Schreibweisen: Ebenzweier, Ebenzweyer

Lage: Das Schloss Ebenzweier liegt in einem großen Park in Altmünster am Traunsee, südwestlich von Gmunden.

Baubeschreibung: Das mächtige Schloss besitzt zwei Höfe und ist ein Produkt von großzügigen Um- und Erweiterungsbauten. Der vordere Hof ist eine der Kostbarkeiten des Schlosses und wird von drei Flügeln des Schlosses und zusätzlich von einer breiten Mauer umgeben. In seiner Mitte steht ein steinerner, achteckiger Brunnentrog mit eingemeißelten Wappen und einer steinernen Mittelsäule. Die Fassade des rechten Flügels ist nicht besonders dekorativ, hingegen ist der linke Flügel durch Stützpfeiler aufgelockert. Die beiden oberen Stockwerke des Mitteltraktes haben verglaste Arkaden. In der Mitte ist ein schlanker Uhrturm mit einem Simsgiebel. Eindrucksvoll ist die dem See zugekehrte imposante Fassade mit ihren 75 Fenstern. Außerdem hat sie einen Säulenvorbau mit Architrav und Spitzgiebel, nach klassischem griechischen Vorbild. Die Fassade ist schönbrunnergelb und klassizistisch umgebaut, alle Fassadenelemente der Fenster sind abgeschlagen und glatt verputzt. Das großflächige Schloss liegt in einem riesigen Schlosspark, eine Natursehenswürdigkeit, die bis zur Traunseebundesstraße reicht. Der Schlosspark ist sehr gepflegt, sehenswert und besitzt interessante botanische Unikate.

Tagebucheintrag 2002: "... nach dem Besuch der Ansitze Mühlleuten, Roith und Ebenzweier geht es die 30 Kilometer nach Ischl, auf der Straße, die zwischen See und den Bergen eingeklemmt ist. Nur der Wanderer, der sich von Zeit zu Zeit, vielleicht sogar so oft wie möglich, umdreht, kann das Erlebte verarbeiten, es zu seiner Sache machen. Manchmal vergisst man diese erste Regel, und wenn man es per Zufall dann doch tut, kann es sein, dass einem der Boden unter den Füßen weggezogen wird, so schön ist die Welt. Das fehlt der Auto fahrenden Menschheit, immer im Auto voran zu neuen Zielen, die Ortsausfahrt erwischen, durch den nächsten Ort kurven, weil er den Weg zum fernen Ziel verstellt, Kilometer fressen, auf Autobahnen auffahren. Keiner schaut je zurück, es sei denn, um gegnerische Autos zu auszuforschen. Ich möchte so gerne noch einmal zurück gehen, noch einmal über die fetten Wiesen um das Schloss herum spazieren und habe verdrängt, dass ich schon wieder im Auto sitze, ganz woanders hin unterwegs bin und hierher nicht mehr zurück kehren werde um auszusteigen und das Schloss meiner Ahnen zu umrunden."

Besitzperiode: 1633-1743 im Familienbesitz derer von Seeau

Herrschaftsarchiv: Das Herrschaftsarchiv Ebenzweier befindet sich Oö. Landesarchiv. Es enthält 58 Urkunden, 429 Handschriften und 326 Schachteln Akten. Unter den Handschriften befinden sich Urbare von Ebenzweier und Hiltprechting (17./18. Jh.), Pflegamtsrechnungen (1644-1789) und weitere Rechnungsbücher. Die Akten enthalten die üblichen Materialien einer kleinen Grundherrschaft, jedoch ist auch eine kleine Abteilung "Familienarchiv" vorhanden, die Tagebücher (Herzog Franz V. von Modena), Briefe und Zeitungen beinhaltet.

Chronik:

1380 Schloss Ebenzweier wird erstmals urkundlich als Herrschaftssitz genannt.

1633 Thomas II. von Seeau kauft den Freisitz Ebenzweyr von Regina, Witwe des Abraham von Rohrbach auf Ebenzweyr, Tochter des Jodokus „Jobst“ Schmidauer von Ober-Wallsee und der Cäcilia von Ramming.

1642 Thomas II. von Seeau bekommt von Kaiser Ferdinand III. die Lehensbefreiung für Ebenzweyer.

1681 Johann Philibert von Seeau zu Mühlleuthen wird Freiherr auf Ebenzweier, Hiltprechting, Thalham, Puchberg und Reuth im Hausruckviertel. 

1742 Josef Anton Graf von Seeau wird seiner Besitzungen verlustig erklärt. Puchberg, Ebenzweyer und Hiltprechting (welche er von dem Vater bereits übernommen hatte) werden konfisziert und er selbst aus der ständischen Matrikel gestrichen.

1743 Anton Nikolaus Franz Xaver von Seeau Graf zu Mühlleuthen stirbt als zweiter und letzter Freiherr Seeau von Mühlleuten auf Ebenzweier, Hiltprechting, Thalham, Puchberg, Reuth und Roith.

1767 Elias Freiherr von Engel zu Wagrain kauft am 2. 1. 1767 die Schlösser und Herrschaften Puchberg und Ebenzweyer mit Hiltprechting aus der gerichtlichen Sequestation.

1825 Franz Schubert stattet im Sommer dem damaligen Besitzer von Schloss Ebenzweier, Florian Maximilian Clodi, zwei Besuche ab.

1842 Maximilian Joseph Habsburg Erzherzog von Österreich-Este, ein Enkel Maria Theresias mit Grabstätte auf dem Friedhof, baut als Herrschaftsinhaber Schloss Ebenzweier zu einem mächtigen Landschloss um. Er ist Großmeister des Deutschen Ritterordens, unverheiratet, frommer und tiefgläubige, er erwirbt sich durch zahlreiche Stiftungen viele Verdienste. Unter anderem fasst er den Plan, Schloss Puchheim zu einem religiösen Zentrum zu machen, das weitum auf die Menschen im ganzen Land seine Ausstrahlung haben sollte.

1850 Ferdinand Karl Habsburg Erzherzog von Österreich-Este, Sohn von Erzherzog Ferdinand Karl, stirbt am 5. 11. auf Schloss Ebenzweier,  * 25. 4. 1781 Mailand. Ab 1799 Soldat, 1816-1830 Generalkommandant in Ungarn, Feldmarschall, 1830-1846 Zivil- und Militärgouverneur in Galizien.

1863 Maximilian Habsburg Erzherzog von Österreich-Este stirbt auf Schloss Ebenzweier. Durch Erbschaft geht Schloss Ebenzweier an eine bourbonische Linie über.

1878 Maria Theresia Habsburg Erzherzogin von Österreich, stiftet die ehemalige Klosterschule Ebenzweier.

1971 Prinz Carlos Hugues de Bourbon schenkt das Schloss der Gemeinde Altmünster. Heutiger Besitzer ist das Land Oberösterreich, das hier 1986 eine gastgewerbliche Berufsschule einrichtet.

 

 
   
   

Schreibweisen: Götzendorf

Lage: Das Schloss Götzendorf liegt in der Gemeinde Oepping, Bezirk Rohrbach im Mühlviertel. Wohl um 1600 errichteter, reizvoller Arkadenhof, Schlosskapelle.

Baubeschreibung: Das Schloss ist im Wesentlichen von vier Besitzepochen gekennzeichnet. Die ersten Besitzer waren die Götzendorfer. Die Herrschaft der Hautzenberger und Vichtensteiner kennzeichnen die zweite Epoche. Die Oedter die dritte und um 1758 schließlich die Lamberger-Epoche. Schloss Götzendorf ist noch im 19. Jahrhundert kaiserliches Lehen der Seeau.

Besitzperiode: 1453-1759 im Besitz derer von Oed. Zeitweise Lehen derer von Seeau.

Chronik:

1180 Walter von Gocynesdorf in einer Pergamenturkunde des Stiftes Wilhering.

1303 Wernhart von Gocynesdorf (aus dem Gezendorf und schließlich Götzendorf wurde) tritt als haichenbachischer Lehensmann auf.

1306 Chunrat de Gozendorf im Besitz von Schloss Götzendorf

1331 Chalhoch von Gezendorf im Besitz von Schloss Götzendorf

1400 Jakob von Gezendorf (Jakob der letzte) im Besitz von Schloss Götzendorf

1422 Jakob (der Letzte) von Götzendorf stirbt am 10.11. Anschließend geht Schloss Götzendorf als passauisches Lehen durch Heirat je zur Hälfte an Heinrich von Viechtenstein und Jörg den Hauzenberger über, deren Söhne verkaufen aber Schloss und Herrschaft.

1455 Martin (Merth) von Oedt kauft von den Herrn von Viechtenstein und Hauzenberger Schloss Götzendorf.

1840 Mathias von Oedt im Besitz von Schloss Götzendorf

1526 Wolf und Elisabeth von Oedt im Besitz von Schloss Götzendorf

1542 Sebastian und Regina von Oedt im Besitz von Schloss Götzendorf

1583 Hanns und Sabina von Oedt im Besitz von Schloss Götzendorf

1600~ Christoph von Oedt, Schlossherr von Götzendorf, stiftet die Marienplastik "Götzendorfer Madonna" als Zeichen des Dankes, weil er im Jahre 1598 wieder heil aus dem Türkenkrieg zurück gekommen war. Das Original ist in Privatbesitz.

1630 Philipp Heinrich von Oedt im Besitz von Schloss Götzendorf

1655 Erasmus Anton von Oedt, und Cordula Mörk von Gneisenau (H) im Besitz von Schloss Götzendorf

1719 Johann Christoph Heinrich von Oedt, und Anna Johanna von Stain im Besitz von Schloss Götzendorf

1750 Johann Christoph von Oedt im Besitz von Schloss Götzendorf

1756 Johann Christoph Götzendorf stirbt mit 12 Jahren, das Geschlecht der Götzendorfer ist im Mannesstamm erloschen. Sein Vormund verkauft Schloss und Herrschaft Götzendorf an den Fürsten Johann Nepomuk Friedrich von Lamberg.

1759 Franz Anton von Lambrecht im Besitz von Schloss Götzendorf

1885 Gustav Willhelm Fürst von Lambrecht im Besitz von Schloss Götzendorf

1888 Carl Graf Lambrecht im Besitz von Schloss Götzendorf

1899 Karl Emil Reichsgraf von Lamberg verkauft die Brandstätte des Schlosses am 18. Juni 1900 an die Gemeinde Oepping um 4000 Kronen.

1901 Gemeinde Oepping im Besitz von Schloss Götzendorf

1912 Familie Böck aus Sarleinsbach kauft das gräfliche Lamberg´sche Gut um 43.000 Kronen mit allen Grundstücken. Nach einem Brand bezogen Georg und Maria Mauracher aus Götzendorf den neu erbauten Meierhof und übernahmen die Verwaltung. In weiterer Folge ging der Meierhof mit dem Grundbesitz an die Fam. Wakolbinger und Grinninger über.

Das Schloss Götzendorf beherbergt heute eine zweiklassige Volksschule mit Lehrerwohnung und ein Pfarrbenefizium mit einer kleinen aber schönen Schlosskirche und Kapelle. Den quadratischen Innenhof ziert ein sehenswerter Arkadengang aus dem 17. Jh. Gedenksteine im Durchgang zum Innenhof und eine Ausstellung im Arkadengang bezeugen die Geschichte des Schlosses. Wochentags frei zugänglich, sonn- und feiertags nur gegen Anmeldung 07289/4306 VS Götzendorf.

Die Schlosskirche einst: Sie besitzt eine Messlizenz des Passauer Bischofs und wird von Rohrbach aus betreut, an jedem Sonntag wird ein Gottesdienst abgehalten. 1719 Abt Siard von den Chorherren vom Stift Schlägl bestimmt den ersten Benefiziat.

Die Schlosskirche jetzt: 1955 an einen nahezu quadratischen Raum wird ein halbrunder Hochaltarraum dazu gebaut. 1957 wird die Orgel errichtet. Die Fenster im Altarraum sind bunt verglast. Die Sakristei besitzt ein Tonnengewölbe und war einst die Waffenkammer. Unter den Arkaden im Schlosshof ist eine kleine Kapelle.

 

   
   
   

Schreibweisen: Helfenberg

Lage: Helfenberg liegt eingebettet in die sanften Hügeln im Tal der Steinernen Mühl einige Kilometer südlich der Grenze zu Tschechien. Folgt man in Helfenberg der Bergstraße gleich rechts nach der Kirche, so kommt man auf der Anhöhe zu einer Allee, die als Privatstraße gekennzeichnet ist. Dieser alte Zugang zum Schloss ist von einer einzigartigen Eibenallee begleitet, ein barockes Gartenensemble, dessen Eiben kunstvoll in verschiedensten geometrischen Figuren geschnitten sind.

Baubeschreibung: Hinter der Torhalle des Turms liegt der stimmungsvolle Hof. Links das Gebäude, das schon von der Ferne zu sehen ist. An der Schmalseite, mit einer hohen Giebelwand unter dem Walmdach, befindet sich der Eingang zu den Privaträumen des Besitzers. In der Ecke, wo der Turmflügel an den Herrschaftstrakt anstößt, steht ein schlanker Rundturm, in dem eine Wendeltreppe eingebaut ist. Der lang gestreckte, zweigeschossige Turmflügel - er wird wegen des darin verbauten Torturms so bezeichnet - dient nicht nur der Unterbringung von Büroräumen, sondern auch zu Wohnzwecken für das im Schloss beschäftigte Personal. Der Turm, dessen Keildach über der auf Tragsteinen aufsitzenden Wehrplatte steht, wirkt etwas gedrungen, weil hofseitig Mansarden ausgebaut sind. Der Steinbrunnen im Hof besitzt an den Seitenwänden des Troges eingemeißelte Wappen. Hinter dem schmiedeeisernen Tor liegt der Vorplatz mit uralten Blutbuchen und einer Erinnerungskapelle.

Besitzperiode: 1677-1893 im Familienbesitz derer von Seeau

Chronik:

1108 Helpho, ein Bajuwarischer Siedler, gründet Helfenberg.

1224 "Wirint de Helfenberch" wird in einer Hohenfurter Urkunde erstmals erwähnt.

1250 mit „Castrum Haelfenberch“ ist erstmals Schloss Helfenberg erwähnt.

1285 "Her Arnold der Pyber von Helfenberch" erscheint als Vetter Rugers und Otakars von Piberstein in einer Stiftungsurkunde für das Kloster Wilhering.

1440~ Wilhelm der Neulinger ist Besitzer von Helfenberg. Balthasar, der letzte des Geschlechtes der Neulinger, ist mit Agnes, Tochter Albrecht des Greisseneggers, verheiratet.

1500 Agnes übergibt als kinderlose Witwe die ihr von ihrem Gatten vererbte Fetse Rottenegg als landesfürstliches Lehen und das freie Eigen Helfenberg ihren Brüdern Peter und Christoph, den Greissenggern.

1500 Helfenberg wird zur Pfarre erhoben

1574 Kuenast auf Tannbach (Gutau) fällt Helfenberg nach langjährigen Erbschaftsstreit zu.

1587 Christoph Kuenast verkauft Helfenberg an den Gemahl seiner Schwester Anastasia, Christoph Artstetter von Wartberg.

1595 Christoph von Oed zu Götzendorf kauft den freieigenen Sitz Helfenberg. 

1607 Johann Christoph von Oed (Oedt) baut das Schloss Helfenberg als Renaissanceschloss um.

1630< Wolf Freiherr von Oed, Eigentümer von Schloss Primersdorf. 1.oo Elisabeth Herrin von Zinzendorf, deren Tochter (1) Regina Elisabeth erbt die Herrschaft Helfenberg, welche dadurch an ihren Gemahl, Sigmund Schifer von Freiling kommt.

1655 Georg Sigmund Schifer von Freiling ist Eigentümer des Schlosses und der Herrschaft Helfenberg.

1670 Friedrich Märck Edler von Gneisenau ist Eigentümer des Schlosses und der Herrschaft Helfenberg.

1677 Johann Friedrich Seeau von Mühlleuten und sein Bruder Johann Ehrenreich kommen über die Vormundschaft durch Kauf von Johann Friedrich Märk von Gneisenau an die Herrschaft Helfenberg im Mühlviertel.

1682 nach langen Verhandlungen übergibt am 5. Mai das Stift St. Florian die Zuständigkeit für die Pfarren Helfenberg, St. Johann am Wimberg und St. Veit im Mühlviertel an den Bischof von Passau Bischof Sebastian von Pötting zu Passau. Der Bischof übergibt dafür die Pfarre Ansfelden an das Stift St. Florian.

1705 Johann Ehrenreich, Herr zu Helfenberg und Piberstein, stiftet beide Herrschaften mit Urkunden vom 5. 7. 1702 und 20. 6. 1705 als Fideicomiss.

1712-1716 die ursprünglich einschiffige gotische Kirche in Helfenberg wird durch ein Rundbogengewölbe ersetzt.

1750 zur Herrschaft Helfenberg gehören 210 Untertanen. Deren wichtigster Erwerbszweig neben der Landwirtschaft und der Holznutzung das Flachsweben ist.

1829 ein Teil des Ortes Helfenberg brennt nieder, darunter auch die Schule und der Pfarrhof.

1840 die Brüder Simonetta aus Mailand errichten in Helfenberg eine Leinenweberfabrik, die in ihrer Blütezeit bis zu 1200 Arbeiter beschäftigt.

1885 die fideicommissarische Eigenschaft der Herrschaften Helfenberg und Piberstein wird am 4. 9. 1885 aufgehoben.

1893 Maria Anna Freifrau von Rüling und Caroline Gramont de Traves-Toulongeon, Töchter des Otto Reichsgraf  von Seeau zu Mühlleuthen, übergeben die Herrschaften Helfenberg mit Piberstein durch Kaufvertrag d. d. 24. 11. 1893 an Olimpia, Gemahlin des Nicolaus Graf Revertera und Tochter des Pietro Borghese Fürst von Sarsina. Die Familie Revertera-Salandra ist seither Besitzer des Schlosses.

 

 
   
   

Schreibweisen: Hildprechting, Hilprechting, Hiltprechting, Hillprechting, Hildprächting

Lage: Hildprechting Gemeinde Ohlsdorf (westlich von Laakirchen) Bezirk Gmunden.

Baubeschreibung: In Ohlsdorf bei Laakirchen das Gut Hildprechting gesucht und wohl auch gefunden. Es handelt sich vermutlich um die beiden großen Vierkanter in der Dorfmitte, der größere ist hellgrau getüncht und mit einzelnen anthrazitfarbenen Steinen betont. 

Besitzperiode: 1628-1767 im Familienbesitz derer von Seeau

Chronik:

1628 Michael I. Seeauer erkauft am 7. 6. das Landgut Hiltprechting und Talham von Simon Engel zu Wagrein, Jesuitenrektor zu Passau. Die Güter gehen per Erbschaft in das Eigentum des Egidius von Seeau über.

1642 Thomas II. von Seeau kauft am 26. 6. von seinem Vetter Egidius von Seeau den Sitz Hiltprechting mit Talham.

1643 Johann Philibert von Seeau, auf Ebenzweyer, Hiltprechting und Thalham, Landrat in Österreich ob der Enns, erbt Hiltprechting und Talham.

1694 Johann Josef Ehrenreich von Seeau erbt Hiltprechting und Talham. Johann Josef Ehrenreich wählt den geistlichen Stand, wird Pfarrer und Dechant von Gmunden und überlässt Ebenzweyer samt den Zugehörungen dem älteren Bruder Anton Nicolaus Franz.

1742 Josef Anton, der neben Puchberg und Ebenzweyer auch Hiltprechting und Talham von dem Vater bereits übernommen hatte, verliert alle Güter, die konfisziert werden, während er selbst aus der ständischen Matrikel gestrichen und auf Lebensdauer nach Temesvár verwiesen wird, weil er das Salzkammergut 1741 dem bayerischen Feind übergeben hatte.

1767 Elias Freiherr von Engel zu Wagrain kauft am 2. 1. die Herrschaften Puchberg und Ebenzweyer mit Hiltprechting aus der gerichtlichen Sequestation.

1965 Thomas Bernhard erwirbt im oberösterreichischen Ohlsdorf einen Vierkanthof, der, als Symbol der Abgeschiedenheit, neben Wien und unterbrochen von mehreren Reisen in die Mittelmeerländer sein ständiger Wohnsitz wird. 1989 stirbt Thomas Bernhard in Gmunden an Herzversagen, er wird in aller Stille auf dem Grinzinger Friedhof in Wien beigesetzt.

 

   
   
   

Schreibweisen: Lichtenegg

Lage: Lichtenegg 1, Bezirk Wels Stadt

Informationen beim Stadtarchiv Wels
Stadtplatz 55
A-4600 Wels
FON 0043-7242-235-768

Baubeschreibung: Wasserschloss. Das Schloss Lichtenegg ist durch den Umbau des Welser Baumeisters Wolfgang Grinzenberger 1726 gestaltet. Der Wassergraben ist längst aufgelassen und weitere Adaptierungen erfolgen Ende des 19. Jahrhunderts, als Erzherzogin Valerie, Tochter von Kaiser Franz Josef und Kaiserin Sisi, mit ihrem Mann hier einzieht. Schließlich erfolgt die Wiederherstellung nach dem Bombenschaden des Jahres 1944.

Schloss Lichtenegg in Wels ist heute ein himmelblau gefärbelter, sehr gepflegter Wohn- und Geschäftsbau. Gegenüber der Frontseite macht sich (leider) ein Umspannwerk breit, unter dem Südflügel liegt die Einfahrt zu einer mächtigen Tiefgarage und die Westseite des Schlosses zum Park ist durch einige Verschläge verunstaltet.

Besitzperiode: nach 1613 im Besitz derer von Seeau.

Chronik:

Das Wasserschloss Lichtenegg wurde Mitte des 16. Jahrhunderts von Ludwig von Polheim erbaut.

Nach 1613 gehörte es den Enenkl, Schallenberg, Kazianer und Seeau.

1722 Georg Josef Reichsgraf von Mannsdorf erwirbt das Schloss, das nach seinem Tode an seine Tochter Maria Theresia fällt, die mit Josef Pilati von Tassul verheiratet ist.

Heute sind im Schloss Wohnungen und Büros, Besichtigung nur von außen möglich.

 

   
   
   

Schreibweisen: Litzlberg, Litzlberg im Attersee, Litzelberg

Lage: Schloss Litzlberg im Attersee, im Ort Litzlberg in Seewalchen Bezirk Vöklabruck

Baubeschreibung: Schloss auf dem Inselchen (6000 m2) im Attersee vor dem Ort Litzlberg, der Privatbesitz ist durch einen Steg mit dem Festland verbunden.

Besitzperiode: 1664-1749 im Familienbesitz derer von Seeau

Chronik:

Litzlberg steht auf einem prähistorischen Pfahlbaudorf, bzw. ist in dieses Areal integriert.

1664 Elias von Seeau kauft vom kaiserlichen Forstmeister Christoph Staindl das Schloss Litzlberg im Attersee.

1749> Schloss Litzlberg im Attersee wird wieder verkauft.

1900 Gustav Klimt wohnt in den Sommern 1900 bis 1916 im Braugasthof Litzlberg in Seewalchen, unweit der Villa Paulick, wo auch andere Wiener Künstler verkehrten.

1958 Kammerschauspieler Raoul Aslan (* 16.10.1886, Saloniki, † 17. Juni 1958) stirbt auf seinem Ansitz in Litzlberg im Attersee im 72. Lebensjahr an einem Herzschlag. Aslan ist von 1945 bis 1948 Direktor des Burgtheaters (im Asylquartier Ronacher). Aslan ist Darsteller zahlreicher klassischer Charakterrollen u. a. Hamlet, Mephisto, Nathan und wird 1929 als erster zum Kammerschauspieler ernannt.

Heute ist das Schloss im Privatbesitz, Besichtigung auch von außen kaum möglich.

 

   
   
   

Schreibweisen: Maxlheid, Maxlhayd, Seeauhof

Lage: Seeauhof, heute Gasthof Maxlheid, bei Wels.

Baubeschreibung: Großer Vierkanthof, der als Gasthaus genutzt wird.

Besitzperiode: 1796-1899 im Familienbesitz derer von Seeau

Chronik:

1714 Maximilian Pagl, Abt des Stiftes Lambach, errichtet auf stiftseigenem Grund eine Raststation an der Salzstraße Gmunden-Budweis, die von der Bevölkerung allgemein Maxlheid (bezogen auf den Vornamen des Abtes) genannt wird.

1796 Michael Graf Seeau von Würting ist der neue Besitzer und errichtet unweit davon einen Gutshof (den heutigen Gasthof), der in alten Karten auch den Namen Seeauhof trägt. Der Begriff Maxlhaid wird auch auf die Pferdeeisenbahnstation übertragen. Der Ortsteil, in dem sich die Maxlhaid befindet, trägt ebenfalls diesen Namen.

1836 erfolgt die Eröffnung der kompletten Südstrecke Linz-Gmunden. Maxlhaid ist Packhof für die Pferdeeisenbahn und erfüllt die Funktion einer Lasten- und Umspannstation, dafür wird hier eine Gaststätte eingerichtet, die seither durchgehend betrieben wird. Maxlhaid ist das betriebsälteste Pferdeeisenbahnwirtshaus der Strecke Gmunden-Budweis.

1899 kaufen Johann und Theresia Krennmayr die Maxlheid. Den Gasthof führt die Familie heute noch.

Täglich außer Samstag geöffnet Hotelbetrieb durchgehend.

 

   
   
   

Schreibweisen: Moos

Lage: Würting mit Moos am Grünbach unweit Offenhausen im Hausruckviertel Bezirk Bezirk Wels-Land

Baubeschreibung: Gutshof

Besitzperiode: 1648-1844 im Familienbesitz derer von Seeau, als Gut mit Würting verbunden.

Chronik:

1648 Elias von Seeau zu Mühlleuten erwirbt von Alexander Schifer Freiherr von Freiling († 1661), Hofkriegsrat und General-Kriegskommisarius, (oder aus dessen Nachlass) die Herrschaft Würting mit Moos im Hausruckviertel.

1670 Johann Friedrich von Seeau auf Würting mit Moos und auf Litzlberg, erbt Würting mit Moos. Er vererbt Moos an seinen ältesten Sohn aus zweiter Ehe…

1729 Ferdinand Friedrich Graf Seeau zu Würting, Moos und Litzlberg, vererbt Würting mit Moos an seinen Sohn …

1768 Franz Graf Seeau zu Würting, Moos und Litzlberg, vererbt Würting mit Moos an seinen Sohn …

1812 Anton Graf Seeau zu Würting, Moos und Litzlberg, der den Besitz am 7. 2. antritt. Als er als letzter im Mannessprosse dieser Linie, zu Würting am 1. 9. 1833 stirbt, erbt seine Witwe…

1833 Maria Anna Freiin von Seldern erbt Würting mit Moos zur Hälfte, die andere Hälfte geht an die einzige Tochter Mathilde († 20. 1. 1844) oo 23. 7. 1842 Alexander Földváry von Földvár und Bernáfelva. Erbin ist ihre einzige Tochter…

1844 Mathilde Földváry von Földvár und Bernáfelva.

 

   
   
   

Schreibweisen: Mühlleuthen, Mühlleiten

Lage: direkt an der Traun gelegen, im nördlich vom See gelegenen Ortsteil Traundorf (Draun Dorff) in Gmunden.

Baubeschreibung: Mühlleiten ist ein mächtiges zweistöckiges Wohngebäude mit Erkerturm. Ehemals eine "Mahlmühle" und eine Brettersäge mit einigen zusätzlichen Nebengebäuden und arrondierten Wiesengründen. Zu dem "Domenium Mühlleiten" gehören drei Unterhauen, welche dem Inhaber jährlich an Urbarialnutzung 8 Gulden 30 Kreuzer, an Laudemien durchschnittlich 10 Gulden 58 1/2 Kreuzer und an Arbeitsleistung 2 Gulden 30 Kreuzer E.M. zu entrichten haben. Außerdem sind als "Ueberländ" die Höfe zu "Wallweg" (Walsweg) und "Kranabethleien" (Pfarre Gschwandt) mit dem halben, das "Mühlgut" zu Laab (Pfarre Laakirchen) mit dem vierten Teil des Zehents dienstpflichtig. Ein anderes "Ueberländ" ist das das unterhalb der Mühle befindliche Häuschen Nr. 90, Traundorf (1883 demoliert).

Ehemaliger Freisitz der Familie Seeau. Bis Gmunden-Traundorf ist die Trasse der Pferdeeisenbahn noch in der heutigen Gleisstrecke Lambach - Gmunden-Seebahnhof erhalten.

Besitzperiode: 1619-1710 im Familienbesitz derer von Seeau

Tagebucheintrag 2002: "So viel Geschichte macht einen klein und die Berge und der See hier dazu noch kleiner. So spaziere ich hier am Samstagmorgen durch das mit quirligen Menschen erfüllte Gehäuse der Geschichte. Alles ist für mich zu groß, Die Häuser zu imperial, die Plätze zu weit, der See zu gewaltig, die Berge zu kolossal, hier herrscht das Maß der Zyklopen. Vorsichtig bewege ich mich durch die alten Gässchen, immer auf dem Sprung nach einem Motiv."

Chronik:

1305 Mühlwang in Traundorf (oberhalb von Mühlleiten) mit einem gleichnamigen Adelsgeschlecht erstmals urkundlich erwähnt.

1550~ die von Mühlwang scheinen als erste Besitzer von Mühlleiten auf. In der Folge besitzen die von Jörger den Freisitz Mühlleiten, der als untertäniges Eigengut zu deren Herrschaft Neydharting gehört.

1565 Wolfgang Plankhl besitzt Mühlleuten

1575 Hans Schintler

1603 Sebastian von Seeau erwirbt den Freisitz Mühlleiten.

1607 Abraham von Rohrbach und Marbach zu Ebenzweier besitzen Mühlleuten

1610 Weikhart Plass auf Mühlleuthen (24. Juli 1621), Diener der römisch-kaiserlichen Majestät, römisch kaiserlicher Einnehmer des Salzamtes Gmunden,  Pfleger von Puchheim. oo Katharina, Tochter des Achaz II. Seeauer († ~1600),  die beiden haben 16 Kinder darunter Zacharias, Hanns, Ermail, Ferdinand, Helfreich, Ott, Maximilian Georg, Adelheid, Lina, Regina Sabina und Susanna Catharina. Ein Allianzwappen eines Plass auf Mühlleuthen befindet sich rechts vom Eingang des Freisitzes Roith.

Seitdem wird Mühlleuten im Volksmund "Plassmühle" genannt.

1612 Hans II. und Hanns III. Seeauer von Seeau erwerben das Prädikat "von Mühlleuthen"

1614 Sebastian von Seeau und sein Sohn Michael erweben das Prädikat "von Mühlleuthen".

1621 Eva Regina Schmidt, Tochter des Weikhart Plass und der Katharina Seeauer, besitzt Mühlleuten. 

1658 Regina Plassin, geborene Nützin von Goisernburg, oo Georg Adalbert Plass zu Mühlleiten und Roith, "kaiserlicher Mautner zu Gmunden und Amtsverweser", besitzt Mühlleuten.

1663 Sabina Ziepelin, geborene Plassin, oo Johann Ziepili, Stadtrichter zu Gmunden, besitzt Mühlleuten.

1688 Maximilian Ernst Schmidt von Schmidtberg, "kaiserlicher Oberwasseraufseher auf der außern Traun", besitzt Mühlleuten.

1710 Max Schmid von Schmidberg verkauft den Freisitz Mühlleithen an Katharina Plamberger, von der er ihn 1725 wieder zurück kauft.

1710 Katharina Plambergerin, Schwiegertochter der Schmidt von Schmidtberg, besitzt Mühlleuten

1723 Johanna Gnadlstorferin, deren Erben verkaufen Mühlleiten um 8000 Gulden an...

1723 Ferdinand Andrä Schmidt von Schmidtberg, "Unterwasserseher bei der außern Traun".

1740 Johann Ferdinand Schmidt von Schmidtberg (Sohn) besitzt Mühlleuten.

1760 Konrad Leopold Scherrer (Schwager), "Verwesamtscassier in Ebensee", besitzt Mühlleuten.

1781 Barbara Scherrer (Witwe), geborene Schmidt von Schmidtberg, besitzt Mühlleuten.

1791 Franz Paul Scherrer (Sohn), besitzt Mühlleuten.

1827 Franz Kurz, Müller in Hallstatt, besitzt Mühlleuten. Seitdem wird Mühlleuten im im Volksmund "Kurzmühle" genannt.

1845 Raimund Kurz (Sohn) besitzt Mühlleuten

1880 Raimund Kurz' Erben verkaufen Mühlleuten an die Papierfabrik Eichmann und Comp. in Arnau an der Elbe. In der Folge wird Mühlleuten in ein Sägewerk mit Turbinenantrieb umgebaut, 1888 in eine Holzschleife, 1897 an die Papierfabriks-Actiengesellschaft "Styrermühle" verpachtet, die sie 1901 erwirbt.

1884 Otto Reichsgraf von Seeau stirbt in Linz als letzter Freiherr zu Mühlleuthen, Freiherr auf Würting, Freiherr auf Helfenberg und Piberstein.

 

 

 

         
   
   

Schreibweisen: Neuburg am Inn

Lage: 8 km südlich vom Passau, gegenüber von Wernstein auf einem Höhenzug oberhalb des Inns.

Baubeschreibung: Die in Süddeutschland einmalige Schlossanlage mit fünf Türmen wurde im 11. Jh. von den Vornbachern, einem uralten Adelsgeschlecht errichtet. Heute bietet die Burg Veranstaltungsräume (Marmorsaal, Großer Rittersaal) für gesellschaftliche und private Festlichkeiten und Tagungen. Die Hoftaverne ist Hotel und Gastronomie zugleich, mit einem herrlichen Biergarten mit Blick ins Inntal.

Besitzperiode: Nach 1680 als Pfand im Besitz der Grafen von Seeau

Schloss Neuburg am Inn ist der Regierungssitz der Grafschaft Neuburg, die neben dem Gebiet der Wittelsbacher, dem Hochstift Passau und der Grafschaft Ortenburg eines der vier Territorien ist, aus denen sich das heutige Niederbayern zusammensetzt.

Chronik:

1050 die Burg wird von den Grafen von Vornbach erbaut. Mit dem Aussterben der Grafen von Vornbach kommt

1078 die Besitzungen Ekberts von Vornbach bei einem Einfall Heinrichs IV. in Bayern verwüstet und seine Burg Neuburg am Inn zerstört. Ekbert musste mit seiner Gemahlin Mathilde nach Ungarn zu König Ladislaus I. fliehen.

1158 die Burg mit der Grafschaft Neuburg an die Grafen von Andechs. Nach dem Erlöschen des Grafengeschlechts der Andechser fällt die Grafschaft

1248 an Bayern. Im Spannungsfeld zwischen Bayern, Österreich und dem Hochstift Passau gelegen wechselte die Neuburg in der Folge oft die Besitzer. Ihr heute noch erkennbares äußeres Bild einer spätmittelalterlichen Wehranlage stammt vom Wiederaufbau nach der

1310 Zerstörung. Durch den Passauer Friedensschluss von 1310 kommt die Grafschaft definitiv an Österreich. Durch ständige Verpfändungen wechselt sie immer wieder den Besitzer.

1528 Graf Niklas II. von Salm bekommt die Grafschaft als Lehen. Er lässt ab

1529 die Neuburg durch den Passauer Hofmaler und Baumeister Wolf Huber in ein Renaissanceschloss umgestalten. Die Grafen von Salm sind bis 1654 die Inhaber der Grafschaft.

1654 Georg Ludwig Graf von Sinzendorf erwirbt die Grafschaft. Er lässt die Neuburg in ein Barockschloss umwandeln. Die Grafschaft selbst entwickelt er zu einem merkantil bedeutsamen Zentrum - Münzprägung, Gold- und Silberdrahtfabrikation, Salpetergewinnung, Kalk- und Ziegelbrennerei, Tabakanbau, Brauerei usw. Der Bautätigkeit

1676 durch den Bau von sieben und 1677 von acht weiteren Häusern entsteht durch Grafen Sinzendorf die Ortschaft Dommelstadl. 

1680 Sinzendorf wird wegen Hochverrats, Unterschlagung, Majestätsbeleidigung und anderer Verbrechen angeklagt und aller Ämter enthoben. Die Grafschaft Neuburg wird von der Kaiserlichen Hofkammer in Wien eingezogen und

1680 Johann Ehrenreich Graf und Herr von Seeau zu Mühhleuten ist Pfandinhaber der Grafschaft Neuburg am Inn.

1698 der schottische Grafen James Hamilton kauft Schloss Neuburg.

1719 Carl Joseph Graf von Lamberg-Sprinzenstein erwirbt das Schloss. 

1730 Fürstbischof Joseph Dominikus Graf von Lamberg erwirbt es für das Hochstift Passau. Neuburg gehört bis zur Säkularisation zum Fürstbistum Passau.

1803 Durch Reichsdeputationshauptauschluss wird die Neuburg dem Lande Bayern zugesprochen.

1806 Burg Neuburg wird an mehrere Privatpersonen verkauft.

1810 Burg Neuburg wird durch einen Brand schwer beschädigt.

1909 der Brauer Johann Roas verkauft die Burgruine Neuburg an den Bayerischen Verein für Volkskunst und Volkskunde, der die Burg instand setzt.

1922 Burg Neuburg wird nach Abschluss der Renovierungsarbeiten dem Künstlerunterstützungsverein München durch Schenkung überlassen.

1982 Burg Neuburg steht leer und droht wiederum zu verfallen.

1988 der Landkreis Passau erbaut in der Vorburg den "Landkreissaal".

1998 der Landkreis Passau wird Besitzer der Burg und führt Renovierungsarbeiten durch.

   
         
   
   

Schreibweisen: Niedermühle, Niedermühl, Plaßmühle

Lage: Bad Ischl, Götzstraße 2

Baubeschreibung: Gutshof mit Mühle

Besitzperiode: 1623 im Familienbesitz der Grafen von Seeau

Chronik:

1392 Ischl wird urkundlich erstmals im Zusammenhang mit Burg Wildenstein als "Dorf Yschl unter der Veste Wildenstein" erwähnt.

1466 Kaiser Friedrich III. stellt am 14. März eine Urkunde aus, in der Ischl gleichrangig in die "Salzflecken" des Kammergutes Hallstatt, Lauffen und Gmunden aufgenommen wird. "... Yschl ... das vorgenannt Dorff von newem zu ainem Markt erhebt und die obbemelten ... lewt (die obgenannten ... Leute) darin gesessen und wohnhaft zu Burgen ... gemacht ..."

1599-1607 die Plaßmühle (Niedermühle) in Ischl wird erbaut.

1623 Gotthard und Johann, Söhne des Wolfgang Seeauer, leben auf der "Niedermühl" zu Ischl.

1649 der Abbildungen von Merian zeigt die Niedermühl und man kann feststellen, dass sie seither kaum verändert wurde.

Die Ischler Niedermühl wird später als alte Plassmühle bezeichnet, liegt in der Götzstraße und ist heute fast in ihrer ursprünglichen Form erhalten.

In der Biedermeierzeit wird ein kurzer Gebäudeflügel am hinteren Gebäudeteil angebaut und das Gebäude erhält die jetzige Fassade.

1939 die alte Gartenmauer der Plaßmühle wird abgebrochen.

1836 die so genannte Neue Plaßmühle wird ganz in der Näher der Niedermühl erbaut und 1966 demoliert. Diese Neue Plaßmühle ist lange Unterkunft des allerhöchsten Adels.

   
         
   

Das Erbhaus der Salzfertigerfamilie Seeauer liegt an der ehemaligen Schiffslände der Salzplätten an der Traun. Hier wurde das Salz zwischengelagert und für den Transport traunabwärts vorbereitet und verschifft. Heute Esplanade 10, darin ist das Museum der Stadt Bad Ischl untergebracht.

1834 Erzherzog Franz-Carl und seine Gemahlin Erzherzogin Sophie (die Eltern der Kaisers Franz Joseph) beziehen das erste Stockwerk des Hauses.

1853 Kaiser Franz Joseph und Elisabeth von Bayern (genannt SISSI) verloben sich hier im August.

1878 im Gebäude wird nach dem Ableben des erzherzoglichen Paares das Hotel Austria geführt.

1982 die Stadtgemeinde Bad Ischl erwirbt mit Unterstützung des Landes Oberösterreich das Gebäude und kann damit den Plan der Errichtung eines Schauhauses für die Geschichte und die Kultur der Stadt Bad Ischl und des "Ischllandes" verwirklichen.

   
         
   
   

Schreibweisen: Pernau

Lage: Schloss Pernau in Wels, Gemeinde Pernau ist bis 1938 eine eigene Gemeinde, heute Teil von Wels.

Baubeschreibung: Schloss Pernau in Wels (oder was davon übrig ist) ist eine größere, sehr nüchterne Villa in der Schlosstrasse an der Linzerstraße in Privatbesitz.

Besitzperiode: 1730-1760 im Familienbesitz

Chronik:

1610 Schloss Pernau gehört den Gablkofen auf Kemelbach

1716 Charles de Tige, kaiserlicher General, erhält am 24. 4. 1716 im Hinblick auf seine Ehe mit Anna Eleonore Gräfin von Seeau die Landmannschaft im Herrenstand Österreichs. Er kauft daraufhin das Landgut Pernau in Wels aus dem Nachlass des kaiserlichen Generals Johann Adam von Wendt.

1730 Simon Josef Friedrich Philipp Reichsgraf von Seeau zu Mühlleuthen Freiherr auf Würting, Moos, Litzlberg und Pernau kauft von Carl Graf von Tige das Landgut Pernau bei Wels

1760 Sigmund von Hack zu Bornimb ist im Besitz von Schloss Pernau.

 

   
   
   

Schreibweisen: Piberstein

Lage: Die Burg Piberstein ist eine mächtige Burgruine im Gemeindegebiet Ahorn zwischen Waxenberg und Helfenberg im Mühlviertel.Gemeinde Ahorn bei Helfenberg. Besichtigung der Burg: nach Vereinbarung, Information: Fam. Dollhäubl, Gasthof Ziegelstadl, Tel.: 07218/255.

Baubeschreibung:  Die Burg Piberstein ist rund um einen Granitfelsen gebaut. Sie  ist von einer Ringmauer mit vier Rundtürmen umgrenzt. Der Hof hat schöne Lauben zu ebener Erde und Arkaden mit toskanischen Säulen im ersten Stock, in der Burg sind Wohnräume und der Rittersaal. Durch Arbeitsgemeinschaften wurde die Burg in den letzten Jahren renoviert.

Besitzperiode: 1675-1893 im Familienbesitz derer von Seeau

Chronik:

Bis ins 12. Jahrhundert erstreckt sich zwischen Donau und Moldau dichter Urwald, der Nordwald. Das Anwachsen der Bevölkerung und der notwendige Schutz der Handelswege führt zur Rodung des Waldes und damit zur Gründung befestigter Wehranlagen. Den Auftrag zur Besiedelung und zum Schutz des Gebietes westlich von Waxenberg erhält um 1200 die Familie Piber durch ihre Lehnsherren von Griesbach und Waxenberg. Die Rodung, Urbarmachung und Besiedelung erfolgen auf mehreren großen "Schlägen", deren Namen noch heute gebräuchlich sind, z.B. Altenschlag, Piberschlag, Thurnerschlag, Bernhardschlag, Neuschlag, Geierschlag. Die Burg dient dabei als Schutzanlage und Sitz der Gerichtsbarkeit.

1285 Ruga und Arnold von Piber, Brüder, errichten Piberstein als spätgotische Turmburg. Kern der Anlage ist der heute nicht mehr bestehende Bergfried und die Hauptburg mit einem Innenhof. 1364 stirbt die Familie der Piber aus. In zeitlich kurzen Abständen geben die Herzöge Rudolf IV und Albrecht III Burg und Herrschaft Piberstein folgenden Familien zum Lehen: Haderer, Harrach, Aichberger, Aschauer, Stahaleck, Puchberg, Falkenstein, Haslau und Rohrbach. Unter Hans von Rohrbach wird die Burg Piberstein 1427 von den Hussiten vergeblich belagert.

1428-1675 Burg Piberstein ist Lehen des Mühlviertler Rittergeschlechts von Schallenberg, die 1620 umfangreiche Erweiterungsbauten durchführen und im zweiten Innenhof Kratzmalereien im Renaissance Stil anbringen lassen. 1636 werden die Schallenberg in den Freiherrenstand erhoben, 1666 in den erbländischen Grafenstand.

1622 Hans Rudolf Freiherr Sprinzenstein gelangt aufgrund einer Forderung von 30.000 Gulden gegen Georg Christoph von Schallenberg, am 3. 9. 1622 verbrieft, in den pfandweisen Besitz der Herrschaft Piberstein im Mühlviertel. 

1658 Johann Christoph (1630-1683) Herr zu Sprinzenstein, tritt per Vergleich vom 24. 9. die Pfandschaft Piberstein an seinen Bruder Johann Secund ab.

1658 Johann Secund von Sprinzenstein Pfandbesitzer von Piberstein, löst Piberstein dem Christoph Ehrenreich Graf von Schallenberg zurück, der sie an die Grafen Seeau verkauft.

1675 für Johann Friedrich Seeau von Mühlleuten und sein Bruder Johann Ehrenreich erwirbt die Vormundschaft den Besitz der Herrschaft Piberstein im Mühlviertel von Christoph Ehrenreich Graf von Schallenberg. Christoph von Schallenberg verkauft weiters 1672 Schloss Hagenberg, 1679 Schloss und Herrschaft Luftenberg.

Seit damals dürfte die Burg nicht mehr bewohnt sein und der Zahn der Zeit beginnt sein ruinöses Werk. Der ruinöse Verfall der Anlage kann erst in den 1960-er Jahren gestoppt werden.

1885 die fideicommissarische Eigenschaft der Herrschaften Helfenberg und Piberstein wird am 4. 9. 1885 aufgehoben.

1893 Maria Anna Freifrau von Rüling und Caroline Gramont de Traves-Toulongeon, Töchter des Otto Reichsgraf  von Seeau zu Mühlleuthen, übergeben die Herrschaften Helfenberg mit Piberstein durch Kaufvertrag d. d. 24. 11. 1893 an Olimpia, Gemahlin des Nicolaus Graf Revertera, Tochter des Pietro Borghese Fürst von Sarsina.

Piberstein erlebte vor einigen Jahrzehnten auch touristische Zeiten: in den 1930er Jahren betreibt Gottfried Primetzhofer in der Burg eine Gastwirtschaft mit Fremdenpension.

Praktiken auf der Burg Piberstein in der frühen Neuzeit

Aufzählung

Ökonomische Praktiken: Ackerbau, Viehhaltung, Vorratshaltung, Kauf, Verkauf.

Aufzählung

Politische Praktiken: Landtag, Thaiding, Kriegsführung.

Aufzählung

Familiale Praktiken: Ehe, Geburt, Mahl.

Aufzählung

Religiöse Praktiken: Gebet, Messe, Stiftung.

Aufzählung

Selbstpraktiken: Erziehung, Bildung

Heute ist die Burg Piberstein zu einem Kulturzentrum im Oberen Mühlviertel geworden, seit 1977 findet hier alljährlich der "Kultursommer Piberstein" statt.

 

   
   
   

Schreibweisen: Puchberg, Schloss der Puechner

Lage: in Puchberg bei Wels. Das Schloss liegt erhöht über der Welser Heide, die diesem einen "weiten angenehmen und wunderschön deliciosen Prospect verschaffet" in einem gesunden Klima "von etwas temperierten scharffen Traun-Fluss-Luft".

Baubeschreibung: Das Schloss der Puechner, Ende des 16. Jh. aus einem Gutshof entstanden, von den Grafen von Seeau im 17. Jh. neu aufgebaut, wird in der zweiten Hälfte des 19. Jh. völlig umgebaut und nach 1953 von der Diözese Linz als katholisches Bildungsheim adaptiert. Der hufeisenförmig angeordneten Dreiflügelanlage im großen Park mit vier Rundtürmen wird eine Kapelle und ein Gästehaus zugebaut. Die rings um das Schloss liegenden Gärten waren mit dem Meierhof von Mauern umgeben.

Das Schloss Puchberg in Wels ist ein vorbildlich restaurierter Profanbau, der heute als Bildungszentrum genutzt wird. Mit dem Kamelwappen der Grafen von Seeau an der der Sandstein-Brunnenfigur und einem gevierten Familienwappen der Seeau aus rotem Marmor unter den Arkaden. Der Schlosshof und die Sgraffiti an den Wänden sind so grandios, dass das Ganze fast unwirklich erscheint. 

Besitzperiode: 1654-1767 im Familienbesitz derer von Seeau

Chronik:

1612-1618 Freiherr Christoph von Puechner, Verwalter der Burg Wels, errichtet Schloss Puchberg.

1654> Thomas III. von Seeau erwirbt Gut Puchberg und baut es als Schloss neu auf.

1678 das Wappen der Grafen von Seeau wird an der Nordmauer des Südtraktes eingemauert. Es ist ein Wappenstein aus rotem Marmor im Bogengang, der wohl schon älter ist.

1681 Johann Philibert von Seeau auf Ebenzweyer, Hiltprechting und Thalham bringt, nachdem seines Vetters Egid Sohn, Michael IV., ohne Erben gestorben war, durch Cession des Elias von Seeau die Herrschaft Puchberg mit Reuth im Hausruckviertel an sich.

1694 Anton Nikolaus Franz von Seeau erbt Schloss Puchberg von seinem Vater Johann Philibert. Anton Nikolaus ist ein Passionierter Gartenliebhaber und gestaltet eine barocke Parklandschaft. Er legt "Spring Wässer" [Springbrunnen], Spazierwege, eine "Schießstatt", ein Glashaus und "Einsätz" [Fischwasser] an. Er pflanzt Alleen, einen "Zier-, Kuchl- und Kreitlgarten" und "in Absätzen Wälische Baumen" [exotische Bäume].

1739 Anton Nikolaus Franz von Seeau über gibt seinem Sohn Josef Anton das hoch verschuldete Schloss Puchberg gegen eine jährlich Apanage von 1.600 fl. für ihn und die noch lebende Schwester Maria Walpurgis. Die Änderung wird nur de facto und nicht de jure durchgeführt, im Grundbuch bleibt der Vater als Eigentümer eingetragen.

1740 der Hofbrunnen mit seiner Sandsteinfigur, die das Seeau-Stammwappen hält, ist baufällig und muss erneuert werden. Der Auftrag lautet: "ain neues Bron-Korb von gutten Stain, so inwendiger Weithe 12 schue, dan die Wandtstuckh 3 schue hoch, nebst ainem antritt Staffel, welher 1 schu brait und 1/2 deto dickh, mit ainem Neptunus Stander von Bild Hauer arweith, und ainer von Schwerd Feger in Feur vergolder Gabbl.". Tatsächlich ausgeführt wurde ein Fisch (statt einem Feigenblatt) und in der einen Hand das Wappen und der anderen einen Knaben (statt einem Dreizack) hält. Die Brunnenteile werden 1741 geliefert, liegen aber noch 1748 im Schlosshof und werden erst später aufgestellt.

1742 Josef Anton Graf von Seeau wird seiner Besitzungen verlustig erklärt. Puchberg, Ebenzweyer und Hiltprechting (welche Güter er von dem Vater bereits übernommen hatte) werden konfisziert und er selbst aus der ständischen Matrikel gestrichen. Die beiden Herrschaften Puchberg und Ebenzweyer mit Hiltprechting fallen unter gerichtliche Sequestation.

1767 Elias Freiherr von Engel zu Wagrain kauft am 2. 1. 1767 die Schlösser und Herrschaften Puchberg und Ebenzweyer mit Hiltprechting aus der gerichtlichen Sequestation. Elias Freiherr von Engel ist einer der Leibärzte der "Kaiserin" Maria Theresia. Durch ihn und den Einfall der Franzosen leidet das Schloss erheblich.

1877 der Wiener Waffenfabrikant Dr. Alfred Ritter von Jurnitschek erwirbt das herunter gekommene Schloss und renoviert es dem Zeitgeschmack entsprechend.

1916 der Gummifabrikant Reithofer erwirbt Puchberg und lebt dort bis...

1952 das Land- und Forstministerium kauft das Schloss, das 1953 an die Diözese Linz weiter verkauft wird. Seither sind bedeutende Bildungseinrichtungen im Schloss untergebracht.

Literatur: Aspernig, W. (1990). Die Geschichte von Schloss und Herrschaft Puchberg bei Wels von der Entstehung bis in die Mitte des 18. Jahrhunderts. Quellen und Darstellungen zur Geschichte von Wels. Bd. 2. S. 9 - 78.

 

 
   
   

Schreibweisen: Seeauergut, Rotes Haus, Lehen in der Gschwandt. Der Geschlechtername Seeau bzw. Seeauer stammt mit Sicherheit vom Gut "Seeau" in dessen Besitz die Seeauer über Jahrhunderte waren.

Lage: Noch heue besteht das Seeauergut am Nordende des Hallstättersees und ist auch unter dem Namen "Rotes Haus" bekannt. Es liegt in der Marktgemeinde Goisern, Katastralgemeinde Untersee in der Ortschaft Au Nummer 13.

Baubeschreibung: Das rote Haus in der Seeau gilt als die Wiege des Salzwesens im Kammergut.

Besitzperiode: Vor 1500 bis 1773 im Besitz derer von Seeau.

Chronik:

1500 das Seeauergut befindet sich nachweislich im Besitz der Seeauer. Thomas der Alte bzw. dessen Vater Peter leben auf dem Seeauergut.

1551-1557 Thoman in der Seeaw wird als Besitzer auf dem "halben Lehen in der Seeau" im ältesten Urbar der Herrschaft Wildenstein genannt. Paul Seeawer ist der Besitzer der zweiten Hälfte des Lehens.

1563 Thomas Seeauer und seine Frau Anna werden im Urbar von Wildenstein als Besitzer von Dreiviertel des Lehens in der Seeau genannt. Das restliche Viertel des Besitzes ist durch Kauf in den Besitz seiner zweiten Ehefrau Anna gekommen.

1584Thoman Seeauer ist Besitzer von sieben Achtel des Lehens in der Seeau. 1605 nennt dieses Urbar der Herrschaft Wildenstein [seinen Sohn] Abraham Seeauer als Besitzer.

1627-1661 Thomen in der Seeau und seine Hausfrau, wohnhaft in Ischl, besitzen zwei Fünftel aus drei Viertel des Lehens, das nun "Lehen in der Gschwandt" genannt wird. Außerdem haben sie ein halbes Achtel von den Kondern des Hans Eisel abgekauft. Weiter zwei Fünftel besitzt Hanns Khalß und sine Ehefrau Barbara. Später wurde der Name Thoman von Seeau durchgestrichen und an seine Stelle Andreas Freidensprung gesetzt.

1773 Michael Wenger Graf von Seeau auf Würting verkauft das Seeauergut und das Trauneckgut an Franz Stadlmann, Traunbauer zu Goisern, zusammen um 2300 Gulden. 

 

         
   
   

Schreibweisen: Seeauerhof, Kemnaterhof, Oberer Gemeindehof, Brunner Brauereigelände.

Lage: Brunn am Gebirge, 3 km südlich der Stadtgrenze von Wien. Im Bereich Ferdinand-Hanuschgasse - Viktor-Adler-Straße. iegt in Brunn am Gebirge. Und wie der Zufall es will, wohnt der Autor seit einiger Zeit genau auf diesem Areal, dem Besitz des Hanns I. Seeauer von Mühlleuten, der wie Wolf ein Bruder seines direkten Vorfahren Achaz Seeauer von Mühlleuten ist und 1580 den Seeauerhof kauft.

Baubeschreibung: Gutshof, dessen Quadersteine in der Ruine der Brauereimauer eingebaut sind.

Besitzperiode: 1580-1585 im Besitz derer von Seeau.

Chronik:

1387 wird der Hof erstmals genannt. Er gehört zum Grundbuch der Kirche Brunn, der Grunddienst beträgt 36 Pfennig.

1422 Urban von Minden (Sohn des Arnold von Minden) und seine Frau Margarethe (Tochter des Thomas von Horn) erben den Besitz von Hans dem Musserer.

1437 Urban von Minden verkauft den Hof an Ulrich Schöcht, Pfleger von Perchtoldsdurf und seine Frau Agnes.

1486 Margarethe Kemnater, Frau von Pongraz Kemnater erbt mütterlicherseits den Hof von Familie Schöchtl.

1534 Christoph Kemnater, Sohn der Margarethe Kemnater, verkauft den nördlichen Teil des Besitzes an die Gemeinde, als "Oberen Gemeindehof". Die Gemeinde zahlt davon 24 Pfennig Grunddienst, auf den verbliebenen Teil entfallen 12 Pfennig. Zum Oberen Gemeindehof gehört eine Setz von 30 Pfund und 100 Pfund anderer Weingärten.

1548 die Gemeinde verkauft den Oberen Gemeindehof an Thoma Lechner.

1580 Hanns I. Seeauer von Mühlleuthen kauft von Thoma Lechner den "Oberen Gemeindehof", der seither "Seeauerhof" heißt und so auch unter der Conscriptionsnummer 47 im Ortskataster verzeichnet ist.

1585 Hanns I. Seeauer von Mühlleuthen verkauft den Seeauerhof an die Gemeinde Brunn am Gebirge.

1683 der Seeauerhof ist nach der Türkenbelagerung Brandstatt und wird auf 500 fl. geschätzt, die Grundstücke auf 2000 fl.

1695 Augustin Kollmann kauft den Seeauerhof für 2500 fl. von der Gemeinde und vereinigt ihn wieder mit dem gleichfalls erworbenen Kemnaterhof.

1729 Paul Mair, Braumeister vom Schellenhof, kauft den Seeauerhof für 4000 fl. aus dem Nachlass des Augustin Kollmann. Die Vormundschaft der Kinder Kollmanns verwaltet den anderen Teil.

1731 Johann Anton Hammermillner, welcher mit der Witwe des Braumeisters Paul Mair verheiratet ist, kauft den Kemnaterhof und vereinigt ihn mit dem Seeauerhof.

1765 Dr. Allmair von Allstern, Schwiegersohn des Johann Anton Hammermillner, übernimmt den Kemnaterhof und kauft den Gattringerischen Freihof dazu.

1776 Graf von Saurau

1791 Baron Austin

1769 Freiherr Froon von Kirchenrath

1790 Gründung der Brauerei Brunn auf diesem Gelände.

1847 Gründung Brunner-Brauerei Actien-Gesellschaft.

1928 erste Veranstaltung des "Brunner Bierrummels", ein Bierzeltfest ähnlich dem Oktoberfest.

1930 Fusionierung der Brauereien Brunn und Liesing.

 

 
   
    Schreibweisen: Sitzenberg, Sicinberch. Der Name dürfte vorkarolinischen Ursprungs sein und "Sitz am Berg" bedeuten.

Lage: Sitzenberg liegt westlichen Teil des Tullnerfeldes. Die weite Ebene wird von den sanften Hängen des Herzogenburger Waldes, den Hügeln von Gutenbrunn und Heiligenkreuz und dem dicht bewachsenen Reidlingberg begrenzt.

Baubeschreibung: Flankiert wird das Schloss von vier zwiebelförmigen Türmen, die Zeugnis ablegen von der Wehrhaftigkeit der einstigen Burg. Die charakteristischen Teile des alten, aus dem 13. Jahrhundert stammenden Baues, die Eingangsfront, der mittlere Turm und die Ecktürme sind unverändert erhalten. Der Sitzenberg ist mit einem parkartigen Wald bewachsen, wo im Schatten uralter Bäume die Mauern des heute renaissanceartigen Gebäudes zwei Stockwerke emporsteigen.

Ganze Bauteile aus abgebrochenen alten österreichischen Palästen und Schlössern sind in das Schloss Sitzenberg eingefügt. So sind mehrere Räume aus dem Liechtensteinschen Palais in der Herrengasse in Wien mit ihrem ganzen baulichen Zubehör, Stuckdecken, Wandverkleidungen und den kostbaren Fenstern und Türen im Schloss Sitzenberg wieder erstanden. Aus dem Schloss Thierntal bei Fels am Wagram sind ebenfalls mehrere Räume mit hervorragenden Stuckdekorationen aus der ersten Hälfte des 18. Jahrhunderts hierher gebracht worden. Andere Räume stammen aus dem Schloss Liemberg in Kärnten.

Besitzperiode: Wahrscheinlich bis 1651.

Chronik:

im 10. Jahrhundert wird Schloss Sitzenberg erstmals erwähnt.

1125 Sigahart de Sicinberch wird genannt, Sohn des Hochfreien Berthold von Traisen und der Luitgard, Witwe des Ekkerich von Luftenberg.

1225 berichtet das österreichische Landbuch, dass Sitzenberg babenbergischer Herkunft ist. Die steirischen Markgrafen, die Ottokare oder Traungauer, haben es von Markgraf Leopold II. von Österreich als Ausstattungs- und Heiratsgut für eine Tochter erhalten.

1262 weilt König Ottokar von Böhmen vorübergehend in der damaligen Burg Sitzenberg.

1186 sind die Domvögte v. Regensburg aus dem Geschlechte der Hochfreien v. Lengenbach die Eigentümer der Burg. Sie sollen Sitzenberg mit dem benachbarten Chelchdorf (jetzt Neustift) und dem entfernten Rappoltenkirchen vom steir. Hzg. Ottokar VI. erhalten haben (MG DChr III/ 2 710, 711).

1235 entschied Hzg. Friedrich II. am 18. IX. ante castrum Sytzenperge (vor der Burg Sitzenberg) den Rechtsstreit über die Bevogtung der Güter des Kl. Garsten zu Ungunsten des anwesenden Lengenbachers.

1236 nach dem Tode des Lengenbachers fiele die Burg mit 12 Meierhöfen und Streubesitz in der Umgebung an den Landesfürsten (Babenbergerurbar). Als Burgbesitzer kämen aber vielleicht auch die bayr. Pfgf. v. Ortenburg in Betracht, wenn die Besitzungen weiterhin in Verbindung mit dem Raum Rappoltenkirchen-Sieghartskirchen geblieben sind. Die Pfalzgrafen besaßen von Passau Lehen in Oberbierbaum bei Sitzenberg. 1248 Pfalzgraf Rapoto III. stirbt

1252 der Salzburger Erzbischof erhebt Anspruch auf die Burg und zwei Wirtschaftshöfe, die ihm ledig geworden wären. Auf Sitzenberg gibt es einen Procurator, der den Erzbischöfen Schaden zufügt. Ottokar von Böhmen hat die salzburgischen Ansprüche wohl nicht anerkannt, er hielt 1260 eine Versammlung bei Sitzenberg ab.

1300~ Kuonrat von Sitzenberge lebt nach Seifried Helbling auf der Burg.

1356 die Truchsessen von Grub sind Pfandinhaber der Burg.

1401 der Freisinger Bischof Berthold von Wehingen und seine Vettern Leopold und Berthold von Wehingen lösten sie von den Truchsessen um 900 Pfund Pfennig Bischof. Berthold ist eifriger Bauherr in Hollenburg (Bertholdstein) und Großenzersdorf.

1476 vier Wehinger teilen den Familienbesitz, zwei erhalten Sitzenberg mit Zugehör, zwei die Burg Gutenbrunn. Beide Burgen sind als kaiserliches Lehen bezeichnet.

Im 16. Jahrhundert wird diese Veste Sitzenberg vermutlich von den Bauherren Greiß zu Wald in ein Renaissanceschloss mit barocker Ausgestaltung des Portals (Bauherr Freiherr Karl Gottlieb von Aichbühel) umgebaut.

1536 Joachim Marschall von Reichenau erhält die Erlaubnis, von den Brüdern Wehing die Burg Sitzenberg zu kaufen.

1559 Joachim von Schönkirchen wird Schlossherr

1575 Leonhard Neuhofer zu Weinern verkauft Sitzenberg an Christof Greiss zu Wald.

1611 Freiherr Hans Wilhelm von Greiss übergibt die Herrschaft an Georg Andre von Hofkirchen.

1615 ersteigerte Ferdinand Eggenberger von Eggenberg das Gut. Seinem Sohn Franz Andreas wird Sitzenberg von den niederösterreichischen Ständen wegen Steuerschulden wieder entzogen.

Elias von Seeau zu Mühlleuten (-1670), Herr zu Würting und Sitzenberg.

1651 Johann Christoph Geyer von Geyersberg, Schwiegersohn Ferdinand Eggenbergers, kauft den niederösterreichischen Ständen Sitzenberg ab.

1687 Graf Franz Anton von Losenstein besitzt Sitzenberg.

1693 Schloss Sitzenberg nicht mehr Lehen, sondern Allod.

1693 Freiherr Karl Gottlieb von Aichbühel kauft das Schloss. Mit einer Unterbrechung (1777/1784 Freiherr von Fuchs) besitzen die Aichbühel Sitzenberg bis 1799.

1799 Alois Graf von Klamm erbt das Schloss.

1800~ Erdrutschungen am Schlossplateau verursachen, dass die alte mit Schießscharten ausgestattete Umfriedung abgetragen und der Schlossgraben zugeschüttet werden muss. Von den Steinen der alten Wehrmauer wird der Körnerschüttkasten errichtet.

1807 die Freiherrn von Selderer
1821 die Ritter von Unknechtsberg. 1898 die Ritter von Rumerskirch
1913 die Baronin Valentine Springer, geb. Rothschild.
1950 Bundeslehranstalt für Haus- und Landwirtschaft mit Internatsbetrieb.
1954 das Land Niederösterreich kauft das Schloss.

   
         
   
   

Schreibweisen: St. Margareten

Lage: Gut St. Margarethen an der Wien, heute mitten im gleichnamigen V. Gemeindebezirk von Wien im Bereich Schlossgasse.

Baubeschreibung: Von den Türken zerstörtes Schloss, von dem noch wenige aber mächtige Bauteile bestehen.

Besitzperiode: 1624-1665 im Besitz derer von Schwarzenhorn. 1665-1683 im Familienbesitz derer von Seeau.

Chronik:

1392 Rudolf und Ludwig aus dem bekannten Wiener Patriziergeschlecht der Tirna stiften eine der heiligen Margareta von Antiochia geweihte Kapelle, im heutigen Bereich Margaretenplatz 3. Das Patronatsrecht über die Margaretenkapelle steht dem Wiener Domkapitel zu.

1529 das Schloss Margareten wird bei der ersten Türkenbelagerungen stark zerstört, wird aber wieder aufgebaut.

1555 Niklaus Olai, Erzbischof von Gran, erwirbt das Gut St. Margarethen an der Wien.

1624 Johann Rudolf Schmid Freiherr von Schwarzenhorn heiratet Helena Margareth Fellner von Feldegg auf Hundsturm, Nilolsdorf und St. Margarethen an der Wien. Sie ist die Erbtochter Johann Rudolf  Reichsfreiherr Schmid von Schwarzenhorn (159-1667) und der Helena Margareta Fellner von Feldegg (1614-1680). Über sie geht das das Gut St. Margarethen an der Wien mit den Gütern Hundsturm, Nilolsdorf und Reinprechtsdorf an ihn über.

1651 Johann Rudolf Schmidt von Schwarzenhorn, ist als kaiserlicher Gesandter an der Hohen Pforte akkreditiert.

1665 Johann Maximilian von Seeau, Hofkammerrat bekommt das Gut St. Margarethen an der Wien durch seine Gemahlin Maria Anna, Tochter des Johann Rudolf Schmid Freiherrn von Schwarzenhorn und der Helena Margareta Fellner von Feldegg.

1665 wird Johann Maximilian mit kaiserlichem Konsens von Rudolf Schmid Freiherr von Schwarzenhorn adoptiert [sic!] und hierauf als "Herr von Seeau Freiherr zu Schwarzenhorn“ in den Freiherrnstand erhoben.

1683 nach der zweiten Türkenbelagerung ist Margareten sehr zerstört. Was vom Schloss Margareten und den 50 Häusern noch übrig ist, gelangt in den Besitz des Freiherrn von Oppel. Dieser macht sich um den Wiederaufbau verdient. Sein Sohn, Anton Graf von Sonnau, errichtet einen Meierhof, "Sonnenhof" genannt. 1740 übernimmt diesen die Gemeinde Wien und verwendet ihn als Armenhaus.

1765 für die Insassen des Armenhauses wird an Stelle einer bisherigen kleinen Holzkapelle die „Sonnenhofkirche“ von Franz Duschinger gebaut. 1769 fertig gestellt, aber es fehlte das Geld für die Innenausgestaltung. 1771 findet die Weihe der "Sonnenhof"-Kirche zum Heiligen Josef durch Kardinal Fürsterzbischof Graf von Migazzi in Beisein der Kaiserin Maria Theresia und ihres Sohnes Joseph II. statt. Das Bild der Mater dolorosa kommt aus dem Schloss Margareten von der Kapelle der heiligen Margareta von Antiochien, die im Bereich Margaretenplatz 3 stand, 1741 in die kleine Holzkapelle und ist heute über dem Hochaltar zu finden. Das Hochaltarbild stammt von Bartolomeo Altomonte und stellt die Heilige Familie dar.

1783 wird die Kirche St. Josef durch Josef II. zur Pfarre erhoben.

1783 bei der Pfarrregulierung wird nicht die Margaretenkapelle zur Pfarrkirche erhoben, sondern die Kirche St. Josef, die anstelle der Armenhauskapelle gebaut wurde.

1784 das Armenhaus wird aufgelöst. Ein Gebäudeteil dient dann als Pfarrhof. Noch heute erinnert über dem Eingang die Inschrift "Den Reichen zur Mahnung – den Armen zum Troste – allen zum Heile" an diese Zeit. 1903 erhält die Kirche ihren heutigen Turmabschluss, an barocke Vorbilder angelehnt.

Vier gastronomische Betriebe beleben heute das Schlossquadrat in Wien-Margareten - ein Häusergeviert, das auf das Schloss Margareten aus dem 14.Jahrhundert zurückgeht. Die Lokale sind durch Innenhöfe und Gastgärten miteinander verbunden: Cuadro, Silberwirt, Schlossgasse 21 und Hofstöckl. 

   
         
Entstehung von Margareten  

Hundsturm: 1408 wird die Hunczmühle in der Scheibenried urkundlich erwähnt. Sie wird von einem Bach angetrieben, der vom Siebenbrunnenfeld herab in den Wienfluss mündet. In der Nähe der Mühle lässt der nachmalige Kaiser Matthias um 1600 für seine Jagdhunde (Rüden) ein turmartiges Gebäude (Rüdenhaus) errichten, das dem Gut den Namen gibt. Nach der Zerstörung der Mühle im Jahre 1529 wird in der Nähe des Rüdenhauses ein Jagdhaus errichtet. 1632 wird Hundsturm erstmals urkundlich erwähnt, seit dem 17. Jahrhundert entwickelt sich die Vorstadt mit dem Namen Hundsturm entlang der Schönbrunner Straße zwischen Spengergasse und Margaretengürtel. Anstelle des Jagdhauses wird 1672 das zweistöckige Schloss Hundsturm errichtet, ein von kräftigen Wehrmauern umzogenes Gebäude mit einer Johannes dem Täufer geweihten Kapelle am heutigen Platz "Am Hundsturm", es wird schließlich mit seinem letzten Rest 1885 demoliert. 1842 kauft die Gemeinde Wien das Gut Hundsturm.
Wappen: Der Turm auf einem Dreiberg mit geöffnetem Tor, in dem die Hälfte eines Einhorns steht. Das Einhorn ist das Symbol der Jagd, es springt aus einem Turm - dem Hundsturm.
Verbindung: Johann Friedrich Vischer von Ramprechtstorff (-1639) , Herr auf Hundtsthurm bei Wien, oo Helena Margareta Fellner von Feldegg (1614-1680).

Margareten: Erstmals wird 1373 ein Margaretner Gutshof genannt, der im Gegensatz zu dem "Oberen Hof" auf der Höhe des Wienerberges auch "Niederer Hof" heißt und sich später unter den Fellner von Feldegg und den Schmid von Schwarzenhorn zum Schloss wandelt. Das um diesen Margaretner Hof im heutigen Bereich Margaretenplatz - Hofgasse - Schlossgasse entstandene Gut bildet den Kern für die Entwicklung dieser Vorstadt. In den Türkenkriegen wird das Schloss zerstört. Um 1725 hatte sich vor dem Schloss im Zuge der Margaretenstraße die strenge Rechteckform des heutigen Margaretenplatzes entwickelt. 1727 verkauft Graf von Sonnau Margareten an die Gemeinde Wien, worauf die starke Verbauung der ausgedehnten Gartengründe einsetzt.
Wappen: Die hl. Margarethe, auf einer Wolke schwebend, mit dem besiegten Drachen.
Verbindung
: Matthias Fellner von Feldegg (-1637). Kaiserlicher Münzmeister und Herr auf St. Margarethen bei Wien, Vater der Helena Margareta Fellner von Feldegg (1614-1680).

Nikolsdorf: Um 1560 Vorstadt als planmäßige Gassensiedlung gegründet. Ihr Name leitet sich entweder vom Gründer des Ortes dem Erzbischof von Gran Nikolaus Olai, vom Nonnenkloster St. Nikolai in der Singerstraße bzw. von dessen gleichnamigem Mutterkloster vor dem Stubentor ab. Zu Beginn des 17. Jahrhunderts hat Nikolsdorf einen eigenen Richter. 1727 kauft es die Gemeinde Wien.
Wappen: Der heilige Nikolaus im bischöflichen Ornat mit Stab und offenem Buch.
Verbindung: Helena Margareta Fellner von Feldegg (1614-1680), Herrin auf St. Margarethen und Nikolsdorf bei Wien.

Reinprechtsdorf: 1270 erstmals Ramprechtstorff genannte Uferzeilendorf entlang der Schönbrunner Straße im Bereich zwischen Groh- und Spengergasse. Diese Siedlung wird mehrfach erwähnt: 1326 Reinprechtzdorf, 1359 Rampelstorfer, 1368 Reimprechtstorff unter dem Wienerperg, 1427 Renprechtsdorf, 1463 Rempelstorf sowie 1548 Rempelstorf. Im Spätmittelalter verödet die Siedlung, der Name bleibt als Flurbezeichnung weiter erhalten. Als der Magistrat 1727 die Grundherrschaft über Matzleinsdorf erwirbt wird er dadurch auch Grundherr über einen Teil des Riedes Nieder-Reinprechtsdorf, hier entstehen 1730 an der Margaretenstraße die ersten Häuser. Bald sind auch die Anteile des Bürgerspitals an dem zuvor bestandenen Ried verbaut, sodass sich Häusergruppen unter dem Namen Reinprechtsdorf zu einer selbständigen Vorstadt entwickeln.
Wappen: Der Reichsapfel aus dem kleineren Siegel des Bürgerspitals zu sehen.
Verbindung: Johann Friedrich Vischer von Ramprechtstorff (-1639) oo Helena Margareta Fellner von Feldegg (1614-1680). 

Wappen von Margareten: Der geteilte Schild ist durch geschwungenen Göpelschnitt von Rot, Silber, Blau und Rot, die Spitze von Gold, gespalten. Der aufgelegte goldene Herzschild zeigt die hl. Margareta auf einer Wolke sitzend, mit einem Kreuz in der Rechten, einen grünen Drachen beschwörend (Margareten). Rechts oben der hl. Nikolaus mit Pedum und Evangeliar (Nikolsdorf), links oben der hl. Florian, Feuer löschend (Matzleinsdorf). Rechts unten ein Turm, in dessen geöffnetem Tor ein herausspringendes Einhorn erscheint (Hundsturm). Im linken unteren Feld ein blauer Reichsapfel (Reinprechtsdorf), in der Spitze ein Rost, das Marterwerkzeug des hl.Laurenzius (Laurenzergrund). Quelle: Landesgesetzblatt für Wien 10/1998: Gesetz über die Symbole der Bundeshauptstadt Wien

   
         
   
   

Schreibweisen: Trauneckgut, Steegwirt

Lage: Steeg Marktgemeinde Goisern Bezirk Gmunden. Der Gutshof Trauneck steht zwischen Au und Steeg am Abfluss der Traun aus dem Hallstättersee, am rechten Flussufer. Heute ist der Steegwirt darin untergebracht.

Baubeschreibung: Gutshof. Die schlichte Barockanlage besteht aus einem unregelmäßigen Bau. Der älteste erhaltene Bauteil ist von einem etwas verunglückten Portal aus den 1970er Jahren versteckt. Im Inneren befindet sich ein Kreuzgewölbe. Ein Stein über dem eigentlichen Haupteingang trägt die Konskripionsnummer 12 und weist auf das Baujahr 1571 hin. Die wesentlichen Teile sind erhalten, aber vor allem Dach und Fassade weisen Spuren vom Umbau von 1875 auf.

Gegenüber des Trauneckerguts, am linken Ufer, steht das Klauswärterhaus. Eine bedeckte Siebenerzille ist als Relief dargestellt und der ehemalige Doppeladler unter dem Giebel des Hauses hat bei einer Renovierung einen Kopf verloren. Steeg ist in der frühen Neuzeit ein wichtiger Umschlagplatz für das Salz.

Besitzperiode: 1590-1773 im Familienbesitz derer von Seeau

Chronik:

1571 NN Khappl, Salzfertiger, errichtet den ersten Teil des Barockschlösschens Trauneckgut als Einkehrgasthaus der Schiffsleute. Thomas Seeauer wird es im Zuge der Bauarbeiten an der Klause wohl häufig besucht haben. Denn er hat in der Nähe des Schlosses Trauneck den Bau der Klause geleitet und später deren Betrieb überwacht.

1590 Wolf Seeauer kauft das Schlösschen Trauneckgut in Steeg und baut es als Umschlagplatz für den Salzhandel aus.

1773 Michael Wenger Graf von Seeau auf Würting verkauft das Seeauergut und das Trauneckgut an Franz Stadlmann, Traunbauer zu Goisern, um 2300 Gulden. 

1875 Umbau des Trauneckguts. Heute befindet sich Gebäude der Steegwirt, bei dem ich mir schon öfter köstliche Spezialitäten aus der Gegend servieren ließ.

 

   
   
   

Schreibweisen: Roith

Lage: Schloss Roith am Traunsee. A-4810 Gmunden, Traunsteinstraße 87. Heute Hotel, Restaurant und Terrassencafé.

Baubeschreibung: Ein riesiger Freisitz, leider im 19. Jahrhundert „rittermäßig“ romantisch umgebaut. Dazu dann noch eine riesige Protzterrasse des Hotels aus dem 20. Jahrhundert. Nur am Steig, der zum See führt, findet sich ein alter, ziemlich verfallener Teil, der wie der Eingang zu einem Grabdenkmal aussieht.

Besitzperiode: ~1670-1743 im Besitz der Familie Seeau.

Chronik:

1550 Schloss Roith am Traunsee wird von Kaiser Rudolf II. zum Freisitz erhoben.

1659 Allianzwappen eines Plass von Mühlleuthen mit einer Rüsselhuber, rechts vom Eingang des Freisitzes Roith. Wappen der Plass: Geviert. 1 und 4 auf Gold ein schwarzes springendes Pferd mit gewendetem Haupt, 2 und 3 in Blau ein goldenes Posthorn mit einem schwarzen Rumpf unter einem goldenen Stern. Wappen der Rüsslhueber: Gams hochspringend. Mit den Initialen E.R.P.V.M.G.S. Der Mittelteil P.V.M. heißt wohl Plass von Mühlleuthen.

1694 Johann Philibert (* 1635, † 1694 auf Roith am Traunsee) Graf von Seeau auf Ebenzweyer, Hiltprechting und Thalham, Landrat in Österreich ob der Enns, erwirbt sich den Sitz Roith am Traunsee und verfügt über seine Güter mit Testament vom 13. 2. 1694 dahin, dass seine Gemahlin Katharina geborene Pflügl von Goldenstein und Wolfsegg den Sitz Roith eigentümlich, von den drei Söhnen, bei gleichzeitigem Ausgleiche in Barem Gelde, Veit Constantin das Gut Reut, Anton Nicolaus Franz die Herrschaft Puchberg, Johann Josef Ehrenreich Ebenzweyer mit Hiltprechting und Talham erhalten sollten. Seine Erben teilen sich in diesem Sinne am 9. 7. 1694.

1697 Anton Nikolaus Franz Xaver (1672-1743) Graf von Seeau zu Mühlleuthen auf Ebenzweier, Hiltprechting, Thalham, Puchberg, Reuth und Roith.

1743 Anton Nikolaus stirbt und mit ihm erlischt die Linie Ebenzweier im Mannesstamm. Roith wird verkauft.

 

   
   
   

Schreibweisen: Thalham, Thalhain, Reit, Reuth, Reith

Lage: Reuth bei Thalham im Hausruckviertel. Thalham Wilhering Bezirk Linz-Land. Die Gemeinde Wilhering besteht aus den Katastralgemeinden: Hitzing, Dörnbach, Appersberg, Lohnharting,Thalham, Edramsberg, Fall, Höf, Katzing, Mühlbach, Reith, Schönering, Ufer, Wilhering, Winkeln

Marktgemeinde Wilhering, 4073 Wilhering, Gemeindeamt Linzer Str.14, Tel: 07226/2255...0

Baubeschreibung: #

Besitzperiode: #

Chronik: #

 

   
   
   

Schreibweisen: Waldhof

Lage: Gutshof Waldhof in Waldhäuser bei Afiesl bzw. Helfenberg im Mühlviertel. Heute Kastner Waldhof, Waldhäuser 22, A-4184 Helfenberg dzt. ist dort die Slupetzky Erich GmbH untergebracht, FON 07216 6685

Baubeschreibung: Gutshof

Besitzperiode:

Chronik:

1600< erbaut bzw. renoviert. Jahreszahl auf der Granitzarge des Eingangstores.

1830< Magdalena Bayer wird nach der Geburt des natürlichen Sohnes Anton von Franciscus de Paula Graf von Seeau zu Helfenberg V (1801-1841) Anton der Waldhof überschrieben. Antons Vater hat keine ehelichen Nachkommen, stirbt bereits jung und sorgt für Magdalena und den gemeinsamen Sohn.

Johann Bayer * 1869 in Obernberg/Inn, Erstgeborener des Anton Bayer, aufgewachsen am Waldhof/Waldhäuser in Helfenberg. Als sein Vater das zweite Mal heiratet, kommt es mit seiner Stiefmutter immer wieder zu Auseinandersetzungen wegen der Übernahme des Hofes. Schließlich geht er nach Obernberg, macht sich selbständig und gründet dort eine Familie.

 

   
   
   

Schreibweisen: Wildenstein

Lage: In Bad Ischl, gleich oberhalb der Talstation der Katrinseilbahn. Der steile Felsvorsprung der Katrin gestattet ein Überblick über das Trauntal und über die Straße, die Lauffen mit Ischl verbindet. An der Westseite der Burg führte der uralte Eisen- und Handelsweg vom Pötschen her durchs "Wildensteinholz" ins Salzburgische.

Baubeschreibung: Der gotische Torbogen und gotische Türsimse lassen auf das 11. bis 12. Jahrhundert schließen. Wildenstein ist die einzige Burg im inneren Salzkammergut.

Burg Wildenstein in Bad Ischl ist Sitz der kaiserlichen Herrschaft Wildenstein, die den größten Teil des Salzkammergutes zu verwalten hat.

Besitzperiode: ab 1682, erworben durch Johann Friedrich (1659-1729) Graf Seeau, Freiherr auf Würting, Moos, Litzlberg, Piberstein und Helfenberg, Inspektor der Herrschaft Orth im Traunsee und der Herrschaft Wildenstein, Pfandinhaber der Aufschläge Ybbs und Salmingstein. Auch Johann Ehrenreich (1666-1708) ist Pfandinhaber von Wildenstein.

Chronik:

1392 Burg Wildenstein wird urkundlich erstmals im Zusammenhang mit Ischl "Dorf Yschl unter der Veste Wildenstein" erwähnt, doch liegt ihre Entstehungszeit sicher früher.

1419 Wildenstein ist der Sitz der kaiserlichen Pfleger, die über das Ischlland gebieten, das etwa dem heutigen Gerichtsbezirk Bad Ischl entspricht. Die Bezeichnung "Ischlland" findet sich schon 1262 zur Zeit Ottokars II. Erst zur Zeit Maximilians I. findet sich für den Raum zwischen Hallstatt und Gmunden die Benennung "Kammergut".

Die Burg Wildenstein ist aber nicht nur der Sitz des Landgerichtes im Ischlland, sie ist auch ein Schutz des "kostbaren Kleinods der kaiserlichen Salzwurzen" gegen feindliche Überfälle. Einer Wiederholung des "Salzkrieges", wie er gegen Ende des 13. Jahrhunderts zwischen Albrecht I. und Erzbischof Konrad IV. von Salzburg im Ischlland ausgetragen worden war, sollte für alle Zukunft vorgebeugt werden.

1593 während einer längeren Abwesenheit des Pflegers Andreas Schmiedauer von Oberwallsee bricht am 28. August in der Burg ein verheerender Brand aus. Ihm fallen die hölzernen Wehrgänge, die Turmbekrönung, die Kammer oberhalb der Backstube, die Getreidekästen und Ställe zum Opfer. Ebenso verbrennen die Fußböden, das Mauerwerk des Bergfrieds zerbirst und wird anschließend durch Sturm und Wetter niedergeworfen. Verschont bleibt ein Teil des Palas (Wohngebäude). In Urkunden des Wiener Hofkammerarchivs ist verzeichnet, dass man zum Wiederaufbau nach dieser Brandkatastrophe 300 große und kleine Baumstämme, 300 dicke Bodenläden, 100 Tafelläden, 200 Verschlagläden, Tausende von Schindeln, 60.000 Schindelnägel und 8000 Ziegel braucht. Die Gesamtkosten des Wiederaufbaues werden mit 583 Gulden veranschlagt (eine Kuh kostet zu jener Zeit acht bis zehn Gulden). Die Untertanen der Herrschaft Wildenstein müssen für den Wiederaufbau der Burg keinen Robot leisten, denn der Robot ist gering und beschränkt sich auf Fuhr- und Handdienste bei der Ernte und das nur für die Bewohner des Pfarrgebietes von Ischl. Die Einwohner der übrigen Orte, die der Herrschaft Wildenstein unterstehen, haben keinen Robot zu leisten.

1700 als Wehrbau hat die Burg Türme, Wehrgänge, Ringmauern und Schießscharten, einen künstlich angelegten Graben, Tor und Zugbrücke. Der Pfleger Johann Lidl beschreibt die Burg im Jahre 1700: „Sie steigt in drei Gaden (Stockwerken) auf, im dritten Gaden, gegen die Katrin zu, liegt die Burgkapelle“. Lidl spricht auch von einer „seitwärts erbauten Kuchl“ zur Zeit der Spindlerischen Pfandherrschaft (1658 bis 1669). Dort sei eine "Wirtschaft gehalten" worden, eine Weinschänke. In den Abhandlungsprotokollen dieser Zeit wird der "Tafernwirt" Gerold genannt. Mauerreste dieser "Kuchl" sind heute freigelegt, dieser kleine Bau ist auch auf dem Stich von G. V. Vischer aus dem Jahr 1674 zu sehen.

So günstig die Lage der Burg vom wehrtechnischen Standpunkt auch sein mag, so unfreundlich ist sie für die Burgbewohner. Nur in den Hochsommermonaten dringt ein wenig Wärme durch die dicken Steinmauern, für das übrige Jahr versperrt die Katrin die Sonne. Die Winter sind in dieser einsamen Höhe noch härter als im Tal. Kein Wunder also, wenn schon Ende des 16. Jahrhunderts und noch mehr im 17. Jahrhundert die Pfleger im Tal wohnen. Achaz von Seeau wohnt in Goisern, Jakob Reimer in Lauffen und Johann Lidl in Ischl. Wiederholt beklagen sich die Pfleger über die schlechten Wohnverhältnisse und bitten den Kaiser um Abhilfe.

1715 Burg Wildenstein brennt zum zweiten Male ab. Seither ist die Burg dem Verfall preisgegeben. Der Pfleger Johann Lidl verlegt im Jahre 1717 die Pflegschaftskanzlei nach Reiterndorf. Dort hatte seine zweite Gemahlin Anna Polixena das Landgut (Reiterndorf Nr. 1, heute Haushaltungsschule) gekauft. Auf dem dazugehörigen Grund lässt Lidl ein Kanzleigebäude mit einer Wohnung für den Gerichtsschreiber erbauen. Kurz nach seinem Tod verkauft die Witwe den ganzen Besitz, und die folgenden Pfleger verlegen die Pflegschaftskanzlei nach dem Markt Ischl (Auböckplatz 1). Seit 1770 amtieren sie auf "Neu-Wildenstein" in Bad Goisern (heute Forstamt).

1880 Erzherzogin Marie Valerie (1868-1924), die jüngste Tochter von Kaiser Franz Joseph I., reimt über Wildenstein:

Wildenstein

Höher und höher mit jeglichem Schritt.
Reißt dich der Berggeist mächtiger mit.
Hinter dir lastende Schwere und Pein,
Frei wie die Lüfte sollst oben du sein!

Düfte, die hoch mit den Wolken geh'n,
Fühlst du berauschend entgegen dir wehn.
Grüßend und singend, hinflutend so hell,
Ladet der Wildbach empor dich zum Quell.

Höher und höher, wie siegesbewusst,
Dehnt sich dir weiter und froher die Brust.
Tief dir zu Füßen die Lande, die Au'n,
Wälder und strömende Wasser zu schau'n.

Öffne dein Herz! Ist's enge und klein,
Kann's nicht Genosse der Höhen sein.
Bist du den einsamen Bergen gesellt,
Wirf sie hinunter, die Schwächen der Welt!

 

   
   
   

Schreibweisen: Würting Wuerting Wurting

Lage: Das Schloss Würting liegt in Offenhausen bei Lambach, westlich von Wels. Autobahnabfahrt Meggenhofen und dann durch Offenhausen und Richtung Lambach. Würting ist lange Zeit Distriktskommissariat, heute Gemeinde Offenhausen Bezirk Bezirk Wels-Land.

Baubeschreibung: Renaissance Wasserschloss Würting ist durch zwei Rundtürme dominiert. Heute in einem verwilderten Park und einem bejammernswerten Zustand jedoch mit durchaus sichtbaren Resaurationsarbeiten.

Besitzperiode: 1648-1844 im Familienbesitz derer von Seeau

Chronik:

0814 Würting bei Offenhausen, erste urkundliche Erwähnung "actum ad wirtingen" als romanischer Schankhof. Graf Richarius erklärt, ein Gut in Schweinbach bei St. Florian in Form eines Gnadenlehens vom Kloster Mondsee inne zu haben.

1220 Würting erstmals urkundlich als Schloss genannt.

1462 Würting wird zum gotischen Wasserschloss umgebaut.

1534 Jörg III. von Perkheim, Besitzer der Herrschaft Würting, erreicht bei König Ferdinand I, auf Verlangen der Einwohner von Offenhausen und seiner Fürbitte für das ihm untertänige Dorf, die Erhebung zum Markt. Dieses entwickelt sich zu einem regionalen Zentrum von Handel, Gewerbe und Handwerk.

1610 Christoph Weiß erweitert Schloss Würting im Stil der Renaissance prunkvoll, zwei Rundwehrtürme werden angebaut, das Rundzimmer im Ostturm von C. Albertin gestaltet. Bemerkenswert sind auch die Deckengemälde. Besitzer ist der Welser Handelsherr Christian Weiß und seine Gattin Felicitas von Altenau, eine Cousine der Salome Alt von Altenau.

1648 Elias von Seeau zu Mühlleuten erwirbt von Alexander Schifer Freiherr von und zu Freiling († 1661), Hofkriegsrat und General-Kriegskommisarius, (oder aus dessen Nachlass) die Herrschaft Würting mit Moos im Hausruckviertel.

1670 Johann Friedrich von Seeau auf Würting mit Moos und auf Litzlberg erbt Würting mit Moos. Er vererbt den Besitz an seinen ältesten Sohn aus zweiter Ehe…

1729 Ferdinand Friedrich Graf Seeau zu Würting, Moos und Litzlberg, vererbt Würting mit Moos an seinen Sohn …

1768 Franz Graf Seeau zu Würting, Moos und Litzlberg, vererbt Würting mit Moos an seinen Sohn …

1812 Anton Graf Seeau zu Würting, Moos und Litzlberg, der am 7. 2. den Besitz antritt. Als er als letzter im Mannesspross dieser Linie, zu Würting am 1. 9. 1833 stirbt, erbt seine Witwe…

1833 Maria Anna, geborene Freiin von Seldern, Würting mit Moos zur Hälfte, die andere Hälfte geht an die einzige Tochter Mathilde († 20. 1. 1844) oo 23. 7. 1842 Alexander Földváry von Földvár und Bernáfelva. Erbin ist ihre einzige Tochter…

1844 Mathilde Földváry von Földvár und Bernáfelva erbt Würting und Moos.

1969 Rüdiger Rogalla überträgt das Eigentumsrecht an Schloss Würting einer Liechtensteinischen Firma, die das Schloss im Auftrag einer Schweizer Interessentin kauft.

1971 Rüdiger Rogalla stirbt und die Tafelbilder der Kassettendecke des Schlosses Würting werden in einer Blitzaktion außer Landes gebracht.

1995 die verloren geglaubten Deckenbilder einer Kassettendecke aus dem Schlosse Würting werden vom Verein "Denkmalpflege Oberösterreich" mit Hilfe des Landes und des Bundes durch einen Rettungskauf sichergestellt. Das Ziel des Bundesdenkmalamtes ist die Anbringung im Schloss Würting, wenn dort entsprechende Voraussetzungen für die Präsentation geschaffen sind.

Heute ist das Schloss Würting ziemlich verfallen und wird mit hohem Aufwand restauriert. In ihm ist ein Urweltmuseum mit Mineralien und Versteinerungen aus dem In- und dem Ausland untergebracht.