Schreibweisen   von Raitenau, von Reitenau.    
Abstammung Raitenau   Das Adelsgeschlecht derer von Raitenau stammt aus Vorderösterreich, mit Besitzungen im Bodenseeraum und vor allem im Hegau. Die Raitenau sitzen ursprünglich in Lenzburg auf der Burg Raitenau, treten aber auch im Aargau, in Graubünden und in Chur auf.

 

   
Abstammung Hohenems   Die Mutter des Wolf Dietrich von Raitenau ist eine geborene Gräfin von Hohenems und hat in ihrer Linie Clara di Medici (1507-~1560), die aus einem bedeutenden Mailänder Patriziergeschlecht stammt, das aber nicht mit den namensgleichen Medici aus Florenz verwandt ist. Verwirrender Weise gleichen die Mailänder Medici im 16. Jahrhundert ihr Wappen (in Rot eine bzw. zwei schwarze Kugeln) dem der Florentinischen Medici (in Gold sechs Kugeln) an.

In Italien nennt sich das Geschlecht der Hohenems "Altemps“.

 

   
Verbindung   Susanna Alt von Altenau, Tochter des Viktor Alt von Altenau und der Maria Katharina Götz oo Elias Seeauer von Seeau (-1670). Kinder: (1) Ignaz, unter dem Namen Pater Philibert Benediktinermönch zu Kremsmünster.

 

   
Wappen I  

Wappen in Siebmachers Wappenbuch von 1605 auf Tafel 116. Auf Silber eine große schwarze Kugel. Auf dem Helm mit schwarz-silbernen Decken die schwarze Kugel mit 5 abwechselnd weißen und schwarzen Straußenfedern.

 

   
Wappen II  

Das heraldische Hauptelement des Wappens von Wolf Dietrich ist auf Silber eine schwarze Kugel, die auf seine Abstammung von den Mediceern zurückgeht. Der Prunk liebende Fürst schafft sich zur Prachtentfaltung ein vielteiliges Wappen, das auf eine neue Weise das Landeswappen von Salzburg mit verschiedenen heraldischen Symbolen seiner Familie verbindet. Infolge seiner vielfältigen Bautätigkeit ist sein Wappen in Salzburg an einer großen Zahl von Kirchen und Palästen präsent. Es findet sich an mehreren Stellen der Residenz und des von ihm geschaffenen Neubaues sowie am ehemaligen Kapitelhaus, aber auch am Franziskanerkloster und der Müllner Kirche, die er baulich umgestaltet, am Johannesschlösschen auf dem Mönchsberg, das ihm als erste Sommerresidenz dient, an in seinem Mausoleum im Sebastiansfriedhof. Außerdem schmückt es das für ihn und Salome Alt geschaffene Schloss Altenau. Wo immer Wolf Dietrich seine kühnen Baupläne verwirklicht, tritt auch sein majestätisches Wappen in Erscheinung, das an der schwarzen Kugel leicht zu erkennen ist.

 

   
Wappen III 1594   Geviert und im Herzschild das Stammwappen. 1 und 4 Hut mit zwei Federn, 2 und 3 in gespaltenem Feld, vorne in Silber ein ein roter Löwe, hinten in Blau ein goldener Schrägbalken.

Das Wappen der Raitenau wird bei der Wappenbesserung mit den Wappen der ausgestorbenen Geschlechtern der Mayer von Raitenau (Hut mit zwei Federn) und der Eschenzer von Raitenau (in gespaltenem Feld, vorne in Silber ein roter Löwe, hinten in Blau ein goldener Schrägbalken). Es besteht mit den Geschlechtern nur Namensgleichheit, Verwandtschaft kann keine nachgewiesen werde.

 

   
Helmzier   Das Kleinod ist eine auf einem Kissen ruhende Kugel. Die Grafen von Lenzburg haben die gleiche Helmzier und sind wahrscheinlich ursprünglich Lehensherrn derer von Raitenau.

Dieses Kissen wird zum Stammwappen der Salome Alt von Altenau, die in einer besonderen ehelichen Gemeinschaft mit dem Fürsterzbischof verbunden ist.

 

   
   

I. Hans Werner I. von Raitenau († vor 1525) 1.oo Gertrude von Stadion, 2.oo Elisabeth Rink von Baldenstein. (1) Hans Jakob († 1534 zu Chur) (2) Hans Rudolf (1507-1523), Fürstabt zu Kempten (3) Hans Werner II. w.f.

II. Hans Werner II. von Raitenau (†1548 oder 1549) oo Maragethe Sirg von Sirgenstein (1) Hans Ulrich I. (2) Hans Werner III. w.f. (3) Veronika (4) Christiana (5) Anna (6) Amalie (6) Hans Gaudenz

III. Hans Werner III. von Raitenau (* um 1525 † 1593), kaiserlicher Oberst, setzt die Hauptlinie fort. oo 1558 Helena Gräfin von Hohenems († 1586), kauft 1568 Langenstein. (1) Wolf Dietrich w.f., (2) Hans Jakob Domherr zu Augsburg und Eichstätt, (3) Jakob Hannibal oo Kunigunde Gremloich von Jungingen, (4) Clara oo Hans Wilhelm Freiherr von Schwendi, (5) Hans Ulrich II. Deutschordenskomtur, (6) Anna Margareta Nonne, (7) Hans Werner IV. Johanniterkomtur, (8) Cäcilie oo Freiherrn Kuen von Belasy zu Lichtenstein und Gartenau, (9) Hans Rudolf w.f., (10 und 11) zwei früh verstorbene Söhne namens Marquardt, (12 unehelich) Hans Lienhart geadelt, (13 unehelich) Hans Jakob geadelt.

IV. Wolf Dietrich von Raitenau, * 26. 3. 1559 Lochau (Vbg.), † 16. 1. 1617 Salzburg, Erzbischof von Salzburg (1587-1612), Großonkel Papst Pius IV. o-o Salome Alt, (1) Hannibal (2) Helena (3) Euphemia (4) Maria Salome (5) Eusebia (6) Cäzilie (7) Anton (8) Wolf Dietrich (9) Viktor (10) Eberhard (11) Susanna. Die Stammreihe aus dieser Linie ist die Familie Alt von Altenau.

IV. Hans Rudolf Graf von Raitenau oo Maria Sidonia Freiin von Welsperg. (1) Wolf Dietrich II. w.f.

V. Wolf Dietrich II. Graf von Raitenau oo Maria Jakobea von Raitenau (Cousine) verwitwete Gräfin von Hohenzollern Sigmaringen. (1) Maria Anna Katharina oo Christopf Freiherr Sigmund von Welsperg, (2) Rudolf Hannibal w.f.

VI. Rudolf Hannibal Graf von Raitenau (1632-1671) oo Benigna Freiin von Herberstein, mit ihm erlischt das Geschlecht der Raitenau im Mannesstamme.

 

   
Wolf Dietrich von Raitenau  

Wolf Dietrich von Raitenau (1559-1617) entstammt einer im Bodenseeraum begüterten Adelsfamilie und wird am 26. März 1559 auf Schloss Hofen bei Lochau nahe Bregenz geboren.

Seine Eltern, der kaiserliche Obrist Hans Werner von Raitenau († 1593) und Helena Gräfin von Hohenems († 1586) gehören aufstrebenden Adelsfamilien an.

Seine Eltern aufstrebenden Adelsfamilien an und Wolf Dietrich ist es als Erstgeborenen bestimmt sich in den Dienst der Kirche zu stellen. Wolf Dietrich sollte diese Beauftragung zeitlebens bereuen, verspürte er doch "aus einer haimlichen undt schier angebornen Anmuettung und Inclination in und allwegen zu den Kriegswesen grosse Naigung und Lust.“

Ergänzendes über das Schicksal des Wolf Dietrich von Raitenau in den Anekdoten unter Die Enkelin des Fürsterzbischofs.

Wolf Dietrich wird bereits früh von seiner Familie getrennt im Konvikt zu Günzburg erzogen, um ihn auf seine geistliche Karriere vorzubereiten. Anschließend studiert er an der Universität von Pavia Recht und von 1576-1581 am Collegium Germanicum in Rom Theologie. Durch die Protektion seines Onkels, dem Kardinal Markus Sittikus Altemps, ist er bereits vor seinem Romaufenthalt mit mehreren Pfründen ausgestattet: 1570 erhält er als 11-Jähriger eine erste Domherrenstelle in Konstanz, 1575 kommt die Domkanonikate in Basel und 1578 die in Salzburg dazu.

1570 Wolf Dietrich erhält als 11-Jähriger eine erste Domherrenstelle in Konstanz, wo sein Onkel Kardinal Mark Sittich von Hohenems Bischof ist.

1575 Wolf Dietrich erhält Domkanonikat in Basel und 1578 eines in Salzburg.

Nach dem frühen Tod Georgs von Kuenburg stellt sich der 28-jährige Wolf Dietrich von Raitenau der Wahl zum neuen Salzburger Fürsterzbischof, bei der er am 2. März 1587 vom Domkapitel zum Erzbischof von Salzburg gewählt wird.

Wolf Dietrich verfolgt nach seinem Amtsantritt als Fürst des Erzbistums Salzburg einen harten Kurs der Gegenreformation, der sich jedoch ab der Mitte der 1590er Jahre abschwächt.

1588 und 1593 gibt er Religionsmandate heraus, in er die Ausweisung der sich nicht zum Katholizismus bekennenden Bürger Salzburgs verfügt, ebenso Maßnahmen gegen die Teilnahme erzstiftischer Untertanen an protestantischen Gottesdiensten im benachbarten Ausland sowie dem Verbot von Mischehen.

1594 Wolf Dietrich setzt sich als Reichsfürst auf dem Regensburger Reichstag für eine wirkungsvolle Türkenhilfe ein, tritt 1596 mit heftiger Kritik an der kaiserlichen Kriegsführung auf und hintertreibt schließlich, als seine Anregungen und Vorschläge unberücksichtigt bleiben, die weiteren Verhandlungen.

1596 holte er die Kapuziner, 1605 die Augustinereremiten ins Erzstift. Sein Plan Jesuiten zur Leitung des neu zu errichtenden Priesterseminars zu berufen scheitert am nachhaltigen Widerspruch des Domkapitels.

1596 Wolf Dietrich holt die Kapuziner, 1605 die Augustinereremiten ins Erzstift. Der Plan, Jesuiten zur Leitung des neu zu errichtenden Priesterseminars zu berufen, scheitert am Widerstand des Domkapitels. Als Landesherr bemüht sich Wolf Dietrich den Einfluss von Domherren und Landständen zugunsten eines absolutistischen Regiments zurückzudrängen.

Wolf Dietrich beginnt mit der Umgestaltung der engen spätgotischen Stadt zum "deutschen Rom“. Als der herrliche romanische Dom nach dem Brandunglück von 1598 "dahinsiecht“, wird an diesem Ort die Kapuzinerkirche gebaut. Gemäß den Vorstellungen des venezianischen Architekten von Scamozzi schafft Wolf Dietrich die großen Plätze rund um den Dom und lässt dafür 55 Bürgerhäuser abreißen. Nach dem Abriss des romanischen Doms scheitert der überdimensionierte Plan des Domneubaus von Scamozzi. Wolf Dietrich lässt das Residenz-Neugebäude mit prachtvollen Stuckdecken und den Sebastiansfriedhof mit der Gabrielskapelle errichten (beide von E. Castello). Er hat wie kein anderer das Stadtbild durch seine Prachtbauten verändert und geprägt. Wo immer Wolf Dietrich seine kühnen Baupläne umsetzen kann, tritt auch sein stolzes Wappen in Erscheinung.

1605 Wolf Dietrich erlässt neue Statuten für das Domkapitel und festigt damit die erzbischöfliche Autorität. Die Landstände werden nach Bewilligung der Türkensteuer im Herbst 1592 nicht mehr einberufen. Fünf Jahre später überträgt er die Steuererhebung der Hofkammer. Ausfluss ausschließlich erzbischöflicher Gesetzgebungsbefugnis sind die Hofrats-, Bergwerks-, Vieh-, Wald- und Elementarschulordnung der Jahre 1588-1593.

1611 Wolf Dietrich lässt Anfang Oktober die Fürstpropstei Berchtesgaden militärisch besetzen, worauf bayerische Truppen ins Erzstift einfallen. (Das Verhältnis zu Herzog Maximilian I. von Bayern war bestimmt durch die anhaltende Rivalität um die Vorherrschaft im Bayerischen Reichskreis, durch die Weigerung, das Erzstift in die katholische Liga zu führen, und durch ständige Auseinandersetzungen um den Salzhandel.) Wolf Dietrich gerät Ende Oktober 1611 in Haft, aus der er selbst nach der auch unter dem Druck des Domkapitels erfolgten Niederlegung seines erzbischöflichen Amtes im März 1612 nicht mehr entlassen wird.

Nach Wolf Dietrichs Inhaftierung muss zunächst einmal geklärt werden, in wessen Hand sich der renitente Kirchenfürst sich eigentlich befindet. Eine Gesandtschaft, der auch der übernächste Fürsterzbischof Paris Graf Lodron angehört, wird nach Rom geschickt, um das Problem Wolf Dietrich zu klären.

Papst Paul V. schickt daraufhin den Spanier Antonio Diaz als außerordentlichen Nuntius nach Salzburg, der Wolf Dietrich offiziell als Gefangenen des Papstes übernimmt. Im folgenden Prozess versuchen der Bayernherzog und das Domkapitel alte Rechnungen zu begleichen, vor allem aber wirft man Wolf Dietrich sein Konkubinat mit Salome Alt vor und dass er die Säkularisation des Erzstiftes zugunsten eines seiner Söhne versucht hätte. Die weiteren Vorwürfe sind: Nichtbeitritt zur Liga, der langjährige Salzkrieg gegen Bayern, die Aggression gegen Berchtesgaden, Nichterfüllung von Reichspflichten zur Türkenhilfe, geringer gegenreformatorischer Eifer, autoritäre Haltung gegenüber dem Domkapitel und den Landständen und sogar Ketzerei. Am 7. März 1612 bringt der päpstliche Nuntius Wolf Dietrich schließlich so weit, dass er sein geistliches Amt niederlegt und bereits am 18. März wählt das Domkapitel Markus Sittikus von Hohenems zum neuen Fürsten von Salzburger.

Am 16. Jänner 1617 stirbt Wolf Dietrich in seinem Gefängnis nach einem apoplektischen Insult (Schlaganfall).

Bereits um 1600 hatte Wolf Dietrich Anordnungen für ein bescheidenes Leichenbegräbnis getroffen. Doch Markus Sittikus lässt ihn ganz im Gegenteil mit Bischofsmütze und großer Pracht in der Veitkapelle bei St. Peter öffentlich aufbahren und ihn unter großem Gepräge in die Gabrielkapelle auf dem St. Sebastianfriedhof überführen. Als einziger Erzbischof ist er nicht im Dom, sondern in dem von ihm errichteten Mausoleum auf dem St. Sebastianfriedhof beigesetzt. 

Werke: "Von der Ehr unnd Anrueffung der heyligen Gottes. Kath. Predigt deß Hochwürdigsten Fürsten und Herrns Herrn W. Diethrichen Ertzbischoven zue Saltzburg etc.“ gehalten 15. Apr. 1593, Salzburg 1593; 4 Bände Manuskripte (Haus-, Hof- u. Staatsarchiv Wien) mit Exzerpten, Notizen, Abhandlungen und Traktaten geistlichen und politischen Inhalts, darunter "De Principe“, "Biblische und christliche Kriegsordnung“ und "Gutachten zum Türkenkrieg von 1596“.

 

  Wolfdietrich von Raitenau
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1325 die von Raitenau in Vorder- (oder Unter-) Raitenau sind im Allgäu nachgewiesen, zeitweilig auch in Ober-Raitenau, nördlich von Lindau. Die Raitenau sind in das Allgäu ausgewandert, nachdem ihre alte Burg in der Herrschaft Lenzburg gebrochen worden war.

1375 die von Raitenau verkaufen ihre Wasserburg Unter-Raitenau an den Ravensburger Patrizier Hans Hübschlin.

1400 Hildegard von Raitenau Äbtissin (1400-1438) im Kloster Cazis Hinterrhental.

1416 Werner von Raitenau Abt (1416-1435) in der Benediktinerabtei Pfäfers im Kanton St. Gallen.

1445 Friedrich von Raitenau Abt (1445-1478) in der Benediktinerabtei Pfäfers im Kanton St. Gallen. 

1486 Margaretha von Raitenau Äbtissin (1436-1508) im Kloster Cazis Hinterrhental.

1488 Hans Werner I. von  Raitenau Mitglied der Rittervereinigung zum S. Jöregerschild im Hegau, Allgäu und Bodensee, Vogt zu Hohenems, 1.oo Gertrud von Stadion, 2.oo Elisabeth Rink von Baldenstein.

1507 Hans Rudolf von Raitenau Fürstabt (1507-1523) des Klosters Kempten.

1508 Clara von Raitenau Äbtissin (1508-1525) im Kloster Cazis Hinterrhental.

1525 Scolastika von Raitenau Äbtissin (1425-1537) im Kloster Cazis Hinterrhental.

1530 Hans Werner II. von Raitenau, Vogt zu Hohenems und Neuburg am Rhein, wird von König Ferdinand I. mit der Burg Hofen belehnt. oo Margarete Sirg von Sirgenstein.

1558 Hans Werner III. von Raitenau oo Helena Gräfin von Hohenems und schafft mit dieser ehelichen Verbindung den gesellschaftlichen Aufstieg der Familie. Er profitiert vom Ruhm der Hohenems, die ihrerseits durch den Glanz des Onkels profitieren, dem Papst Pius IV. 

1562 Hans Werner III. von Raitenau und sein Bruder Hans Gaudenz teilen sich das Erbe: Hans Werner bekommt den Hof zu Lochau als St. Gallische Lehen, Hans Gaudenz die Burg Hofen als Österreichisches Lehen. Hans Gaudenz, Rat und Vogt zu Augsburg, Vogt der Herrschaften Bregenz und Hohenegg, Bregenzer Oberstadthauptmann, Oberst über das Tirolische Regiment, Kaiserlicher Rat und Oberhofmeister, Begründer der Hofener Linie, die 1658 mit seinem Enkel Franz Andreas von Raitenau ausstirbt.

1568 Hans Werner III. von Raitenau kauft mit Unterstützung seines Bruders Hans Ulrich von Hans Wilhelm von Knöringen Schloss Langenstein mit dem Dorf Orsingen (Orsingen-Nenzingen Landkreis Konstanz) um 31.000 Gulden.

1569 Hans Werner III. von Raitenau wird von Kaiser Maximilian II. zum kaiserlichen Rat und mit der "Schicklichkeit, Kriegserfahrenheit und den treuen Diensten" Oberst über 10 Fähnlein deutscher Knechte ernannt. Das Regiment umfasst etwa 4000 Mann mit 10 Hauptleuten, das Dienstgeld für Hans Werner beträgt 800 Taler.

1587 Wolf Dietrich von Raitenau wird als 28jähriger Kanonikus vom Domkapitel im ersten Wahlgang zum Fürsterzbischof von Salzburg gewählt.

1611 Wolf Dietrich legt den Grundstein zum barocken Dom. Von Wolf Dietrich wird ein Reichstaler herausgegeben, dieser Reichstaler ist heute über 400 € wert.

1612 Wolf Dietrich wird wegen des Salzkriegs mit Bayern (von ihm 1611 begonnen) gestürzt und resigniert am 7. März 1612. Er selbst zieht mit den wertvollsten Kostbarkeiten über den Tauern nach Kärnten. Dort gerät er in Gmünd in bayerische Gefangenschaft. Er wird in die Feste Hohenwerfen gebracht wo der gefangene Kirchenfürst an die Wand seiner Zelle die Verse kritzelt:
"Lieb ist Laydes Anfangkh
über kurz oder lang“

Dann wird er bis zu seinem Tod in der Feste Hohensalzburg gefangen gesetzt.

Wolf Dietrichs Cousin Marcus Sitticus wird vom Domkapitel als neuer Fürsterzbischof von Salzburg gewählt und er hält Wolf Dietrich bis zu seinem Tod auf Hohensalzburg unter strenger Bewachung gefangen. Wolf Dietrichs prächtiges Mausoleum steht in dem von ihm 1595-1600 errichteten Sebastiansfriedhof, wenn man durch das Gitter in der Mitte des Raumes hinunterleuchtet, kann man seinen Marmorsarg sehen und die Inschriften darauf lesen.

1632 die von Raitenau werden in den Grafenstand erhoben.

1671 Rudolf Hannibal Graf von Raitenau (1632-1671) oo Benigna Freiin von Herberstein, stirbt und mit ihm erlischt das Geschlecht der Raitenau im Mannesstamme.