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Ältere Geschichte der Stadt
Siegen bis 1900
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Name: Lat. Sigena (1079) - andere
Formen: Sige, Sigin, Sygin, Siegen,
Sygen, Segen, Segin, Syghene, Zeghen...
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1079/1089
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Siegen findet erste
Erwähnung. |
1123-1148
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Als Währung bekannt ist der
"Obol".
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1170
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Graf Ruprecht v. Lauenburg
lässt in Siegen Münzen schlagen auf deren Rückseite
"Sigenesis Civitas" zu lesen steht - dies deutet darauf hin, dass
Siegen zu diesem Zeitpunkt bereits Stadtrechte besass. Seit dem 12.
Jahrh. hat sich die Landesherrschaft der Grafen von Nassau
durchgesetzt.
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1224
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Graf Heinrich v. Nassau lässt unweit der schon bestehenden Burg, auf Höhe des Siegbergs, eine
neue Stadt "oppidum de novo constructum" erbauen. Da der
Erzbischof Engelbert v. Köln den Grafen in einer Fehde gegen
die Kolben von Wilnsdorf unterstützt, erhält dieser zum
Dank die Hälfte an Münze, Zoll und Rechten an der Stadt
Siegen.
Nach und nach siedeln sowohl die Bürger der "alden Stadt" als auch
die Bewohner der Dörfer Leimbach und Heimbach in die neue Stadt
um. Erste Erwähnung von Burgmännern, sogenannte "castellani".
Zwischen dem nassauischen Grafen und den Erzbischöfen von
Köln kommt es immer wieder zu erbitterten
Grenzstreitigkeiten um die Stadt. Erst durch das Eingreifen des Trierer
Erzbischofs gelingt es die Zwistigkeiten zu beenden.
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1248
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Erste Erwähnung eines
Stadt-Siegels.
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1253
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Der Kölner Erzbischof Konrad
v. Köln verschreibt das erste Judenschutzgeld für Siegen an
die Grafen v. Nassau. Bald darauf gelingt es den Söhnen Heinrichs
von Nassau, Walram und Otto, die vom Vater an Köln abgetretenen
Rechte wieder an sich zu bringen. Doch schon 1258 ist der Erzbischof
neuerlich im Besitz des Münzrechts.
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1261
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Erzbischof Engelbert II. von
Köln bestätigt den von seinem Vorgänger Engelbert I. mit
dem Vater des Grafen Otto v. Nassau geschlossenen Vertrag, nach welchem
Schloss, Stadt u. Gericht Siegen weiter in ungeteiltem Besitz bleiben
sollen.
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1270
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Ein Stadt-Siegel ist
bruchstückhaft erhalten ...
Bertolfus ist Schultheiss zu Siegen ...Arnoldus de Altmarisdorf,
Cunradus Brunnetus, Fridericus de Irmengartechen, Reinboldus de
Altmarisdorf sind Siegener Ratsmänner.
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1275
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Währung ist der "Sterling".
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1276
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Erzbischof Siegfried von Köln
bestätigt die Privilegien der Stadt Siegen.
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1284
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Erwähnung mehrerer
Bürgermeister ("magistri burgensium").
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1288
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Ein Siegener Schöffe mit dem
Namen "Staelsmit" wird erstmalig genannt.
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1289
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Das Stadt-Siegel ist
vollständig erhalten: durch Zinnenreihe quergeteiltes
mandelförmiges Siegelbild, oben Halbfigur eines Erzbischofs, unten
in einem v. 2 Türmen flankierten Torbogen der Nassauer
Löwenschild.
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13. Jh.
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Bau der Nikolaikirche am
Marktplatz.
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1303
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Eine Urkunde berichtet über
Zahlungen in "Mark": "sexcentas marcas apud Segen pro tempre usuales".
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1304/05
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Erste Erwähnung des
Stadt-Rates. Das Gericht setzt sich aus dem gräflichen Schultheiss
und 12 Schöffen zusammen, wozu drei Bürgermeister
gehören.
Soest wird als Oberhof des Siegener Stadtgerichts angesehen.
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1311
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Eine Lohmühle wird in Siegen
erwähnt. Die Zunft der Gerber, Schuhmacher und der Stahlschmiede
zählen zu den "vornehmsten" der acht Siegener Zünfte.
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1313
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Die Brüder Friedrich
und Gottfried
v. Hain werden Burgmänner des Grafen zu Siegen und zu Hainchen;
sie
erhalten u.a. 2 Hofstätten auf Burg Hainchen; sie verzichten
dafür auf die ihnen zustehenden 5 M. aus der Siegener
Münze.
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1346
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Die Stadt lässt mehrmals ihre
Privilegien vom Landesherrn u. Erzbischof v. Köln u. durch
die Könige bestätigen: 1346,1349,1398,1420 - darin
werden die Siegener Bürger als unpfändbar erklärt.
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1351-1416
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Unter Johann I. werden als
Prägung "Goldgulden","Turnosen", "Vierling" verwendet.
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1373
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Erwähnung des ersten
"Scholemeisters".
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seit 1381
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Die Grafen von Nassau scheinen im
Jahr 1381 auch in den Besitz der kölnischen Hälfte der
Burg und Stadt Siegen gelangt zu sein.
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1400
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Genannt wird ein Hospital zum Hl.
Geist.
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1404
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Graf Johann von Nassau verspricht,
dass er sich nach dem Sühnebrief, den sich er und der Erzbischof
von Köln bezüglich des Schlosses, der Burg und Stadt Siegen
gegeben haben, richten werde. Unter den Bürgern Siegens, die
sowohl dem Grafen v. Nassau, als auch dem Erzbischof von
Köln
schatzungspflichtig sind, wird erwähnt:
"Henne Stalsmid aus der "Fleischhawergasse".
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1421
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Die Burg ist noch immer im
Doppelbesitz der Grafen v. Nassau u.d. Erzbischöfe von Köln,
die sich auch die Einkünfte der Stadt teilen.
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1423
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Das Erzbistum Köln hat keinen
Besitz mehr an Siegen und die Stadt verpfichtet sich nur noch dem
Grafen von Nassau zu huldigen.
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1455/56
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Ältestes Siegener
Bürgerverzeichnis. Man zählt 420
Bedepflichtige, also ca. 2500 Einwohner. Seit 1455 sind Stadt-
Hospital- und Kirchenrechnungen fast lückenlos erhalten.
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1461
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Das Schatzungsregister vom Herbst
des Jahres 1461 notiert: "Herman Stailsmyt 1
Gulden".
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1463
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Die Siegener Renteirechnung
vermerkt Ausgaben für Reparaturarbeiten am Oberen Schloss und an
der Ginsburg.
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1467
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Henne van Hilchinbach ist
Stadtschultheiss.
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1477-1483
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Johannes Pithan ist
Stadtschultheiss.
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15. Jh.
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Seit Ende des 15. Jahrhunderts
sind
Zunftbücher für die Stadt Siegen nachweisbar für:
Bäcker,
Metzger, Löher, Schuhmacher, Stahlschmiede, Bergleute,
Kleinschmiede,
Schneider, Wollenweber, Stadt- und Landzunft der Massenbläser und
Hammerschmiede.
Ihre auf ältere Rechte gründenden Zunft- oder Kurbriefe
stammen aus den Jahren 1504 und 1516. Das Gewerbe der Schmiede gilt,
wie oben schon angeführt, im Mittelatler als
das Bedeutendste. Der Sitz der Schmiede innerhalb der Stadt
ist die Gegend rund um die Hundgasse. Alle Arten von Eisen- und
Stahlwaren werden hergestellt und ausgeführt. Die Stadt
Nürnberg bezieht Rohstahl aus Siegen. Das von den Blashütten
erzeugte
Roheisen wird von den Hammerschmieden zu Halbzeug verarbeitet und
in die Region der Herzöge von Berg und Grafen der Mark
exportiert. Ein weiterer Abnehmer von Roheisen ist Süddeutschland.
Der Hauptumschlagplatz für Siegener Eisen ist die Frankfurter
Messe; seit etwa 1440
werden in Siegen die ersten Geschütze gegossen.
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1520
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Die letzten Häuser der alten
Stadt Siegen werden abgebrochen.
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1522
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Seit 1522 werden
Schatzungsregister
und Grundbücher geführt.
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1528
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Eine Verordnung des Grafen Wilhelm
gebietet, dass niemand das Wappen von Vianden auf Stahl schlagen
dürfe, welcher nicht innerhalb der Stadtmauern geschmiedet worden
sei.
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1530-1536
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Durch Wilhelm Graf v.
Nassau-Dillenburg wird nach und nach die Reformation im Siegerland
eingeführt.
Umbildung der schon vor der Reformation vorhandenen Pfarr- u.
Parikularschule und Gründung des ev. Pädagogiums d. Graf
Wilhelm v. Nassau u. Erasmus Sarcerius (Schüler Luthers).
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1531
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Im Festsaal des Siegener Schlosses
heiratet der 44-jährige Graf von Nassau-Dillenburg (= Wilhelm der
Reiche) in zweiter Ehe die Witwe Philipps von
Hannau-Münzenberg, Juliana Gräfin zu Stolberg. Aus dieser Ehe
gehen zwölf Kinder hervor, darunter Wilhelm I. und Johann VI..
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1542
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Unter Johann IV. wird der
"Räderalbus" benutzt.
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1545
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Kraft Seybold aus Siegen liefert
durch einen Fuhrmann aus Wetzlar 3 Fässer mit Nägeln und
Eisen auf die Frankfurter Messe (StA Frankfurt).
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1549
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Der Siegener Rentmeister
führt in
seinen Unterlagen die Ausgabe von 28 Gulden, 8 Stüber, 2 Pfennig
für
die Anschaffung von Büchern an, die er auf Anordnung des Grafen
Wilhelm
des Reichen in Köln gekauft, verpackt und als Geschenk an den
Prinzen
von Oranien nach Brabant geschickt hat.
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seit 1572
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Es besteht ein "Ausschuss"
für Stadt und Land: die allg. Wehrpflicht.
Siegen wird stark befestigt und ein Zeughaus eingerichtet. Der
"Ausschuss" besteht bis zum Ende der Oranischen Herrschaft.
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1573
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In mehreren Siegener
Zeitungsblättern werden Nachrichten über den Freiheitskampf
der Niederlande v. Salomon Canzler gedruckt.
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1577
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Der spätere Maler Peter Paul
Rubens wird in Siegen geboren.
Versuch der Gründung einer Grafenschule.
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1581
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Der neue Regent von Nassau-Siegen,
Johann VII. (der Mittlere) heiratet Magdalena v. Waldeck. Aus der Ehe
gehen elf Kinder hervor. Eine zweite Ehe wird 1603 mit Margaretha von
Schleswig-Holstein-Sonderburg (13 Kinder) geschlossen.
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1594-1609
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Die "Hohe Schule" Herborn wird
zeitweilig nach Siegen verlegt und mit dem Pädagogium verbunden.
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1559
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Tod Wilhelm des Reichen. Seine
Söhne, Wilhelm der Schweiger (verliert 1584 sein Leben im
Freiheitskampf gegen die Spanier u. legt den Grundstein für die
königl. Niederlanden) u. Johann VI. (der Ältere) erben die
Regierungsgewalt.
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1607
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Es entsteht eine eigene Grafschaft
Nassau-Siegen; der Landesherr Johann der Mittlere verlegt seinen
ständigen Wohnsitz von Dillenburg nach Siegen.
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1616
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Gründung der ersten
Kriegsakademie in Siegen durch Graf Johann d. Mittleren, unter Leitung
von Jakob von Wallhausen aus Danzig.
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1623
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Tod Johann des Mittleren. Johann
der Jüngere, inzwischen kaiserl. Rat, Kämmerer und Oberst
eilt von Belgien nach Siegen, um - mit einem kaiserl. Mandat
ausgestattet - seinen Brüdern das Erbe streitig zumachen.
Gegenreformation durch Johann den Jüngeren, seit diesem Zeitpunkt
werden 1/5 der Bewohner Siegens als katholisch geführt.
Ev. Gemeinde: seit 1623 werden Taufbücher, seit 1675
Ehebücher und seit 1692 Totenbücher geführt.
Währung ist der "Thaler".
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1624
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wird im Siegener Schloss die erste
katholische Messfeier seit langem gefeiert. Johann VIII. residiert nur
zeitweilig in Siegen, er hält sich meist in Belgien auf.
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1626
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Rückkehr Johanns VIII. aus
Belgien, Verschärfung der Massnahmen zur Einhaltung der kath.
Regeln, Jesuiten werden ins Land geholt, Gründung des
Jesuitengymnasiums (-1783). Die folgenden Jahre sind geprägt von
erbitterten Auseinandersetzung zwischen Johann VIII. und seinen um ihr
Erbe betrogenen Brüdern. Der protestantische Bruder, Wilhelm, hat
als Regent über seinen evangelischen, siegerländischen Teil
als Regierungssitz, Hilchenbach gewählt - verweilt dort aber
selten, da er die meiste Zeit in niederländischen
Militärdiensten steht, er stirbt 1642.
Sein Halbbruder Johann Moritz, im Dienst der Republik der Vereinigten
Niederlande, steigt zum 1. Feldmarschall auf. Als hochangesehener
Generalgouverneur (1637-1644) prägt er die
niederländische Kolonie in Nordostbrasilien und ihre Hauptstadt
Recife. Erst nach dem Kriegseintritt des Schwedenkönigs Gustav
Adolf kann Moritz 1632 seine ihm zustehenden Besitzungen wieder
einnehmen. Er besetzt überraschend die ganze Grafschaft
Nassau-Siegen und geht damit als "Retter des Reformierten Glaubens" in
die Geschichte ein. Er erwirbt sich besondere Verdienste als
Förderer von Kunst und Wissenschaft.
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1654-1679
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Unter Johann Moritz v. Nassau
werden als Prägung "Dukaten" und "halbe Blamüser" zu 1/16
Taler verwendet.
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1657
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Simon Peter Kücken Brg. zu
Frankfurt lässt die Eisenwaren Siegener Bürger auf der
Frankfurter Messe beschlagnahmen, da eine Forderung von 1857 Gl. gegen
Gf. Wilhelm v. Nassau besteht (StA Frankfurt, Judic. K.43, N30, S.
6641).
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1667
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Bürgerbücher werden
geführt bis 1847.
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1669
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Fürst Johann Moritz zu Nassau
Siegen beauftragt den Niederländischen Architekten Maurits Post
mit dem Errichten einer Fürstengruft unweit des Nassauischen Hofs.
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1673
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Matthias Stahlschmidt, Sohn
des Antonius Stahlschmidt und der Hanna Zeidenbach, verkauft seinen
Landbesitz in Niederndorf und Umgebung an seine Geschwister und siedelt
nach Siegen um, wo er Margaretha Weber aus Siegen heiratet und das
Siegener Bürgerrecht erwirbt.
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1681
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Währung: Thaler, Albus,
Kreutzer.
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1688
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Der Handelsmann Johannes
Stahlschmidt aus
Plittershagen, Sohn des hochfürstl. Rezeptors und Schultheiß
zu Freudenberg, Johann Georg Stahlschmidt, heiratet in Siegen Elisabeth
Holzklau und erwirbt das Bürgerrecht.
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1693
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Verfasst Johann Eberhard He(e)ser
aus Siegen an der "Hohen Schule" in Herborn eine Rede unter dem
Titel:
"Sub moderamine Domini Johannis henrici Florini, Johannes Eberhardus
Heser, Sigena Nassovicus, Philos. Stud. orationem in
Siegenae laudes a se compositam memoria expromturus est, die 2.
Augusti,
Herbornae 1693".
Es ist eine Beschreibung seiner Vaterstadt, die 1795 in den
Dillenburgischen Intelligenznachrichten abgedruckt wird (Sp. 371-377).
Sie gibt uns eine Vorstellung der Stadt Siegen vor dem gr. Stadtbrand.
Die Arbeit ist seinem Oheim, dem Bürgermeister Martin He(e)ser,
seinem Vater, Johann Eberhard Heser, Ratsherr und Handelsmann zu
Siegen, seinem Onkel Johann Hermann Prume und seinem Vetter Johann
Moritz Walrab gewidmet.
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1695
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Großer Stadt- und
Schlossbrand in Siegen. Ein Großteil der Stadt wird
zerstört, darunter auch Eigentum der Familien Stahlschmidt.
Es verbrennt auch das Privileg der Siegener
Kaufleute, welches Juden die Niederlassung u. Aufenthalt
in Siegen verbietet. Dieses wird am 22.3.1706 durch den protest.
Fürsten Friedrich Wilhelm Adolph neu ausgestellt. Nur an freien
Marktagen dürfen Juden teilnehmen.
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seit 18.Jh.
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Einfluss des Pietismus.
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1728
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Währung: "Siegener Gulden".
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1743
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Spätestens ab 1743 wird das
Obere Schloss Sitz der obersten Landesbehörde des oranischen
Fürstentums Nassau-Siegen und Dienstwohnung der Beamten.
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1765
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Anna
Margarethe Stahlschmidt,
Tochter des Martin Stahlschmidt aus Siegen, heiratet den
Seidenfabrikanten Peter Schultze aus Moers.
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1791
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25 Gerbereien in der Stadt Siegen
und 69 im Fürstentum Siegen.
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1806/13
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Französische Zeit. Zum
"Arrondissement Siegen" gehören neben 4 benachbarten, bergischen
Kantonen die Siegerländer Kantone Netphen und Siegen an.
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1800
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Anfänge der
Erweckungsbewegung in
Siegen.
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1810
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Aufgrund des 1706 erneuerten
Privilegs wird einem - von Herborn eingewanderten - Juden das
Bürgerrecht verweigert. 1845 werden durch das Gewerbegesetz alle
Beschränkungen gegen Juden aufgehoben. Doch das Siegener Magistrat
verweigert weiterhin dem von Herborn zugezogenen Juden, der inzwischen
35
Jahre in der Stadt Siegen ansässig ist u. Steuern zahlt,
die Niederlassung. Erst ein ministerieller Erlass vom 10.5.1846 hebt
den Siegener Widerspruch auf.
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- 1812
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gibt es in Siegen einen Galgen.
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1813
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Aufstellung eines
Freiwilligen-Bataillons (Befreiungskriege).
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1815
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Evangelisch ref.: 3052 Personen,
Lutherisch: 30, Katholisch: 542.
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1817
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"Siegerländer Wochenblatt" v.
Vorländer wird gedruckt.
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1823
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"Intelligenzblatt für die
Kreise Siegen Wittgenstein und Altenkirchen" wird im Verlag
Vorländer gedruckt.
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bis ung. 1830
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war das Obere Schloss von einem
Graben mit Zugbrücke umgeben.
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1833
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Gründung der "Siegener
Zeitung".
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1836
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Siegen erhält die preuss.
revidierte Städteordnung mit Magistratsverfassung und kommunaler
Selbstverwaltung.
Umbildung des ev. Pädagogiums zur ersten staatl. anerkannten
Realschule in Rheinland und Westfalen.
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1845
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Durch das Gewerbegesetz werden
alle Beschränkungen
gegen Juden aufgehoben.
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1849-1879
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In Siegen gibt es ein Kreisgericht
für die Kreise Siegen und Wittgenstein.
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1861
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Versammlung der Stadtverordneten,
16.5.1861, Nachmittags 2 Uhr, Tagesordnung:
1) Befreiung der Bürgerssöhne von Zahlung des
städtischen Einkaufgeldes
2) Anschaffung eines sogenannten Wasserzubringers
3) Wahl von drei Wiesenschöffen
4) Ueberlassung eines Stadtmauer-Teils am Hain an den Georg Kilian
5) Schreiben des Magistrats wegen der Stadtmauer im Löhrthor
6) Ueberlassung der Hospitalswiese, das sog. Kämpchen an die
Gas-Anstalt
7) Schuldentilgungs-Rechnung pro 1860
Siegen, den 13.5.1861, Der Vorsteher der Stadtverordneten, H.A.Dresler
jr.
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1879
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Ein Amtsgericht verwaltet den
größten Teil des Kreises Siegen, bis auf die Ämter
Keppel und Ferndorf.
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1888
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Das Stammschloss des Hauses Nassau
wird durch den Königlichen Domänenfiskus an die Stadt Siegen
für 30.400 Mark verkauft.
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Nähere Beschreibungen
einzelner Personen Stahlschmidt aus Siegen können auch der u.a.
Publikation "Stahlschmidt" entnommen werden.
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