Wasserbaumeister  

Hans von Gasteiger, * 1499 München, † 27. 12. 1577 Wien, begraben in Landl (an der Enns in Nähe der Salza Mündung).

Der berühmte Wasserbaumeister ist Zeitgenosse von Thomas Seeauer und mitunter auch sein Mitbewerber. Seine hervorragendste Leistung ist die Planung und die bauliche Ausführung der großen Holzrechen in der Enns bei Hieflau, in der Salza bei Weichselboden und in der Ybbs bei Waidhofen. Er leitet die Ennsregulierung von Hieflau bis Steyr und die Donauregulierung von Krems bis Wien.

1555 Hans Gasteiger führt Regulierungsarbeiten der Donau von Krems bis Wien durch.

1557 Hans von Gasteiger erhält von der Hofkammer laut einer Raitting von für Wasserbaukunst und gute Arbeit an der Donau bei Wien 349 Pfund-Pfennig.

Gasteiger erfindet ein Ziehwerk, das den Transport von Eisen- und Stahlerzeugnissen revolutioniert. Das Ziehwerk ist eine Art hydraulisch betriebener Aufzug, mit dem die eisernen Exportartikel, Masseln und Brammen, über Geländestufen gehoben werden können.

Holzwasserbauten in der Enns in Großreifling bei Landl, in der Salza bei Weichselboden in der Ybbs bei Waidhofen an der Ybbs. Diese Holzrechen werden zur Führung der Holzstämme benutzt, die auf den Flüssen geflößt werden.

Der Holzrechen an der Enns bei Großreifling ist 585 m lang und kann bis zu 28.000 m3 Bloche halten, die für die Holzkohleproduktion bestimmt waren. 1862 wird der Holzrechen bei einer Überschwemmung zerstört und übrig gebliebene Teil ist Industriedenkmal geschützt.

1570 Hans von Gasteiger errichte den Treppelweg entlang der Enns von Heimbach bis Hieflau, der Transportweg dient dem Flussaufwärtstransport von Schiffen mit Pferdezug. 1583 der Bau wird vollendet.

Gasteiger bewohnt bis zu seinem Tod das so genannte Kitzinagengut in Reifling und zinste nach Gallenstein 7 Schilling 3 Pfennige und 4 Mätzen Hafer.

1570 Hans von Gasteiger heiratet am 15. Juni in Reifling Margarethe, Tochter des Radmeisters Wolf Knotz aus Eisenerz. Zur Hochzeit lädt Gasteiger, neben vielen anderen, auch den resignierten Abt Valentin aus Admont, der auch der Hochzeit beiwohnte. Viele Bauten an der Enns und an der Donau errichtete Gasteiger noch.

1577 Hans von Gasteiger verstirbt am 26. Dezember in Wien. Ein Freund von Gasteiger, der Eisenerzer Amtmann Georg Frühwirt, widmet ihm ein Epitaphium, das an der Kirchenmauer der Pfarrkirche Landl angebracht ist. Das Epitaphium gliedert sich in 3 Teile, der oberste Teil zeigt das Wappen von Gasteiger, im 2. Teil befindet sich Jonas mit dem Fisch, an der linken Seite die Schrift "Vom Fisch Jonas wird ausgelassen, Christ macht durch Tod Pass und Straßen", im unteren Teil kniet die Familie Gasteiger vor dem Kreuz Christi, an der linken Seite die Frau mit 4 Töchtern, wovon 2 schon verstorben sind, auf der rechten der verstorbene Gasteiger mit 4 Söhnen, wovon ebenfalls 2 als Verstorben angezeigt werden. Darunter befindet sich folgender Spruch: „Allhier, der Edel und Kunstreich Herr begraben liegt, Hans Gasteiger, der in seinem Leben Ihr Majestät ein fein Baumeister geben hat, mit Wassergebeu als da fein, der Schöffweg ind Hieflau hinein, von der Strub den Rechen hie gemacht die Cleinuhren und vielmehr erdacht. Im sieben u. siebenzigsten am St. Johannis er gestorben war in Weynachten. Gott wolle ihm geben Auferstehen und ewiges Leben.“

   
         
Treppelweg an der Enns  

1570 Hans von Gasteiger errichte unter schwierigsten Bedingungen den auch Rossweg genannten Treppelweg entlang der Enns von Heimbach bis Hieflau. Der Transportweg dient dem Flussaufwärtstransport von Schiffen mit Pferdezug.

1583 der Bau wird vollendet.

Im Ortsteil Krippau der Gemeinde Landl ist der historische Treppelweg, vergleichbar mit dem Treppelweg an der Donau waren Mensch und Tier in diesem felsigen Gelände um vielfaches mehr gefordert.

Das Herzstück in der Kripp-Klamm entlang des Ennsufers ist heute wieder begehbar. Der attraktivste Punkt mit Blick auf die heute tief liegende Ennsenge beim so genannten „Hirschensprung" versetzt den Betrachter in Staunen über die großen technischen Leistungen inmitten einer prachtvollen Naturkulisse. Thementafeln entlang des gut markierten rund 2,5 km langen Rundwanderweges geben genaue Auskunft über den geschichtlichen Hintergrund und informieren über die Instandsetzungsarbeiten durch die Pioniere Leibnitz des Österreichischen Bundesheeres. Die Begehung und Besichtigung des Treppelweges (in 45 min) kann je nach Witterungsverhältnissen von Mai bis Oktober erfolgen.

   
         
Die Ennsschifffahrt  

Die Enns verdankt die Intensivierung ihrer Schifffahrt dem Eisen aus dem steirischen Erzberg, der "weltberühmten Gottesgab, so an Stahl und Güte des Eisens alle anderen Eisenbergwerke hoch übertrifft". Das Erz wird im Spätmittelalter und der frühen Neuzeiz in den steirischen Blahhäusern zu Roheisen verarbeitet. Aus dem Roheisen kann dann in einem weiteren technologischen Schritt in den Hammerwerken nach der Entschlackung Stahl und Schmiedeisen erzeugt werden. Viele dieser Hammerwerke stehen an der oberösterreichischen Eisenstraße, die entlang der Enns nach Steyr, dem wichtigsten Umschlagplatz für das steirische Eisen, führt.

Der Transport mit Fuhrwerken auf dieser Uferstraße ist viel zu teuer. Die Enns ist aber für die Schifffahrt denkbar ungeeignet, weil es viele Hindernisse gibt und vor allem sind die felsigen Ufer zur Anlage eines Treppelweges für den Gegenzug der Schiffe ungeeignet. Der Einsatz von Schiffen kann aber nur wirtschaftlich geführt werden, wenn die leeren Schiffe wieder an ihren Ausgangspunkt für einen neuen Einsatz zurückgebracht wurden können.

Aus diesem Grunde wird das Eisen im Mittelalter auf Flößen transportiert, weil diese am Bestimmungsort als Brenn- oder Bauholz verkauft werden können und weil diese auch gegen die Flusshindernisse widerstandsfähiger sind. So ein Floß kann aber nur rund 60 Zentner (300 kg) Eisen, also eine relative geringe Last, transportieren. Zur Herstellung des Floßes selbst ist aber viel Holz notwendig.

Am Beginn der Neuzeit, im Zuge der Erweiterung des Reichs der Habsburger, verdreifacht sich auch Eisenerzeugung und es ist nicht mehr genügend Holz vorhanden, um weiterhin die notwendigen Flöße für den Transport bauen zu können. Um eine weitere Verwüstung der Wälder zu vermeiden geht man zur Schifffahrt über. Für Schiffe braucht man ja viel weniger Holz, denn die können öfter verwendet werden und ein vielfaches es der Last befördern.

Zur Ermöglichung der Schifffahrt oberhalb Steyr müssen allerdings zahlreiche Schifffahrtshindernisse beseitigt und ein Treppelweg angelegt werden. Diese Aufgabe löst in mustergültiger Weise der berühmte Tiroler Hans von Gasteiger, der im Dienste Erzherzog Karls auch zahlreiche technische Verbesserungen beim Eisenwesen durchführte. 1559 Bau des Treppelweges an der Enns, 1536 fertig gestellt.

Der Treppelweg an der Enns ist an vielen Stellen ganz in den Felsen eingehauen und hat sich auf weiten Strecken bis in die Gegenwart gut bis heute erhalten, ist aber zum größten Teil dem Aufstau der Kraftwerke zum Opfer gefallen. Am rechten Ufer unterhalb Reichraming, wo er in scharfer Krümmung um einen Felsen herumführt, ist eine tiefe Rille zu sehen, die das Zugseil im Laufe der Zeit in der Felswand gescheuert hatte.

Vor der Besichtigung der Schifffahrtshindernisse muss das Eisen mehrere Male umgeladen werden. Der wichtigste Umschlagplatz für die Ennsflößerei ist bis dahin der Kasten in Weyer, ein mächtiger mittelalterlicher Steinbau mit hohem Schindeldach und mehreren Anbauten, der noch heute von dem reichen Wirtschaftsleben an der Enns zeugt. Alle Flöße müssen hier anländen und ihre Fracht abladen. Der Betrieb war so stark, dass der "Fletzer" schon ein Stück vorher durch einen Boten anfragen muss, ob die Zufahrt am Kasten möglich sei. Heute birgt dieses Gebäude, die Taverne von Kastenreit, neben einem Gasthausbetrieb auch ein kleines Flößermuseum.

Die auf der Enns in Verwendung genommenen Schiffe wurden so wie die Salzschiffe auf der Traun gebaut und anfänglich von dort bezogen. Die Schiffsleute an der Enns nennen ihre Fahrzeuge "Waldeln". Sie sind um 1800 27,5 m lang und 3 m breit. Noch bis zum Jahre 1851 werden sie aus gehackten Laden gebaut, ein Verfahren, bei dem man aus einem Stamm nicht mehr als 2 Bretter gewinnen kann. Erst danach geht man auch an der Enns dazu über, die Stämme mit der Handspaltsäge zu Brettern aufzuschneiden.

Im Gegentrieb werden die Ennsschiffe mit Lebensmitteln beladen und von vier Pferden flussaufwärts gezogen, die ersten beiden Pferde sind beritten. Die Schiffsmeister, die den Verkehr bis zum Kasten und in einer zweiten Etappe von dort bis nach Steyr besorgen, wohnen in Weyer und verschaffen der Stadt Wohlstand. Mit der Eröffnung der Rudolfsbahn in den 1870er Jahren kommt auch die alte Eisenschifffahrt auf der Enns allmählich zum Erliegen.

   
         
Der Reiflinger Holzrechen  

Wie stumme Zeugen ragen in Reifling einige Piloten aus dem Flussbett der Enns, durch die wilden Hochwasser der Enns schwer verwundete Zeugen einer Zeit. Einstmals stand hier ein stolzes Rechengebäude, welches durch Jahrhunderte ein wichtiger Teil der Eisenindustrie war, indem es das für die Erzeugung der Holzkohle benötigte Holz staute und leitete.

Durch den Einsatz des Wasserrades in den Blähhäusern und bei den Hämmern, werden die Maße immer größer. (Massel kommt aus dem Griechischen und ist über die Römer masa ferri zu uns gekommen und ist jener Teil vom Roheisen, der nach dem Schmelzprozess am Boden des Ofens als Klumpen zurückbleibt.) Durch die neue Technologie stieg im ausgehenden Mittelalter der Holzkohlenverbrauch rapide an. Die Köhler müssen daher mit ihren Meilern immer tiefer und entfernter in die Wälder und der Transport der Holzkohle wird immer aufwändiger und teurer. Die Wälder von Eisenerz und Vordernberg sind abgeholzt und die Blähhäuser müssen ihre Kohle aus weit entfernten Orten beziehen.

1499 Kaiser Maximilian I., für den Bergbau sehr aufgeschlossen, beauftragt am 3. Februar den Waldmeister Sigmund Paumgarnter einen Holzrechen bei Leoben in die Mur zu bauen, um die Holzbringung aus den kaiserlichen Wäldern des Murtales besser bewerkstelligen zu können.

1501 der Leobner Holzrechen ist fertig gestellt.

1502 Kaiser Maximilian I. beauftragt eine weitere Kommission an die Enns um dort für den Bau eines Holzrechens günstigen Standplatz zu suchen, denn der Leobner Holzrechen hatte sich besser als erwartet auf die Holzbringung ausgewirkt. Die Kommission besteht aus dem erfahren Waldmeister Sigmund Paumgartner und aus dem Amtsleuten aus Vordernberg, Eisenerz, Aussee und Hallstadt. Nach einer ausführlichen Aussprache entscheidet man sich für den Standort Hieflau, wegen der Nähe des Erzberges. Bald darauf beginnt man mit dem Bau des Rechens. Die Brennstofffrage war damit aber immer noch nicht wirklich gelöst. Daher bestellt König Ferdinand I. neuerlich eine Kommission in das Gebiet von Großreifling und dem Salzatal um zu ermitteln, wie die Holzvorräte des Salzatales und ihrer Nebentäler am günstigsten für die Verkohlung herangebracht werden könnten. Diese Kommission griff den, bereits 1502 gefassten Plan wieder auf, in Reifling einen Holzrechen zu errichten, nahe der Einmündung der Salza in die Enns.

1535 Walther Haring, Eisenerzer Amtmann, erhält den Auftrag, zu ermitteln, wo in Reifling der Rechen gebaut werden soll. Im gleichen Jahr begibt sich eine Kommission unter Führung des landesfürstlichen Waldmeisters, Michael Meilinger, nach Reifling und legt den Platz für den Bau eines Rechengebäudes fest. Im August und September 1537 richten wilde Hochwasser am Rechen in Hieflau und dessen Holzvorräten großen Schaden an, so dass die Holzkohlenvorräte wieder sehr knapp wird.

1538 die Eisenerzer Radmeister ersuchen die in Leoben tagende Kommission den Reiflinger Holzrechen baldigst zu bauen, da ansonsten die Eisenerzeugung zum Erliegen komme. Weiters geben die Radmeister an, dass die, von ihnen belegten Wälder für die Holzkohlenerzeugung immer entfernter liegen, denn waren bisher für den Kohlentransport pro Radwerk 15-16 Pferde notwendig, so sind es nun 30-40 Pferde, was zu einer Verteuerung des Roheisens führt.

1552 in Großreifling wird neuerlich der Platz für den Bau eines Holzrechens begutachtet und die Bausumme mit 48.000 Pfund-Pfennig veranschlagt. Die Inangriffnahme des Rechenbaues findet jedoch noch immer nicht statt und wird aus Geldmangel immer wieder aufgeschoben. Durch den Tod Ferdinand I. und der damit verbundenen Teilung der Habsburger Lande bekommt die Steiermark mit Erzherzog Karl II. einen jungen, tatendurstigen Erzherzog.

1565 Hans von Gasteiger legt der Kommission in Steyer einen Bauplan für den Reiflinger Rechen vor. Erzherzog Karl II. hatte am 5. April eine Kommission nach Steyr einberufen, der Kommission gehört auch der weit bekannte Wasserbaumeister Hans von Gasteiger an, der schon in Wien für seine Kaiserliche Majestät gearbeitet hatte. Nach 60-jähriger Planung soll nun endlich in Reifling ein großer Holzrechen errichtet werden. Eines der Lebenswerke von Gasteigers.

1566 Hans von Gasteiger ist laut Kommissionsbericht vier Mal bei den Radmeistern in Eisenerz war um das Baugeschäft für den Rechen voran zu treiben.

1566 Beginn der Verhandlungen mit dem Stift Admont unter Abt Valentin, um die nötigen Grundflächen für den Bau des Holzrechens und den dafür notwendigen Kohlplatz.

Durch einen Kammerbeschluss in Graz wurde die Gewinnung von mindestens 1000 starken Baumstämmen angeordnet, die eine Mindestlänge von 6-10 Klafter (1 Klafter = 189 cm) haben müssen um den Bau überhaupt zu ermöglichen.

1567 Hans von Gasteiger stellt bei einer großen Kommission zu Reifling am 22. Juni ein Modell des Rechengebäudes mit allen Plänen vor. Bei dieser Kommission waren anwesend: der Verweser von Aussee, Adam Wucherer, die Amtmänner von Vorder- und Innerberg Kaspar von Moosheim und Christoph Fröhlich, der Amtmann von Landl, Matthias Püebl, der Rechenschreiber von Hieflau, sowie der Wegschreiber an der Enns, und viele andere.

1567 fürchterliche Hochwasser wüten am 29. und 30. Juli an der Enns, so dass die Brücken in Lainbach, Reifling und Weissenbach weggerissen werden, große Schäden entstehen am Holzrechen in Hieflau, durch wilde Windstürme entstehen in den umliegenden Wäldern große Windbrüche.

1567 Hans von Gasteiger bekommt am 13. September auf Grund des Berichts der Kommission den Auftrag, den Reiflinger Holzrechen zu bauen.

Gasteiger hatte durch die im Juli aufgetretenen Elementarereignis inzwischen den Mut zum Bau des Holzrechens verloren. Nach Aussage des Eisenerzer Amtmannes vom 15. Oktober 1567, habe Gasteiger gesagt, er wolle den eingegangenen Kontrakt nicht einhalten, da er bei diesem Abschluss „voll und doll“ gewesen sei. Aufgrund dieses Sachverhaltes tritt am 10. November 1567 neuerlich eine Kommission zusammen, denn wer sonst als Gasteiger sollte diesen Riesenwerk bauen und mir Gasteiger ist mit seinen schon erfundenen und noch zu erfindenden Maschinen in der Lage, dieses Bauwerk auszuführen. Gasteiger bekommt am 4. Dezember 1567 den Auftrag und Vertrag, das Bauwerk definitiv zu bauen. Als Baubeginn wird Weihnachen 1567 festgelegt und die Fertigstellung für Micheli (29. September) 1568 vorgesehen. Nach Baubeginn zu Weihnachten 1567 stellt Gasteiger nach kurzer Zeit den Bau wieder ein, weil die notwendigen Vorschüsse nicht eintrafen, außerdem waren die notwendigen Arbeiter nicht vorhanden, denn anstatt der 120 Mann, waren nur 60 auf der Baustelle, es fehlte vor allem an guten und tüchtigen Zimmerleuten. Die vorhandenen Arbeiter sind wegen der schlechten Löhnung und dem fehlenden Proviant mürrisch. Darüber hinaus will Gasteiger einige Punkte im Vertrag geändert haben.

1568 Erzherzog Karl bewilligt am 28. Februar die Abänderung des Vertrages und beauftragte den Kammergrafen von Eisenerz, für eine gerechte Löhnung und ausreichenden Proviant zu sorgen. Die beiden Klausmeister aus dem Salzkammergut, Thomas Seeauer und Wolf Seeauer, beneideten Gasteiger wegen seines großen Auftrages vom Herzog und versuchen immer wieder den riesigen Auftrag an sich zu riesigen. Gasteiger lässt sich jedoch nicht beirren und trotz Rückschläge durch Hochwasser, baut er mit 2-jähriger Verzögerung den Rechen und schließt 1570 den Bau eines der größten Wasserbauwerke der Monarchie ab.

Das Reiflinger Rechengebäude hat eine Länge von 585 m, quer über die Enns, und besteht aus 264 Piloten, welche in dreifacher parallelen Reihen dem Wasser und Triftholz Widerstand leisteten. Die Werkstecken sind mit Bändern der Länge nach verbunden und durch Bänke und Lanzen überwärts gestützt und es umgab das Gesenke mit dem Schwerboden und den Schusstafeln. Auf dem Stecken sitzen die Rechenbänke, in welchen von 40 zu 40 cm die 16-18 cm starken Rechenzähne eingelassen sind. Das gesamte Triftholz wird mittels Ganauf (eine Erfindung Gasteigers), aus dem Rechenhof gehoben und zum Kohlplatz auf die Lend gebracht. Auf der Kohllend sind meistens 11 Meiler in Betrieb, die einen Durchmesser von 17 bis 20 Meter haben und 750 Kubikmeter Kohlholz aufnehmen können. Im Schnitt wird jährlich 258.000 Hektoliter Holzkohle erzeugt. Damit ist der Kohlebedarf für die Radwerke und Hämmer weitgehend gedeckt.

   
         
   

Geschichtsquellen: Stift Admont, Steiermärkisches Landesarchiv, Prevenhuber, Goldbacher, Pantz, Pirchegger, Stepan.