohe Verluste beim Russlandfeldzug Napoleons unter den eingezogenen Westfalen,
unter den Opfern auch 2 Plettenberger namentlich erfasst:

Johann Diederich Schröder (2. Inf. Reg., vermisst in Jellissawetgrad)
Johann Diederich Selter (4. Bergisches Inf. Reg., stirbt in Mokschansk)

1813
Hochwasserkatastrophe am 23./24. Juni.
1813/1815
Befreiungskriege.
1814
Plettenberg muss die Einquartierung von 300 russischen Husaren im Breckerfelder Bezirk mitfinanzieren.
1816
Plettenberg gehört nun zum Regierungsbezirk Arnsberg, Landkreis Altena.
1817-1827
Bürgermeister: P. A. Thomée - Bei seinem Ausscheiden erhält er das Ehrenzeichen 1. Kl.
1818
1307 Einwohner. "Fabriken": u.a. Gebrüder Stahlschmidt in der Lettmecke und Wilhelm Stahlschmidt zu Himmelmert.
1819
Gemeindemitglieder spenden 160 Taler, wovon eine neue Glocke für die ev. Kirche angeschafft werden kann.
1823
Das reformierte Presbyterium wird von folgenden Personen gebildet:
Johann Stahlschmidt, Freiherr v. Plettenberg, Chr. Fr. Allhoff, Wilhelm Stahlschmidt in der Lettmecke und Friedrich Neuß.

1827
Der Kaufmann Bernhard Henrich Arnold Stahlschmidt heiratet 1827 die Plettenberger Lohgerberstochter  Henrietta Charlotta Hanebeck.
1827-1835
Bürgermeister: Hauptmann Johann Wilhelm Ulrich.
1828
Das Rathaus wird an den Bischof von Paderborn für den Umbau zur kath. Kirche verkauft.
1829
Stadtsekretär: Friedrich Bernhard Geck.
1831
Neue Städteordnung, Cholera-Epidemie.
1834
Das Presbyterium bittet den Bürgermeister das Schnapstrinken während des Gottesdienstes polizeilich zu verbieten.
1835-1837
Bürgermeister: J. Aubel. 1835 wird für Plettenberg von der Obrigkeit die Einführung der "revidierten neuen Städteverordnung“ verordnet, wogegen man sich bisher heftig gesträubt hat.
1836
Wie aus Dokumenten zur Ermittlung des wahlberechtigten Personenkreises der Stadt Plettenberg ersichtlich, gehört der Kaufmann Bernhard Henrich Arnold Stahlschmidt  zu den Bürgern mit einem Grundvermögen von  mindestens 1000 Reichstalern.
1837
Bürgermeister: Wilhelm Homberg, der 2 Jahre  nach seiner Wahl stirbt.
Brand in den Häusern Stahlschmidt und Seissenschmidt.

1839
Pastor Schirmer registriert voll Sorge, dass einige der neu gewählten Repräsentanten nur 3-4 x die Kirche besucht  und seit Jahren das hl. Abendmahl nicht eingeommen hätten.
1838-1846
Bürgermeister: Apotheker Heinrich Hollmann.
(Bürgermeister 1838-1845, trat 1845 auf Grund von Differenzen mit dem  Magistrat zurück, führte die Amtsgeschäfte kommissarisch bis 1846 weiter).

1839
1539 Einwohner.
1840
Bernhard Henrich Arnold Stahlschmidt zählt zu den Stadtverordneten.
1847-1855
Bürgermeister: Hauptmann Ernst Ludwig v. Schachtmeyer.
1848
Bernhard Henrich Arnold Stahlschmidt wird als Aussteller auf der Berliner Gewerbeausstellung festgehalten.

Familienvorstände des Namens "Stahlschmidt"  in der Stadt Plettenberg  und ihre Berufe im Jahr 1848:
Stahlschmidt, Arnold - Kaufmann
Stahlschmidt, Carl - Tagelöhner
Stahlschmidt, Carl - Schmied
Stahlschmidt, Johann - Tagelöhner
Stahlschmidt, Karl - Schreiner
Stahlschmidt, Heinrich - Schmied

1849
Wirtschaftskrise in Plettenberg.
1652 Bewohner in der Stadt, verteilt auf 387 Familien.

1851
Vereinigung der beiden protestantischen Kirchengemeinden.
Bernhard Henrich Arnold Stahlschmidt wird neuerlich zum Stadtverordneten gewählt.

1854
1854 ist Bernhard Henrich Arnold Stahlschmidt der einzige Plettenberger, der noch einen Sensenhammer betreibt.
1856
Einführung der "Neuen Städteordnung". Bürgermeister bis 1865: Hauptmann Leonard Wiel.
1857
Bernhard Henrich Arnold Stahlschmidt betreibt - ebenso, wie sein Sohn Stephan Heinrich Adolph Stahlschmidt - eine  Papierfabrik im Östertal.
"Peter Wilhelm" (Peter Wilhelm Christian) Stahlschmidt zu Lettmecke, Enkel Peter Stahlschmidts, ist Gemeindevorsteher.

1861
Bahnanschluss Hagen-Siegen, die Eisenbahn endet vorerst in Eiringhausen, 2 Jahre später wird der Anschluss bis Siegen fertiggestellt.
1862
 Heinrich Friedrich Stahlschmidt, ein Sohn Bernhard Henrich Arnold Stahlschmidts "stirbt infolge eines Schusses".
1866
Der Kaufmann Bernhard Henrich Arnold Stahlschmidt verlässt mit seiner jüngsten Tochter Susanna Plettenberg für immer.
1866-1902
Bürgermeister: Heinrich Holthausen aus Dorstfeld.
1867
Stadtsekretär: August Wiel, Sohn des Bürgermeisters.
1870/71
Deutsch-Französischer Krieg

Eduard Stahlschmidt
(Köbbinghausen), Enkel Peter Stahlschmidts aus der Lettmecke ist Teilnehmer des Feldzuges 1870/71, ebenso wie viele Plettenberger - heute  noch liegen 116 Briefe bzw. Feldpostkarten Plettenberger Soldaten im StA Plettenberg auf.

1871
1976 Einwohner.
1872/73
Familie Stephan Heinrich Adolf Stahlschmidt verlässt Plettenberg für immer.
1873
Neubau Rathaus.
1880-1890
Eduard Stahlschmidt ist Mitglied des Plettenberger Landwehrvereins und setzt sich in den 1880-90er Jahren als Repräsentant der ev. Kirchengemeinde Plettenberg für den Bau des neuen Krankenhauses ein.
1880-1920
Stadtsekretär: Albert Hermens.
1890
Hochwasserkatastrophe.
1891
wird die zum Amt Neuenrade gehörende Gemeinde Ohle dem Amt Plettenberg zugeschlagen.
1894
Krankenhaus d. ev. Kirchengemeinde.
1899
Erste Kinovorstellung in Plettenberg.
1901
Die Witwe des Carl Theodor Stahlschmidt (Enkel Jost Henrich Stahlschmidts) Wilhelmine Hammerschmidt (I. o-o P. D. Grote) aus Himmelmert, stirbt . In der Testamentseröffnung wird das Erbe auf 6000 DM taxiert. Weiteres zu Plettenberger Verlassenschaften hier »»»

Im Magistrat wird als Ratsherr genannt: August Stahlschmidt (bis 1912).

1902-1924
Bürgermeister: Rudolf Köhler aus Schleusingen, vorher Bürgermeister in Bramsche.
1903-1919
Stadtverordneter: Karl Stahlschmidt.
1910
5981 Einwohner.
1920
Stadtsekretär: Walter Hermens.
1914-1918
Erster Weltkrieg.
1924/25
Hochwasserkatastrophe.
1925
Bürgermeister Dr. jur. Ludwig Schneider aus Niedermöllrich.
1931
am 17. Juni verwüstet ein Wirbelsturm das Elsetal, neben Plettenberg ist Köbbinghausen am schwersten betroffen.
1933
7169 Einwohner.
1939-1945
Zweiter Weltkrieg.
1940
Hochwasserkatastrophe.
1941
Infolge der kommunalen Neugliederung im Jahre 1941 erfolgt der Zusammenschluß der Stadt Plettenberg mit dem Amt Plettenberg. Das neue kommunale Gebilde erhält den Namen Stadt Plettenberg.
1946
gehört nun zu Nordrhein-Westfalen.
1999-2004
Hauptamtl. Bürgermeister: Walter Stahlschmidt.
Nähere Beschreibungen einzelner Personen Stahlschmidt aus Plettenberg können auch der u.a. Publikation "Stahlschmidt" entnommen werden.

Quellen/Bibliographie (Auswahl):

StadtA Plettenberg, KB ev. luth. u. ref. KB Plettenberg, Amtsgericht Plettenberg, Märkisches Kreisarchiv Altena, StA Münster, WWA Dortmund, GStA Berlin
Frommann, Peter:
Aus der Geschichte der Gemeinden Plettenberg, Ohle und Herscheid, 1927
Doesseler, E. (Hrsg.):
Süderländische Geschichtsquellen und Forschungen, Bd.III, Werdohl 1958
Gierke, Günter:
Plettenberg ; Beiträge zur Heimat- und Landeskunde, Altena 1994
Keyser, Erich:
Deutsches Städtebuch, Bd. III, Nordwest Deutschland, Stuttgart,1954
Kohl, Rolf Dieter:
Zur Geschichte der Plettenberger Tuchmacherzunft im 18. Jahrhundert, in: Der Märker / Hrsg.: Märkischer Kreis, der Oberkreisdir.. - 44 (1995) S. 17-18 : Ill.
Krön, Bodo:
 Geschichte der ev. Kirchengemeinde, Altena 1994
Steinen, Johann Diederich von:
Historie der Stadt und des Amts Plettenberg,   Fotomechan. Nachdr. d. Ausg. 1755 - 1801. 1963
Schwarzten, Albrecht v.:

Der Plettenberger Zehnte, in: Der Märker 1954

Die bauliche Entwicklung der Stadt Plettenberg bis zur Zusammenlegung mit dem alten Amt Plettenberg, in: Der Märker1951

Stadt Plettenberg (Hrsg.):
Plettenberger Stadtgeschichte Bd. 1-7:

1: Von Menschen und Katastrophen, 1993
2_Von Familien und Vereinen, Kuriositäten und Moneten, 1994
3: Von Bürgern, Beamten und Repräsentanten, 1995
4: Von Arbeitswelten unter  und übertage, 1996
5: Plettenberg vom Dorf zur Stadt 1997
6: Von Menschen, Mitläufern und Machthabern 1997
7: Aufbruch, Wirtschaftswunder, neue Wege 1998


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