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Technische Methoden mit digitalen Medien   Technik im Rahmen der Geschichtsforschung wird seit eh und je eingesetzt, man denke nur an die ausgefeilten Ausgrabungstechniken, die Sprache der Blasonierung und den Buchdruck. In neuerer Zeit sind Verfahren wie die Methoden zur Altersbestimmung, Textverarbeitung, Datenbanken und die digitale Bildverarbeitung hinzu gekommen. In der Genealogie geht es vor allem um die effiziente Nutzung der digitalen Medien.    
         
   
         
Internetrecherche als Zugang zu verschiedensten Quellen  

Die besten Ergebnisse für den Einstieg bringt die Internetrecherche in Form von Untersuchungen der verschiedensten Quellen, die den gesuchten Namen enthalten. Dann kommt das Durchforsten von Archiven, Heimatbüchern und Grabsteinen. Auch elektronische Telefonbücher können für die Ermittlung von Wohnorten der Nachfahren hilfreich sein.

Im Internet mehren sich in der letzten Zeit die Seiten über Ortschroniken und Familienchroniken. Heimatforscher und Familienforscher haben inzwischen eine Menge Material ins Netz gestellt. Mit einem Nachteil: zu den oft mit Fehlern behafteten Darstellungen der Geschichte durch akademischen Historiker kommen nun die Fehler der Heimat- und Familienforscher dazu. Mangelnde Sachkenntnis, artikulierte Wunschvorstellungen, falsche Schwerpunkte, schnöde Nachlässigkeit gegen die Geschichte, Zeitmangel und Schreibfehler verwässern die Wahrhaftigkeit der Aussagen im Internet zum Teil erheblich.

Mephistopheles:
"Ich salutiere den gelehrten Herrn!
Ihr habt mich weidlich schwitzen machen."

Zur Erforschung der Genealogie kann man eine Vielzahl löchriger Datenströme wie Informationen zur Ortschroniken, Heiratsurkunden, Kirchenbücher, Adelsverzeichnisse, Beurkundungen und Urbare analysieren und kombinieren. Wenn von einer Familie oder einer Person genügend Einzelereignisse dokumentiert sind, verdichten sie sich zu einem kompakten Stoff. Am einfachsten beginnt man im Netz mit der Suche bei den Heimatforschern, denn die haben in den letzten Jahren unzählige Historien über Orte ins Netz gestellt, in denen im Zusammenhang mit Bauwerken, Kriegen und Ortsentwicklungen und die damit verknüpften Jahreszahlen auch die Namen der beteiligten Personen genannt werden. Doch Vorsicht! nicht immer sind Jahreszahlen richtig wiedergegeben und die Schreibweise der Personennamen kann stark verwirren.

Eine Besonderheit stellt die riesige genealogische Datenbank der Mormonen im Internet dar. Über FamilySearch lassen sich Zigtausend Einzelpersonen finden, aber auch ganze Stammbäume. Allerdings sind auch hier nicht alle Abstammungen und Jahreszahlen richtig wieder gegeben. 

 

         
   
Mehr Realität in den Bildern   Die digitale Fototechnik holt mehr Realität in die Bilder. In der Fotografie hat sich eben eine Zeitenwende vollzogen: Die digitale Fototechnik löst die Chemie ab. Der Beruf des Fotolaboranten stirbt aus. Die Art, wie Menschen Bilder machen, ändert sich, nicht so grundlegend wie der Übergang von der Malerei zur Fotografie in der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts – aber immerhin.

Den Fotolaboranten ersetzt ein perfektes und allzeit williges Bildbearbeitungsprogramm. Kontraste heraus arbeiten, schwammige Konturen zeichnen, Belichtungsprobleme eliminieren, Farbstellungen verändern, blasse Flächen mit Farben sättigen, unerwünschte Objekte wegradieren, Bildausschnitte erzeugen: die totale Kontrolle über jedes Bild.

Immer mehr Hobby- und Profifotografen bannen Licht und Schatten in Millionen elektronischer Bildpunkte, deren Farbe sich aus den Grundtönen Rot, Grün und Blau aufbauen. Und diese Pixel dressieren sie dann mit der digitalen Bearbeitung, bis die Bildelemente zu den gewünschten Ausschnitten und Konstruktionen aufblühen, in einem Gemälde exakt abgestimmter Formen und Farben.

Es zählt nicht mehr alleine der "entscheidende Moment", wie der französische Meisterfotograf Henri Cartier-Bresson jenen magischen Sekundenbruchteil nennt, in dem der Fotograf eine Szene für die Ewigkeit gefriert. Ab nun zählt wieder die Kreativität der nachträglichen Gestaltung des geknipsten Bildes durch den Fotografen. Die Digitaltechnik verändert gründlich die Art, wie Menschen Bilder knipsen, gestalten, ausarbeiten, ansehen und ablegen.

Wie ein Maler kann der der Fotokünstler die Bilder sofort am Bildschirm sehen, das gibt ihm das Bewusstsein, ohne fremde Hilfe kreativ sein zu können, auch wenn es nur die Sonnenuntergänge aus dem letzen Urlaub sind.

So wie jede Hinterhof-Band mit Hilfe digitaler Mischtechnik eine CD aufnehmen, wie jeder Hobbyliterat mit einem Textprogramm einen Perfekten Schriftsatz (ganz ohne Setzerei) erzielen kann kann und wie damit jedermann perfekte Serienbriefe oder Visitkarten (ganz ohne Druckerei) gestalten kann, so macht die Digitaltechnik jetzt jeden Fotografen auch zu seinem eigenen Fotolaboranten. Endlich ist Fotografie und Ausarbeitung wieder in einer Hand. Alles in Allem eine überaus erstaunliche Demokratisierung einstigen Spezialistentums.

Der Wandel von Silberhalogenid zu Pixelelektronik befreit die Bilder endgültig aus dem Rotlichtmilieu der Dunkelkammer und befördert sie in all ihrer Buntheit und Leuchtkraft auf den Monitor. Das Schwirren von Elektronen in Chips ersetzt die komplexe Chemie von Film, Fotopapier, Entwickler, Stoppbad und Fixierer. Doch Stoppbad und Fixierer wirken nur eine Weile, denn der chemische Prozess der Zerstörung der Farben Fototräger läuft unumkehrbar weiter, bis das Bild kaum mehr wieder zu erkennen ist.

Der Digitalfotograf verschwendet keine teuren Filme und muss nicht tagelang auf Abzüge warten, um zu sehen, ob die Fotos etwas geworden sind. Seine Fotowut wird alleine gebändigt durch die Größe der Speichermedien und die Anzahl der Akkupacks.

Die Qualität jedes Bildes kann sofort auf dem Display der Digitalkamera beurteilt werden. Damit ist die Qual des Wartens endlich vorbei, bis nach Tagen die Abzüge fertig sind. Nie wieder braucht man zum Fotogeschäft zu rennen, zuerst, um den Film abzugeben und dann nach Tagen, um den Fotostapel rasch durchzublättern, um die Enttäuschung zu erleben, dass ein wichtiges Motiv nicht richtig abgelichtet ist. Eine vertane Chance muss es mit der digitalen Fototechnik nicht mehr geben, denn das verpatzte Bild kann sofort durch ein besseres ersetzt werden. Jedes Bild, das nicht sofort gefällt, kommt weg, wird auf der Stelle gelöscht und neu gemacht.

Die Menschen, Landschaften und Artefakte auf den Fotos werden dem Betrachter noch in tausend Jahren so frisch und farbig entgegenblicken wie zum Zeitpunkt der Aufnahme, wenn es denn der Datenträger überlebt. Die Bilder unterliegen ab nun keiner Abnutzung mehr - werden Pixel für Pixel exakt der Nachwelt überliefert, allein Mode, Ambiente und Motive werden Zeichen sein, dass Zeit verronnen ist zwischen damals und heute. 

 

   
Technologie digitalen Fototechnik  

Ich fotografiere mit der Digitalkamera alles, was mir an genealogischen Quellen vor die Linse kommt: Schlösser, Burgen, Epitaphe, Wappen, Handschriften, Druckschriften, Ölbilder, Waffen, Münzen... Das so entstandene digitale Bildarchiv ist mir zugleich Nachschlagewerk und Wegbereiter. Auf das digitale Bildarchiv kann jederzeit zurückgegriffen werden, ohne Reisen unternehmen oder in Archive abtauchen zu müssen.

Von Fotografen, die noch immer nicht mit der digitalen Technologie vertraut sind, geht das Märchen von der Bedeutung der optimalen Optik für die Bildqualität, auch bei der digitalen Technologie aus.

Digitale Kameras nehmen die Bilder mit einem Sensor-Chip auf, der digitalen Einheit zur Bildaufnahme (CCD-Sensor, CCD-Chip). Jedes Bildmotiv wird in Millionen von Bildpunkten (Pixel) zerlegt. Die Anzahl der Pixel bestimmt die Auflösung und ist damit wichtig für die Qualität der Bilder. Denn nicht mehr die Glasoptik entscheidet über die Qualität der Aufnahmen, sondern die elektronische Optik. Dabei geht es vor allem um den Sensor-Chip, der heute noch mit Abstand das Teuerste an der Kamera ist, außerdem ist er fast ausschließlich für die Qualität der Bilder (und auch für den Preis der Kamera) verantwortlich. Die Qualität der Optik ist zwar auch bei Digitalkameras immer noch wichtig, hat aber nicht mehr die gleiche Bedeutung wie in der chemischen Technologie. Daher haben auch die alten Glasbergwerke vor der Bildebene einer Digitalkamera kaum mehr Berechtigung und sind überflüssig wie ein Kutschen-Trittbrett bei einem Auto.

Bei der modernen Fotografie muss man beachten, dass bei der Digitalkamera der Fotoapparat und der Film (hier der CCD-Chip) fest miteinander verbunden sind. Man kann also nicht mehr in seine "Nikon" einen "Kodak" einlegen, sondern sich eben nur für (z.B.) eine Olympus entscheiden.

Bei der digitalen Fotografie gibt es kaum noch Probleme mit der Tiefenschärfe. Bedingt durch den Aufbau der Digitalkameras sind die Brennweiten kürzer. Von der Nasenspitze bis zum Horizont nicht ein einziges ungenaues Fleckchen, kein Mysterium nur objektives Bild, jede Kontur wie ausgestanzt.

Dazu kommt noch die fast unglaubliche Lichtstärke - nicht etwa die des Objektivs, sondern die der digitalen Einheit zur Bildaufnahme. Dadurch kann etwa in Innenräumen und sogar in vielen Kirchen ohne Stativ, direkt aus der Hand ohne Qualitätsverlust, fotografiert werden.

Und noch etwas für Digitalkameraneulinge: Beim Fotografieren mit Digitalkameras braucht man keine Pakete von Filmen, dafür haben sie einen hohen Stromverbrauch, zwei bis drei Akkupacks als Reserve sind kein Fehler.

 
         

Digitale Ausarbeitung

 

Darüber hinaus haben die Pixel-Bilder fliegen gelernt und können in Sekundenbruchteilen durch Glasfaserkabel und über Mobilfunknetze von Kontinent zu Kontinent flutschen. Kein Fest, keine Ausstellung, kein Ausflug, ohne dass die Digitalbilder des Gelegenheits-Paparazzo am nächsten Tag als neues Fotoalbum auf einer Website stehen oder über CD verteilt werden. Nachdem der Fotoreporter mit der Bearbeitungssoftware die Bilder gedreht, beschnitten, die Belichtung korrigiert die rot geblitzten Augen blau gemacht und die Bilder archiviert hat.

Zusätzlich spielt die digitale Ausarbeitung der Aufnahmen eine zentrale Rolle. Die Erstellung von Ausschnitten und die Korrektur der Belichtung und Farbwerte sind nur die wichtigsten Methoden der Bildbearbeitung, die man nun endlich selbst durchführen kann und nicht mehr dem Fotostudio überlassen muss. Begriffe wie "Ausschnittvergrößerung" oder "Ausarbeitung" haben damit in der modernen Fotografie ausgedient. Sowie es das Korrekturband oder das Kohlepapier zwar bei Schreibmaschinen, nicht aber bei der digitalen Textverarbeitung gibt.

   
         

Chemische Fotografie

 

Und noch etwas für alle, die erst irgendwann später auf Digitaltechnik umstellen wollen und sich auf das problemlose Einscannen verlassen: Der Qualitätsverlust beim "einscannen" von Fotos ist fatal, zumindest bei der Verwendung der üblichen Scanner. Die Fotos sehen dann meist aus, als wären sie mit einer selbst gebauten Lochkamera gemacht worden.

Die über chemische Fotografie gewonnenen Bilder machen bei der Vorbereitung für die elektronische Archivierung große Probleme. Das Scannen von Fotos oder Dias ist mit einem erheblichen Qualitätsverlust verbunden und das Ergebnis ist fast immer schlechter, als die Fotos der billigsten (Marken-)Digitalkamera.

   
         

Technischer Stand bis zum März 2004 berücksichtigt

  Hohe Auflösungen im Bereich von acht Megapixel stellen naturgemäß enorme Anforderungen an die Optik einer Kamera. Denn die Bildinformation muss bei der digitalen Fotografie auf einer Sensorfläche von nur 58 Quadratmillimetern eingefangen werden - ein Foto auf einem Kleinbild-Film ist rund 15 mal so groß und kommt daher mit einer weit geringeren Präzision der verwendeten Objektive aus.

Bei kleineren Kameras ist derzeit deshalb seriös an 8 Megapixel überhaupt nicht zu denken, schließlich muss der Aufwand für die winzigen Optiken bezahlbar bleiben. Viele der kompakten Modelle können allerdings schon eine Auflösung von 5 Megapixel nicht mehr ordentlich abbilden. Es ergibt technisch keinen Sinn, neue Bildsensoren in bestehenden Kameradesigns integrierten, ohne die Optiken hinreichend anzupassen. Die Bilder werden dadurch nicht besser, denn die winzigen Objektive geben das Auflösungsvermögen vor.

Packt man mehr Megapixel auf ein Sensor, dann muss man auf derselben Fläche eben jene Million mehr Fotoelemente unterbringen, dadurch schrumpft die lichtempfindliche Fläche jedes einzelnen Elements drastisch. Die aufgefangenen Photonen müssen dann mehr verstärkt werden, dadurch erhöht sich zwangsläufig auch das Bildrauschen. Das ist der Grund für die spürbar stärkere Rauschneigung der 5-Megapixel-Kameras im Vergleich zu ihren schlechter auflösenden Vorgängerinnen. Dasselbe gilt verstärkt für noch mehr Auflösung, wo sich noch mehr Pixels die Sensorfläche müssen.

Hier fragt es sich, ob 8-Megapixel-Kameras denn überhaupt nötig sind. Eindeutig "jein": Ein heute üblicher Fotobelichter kann 300 Linienpaare pro Zoll belichten. Das entspricht bei einem 10x15-Abzug etwa 2,1 Megapixel an Bilddaten, für einen 13x18-Abzug sind es 3,3 und bei einem DIN-A4-großen Foto sind es bereits 8,4 Megapixel. Zum Ausgleich der Verluste an effektiver Bildauflösung, die durch die Farb-Interpolation in der Kamera anfallen, wären beim A4-Format sogar bis zu 11 Megapixel notwendig.

   
         

Pixelwahn

  Der Pixelwahn relativiert sich allerdings, wenn man von einer vernünftigen Lösung ausgeht: Hält man einen Betrachtungsabstand ein, wie er bei analogen Fotos typisch, bei dem das Auge das Bild noch als Ganzes erfassen kann, so nimmt das menschliche Auge ohne weitere Hilfsmittel jeweils nur rund 1,5 Megapixel an Bilddaten auf, und zwar bei sämtlichen Bilden, vom Mini-Ausdruck, Bildschirm (mit seinen 1,2 Megapixel) über das übliche Foto bis hin zum U-Bahn-Plakat. Voraussetzung dabei ist, dass diese optimale Distanz in Abhängigkeit von der Größe der Abbildung gewählt wird.    
         
   
   

Als Speichermedium für die Langzeitaufbewahrung von Informationen in Form von Text, Bilder, Video oder Audio, kommt heute praktisch nur die CD-ROM Technologie in Frage.

Texte, Bilder, etc. werden dabei auf eine CD gebrannt und dort in Verzeichnissen abgelegt.

Diese Verzeichnisse, Texte und Bilder sollten möglichst sprechende Namen tragen. Darüber hinaus ist das Anlegen von Beschreibungen über den Inhalt der einzelnen Bilder unerlässlich, für jedes Bild sollte Ort, Datum und die Namen der dargestellten Personen bzw. des dargestellten Objekts vorhanden sein. Bilder, deren Inhalt unbekannt ist, sind für die kommende Generationen möglicherweise nicht mehr interpretierbar. Sind alle Bilder zusammen mit den Bildbeschreibungen auf einer CD gespeichert, kann man diese handliche kleine Unterlage leichter als die Originale aufbewahren, aber auch verlieren oder verlegen. Aber das Problem hatte die Menschheit schon einmal: Bei der Umstellung von Steinplatten auf Papier.

Zusätzlich sind auch auf CD gespeicherte Daten nicht für alle Zeiten sicher aufbewahrt. Die Lebensdauer der CD ist beschränkt, auch die Hard- und Software der PC ändern sich nach wie vor dramatisch. Es ist fraglich, ob eine CD noch in einigen Jahrzehnten von dem dann zur Verfügung stehenden Equipment verarbeitet werden kann (man denke nur daran, wie schnell die Schallplattenspieler aus dem Alltag verschwunden sind). Um die Bilder auf der CD auch für kommende Generationen interpretierbar zu machen, muss die CD natürlich auch mit der neuen Hardware lesbar sein. Das Umkopieren ist in einigen Jahrzehnten notwendig, denn CD haben als Speichermedien endliche Lebensdauer und Haltbarkeit.

   
         
   
   

Typografische Wiedergabe alter Hand- und Druckschriften in der Textverarbeitung sind ein satztechnisches Problem, das auftritt, wenn Texte elektronisch zu erfassen sind. Weil der Text ohnehin reproduziert wird, liegt die Entscheidung über die Technik beim Herausgeber. Eine Entscheidung, die mit großem Verantwortungsbewusstsein zu treffen ist. Sie hat auf der einen Seite die entstellende Textbedeutung zu minimieren, andererseits sind die Wörter so darzustellen, dass sie durch Suchfunktionen und Suchmaschinen gefunden werden können.

In den Fällen, in denen alte Textstände in moderner Schrift reproduziert werden, gilt für mich die Regel, dass ich Ligaturen (z.B. "e über o") aufgelöst habe (in "oe"), aber archaische Interpunktionsweisen (Verkettung von Endlossätzen durch "/") bestehen lasse. Es geht darum, den Text durch die Umschrift in ein modernes Typoscript elektronisch zugänglicher zu machen, ohne ihm durch allzu große Eingriffe seinen Charakter als Relikt der Vergangenheit zu nehmen. Wenn es wirklich verschiedenste Schreibweisen nebeneinander gibt, gebe ich die Variationen in Klammern an. Ein gewisses Problem stellt auch das Schuss-ß dar, das aufgrund eines semantischen Irrtums von 1905 bis 1998 in Texten Verwendung findet und in dieser Zeit statt ss steht. Technische Probleme sind bei der typografischen Umsetzung eher sekundär, denn wenn Textverarbeitung oder HTML nicht über die entsprechenden Zeichen verfügt, werden sie eben ersetzt, dabei aber in einer Erläuterung darauf hingewiesen, wie das Original aussieht und wie es typografisch verändert ist.

Für die selbst verfassten Texte verwende ich die aktuelle Rechtschreibung. Die Texte handeln zwar vom Mittelalter und anderen längst vergangenen Zeiten, sind aber für die Zukunft und nicht für das Mittelalter geschrieben.

  Typografische Wiedergabe alter Hand- und Druckschriften

Texte
elektr
onisch
erfa
extn

         
   
Digitalisierung kleinerer Archive

 

 

Originale aus Archiven wie Handschriften, Libelle, Stammbäume können in Archiven ganz einfach mit einer Digitalkamera aus der Hand fotografiert und später ausgewertet werden. So entstehen Farbbilder, in komprimierter Form abgespeichert werden und durch ihre Faksimilequalität beeindrucken.

Der Sinn und Zweck einer Digitalisierung alter Handschriften geht weit über den einer simplen Faksimilierung hinaus: Die digitalisierten Bildquellen lassen sich in einer Bilddatenbank speichern und können aufgrund ihrer Indizierung von allen Repräsentationsebenen einer Quelle aufgefunden werden (IIR - Immediate Image Retrieval). Die Quellen können jederzeit als Faksimile bereitgestellt werden.

Grafikeditoren ermöglichen eine spätere Nachbearbeitung. Es können nachträglich Teile von Bildern hinsichtlich Farbstellung, Schärfe und Belichtung verbessert werden. Diese Verfahren sind nur bei digitaler Speicherung der Bilder möglich. 

Paläografische Phänomene können aufgrund der Bindung zwischen Teilen der Grafik (z. B. Buchstaben) und Teilen des Textes in Farbbildern besonders gut verglichen und analysiert werden, etwa für paläografische Studien.

Mit der Einbeziehung der Quelle als digitalisiertes Bild werden jedem Benutzer ohne Archivbesuch nahezu alle äußeren Merkmale der originalen Manuskripte an die Hand gegeben, sodass sämtliche Manipulationen und Interpretationen des Bearbeiters bzw. Erstellers eines solchen Informationssystems jederzeit am Bild nachvollzogen und überprüft werden können.

Zur Digitalisierung von Archiven mit der Digitalkamera muss die Kamera eine Bilddatei mit einer Höchstauflösung von mindestens zwei Mega Pixel erzeugen können. Damit können DIN A3 Vorlagen mit 130 dpi wirklichkeitsgetreu wiedergegeben werden. Ein Mega Pixel reicht für DIN A4 Vorlagen mit 130 dpi. Tests von Archivaren haben ergeben, dass diese Auflösung ausreichend ist, um auch kleine Handschriften gut lesbar abbilden zu können.

Die volle manuelle Steuerung von Zeit und Blende sichert die Erhaltung der eingestellten Menüparameter beim Aus- und dem Wiedereinschalten.

Weil das Entladen der Kamera in eine Bilddatenbank zeitaufwändig ist, sollten möglichst viele Aufnahmen (am Besten über 100) auf das gleiche Medium aufgenommen werden können, um dann alle Aufnahmen in einem Zug in die Bilddatenbank übertragen zu können.

 

   
Digitalisierung großer Archive  

Für die Digitalisierung großer Archive mit der Digitalkamera kommt dazu noch die möglichst umfassende Steuerung der Kamera von einem PC aus. Bei einer angestrebten Aufnahmefrequenz von 300 Aufnahmen pro Stunde scheidet eine Einstellung am Sucher oder auf dem LCD-Monitor und die Auslösung an der Kamera von selbst aus. Daher muss die Beurteilung des Sucherausschnitts und der Menüdaten der Kamera am PC möglich sein.

Eine Übertragung der unkomprimierten Daten im RAW oder TIFF Format ist unnötig. Denn es ist ausgeschlossen, dass die Daten in diesem Format gespeichert werden, weil die notwendige Speicherkapazität hierfür viel zu groß würde. Die Speicherung wäre auch technisch mit dem PC für ganze Archive nicht sinnvoll realisierbar, da der Bedarf an Speicherplatz für 100.000 Bilder in der Größenordnung von 1 Terrabyte (!) liegen würde. Daher ist das JPG Format mit vernünftiger Komprimierung auch für die Digitalisierung großer Archive die sinnvollste Lösung.

   
         
   
   

Das Internet als Textwüste - das war einmal. Heute kann kaum eine Website auf Grafiken verzichten. Für die Bildbearbeitung gibt einige wirklich leistungsstarke Grafikpakete zur Bildbearbeitung.

Corel Photo Paint ist ein bewährtes Bildbearbeitungsprogramm mit großem Funktionsumfang. Mit diesem Programm kann man Bilder sehr professionell erstellen, nachbearbeiten und den jeweiligen Darstellungsergebnissen anpassen. Ich bearbeite mit diesem Programm all meine Digitalfotos und erstelle damit Grafiken.

In der modernen Genealogie geht es auch um die professionelle Überführung traditioneller Dokumente in digitale Medien. Fast alle Informationen zur genealogischen Forschung liegen immer noch in Form traditioneller Darstellungsmedien (Bücher, Stammtafeln, Stiche, Fotografien, Einzeldokument) vor. Um diese traditionellen Vorlagen als Forschungsgrundlage bzw. zur Dekoration von HTML-Texten im Rahmen einer Computer gestützten Bearbeitung zugänglich zu machen, ist ihre Überführung in digitale Form unabdingbar.

Die Qualität insbesondere historischer Quellen durch Vergilbungen, Stockflecke, Risse und Brüche des Papiers stark gemindert. Zum Teil ist ihre Verwendung erst nach aufwendigen Retuschierungen und Kontrastbearbeitung möglich. Die verschiedenen Techniken der Bildbearbeitung bieten effektive Möglichkeiten zur Aufbereitung, Manipulation und qualitativen Aufwertung der gescannten Vorlagen.

Nach der Aufnahme hat man noch erheblichen Einfluss auf die Bildqualität durch Änderung von Helligkeit, Kontrast, Farben, etc. Größenänderungen und Ausschnitte können ebenfalls leicht hergestellt werden und das ohne gut ausgestatteter Dunkelkammer

Es bedarf allerdings einiger Übung, Geduld und Zeit, bis man die Funktionen nur halbwegs unter Kontrolle hat. Selbst heute, nachdem ich bereits seit Jahren mit verschiedenen Corel-Versionen arbeite, habe ich noch lange nicht alle herausgefunden, geschweige denn ausgereizt.

Neben der Bildbearbeitung/-manipulation sind mit Photo Paint auch Effekte, insbesondere für Schriften möglich. Man kann Schriften in 3D in Glas, Blei Schatten, verschiedenen Lichtquellen etc. darstellen.

Bei dem Versuch, alle Funktionen zu einzusetzen, verzettelt man sich, da man dann vom Hundertsten ins Tausendste kommt.

Der Preis für die neueste Vollversion ist gesalzen und liegt für die jeweils neueste Version bei stolzen 700 Euro. Die drei Jahre alte Classic Version ist aber bereits für 10 % des Vollpreises zu haben, so dass es vorteilhaft ist, sich eine alte Vollversion für wenig Geld zuzulegen und erst wenn es wirklich nötig wird das aktuelle Update zu kaufen.

   
         
   
    Die Darstellung der Enzyklopädie der Stiftung Seeau als Web-Publishing wird auf Basis der HTML-Technlogie durchgeführt, mit der die Einzelinformation netzwerkartig miteinender verknüpft werden können.

Hypertext ist dynamisierter Text, in dem Textteile strukturiert und durch Hyperlinks miteinander verbunden sind. Üblicherweise bewegt sich der Leser im Text-Raum-Kontinuum der Enzyklopädie Seeau per Mausklick in der aus mehreren Ebenen und Teilen bestehenden Textstruktur. Gegenüber einem linearen, im Buchdruck herkömmlichen Text ermöglicht Hypertext eine komplexe Anordnung von Textteilen, deren Verknüpfung frei definiert werden kann, ebenso frei können Hyperlinks verwendet werden, sodass sich die Linearität des Textes auflöst. Dies bringt weitreichende Veränderungen des literarischen Textes mit sich. Das Setzen von Text und Hyperlinks ermöglicht dem Autor den Satz von Textanschlüssen, die vom Leser genutzt werden können.

Eine Internetseite ist ein Textfile, der aus dem eigentlichen Textinhalt, verbunden mit den HTML-Steuerbefehlen, besteht. Die Darstellung der einzelnen Komponenten einer Seite (Text, Verknüpfungen, Formatierung, Bilder, Musik, Videos, etc.) wird durch den Web-Browser dargestellt.

Digitale Literatur ist eine Darstellungsmethode von Texten in Verbindung mit dem Computer, die Verbreitung dieser Literatur erfolgt meist über das Internet. Die mediale Grundlage ist die Darstellung der digitalen Information aus einem elektronischen Speichermedium auf einer Präsentationsschicht, dem Browser. Die Abgrenzung zur Printliteratur in Zeitschriften oder Büchern oder eines Hörspiels im Radio ist deutlich. Digitale Literatur meint ein Schriftgut, das medienspezifisch auf den sich laufend erweiternden technischen Möglichkeiten des Computers aufbaut.