
Shagya, die Alt-Österreichische-Pferderasse
Shagyas waren die Offiziersreitpferde in der K.u.K.-Kavallerie und am österreichischen Kaiserhof hoch geschätzt.
Trotz einem hohen genetischen Anteil am Arabischem Vollblut, unterscheidet sich der Shagya Typ und durch mehr Grösse, Rahmen und Knochenstärke deutlich vom Normaltyp dieser Rasse. Sein Zuchtziel ist ein grossrahmiger Araber, der gleichermassen als edles Reit- und Wagenpferd für Jedermann geeignet ist.
Die Rasse stammt aus dem
im Jahre 1789 errichteten Gestüt Bábolna in Ungarn. Auf Anweisung der K.u.K.-Militärbehörden wurden dort alle Stuten mit
orientalischen Hengsten gekreuzt. In den Jahren 1830 bis 1840 erhielt die Zucht
erneut Zufuhr von frischem Araberblut durch die Einfuhr von orientalischen
Hengsten und Stuten; dabei kam im Jahr 1836 der überragende Schimmelhengst Shagya
aus Syrien nach Bábolna. Er wurde zum Begründer der nach ihm benannten Linie,
deren Merkmale ein, harmonisches Gesamtbild und die vorherrschende Schimmelfarbe
sind.
Neben Bábolna wurde auch im damaligen österreichischen Gestüt Radautz der
Shagya gezüchtet. Radautz liegt in den Karpathen, wurde
1792 gegründet und später das größte Gestüt Europas. Am Ende des Ersten
Weltkrieges wurde Radautz aufgelöst, und seine wertvollen Bestände wurden auf
die Nachfolgestaaten der Donaumonarchie verteilt: Polen, Slowakei, Österreich,
Rumänien, Ungarn und Jugoslawien.
Grosse Gestüte Deutschlands, wie Celle oder Warendorf hatten in den 50er bis 60er Jahren Shagya-Hengste zum Veredeln der Warmblutpferde eingesetzt. So kommt es, dass selbst bei bekanntesten Sportpferden Shagya-Linien zu finden sind.
Der Shagya wurde wegen seiner Eigenschaften für das Militär gezüchtet. Leider ist der Grossteil dieser edlen, Alt-Österreichischen Pferdezucht den Kanonenkugeln zum Opfer gefallen.