Die Geschichte des Saluki
Der Saluki – der
persische Windhund, Türkische Wind, Gazellenhund, Selijuk, Salaak, Saluq,
Salag, Barake (der Glückselige), el Hurr (der Noble) oder Tazi, er hat noch
viele andere Namen und dürfte eine der ältesten Hunderrassen der Welt sein.
Das Wort Saluki kommt nach G. Rex
Smith ersmals in einem Gedicht aus dem sechsten Jahrhunder a.d. vor. Das wort
soll von einer untergegangenen Stadt "Saluk" im Süden der arabischen
Halbinsel in der Nähe von Taìz abzuleiten sein. Dafür sprechen die alten
arabischen Verse: "oh mein Hund den Könige aus Saluk mitgebracht
haben" und "Sie haben ihre Hunde aus Saluk bei sich..."
Die Rasse
entwickelte sich im mittleren Osten, Syrien, Mesopotamien, Persien und Ägypten
bis zum kaspischen Meer, von der Türkei bis Indien und zur sibirischen Steppe.
In ägyptischen
Gräbern hat man Abbildungen und Schnitzereien gefunden, die teilweise fast 8000
Jahre alt sind und detailgetreu den heutigen Saluki zeigen. Durch die gezielte
Reinzucht der Araber hat der Saluki seinen ursprünglichen Typ über Jahrtausende
hinweg nicht verändert. Er hat seine feinen, zuverlässigen Jagdeigenschaften,
seine Gestalt und seine ihm eigene aristokratische Sanftheit bis in die heutige
Zeit behalten.
Für die Araber
sind alle Hunde unrein – bis auf den Saluki. Er lebt im Zelt seines Herrn und
ist der Liebling seiner Familie. Oft teilt er das Lager mit seinem Besitzer.
Neben dem Pferd ist der Saluki der wertvollste Besitz und wird gestreichelt und
liebkost.
Er darf auf alle
Polster, keine Tür ist ihm verschlossen.
Bei den
Mahlzeiten wird zuerst der Hausherr bedient, die zweitbesten Bissen erhält der
Saluki, dann erst kommen Kinder und Frau. Er wird vor Kälte, rauher Luft und
vor Sonnenbrand geschützt. Seine Ahnenreihen werden aufgeschrieben wie die
edler Araberpferde. Die Welpen wurden von den Frauen des Stammes mit
Muttermilch ernährt und von ihnen erzogen. Der Saluki musste stark und perfekt
sein, um den harten Bedingungen in der wüste standzuhalten. Nur die stärksten
Welpen überlebten und wurden wiederum zur Zucht eingesetzt.
Die Araber
beurteilen die Qualität ihrer Salukis zuerst an der Stärke und Tiefe der Brust
und sie hatten erkannt das sie, wie Araberpferde, nur mit Feingefühl und Geduld
erzogen werden können niemals mit Härte oder Strafe.
Der Saluki wurde
bei der Jagd meist vorne auf dem Sattel des Jägers
mitgeführt, um in voller Frische zur Verfolgung der Beute
eingesetzt zu werden.
Häufig jagten
die Salukis zusammen mit Beizfalken. der Falke hatte die Aufgabe, die Gazelle
wiederholt am Kopf zu attakieren, um die Flucht dadurch zu verlangsamen und das
entsprechende Tier von der Herde abzusondern.
In hügeligem
Gebiet orientiert sich der Saluki am Flug des Falken, welcher die Gazelle
aufhielt, bis er die Verfolgung übernehmen konnte. er hatte dann die Aufgabe,
die Beute festzuhalten bis sein Herr eintraf und das Wild nach islamischen
Brauch schlachten konnte. Ein Stück Herz oder Leber war die Belohnung für die
erfolgreiche Jagd.
Salukis sind
niemals verkauft, sondern nur als Geschenk an einige Freunde abgegeben worden –
vielleicht mit ein Grund dafür das sie erst so spät in den Westen kamen.
Obwohl
vereinzelte Salukis schon in England des 19.Jahrhunderts nachzuweisen sind,
machte die Rasse erst um die Jahrhundertwende einen kynologisch relevanten
Anfang.
1895 erhielt
Miss Florence Amherst die ersten 2 Hündinnen aus Ägypten. Es folgten weitere
Importe, von denen sie auch Nachwuchs züchtete.
Ende des 19. Jahrhunderts, in der Blütezeit des Kolonialismus
befanden sich jeweils auch hohe britische Offiziere unter den Gästen der reichen
Beduinen, wenn diese im Frühjahr auf Gazellenjagd in die Wüste zogen. Die
Briten waren von der Jagdleidenschaft und der Liebenswürdigkeit der Salukis
fasziniert. Begeistert wurden diese edlen Tiere dann auch als Geschenk
angenommen und in der Zeit nach dem 1.Weltkrieg heim nach Großbritanien
gebracht.
Brigadegeneral
Lance und seine Gattin züchteten 1919 in Damaskus den legendären black&tan
Rüden "Sarona Kelb" der nicht nur auf Ausstellungen Maßstäbe setzte,
sondern auch der gesamten späteren Zucht seinen Stempel aufdrückte. Dieser Rüde
sollte auch – über seine nach Deutschland importierten Nachkommen – die
deutsche Zucht in hohem Maße prägen.
1923 wurden die
Salukis als Rasse vom Kennel Club anerkannt – daher stammt der Standart, welcher
später vom FCI unter der Nr. 269b übernommen wurde.
Seit dieser Zeit
erwirbt sich der Saluki langsam aber
stetig seine Freunde in Europa. Nach 70 Jahren Salukizucht in Europa hat sich
das Erscheinungsbild der Rasse stabilisiert aber nicht verändert.
Der Saluki ist
so typtreu das sich reinrassige Importe aus den Ursprungsländern auch heute
noch nahtlos in die Zucht einfügen.