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1806 nach der Auflösung des Römischen Reiches Deutscher Nation im Jahre 1806 kommt es geradezu zu einer Inflation bei den Adelsernennungen: Napoleon, der nicht einmal seinen eigenen Adel nachweisen kann, hat in nur sieben Jahren mehr als 2000 Neu-Adelige ernannt, darunter auch 31 Neu-Herzöge. In der ausgehenden k. u. k. Monarchie wird jeder geadelt, der 40 Jahre unbeschlolten im Höheren Staatsdienst verbracht hatte. Daher wimmelt es um die Jahrhundertwende in Wien geradezu von "Rittern", "Edlen von" und "von", die man alle der Einfachheit halber mit Baron anredet.

1919 werden die Privilegien des deutschen Adel großteils aufgehoben und der österreichische Adel gänzlich untersagt. Siehe Deutscher und Österreichischer Adel nach 1919. 

A

Adel heute, adelig sind heute nur Männer und Frauen, wenn sie ehelich aus dem Mannesstamm einer jener Familien abstammen, die schon vor 1918 durch den jeweiligen Landesherrn anerkannt adelig waren. Das gilt für Deutschland, in Österreich ist der Adel abgeschafft, die adeligen Vorfahren kann einem aber niemand nehmen. Hier ist das Lexikon um Adel.

Adel im Mittelalter: Wer nicht gerade zu den "Eingeborenen" gehört, kann im Mittelalter nicht immer zwischen adligen und bürgerlichen Familien unterscheiden. In bestimmen Gebieten gibt es überhaupt keine adligen Titel wie Freiherr, Baron, Graf, Fürst, Herzog usw. und auch nicht das "von" für den untitulierten Adel, wie es in der k. und k. Monarchie üblich ist. Meist genügt der Familienname, um zu erkennen, ob es sich um eine bürgerliche Person, einen Patrizier oder einen Adeligen handelt. Das Adelsprädikat ist zweifelsohne lange sekundär. In erster Linie zählt der tatsächliche Nachweis des Adels. Im Spätmittelalter und der frühen Neuzeit schotten sich die Stände gegeneinander absolut ab. Es gibt Adelsfamilien, die gar kein Adelszeichen führen und trotzdem adelig sind. Entstanden oft durch die Übernahme von Herkunftsbezeichnungen im Mittelalter, wird die Bezeichnung seit dem 14.Jahrhundert durch Diplom verliehen. Adel und Patrizier verfestigen sich als geschlossene Gruppen.

Adel in der Neuzeit: Privilegierte Bevölkerungsgruppierung, besitzen in der frühen Neuzeit das Recht der Landstandschaft, zugleich das Recht zum Besitz landgräflicher Güter und auf privilegierten Gerichtsstand (Landschranne, landmarschallisches Gericht). Nach 1848 entsteht das Recht auf Titelführung und das Recht auf Nutzung für Adelige reservierter Stiftungen; einige Hochadelsfamilien haben das Recht auf erbliche Mitgliedschaft im Herrenhaus des österreichischen Reichsrats.

Adelsbriefe sind die schriftliche Bestätigung des Adelsstandes und werden in der Regel ab ca. frühestens 1350 im Deutschen Reich ausgestellt. Sie sind im Allgemeinen prachtvoll gehalten, auf wertvollem Pergament geschrieben, vom Herrscher unterzeichnet und gesiegelt sowie einer besonderen Schriftsprache unterworfen. Gelegentlich handelt es sich bei den erwähnten Adelsbriefen auch um Bescheinigungen des Adelsstandes.

Adelsentstehung aus meist kriegerischem Fürstendienst, in den österreichischen Ländern des Mittelalters zumeist aus (freier oder unfreier = ministerialischer) Gefolgschaft der Babenberger, Otakare, Sponheimer usw., dann der Habsburger.

Adelsverleihung im Heiligen Römischen Reich Deutscher Nation ist ein Reservatrecht des Kaisers. Abgeleitet davon dürfen die Reichsverweser oder Palatine den Adel verleihen, das sind die Erzherzöge von Österreich auf Grund des privilegium Fridericianum 1453 und Hofpfalzgrafen (Palatine) mit Nobilitierungsbefugnis. Seit alters her nehmen auch die Könige von Böhmen und die Pfalzgrafen bei Rhein dieses Privileg in Anspruch, später zunehmend die bedeutenden Reichsfürsten wie in Bayern und Brandenburg/Preußen, sowie etliche geistliche Reichsfürsten.
Seit dem Untergang des Heiligen Römischen Reiches 1806 ist jeder Landesfürst auf Grund der neu gewonnenen Souveränität berechtigt, den Adel zu verleihen. Dieses Recht ist üblicherweise Prärogativ des Souveräns, so dass der Verleihungsakt durch diesen als konstitutiv angesehen wird und die Diplomausfertigung nur noch deklarativer Natur ist.

Adelsstufen

  Stand Prädikat
1 einfacher Adel "von" oder "Edler von"
2 Ritterstand "Ritter von", in Österreich
3 Freiherrenstand Freiherr, Reichsfreiherr, Baron
4 Grafenstand Graf, Reichsgraf
5 Fürstenstand Herzog, Erzherzog, Prinz


Adelszeichen sind ein bestimmender Namensteil von Adelsprädikaten. Adelszeichen sind: "von", "v.", "von und zu", ...

Ahnenprobe im Mittelalter entstandenes Beweisverfahren zur Abgrenzung von den anderen Ständen. Vor allem der so genannte Vier-Ahnen-Beweis, d.h. der Nachweis, dass alle vier Großeltern des Probanden demselben Stand angehört hatten. Grund dafür ist, dass zu dieser Zeit aus den Berufsständen Geburtsstände geworden waren. Für den Adel (im heutigen Sinne) ist der erste wesentliche Ahnenbeweis ab dem 12. Jahrhundert der der Turnierfähigkeit, er wird vom Nachweis der Abstammung von vier ritterbürtigen Ahnen und der Legung einer Wappenprobe abhängig gemacht. Später werden bestimmte Funktionen dem Adel vorbehalten, so in Ritterorden, Domkapiteln und Stiften (Stiftmäßigkeit), Orden und Stiften für adelige Damen und Hofwürden (z.B. die Kämmererwürde und der Hofzutritt).
Welche Abstammungsvoraussetzungen zu erfüllen sind, ergibt sich aus den Regeln der betreffenden Institution. Tendenziell wird aber - zur Aufrechterhaltung der Exklusivität - die Anforderungen bis hin zur 16-Ahnen-Probe (Nachweis, dass alle Ururgroßeltern adelig geboren waren) immer mehr verschärft. In älteren Zeiten wurde der Nachweis regelmäßig durch die so genannte "Aufschwörung” erbracht;  mit der Säkularisation und dem Ende des alten Reichs trat an ihre Stelle der Urkundenbeweis.

Allod ist das freie Eigengut einer Adelsfamilie, im Gegensatz zum Lehen. Der Inhaber einer Allodialherrschaft ist der Allodialherr.

Anredeprädikat wie Hoheit, Durchlaucht etc. werden ursprünglich wie Titel verliehen und waren über die Jahrhunderte einer ständigen Nivellierung unterworfen. Als Beispiel sei angeführt, dass das Prädikat Wohlgeboren im 16. und anfangs des 17. Jahrhundert nur an Angehörige gräflicher Familien verliehen wird. 1918 stehen dem Adel aus monarchischer Verleihung folgende Anredeprädikate zu:
a) Hoher Adel: Für regierende Häuser ist der konkrete Einzelfall zu überprüfen; für die Standesherren Durchlaucht, Durchlauchtig Hochgeboren oder Erlaucht und für Nachgeborene, denen kein gesondertes Prädikat zustand, Hochgeboren.
b) Niederer Adel: Für fürstliche Häuser, denen kein sonstiges Prädikat gesondert verliehen worden war, Hochgeboren (in Österreich fürstliche Gnaden); für Grafen Hochgeboren, für Freiherren Hoch- und Wohlgeboren (in Österreich Hochwohlgeboren) und für Ritter und den untitulierten Adel Hochwohlgeboren.

Aufschwörung, die durch andere Adelige feierliche Bestätigung der Richtigkeit der auf der Ahnentafel und anderer Dokumente des Probanden enthaltenen Angaben sowohl bezüglich der ehelichen Geburt aller Vorfahren als auch der Zugehörigkeit aller aufgeführten Personen zum Adel.

Allodbesitz, Eigengüter der Ritter

B

Babenberger, ein ursprünglich aus Bamberg (Namens gebend) stammendes Adelsgeschlecht in Österreich. Zuerst Markgrafen und ab 976 Herzöge die für Österreich eine gewisse Eigenständigkeit innerhalb des Reichsverbandes erreichen. Mit Friedrich II. dem Streitbaren sterben sie 1246 aus. Ihre Nachfolger werden die Habsburger.

Bannrecht ist das Recht der Obrigkeit, insbesondere des Königs, zu gebieten und zu verbieten, dazu kommt die Einhebung der Strafe, die bei Verletzungen des Bannrechtes verhängt wird.

Bauernbefreiung ist die Aufhebung der Grundherrschaft des Adels, die in Österreich endgültig 1848 erfolgt, nachdem bereits im 18. Jahrhundert unter Maria Theresia und Josef II. für die Bauern bedeutende Erleichterungen geschaffen werden.

Baron ursprünglich Adelsprädikat und Anrede für Freiherrn, in Österreich ab 1848 immer mehr übliche Anrede für alle Angehörigen des niederen Adels, also für "Ritter von", "Edler von", und "von".

Belehnung ist die feierliche Übergabe eines Lehens durch den Lehensherrn auf den Lehensmann (Vasallen). Sie besteht erstens aus der Belehnung, die mit der Vergabe von Symbolen wie Fahne und Schwert verbunden ist und zweitens der Huldigung, wobei der Vasall durch Lehenseid seinem Lehensherrn die Lehenstreue schwört.

Blutgerichtsbarkeit oder Blutbann ist die richterliche Gerichtsbarkeit auch über schwere Verbrechen zu richten und die Delinquenten bei Leib und Leben bestrafen. Zum Unterschied zur Niederen Gerichtsbarkeit kann auch die Todesstrafe verhängt werden.

Braugerechtsame ist das Vorrecht des Adels, Bier zu brauen und in der eigenen Taverne zu einem selbst bestimmten Preis auszuschenken.

Briefadel seit dem Spät-Mittelalter aus Adel-Verleihung (Nobilitierung) für besondere Verdienste hervorgegangener Adel. Der "Gotha" unterscheidet zwischen Uradel (bezeugt vor 1350) und Briefadel.

Burggraf (Burgvogt, castellanus, praefectus), ist ein königlicher oder bischöflicher Militärbeamter (aber kein Graf im Sinne des Adelsrechts) auf einer landesherrlichen Burg, der in späterer Zeit auch richterliche Aufgaben versieht.

Burgvogt siehe Burggraf.

C

Comes ist die lateinische Bezeichnung für Graf. Davon abgeleitet: Count, Comte
Cónte, Conde, Countess, Comtesse, Contéssa, Condesa und Condessa.
 

D

Damenstift ist eine vorübergehende ordensähnliche Gemeinschaft für adelige Frauen. Ein Damenstift bietet zwar die klösterliche Lebensform, nötigt aber andererseits keine Gelübde ab und so können die "Ordensfrauen" daher jederzeit wieder austreten. Ordenskleidung wird nur zu feierlichen Anlässen getragen. Besuche von Theatern, Bällen und anderen gesellschaftlichen Anlässen sind ebenso möglich wie mehrmonatige Beurlaubungen anlässlich von Besuchen bei Verwandten.

Dienstadel ist der im 18. Jahrhundert nach der Reform durch Joseph II. entstandenen Adelsgrade des niedrigeren Adels der Ritter und Freiherren.

Deutscher Adel nach 1919: Die früheren Adelstitel werden 1919 durch die Weimarer Verfassung Bestandteil des Namens. Ob nun jemand Victoria Müller-Leibnitz oder Wilhelm Graf von Bellheim heißt, alle sind gleich, zumindest dem Gesetz nach und werden mit Herr oder Frau angesprochen. In Deutschland tritt nach dem Entstehen der "Deutschen Republik" am 14. August 1919 der Gleichheitssatz des Art. 109 (3) WRV in Kraft, der bestimmt: "Öffentlich-rechtliche Vorrechte oder Nachteile der Geburt oder des Standes sind aufzuheben. Adelsbezeichnungen gelten nur als Teil des Namens und dürfen nicht mehr verliehen werden." Im Gegensatz zu den österreichischen Adeligen dürfen aber die deutschen Adeligen ihren Titel als Teil des Namens bis zum heutigen Tage weiterführen. Siehe auch Österreichischer Adel nach 1919.

Dinghof ist die mittelelterliche Gutswirtschaft auf dem herrschaftlichen Eigenland, eine grundherrliche Eigenwirtschaft. Ausgehend vom Herrenhof (villa oder curtis) erfolgt die Bewirtschaftung von den zu Arbeitsleistungen und Abgaben verpflichteten Bauern. Die Wirtschaftsführung erfolgt durch den Grundherrn selbst oder einen beamteten Gutsverwalter, dem Meier.

Domkapitel ist eine kollegial autonome verfasste juristische Person in Form der Kanonikerkorporation an der Kathedralkirche (Dom) mit gemeinsamem Chordienst, die gottesdienstliche und beratende Hilfsfunktionen gegenüber dem Bischof übt und bei Erledigung des bischöflichen Stuhles als interimistisches Leitungsorgan das Bistum verwaltet.

Dynastie ist eine Familie, die durch Erbfolge in mehreren Generationen den Herrscher eines Landes stellt und so zum Herrscherhaus wird.

E

Ebenbürtigkeitsrecht hat mit wenigen Ausnahmen nur für den hohen Adel Bedeutung.
Subjektiv ist das Ebenbürtigkeitsrecht, das den Mitgliedern der landesherrlichen Häuser kraft ihrer staatsrechtlichen Stellung zukommende und den Mitgliedern der standesherrlichen Häuser (Standesherren) zugestandene Recht, rechtlich in vollem Umfang gültige Ehen mit Mitgliedern regierender Häuser einzugehen. Ehen zwischen nicht Ebenbürtigen sind so genannte morganatische Ehen.
Objektiv bedeutet das Ebenbürtigkeitsrecht die Summe der üblicherweise in Hausgesetzen und Hausobservanzen festgelegten Rechtsnormen, die die Voraussetzungen für die Ebenbürtigkeit und Rechtsfolgen im Falle von deren Fehlen festlegten. Nicht alle standesherrlichen Häuser haben für sich derartige Ebenbürtigkeitsregeln erlassen.
Für den niederen Adel gibt es im preußischen Allgemeinen Landrecht Ebenbürtigkeitsregeln, die aber 1854 aufgehoben werden.

Edelfreie oder Hochfreie sind durch edle Abkunft ausgezeichnete Geschlechter. Im 12. Jahrhundert entwickeln sich daraus die freien Herren, aus denen auch die Fürsten, Herzöge und Könige hervorgehen. Sie bilden auf Grund des Großgrundbesitzes und der Ämter eine Oberschicht unter den Ritterbürtigen. Im Gegensatz zu den anfangs noch unfreien Ministerialen.

Ehe, Eheformen und -gestaltung sowie die Heiratspolitik sind im Spätmittelalter und der frühen Neuzeit wichtige Garanten des Bestandes des Adels und des adeligen Lebensgefühles. Hier ist die Monographie über die Ehe im Mittelelter und der frühen Neuzeit.

Eigenleute sind unfreie Zinsbauern und Leibeigene. Eigenleute die zum Waffendienst verpflichtet sind, heißen Milites oder Miles.

Erbfall, besagt, dass alle Rechte und Besitzungen der ausgestorbenen Linie entsprechend einem Vertrag an die überlebende Linie übergehen.

Erbländischer Adel, entsteht in der Neuzeit durch gegenseitige Anerkennung des Adels der verschiedenen Länder und gemeinsame Verleihung durch die österreichische (später böhmisch-österreichische) Hofkanzlei.

Erbleihe ist eine in der Familie vererbbare Landleihe an Hörige oder Freie, die mit Gülten, Zins oder Dienstbarkeiten verknüpft sind.

Erbobergespan, ungarischer Titel für einen ersten Grafen. Siehe auch Obergespan.

Erloschen oder genauer "im Mannesstamme erloschen" bedeutet, dass der Name der Linie ausgestorben ist.

Erste Gesellschaft siehe Hundert Familien.

Erzämter sind Kämmerer, Mundschenk, Truchsess und Marschall als vererbliche oberste Reichswürden des Kaiserhauses oder an die Person bestimmter Territorialfürsten gebundene. Ministerialen, die den Fürsten Heeresfolge und Hofdienste leisten. Sie betreffen die bei feierlichen Anlässen - vornehmlich Königskrönungen - ausgeübten Ehrendienste, die zugleich Ehrenvorrechte gewähren. Im deutschen Reich des Mittelalters und der beginnenden Neuzeit haben die sieben Kurfürsten auch die sieben Erzämter inne. Angehörige des Hochadels leisten im Hochmittelalter diese Ehrenämter, das heißt dass sie für die entsprechenden Funktionen verantwortlich sind, sie aber nicht selbst ausführen, was zugleich ihre Auszeichnung gegenüber den anderen Adligen dokumentiert. Siehe Hofämter, Kämmerer, Mundschenk, Truchsess und Marschall.

Erzherzog bzw. Erzherzogin ist der Titel der Prinzen bzw. Prinzessinnen des Hauses Österreich.

Erzhofämter siehe Erzämter, Hofämter, Kämmerer, Mundschenk, Truchsess und Marschall.

F

Familiennamen bilden sich erst im Ausgang des Mittelalters, im 14. und 15. Jahrhundert, allmählich aus. An die Stelle der bloßen Personennamen, die nicht mehr ausreichen, um Verwirrungen und Verwechslungen vorzubeugen, treten somit die "Zunamen" als Familiennamen, um die verschiedenen Familien, und die Vornamen, um innerhalb jener die einzelnen Glieder zu unterscheiden.

Fehde ist die allgemeine Bezeichnung für eine länger andauernde kriegerische Auseinandersetzung zwischen zwei feindlichen Familien oder Sippen. Im Besonderen werden jene privaten Zwistigkeiten als Fehde bezeichnet, die zur Zeit der Germanen und später im Mittelalter zur Klärung von Machtfragen führen sollen. Später wird es üblich, die Fehde erst nach Ausschöpfung des Rechtsweges und durch Ankündigung mit so genannten Fehdebriefen auszutragen. Nachdem die Fehde zunächst neben juristischen Verfahren offiziell zur Durchsetzung von Interessen anerkannt wird, macht das Verbot von Waffen für Privatleute der Praxis weitgehend ein Ende. Bis ins 20. Jahrhundert hinein allerdings gibt es auf dem Balkan, auf Korsika, Sizilien und auch in den Berggebieten im Südosten der USA Familienfehden, die oft durch die Pflicht der Blutrache ausgelöst werden. Diese besagt, dass eine Familie oder Sippe einen Mord oder ein anderes Delikt an einem Angehörigen nur dadurch rächen kann, dass sie einen Mord am Täter oder einem Mitglied seiner Familie verübt.

Fideicommiss ist ein durch Stiftungsakt geschaffenes unveräußerliches und unteilbares, einer bestimmten Erbfolge unterliegendes Immobilienvermögen. Der jeweilige Erbe ist quasi nur Treuhänder des Besitzes, das einer Familie dadurch dauernd erhalten bleiben soll und üblicherweise auch nicht belastet werden darf. Nach spanischem Vorbild geschaffen, verbreitet es sich nach dem Dreißigjährigen Krieg auch im römisch-deutschen Reich. Die Erbfolge in den üblicherweise adeligen Familienfideikommissen erfolgt meist nach den Regeln der Primogenitur, wobei häufig daran noch als zusätzliche Bedingung eine Ebenbürtigkeitsklausel für den Begünstigten geknüpft ist. Der Übergang von Erstgeburtstiteln ist (vor allem in Preußen) häufig an die Innehabung des Fideikomisses gebunden.

Filationsprobe ist der urkundliche Nachweis der direkten ehelichen Abstammung.

Freie Erbleihe ist eine Leiheform, bei der man nur geringen oder keinen Zins leisten muss. Der Lehensträger kann relativ frei über den geliehenen Boden verfügen und ihn auch an seine Söhne weitervererben.

Freier ist seit dem Mittelalter bis ins 18. Jahrhundert derjenige, der in keinerlei persönlichem Abhängigkeitsverhältnis steht. Dingliche Lasten, die am Besitz hafteten, auch Fronden, mindern die Freiheit an sich nicht. Auch der Lehnsmann, obwohl persönlich abhängig, gilt als Freier. Das wesentlichste Kennzeichen des Freien ist das Wergeld, später das volle Wergeld. In germanischer Zeit ist der Freie (Freihals, Kerl, ingenuus) identisch mit dem waffenfähigen, dingfähigen Volksgenossen, dem Gemeinfreien im Besitz der vollen Rechte. Er kann vor allem über sein Eigentum völlig frei verfügen.
Im Laufe des Mittelalters werden einerseits die unteren Schichten der Freien zu Mittelfreien, Minderfreien oder Unfreien, andererseits verschmelzen die höheren Schichten mit dem Geburtsadel zu den Hochfreien. Im allgemeinen bezeichnet im Mittelalter Freier (in der Formel Fürsten, Grafen und Freie) den Freiherrn.

Freiherr ist ein ursprünglich nicht zins- oder giltpflichtiger und auch nicht leibeigener Edelmann. Seit dem 15. Jahrhundert ist das Wort Standesbezeichnung der in den Herrenstand erhobenen Ritter. Der Stand ist im Rang unter den Grafen. Siehe auch Reichsfreiherr.

Freisasse ist ein Bauer, der persönlich frei ist, aber auf grundherrschaftlichem Boden wirtschaftet. In Tirol versteht man darunter im Mittelalter eine nur dort vorkommende Form des Adels.

Frondienst ist eine Arbeitsleistung mit der Untertanen dem Inhaber der Herrschaft verpflichtet sind. Sie besteht teils aus Spanndiensten (Fuhrwerksdienste) und aus Handdiensten. Der Frondienste wird 1848 im Zuge der Bauernbefreiung abgeschafft.

Fürst (princeps) und Fürstbischof sind im fränkischen Reich und im deutschen Reich bis 1806 der König und die Großen des Reiches und des Königs. Wer zur Unterschicht der principes gehört, verfügt mindestens über eine Grafschaft; zur Oberschicht der principes gehören die Herzöge. Zum Reichsadel gehören neben den weltlichen Großen des Reiches vor allem die Erzbischöfe und Bischöfe, die Äbte und Äbtissinnen der Reichsklöster und -stifte. Ihr weltliches Herrschaftsgebiet wird als Erzbistum, Fürsterzbistum, Erzstift, Hochstift (z.B. Freising) oder Fürststift (z.B. Berchtesgaden) bezeichnet.

Fürstbischof ist der Ehrentitel der zwölf österreichischen Bischöfe, die Sitz und Stimme im Herrenhaus haben.

Fürstendienst bleibt bis zuletzt das verbindliche Ideal des Adels, das auch seine Erziehung und seine Wirtschaftsprinzipien bestimmt.

Fürsterzbischof ist der Titel des Landesfürsten und Erzbischofs eines unabhängigen Staates wie dem Land Salzburg in vornapoleonischer Zeit.

G

Ganerbenburg ist eine im gemeinschaftlichen Besitz stehende Burg mit mehreren Eigentümer-Familien; verschiedene Erben aus dem gleichen Rittergeschlecht wohnen innerhalb einer Burganlage in eigenen Wohngebäuden. Gan ist wohl mit dem gotischen Wort ganithjos für Vettern verwandt.

Geburtsadel wird im Gegensatz zum Amtsadel (z.B. dem der Fürstbischöfe) durch Geburt erworben.

Gefürstet ist das Prädikat von Grafen mit fürstlichen Ehrenrechten und wird auch für deren Territorium verwendet, daher heißt es "gefürstete Grafschaft" Tirol.

Gemarkung umfasst den gesamten Wirtschafts- und Rechtsbereich einer Siedlung, mit Haus und Hof und Zugehör, mit Ackerland, Wiesen und Weiden, Plätzen, Wegen und Brücken, mit Wald und Heide, Ödland und Gewässer innerhalb der Gemarkungsgrenzen.

Genealogie beschäftigt sich heute als geschichtliche Hilfswissenschaft mit der Erforschung der Abstammungsverhältnisse einzelner Geschlechter und der Beantwortung der sich daraus ergebenden historischen Fragestellungen. Sie ermittelt und dokumentiert die Ahnen und deren Verwandtschaftsverhältnisse. Hier das Lexikon zur Genealogie.

Gespan oberster Herr eines ungarischen Komitats (Provinz). Gespan kommt von slawisch "zupan“ für Stammesführer. Zu jedem Komitat gehört immer eine Burggespanschaft, die im allgemeinen auch dem Komitat den Namen gibt. Theoretisch wird ein Unterschied zwischen der Leitung der Burggespanschaft und der des Komitats gemacht, in der Praxis aber verschmelzen beide Ämter miteinander. Das Oberhaupt beider ist der Gespan der Burg, der mit seinem weiter differenzierten Gefolge die Burg verwaltet: Es gibt die Ämter des curiales comes, des maior exercitus und des maior precum. Der erste Gespan ist nicht selten der Namensgeber des Komitats, wie es die Beispiele Hont oder Csanád zeigen. Die Grenzkomitate und Grenzgespanschaften bildeten einen besonderen Burgentyp.

Gespanschaft ist ein Burgbezirk im Ungarn, in deren Zentrum die Gespanschaftsburg liegt.

Graf ist seit der Karolingerzeit ein erblicher Adelstitel. Im fränkischen Reich Amtsträger auf einem Königsgut mit umfassenden Vollmachten. Ab dem Spät-Mittelalter landsässig. Seit dem 15. Jahrhundert kann der Grafentitel auch verliehen werden. Grafen gehören dem Herrenstand an. Siehe auch Reichsgraf.

Grundherr ist der Inhaber einer Grundherrschaft, dem die Abgaben der Grundholden zufallen. Mit der Grundherrschaft sind auch öffentlich-rechtliche Befugnisse (wie die Gerichtsbarkeit) verbunden.

Grundherrschaft ist die typische Form des mittelelterlichen Großgrundbesitzes, die auch einen eigenen Gerichtsbezirk bildet. Meist wird ein kleinerer Teil des Besitzes durch Fronhöfe selbst bewirtschaftet, während der größere Teil der Ländereien an abhängige Bauern (Grundholden) vergeben werden, die dafür Pacht in Form von Naturalien (Grundzins) und Frondienste zu leisten haben.

Grundhold oder Hintersasse ist ein höriger Bauer eines Grundherrn.

Gülten sind regelmäßige jährliche Abgaben durch die Bauern. Den einzelnen Siedlern, Hörigen oder Dienstmannen des Grundherrn werden die Bauernhöfe gegen bestimmte Gülten (Abgaben) übergeben. Es gibt Geld- und Naturalgülten. Naturalgülten können sein: Eyer (Eier), Fastnachtshühner, Sommerhühner, Herbsthühner, Gänse, Enten, Keess (Käse), Haber (Hafer), Butter und so genannte Küchengefälle. Dazu kommen Gülten für Weiden und Wiesen als Wissentpfennig und Wissenthühner.

H

Habsburger ist das Herrschergeschlecht in Österreich von 1278 bis 1918. Erstmals erwähnt werden die Habsburger auf den Namens gebenden Habichtsburg zu Beginn des 11. Jahrhunderts in der Schweiz, sie stammen jedoch ursprünglich aus dem Elsass. 1273 wird Rudolf I. zum deutschen König gewählt. Durch seinen Sieg über König Ottokar II. von Böhmen kommt er 1273 in den Besitz der Herzogtümer Österreich und Steiermark. Der letzte Kaiser von Österreich ist Karl I., der 1918 auf den Thron verzichten muss.

Haus- und Hofmarke ist ein meist geometrisches, geradliniges Zeichen, das einer Person oder Familie (= Haus) zur Kennzeichnung von Besitz, Werkzeug, Erzeugnissen, etc. dient und manchmal auch wie ein Wappen (z.B. im Siegel) verwendet wird. Wenn die Hausmarke bei einem Besitzerwechsel auch auf den neuen Besitzer übergeht (wie der Hausname), so spricht man von einer Hofmarke.

Heerschild ist im Mittelalter zunächst die Bezeichnung für das Heeresaufgebot im Allgemeinen, dann die Bezeichnung für die Lehensordnung und die Lehensfähigkeit des Einzelnen im Lehenswesen. Die hochmittelalterlichen Rechtsbücher Sachsenspiegel und Schwabenspiegel beschreiben in der Heerschildordnung die Lehensfähigkeit und die soziale Rangordnung innerhalb der adeligen Gesellschaft der Mittelalters: Die Lehensträger wurden in sieben Ränge eingeteilt; der Inhaber eines Heerschildes kann nur dem jeweils nächst Niederen ein Lehen vergeben und nur vom jeweils nächst Höheren ein Lehen erhalten. An der Spitze der Heerschildordnung steht der König, unter ihm die geistlichen Fürsten, dann kommen die weltlichen Fürsten, dann die Grafen und Freiherren; an fünfter Stelle stehen andere Freie und die Ministerialen, an sechster Stelle die Mannen der Freien und Ministerialen, und die siebente und unterste Gruppe sind andere Personen ritterlicher Herkunft, die nur die passive Lehensfähigkeit besitzen, d.h. Lehen nur annehmen, aber nicht vergeben können.

Heimfall bedeutet, dass die Nutzungsrechte und damit die tatsächliche Gewalt des Lehensguts an den Lehensherrn zurück gehen. Dies kann in drei Fällen geschehen: Wenn der Treueid vom Vasallen gebrochen wird. Ein Dienst nicht geleistet wird (Felonie). Der Vasall trotz dreimaliger Vorladung nicht zum Lehensgericht erscheint. Der Erbe eines verstorbenen Vasallen sich weigert, dem Lehensherrn zu huldigen. Der Heimfall kann nur durch ein entsprechendes Urteil eines Lehensgerichts in Rechtskraft erwachen.

Heraldik ist die Wappenkunde und die Organisation des Wappenwesen. Hier das Lexikon zur Heraldik und die Monographie über die Blasonierung.

Herrenfall siehe Mannfall.

Herrenhaus heißt die die erste Kammer des österreichischen Reichsrates von 1861 bis 1918. Es setzt sich zusammen aus:
a) Erzherzöge, die zur Mitgliedschaft berufen sind,
b) Erzbischöfe und Bischöfe mit fürstlichem Rang,
c) Chefs inländischer Adelsfamilien mit "erbliche Reichsratswürde“,
d) Österreichische Staatsbürger, die vom Kaiser auf Lebenszeit berufen werden.

Herrschaft ist der absolute Inbegriff der Rechte eines Herrn über seine Güter und Untertanen.

Herzog ursprünglich ein bei den Germanen nur für die Dauer eines Krieges gewählter Heerführer (Herzog = der mit dem Heer auszog). In der Karolingerzeit entsteht das Stammesherzogtum: der Herzog ist Oberhaupt eines Stammes. Im 12. Jahrhundert entwickelt sich aus dem Stammesherzogtum einerseits der Titular-Herzog (der nur den Titel trägt) und anderseits das Herzogtum als Territorialherrschaft. Herzog ist die höchste Adelsstufe, in England Duke in Frankreich Duc genannt.

Hintersassen oder Grundholde sind im Mittelalter unfreie, von der Grundherrschaft abhängige Kleinbauern. Sie sind beschränkt rechtsfähig und unterliegen der Abgaben-, Dienst- und Robotpflicht.

Hochadel siehe Hoher Adel.

Hof-Adel im Absolutismus wandelt sich der ständische Adel zum Hof-Adel. Adel-Stufen sind der Grafen- und Fürstenstand.

Hofämter im Hochmittelalter Ämter zur Besorgung der Haushaltung für jedes Fürstenhaus; die ursprünglichen vier Hofämter sind Marschall (Stallmeister), Mundschenk (Aufseher der königlichen Weinberge bzw. Weinkeller; auch Schenk), Kämmerer (Schatzmeister) und Truchsess (Vorsteher der Hofverwaltung; nordwestdeutsch auch: Droste).
Im römisch-deutschen Reich gelangen diese Hofämter als Reichserzämter zuerst an Stammesherzoge, dann erblich an Reichsfürsten. Den mit dem Amt verbundenen Dienst üben die Inhaber der Reichserzämter aus, wobei auch diese erblich werden. Daneben gibt es noch in den verschiedensten Ländern derartige Hofämter, mit denen ursprünglich Unfreie betraut werden, die im Laufe der Zeit in Macht und Ansehen steigen. Die Inhaber der Hofämter behalten zwar Titel und Würden, die eigentlichen Dienste werden aber durch untergeordnete Organe versehen. Die Dienste erlangen den Charakter von Ehrendiensten und werden schließlich nur noch bei besonders feierlichen Anlässen wie Erbhuldigungen ausgeübt. Weiters lösen sich die Hofämter nach und nach von der Person des Fürsten und verwandeln sich in lehenbare Landes-Erbämter.
Die Anzahl der Erbämter wird in manchen Ländern im Laufe der Jahrhunderte immer mehr erhöht. So gibt es in Österreich ob und unter der Enns je 17 Erbämter. Das Amt des Kämmerers wird daneben im Laufe der Zeit auch zu einem unbesoldeten Ehrenamt, das Zutritt zum Souverän verschafft.

Hofkanzlei ist die zentrale Behörde der österreichischen Länder, für Innere und Auswärtige Angelegenheiten sowie die Justizverwaltung. Gegründet 1620 und 1746 in die Geheime Haus-, Hof- und Staatskanzlei umgewandelt.

Hofkriegsrat ist die höchste militärische Verwaltungs- und Führungsbehörde der österreichischen Länder. Gegründet 1556 von Kaiser Ferdinand I. und 1848 in das Kriegsministerium umgewandelt.

Hofmark ist ein kleiner Gerichts- und Verwaltungsbezirk des Adels und der Prälaten, der zu einem Rittergut gehört. Die Grundherren üben hier die niedere Gerichtsbarkeit und die Polizeigewalt aus, heben die Steuern ein und bestimmen Scharwerksdienste. Bei Landesnot (Kriegsgefahr) muss die Hofmark ihr Kontingent an wehrfähigen Männern stellen. Die Rekrutierung der dörflichen Abordnung der Männer zu den Landfahnen ist Aufgabe des Hofmarksbeamten. Verbriefungen, die heute ein Notar durchführt, sind ebenfalls Aufgabe der Hofmarksverwaltung. Der Hofmarksherr ist in jeder Hinsicht Obrigkeit. Er kann seine Untertanen bei Diebstahl, Rauferei, Beleidigung und ähnlichen niederen Vergehen bestrafen. Meist werden Schandstrafen verhängt. Frauen schließt man wegen Zank, übler Nachrede, Raufereien oder vorehelichem Beischlaf in die Geige, Männer für ähnliche Vergehen in den Block.

Hofpfalzgraf (Palatin, comes palatinus caesareus). Während der ältere Pfalzgraf in Deutschland seine Bedeutung verliert, blieb das Amt in Italien erhalten, von wo es ab dem 14. Jahrhundert wiederum Vorbild für Deutschland wird. Die ursprünglich mit dem Palatinat verbundenen Befugnisse sind die Legitimierung Unehelicher, die Akte sonstiger freiwilliger Gerichtsbarkeit und die Ernennung von Notaren. Später folgen die Doktorpromotion und die Ernennung gekrönter Dichter, schließlich ab Mitte des 16. Jahrhunderts regelmäßig auch die Verleihung bürgerlicher Wappen. Seltener - und abhängig von der Verleihungsurkunde - ist damit auch das Recht der Adelsverleihung verbunden.
Was die beiden Arten - das große und das kleine Palatinat - voneinander unterscheidet, ist umstritten. Nach landläufiger Meinung ist die Nobilitierungsbefugnis für das Große Palatinat erforderlich, wobei Verleihungsurkunden für das große Palatinat ohne Nobilitierungsbefugnis dies widerlegen. Schlüssiger ist die Ansicht, dass der Große von Kleinen Hofpfalzgrafen dadurch unterscheidet, dass erstere auch dazu befugt sind, zweitere zu ernennen.
Das Palatinat kann ad personam oder erblich verliehen werden, das Kleine Palatinat wird auch Institutionen wie z.B. einigen älteren deutschen Universitäten verliehen.

Hohenzollern ist ein deutsches Fürstengeschlecht, Ahnherr ist Graf Huntfried von Rätien im 9. Jahrhundert. Die Hohenzollern herrschen später in Brandenburg und Preußen. Zuletzt stellen sie von 1871 an die deutschen Kaiser bis Wilhelm II., der 1918 auf die deutsche Kaiser- und die preußische Königskrone verzichten muss.

Hoher Adel oder Hochadel, im österreichischen Adel Fürsten- und Grafengeschlechter, soweit sie vor 1806 nobilitiert wurden. Der Hochadel umfasst die bis zum Ende des römisch-deutschen Reiches 1806 reichsunmittelbaren Häuser mit Ausnahme der Mitglieder der Freien Reichsritterschaft, also die in der I. und II. Abteilung der Fürstlichen Häuser des Gotha bzw. des Genealogischen Handbuchs des Adels erfassten Geschlechter. Alle anderen Geschlechter gehören dem Niederen Adel an.
In Österreich, wo es keine reichsunmittelbaren Gebiete gibt, wird partikulärrechtlich zwischen dem hohen Adel, der den Fürsten-, Grafen- und Freiherrenstand, sowie dem niederen Adel, der den Ritterstand und den untitulierten Adelsstand (mit oder ohne das Beiwort "Edler”) umfasst, unterschieden. Der Grund für diese Unterscheidung beruht auf der alten Trennung in Herren- und Ritterstand auf den Landtagen. Diese ältere Unterscheidung liegt auch der § 21d des VI. Badischen Konstitutionsediktes zu Grunde, wo der Herrenstand als hoher Adel und der Ritterstand als niederer Adel bezeichnet wird. Siehe auch Niederer Adel.

Holde - siehe Hintersassen.

Hörige sind halbfreie, bäuerliche, abgaben- und gehorsampflichtige Untertanen. Sie gelten als Zubehör des Bauerngutes, auf dem sie sitzen und müssen von ihrem Besitz wiederkehrende Leistungen sowie Abgaben bei Erbfall und Heirat entrichten. Eine viel stärkere Abhängigkeit ist die Leibeigenschaft oder Erbuntertänigkeit.

Hufe seit dem 8. Jahrhundert Bezeichnung für eine bäuerliche Wirtschaftseinheit aus Haus, Hof, Acker- und Wiesenland und Allmendnutzungsrechten. Dienste und Abgaben lasteten auf ihr und nicht auf der Person des Bauern. Bereits gegen Ende des 8. Jahrhundert wird die Hufe auch zur Maßeinheit, jedoch von unterschiedlicher Größe. Meistens meint man 30 Morgen mit einer Hufe.

Huldigung ist als Teil des Lehensrechts das Treuegelöbnis gegenüber einem neuen Herrscher. Später wird die Huldigung durch den Eid auf den Monarchen oder die Verfassung abgelöst.

Hundert Familien sind in Österreich die erste Gesellschaft des hohen Adels mit sehr großem Grundbesitz, Einfluss bei Hof und bedeutender Rolle in Politik und Diplomatie.

I

Indigenat oder Heimatrecht ist der feierlicher Akt, mit dem landesfremde Adelige auf Vorschlag des Königs den einheimischen Adeligen zugeordnet werden.

Inkolat, Indigenat siehe Landstandschaft.

Investitur ist die Übertragung der weltlichen Besitzrechte und geistlichen Befugnisse an einen Bischof oder Abt.

Inwohner (Inleute, Unbehauste), Menschen die weder Haus- noch Grundbesitz haben. Im 18. und 19. Jahrhundert Arbeiter, die in großen landwirtschaftlichen Betrieben in der Regel für 6 oder 12 Monate arbeiten und dort das Wohnrecht haben. Für ihre Arbeit ist Kost und Quartier frei zu einem geringen zusätzlichen Entgelt sowie Naturalien. Die Inwohner unterscheiden sich von den "normalen" Landarbeitern darin, dass sie wirklich einen Vertrag haben, der sie an den Hof bindet. Außerdem müssen sie in der Regel noch einen - durch sie "gemieteten" - Arbeiter (Hofgänger oder Scharwerker) mitbringen, der dem Inwohner unterstellt ist. Die Inwohner wohnen in dieser Zeit mit ihren Familien auf dem Hof.

J

K

Kaiser ist der ursprüngliche Herrschertitel des römischen Reiches, das unter Karl dem Großen, der sich 800 vom Papst zum Kaiser krönen lässt, erneuert wird. Nach dem Aussterben der Karolinger wird es 962 vom deutschen König Otto I. abermals erneuert. Bis zum Ende des Mittelalters wird der jeweilige deutsche König vom Papst zum Kaiser gekrönt. Seit Maximilian I. führen die Habsburger bis 1806 den Kaisertitel ohne Krönung durch den Papst. Kaiser Franz II. muss im Rahmen der napoleonischen Kriege die römische Krone niederlegen und wird 1804 als Franz I. für die österreichischen Erbländer zum Kaisertum erhoben. Seine Nachfolger sind bis 1918 Kaiser von Österreich.

Kaiser des römischen Reiches Deutscher Nation.

Regierung

Kaiser

Lebensdaten

0919-0936

Heinrich I. der Vogler

0876-0936

0936-0973

Otto I. der Große

0936-0973

0973-0983

Otto II.

0955-0983

0983-1002

Otto III.

0980-1002

1002-1024

Heinrich II. der Heilige

0973-1024

1024-1039

Konrad II.

0990-1039

1039-1056

Heinrich III.

1017-1056

1056-1106

Heinrich IV.

1050-1106

1106-1125

Heinrich V.

1081-1125

1125-1137

Lothar III.

-1137

1138-1152

Konrad III.

1093-1152

1152-1190

Friedrich I. Barbarossa

1122-1190

1190-1197

Heinrich VI.

1165-1197

1198-1218

Otto IV. von Braunschweig

1174-1218

1198-1208

Philipp von Schwaben

1180-1208

1212-1250

Friedrich II.

1194-1250

1250-1254

Konrad IV.

1228-1254

1254-1273 Interregnum

Wilhelm von Holland
Alfons X. von Kastilien
Richard von Cornwall

 

1273-1291

Rudolf I. von Habsburg

1218-1291

1292-1298

Adolf von Nassau

1250-1298

1298-1308

Albrecht I. von Habsburg

1250-1308

1308-1313

Heinrich VII. von Luxemburg

1275-1313

1314-1347

Ludwig IV. der Bayer (Wittelsbach)

1287-1347

1314-1330

Friedrich der Schöne, von Österreich

1286-1330

1346-1378

Karl IV. von Luxemburg

1316-1378

1378-1400

Wenzel von Luxemburg

1361-1419

1400-1410

Ruprecht von der Pfalz (Wittelsbach)

1352-1410

1410-1437

Sigismund von Luxemburg

1361-1437

1438-1439

Albrecht II.

1397-1439

1440-1493

Friedrich III.

1415-1493

1493-1519

Maximilian I.

 

1519-1556

Karl V.

 

1556-1564

Ferdinand I.

 

1564-1576

Maximilian II.

 

1552-1612

Rudolf II.

 

1612-1619

Matthias

 

1619-1637

Ferdinand II.

 

1637-1657

Ferdinand III.

 

1658-1705

Leopold I.

 

1705-1711

Joseph I.

 

1711-1740

Karl VI.

 

1742-1745

Karl VII. Albrecht

Maria Theresia
1740-1780

1745-1765

Franz I. Stephan

1765-1790

Joseph II.

1790-1792

Leopold II.

 

1792-1806

Franz II.

Franz I.

Kammeralherrschaft ist die von der kaiserlichen Hofkammer ausgeübte Herrschaft. Daher auch Salzkammergut.

Kammergut ist die von der kaiserlichen Hofkammer verwaltete Herrschaft.

Kämmerer versehen als Schatzmeister bei Hof zunächst eines der vier obersten deutschen Erzhofämter, gemeinsam mit dem Marschall, Truchsess, und Schenk. Später leitete der Kämmerer die Finanzen eines Fürstenhofes oder allgemein die Vorgesetzten einer Kammer, eines bestimmten Bereichs oder einer Abteilung. Sie sind vorzugsweise ständige Räte des Herrschers, sowie Vormunde und Erzieher unmündiger Fürsten.

Kleinadel ist die unterste Schicht des Adels von nur lokaler Bedeutung meist als Grundherrn.

König ist der Träger der höchsten monarchischen Würde nach dem Kaiser. Bei den Germanen werden die Könige von den einzelnen Völkerschaften auf Lebenszeit gewählt. Während der Völkerwanderung entsteht aus diesen Kleinkönigtümern durch Zusammenschluss ein Stammeskönigtum, bereits die Könige der Merowinger und Karolinger sind erbliche Herrscher. Aus diesem fränkischen Königtum geht sowohl das deutsche als auch das französische Königtum hervor. Rechtlich ist das deutsche Königtum eine Wahlmonarchie und der gewählte deutsche König hat Anspruch auf das Kaisertum. Das deutsche Königtum geht durch die wachsende Macht der Territorialstaaten in seinem Einfluss besonders seit dem Dreißigjährigen Krieg ständig zurück. Seit dem Beginn des 19. Jahrhunderts werden mehrere Territorialstaaten selbst zu Königreichen und konstitutionellen Monarchien. In Europa haben heute noch die Königreiche Großbritannien, Belgien, Niederlande, Schweden, Norwegen, Dänemark und Spanien Bestand.

Kronländer sind die Erblande eines fürstlichen Hauses. Zu den österreichischen Kronländern gehören von 1867 bis 1918 Niederösterreich, Oberösterreich, Salzburg, Steiermark, Kärnten, Krain, Küstenland, Tirol, Vorarlberg, Böhmen, Mähren, Schlesien, Galizien, Bukowina und Dalmatien.

Kollatur ist das Recht zur Ausübung des Kirchenamtes: den Pfarrer einzusetzen und die Pflicht, Kirche und Pfarrhaus zu unterhalten und damit die Zehnteneinnahmen zu beanspruchen.

Kunkel (Handspindel, Spinnkreisel) ist ein Stab zur Aufnahme der Rohwolle, eine Spinnhilfe für das Spinnen am Spinnrad.

Kunkel-Adel bedeutet, dass der Adel nur mütterlicherseits besteht.

Kunkellehen ist ein auch in weiblicher Linie vererbbares Lehen (Weiberlehen), die erbenden Frauen müssen aber einen Mann als Lehensträger haben. Gegenteil Mannlehen.

Kurfürsten sind Landesfürsten, die zur Wahl des deutschen Königs berechtigt sind. Ursprünglich üben dieses Recht alle Reichsfürsten aus. Mit der Goldenen Bulle von 1356 sind es nur mehr sieben: Trier, Köln, Böhmen, Pfalz, Sachsen, Brandenburg und Mainz mit späteren Veränderungen. Durch den Rheinbund wird das Kurkolleg 1806 überflüssig.

L

Landes-Adel untersteht dem Landesherrn. In den österreichischen Ländern zumeist gegliedert in Herren und Ritter.

Landeshoheit ist die Regierungsgewalt des Landesherrn über sein Territorium. Die Herrschaftsrechte umfassen Gerichtsbarkeit, Lehensrechte, Steuer- und Militärhoheit. Die Landesfürsten bauen ihre Landeshoheit immer mehr aus, bis sie im Westfälischen Frieden von 1648 fast völlig unabhängig von der kaiserlichen Gewalt werden.

Landgraf (comes provincialis) ist ein Verwalter innerhalb der Landesgrenzen (aber kein Graf). Seit dem 12. Jahrhundert in Thüringen, im Elsass und in einigen schwäbischen Landschaften Titel eines vom König belehnten, vom Herzog unabhängigen Amtsträgers einer Landgrafschaft. Der Landgraf steht damit an der Spitze eines unmittelbar dem König unterstellten Verwaltungsgebietes.

Landsknechte als militärische Organisation entstehen an der Schwelle zur Neuzeit. Erfolgreiche Landsknechtobristen kommen zu Reichtum und Ruhm, nicht selten  sind sie adelig oder werden in den Adelsstand erhoben. Hier das Lexikon zu den Landsknechten.

Landstände sind seit Ende des 15. Jahrhunderts diejenigen Vertretungskörper eines Territoriums, die durch Geburt, Beruf oder rechtliche Organisation auf dem Landtag in Kurien gegliedert das Land gegenüber dem Landesfürsten vertreten und denen Befugnisse üblicherweise hauptsächlich auf dem Gebiet der Steuerverwaltung zustehen. Üblich sind drei oder vier Kurien auf dem Landtag. Als Kurien kommen in regional äußerst unterschiedlichen Zusammensetzungen die Prälatenbank, die Herrenbank, die Ritterbank, die Städtebank und selten auch die Bauernbank (z.B. in Tirol) in Betracht. Die Landstände werden überall spätestens in der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts aufgelöst und durch modernere Vertretungskörper ersetzt.

Landstandschaft sind die Adelsfamilien, denen ein Stimmrecht auf den Landtagen zusteht, die somit die erbliche Landstandschaft besitzen.

Landsässiger Adel siehe landständischer Adel

Landmannschaft (Inkolat) ist eine durch Geburt oder förmliche Aufnahme erworbene Zugehörigkeit zum Herren- oder Ritterstand in den österreichischen und böhmischen Ländern.
Mit der Verleihung des Inkolats ist die Befähigung zur Ausübung bestimmter öffentlicher bzw. privater Rechte verknüpft, z.B. die Fähigkeit zum Erwerb landtäflicher Güter, zur Teilnahme an den landständischen Versammlungen und zur Bewerbung um Ämter und Würden, die Mitgliedern der Landstände vorbehalten sind. Während sich in den österreichischen Ländern das Inkolat nur auf das konkrete Kronland erstreckt, gilt es in den böhmischen Ländern als ständisch qualifizierte Staatsbürgerschaft für alle Länder der Wenzelskrone. Mit dem Ende der alten ständischen Verfassungen 1848 verliert das Inkolat weitestgehend seine Bedeutung.

Landstände sind die Vorläufer des heutigen Landtages. Landstände sind der Zusammenschluss der ländlichen und städtischen Gerichte, damals gemeindeähnliche Gebilde. Sie setzen sich aus Bürger- und Bauernvertretern zusammen. Adel und Geistlichkeit sind in der Landesvertretung politisch nicht präsent. Der Adel scheidet um 1400 aus den Ständen aus.

Landständischer Adel vorerst Haus mit wenigstens einer Grundherrschaft, dann Landstand eines Territoriums. Die politische Wirksamkeit des Adels ist auf Landtagen (Landschaft) durch Zusammenfassung in einer Kurie gewährleistet. Die beiden anderen Stände sind die Prälaten und die Städte, zusammen das so genannte Dreikuriensystem.

Landvogtei eine im Heiligen Römischen Reich vom 13. Jahrhundert bis 1806 unter unmittelbarer königlicher Herrschaft verbliebenes Reichgsgebiet. Seit dem 15. Jahrhundert wird als Landvogtei auch ein Territorialgebiet bezeichnet, an dessen Spitze ein vom König oder Landesherrn eingesetzter Landvogt steht. So fassten auch die Habsburger in der Schweiz ihre Domänen in Landvogteien zusammen.

Lehen (zu leihen; lateinisch feudum) ist ein Leihegut, das von dem so genannten Lehensherrn einem Vasallen (Lehensmann) zunächst auf Lebzeiten verliehen wird. Später werden Lehen erblich und damit faktisch zum Besitz des Vasallen. Das Leihegut kann Land sein, ein Amt oder ein Recht, z. B. Zoll oder Maut, dessen Erträge dem Vasallen zur Verfügung stehen. Der Lehensmann ist dem Lehensherrn zu "Rat und Hilfe", z. B. zum Kriegsdienst, und zur Treue verpflichtet; der Lehensherr ist seinem Vasall ebenfalls zu Treue sowie zum Schutz verpflichtet.

Lehenartikel sichert dem Empfänger das Recht der Lehensfähigkeit zu und wird zusammen mit der Verleihung eines Wappens ausgestellt. Damit ist der Begnadete u.a. berechtigt, auch solche Lehen zu tragen, die an die Ritterbürtigkeit gebunden sind. Da die Ritterbürtigkeit die Abstammung von vier adeligen Großeltern voraussetzt und mit dem Lehenartikel häufig die Verleihung der Helmkrone und des Spangenhelms einhergeht, werden solche Wappen mit Lehenartikel (und Krone) in den meisten Ahnenproben in der obersten Reihe als vollwertig anerkannt. Auch wenn die Verleihung des Lehenartikels der Verleihung des Adels schon sehr nahe kommt, so entspricht sie rechtlich einander doch nicht.

Lehenswesen ist eine Synthese aus der römischen clientela und dem germanischen Gefolgschaftswesen. Es entwickelt sich mit der Änderung der Wehrverfassung im 7. und 8. Jahrhundert im Frankenreich: Das Aufgebot aller Freien im Volksheer wird abgelöst durch ein ständig verfügbares, besser ausgerüstetes Reiterheer aus Berufskriegern. Die Reiter bzw. Ritter werden vom König oder einem mächtigen Grundherrn, dem Lehensherrn, materiell ausgestattet, um sich Ausbildung, Ausrüstung und ritterlichen Lebensstil leisten zu können. In der Regel erhalten sie Land, oft auch Ämter oder Rechte, die Erträge abwerfen, zur dauernden Nutzung. Als Gegenleistung für diese Ausstattung, die Lehen, sind die Lehensnehmer als Vasallen ihren Herrn gegenüber zu Treue, Gehorsam und Dienstleistung verpflichtet. Die Treuepflicht ist gegenseitig und gilt auch für den Herrn gegenüber den Vasallen. Die Dienstpflicht besteht vor allem aus dem Ritterdienst und der Heerfahrt. An der Spitze der Lehensrechtlich organisierten Gesellschaft steht der König. Er vergibt Grund bzw. Grundherrschaften und Ämter als Lehen an die Kronvasallen, die im Gegenzug die ihnen anvertrauten Ämter ausfüllen und Kriegsdienst leisten, d. h. Ritter stellen. Die Kronvasallen, in der Regel Herzöge, Grafen, Bischöfe und Reichsäbte, rekrutieren sich aus dem Hochadel. Diese wiederum geben Land und Ämter an Aftervasallen zu Lehen weiter, die dafür ebenfalls ihren Herren Amts- und Kriegsdienst zu leisten haben. Die Aftervasallen gehören dem niederen Adel an, sind Ritter, Dienstmannen und Äbte und geben ihrerseits Land zur Bearbeitung an unfreie, hörige Bauern weiter, die dafür Naturalabgaben und Arbeitsdienste leisten müssen. Zu den Unfreien bestehen keine Lehensrechtlichen Beziehungen. Die Lehensgesellschaft ist pyramidenförmig aufgebaut: Die breite Basis bildet die Masse der unfreien Bauern, darüber kommt die schmalere Schicht der Aftervasallen, gefolgt von der noch kleineren Gruppe der Kronvasallen. An der Spitze der Pyramide steht der Herrscher. Im Laufe des Hochmittelalters bildet sich im Deutschen Reich eine differenziertere Struktur in der Lehenshierarchie heraus, es ist dies die Heerschildordnung, die die Stellung der Lehensfähigen festlegt, d. h. diejenigen bestimmt, die bestimmte Lehen vergeben oder annehmen können.

Lehensfähigkeit ist zunächst ein Recht für Ritterbürtige, d.h. Freie, die waffenfähig und im Vollbesitz ihrer Ehre sein müssen. Im Spätmittelalter können auch unfreie Ministerialen in den Ritterstand aufsteigen. Begründet wird das Lehensverhältnis durch einen symbolischen Akt, der Vertragscharakter hatte: Der Vasall leistet, indem er seine gefalteten Hände in die des Lehensherrn legt, Mannschaft bzw. Gefolgschaft (hominium, homagium) und den Treueid (fidelitas). Der Lehensherr investiert durch die Übergabe von Herrschaftssymbolen wie Schwert, Ring, Zepter oder Handschuh seinen Vasallen mit dem Lehen (investitura). Mit dem Lehensverhältnis geht der Herr zugleich auch die Verpflichtung zu Schutz und Unterhalt gegenüber dem Vasallen ein.

Lehensdienst ist in erster Linie die Verpflichtung zur Heerfahrt, also dem Kriegsdienst, und in Hoffahrt, also der Anwesenheit des Vasallen beim Herrn, um ihm Rat und Hilfe zu leisten, wobei die Heerfahrt ursprünglich die Romfahrt, d.h. den Zug zur Kaiserkrönung nach Rom, beinhaltet. Aus der Hoffahrt entwickeln sich ab dem Spätmittelalter zum Teil die Land- und Reichstage sowie die Lehensrechtlich geprägte Stellung der Reichsfürsten. Das Lehensgut - Land oder Amt - werden dem Vasallen zunächst lediglich zur Nutzung überlassen. Später bildet sich für die Seite des Vasallen der Status eines Untereigentümers des Lehens heraus, wobei der Herr der Obereigentümer bleibt, und schließlich entwickelt sich mit der Vererbbarkeit der Lehen ein Anspruch der Erben des Vasallen auf WiederbeLehenung. Eigentümer bleibt jedoch weiterhin der Herr.

Leihezwang bedeutet, dass der König binnen Jahr und Tag (1 Jahr, 6 Wochen und 3 Tage) ein heimgefallenes Gut bzw. Amt wieder ausgeben muss, denn er darf es nicht selbst als Eigengut behalten. Diese Regelung wird seit 1180 praktisch angewendet, aber nie sanktioniert. Damit ist die Verfügbarkeit des Königs über ein freiwerdendes Lehen stark eingeschränkt. Somit ist es dem König unmöglich seinen Stand durch allmählich lockernde Reichsgewalt durch Nichtwiederausgabe der Lehen zu kräftigen.

Leibeigenschaft ist die persönliche Abhängigkeit eines Untertanen von einem Herrn, verbunden mit Abgaben- und Dienstpflichten. So kann der Leibeigene nur mit Erlaubnis seines Herrn heiraten und auch verkauft werden. Die Leibeigenschaft ist eine Erscheinung des mittelalterlichen Deutschlands und hält sich im zaristischen Russland bis ins 20. Jahrhundert.

Leibgeding ist ein auf Lebenszeit zur Nutznießung überlassenes Gut, kein Lehen.

M

Magnaten heißen die Angehörigen des Hochadels in Ungarn und in Polen. In Ungarn bilden sie gemeinsam mit anderen kirchlichen und weltlichen Würdenträgern die Magnatentafel, das 1918 aufgelöste Oberhaus.

Majorat ist die Anordnung zur Erbfolge, die im Gegensatz zum Minorat den jeweils Ältesten zum Erben bestimmt. Sowohl bei der Thronfolge als auch bei Fideikommissen erfolgt die Majoratsanordnung im Wege der Primogeniturfolge, d.h., dass der jeweils älteste im Mannesstamme unter Anwendung des Eintrittsrechtes folgt. Der Inhaber eines im Wege des Majorats weitergegebenen Fideikommisses wird üblicherweise Majoratsherr genannt.

Majoratsherr Inhaber eines Fideikommisses. Siehe Majorat und Fideikommiss.

Mannlehen, ein Lehen, welches nur auf direkte männliche Nachkommen übergeht. Gegenteil Kunkellehen.

Mannfall wenn der Lehensherr verstirbt oder im anderen Fall der Lehensmann, so erlischt anfangs automatisch die Vasallität. Es muss also eine Lehserneuerung erfolgen (Mutung), so die allgemeine Lehre. Dem Lehensherrn ist aber freigestellt, ob er den Vasall annehmen will oder nicht. Beim Mannfall haben zunächst nur Lehensfähige Agnaten (Verwandte der männlichen Linie), später auch Seitenverwandte Folgerecht. Hierbei formen sich maßgebliche, aber z.T. unterschiedliche Regelungen. Im sächsischen Lehensrecht kann z.B. nur ein Sohn ein Lehen erben, damit dieses nicht aufgeteilt werden muss. Später können auch Frauen erben, die dann aber einen Mann als Lehensträger haben müssen (Kunkellehen).

Mark umfasst den gesamten Wirtschafts- und Rechtsbereich einer Siedlung, mit Haus und Hof und Zugehör, mit Ackerland, Wiesen und Weiden, Plätzen, Wegen und Brücken, mit Wald und Heide, Ödland und Gewässer. Siehe auch Gemarkung.

Markgraf Leiter der Grenzlandverwaltung und oft auch militärischer Kontingente (kein Graf!).

Markgrafschaft im frühen Mittelalter die Grenzgebiete (Marken) zwischen den deutschen Stammherzogtümern und den angrenzenden Gebieten fremder Völker wie den Slawen und Awaren. Die Marken stehen direkt unter königlicher Verwaltung und deinen der militärischen Sicherung der Reichsgrenzen. Die Markgrafen sind die Befehlshaber der militärischen Aufgebote zur Grenzverteidigung, oberste Richter und Verwaltungsbeamte. Für die ottonische Zeit sind die Nordmark (später Altmark), die Mark Brandenburg und die Ostmark von besonderer Bedeutung. Ab dem 12. Jahrhundert entwickeln sich die Markgrafen zu erfolgreichen Feudalherren, die wegen ihrer großen, geschlossenen Herrschaftskomplexe immer mehr Unabhängigkeit vom König erlangen und schließlich zusammen mit den Herzögen der großen Stammesterritorien im Altreich den Fürstenstand bilden. Markgrafschaften auf österreichischem Gebiet sind Krain, Steiermark, Mähren und die Ostmark.

Marschall ist der Aufseher über Pferde und Reiter des Königs. Er versieht ein Erzhofamt. Marschalk, abgeleitet vom althochdeutschen "marh" für Pferd (heute noch im Wort Mähre enthalten) und "scalc" für Diener. Ursprünglich Inhaber eines der vier germanischen Erzämter mit Kämmerer, Truchsess und Schenk. Der spätere königliche Oberstallmeister kommandiert als Erzmarschall die Dienstmannschaft, hieraus entwickelt sich der militärische Feldmarschall. Erblicher Inhaber des Erzmarschallamts ist der Herzog von Sachsen, der den damit verbundenen Dienst durch den Erbmarschall verrichten lässt, dessen Würde wiederum in der Familie der Grafen von Pappenheim erblich ist. Der Rang nach dem Erbmarschall ist der des Untermarschalls oder Reichsquartiermeisters. Der Hofmarschall ist bis 1918 der Titel eines höheren Hofbeamten, der die Aufsicht über Haushaltung und Baulichkeiten sowie das niedere Hofpersonal führt.

Meier ist ein vom Grundherrn im Mittelalter eingesetzter Verwalter eines Gutes. Auch: Amman, Amtmann, Amtsmeier, Amtsschulze, Bauernvogt, Bomester, Dinghofmeister, Drost, Gewaltträger, Grundmeier, Gutsvogt, Hausmeister, Hof[amt]mann, Hofbauer, Hofmäder, Hofmeister, Hofschultheiß, Hubschultheiß, Kämmerer, Keller, Kellerer, Kellner, Küchenmeister, Maher, Maier, Mayer, Mayr, Mehre, Meiervogt, Meiger, Meyr, Meyer, Pfleger, Redemeier, Schaffner, Schultheiß, Statthalter, Stiftsamtmann, Vogt, Vogtgrebe, Vogtmeier und Vormund.

Ministerialen (von lateinisch ministeriales) sind in fränkischer Zeit die Oberschicht der unfreien Dienstleute, die am Hofe und in der Verwaltung tätig sind oder zum Kriegsdienst herangezogen werden. Durch wirtschaftliche Stärkung, die Annahme ritterlicher Lebensweise und das Gewicht ihrer Tätigkeiten gewinnen die Ministerialen im Laufe der Zeit an Bedeutung. Im 12. Jahrhundert mischen sich auch Freie und verarmte Edelleute unter die Dienstleute. Die Grenzen zwischen freien Rittern und den Ministerialen verschwimmen allmählich. Die Dienstgüter der Ministerialen, auf deren Grundlage sie ihren Lebensunterhalt bestreiten, wandeln sich von nicht vererbbaren Dienstlehen in erbliche Lehen. Zur Zeit der Salier und der Staufer prägen die Reichsministerialen das politische Geschehen entscheidend mit. Ab dem 13. Jahrhundert zählen sie zum Adel. Nach dem Interregnum verlieren die Ministerialen an Bedeutung.

Majoratsherr ist der Inhaber eines im Wege des Majorats weitergegebenen Fideikommisses.

Meier beaufsichtigt als Vertreter des Grundherrn die Bauern und Unfreien auf dem Salland, außerdem zieht er die Abgaben ein und den hat Vorsitz im grundherrlichen Hofgericht.

Munt ist die Schutzherrschaft eines Hausherrn über seine Familie sowie des Lehens- und Grundherrn über seine Vasallen und Grundholden.

Mutung Lehserneuerung.

N

Namen von Adelsgeschlechtern leiten sich von ihrem Besitz ab und der Besitzname wird zum unveränderbaren Geschlechternamen. Seite dem 14. Jahrhundert ist ein Besitzwechsel nie mehr mit einem Namenswechsel verbunden. Der Name des neuen Besetztes wird an den Geschlechternamen durch "zu", "auf" oder ähnliche Bindewörter angehängt.

Namen des echten deutschen des Uradels haben vor allem Endungen die auf einen Ansitz hinweisen wie z.B.: -au, -bach, -berg, -burg, -dorf, -feld, -hagen, -haus, -hausen, -holz, -see, -stein, -thal, -wald. Es gibt so eine Reihe von Ortsnamen, die zu Familiennamen geworden sind. Ortsnamen werden nach überkommener Weise ohne weitere Veränderung einfach auf adelige Personen übertragen und zu Familiennamen gestempelt. Aus Ortsbenennungen werden durch angehängter Endung "er" Personennamen für Nichtadelige gebildet.

Namensgleichheit oder eine Fast-Namensgleichheit einer bürgerlichen Familie mit einem Adelsgeschlecht bedeutet noch lange nicht, dass eine genealogische Verbindung besteht, denn der Unterschied liegt in der Namensendung. Haslach ist etwas anderes als Haslacher. Ein adeliges Geschlecht derer von Haslach heißt weiterhin nach seinem ursprünglichen "von Haslach", auch wenn es nicht mehr in Haslach ansässig ist. Die Entstehung des Namens "Haslacher" dagegen beruht darauf, dass ein "normaler" Einwohner aus Haslach irgendwann zur Zeit der Entstehung der Familiennamen "Haslacher" genannt wurde, etwa weil er in Haslach wohnte oder von dort stammte. Darüber hinaus kann als "Haslacher" auch ein Knecht, Bediensteter oder eine Leibeigener der Herr von Haslach benannt werden. Diese Namensvergabe Haslacher kann unabhängig voneinander auch mehrfach auftreten, so dass keineswegs alle "Haslacher" einen gemeinsamen Urvater haben müssen. Bei Namensträgern die von Haslach heißen, ist mit hoher Wahrscheinlichkeit ein gemeinsamer Urvater anzunehmen.

Nicht titulierter Adel umfasst die unteren Adelsstufen: 1) einfacher Adel, "von" oder mit "Edler von", 2) Ritterstand

Niederer Adel ist fast zur Gänze nach 1806, dem Ende des Alten Reichs, aus Nobilitierungen des 18. und 19. Jh. Entstanden, mit den Adelsstufen: 1) einfacher Adel, mit "von" oder "Edler von", 2) Ritterstand, 3) Freiherrenstand. In Ausnahmefällen gehören zum niederen Adel aber auch Grafen und Fürsten, so sie nach 1806 nobilitiert werden. Der bekannteste Fall ist "Fürst" Bismarck, der auch als Fürst Angehöriger des niedrigen Adels bleibt.

Nobilitierung ist die Erhebung in den Adelsstand, siehe auch Briefadel. Im Gegensatz dazu die Standeserhöhungen.

O

Obergespan ist ein ungarischer Titel für den Gouverneur einer Provinz (Komitat), eine durch den vom König auf eine beliebige Zeit vergebene Würde. Der Würdenträger hat die Person des Königs in dem zugeteilten Komitat zu vertreten. In späterer Zeit heißt der Landeshauptmann eines Komitats Obergespan und die Landräte Untergespan oder Vizegespan. Siehe auch Gespan und Erbobergespan.

Österreichischer Adel nach 1919: 1919 werden in Österreich sämtliche "Adelstitel" juristisch abgeschafft. Sie werden, im Gegensatz zu Deutschland, nicht dem Namen einverleibt. Am 3. April 1919 beschließt die provisorische Nationalversammlung der Republik Deutsch-Österreich das "Gesetz zur Aufhebung des Adels, der weltlichen Ritter- und Damenorden und gewisser Titel und Würden." Den österreichischen Adeligen wird darin verboten, fortan ihren Adelstitel im öffentlichen Leben zu tragen. So wurde aus "Graf von Walterskirchen" Herr Walterskirchen und aus "Prinz Lobkowitz" Herr Lobkowitz. Siehe auch Deutscher Adel nach 1919.

P

Palatin ein in Ungarn ursprünglich dem deutschen Hofpfalzgrafen entsprechende Vertreter des Königs in der Rechtsprechung, aber auch in der Verwaltung und im Militärbereich. Von 1350 bis 1848 ist er der vom König vorgeschlagene und vom Reichstag gewählte königliche Stellvertreter. Zugleich ist er aber auch Mittler zwischen dem König und den Ständen. 

Patrizier ist ein vornehmer, wohlhabender Bürger (allgemein), in der Titulatur als "Ehrbares Geschlecht" bezeichnet.

Perfektion ist ein königlicher Erlass, mit dem die Adelsrechte des letzten männlichen Nachkommens einer Familie auf dessen Tochter oder Schwester übertragen werden. Damit wird eine neue Linie begründet. Die berühmteste Perfektion ist die "Pragmatische Sanktion“, mit der Maria Theresia und ihren Nachkommen die Nachfolge in allen habsburgischen Ländern gesichert werden. Siehe Kunkellehen.

Persönlicher Adel erlicht im Gegensatz zum erblichen Adel mit der geadelten Person. Er ist meist an bestimmte Ämter und Auszeichnungen gebunden.

Pfalzgraf (comes palatinus, Palatin) ist der Verwalter von einem der Sitze des Königs bzw. Kaisers. Seit dem 13. Jahrhundert Angehöriger des kurfürstlichen Gremium unter einer Reihe von Pfalzgrafen. Machtpolitisch nehmen diese Pfalzgrafen in den alten Stammesherzogtümern gewissermaßen die zweite Position nach den Herzögen ein.

Pfandherrschaft ist eine dem Besitz des Landesherrn angehörende Herrschaft oder Burg, die als Sicherheit an einen Geldgeber verpfändet ist.

Pfleger entwickeln sich im Spätmittelalter zu einem Amtsträger mit administrativen und juristischen Aufgaben. In den bairischen Landgerichten bzw. Pflegen steht der Landrichter der Gerichtsverwaltung vor, während der Verwaltungs- und Aufsichtsbeamte Pfleger genannt wird.

Pflege das Gebiet, das ein Pfleger zu verwalten hat.

Pfandinhaber ist ein Mann, der ein Pfandrecht an einem Gut hat, dem dieses Gut verpfändet ist.

Primogenitur ist das verbriefte Vorrecht des Erstgeborenen bei Eintritt der Thron- oder Erbfolge in der ungeteilten Herrschaft zu folgen. Meist ist der Älteste aus der ältesten Linie der Erbe einer ausgestorbenen Seitenlinie. Primogenitur heiß auch die Stammlinie einer Familie.

Q

R

Raitrat Bezeichnung für Rechnungsrat. Der Raitrat ist leitender Beamter der Wiener Hofkammer im Adelsstand.

Raubritter ist ein Ritter oder einer der sich dafür hält, der Reisende und Kaufleute überfällt, die dann gegen Bezahlung eines Lösegeldes wieder frei gelassen werden.

Reichs-Adel untersteht direkt dem Römischen Kaiser.

Reichsfreiherr, bedeutet Reichsunmittelbarkeit, er ist als Freiherr nur dem Kaiser unterstellt, ohne Zwischenstufen über Grafen, Fürsten oder Herzöge. Er ist also Standesherr und nicht (wie die sonstigen Adeligen) Standesgenosse. Siehe auch Freiherr.

Reichsgraf, bedeutet Reichsunmittelbarkeit, ist als Graf nur dem Kaiser unterstellt, ohne Zwischenstufen über Fürsten oder Herzöge. Voraussetzung für die Erhebung in den Reichsgrafenstand ist der Besitz einer Reichsgrafschaft oder sonstiger großer Territorialbesitz. Siehe auch Graf.

Reichserzämter siehe Erzämter.

Regalien (von lateinisch regalis, "dem König zukommend") sind die vom König stammenden Rechte im Mittelalter. Meist nutzbare königliche Hoheitsrechte z.B. die Erhebung von Zöllen, das Prägen von Geldmünzen, das Abhalten von Märkten usw. Der König erhält für verliehene Regalien einen Zins. Die seit den Frankenherrschern den Königen vorbehaltenen Hoheitsrechte umfassen die Verfügung über hohe Ämter und Würden (u.a. Herzogs-, Markgrafen- und Grafentitel), über das Reichsgut, die Gerichtsbarkeit und über finanziell nutzbare Rechte (u.a. Zölle, Steuern, Münzprägung, Marktrecht). Der König kann diese Regalien zur Nutzung vergeben; die Inhaber der Regalien haben dafür auch einige mit den Rechten verbundene Pflichten zu erfüllen. Im Zuge des Erstarkens der Fürstentümer in Deutschland gehen diese Rechte weitgehend an die Fürsten über, die damit ihre Landesherrschaften ausbauen können. Die Regalienleihe des Königs bzw. Kaisers an die Reichskirche ist während des Investiturstreites heftig umstritten. Im Wormser Konkordat von 1122 wird die Regalienleihe zugunsten der Bischöfe und Reichsäbte neu geregelt.

Regalienrecht ist das dem Kirchenherrn (meist dem König) zustehende Recht, während einer Sedisvakanz (Nichtbesetzung eines hohen geistlichen Amtes) die Einkünfte des verstorbenen Bischofs oder Erzbischofs einzuziehen und freie niedere geistliche Lehen zu vergeben.

Reichsacht ist eine durch den Kaiser verhängte Strafe als Ausschluss aus der Rechts- und Friedensgemeinschaft. Falls sich der Geächtete nicht innerhalb von Jahr und Tag unterwirft, folgte der Bann, der zur Rechtlosigkeit der geächteten Person führt. Seine Besitzungen werden vom Reich eingezogen und jedermann kann straflos den Geächteten töten, wer dagegen den Geächteten aufnimmt, verfällt selbst der Reichsacht.

Reichsadel ist der vom Kaiser verliehene und daher reichsunmittelbare Adel.

Reichsgut ist Ursprünglich ein Krongut, das vom Hausgut der Fürsten unabhängig ist, später jedoch vielfach von den Dynasten einbehalten.

Reichsinsignien sind die Symbole des Reiches: Krone und Zepter.

Reichsunmittelbar ist eine Unterstellung die direkt dem Kaiser, König oder dem Reich untergeordnet ist.

Ritter (mittelhochdeutsch: Reiter) ist eine soziale Gruppe der feudalen Gesellschaft und zentrales Element mittelalterlicher Kriegsführung. Ritter kämpfen grundsätzlich zu Pferd und benutzen dazu spezielle Schlachtrösser. Diese Kavallerie dominiert die mittelalterlichen Ritterheere. Schutz für den Ritter bieten anfangs Kettenhemden, die im Laufe der Zeit durch immer schwerere Rüstungen ersetzt werden, sowie ein Schild. Als Waffen werden Schwert, Lanze und Dolch, aber auch Streitaxt, Morgenstern etc. verwendet. Der Umgang mit Waffen wird geübt und in Turnieren erprobt. Wichtigste Pflicht der Ritter ist der Kriegsdienst. Die Ritter werden im Heerschild zusammengefasst. Faktisch gehört zu dieser Lebensweise die permanente Ausübung von Gewalt. Es gibt Berichte, wonach etliche Ritter eine regelrechte Lust an der Gewaltanwendung entwickeln und zum Schrecken von Reisenden oder ganzer Landstriche werden. Richtet sich die Gewalt gegen einen Ebenbürtigen, so bezeichnet man diesen Konflikt als Fehde.

Ritter sind als soziale Gruppe adeliger Abstammung, später kommen noch Ministerialen zum Ritterstand. Im Rahmen des Lehenssystems besteht ein wechselseitiges Treueverhältnis zwischen Lehensgeber und Lehensnehmer. Die Aufnahme in den Ritterstand ist ritualisiert. Der Ritterschlag des Kaisers soll der letzte Streich sein, den der Ritter ohne Gegenwehr empfängt. Der Ritterstand bildet eine relativ einheitliche Lebensweise aus (Rittertum), zu der u. a. das Leben in der schützenden Burg gehört. Im späten Mittelalter bezeichnet der Begriff dann nur noch den niederen Adel.

Ritterstand in Österreich gibt es eine Teilung des niederen Adels in den untitulierten Adel und den Ritterstand. Nur den Angehörigen des Ritterstandes wird die landständische Qualität zugesprochen. Im 19. Jahrhundert wird die Frage aufgeworfen, ob dies auch beim früher verliehenen "rittermäßigen Adelsstand” der Fall wäre, d.h. ob dieser dem Ritterstand zuzurechnen wäre. Auf Grund einer historisch völlig irregeleiteten Beurteilung wird dieses Recht dem "rittermäßigen Adelsstand” 1844 abgesprochen. In Bayern ist § 6 des bayerischen Adelsediktes von 1818 Rechtsgrundlage für die Verleihung des Ritterstandes. Der Titel kann nur im Mannesstamme geführt werden, die Frau eines Ritters führt den untitulierten Adel.

Schenk hat die Besorgung der zum Hofhalt erforderlichen Getränke zur Pflicht und muss anfangs bei feierlichen Gelegenheiten den Wein vorkosten, kredenzen und die geleerten Becher nachfüllen. Später überwacht der Träger des Erzhofamts die Mundschenke in dieser Funktionen.

S

Schwertleite ist die Aufnahme in den Ritterstand, symbolisiert durch einen Schlag mit flachem Schwert auf den Nacken der knienden Edelknappen.

Schnapphahn eigentlich Wegelagerer, im Volksmund oft Raubritter.

Seneschall, Sendschalk siehe Truchsess

Söldner sind Soldaten die gegen ein Entgelt dienen, zum Unterschied von Soldaten, die verpflichtet sind, für ihre Nation Militärdienst zu leisten. Historisch gesehen sind die Söldner oft Fremde, nicht Bürger bzw. Ansässige des Landes, für das sie kämpfen. In seiner heutigen Bedeutung bezeichnet das Wort bloß noch fremde unter Vertrag genommene Soldaten. Die zunehmende Konzentration von Ländereien beim Hochadel bzw. die Ausbildung von Landesherrschaften entzieht dem einfachen Ritter nach und nach die ökonomische Grundlage. Fortschritte in der Waffentechnik (Armbrust, Langbogen, Feuerwaffen) ermöglichen eine andere, auf Distanzwaffen gestützte Taktik und läuten den militärischen Niedergang der Ritterheere ein. 1302 in der Sporenschlacht von Kortrijk und 1346 in der Schlacht bei Crécy erleiden französische Ritterheere schwere Niederlagen, sie sind zu unbeweglich. In der Folge gewinnt die Infanterie, später die Artillerie immer mehr an Bedeutung für das Kriegsgeschehen. Ein weiterer Faktor, der die Bedeutung des Rittertums schmälert, ist das Aufkommen von Söldnerarmeen. Söldner sind zwar kostspielig, beanspruchen aber kein Land, das vererbt und dem Zugriff des Landesherrn entzogen wird. Mit dem Aufkommen der Städte wird das Bürgertum zur besitzenden Schicht, insbesondere die Fernkaufleute. Während die Reichsritterschaft durch ein Bündnis mit dem Kaiser ihre Stellung konsolidieren kann, werden andere Ritter deklassiert und fristeten schließlich als so genannte "Raubritter" ein ärmliches, verachtetes und letztlich erbärmliches Dasein.

Stände: Adel, Klerus, Bürger, Bauern

Stiftsadel, stiftsmäßiger Adel, Turnieradel, turniermäßiger Adel ist Adel von ursprünglich acht, später sechzehn (unter Umständen auch 32) Ahnen, wie er zur Besetzung der Stellen an Stiftern, zur Teilnahme an Turnieren usw. verlangt wird. Zur Stiftsfähigkeit (Stiftsmäßigkeit, Turnierfähigkeit) gehört vielfach auch die Landstandschaft.
 

T

Thing ist eine öffentliche Gerichtsversammlung.

Truchsess (auch Sendschalke, Seneschalle) ist ursprünglich ein Ministeriale, dessen Amt es ist, die Speisen bei feierlichen Anlässen an fürstlichen Höfen (aber auch bei bürgerlichen Gastmählern) auf die Tafel zu bringen. Im Besonderen ist der Ministeriale als Küchenmeister Inhaber eines der vier Erzhofämter an germanischen Königshöfen und den Marschällen, Kämmerern und Schenken gleichgestellt. Der Erztruchsess trägt dem Kaiser bei der Krönung den Reichsapfel voran und bei dem anschließenden Festschmaus stellt er vier Schüsseln mit Ochsenfleisch auf die kaiserliche Tafel. Den Rest der Speisen serviert der Truchsess, der auch den Erztruchsess während seiner Abwesenheit vertritt.

Twing und Bann ist die gerichtliche Straf- und Bußgewalt innerhalb einer Grundherrschaft.

Twingherr ist eine Bezeichnung für Grundherr.

U

Unfreier ist ein Bauer, der zur als Höriger zur Grundherrschaft gehört bzw. an einen Grundherrn persönlich gebundener Leibeigener, Knecht oder Dorfbewohner.

Uradel sind Geschlechter, die nachweislich vor 1350 dem ritterblütigen deutschen Adel angehören. Erst für spätere Geschlechter ist nachgewiesen, dass der Adel vom Kaiser oder seinen Hofpfalzgrafen oder der Hofkanzlei verliehen wird. Der "Gotha" unterscheidet zwischen Uradel und Briefadel, was nicht immer zu eindeutigen Zuordnungen führt. So etwa bedeutet im Gotha: GA uradeliges Grafengeschlecht, GB briefadeliges Grafengeschlecht.

Urbar ist ein Verzeichnis des nutzbringenden dienst- und zinspflichtigen Besitzes. Untertänige Gründe, Häuser und Zehente können Bistümer, Stifte und Klöster, weltliche Herren und Einzelfamilien besitzen. In den Aufzeichnungen der verschiedenen Arten scheinen Steuern, Roboten und sonstige Giebigkeiten auf. Zu den letzteren sind Naturalleistungen und persönliche Leistungen (Hand- und Zugdienste, Fuhrwerke u. a.) zu zählen. Das Wort Urbar leitet sich vom Althochdeutschen ab und bedeutet soviel wie Nutzen.

USA Adel: Es besteht ein Gesetz, wonach sich deutsche "adelige" Personen mit besonderem "Adelsprädikat" bei ihrer Immigration verpflichten müssen, auf diese zusätzlichen "Prädikate" im Namen zu verzichten.

V

Vasall (keltisch gwas, lateinisch vassus: Knecht) ist im Mittelalter ein Freier, der sich als Gefolgsmann in den Dienst eines Herrn begibt und sich zu bestimmten, meist militärischen, Dienstleistungen verpflichtet. Ein Vasall kann aber auch ein der Oberherrschaft eines anderen Herrschers unterworfener Fürst sein. Der durch den Treueid an den Herrn gebundene Vasall genießt dafür Schutz und Hilfe des Herrn. Im Frühmittelalter entwickelt sich die Feudalgesellschaft und damit die persönliche Vasallität als Pendant zum Lehen als weiters Element der mehrstufig gestaffelten Lehensstruktur, die schließlich erblich wird. Mit sinkender Macht des Königs gegenüber seinen Herzögen, die als Vasallen mit Lehen in Form von Territorien ausgestattet sind, verselbständigten sich deren Herrschaftsgebiete, und ihre Bereitschaft zur Dienstleistung sinkt, insbesondere bei den Kirchenfürstentümern.

Vogt ist ein Beamter, dessen Aufgabe der Schutz gewisser Personen oder Sachen ist. Vögte finden sich seit karolingischer Zeit bei Kirchen und Klöstern als Schirmvögte (Schutzherren), wobei besonders die deutschen Könige diese Funktion ausüben. Seit dem 11. Jahrhundert bestellen die Könige für ihre unmittelbaren Besitzungen, besonders für die Grenzmarken so genannte Reichsvögte, die als königliche Beamte den Heer- und Gerichtsbann handhaben und die königlichen Einkünfte erheben. Siehe auch Burggraf.

von ist als Adelszeichen ein bestimmender Namensteil von Adelsprädikaten. Der Namensteil "von …" wird ursprünglich einfach dazu verwendet, um Menschen mit gleichen Vornamen voneinander unterscheiden zu können. Da man bis ins Hochmittelalter keine Familiennamen und nur einen Vornamen verwendet, muss man diesen gelegentlich durch Zusätze ergänzen, um Gleichnamige voneinander unterscheiden zu können. Dazu verwendet man nebeneinander zwei Form: entweder fügt man "Sohn des …" oder den Herkunftsort "von …" hinzu. Als dann später die heute gebräuchlichen Familiennamen aufkommen, versucht das kaiserliche Heroldsamt die Wohnsitznamen mit "von" auf die adeligen Geschlechter zu begrenzen, was auch (praktisch lückenlos) gelingt.

von und zu ist als Adelszeichen Namensteil von Adelsprädikaten, der eitel und operettenhaft darauf hindeutet, dass die jeweilige Familie immer noch auf jenem Wohnsitz sitzt, mit dem sie geadelt wurde.

v. ist eine Schreibweise des Adelszeichens "von", die im 19. Jahrhundert vom preußischen Kriegsministerium für adelige Offiziere eingeführt wird. Daher heißen österreichische Adelige auch immer "von" und nie "v.".

Verpfändung ist die pfandweise Übertragung eines Gutes oder Rechtes zwecks kurzfristiger Beschaffung von Geldmitteln durch den Landesherrn. Häufig werden Grundherrschaften oder Burgen verpfändet, aber auch ganze Länder, wie das Land ob der Enns von den Habsburgern an die Bayern.

W  

Wappen sind farbige Hoheitszeichen, die als Gemeinschafts-, Herrschafts- oder Familiensymbole dienen. Wappen entstehen im 12. Jahrhundert aus der Schilddekoration der Ritter, die sie schon von Weitem erkenntlich machen sollen. Sie werden bald erblich und seit dem 13. Jahrhundert auch von nichtritterlichen Kreisen übernommen. Auch Kommunen wie Städte oder Klöster verwendeten bald eigene Wappen. Wappen wurden ursprünglich selbst entworfen, seit dem 14. Jahrhundert werden sie aber ausschließlich durch den König verliehen. Hier das Lexikon zur Heraldik und die Monographie über die Blasonierung.

Weiberlehen siehe Kunkellehen.

Weistum ist die Auskunft über das praktizierte Recht.

Wittelsbacher sind ein bayerisches Herrschergeschlecht. Sie herrschen in Bayern beginnend im 10. Jahrhundert mit Markgraf Luitpold bis zu König Ludwig III., der 1918 abdankt.

Wittum (von althochdeutsch widemo, angesächsisch wituma, friesisch wetma, burgundisch wittimon) eine Vermögensleistung, die nach germanischem Recht der Bräutigam oder dessen Familie bei der Eheschließung zu erbringen hat. Als Leistung an die Braut ist das Wittum Bestandteil der güterrechtlichen Beziehung zwischen den Ehegatten. Es dient vor allem der Vorsorge für den Unterhalt der Frau nach dem Tod ihres Mannes.

Woiwode der Titel der slawischen Fürsten und Kriegsherrn, kommt vom slawischen Wort für Heerführer.

X Y Z

Zehnt ist als Naturalsteuer der zehnte Teil der Erzeugnisse aus der Arbeit eines Mannes, begründet in den mosaischen Gesetzen. Gegen Ende des 8. Jahrhunderts ist der Zehnt die Pflichtabgabe im Frankenreich.

Zeitperioden lassen sich grob so definieren:

--------0400 Antike
0400-1000 Frühmittelalter
1000-1300 Hochmittelalter
1300-1500 Spätmittelalter
1500-1600 Renaissance
1600-1700 Barock
1700-1800 Rokoko
1800-1900 Romantik
1900-jetzt Industriezeitalter

zu, Namensteil von Adelsprädikaten. Der Namensteil "zu …" weist darauf hin, dass das Geschlecht einen Wohnsitznamen hat, der mit dem aktuellen Wohnsitz nicht übereinstimmt: der Name der Seeau ergänzt sich von "Graf Seeau von Mühlleuten" auf "Graf Seeau von Mühlleuten zu Ebenzweier". Eine ähnliche Aufgabe erfüllt das Verbindungswort "auf" für weiterführende Wohnsitze, bei den Seeau in der Konstruktion "Reichsgraf Seeau von Mühlleuten, Freiherr auf Würting, Freiherr auf Helfenberg und Piberstein".

 
         
Adelstitel, Standes-bezeichnungen und Berufe  
Deutsch

England

Frankreich Italien Spanien Portugal
Abt Abbot Abbé Abate Abad Abade
Äbtissin Abbess Abbesse Badéssa Abadesa Abadessa
Bischof Bishop Évêque Véscovo Obispo Bispo
Burggäfin

Burgravina

Burgravine Burgràvina Burgravina Burgravina
Burggraf Burgrave Burgrave Burgràvio Burgrave Burgrave
Doktor Doctor Docteur Dottóre Doctor Doutor
Ehrenhaft Hounourable Honorable Onorévole Honorable Honorifico
Erzbischof Archbishop Archevêque Arcivéscovo Arzobispo Arcebispo
Erzherzog Archduke Archiduc Arciduca Archiduc Arquiduque
Erzherzogin Arch-duchess Archi-duchesse Arci-duchésse Archi-duquesa Arqui-duquesa
Feldmarschall

Field-Marshal

Maréchal Maresciallo Mariscal Marechal
Frau Lady Dame Signora Señora

Dama

Freiherr Baron Baron Barone Baron Barão
Freiherrin Baroness Baronne Baronessa Baronesa Baronesa

Fürst/Prinz

Prince Prince Principe Principe Principe

Fürstin / Prinzessin

Princess Princesse Principessa Princesa Princesa
General General Général Generale General General
Graf Earl / Count Comte Cónte Conde Conde
Gräfin Countess Comtesse Contéssa Condesa Condessa
Großfürst Grand Prince Grand-Prince Grand-principe Gran Prince  
Großherzog Grand Duke Grand-Duc Granduca Gran Duque Grão-duque
Großherzogin Grande Duchesse Grande-Duchesse Gran-duchéssa

Grande Duquesa

 
Herr Lord Seigneur Signore Señor Senhor
Herzog Duke Duc Duca Duque Duque
Herzogin Duchess Duchesse Duchessa Duquesa Duquesa
Hochmeister

Great Master

Grand-Maître Grand Padróne Gran Maestro Grão Mestre
Ingenieur Engineer Ingénieur Ingegnére Ingeniero Engenheiro
Kaiser Emperor Empereur Imperator Emperador Imperador
Kaiserin Empress Impératrice Imperatrice Imperatriz Imperatriz
Kämmerer Chamberlain Chambellan Ciambellano Chambelán Camarista
Kardinal Cardinal Cardinal Cardinale Cardenal Cardeal
Kommandant Commander Com-mandant Coman-dante Comman-dante Coman-dante
König King Roi Re Rey Rei
Königin Queen Reine Regina Reina Rainha
Kurfürst Prince Elector Prince Électeur Principe Eléttore Principe Elector Principe Eleitor
Landvogt Bailliff Bailli Bàilo Bailío Bailio
Leutnant Lieutenant Lieutenant Luogotenènte Teniente Tenente
Markgraf Margrave Margrave Margràvio Margrave Margrave
Markgraf Marquis Marquis Marchése Marqués Marquês
Markgräfin Margravine Margravine Margràvina Margravina Margravina
Markise Marchioness Marquise Marchésa Marquesa Marquesa
Oberst Colonel Colonel Colonnélo Coronel Coronel
Palatin Palatine Palatin Palatino Palatino Palatino
Pfalzgraf Count Palatine Comte Palatin Cónte Palatino Conde Palatino Conde Palatino
Pfalzgraf Prince Palatin Prince Palatin Principe Palatino Principe Palatino Principe Palatino
Pfalzgräfin Countess Palatine Comtesse Palatine Contéssa Palatina Condesa Palatina Condessa Palatina
Prinzgemahl Prince consort Prince-consort Principe consorte Principe consorte Principe consorte
Rechtsanwalt Barrister Avocat Avvocato Abogado Advogado
Ritter Knight Chevalier Cavalière Caballero Cavaleiro
Stadthalter Governor Gouverneur Governatór Gobernador Governador
Vizeadmiral Vice-Admiral Vice-Amiral Viceam-miràglio Vicealmirante Vice-almirante
(Vizegraf) Viscount Vicomte Viscónte Visconde Visconde
(Vizegräfin) Viscountess Vicomtesse Viscontéssa Viscondeza Viscondessa
Vizekanzler Vice-Chancellor Vice-Chancelier Vice-cancellière Vice-chancelier Vice-chanceler
Vizeköning Viceroy Vice-Roi Viceré Virrey Vice-rei
Vizekonsul Vice-Consul Vice-Consul Vicecònsole Vicecónsul Vice-cônsul
Vogt Provost Prévôt   Preboste Preboste