Landtsknechten  

Unter "landtsknechten" verstehen Zeitgenossen ein überwiegend mit langen Spießen, Hellebarden und Handrohren kämpfendes Fußvolk, dessen Männer aus oberdeutschen Gebieten stammen und sich von den niederdeutschen Fußknechten deutlich abheben.

Das Söldnertum institutionalisiert sich bereits im Mittelalter. So hat bereits Kaiser Barbarossa 1166 und 1174 in seinen Auseinandersetzungen mit dem Papsttum und dem Lombardenbund große Söldnertruppen in seinem Heer. Diese "Brabanzonen" sind gefürchtete feste Söldnerverbände aus Flandern und Brabant, den damals vorindustriell hochentwickelten Gebieten des französischen Königreiches und des lothringischen Herzogtums. Aber die Brabanzonen sind keineswegs die einzigen Söldner dieser Zeit, so gibt auch Söldner aus den Pyrenäen, aus Aragon, aus Navarra und Basken.

Genauso sind es häufig die zahlreichen Kriegsknechte, die bei Belagerungen die von der Adelsideologie verachteten Dienste leisteten, wie die Bogen- und Armbrustschützen oder die Bedienung von Steinschleudern und Belagerungstürmen.

Nicht allen gefällt diese Entwicklung, und auch die Gefahr, die der alten Gesellschaftsordnung und besonders dem Adel und seinen Rittern droht, wird von den Betroffenen erkannt.

1179 wird die Kriegsführung mit solchen Söldnerverbänden mit Kirchenbann belegt und1215 ruft Papst Innozenz sogar zum Kreuzzug gegen die gefürchteten Söldnerrotten auf. Johann ohne Land wird im selben Jahr von den englischen Baronen gezwungen sein Söldnerheer zu entlassen.

Doch das Söldnertum ist damit längst nicht mehr aufzuhalten, die Mächtigen Europas bedienen sich der Söldner, wann immer es ihnen nötig erscheint. Sei es zum Machterhalt oder zur Machtvergrößerung. Der Name Brabanzonen jedoch wird in diesen Jahrzehnten zum Synonym für Söldner. Um aber das europäische Lehensystem in der Kriegsführung durch ein Soldsystem zu ersetzen, bedarf es mehr als ein paar tausend Brabanzonen.

Zwischen 1478 und 1493 kämpft Maximilian mit den ersten Landsknechten
um Burgund. Er hat kaum Unterstützung durch Kaiser und Reich, Kaiser Friedrich III. ist durch Türken und Ungarn gebunden und die Reichsfürsten unterstützen ihn nur zögerlich durch Reiter. Maximilian jedoch benötigt eine schlagkräftige Fußtruppe und so beginnt er mit der Anwerbung von Kriegsknechten, hauptsächlich aus der Schweiz und aus Oberdeutschland, von wo sie ihm scharenweise zuströmen.

Dies verlangt starke gesellschaftliche Veränderungen besonders in der Lehensordnung. Im Hochmittelalter beginnt dieser Prozess in jenen Gesellschaftsschichten, die nach oben streben und unabhängiger und freier werden so wie Bürger, Beamte und Bauern. Nun können die aufgestiegenen Schichten das Kriegswesen verändern, sei es durch die Finanzierung eines Söldnertrupps oder auch indem sie aus ihrer Gesellschaft heraus Söldnertruppen rekrutieren. Im Spätmittelalter gehört die Anwerbung von Söldnern schon ganz selbstverständlich zur Kriegsführung und die Bedeutung der Fußtruppen wird immer größer.

So sind sie in Kriegszeiten von Heerführern gesucht und von ihren Gegnern gefürchtet, in Friedenszeiten aber verachtet und oftmals nur wenig mehr als Landstreicher. Trotzdem ist das Leben der Landsknechte von einem hohen Selbstwertgefühl geprägt. Sie sehen sich selbst als eine Art weltlicher Kriegerorden und können durchaus Forderungen auch gegenüber ihrem Dienstherren durchsetzen, der auf ihren Gehorsam in der Schlacht angewiesen ist.
Philipp Herzog von Kleve schreibt: "Von gemeynen knechten [...] waiß ich nichts besseres, wann das ain Jeder herr sich vor Inen, alls vil Jm mueglich, huete, wann er aber sy uß unvermeidlicher notturft haben muss, alßdann betzal er sy wol, gebrauch sy nach der hant, und straff die verbrechen ubel." Dass das Selbstwertgefühl der Landsknechte allemal gerechtfertigt ist, zeigt ihr Sieg in kaiserlichen Diensten gegen Franz I. von Frankreich 1525 bei Pavia. Zwei Jahre später liegen die deutschen und spanischen Landsknechte Kaiser Karls V. im zweiten Französischen Krieg gegen Franz I. von Frankreich, mit dem sich Papst Klemens VII. verbündet hatte, vor Rom, das sie einnehmen und ein Dreivierteljahr, während des so genannten Sacco di Roma (vom 06.05.1527 bis 17.02.1528), plündern. Diese Plünderung läutet das Ende der Renaissance in Rom ein.

 

   

A

Artikelbrief ist die Verfassung des Landsknechtsregiments. Die Gesetze und Verordnungen beschreiben wie die Landsknechte legal, also innerhalb eines Krieges, zu dienen haben. Auf den Artikelbrief müssen alle Angeworbenen schwören. Im einzelnen weichen die jeweiligen Artikelbriefe voneinander ab, jedoch enthalten sie meistens folgende Grundlagen: die vertragliche Verpflichtung zwischen dem Landsknecht und dem, der ihn bezahlt. Sie schwören, ihre Pflicht zu erfüllen und den Gehorsam gegenüber allen Befehlen. Das Prinzip des Gehorsams gegenüber Befehlen ist ohne Ausnahme und gilt für alle Ränge.

Artillerie ist ein eigenständiger Zweig der Armee, der die Kanonen transportiert, wartet und bedient. Sie wird vom Obersten Zeugmeister befehligt. Da die Artilleristen Spezialisten sind, in der Schlacht unbedingt eine Position zu halten haben und auch an Plünderungen nicht teilnehmen, erhalten sie besondere Bezahlung und Privilegien. So sind sie in der Militärgerichtsbarkeit nicht dem Provost unterstellt und haben ihren eigenen Tross. Die Kanonen gelten auch für gewöhnliche Landsknechte als Asyl vor dem Provost, wenn es einer zur Kanone schafft, so ist er vor dem Zugriff für drei Tage sicher, solange er sich nicht mehr als 24 Schritte von der Kanone entfernt. Wird dieses Recht gebrochen, kann der Oberste Zeugmeister seinen gesamten Artilleriezug von der Armee zurückziehen. Die Männer der Artillerie sind auch nicht so grell-bunt gekleidet wie ihre Waffenbrüder, da sie ja nicht im Kampfgewühl zugeordnet werden müssen.

Artillerie wird vor allem gegen die großen Menschenmassen der Kader eingesetzt. Im 16. Jahrhundert haben die Kanonen noch nicht ausreichende Wirkung, um die Kader-Formation ernsthaft zu gefährden. Die Artillerie, die auf offenem Feld schon häufig eingesetzt wird, ist noch viel zu schwerfällig. Zum Transport eines Geschützes braucht man noch bis zu 10 Pferde. Wenn man dazu bedenkt, dass das Angriffsziel sich bewegt und man mit massiven Kugeln schießt und nicht mit Granaten, ist leicht zu verstehen, dass die Artillerie mit den zwei oder drei Schüssen, die sie mit einem Geschütz abgeben können, während sich die Kader nähern, keinen großen Schaden anzurichten vermag.

B

Balgen Zweikampf zwischen Landsknechten.

Berufssoldaten sind im ausgehenden Mittelalter in allen Volksheeren in großer Menge vertreten. Die Berufssoldaten entstammen meist Volksheeren, sind nach allzu langen Kriegsjahren entwurzelt und finden nicht mehr ins normale Leben zurück. Deshalb bieten sie ihre Dienste gegen Sold ausländischen Herrschern an. Für diese ist es meist billiger, einen Landsknecht zu bezahlen, als die eigenen Landeskinder von Arbeit, Haus und Hof zu holen. Die Konflikte im Zentrum Europas hinterlassen viele solcher Soldaten. Überall findet man deutsche und schweizerische Söldner, und der Begriff "Landsknecht" wird bald gleichbedeutend mit "Soldat".

Bestallungsbrief eines Landesherren gibt einem Kriegsherren den Auftrag zur Rekrutierung von Landsknechten und regelt die Artikel des Artikelbriefes.

Bewaffnung jeder Landknecht hat eine Kurzwehr, nämlich ein kurzes Landsknechtsschwert (Katzbalger) und die lange Wehr, der Hellebarde oder den Langspieß, nicht Lanze oder Speer. Die "Befehlsleute" und die Doppelsöldner hatten Harnische, einige Knechte sind mit Bihändern ausgerüstet.

Bihänder sind große, zweihändige Schlachtschwerter mit denen Breschen in die durch Piken verteidigten Haufen der Kader geschlagen werden.

Brabanzonen sind gefürchtete feste Söldnerverbände aus Flandern und Brabant, später Synonym für alle Söldner.

C

D

Doppelsöldner sind gut ausgerüstete Landsknechte, die doppelten Sold erhalten und an vorderster Front kämpfen. Bewaffnet mit Bidenhändern und Hellebarden. Nach 1547 auch mit Pistolen. Oft sind sie erfahrene Kriegsveteranen und dienen als Vertrauensleute der gemeinen Landsknechte.

E

F

Fähnrich sind Fahnenträger einer Einheit, die Fähnlein genannt wird, meist sind sie vom Trommler und Pfeifer begleitet. Sie sind handverlesene Kriegsmänner "gemeinlich junge, starke, unverdrossene, grade Personen". Ihm wird die Fahne nach Vereidigung vom Obrist überreicht, z.B. mit den Worten: "Ihr Fähnrich, da befehle ich euch die Fähnlein mit der Bedingung, wann ihr werdet in die Hand geschossen, darin ihr das Fähnlein tragt, dass ihr's in die andere nehmt, werdet ihr in dieselbe auch geschädigt, so werdet ihr das Fähnlein in's Maul nehmen. Werdet ihr aber von den Feinden überdrungen, sollt ihr euch darein wickeln und euer Leib und Leben darinnen lassen, ehe ihr euer Fähnlein mit Gewalt nehmen lasset".

Feldscher Truppenarzt

Feldweibel oder Feldwebel ist zuständig für Schlachtformation und den Drill der Männer.

Fourier ist ein mit der Verwaltung von Material, besonders aber mit dem Beschaffen von Verpflegung, beauftragter Unteroffizier.

Freimann ist der Henker der Landsknechte, zu erkennen an seinem blutroten Umhang, der roten Feder am Barett, dem Galgenstrick am Gürtel und dem Henkersschwert.

Führer Kundschafter

G

Gardenknechte (vergarten: versammeln, vergattern; garteten, auf der Gart) sind Landsknechte, die in Rotten, auf der Suche nach neuer Anstellung, bettelnd und plündernd durchs Land ziehen.

Gemeinweibel ist zuständig für generelle Disziplin zwischen Offizieren und gemeinen Landsknechten. Der Gemeinweibel wird monatlich neu von den Landsknechten gewählt und dient als ihr Sprecher.

H

Haufe oder Regiment besteht zumeist aus 10-16 Fähnlein. Jedes Fähnlein besteht aus einer Anzahl von Rotten, die sich aus der Gesamtstärke des Regimentes ergibt. Eine Rotte besteht meist aus 10 einfachen Landsknechten oder sechs Doppelsöldnern, 50 Rotten ergeben ein Fähnlein zu je 500 Mann, aus 10 Fähnlein ergibt sich dann ein Regiment zu 5000 Mann.

Hauptmann ist ein Offizier, der ein Fähnlein kommandiert. Als Vorbild kämpfen die Hauptleute gewöhnlich in den vorderen Reihen neben den Doppelsöldnern. Häufig werden sie auch von ranggleichen Gegnern zum Duell gefordert.

Hurenweibel ist ein Offizier im Rang eines Hauptmannes, der den Tross befehligt, seine eigene Fahne, seinen Leutnant und Webel hat.

I J K

Kader ist die militärische Gliederung der Schweizerknechte bzw. Reisläufer in viereckigen Blöcken, die meist zu mehreren gestaffelt marschieren. Sie sind im Grunde ähnlich der griechischen Phalanx des Fußvolks, nur sind eben diese Kader wesentlich größer, denn ein Kader umfasst im allgemeinen vier- bis sechstausend Soldaten. Drei Fünftel eines Kaders bestehen aus Hellebarden-Trägern, ein Fünftel aus Schwert- oder Spießträgern und das letzte Fünftel aus Musketieren, die alle nach einer bestimmten Ordnung eingeglieder sind.
Diese Massen bewegen sich nach Kommando. Je nach den Erfordernissen des Augenblicks marschieren sie, führen Manöver aus oder senken die Waffen, die sie bis dahin senkrecht getragen haben und werden so zu einem unüberwindbaren riesigen Igel. Es versteht sich von selbst, dass diese Manöver nicht ohne lange vorherige Übung und eine eiserne Disziplin ausgeführt werden können. Dieses Kampfsystem verbreitet sich immer mehr und zu Beginn des 16. Jahrhunderts werden die Schlachten der westlichen Welt durch die Infanterie entschieden. Siehe auch Schweizerknechte

Katzbalger, siehe Kurzwehr, Landsknechtsschwert.

Kurzwehr ist das kurze Landsknechtsschwert.

L

Landsknechte eine Infanterieformation, die im Gegensatz zu Söldnern eine eigene Verfassung besitzt, den Artikelbrief. Sie schwören ihre Treue und werden streng diszipliniert.

Leutnant ein Offizier als zweiter Mann nach dem Hauptmann.

 

M N O

P

Pfennigmeister Zahlmeister

Profoss siehe Provost

Provost ist der Chef der Militärpolizei der Landsknechte und zugleich Staatsanwalt vor Gericht, er kassiert von den Marketendern eine gewisse Schutzgebühr.

Q

Quartiermeister bestimmt Lagerplatz und verwaltet unter anderem Waffen und Rüstzeug sowie Pferde. Landsknechte sind verpflichtet ihre Ausrüstung selbst zu warten und beim Quartiermeister zu kaufen.

R

Reisig Erkennungszeichen, das zur Unterscheidung der Soldaten von den Zivilisten geführt wird. Jeder muss es tragen, der dem bewaffneten Haufen angehört. Die kaiserlichen Truppen Österreichs tragen das Tannenzweiglein (Reisig) noch weit bis nach dem Dreißigjährigen Krieg. Noch im 1. Weltkrieg ist das Tannenzweiglein Symbol des österreichischen Militärs. Die ungarischen Grenztruppen tragen es noch am Ende des 2. Weltkriegs.

Reisiger ist der Bedienstete eines nicht adligen Ritters. Ursprünglich ist der Reiter, Ritter oder Reisiger ein Reisender. Als das Wort Reisiger dann immer mehr das Reisen zu Pferde bedeutet, bildet es wohl einen neuen Wortstamm. "Reisiger" ist ein substantiviertes mhd. Adjektiv reisec, reisic "beritten" (mndl. reisich) nach einer heute nicht mehr produktiven Bildungsweise. Zugrunde liegt Reise, mhd. reis(e) ahd. reisa in der Bedeutung von "Kriegszug" - ein Reisiger ist also einer, der auf dem Kriegszug ist. Ein Reisiger ist nicht zu verwechseln mit Reisläufer.

Reislauf ist der Kriegsdienst von Schweizern in einer fremden Arme. Diese Schweizer Truppen in fremden Diensten kämpfen mit einheimischer Ausrüstung. Die überschüssige, weil landlose, Bauernjugend und jegliche Zuwanderungswillige haben nur Aufstiegchancen, wenn sich für das eigentliche Handwerk der Reisläufer entscheiden. Für die Landesherren ist der "Verkauf" dieser Jugend an den ausländischen Adel ein Riesengeschäft. Die Reisläufer sind in ihrer Organisationsform das wichtigste Vorbild für die Militärstruktur der Landsknechte.
Durch die allgemeine Mobilmachung sind die Schweizer im Spätmittelalter  militärische Großmacht sowohl in eigener Sache, als auch in der Aufbringung von Söldnern. Viele Fürsten werben Schweizer Söldner an und für die jungen Schweizer ist der Reislauf über Jahrhunderte die verheißungsvollste Perspektive. Nicht Söldner nennen sie sich, sondern Reisläufer und "laufen auf die Reise". Die eidgenössischen Orte verfügen im konkreten Konfliktsfall über eine eigene Streitmacht, denn jeder Bürger ist beim Aufgebot mit seiner Waffe zum Kriegsdienst verpflichtet. 1315 besiegen die Eidgenossen eine habsburgische Armeen bei Morgarten, 1376 bei Sempach, 1415 vor Baden. 1476 ringen Reisläufer die Burgunder unter Karl dem Kühnen nieder. 1515 in den italienischen Feldzügen ist es der Franzosenkönig François I., der die Reisläufer bei Marignano mit seiner Artillerie besiegt, womit der Abstiegt der schweizerische Großmachtpolitik eingeleitet wird.

Risseckle siehe Reisläufer.

S

Schultheiss ist der Richter der Landsknechte, der auch die Vereidigung abnimmt und die Preise der Marketender festlegt.

Schwarze Bande siehe schwarze Legion

Schwarze Garde ist ein Landknechtsverband unter Junker Slentz. Die Garde erwirbt sich in den Kriegen des Nordens seit 1488 einen legendären Ruhm. Sie besteht aus rund 4000 Mann aus aller Herren Länder, vor allem aber aus Söldnern aus Nordwest-Deutschland (Friesen). 1500 wird sie von Dänenkönig Johann I. angeheuert, um gegen Dithmarschen zu ziehen. Bei der Schlacht von Hemmingstedt kommt es zu einem Desaster. Die Garde wird durch die aufständischen Bauern aufgerieben und Junker Slentz getötet. Wahrscheinlich sind Teile dieser Garde der Kern der späteren Schwarzen Legion

Schwarze Legion (schwarze Bande) sind Deutsche Landsknechte die nach 1512 für Frankreich kämpfen und damit gegen Maximilians Befehl verstoßen, der alle Landsknechte aus Frankreich zurück beordert hatte. Sie erhalten ihren Namen durch ihre schwarze Kleidung und Rüstungen. 1525 wird die Schwarze Legion bei der Schlacht von Pavia durch Kaiserliche Landsknechte völlig aufgerieben.

Schweizer Garde kämpft 1527 beim "Sacco di Roma" für den Papst, gegen Karl V. In dieser Schlacht fallen 147 Schweizer Gardisten, als sie dem Papst Clemens VII. den Fluchtweg zur Engelsburg frei kämpfen. Aufgrund dieses Heldenstücks bleibt die Schweizer Garde bis heute bestehen, als 1970 Papst Paul VI. die übrigen vatikanischen Garden (Nobelgarde und Palatingarde) auflöst. Die 1506 von Papst Julius II. gegründete Schweizer Garde zählt damals zu den wildesten Söldnerbanden Europas. Heute besteht sie aus rund 100 Mann und ist für den persönlichen Schutz des Papstes, des Apostolischen Palastes, die Sicherung der vatikanischen Staatsgrenzen sowie für Ordnungs- und Ehrendienste im Vatikan zuständig. Die Uniformen wurden von Michelangelo entworfen.
1791 verteidigt die schweizerische Palastgarde des französischen Ludwig XVI. die (leeren!) Tuilerien gegen das hungernde Volk von Paris. 172 Gardisten sterben dabei, allesamt aus Luzern.

Schweizerknechte (siehe auch Reisläufer) sind gut ausgebildete Infanteristen die das Bild der Schlachtfelder im Spätmittelalter bestimmten. In eng gestaffelten Gefechtsformationen, den Gevierthaufen, bewaffnet mit dem Langspieß können sie unterstützt von Feuerwaffen, gegnerische Formationen aufbrechen oder Reiterattacken standhalten.
Die Schweizer wenden in ihren Befreiungskämpfen im 14. Jahrhundert eine alte erfolgreiche Kampftaktik an, die gedrängte Formation des Fußvolkes. Das Fußvolk bildet viereckige Blöcke (meist mehrere, die gestaffelt marschieren), Kader genannt.

T

Trabant ist der Leibwächter der Hauptleute, oft ein Doppelsöldner.

Tross gehört zu jedem Fähnlein mit Händlern, Bäckern, Metzgern, Wirten, sowie Marketenderinnen und Händlerinnen die häufig auch Prostituierte sind. Die Landsknechte müssen ihr Essen und Trinken selbst kaufen. Der Tross umfasst auch alle anderen Zivilisten wie Frauen und Kinder der Landsknechte. Der Tross wird oft zu Schanzarbeiten und anderen Hilfsarbeiten herangezogen.

U

Uniform gibt es bei den Landknechten keine. Die Soldaten unterscheiden sich im Kampf an einem Band bestimmter Farbe, das quer über der Brust getragen wird. Die Landsknechte sind nach den verschiedenen Moden in den buntesten Farben gekleidet.

V

Verlorener Haufen besteht aus Strafgefangenen, Freiwilligen und oder durch Losentscheid bestimmte Landsknechte, die mit Bidenhändern und Hellebarden Schneisen in die Pikenwälle des Feindes zu hauen haben. Die Blutfahne, ein ganz in rot gehaltenes Fähnlein, ist ihr Erkennungszeichen.

Vergattern heißt versammeln und ist heute noch in der Militärsprache vorhanden.

W

Wachtmeister ist zuständig für die Wacheinteilung.

Weibel siehe Gemeinweibel

X Y Z