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Johann Peter Stahlschmidt
* 18.7.1751 in
Plittershagen, + 6. 10.1833 Freudenberg |
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Johann
Peter Stahlschmidt wurde als ältester Sohn von acht Kindern des
Hans Stefan Stahlschmidt (1708-1763) und der Anna Waffenschmidt
(1728-1762) 1751 in Plittershagen geboren. Der alte Uhrmacher Fritz
Klein (aus Worms stammend), ein Freudenberger Original, wusste
über Johann Peter Stahlschmidt zu berichten, dass dieser sich in
jungen Jahren als Helfer eines weisen, klugen Hirten in Plittershagen
betätigt haben soll und der Hirte ihm in dieser Zeit viel
über Naturkunde, Sterne und Rechnen gelehrt habe. In wie weit es
sich dabei nur um eine nette Überlieferung handelt, kann ich nicht
sagen, doch immerhin wurde Klein fast 100 Jahre alt und hatte
persönlichen Kontakt mit dem früheren Freudenberger Uhrmacher
Müller (1813-1888), welcher noch bei Stahlschmidt in die Lehre
gegangen ist und von dem diese Überlieferung zu stammen scheint.
Die Eltern Stahlschmidts starben früh, die Mutter nach der Geburt
von Zwillingen im Jahr 1762 und der Vater im Jahr darauf. Johann Peter
Stahlschmidt war damals 12 Jahre alt. Es ist unbekannt, wo er und seine
jüngeren Geschwister nach dem Tod der Eltern aufwuchsen.
Ausgeschlossen werden kann, dass Stahlschmidt bei einem der
väterlichen Brüder unterkam, denn diese waren bis auf Johann
Georg Stahlschmidt inzwischen ebenfalls gestorben und Johann Georg 1753
nach Amerika ausgewandert. Denkbar wäre, dass er bei seiner in
Siegen (mit Johann Daub) verheirateten Tante untergekommen war, da er
später in der Stadt Siegen auch seine Uhrmacherlehre begann.
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Zum
Uhrmacherhandwerk gehörte die Fertigkeit, Schlosserarbeiten
auszuführen. Daher erlernte Stahlschmidt zuerst das
Schlosserhandwerk, um sich das Wissen, wie man Stahl schmiedet und
härtet, bzw. wie Metall gegossen und bearbeitet wird, anzueigenen.
Wo und bei wem er dies lernte, ist nicht bekannt. Belegt ist dagegen,
dass Johann Peter Stahlschmidt 1774 im Alter von 23 Jahren in Siegen
bei dem vier Jahre älteren Uhrmachermeister Johann Georg Spies
(1747-1795) als Lehrling unterkam. Dieser hatte sich 1770
selbständig gemacht. Wie
die Lehrzeit für Stahlschmidt verlief, ist unbekannt, sie
dürfte aber wie seinerzeit allgemein üblich abgelaufen sein: Nach einer Probezeit von etwa
einem Monat
trat der Lehrling mit dem Abschluß des Lehrvertrags und der
„Einschreibung“ vor der jeweiligen Zunft in die hausrechtliche
Abhängigkeit seines
Lehrmeisters, wo er bis zum Abschluss der Lehrzeit und der damit
verbundenen
„Freisprechung“ blieb.
Sowohl die Siegener, als auch die Freudenberger
Uhrmacher gehörten damals, da es keine eigene Uhrmacherzunft gab,
der Zunft der Kleinschmiede an. Der ehemalige Siegener Museumsdirektor,
Dr. Wilhelm Güthling, hat auf einen derartigen Zunftbrief der
Kleinschmiede für Uhrmacher aus dem Jahr 1781 hingewiesen, aus dem
die Vorschriften für das Meisterstück der Uhrmacher klar
hervorgehen. Diesen konnte ich bei meinen Recherchen im Jahr 2003 im
Stadtarchiv Siegen jedoch nicht finden. Er scheint verloren
gegangen
zu sein. Am
28. Juli 1777 bestand Johann Peter Stahlschmidt seine
Gesellenprüfung, worüber ihm seine Zunftmeister ein
ausführliches Zeugnis
ausstellten.
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Es
schlossen sich die sogenannten "Muthsjahre" an, denen sich jeder
Handwerksgeselle unterziehen mußte, wenn er später ein
Meister werden wollte. Nach dem „Freispruch“ msste der Geselle
mindestens zwei oder drei, manchmal sogar vier, sechs oder gar
mehr Jahre auf Wanderschaft (auch „Walz“ genannt) gehen. Stahlschmidt bekam für diesen Zweck
von der Stadt Siegen im Juli 1777 ein sogenanntes Wanderbuch
ausgestellt.
Dieses diente in erster
Linie als „Paß“, gleichzeitig wurden darin auch die jeweiligen
Arbeitsstellen des Gesellen dokumentiert, die er während
seiner Wanderjahre aufgesucht hatte, sowie seine Reisetage genau
aufgelistet. Die Wanderschaft war keineswegs eine Zeit der
Unbeschwertheit oder der großen Freiheit.
Der Geselle hatte sich
nach Ankunft im Ort bei der zuständigen Behörde zu melden,
das Wanderbuch vorzulegen und abzugeben. Bei Abreise wurde das
nächste Reiseziel eingetragen; dadurch war ein Abweichen von der
vorgegebenen Route kaum möglich. Die Gesellen- oder auch
Muthsjahre dauerten für Johann Peter Stahlschmidt von 1777 – 1781,
wobei er lt. eigenen Aufzeichnungen 271 Stunden mit Reisen verbrachte,
meist wohl zu Fuß, manchmal mit einem Karren oder auch einmal per
Schiff unterwegs war.
Insgesamt stand Stahlschmidt in dieser Zeit 3 Jahre und 9 Monate bei
verschiedenen Uhrmachermeistern in Diensten, die ihm nach Beendigung
des Arbeitsverhältnisses ein Arbeitszeugnis ausstellten. Belegt sind Zeugnisse, ausgestellt durch
den Uhrmacher Nolda (1778) aus Hamm
und den Uhrmacher Tasch (1780) aus Münster.
Einem dieser Zeugnisse können wir
eine
Personenbeschreibung Stahlschmidts entnehmen: " [....] klein von Persohn Braunem Haar
und
einen Zopf Tragend 27 Jahr alt....." Bis 1950 waren einige dieser
Zeugnisse
erhalten geblieben, die dem Siegerländer Heimatforscher Otto
Bäumer
noch vorlagen und die er seinerzeit beschrieb.
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Unklar bleibt, was Stahlschmidt an neuen
Kenntnissen während seiner Wanderschaft hinzu erwarb, denn
alle seine späteren Uhren weisen die starke Beeinflussung durch
seinen ehemaligen Lehrherrn Spies auf. 1781 richtete sich
Stahlschmidt in Freudenberg (in der Oranienstraße 31) seine
Werkstatt ein. Am 12.11.1781 war seine erste Uhr fertiggestellt
und wurde an Johann Möller in Ferndorf für 28 Taler geliefert.
Am 8. August 1785 legte Stahlschmidt seine Meisterprüfung vor den
Zunftmeistern der Freudenberger Hammerschmiede ab, welche Stahlschmidt
ein positives Zeugnis ausstellten. Stahlschmidts handwerkliches
Geschick zeichnete sich vor allem durch die robuste und
verhältnismässig präzise Bauweise seiner späteren
Uhren aus.
Sie
arbeiten noch heute - über 200 Jahre später - meist
einwandfrei. Mehrere Besitzer von Stahlschmidt-Uhren, mit denen ich
Kontakt aufnahm, konnten mir die tadellose Funktion und den geringen
Wartungsaufwand dieser Uhren bestätigen. Mit der Annahme des
Meisterstücks und der Aufnahme in die jeweilige Zunft waren
für den damaligen Handwerker weitere wichtige Veränderungen
verbunden. In der Regel erhielt der neue Meister nun das
Bürgerrecht und als Handwerksmeister konnte und durfte er auch
eine Familie gründen.
Im
November 1786 heiratete Johann Peter Stahlschmidt im Alter von 35
Jahren die Tochter des Hermanus Lindenschmidt und der Maria
Elisabeth Dangendorf aus Freudenberg, die 25jährige Maria Clara
Lindenschmidt (1761-1832). Einer der Unterzeichner des o.g.
Meisterbriefs ist übrigens dieser Hermanus Lindenschmidt.
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Stahlschmidts
Uhren waren, genau wie die von Spies gebauten, von der Bauweise her
eher mit den Neuwieder Uhren verwandt, nicht mit den Bergischen Uhren.
Die Uhrenkästen waren meist aus Eiche, später ca.1815-1820
aus Kirschbaum und wurden im Allgemeinen von örtlichen
Schreinern angefertigt.
Um die notwendigen
übrigen Materialien für seine Uhren zu beziehen, reiste
Stahlschmidt (zu Fuß) bis Frankfurt zur Messe am Rathaus.
Frankfurt war der damalige Handelsmittelpunkt Deutschlands. Mit einem Coupon Sohlleder wanderte
Stahlschmidt zuerst ins Dilltal. Dort wurde das Leder gegen Wolle
getauscht und diese auf dem Frankfurter Markt in Zahlung gegeben, z.B.
für Messingplatinen und weiteren Spezialmaterialien zum Bau der
Uhrwerke.
Obwohl es genug Eisen im
Siegerland gab, bevorzugten die dortigen Uhrmacher Messing für
ihre Uhren, wie mir Ian Fowler, der fundierteste Kenner der Uhren J.P.
Stahlschmidts, erläuterte. Messing gab es jedoch keines im
Siegerland und mußte von ausserhalb bezogen werden. Herr Fowler,
der mich während meiner Recherchen in Fachfragen zu den
Uhren Stahlschmidts stets kundig beriet, meinte, diese Vorliebe
könnte traditionsgebunden gewesen sein, da man, wie oben schon
erwähnt, sich beim Bau mehr an den
Neuwieder Uhren orientierte, für welche immer Messingplatinen
verwendet
wurden.
Die Bergischen und
Sauerländer Uhren hatten dagegen Eisenplatinen. Die
Emailzifferblätter und -zeiger an den Stahlschmidt-Uhren wurden
lt. Fowler bis ca. 1815 aus Neuenburg in der Schweiz bezogen und
konnten über Zwischenhändler in Frankfurt gekauft werden.
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Die Keramikzifferblätter wurden von
Flörsheim und Hanau, später auch aus Mettlach bezogen. Der
Bau einer Uhr war reine Handarbeit und dauerte etwa drei Monate, es
mußte gefeilt, gebohrt, gebogen, verzahnt werden;
je nach
Ausführung verkaufte Stahlschmidt sie für etwa 18 - 40 Taler.
Die Datierung wurde meist im Aufzugsrad angebracht.
Georg Quandel zitiert 1967 in seinem
Beitrag "Die Uhrmacherkunst in Freudenberg":
"[....] Manche (Uhren) davon sind heute noch erhalten. Im Jahre 1908
wurde die Standuhr des Herrn Arthur Krämer folgendermassen
beschrieben: Zimmermeister Krämer hierselbst
besitzt eine große kunstvolle Hausuhr, welche der alte Uhrmacher
Stahlschmidt im Jahre 1796 angefertigt hat und die noch heute tadellos
geht. Diese Uhr steht auf einem Kasten zwischen zwei Stuben. In der
Nebenstube sind nur zwei Zeiger sichtbar. Das Zifferblatt in der
Hauptstube aber hat einen Sekunden-, Minuten-, Stunden- und
Datumszeiger. Im oberen Teil des Zifferblattes ist außerdem der
Gang des Mondes in seiner stetigen Wandlung zu sehen“
Der Gerber Arthur
Krämer (1902-1976) war der Urenkel in 2. Generation Johann
Peter Stahlschmidts. Bei dem hier 1908 beschriebenen Zimmermann
Krämer handelt es sich um Friedrich Krämer (1834-1917), der
mit der Enkelin Johann Peter Stahlschmidts, Maria Clara (1835-1868)
verheiratet gewesen war. Die oben beschriebene Uhr mit doppelseitiger
Ansicht und Anzeige der Mondphasen ist die bekannteste Bodenstanduhr
Stahlschmidts, welche heute im Stadtmuseum von Freudenberg steht. Sie
wurde jedoch lt. Gravur im
Aufzugsrad erst 1798 gebaut.
Johann Peter
Stahlschmidt baute im Laufe seines Lebens, mit Unterstützung
seiner Söhne Eberhardt (1788-1816), Ludwig (1791-1854) und
Tillmann (1795-1878), etwa 90 Uhren. Ian Fowler konnte inzwischen etwa
60 erhaltene Stahlschmidt- Bodenstanduhren von Vater und Söhnen
Stahlschmidt dokumentieren.
Die ältesten
Uhren stammen aus dem Zeitraum 1781-1786, die Jüngste aus dem Jahr
1851 und kann daher nur von Tillmann Stahlschmidt gebaut worden sein,
da die beiden anderen Brüder, die ebenfalls das Uhrmacherhandwerk
gelernt hatten, inzwischen verstorben waren.
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Im Juni 2003 entdeckte Fowler eine
weitere Standuhr, die er Stahlschmidt zuordnet und als eine der bis
jetzt ältesten bekannten Uhren J.P. Stahlschmidts einschätzt. Anfang Dezember 2003 tauchte im
Internetversteigerungshaus Ebay eine weitere Bodenstanduhr von
J.P. Stahlschmidt auf,
die rasch einen Käufer fand; leider waren nicht mehr alle Teile
im Originalzustand vorhanden.
Wieviele
Tischuhren Stahlschmidt baute, ist nicht klar. Nach Überlieferung
sollen 4 Uhren bekannt gewesen sein. Belegt wurden inzwischen zwei Tischuhren
durch Ian Fowler, eine davon entdeckte er erst kürzlich, welche
1816 von J.P.Stahlschmidt gebaut worden war.
Trotz eifriger Schaffenskraft konnte es
Stahlschmidt jedoch zu keinem nennenswerten Reichtum bringen, im
Gegenteil - man gewinnt eher Eindruck von bescheidenen
Lebensverhältnissen.
Die Bestellung und
Kauf einer solchen Uhr war damals eine Anschaffung für
das ganze Leben und der Absatz war sicherlich auch in Friedenszeiten
nicht reißend. Die Folgen der Französischen
Revolution
und der damit verbundenen 7-jährigen Besatzungszeit durch die
Franzosen (auch in Freudenberg) und die nachfolgenden Befreiungskriege
erschwerten den Uhrenbau zusätzlich. Besonders die von Napoleon
verordnete
Kontinentalsperre machte sich bemerkbar und erschwerte den Handel mit
diversen Materialien ungemein. Als Hinweis auf diese Schwierigkeiten
könnte man beispielsweise den Umstand deuten, daß man in den
Uhren J.P. Stahlschmidts während der franz. Besatzungszeit
plötzlich nicht mehr die gewohnten Messingplatinen findet, sondern
solche aus
Eisen.
Man hatte während der
Besatzungszeit aber nicht nur mit Materialmangel zu kämpfen,
sondern es kamen auch andere Schwierigkeiten hinzu: Georg Quandel
verweist auf einen Bittbrief aus dem Jahre 1814, welchen J.P
Stahlschmidt in seiner Not an den damaligen Bevollmächtigten des
Nassauischen Landes, den Minister von Gagern, gerichtet hatte.
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Darin bat Stahlschmidt um die
Freistellung
seines Sohnes Eberhard vom Militärdienst. Ich konnte dieses
Schreiben
an Gagern während meiner archivalischen Recherchen nicht finden,
jedoch ein mit dessen Inhalt völlig identes Duplikat, datiert vom
gleichen Tage, von Stahlschmidt an den damaligen Siegener Kreisdirektor
Wolfgang von Schenck gerichtet und mit seiner persönlichen
Unterschrift
signiert.
Dieser Brief ist in vielfacher Hinsicht aufschlussreich und gibt
Einblick in die Franzosenzeit und die nachfolgenden Befreiungskriege
mit der damit verbundenen Not für die Siegerländer
Bevölkerung (s. auch Beitrag "Befreiungskriege"). Stahlschmidt war
zu diesem
Zeitpunkt 63 Jahre alt. Vermutlich, um die Dringlichkeit seines
Schreibens
zu untermauern, verwies er u.a. auf seine schlechte Sehkraft und
schwindelte in der Altersangabe seiner Ehefrau, die er kurzerhand um 10
Jahre
älter machte. Wie schlecht es mit seiner Sehkraft wirklich
bestellt
war, lässt sich nicht beurteilen, sicher ist nur, daß
Stahlschmidt
noch bis ins hohe Alter von 76 Jahren sehr schaffensfroh war und
zahlreiche
Uhren baute.
Drei der sieben Söhne waren als Kinder gestorben. Im Haushalt
lebten 1814 noch der 26jährige Johann Eberhard,
ebenfalls Uhrmacher, der 23jährige Johann Ludwig, dessen Beruf
im Totenbuch mit Schlosser angegeben wird, sicher jedoch dem Vater
- zumindest gelegentlich - zur Hand ging; die 16jährige Tochter
Clara und der 14jährige Hermann. Unerwähnt bleibt in dem
Bittbrief der damals 19jährige Sohn Tillmann, der später das
Geschäft des Vaters übernehmen sollte.
Ob das Bittschreiben
positiv bearbeitet wurde, kann ich nicht sagen. Sohn Eberhard war nach
meinen Recherchen für die Landwehr vorgesehen.
Belegt ist dagegen, dass sein
Bruder Ludwig tatsächlich eingezogen wurde und an den
Befreiungskriegen teilnahm (s. Beiträge "Befreiungskriege").
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Bis in das 76. Lebensjahr arbeitete Johann
Peter Stahlschmidt in Freudenberg als Uhrmachermeister und übergab
im gleichen Jahr (1827) das Uhrmachergeschäft an seinen Sohn
Tillmann Stahlschmidt (s. Beitrag "Tillmann Stahlschmidt"). Fest zu halten gilt, dass Stahlschmidt
nicht nur seine Söhne ausbildete, sondern mindestens noch zwei
weitere Freudenberger Uhrmacher zu ihm in die Lehre gingen: etwa um das
Jahr 1800 muss der Freudenberger Johann Heinrich Gräff
(1783-1860) in die Lehre bei Stahlschmidt eingetreten sein. Seine
Uhren standen der Präzision Stahlschmidtscher Uhren in nichts nach. Auch Johann Friedrich Müller lernte
das Uhrmacherhandwerk vermutlich bei Stahlschmidt und hatte seinen
eigenen Uhrmacherladen in der Krottdorfer Str. 40 in Freudenberg. Bei
ihm trat später der oben erwähnte Zeitzeuge Georg Friedrich
Klein als Uhrmachergeselle in das Geschäft ein und
übernahm dieses nach Müllers Tod. Müller richtete seinem
Sohn, Friedrich Müller, in Siegen ein Uhren- und
Schmuckgeschäft ein, welches heute als Fachgeschäft nach wie
vor besteht.
Johann Peter Stahlschmidt starb am 6. Oktober 1833 im
Alter von 82 Jahren und wurde in Freudenberg bestattet. Sein Grabstein
existiert heute nicht mehr.
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Dieser Beitrag wurde in
gekürzter Form entnommen: Ursula Rumpler: Die Stahlschmidts. Eine
historisch-genealogische Archiv und Quellenforschung, Baden 2005, S.
144-170. (Dort ein ausführliches Quellenverzeichnis zu den
verwendeten Archivalien).
An dieser Stelle möchte ich Herrn Ian Fowler für dessen stets
kenntnisreiche und kompetente Beratung in Fragen zur Chronometrie,
insbesonders zu den technischen u. historischen Details der Uhren
J.P.Stahlschmidts danken und auf seine u.a. Publikationen verweisen;
auch der Familie Franz Rudolf Schneider danke ich für die
Gastfreundschaft in ihrem Hause und die Möglichkeit einer
Einsichtnahme in die fotogafische Dokumentation der Uhren
J.P.Stahlschmidts.
Mehr Informationen zur Chronometrie finden sich bei Jürgen Ermert
auf www.uhrenhanse.de
Siehe dort auch genaue techn. Beschreibung der janusköpfigen
Standuhr des J.P.Stahlschmidt
Weitere Informationen: Deutsche Gesellschaft der Chronometrie: www.dg-chrono.de
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| Quellen/Bibliographie (Auswahl): |
Abeler, Jürgen:
|
Meister der Uhrmacherkunst, 14000
Uhrmacher aus dem Deutschen Sprachgebiet, Wuppertal 1977
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Bäumer, Otto:
|
Aufzeichnung eines alten
Freudenberger Uhrmachers, in: HL, 1927 u. in: Freudenberg im
Zeitgeschehen, H.2, 1998
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Carstensen, Jan/Reinke, Ulrich
(Hg.):
|
Die Zeit vor Augen, Standuhren in
Westfalen, Münster 1998
|
Fowler, Ian D.:
|
Die sauerländischen
Uhrenhersteller, in: Kiepe, Pflug und Schraubstock: Wirtschaftsleben im
Sauerland / Hrsg.: Westfälisches Schieferbergbau- und Heimatmuseum
Schmallenberg-Holthausen, Schmallenberg, 1999, S. 87-90
Ein Uhrmacher auf Reisen, Uhrmacherkunst im Siegerland, in: Die Zeit
vor Augen / [hrsg. im Auftr. des Landschaftsverbandes Westfalen-Lippe].
Jan Carstensen ... (Hg.). - Münster, 1998.
- S. 75-100
|
Fowler, Ian/Schneider,
Franz-Rudolf:
|
Kunst der Uhrmacher im
Siegerland, Beilage zur Siegener Zeitung, v. 4.5.2003
|
Güthling, Wilhelm:
|
Freudenberger
Uhrmacherkunst, in: Freudenberg im Zeitgeschehen, H.2, 9,1962
Siegerländer Uhrenindustrie in alter Zeit, in: HL 1955
|
Kamps, Markus:
|
Die ältesten
Bodenstanduhren aus Westfalen, die Uhrmacher Johann Albiger und Andreas
von Haussem, in: Die Zeit vor Augen / [hrsg. im Auftr. des
Landschaftsverbandes Westfalen-Lippe]. Jan Carstensen ... (Hg.). -
Münster, 1998, S. 9-12, 315
|
Quandel, Hans-Georg:
|
Die Uhrmacherkunst in
Freudenberg, in: Freudenberg im Zeitgeschehen, H.2, 1967
|
Poppe, Johann Heinrich
Moritz,
von:
|
Praktisches Handbuch
für Uhrmacher, Uhrenhändler und für Uhrenbesitzer oder:
Vollst. Lexikon u. Erklärung u. d. Begriffe u. d.
Kunstwörter, Leipzig 1810
|
Rumpler, Ursula:
|
Die Uhrmacher Stahlschmidt
aus Freudenberg - unter Berücksichtigung der Napoleonischen
Zeit im Siegerland, in: "Siegerland",
Blätter d. Siegerländer Heimat- und Geschichtsvereins, Bd.82/
H..1, 2005, S.21-42
|
Schade, Ferdinand:
|
Uhrmacherlexikon,
Encyclopädisches Wörterbuch der Künste und Handwerke;
Bd. 1 Nachdr. [d. Ausg.] Weimar 1855
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