Schreibweisen   Gienger, Gänger, Gaenger, von Grünbichl, von Grienpichel, von Grünbüchl, von Grünbüchel, von Wolfsegg.    
Abstammung   Die Familie Gienger stammt wohl ursprünglich aus Giengen an der Brenz und ist als Patriziergeschlecht in Ulm, Schwaben und später in Niederösterreich zu Grünbichl und Oberösterreich zu Wolfsegg ansässig.

 

   
Verbindung   Johann Georg Pflügel von und zu Goldenstein oo Ursula Gienger von und zu Grünbüchl auf Wolfsegg und Rotteneck, Tochter des Johannes Adam Gienger zu Wolfsegg und der Magdalena Fieger zu Hirschberg.

Johann Philibert, Freiherr von Seeau zu Mühlleuten auf Ebenzweier, Hiltprechting, Thalham, Puchberg und Reuth im Hausruckviertel (...-1694) oo Franziska Katharina, Tochter des Johann Georg Pflügl von und zu Goldenstein und der Ursula Gienger von und zu Grünbüchl auf Wolfsegg und Rotteneck, (*1635, † auf Roith am Traunsee). (1) Anton Nikolaus (2) Franz Xaver.

 

   
Ortschronik Giengen   1078 älteste schriftliche Beurkundung über Giengen an der Brenz, Kreis Heidenheim, Regierungsbezirk Stuttgart, Land Baden-Württemberg. Fundstelle: Chronik im Kloster Petershausen, berichtet über den Tod des Markgrafen Diepold II. von Giengen in der Schlacht von Mellrichstadt.

 

   
Ortschronik Grünbichl  

1100 Schloss Grünbichl in Kilb wird erbaut. Das Schloss Grünbichl liegt in der Marktgemeinde Kilb, 20 km südwestlich von St. Pölten in Niederösterreich. 1083 Chulubi (Chiuliub, Kilb) wird erstmals genannt, und geht auf einen slawischen Personennamen zurück. 1530 Külb erhält Marktrechte und Banntaiding. 1541 Külb erhält von König Ferdinand I. einen Wappenbrief.

 

   
Ortschronik Eggersdorf   1177 Eggersdorf Bezirk Mistelbach Niederösterreich wird erstmals genannt. Am westlichen Dorfrand steht immer noch die Ruine einer Mühle (über den Radweg Ladendorf erreichbar), die in der Volksüberlieferung als das ehemalige Herrenhaus bezeichnet wird. Ober der Tür befand sich in rotem Marmor das Wappen der Gienger von Grünbüchl als Besitzer von Eggersdorf. 1926 wird die Mühle durch einen Brand zerstört.

 

   
Ortschronik Wolfsegg   Herrschaft und Veste Wolfsegg am Hausruck sind ein kaiserliches Kammergut. 1582 bekommt das Schloss Cosmas von Gienger von Kaiser Rudolf II. wegen seiner großen Verdienste verliehen. 1592 Wolfsegg kommt über die Erbtochter Ursula Gienger an Johann Georg Pflügl von und zu Goldenstein. 1610 Schloss Wolfsegg geht an Heinrich Graf von St. Julien-Wallsee, aus dem Geschlecht der Grafen von St. Julien aus der Provence über. 1610 "Henri sire de Guyard Seigneur de St. Julien" tritt unter Kaiser Rudolf II. in den kaiserlichen Kriegsdienst. 1638 bekommt er von Kaiser Ferdinand III. den Beinamen Wallsee. In der Schlosskapelle des Schlosses Wolfsegg sind Fresken von Bartolomeo Altomonte (auch Hohenberg). 1757 Beginn des Braunkohlenabbaus am Hausruck.

 

   
Stammwappen 1570  

Im von Schwarz über Gold schräg geteilten Schild ein aufrechtes silbernes Beil an braunem Stiel, das auf nicht gekröntem, schwarzgolden bedecktem Helm zwischen einem, rechts goldenen, links schwarzen Fluge steht. Jakob von Gienger ist in erster Ehe mit Petronell Giengerin "auch von Ulm, doch ains andren geschlechts und wappens" vermählt.

Das Wappen der Petronella zeigt im von Silber und Schwarz geteilten Schild einen halben, farbgewechselten Eber, der, in silber-schwarze Decke übergehend am Helm als Kleinod wiederholt. Unter den, aus den zwei Ehen des Jakob von Gienger entstandenen neun Kindern, führt der Sohn Hanns (aus erster Ehe) bereits den vereinigten Schild der beiden Giengerschen Geschlechter und zwar gespalten, vorn der Eber, hinten das Beil. Fundstelle: „Wappenbuch der Giengerischen Familie, welche sich von Ulm als ihrer vatterstadt aus Schwaben in Österreiche begoben und daselbst verscheidene Hofämter versehen haben“ Anton von Gienger 1570.

 

 
Wappen 1605   Wappen im Siebmachers Wappenbuch von 1605 auf Tafel 35. Schild geviert, Feld 1 und 4 schrägrechts geteilt schwarz über Gold mit einem Beil mit schwarzem Griff und silberner Hacke belegt. Feld 2 und 3 Silber über Schwarz geteilt mit einem rotbezungten wachsenden Eber in gewechselten Farben belegt. Auf dem Helm mit rechts schwarz-goldenen und links schwarz-silbernen Decken ein offener Flug rechts Gold, links Schwarz dazwischen der wachsende Eber.

 

   
Wappen I vor 1605   Geviert. 1 und 4 von Silber und Schwarz geteilt, darin, Farben gewechselt, ein halber Eber. 2 und 3 von Gold und Silber schräg links geteilt, darin die Schneide einwärts, eine natürliche Zimmermannshacke, deren goldener Stiel in die silbernen Feldung gestellt ist. Gekrönter Helm mit schwarz-silbernen und schwarz-goldenen Decken, zwischen offenem, rechts schwarzem, links goldenem Flug, der Schwarz über Silber geteilte Eber wachsend.

 

 
Wappen II 1606   Gebessertes Wappen der tirolischen, ober und unter der Enns’schen Linien. Geviert. 1 und 4 in Rot auf grünem Dreiberg ein silberner Zinnenturm. 2 und 3 von Blau und Silber schräg links geteilt, darin die Schneide einwärts, die natürliche Zimmermannshacke, deren goldener, innen mit einem kleinen goldenen Kreuz besteckter Stiel in die silberne Feldung gestellt ist. Zwei gekrönte Helme: 1. mit rot-silbernen Decken zwischen von Rot und Silber übereck geteilte Hörner der Turm auf dem Dreiberg. 2. mit schwarz-silbernen und schwarz-goldenen Decken, zwischen offenem, von Gold und Silber übereck geteilter Flug ein natürlicher Eber wachsend.

 

   
Wappen III 1687   Freiherrliches Wappen der tirolischen Linie. Rückschild wie Wappen II, mit „Österreich“ im Herzschild. Drei gekrönte Helme, davon zwei mit einem erzherzoglichen Hute. 1. und 3. wie vorhin bei II. 2. fünf Straußenfedern, silbern-rot-silbern-blau, belegt mit dem Bindenschild. Nach der Wappenabbildung im k. k. A.-A. sind die Decken des 1. Helmes und die rechten des 2. Helmes rot-silbern, die linken des 2. und jene des 3. Helmes gold-silbern-grau [sic, Grau als Wappen-Tinktur].

 

   
Allianzwappen  

Allianzwappen in der Akte Seeau: Johannes Adamus Gienger zu Wolfsegg oo Magdalena Füegerin zu Hirschenberg.

Allianzwappen in der Akte Seeau: Thomas Gienger zu Wolfsegg oo Catharina Heidenreich von Bindenegg

 

   
Wappen am Ulmer Rathaus  

Das Ulmer Rathaus ist immerwährend mit Wappen des städtischen Adels und der Patrizierfamilien beflaggt. An der Ostseite hängen die Wappen der fünf einflussreichsten Kaufmannsfamilien. Greck, Lins, Scheler Gienger, Renz. An der Nordseite die Wappen der Patrizierfamilien: Roth, Kraft, Neithardt, Schad Strölin, Löw, Besserer, Ehinger, Lieber. Das Ulmer Stammwappen der Gienger ist schrägrechts geteilt schwarz über Gold mit einem Beil mit rotem Griff und silberner Hacke belegt.

Die Fahnen an der Ostwand des Rathauses zeigen die Farben der ehemaligen verbündeten Reichsstädte. Auf Gold schwarze Adler des "Heiligen römischen Reiches" und die drei Löwen der Staufer.

 

 
   

I. Jakob Ginger. 1.oo Petronell Giengerin „auch von Ulm, doch ains andren geschlechts und wappens“ (Eber), 2.oo NN Würckerin. Neun Kinder, darunter ...

II. Hanns Gienger, 1.oo Burgerin aus Memmingen, 2.oo NN Hatzin, 3.oo NN Söldin, 4.oo Magdalena Oetin aus Memmingen. Einundzwanzig, zum Teil früh verstorbene Kinder. Darunter die Söhne Damian und Amman zu Nau,

III. Damian Gienger

III. Amman Gienger zu Nau, 1.oo Ursula Schutzin von Raitenau, 2.oo Ursula Senfftin von Sulberg, 3.oo Anna Guntzburgerin, 4.oo Margaretha Preunlerin, Wittib. "Sein erste Ehefrau gebar im siebzehn Kinder, darunter Georg ..."

IV. Georg Gienger, oo Magdalena (alias Maria) von Ilsungen. Hatte nach „inhalt zwaier kuniglicher brieven … für sienen vatter, sich selbs, sein geschwisterig vnd gevettern von seinem anherrn Hansen Gienger herrührende, und volgends für bemelts seins anherrn andre geprüder Jacoben, Matheusen und Hieronymen sune und änkel und ir aller erben und erben erben“ die Erlaubnis erhielt „zu seinem vättelichen Wappen weilund seinen uranen, die auch ain Giengern doch ains andern geschlächts gewesen, verledigt wappen samentlich und quartiert zu fürn“ und zwar nach der Abbildung im Manuskript 1 und 4 der Eber, 2 und 3 das Beil. Gekrönter Helm mit schwarz-silbernen und schwarz-goldenen Decken der Eber wachsend, zwischen offenem, rechts schwarzen, links goldenem Fluge.

IV. Jakob Gienger von Grienbüchl, 1.oo Barbara, Tochter des Nicolaus von Köllnpöck und der Margaretha Kernstock.

V. Niclas Gienger Freiherr auf Ober-Höflein und Rabenstein, Herrn von und zu Grienbüchl, Sohn des Jakob von Gienger, oo Maria von Windisch-Grätz. 

 

 
   

1424 Jakob Ginger bekleidet in Ulm das Amt des Stadtrichters, dann nochmals 1432. 1.oo Petronell Giengerin „auch von Ulm, doch ains andren geschlechts und wappens“ (Eber), 2.oo NN Würckerin.

1490 Zimprecht Lins oo zu Ulm, Barbara Gienger, Tochter des Mathäus Gienger und der Ursula Hutz.

1499 Cosmas Gienger (…-1532), Herr zu Neubronn, Kaufmann in Ulm, * Ulm. oo 1499 Ulm: Magdalena Kramer. (1) Christoph Gienger, Kaufmann, Zunftmeister, des Rats, Spitalpfleger, Handwerksherr. 1505 verkauft er das elterliche Haus Frauenstraße 2 an das Kloster Salem. 1530 tritt er bedingt zum evangelischen Glauben über.

1532 Christoph Gienger (…-1554), Kaufmann, Zunftmeister (1532-1548), des Rats in Ulm, Spitalpfleger, Handwerksherr, Gesandter zu König Ferdinand, 1548 des Rats, 1548 Spitalpfleger, 1550 Handwerksherr, 1549 Wengenpfleger. oo 1532 Dorothea Günzburger (…-1562) (1) Anna Gienger (…-1622)

1537 Eitel Hans Gienger, Kaufmann (…-1585), 1566 des Rats in Ulm, 1566 des Geheimen Rats, Oberrichter, Wengenpfleger des Rats. oo 1537 Barbara Schürnagel (…-1588) (1) Magdalena Gienger (…-1586)

1539 Damian Gienger zu Langenau kauft zahlreiche Felder, Wälder, Güter und Untertanen in Sontheim. Damit wird der Giengener Besitz in Sontheim abgerundet.

1540~ Dr. Georg von Gienger, kaiserlicher Rat, Vizekanzler, Landvogt in Schwaben und Verwalter der Hofkanzlei.

1541 Dr. Georg von Gienger stellt am 15. Mai kaiserliche Urkunde des Wappenbriefs für den Markt Kilb aus. Nach Ansuchen „von Richter Rath und Gemaind von Khülb“ erhält der Ort ein Marktwappen.

1541 Cosmas Gienger († 26. 8. 1592 in Linz). Entkommt den Türken glücklich bei Ofen, wird Kriegs-Kommissär, Rat der Römisch Kaiserlichen Majestät, Oberdreissiger zu Ungarisch Altenburg bis 1560, folgt dann seinem Bruder Jakob als Vicedom in Österreich ob der Enns. Gründer der kurzen ob der Enns’schen Linie.

1544 Damian Gienger oo Ursula Schütz von Rottenau, wird von Kaiser Ferdinand I. für seine im schwäbischen Bauerkrieg (1524 beendet) bewiesene Tapferkeit zum Ritter geschlagen. Seine elf Söhne kommen zu großen Ehren: Georg Gienger als niederösterreichischer Vizekanzler und geheimer Rat, Eitl Hanns Gienger als Vogt zu Feldkirch, Jakob Gienger als der Römisch Kaiserlichen Majestät Rat und Vicedom zu Enns, Anton Gienger als niederösterreichischer Hofkammerrat, Lienhart Gienger als erzherzoglich österreichischer Oberstpfennig- und Kuchelmeister, Cosmas Gienger als der Römisch Kaiserlichen Majestät Rat und obrister Dreissiger zu Ungarisch-Altenburg, Wilhelm Gienger als oberösterreichischer Hofkammerrat, Hans Georg Gienger als kaiserlicher Hauptmann zu Pettschach, Bartlme Gienger als königlicher Obrister Falkenmeister und Sebastian Gienger als Obrister Lieutnant im Felde. Damian II. Gienger wird Geistlicher und genießt das giengersche Benefizium zu Ulm.

1546 Dr. Georg von Gienger löst Erasimus von Liechtenstein Burg und Herrschaft Neulengbach ab, obwohl dem Erasimus von Liechtenstein der Pfandbesitz auf Lebenszeit zugestanden war.

1549 Jakob von Gienger kauft Herrschaft und Burg Grünbichl in Niederösterreich.

1549 Leonard Gienger von Rottnegg bekommt die Pflege und das Richteramt von Landeck und von Pfunds, zuerst auf 10 Jahre, dann auf Lebzeiten, zu Lehen. Burg und Gericht bleiben bis 1705 in der Pfandschaft der Familie Gienger. In der spätgotischen Bauphase erhält das im Turm gelegene Verlies ein Tonnengewölbe, die Hauptangriffsseite einen zweiten, zinnenlosen Zwinger. Das neue Burgtor (datiert 1576) zeugt von dieser regen Bautätigkeit. Trotzdem bietet die neuen Anlagen wenig Schutz, die Mauern sind zu schwach. Um 1700 ist die Burg, immer noch Sitz des Gerichtes, wiederum zu klein geworden. Die spätgotische Halle bekommt ein Stockwerk aufgesetzt, sodann wird das ganze Gebäude aufgestockt. 1797 wird das Gericht nach Perfuchs verlegt. Burg Landeck verliert ihre Funktion und wird 1852 vom Kaiser Franz Josef I. den Gerichtsgemeinden geschenkt, von der Stadt Landeck als Kaserne benützt und später notdürftig für 12 Wohnungen adaptiert. Seit 1967 ist der Bezirksmuseumsverein Landeck in der Burg untergebracht.

1550~ Damian Gienger von Grienpichl oo Anna Maria, Tochter des Ludovicus von Taxis, † Innsbruck 1569 und der (oo 1530) Marie Cleophe Seisenhofer (†1591)

1550 Heinrich Petri druckt und verlegt mit eigener Widmung an den österreichischen Landvogt in Schwaben Georg von Gienger, Mäzen und Schutzherrn für den Druck, eine Sammlung "kurzer" früher Kirchenväter griechischer und lateinischer Sprache, auf deren wenig umfangreiche Schriften er in älteren Drucken und "in Handschriften" erhalten sind - zwei Schriften sind nach einer noch heute in Basel erhaltenen Handschrift gedruckt.

1551 Georg Gienger († 14. 1. 1577 in Enns) bekommt Burgvogtei und Herrschaft Enns in Österreich ob der Enns von Kaiser Ferdinand I. am 18. 4. für 10.000 fl. Auf Lebenszeit.

1552 Jakob von Gienger, Georgs Bruder, Begründer den niederösterreichischen Linie zu Grünbichl, erkauft von Kilian von Völdendorf das Gut zu Grünbichl bei Kilb. oo Barbara, Tochter des Nikolaus Köllnpöck und der Margareta Kernstock.

1552 Maria von Gienger, die Gemahlin des Anton von Gienger, will mit ihrem Töchterlein nach Hause eilen, um von ihrem Gemache aus den Festzug mit dem ersten Elefanten in Wien bequem überschauen zu können. Sie wird jedoch durch den immer wachsenden Andrang da und dort aufgehalten und ist genötigt unter den Zuschauern am "Grünen Markt" (Graben) stehen zu bleiben. Mit einemmal von der neugierigen Menge unwiderstehlich vorgedrängt, lässt sie nur einen Augenblick ihr Kind entgleiten, und dieses kollert vor die Füße des Riesentieres. Dem Entsetzensschrei der vor Schreck halbtot zurücktaumelnden Mutter folgt der starre Blick nach dem Elefanten. Dieser sieht ernst um sich, drängt mit seinem Rüssel alles von sich weg, nachdem Raum um ihm geworden ist, hebt er fein säuberlich und gemach das weinende Kind auf, hoch über alle Köpfe empor und reicht es unverletzt der schreckensbleichen Mutter. Den Angstrufen folgt nun ein Freudengeschrei und der Jubel währt noch fort, nachdem die Szene bereits den Blicken aller wieder entschwunden ist. Anton von Gienger, kaiserlicher Raitrat (Rechnungsrat), Gönner der Wiener Hochschule vom Volke hochgeschätzt und Vater des so seltsam gefährdeten und zugleich geretteten Kindes lässt aus Dankbarkeit an der Seitenwand des Eckhauses vom Graben gegen den Stock-im-Eisen-Platz, wo sich das Ereignis zugetragen hat, zu immerwährendem Gedächtnis aus Sandstein als Basrelief den Elefanten abbilden und darunter in lateinischer und deutscher Sprache eine Inschrift anbringen.

1563 Jakob von Gienger lässt für sich und seine Familie ein Votivbild anfertigen. 1278 wird neben der damaligen Burg Grünbichl eine dem Heiligen Veit geweihte Kapelle genannt. 1563 Jakob von Gienger stiftet dieser Kapelle ein großartiges Votivbild, auf dem er selbst mit seinen Kindern dargestellt ist. 1786 wird die Kapelle entweiht, 1829 abgetragen.

1565 Georg Gienger wird von Kaiser Maximilian II. am 30. 12. gestattet, entweder die alte verfallene Burg Enns wieder herzustellen oder ein neues Haus zu bauen. Georg erbaut daraufhin Burg Ennsegg. oo Magdalena „Maria“ von Ilsung, hatte keine männliche Descendenz.

1566 Catharina von Gienger (…-1566), Tochter des Damian von Gienger, Ritter in Grienpichel/Kilb/Niederösterreich, und der Ursula Schütz, * Raittenau/Kärnten oo Hans Wucherer (1) Magdalena

1566 Cosmas Gienger bekommt vom Kaiser Rudolf II. d. d. 16. 3. 1582 Herrschaft und Veste Wolfsegg im Traunviertel, ein kaiserliches Kammergut, wegen seiner großen Verdienste verliehen. 1.oo Ursula Ernstin, 2.oo Katharina Haidenreich von Bindenegg († 5. 4. 1582). Aus zweiter Ehe stammen mehrere Töchter und acht Söhne, von welchen fünf in der Jugend sterben. (1) Hanns Georg (* 19. 4. 1561, † 1592), Erzherzogs Mathias Truchsess, Volontair bei den spanischen Truppen in den Niederlanden, wird dort von Freibeutern auf der Jagd erschlagen. (2) Hans Carl (* 30. 12. 1567, † 17. 8. 1605) Domherr zu Passau. (3) Johann Adam (* 19. 10. 1558, † 3. 4. 1623 in Wolfsegg) erbt Wolfsegg von seinem Vater, Rotteneck von seinem Oheim Georg Gienger. 1585 Beisitzer bei dem kaiserlichen Reichskammer-Gericht zu Speyer, Römisch Kaiserlicher Majestätsrat, 1590 folgt zu Lebzeiten seines Vaters als Vicedom bis 1621. oo Maria Magdalena, Tochter des Georg Fieger von Hirschberg und der Elisabeth Weitmoserin zu Winckel. Fünf Söhne, welch alle vor dem Vater sterben.

1568 Jakob von Gienger, Georgs Bruder, Schlossbesitzer, Vogtherr, Verwalter über den Markt Kilb und Protestant, wandelt den Körnerkasten des Pfarrhofes in Kilb in ein lutherisches Bethaus um, weil viele Bürger protestantisch sind. Dieses Gebäude wird seit der Gegenreformation zu Unrecht "Judentempel" genannt, da man damals jeden Andersgläubigen als "Jud" im abfälligen Sinn bezeichnet.

1569 Dr. Georg von Gienger, Kaiserlicher Rat, erbaut Schloss Ennsegg in Enns/Oberösterreich, wo er sich zur Ruhe setzt, nachdem er auf seine Ämter resigniert, er hatte als geheimer Rat auf ein kaiserliches Gnadengeld von 1200 fl. Verzichtet. Von den Greiseneck soll er die Veste Rotteneck im Mühlviertel erworben haben. Im 17. Jahrhundert wird die Burg Ennsegg durch barocke Zubauten erweitert. 1809 hier schlägt Napoleon sein Hauptquartier auf, da er drei Tage lang auf den Wiederaufbau der Ennsbrücke warten muss.

1569 Jakob von Gienger bekommt von Kaiser Maximilian II. am 4. 3. das Prädikat „von und zu Grienpüchl“ verliehen.

1570 „Wappenbuch der Giengerischen Familie, welche sich von Ulm als ihrer vatterstadt aus Schwaben in Österreiche begoben und daselbst verscheidene Hofämter versehen haben“ Handschrift unter der Redaktion und Mitwirkung des Anton Gienger, verfasst und bald nach 1570 abgeschlossen. Über seinen Urgroßvater Jakob Gienger lässt Anton niederschreiben, dass derselbe im „dreizehnhundert und in dem vierundzwanzigsten jahre [er meint wohl 1424, da die Aufstände auch tatsächlich stattfinden] ain richter des rats“ [zu Ulm] gewesen sei „als in des heiligen reichs stat Ulm der gross auflauf was und die zunftmaister daselbst an sant Bonifacien tag erschlagen wurden“. Fundstelle: k. u. k. Haus-, Hof- und Staatsarchiv.

1576 Carl von Schwendi (…-1584), Hofrat von Kaiser Rudolf II. oo Barbara Gienger von Wolfsegg. Carl studiert in Tübingen, Dillingen, Ingolstadt, Padua und Bologna, 1576 als Hofrat genannt.

1580 Nikolaus von Gienger, Sohn des Jakob, baut die Burg Grünbichl in ein Renaissance-Schloss um. Ein zweigeschossiger, viereckiger Bau, der an den Ecken von Rundtürmen eingefasst ist. Die Herrschaft Grünbichl ist kurz in kaiserlichem Besitz, vielleicht im Zuge einer Neubelehnung.

1585 Nikolaus von Gienger kauft von Kaiser Rudolf II. am 19. November den Landesgerichtsbezirk Khülb, laut einer in Prag ausgestellten Urkunde.

1589 Marcus Gienger, kaiserlicher Berg- und Oberwaldmeister zu Ober-Höflein Niederösterreich, † 1. 2. 1579 in St. Peter in der Au/Niederösterreich oo Magdalena Wucherer, † 1. 2. 1579 in St. Peter in der Au/Niederösterreich [sic, selber Tag].

1590 Nikolaus Gienger von Grünbüchl (in Kilb) wird Herr der Burg Rabenstein im oberen Pielachtal.

1591 „Die Herren und Freyherren Gienger von und zu Grünbüchel kaufen Burg Rabenstein. Sie theilten sich in zwey Linien, in die Gienger zu Wolfseck in Oberösterreich, und jene zu Grünbüchel in Unterösterreich, letztere besaßen vom Niklas Freyherrn von Gienger an, diese Herrschaft bis 1644.“

1592 Cosmas Gienger stirbt und wird in der Pfarrkirche Linz bei seinen Eltern beigesetzt.

1600~ Nicolaus Freiherr von Gienger oo Maria von Windisch-Grätz

1602 Hanns Gienger von Grienbichl, Grabbild der Taufe Christi in der Pfarrkirche St. Nikolaus in Hall in Tirol.

1605 Johann Jakob Gienger, Dechant des Kollegialstiftes Spital am Pyhrn, wird durch Papst Paul V. zum Probst und das Kollegialstift zu einer Propstei erhoben.

1606 Niklas Gienger (Sohn Jakobs) und dessen Vettern, Johann Adam Gienger zu Wolfseck, oberösterreichischer Rat und Vicedom, Damian Gienger, Pfandinhaber der Herrschaft Landeck (Tirol), Leonhart Gienger, Pfandhausamtsrat zu Hall in Tirol und Hanns Friedrich Gienger zu Ober-Höflein (in NÖ) bekommen von Kaiser Rudolf II. d. d. Brandeis am 6. 10. eine Bestätigung nebst Besserung des alten Wappens erteilt.

1608 Niclas Gienger von und zu Grienpüchl und dessen Vetter, der Truchsess Hanns Friedrich Gienger von Grienpüchl zu Ober-Höflein, werden von Kaiser Rudolf II. zu Prag am 1. 5. mit dem Titel „Freiherr auf Ober-Höflein und Rabenstein, Herrn von und zu Grienpüchl“ in den Freiherrnstand erhoben.

1612 Ursula Gienger von und zu Grienpüchl oo 1612 Hans Christoph von Hertenberg (1592-1613). Hans Christoph von Hertenberg ist der natürlicher Sohn des 63-jährigen Ferdinand Erzherzog von Tirol (1529-1595) und der Johanna Lydl von Mayenburg. 

1615~ Hans Nicolaus Freiherr Gienger von und zu Grienpüchl oo Maria Freiin Ehrenreitter von Hofreith; (1) Eleonora (1639-1687) oo Hans Paul II. Freiherr von Wolzogen (1632-1716)

1622 Ursula Gienger (* 21. Dez.1598 Hoheneck, † 4. Feb.1663), Erbtochter des Cosmas von und zu Grienpüchl oo Johann Georg „Jörg“ Pflügl (Pfliegl) von und zu Goldenstein, Churbayrischer Hofkammerrat, später in kaiserlichem Dienste, Vicedom in Österreich ob der Enns, bringt diesem Wolfsegg zu. Rotteneck kommt an die Arstetter.

1635 die Gienger von Grünbüchl werden in den Freiherrnstand erhoben.

1636 Erwerb des Edelsitzes Aichham (Hall in Tirol) Erwerb von Scheidenstein ebenfalls in Hall, Pfandinhaber von Landeck (1549 bis 1705) und Pfunds.

1637 Justina Freiin Gienger von und zu Grienpüchl oo Hans Freiherr von Prösing, Heiratskontrakt. Fundstelle NÖLA, HA Ottenstein, Karton A-II-9, Fasz. 258,

1644 Schloss Grünbüchel geht von den Gienger in andren Besitz über.

1660 Hans Nikolaus Freiherr Gienger von Grünbüchl verkauft Burg Rabenstein an Johann B. Freiherr Reichard von Kunitz. Dabei wird eine Schätzung der Herrschaft Rabenstein vorgenommen (32.000 Gulden) und ein Inventar mit Beschreibung des Zubehörs. In der Burg wird besonders ein tiefer Ziehbrunnen als "in Steinfels gehauen, dem man das Wasser nicht nehmen kann" gerühmt.

1687 Damian und Leonhart Gienger (Nachkommen des Eitel Hans Gienger, Vogt zu Feldkirch in Vorarlberg, Begründer der tirolischen Linie) werden von Kaiser Leopold I. ebenfalls das Prädikat „von und zu Grienpüchl“ im Freiherrndiplom und eine Wappenbesserung verliehen. Mit ihnen die Brüder und Vettern Jakob Christoph, Johann Georg und Johann Jakob aus der Tiroler Linie. In der Schrift wird angegeben, dass das gesamte Geschlecht der Gienger altadelig gewesen sei, dass zehn leibliche Brüder dem Erzhause Österreich gedient.

1694-1770 Felix Freiherr von Gienger, Pater Benedikt als Augustinerchorherr von Neustift.

1695 in Tirol immatrikuliert, zuletzt 1790 auf dem Tiroler Landtag.

1731 Maria Rosina Gräfin von Auersperg (1702-1746) oo Graf Ludwig Franz von Zinzendorf, Sohn des Johann Ferdinand Graf von Zinzendorf und Rebekka Regina von Gienger (*23. März 1661 Wien)

1760 Franz Gienger Freiherr von Grienpüchl, Schaidenstein und Aichheim stirbt und mit ihm erlischt die Tiroler Linie und damit sind die Gienger in Österreich ausgestorben.