Teilung des Schildes in Farbflächen  

Heroldsbilder oder Heroldsstücke entstehen durch Teilung des Schildes in Farbflächen, die meist bis an den Schildrand gehen bzw. den Rand der Feldung. Die Sprache der Wappenschilderung (Blasonierung) kennt keine wirklich eindeutigen Regeln, nach denen Heroldsbilder anzusprechen sind. Gebräuchliche Heroldsstücke sind: Pfahl, Balken, Kreuz, Schrägbalken, Andreaskreuz, Deichsel, Sparren, Hauptpfahl, Winkelhaupt, Raute, Flanke, Schildfuß, Schildhaupt, Freiviertel, Spitze, Ort, Herzschild, Fußpfahl, Schildrand, Turnierkragen.

Diese Heroldsstücke können auch nachträglich dem ursprünglichen Wappen hinzu gefügt werden. So kann ein Turnierkragen dem Wappen des Haupterben hinzugefügt werden, wenn er und sein Vater die gleichen Wappen führen. Weitere Erben führen das Wappen des Vaters mit anderen kleinen Änderungen wie andere Farben und hinzugefügte oder weggelassene kleine Figuren.

Balken [--] ein über den Schild gezogener Querstreifen.

Diagonal oder Schrägkreuz [X]

Dreiberg, drei Hügel im Schildfuß

Eisenhutfeh, aus dem Feh (Fell) eckig ausgeschnittene und in der Art der gegeneinander versetzten stilisierten Eisenhüte zusammengesetztes, blau und weiß dargestelltes heraldisches Pelzwerk. Zu sehen etwa im Stammwappen der Marschälle von Pappenheim.

Eisenhutschnitt, Schildteilung in der Art der gegeneinander versetzten stilisierten Eisenhüte, von deren je fünf Linien die Grundlinie weggelassen wird.

Feh, Fell das von den Rücken und Bäuchen des grauen Eichhörnchens eckig ausgeschnittenes und igegeneinander versetzten zusammengesetztes heraldisches Pelzwerk, mit dem einst die Kampfschilde überzogen waren.

Feldung, durch Teilung des Schildes entstandenes Feld eines Wappen.

gespalten [ | ] ein von oben nach unter in zwei gleiche Teile geteilter Schild. Hierbei werden die Spaltungslinien gezählt, nicht die entstandenen Plätze. Bei einer Geraden Anzahl von Spaltungen wird von Pfählen gesprochen.

gerautet, Muster aufgebaut mit auf der Spitze stehenden Parallelogrammen

geständert [*] von Zentrum ausgehende Teilung in gleichwinkelige Segmente.

geteilt [--] ein von links nach rechts in zwei gleiche Teile geteilter Schild. Hierbei werden die Teilungslinien gezählt, nicht die entstandenen Plätze. Bei einer Geraden Anzahl von Teilungen wird von Balken gesprochen.

geviert [+] ist ein durch Teilung und Spaltung in vier gleiche Teile geteilter Schild

Herzschild oder Mittelschild, ein Schild der einem größeren Schild aufgelegt ist.

Kreuz [+]

Musterung oder Parkettierung, strukturiert Flächen können in zwei Farben (Metall und Tinktur). Hier die üblichen Parkettierungen: gestreift, quer gestreift, schräg gestreift, gezackt, geschacht, gerautet, quer gerautet, schräg gerautet

Obereckes oder Freiviertel, erstes Drittel des oberen Drittels eines in neun Felder geteilten Schildes, vor dem Ort.

Ort, (das Ort) mittleres Drittel des oberen Drittels eines in neun Felder geteilten Schildes, nach dem Freiviertel.

Pfahl [ | ] ist ein senkrecht über den Schild gezogegen Streifen von etwa 2/7 Breite des Schildes.

Querfluss, gewellter Balken

Schildfuß, das untere Drittel des Schildes.

Schildhaupt, das obere Drittel des Schildes.

Schildrand, breiter rundherum laufender Rand (wie bei einem Verkehrszeichen).

Schnitte Teilungen und Heroldsstücke können statt mit geraden auch mit ausgeschnittenen Kanten versehen werden: Zinnenschnitt, Eisenhutschnitt, Dornenschnitt, Krückenschnitt (Krukenschnitt), Kreuzschnitt, Mäanderschnitt, Wellenschnitt, Astschnitt, Flammenschnitt, Schwalbenschwanzschnitt, Schindelschnitt, Wolkenschnitt, Zackenschnitt, Stufenzinnenschnitt, Efeuschnitt, Pilzschnitt (Nietschnitt).

Schnitte Einteilung des Schildes. Das Feld eines Wappenschildes, das mit einer Grundfarbe oder mit Pelzwerk belegt, mit Figuren versehen sein kann, gliedert sich nach einem festen Schema in Plätze. Ein senkrecht geteilter Schild ist gespalten, oder der Länge nach geteilt. Wird er senkrecht und waagerecht geteilt, dann nennt man ihn geviert oder kreuzweise geteilt. Dabei ist zu beachten, dass die heraldischen Seitenangaben immer vom Standpunkt des Schildträgers und nicht von dem des Betrachters aus angegeben wird.
Ein gevierter Schild hat die Feldungen:
[1][2]
[3][4]
Ein zweimal gespaltener und zweimal geteilter Schild hat die Feldungen:
[1][2][3]
[4][5][6]
[7][8][9]
Lesart A (Plätze im einzelnen): 1 rechtes Obereck, 2 das Ort oder die Hauptstelle, 3 linkes Obereck, 5 Herzstelle (ein hier angebrachter kleiner Schild heißt Herzschild), 7 rechtes Untereck, 9 linkes Untereck.
Lesart B (Plätze in Horizontal- und Vertikalrichtung): Die Plätze 1-3 bilden das Schildhaupt, 7-9 den Schildfuß, 2-8 die Pfahlstelle, 4-6 die Balkenstelle, 1-7 die rechte Flanke, 3-9 die linke Flanke.

Schräg(links) Balken [ / ] ein Balken von links oben nach rechts unten.

schräg(rechts)geteilt [ \ ] ein von rechts oben nach links unten geteilter Schild.

Schrägeviert [X]

Schrägfluss, gewellter Schrägbalken

schräglinksgeteilt [ \ ] ein von rechts oben nach links unten geteilter Schild.

Schrägrechts Balken [ \ ] ein Balken von rechts oben nach links unten.

Sparren [ /\ ] zwei in der Mitte des oberen Schildrandes zusammenstoßenden Schrägbalken.

Verteilung kleiner Figuren über ein Wappenfeld am Beispiel von blauem Grund mit goldenen Kugeln: eine Kugel, im rechten Obereck eine Kugel, drei Kugeln schrägbalkenweise, vier Kugeln (2, 1, 1), mit zehn Kugeln bestreut, mit Kugeln besät.

Wellenbalken, durch wellenförmige Linien begrenzt ist und häufig einen Fluss- oder Bachlauf darstellt.

Wellenschnitt, wellenförmige Teilung des Schildes.

Wellensparren, Sparren, der durch wellenförmige Linien begrenzt ist.

 
Helmzier oder Kleinodien  

Die Helmzier oder das Kleinod ist der Schmuck auf dem Helm. Oft sind die Helmzierden eine Wiederholung der im Schild gezeigten Figuren, häufig erscheinen sie jedoch auch vollkommen anders.

Die Helmzier wird vom Helm getragen, gehört zu den Hauptbestandteilen eines Vollwappens, wird von vielen Heraldikern auch als Kleinod bezeichnet. Der Ursprung der Helmzier liegt vermutlich in Figuren, die auf dem Helm getragen werden. Die meist verwendeten Helmzierden sind Hörner, der Flug (Adlerschwingen), hohe oder kurze ritterliche Hüte, männliche oder weibliche Rümpfe, Tierrümpfe, Brustbilder, Federköcher und Federkörbe, Fähnlein, Banner und Beutelstand. Die Helmzier ist immer fest mit dem Helm verbunden, eine schwebende Darstellung wäre also unheraldisch.

Blasoniert wird die Helmzier z.B.: Auf dem Helm mit rot-goldenen Decken ein wachsender Bracke.

Beutelstand, beutelförmige Hauben die über einen Helm gezogen werden und mit Schildfiguren versehen sind.

Bischofsmütze, darf nicht mit frei auf den Schilden ruhenden Hüten verwechselt werden, denn eine Bischofsmütze darf nur von hohen geistlichen Würdenträgern geführt werden.

Flug, beide Schwingen eines Adlers. Häufiger als im Wappen selbst tritt der Flug als Helmzier auf. Offenen Flug, bei einem von vorn gezeigten Wappen. Geschlossener Flug, bei einem von der Seite gezeigten Wappen. Der Flug stammte im Gegensatz zu den Hörnern nie aus der Natur, sondern werden aus Blech, Leder und Holz angefertigt.

Geschlossener Flug, geschlossene Adlerschwingen. Ein geschlossener Flug ist gegenüber einem offenen kein heraldischer Unterschied, sondern lediglich eine andere Form der zeichnerischen Darstellung, allerdings kann ein geschlossener Flug auch immer nur auf einem von der Seite gezeichneten Helm sitzen, auch der Schild muss leicht verdreht dargestellt werden, um keinen heraldischen Fehler zu begehen.

Hörner, ursprünglich Büffelhörner die gemeinsam mit bemalten Ohren auf dem Helm befestigt wurden. Bis zum 14. Jahrhundert sind sie relativ klein, später werden sie schwungvoller und größer gestaltet.

Hüte können kurz, hoch, allein oder mit anderen Helmzierarten arrangiert werden, sie haben oft andersfarbige Krempen. Sie sind meist mit den Wappenfiguren des Schildes belebt.

Kronen, müssen auf den Schild gesetzt werden (außer bei britischen Wappen), und dürfen nur auf dem Schild angebracht sein, inmitten eines Vollwappens oder auf dem Helm haben sie nichts verloren. Anhand des Aussehens der Krone ergeben sich folgende Rangstufen: Kaiser, König, Herzog, Fürst, Graf, Freiherr, Ritter und untitulierter Adel.

Offener Flug bezeichnet ein ausgebreitetes, offenen Flügelpaar.

Saxen sind die Flügelknochen des Adlers.

Straußenfedern können einzeln oder zu mehreren auftreten und sind oft mit andersfarbigen Wappenfiguren (z.B. Kreuze, Rosetten oder Lilien) belegt.

Zusammengelegter Flug siehe geschlossener Flug

 
Kirchliche Heraldik  

Die kirchliche Heraldik erlaubt, dass nur der Schild durch den jeweiligen Inhabers selbst gestaltet wird, alle anderen Elemente wie Anzahl der Quasten, die Form des Kreuzes und der jeweilige Hut sind fest vorgegeben. Der Rang wird durch die Anzahl der Schnüre und Quasten angegeben, die sich symmetrisch links und rechts vom Wappen befinden. Gezählt werden dabei die Quasten auf einer Seite.

Quasten Rang
2 Abt
3 Bischof
4 Erzbischof
5 Kardinal
   
Gemeine Figuren  

Gemeine Figuren sind herkömmliche Darstellungen von bekannten Objekten, die in manchen Fällen im Bezug zu einer Einzelperson oder eines Geschlechtes stehen. Es handelt sich dabei um reale oder phantastische Bilder und Figuren bzw. Pflanzen, Naturformen, tierische oder menschliche Figuren oder deren Teile, auch technische Objekte oder Waffen sind üblich. Wenn sie eine Anspielung auf den Familiennamen darstellen, spricht man von redenden Wappen.

Die Position von Tieren im Wappen beschreibt das Verhalten des Tieres. Die früheste Position des heraldischen Löwen war steigend, das heißt auf- und nach rechts gerichtet, mit nur einer Pfote am Boden. Ähnlich der steigenden ist die springende Position, nur dass beide Hinterpfoten den Boden berühren. Ein nach rechts laufendes Raubtier ist schreitend und ein gejagtes Tier, z.B. ein Hirsch, ist äsend. Ein kauerndes Tier ist mit erhobenem Kopf liegend, schlafend ist es, wenn der Kopf auf den Vorderpfoten liegt dann ist es hersehend, schaut es hinter sich, ist es widersehend. Zwei steigende Löwen, die einander gegenüberstehen, werden kämpfend genannt, stehen sie mit den Hinterteilen aneinander, heißt das Rücken an Rücken. Oft sind Löwen oder andere Tiere gekrönt oder mit einer Wulst oder einem Kranz als Halsband geschmückt.

aufgerichtet, heißt eine Tier, wenn es auf den Hinterfüßen steht und die Vorderfüße von sich streckt.

begleitet, ist eine Figur wenn außer ihr im Schilde noch andere kleine Wappenbilder (z.B. Sterne) erscheinen.

belegt, draufgezeichnet.

beseitet, links und rechts symmetrisch begleitet.

bewehrt, Körperteile von Tierfiguren, die dem Erjagen, Erlegen und Festhalten der Beute, oder dem Angriff oder der Verteidigung dienen, als "Waffen" bezeichnet. Sie werden regelmäßig durch vergrößerte Darstellung oder durch abstechende Farbe besonders hervorgehoben. Man nennt das Tier dann "bewehrt" oder "gewaffnet".

einwärts gestellt, Figuren auf dem vorderen Schildteil, die in die Mitte sehen.

gegensehend (widersehend) hinter sich schauend

gegenüberstehend, einander zugewandt.

gestülpt, mit einer Stulpe versehener Hut.

gestürzt auf dem Kopf stehend

gewechselte Farben, eine Figur auf geteiltem Schild, deren Hälften die Farben des jeweils anderen Schildteils haben.

hersehend, nach vorne auf den Betrachter sehend.

kämpfend, zwei steigende Tiere, die einander gegenüberstehen.

Kleestängeln, Stängel mit einem Kleeblatt als Abschluss

pfahlweise, in senkrechter Linie

Rücken an Rücken, mit den Hinterteilen aneinander stehend.

schreitend, gehend

steigend, auf- und nach rechts gerichtet

tragend, in den Händen (Klauen) haltend.

wachsend, oberhalbe Figur, die aus einem anderen Bilde, z.B. Helm, Krone, Balken oder Berg, oder aus einer Teilungslinie bzw. Schildrand hervorgeht.

widersehend, nach links gerichtet sehend, hinter sich schauend.

   
Der Bracke als Wappenfigur  

Während der Hund allgemein als Symbol der Treue und Wachsamkeit gilt, steht in der Heraldik der Bracke oft für das Recht der hohen Jagd, das in früheren Zeiten dem Hochadel vorbehalten ist oder für das Amt des Erblandesjägermeisters. [Es heißt kynologisch „die Bracke“, heraldisch aber „der Bracke“.] Der Bracke gilt aber auch als Symbol des besiegten Unglaubens. Daher zeigen die Wappen vieler adlige Familien im Wappen ein Brackenhaupt als Helmzier.

Die Darstellung des Bracken als Wappenfigur erfolgt meist wachsend, schwarz, mit heraus gestreckter roter Zunge und einem breiten Halsband mit Ringschlaufe, deutlich dargestellt auch das hervortretende Hinterhauptbein und die großen tief angesetzten Behänge (Ohren). Beim Bracken als Helmzier geht der Rücken häufig direkt in die Helmdecke über. Vielfach wird von dieser "Standarddarstellung" abgegangen, dennoch ist der Bracke im Wappen mit Abstand die häufigste Hunderasse.

Einen wachsenden Bracken als Helmzier im Wappen hochadeliger Familien zeigen die der Hohenzollern, der Fürsten von Öttingen, der Grafen von Nesselrode, der Grafen von Fürstenberg, die der Reuss von Plauen, von Heussenstein, von Sax und von Schönberg. Darüber hinaus führen um 1600 viele adelige Geschlechter einen Bracken als Kleinod im Wappen: In Österreich die von Horitzer, die von Lamberg. In Tirol die Fieger von Hirschberg, die von Iphofer. In Kärnten die von Seydel. In Bayern die von Satzenhofen, die von Wembding, die von Kemmat, die von Klammenstein (Bracke im geschlossenen Flug), die Auer von Winckel, die von Tobelheim, die von Aurach, die von Dorfbeck zu Dorfbach. In Franken die von Egolfstein, die von Vestenberg. In Schwaben die von Haldermannstetten, die Vögte von Sumerau und Prasberg, die von Heggelbach. Im Rheinland die von Heussenstamm, die von Nesselrode, die von Hohenck, die Schramm von Hoeven.

Der Bracke als Wappenfigur geht auf die Keltenbracke zurück. Sie zeichnen sich durch sehr lange, gefaltete und tief angesetzte Behänge (Ohren) sowie durch schmale Schädel mit hervortretendem Hinterhauptbein aus. Im Brockhaus von 1898 steht: "Bracken oder Laufhunde sind Jagdhunde, die das aufgefundene Wild oder … frische Wildspuren mit lautem Bellen (Geläute) verfolgen und das Wild den … Jägern zutreiben. Zu den Bracken gehören auch die bei den Parforcejagden verwendeten Hunde." Im Unterschied zu den windhundähnlichen Bracken des Südens handelt es sich bei der Keltenbracke um kräftige, starkknochige und zum Teil sehr große Hunde. Ihr Laut ist tief und wohlklingend. Wichtigste Vertreter sind der St. Hubertushund (Bloodhound), der französische Parforcehund, der Segugio Italiens, die Laufhunde der Schweiz, Beagle, Harrier und Foxhound in England und der aus dem altdeutschen Leithund entstandene Hannoversche Schweißhund. Die berühmteste Bracke der Antike ist der Segusier der Gallier, benannt nach dem keltischen Volksstamm der Segusianer, der zwischen Loire und Rhone ansässig ist. Nach Arrianus Flavius (einem Römer griechischer Herkunft, um 0095 bis 0180nC) zeichnet sich diese Keltenbracke durch eine besonders feine Nase, eine bedächtige Suche und durch langsames, aber leidenschaftliches Jagen mit hellem Hals (Bellen) aus. Arrian vergleicht ihren Gesichtsausdruck mit dem von Straßenbettlern; sie böten einen "leidvollen Anblick" und die "am höchsten im Blute stehenden Hunde" sähen besonders unglücklich aus. Arrian charakterisiert hier auch die langen, tief angesetzten Behänge und die lose, viele Falten werfende Kopfhaut der Keltenbracke.

   
Der Forelle als Wappenfigur  

Die Forelle der Thaan ist ein fröhliches Tier im Quellwasser, das sich vor Vergnügen in den Schwanz beißt. In der Stadt Tann an der Rhön ist der barocke Schlossbrunnen (1686) mit einer springenden Forelle als Wasserspeier gestaltet, dem Wappentier des von derer von Tann.

Eine Forelle als Adelswappen führen außer den Dahn, Thaan oder Tann auch die Geschlechter: Die von Ihlingen. Die von Erstenberger. Die von Verne und die von Drewer sind verwandt und führen auch das gleiche Wappen, eine aufrecht stehende rechts gewandte Forelle. Die von Alt aus Salzburg, in Rot ein silberner, schrägrechter mit einem blauem Fisch belegter Balken. Schließlich noch Geschlecht der Fürsten von Salm-Salm.

Die Forelle als Gemeindewappen führt Nordheim v. d. Rhön (geteilt von Rot und Silber; oben eine nach rechts gewendete, gekrümmte Forelle; unten ein durchgehendes schwarzes Kreuz). Besonderen Einfluss auf Nordheims Ortsgeschichte nehmen über 600 Jahre die Herrn von Thann, die dort zwei Schlösser besitzen. Das Gemeindewappen spiegelt die alten Besitzverteilung wider, in dem das frühere Wappensymbol der Freiherren von Thann, die gekrümmte Forelle, mit dem Fuldaischen Tatzenkreuz in Verbindung gebracht wurde. Außerdem trägt Forchheim die Forelle im Wappen (in Rot zwei silberne Forellen übereinander), Diedelsheim (In Blau eine springende Forelle), Glonn (auf Silber über dem schwarzen Mühlrad eine springende Forelle), Feldbach, Fachbach, Rheinau und im alten Wappen von Neuhausen.

   
Das Kamel als Wappenfigur  

Das Kamel gilt von alters her als Symbol der Unerschrockenheit, Nüchternheit, der Mäßigung und Duldsamkeit, aber auch als Allegorie für den Fernhandel und die Kontinente Afrika und Asien.

In ägyptischen, sumerischen aber auch in der mittelalterlichen Heraldik, ist der Cameleopard eine Mischung aus einem Kamel und einem Leoparden. Er hat die Größe eines Kamels und das Aussehen eines Leoparden mit zwei langen gebogenen Hörnern.

Dromedare oder Kamele sind in der Heraldik eher selten. Wappen mit Kamelen führen die Geschlechter: Beck, Borromeo-Arese, Boyeldieu, Calmels de Lestiez, Calmels d'Artensac, Camelus, Camelin, Gobbi (auf Silber ein himmelblaues Kamel),  Caspar, Cuyper von Holthuysen, Dames, Dezirat, Dode de la Brunerie, Doguereau, Duchemin de Boisjousse (Boismorin, Baboissière), Faure, Gailhard, Gardaner, Hennequin, Joubert, Kröcher, Larrey, Leonhardi, Linas, Loke, Micholowski, Parent, Pflügl de Lissinetz, Rampon, Romrée, Schmoltz, Schmoltz-Michorowski, Seeau, Seeauer, Styleman, Vitis, Wespin.

Außerdem führt ein Kamel im Wappen Städte und Länder: Plzen (Pilsen). Baku, Hauptstadt Aserbaidshans. City of Stoke-on-Trent.  1993 Eritrea, innerhalb eines Olivenkranzes ein Dromedar in natürlichen Farben, auf dem Schriftband steht der Staatsname in Englisch, Tigre und Arabisch. Company of Scotland.

Dann noch die Zunft zum Kämbel in Zürich ab 1487. Diese Grempler-Zunft wird 1336 mit der Brun'schen Zunftverfassung in Zürich begründet. 1487 im "Haus zum Kämbel" am Münsterhof und trägt fortan den Namen Zunft zum Kämbel. Zur Grempler-Zunft zählen Gärtner, Öler und Gremper (Kleinhändler, die Krempel verkaufen). Die Kambel ist eine Angoraziege, deren Name ihr früheres Zunfthaus trug. Heute gehört der Zunft die "Haue" (Salzhaue) am Limmatquai in Zürich. Wappen der Grempler-Zunft: In Blau ein Dromedar in natürlichen Farben.

   
Die Lilie als Wappenfigur  

Lilie als Wappeninhalt gehört zu den ersten gemeinen Figuren überhaupt. Die Darstellung der Wappenlilie ist stark symbolisiert und hat kaum etwas mit der natürlichen Blume zu tun.

Die Wappenlilie ist sehr wahrscheinlich während der Kreuzzüge aus dem Orient nach Europa gekommen.

Lilien im Wappen führen Abertausende von Familien. Berühmt geworden ist die Wappenlilie durch das französische Königshaus. Die Bedeutungen der Lilie für die Wappen sind wohl erst mit Beginn der Neuzeit hineingelegt worden. Kurz gesagt, man weiß heute nicht mehr warum der etwa der französische König oder der Graf von Salzburg sich damals die Lilie in das Wappen genommen hatten.

   
Die Mühlhaue als Wappenfigur

 

 

Eine Mühlhaue im Wappen führen die von Stein zum Rechtenstein. Das Wappen ist in Siebmachers Wappenbuch von 1605 auf Tafel 111 dargestellt. Auf Gold drei übereinander liegende schwarze Mühlhauen (Sicheln mit Kreisring, oft fälschlich als Wolfsangeln bezeichnet). Auf dem Helm mit schwarz-goldenen Decken der Bogen mit je einer Pfauenfeder aus der Spitze wachsend. Dieses Wappen ist bereits auf dem Pergamentstreifen der Wappenrolle von Zürich um 1340 dargestellt: auf Gold drei übereinander liegende schwarze Mühlhauen. 

Eine Mühlhaue im Wappen haben auch die Burgvögte von Mühlhausen, die als Reichsvasallen im castrum imperiale zu Mühlhausen sitzen. 1229 Conradus miles de Molehusen cognomento Scheverstein, 1235 Heinricus Scheverstein de superiori Salza und 1238 Wernerus de Salza cognomento Scheverstein haben das Mühleisen im Siegel. Die zweiarmige Mühlhaue oder das Mühleisen ist ein altes Zunftzeichen des Müllerhandwerks.

Exkurs Mühleisen

Der Bodenstein (Ligger) liegt fest auf dem Boden, auf ihm der Läuferstein (Loper) der auf einem Mühleisen (Mühlhaue) aufgehängt ist wie eine Kompassnadel. Von oben greift das Steinritzel mit einer Eisenklaue in die Steinaufhängung und treibt den Läuferstein an. Durch das Loch in der Mitte dieses Steins fällt das Getreide aus dem Rüttelschuh zwischen die Steine und wird durch die Drehbewegung gemahlen und nach außen getrieben. An einer Stelle des hölzernen Steingehäuses (Küppe) fällt das Mehl durch ein Loch in die Mehlpipe eine Etage tiefer auf den Mehlsöller. Dort wird es in Säcke gefüllt.

Durch ein Holzhebelwerk kann man das Mühleisen heben und senken, so dass der Läuferstein dichter oder weiter vom Bodenstein entfernt dreht. Dadurch wird die Feinheit und Temperatur des Mehles sowie Schnelligkeit des Mahlens geregelt. Das Mehl wird an einem Aufzug nach unten gelassen, das Getreide kann mit demselben Aufzug (Luiwerk = "Faule Arbeit") durch Windkraft getrieben nach oben befördert werden.

   
Die Saufeder als Wappenfigur   Die Klinge der Saufeder im Wappen der Reich von Reichenstein ist ein scharfer schwarzer handgeschmiedeter Stahl mit stehendem Blatt, angeschmiedeter Parierstange und einer Tülle mir Querloch zur Fixierung der Saufeder auf dem Eschenschaft des Ger.

Für die Saujagd züchtet man kleine feinnasige Jagdhunde, die Finder, dazu braucht der Jäger große schwere Jagdhunde, die Packer. Die Finder suchen die Sau, die kräftigen Packer ziehen die Sau nieder. Dann lässt der hinzueilende Jäger die Sau mit dem Ger in den Händen auf die Saufeder auflaufen und tötet sie durch einen Stich in das Herz. Der Ger ist ein langer mit Leder umwickelter Eschenspieß mit Saufeder (Eisenspitze) und Parierstange.

Verwundetes oder krankes Schwarzwild ist gefährlich, nimmt den Jäger an, wenn näher als etwa 10 Schritte kommt. Keiler hauen die Beine auf, dass sich die Brandadern öffnen und man binnen zweier Minuten verblutet, Bachen beißen und lassen nicht ab, bis der Jäger tot ist.

Der Aufwand, eine solche Saumeute von 15-30 Hunden zu halten, ist nur von wenigen zu leisten.

Eine Saufeder als Adelswappen führen außer den Reich von Reichenstein auch die Geschlechter von Thülen (im Sauerland), Stiebar von Buttenheim (im Kanton Steigerwald) und die steirischen Puchs (Püx).

Eine Saufeder im Gemeindewappen führen die Orte Leymene (nämlich die der Reich von Reichenstein), Hemhofen im linken Obereck in rotem Schild eine Saufeder.

   
Die Wolfsangel als Wappenfigur   Die Wolfsangel ist eine doppelhakenförmige Fangvorrichtung, die mittels einer Federn zu spannen ist. Es bestehen aber erhebliche Zweifel an, ob es sich dabei um wirklich funktionsfähige Jagdgegenstände handelt oder nur um ein Wappenzeichen.

Diesen Doppelhaken soll man nach anderen Quellen in einen Baumstamm geschlagen und auf die freie Spitze ein Stück Fleisch gespießt haben. Sprang der Wolf danach, sollte die Metallspitze in sein Maul dringen, sich in den Rachen bohren und dort eine schmerzvolle Wunde aufreißen, die zum Tode führte. Man sei davon ausgegangen, dass selbst in dem Fall, dass der Wolf sich wieder befreien konnte, er an der ihm so zugefügten Verletzung eingehen musste.

Eine bessere Erklärung ist, dass die Wolfsangel eine Fußangel und keine Wolfsfalle ist, ein im Mittelalter übliches Hindernismittel. In einen Holzpflock oder ein Stück Latte geschlagene Spitze, mit Widerhaken versehene Eisen wurden im Gras versteckt und sollten Menschen und Pferde am Überwinden des Geländes hindern. Diese auch "Wölfe" genannten Fußangeln dienten häufig dem Schutz des Vorfelds von Burgen.

Schließlich übernimmt man die Wolfsangel als Symbol erfolgreicher Gefahrenabwehr auch als Wappenzeichen. Nachdem sie sich so eingebürgert hat, wird die Wolfsangel auch als Zeichen in Grenzsteinen, als Uniformzeichen, Hausmarke oder Steinmetzzeichen verwendet.