Große Teile dieses Vermögens kommen durch die Ehe des Elias Seeau mit ihrer Enkelin Susanna Alt von Altenau an die Familie Seeau. Das Erbe reicht immerhin zum Kauf einer Burg und zweier Schlösser und vier damit verbundene Herrschaften. Der Name Altenau erlischt mit Salome Alt von Altenau, da sie keiner ihrer männlichen Nachkommen überlebt.

Eine ausführliche Ahnentafel der Alt von Altenau steht zur Verfügung, ebenso die Stammreihe und Familienchronik derer von Raitenau.

 

   
Schreibweisen   Alt, von Alt, Alt von Altenau, von Althenau

 

   
Abstammung   Das Adelsgeschlecht Alt stammt ursprünglich aus Vorderösterreich und wird im Fürsterzbistum Salzburg begütert und geachtet.

Der Name Altenau ist wohl eine Phantasiekombination der Familiennamen Alt und Raitenau. Das Schloss Altenau in Salzburg heisst heute Schloss Mirabell.

 

   
Verbindung   Susanna Alt von Altenau, Tochter des Viktor Alt von Altenau und der Maria Katharina Götz oo Elias Seeau von Mühlleuten (-1670). Kinder: (1) Ignaz, unter dem Namen Pater Philibert Benediktiner zu Kremsmünster.

 

   
Wappen Alt   In Rot ein silberner, schrägrechter mit einem blauem Fisch belegter Balken. Kleinod mit rot-silbernen Decken: Ein wachsender rot gekleideter Mann, in der Rechten einen blauen Fisch haltend.  

Adelsbrief von 1541: Schrägbalken geflutet und blau, der rote Rock des Kleinods hat blaue Aufschläge und silberne Knöpfe, der Bart des Mannes ist grau, sein Haupt ziert eine Glatze.

 

   
Wappen Altenau   In Schwarz zwei silberne Pfähle. Kleinod mit schwarz-silbernen Decken: Auf schwarz-silbernem Wulst ein aufgestelltes, achteckiges schwarzes Kissen, das mit zwei silbernen Pfählen belegt ist und dessen Ecken mit abwechselnd schwarz silbernen Quasten besteckt sind.

Das Kleinod derer von Raitenau ist eine auf einem Kissen ruhende Kugel. Das Kissen der Alt von Altenau kann man daher auch als eine pikante Anspielung auf die Liebesbeziehung des Fürsterzbischofs zu Salome verstehen.

 

 
   

I. Ludwig I. von Alt, Rat zu Salzburg, 1541 von Kaiser Karl V. geadelt.
1.oo Margarethe Wagingen,
2.oo Anna Berner,
3.oo Magdalena Thann [von der Thaan?].
(1) Ludwig von Alt zu Goldenstein w. f., (2) Wilhelm w. f., (3) Johann (1517-1558), Pfleger zu Golling.

II. Wilhelm von Alt (...-1593), Kaufmann und Ratsherr in Salzburg, oo Magdalena Unterholzer (...-1593). Wohnhaft in der Siegmund-Haffner-Gasse. (1) Christoph Alt (1534-1584), Stadtkämmerer, oo Appolonia Unterholzer (...-1579), (2) Salome w. f. (3) Katharina oo Fabrizio (4) Sabina oo Steinhauser.

II. Ludwig II. von Alt zu Goldenstein (1525-1585), oo Felicitas Wilpenhofer. Macht dem Bürgerspital und dem Bruderhaus St. Sebastian ungewöhnlich hohe Spenden. Dafür werden die Zinsen eines Dotationsguthabens bei einer Bank in Venedig, die Venediger-Gült, in der jährlichen Höhe von 128 fl. übersandt. Ludwig ist die treibende Kraft bei der Errichtung der Arkaden im Bürgerspitalhof. (1) Felicitas von Alt (1569-1618), oo Christoph Weiß von Würthing (1548-1617).

III. Salome Alt von Altenau (1568-1663), o-o Wolf Dietrich von Raitenau (1559-1617)

IV. Viktor Alt von Altenau (1604-1638), oo 1634 Maria Katharina Götz. (1) Susanna

IV. Cäcilie Alt von Altenau, oo 3. 6. 1620 Georg Constantin Grundemann von Falkenberg († 1662, †† Kapelle Wilhering).

V. Susanna Magdalena Alt von Altenau, oo Elias Seeauer von Seeau

 

   
    1541 Ludwig I. von Alt, Rat zu Salzburg, wird von Kaiser Karl V. geadelt. Er bringt das Handelshaus der Familie zu höchster Blüte. Im geling es durch Tüchtigkeit, Fleiß und durch seine außergewöhnliche Begabung für das Kaufmännische, seine Faktorei (eine Spedition, Import und Export, verbunden mit dem Bankgeschäft) zu einem der erfolgreichsten Handelsunternehmen des Landes zu machen, das in ganz Europa bekannt ist.    
         
Salome Alt von Altenau  

1568 Salome Alt (ab 1609 Alt von Altenau) * 21. 9. 1568 Salzburg, † 27. 6. 1663 Wels o-o Fürsterzbischof Wolf Dietrich von Raitenau (1559-1617). Tochter des Wilhelm Alt, Kaufmann und Ratsherr in Salzburg. Sie wird von Chronisten als groß gewachsen, mit rotbraunem Haar, klaren grauen Augen, breiter Stirn und als die Schönste der Stadt beschrieben.

Salome Alt von Altenau hat mit dem Fürsterzbischof von Salzburg Wolf Dietrich von Raitenau 15 natürliche Kinder, von denen 5 im Kindesalter sterben. Namentlich bekannt sind: (1) Hannibal (1593-1616), (2) Helena, (3) Euphemia (…-1638) oo Mathias Kastner von Sigmundslust, (4) Maria Salome (1595-1605), (5) Eusebia (…-1624), (6) Cäcilie, (7) Anton, (8) Wolf Dietrich, (9) Viktor, (10) Johann Georg Eberhard (1605-1675) unter Ägidius Benediktiner-Mönch in Kremsmünster, (11) Susanna.

Ergänzendes über das Schicksal der Salome Alt von Altenau in den Anekdoten unter Die Enkelin des Fürsterzbischofs.

Die Familienfama berichtet, dass Salome und Wolf Dietrich einen ehelichen Bund eingegangen sind noch bevor er zum Priester geweiht wird. Darüber hinaus geht man zu dieser Zeit wieder einmal von der in Kürze bevorstehenden Aufhebung des Zölibats aus. Vielleicht auch deshalb hat Kaiser Rudolf II. später die Kinder der Salome Alt legitimiert und von der Schande der unehelichen Geburt rein gewaschen.

1576 Christoph Alt (1534-1584), Stadtkämmerer, Onkel der Salome, oo Appolonia Unterholzer (...-1579), schenkt Salome Alt einen Tafelläufer mit seinem Wappen (Fisch im Schrägbalken) und dem seiner Frau (sechszackiger Stern über schräg fünffach geteiltem Feld).

1597 Felicitas Alt (1569-1618), oo Christoph Weiß (1548-1617), Handelsherr in Salzburger (später in Wels). Er ist ab 1610 Besitzer des Wasserschlosses Würthing, das 1648 in den Besitz des Elias Seeau von Mühlleuten übergeht. Felicitas Alt ist die Tochter des Ludwig Alt des Jüngeren aus Salzburg und der Felicitas Wilpenhofer und damit eine Cousine der Salome Alt von Altenau.

1605 Maria Salome Alt, das Töchterchen von Fürstberzbischof Wolf Dietrich und der Salome Alt, findet im Nonnbergkloster ihre letzte Ruhestätte mit einem Portraitgrabstein.

1606 Salome Alt bezieht ein neues Domizil in der Sigmund-Haffner-Gasse, das sie bis zum Sturz Wolf Dietrichs nicht mehr verlassen wird. Johann Stainhauser schreibt "Anno 1605, den 18. Tag Augusti, hat ihr hochfürstliche Gnaden dem Herrn Friedrich Rechlinger [verheiratet mit Maria Alt, einer Cousine 2. Grades von Salome] das Haus [...] abkauft umb 1400 fl. und zu seinem Gepew zuerbaut. Er hat auch die alte Münz in der Kirchengassen [Sigmund-Haffner-Gasse, Ecke Churfürstenstraße] und das Schaidgaden alles abbrechen lassen und ain ander große Gepew, so bis an die Pfarrkirchen raicht, so mit ainer eisnen Thürr bewart und vor den Fenstern mit schönen gemalten durchsichtigen Gätern versehen aufrichten lassen." Fundstelle: Haus-, Hof- und Staatsarchiv Wien, Allgemeine Urkundenreihe.

1609 Salome Alt von Altenau wird von Kaiser Rudolf II. in den Reichsadelsstand erhoben, mit all ihren damals zehn Kindern die "bei einer fürnemben geistlichen Person ledigen Standes geboren worden seien" und "alle Makel und Gebrechen ihrer unehelichen Geburt enthoben seien".

1610 Salomes Alt von Altenau und ihrer Kinder werden am 24. Mai in die Salzburger Landschaft aufgenommen. Erzbischof Wolf Dietrich von Raitenau verleiht Salome Alt und ihren Kindern die Landstandschaft. Durch die Übertragung der "Lamdsassenfreiheit" für das innerhalb des Burgfriedens gelegene Stammhaus Altenau (heute Schloss Mirabell) wird die Familie unter anderem von den gemeinen Bürden und der Niedrigen Obrigkeit, dem Zugriff der Stadthauptmannschaft, befreit.

1610 Salome Alt von Altenau besitzt durch Wolf Dietrichs Zukäufe und Schenkungen im Erzbistum Salzburg das ungeheure Vermögen von mehr als 400.000 fl., festgehalten in einem Urbarium der Salome Alt vom 31. Oktober. In dem Büchlein mit braunem Ledereinband sind alle Besitzungen, Zehente, Kuchl- und Getreidedienste verzeichnet, welche die die Untertanen zu St. Ruperti [24. September, Landesheiliger] zu entrichten hat. Die Jahreseinnahme der 80 Liegenschaften (Bauerngüter, Hofstätten, Tavernen, Mühlen, Äcker und Holzrechten) beläuft sich auf über 200 Gulden.

1611 nach Wolf Dietrichs Sturz, Gefangennahme und Enthebung von all seinen Ämtern als Fürst und Bischof von Salzburg, wird auch Salome Alt von Altenau verhaftet, bald jedoch auf Befehl des Domkapitels wieder freigelassen. Sie flieht zunächst mit ihren Kindern in den Pinzgau und übersiedelt dann endgültig nach Wels zu ihrer wohlhabenden Cousine Felicitas Weiß, geborene Alt.

1612 Salome Alt von Altenau verzichtet am 1. April für sich und ihre Kinder zu Gunsten des Salzburger Domkapitels auf ihre Schuldobligationen von 120.000 Gulden bei der Tiroler Landschaft. Damals sind große Teile Tirols von Wälschtirol (Osttirol) bis ins Zillertal salzburgisch. Mit der dafür erhalten Entschädigung erlöschen alle weiteren Ansprüche der Salome Alt von Altenau.

1617 Wolf Dietrich von Raitenau stirbt am 16. Januar in Gefangenschaft auf der Feste Hohensalzburg. Salome Alt fällt darüber "in grasem Schrecken" und bekommt in dieser "petriebten" Zeit ein Nervenfieber, von dem sie sich lange nicht erholt.

1617 Salome Alt von Altenau lädt Wolf Dietrichs ehemaligen Sekretär Wolf Weikhl zur Hochzeit ihrer Tochter Euphemia ein und berichtet in ihrer Einladung an ihn ob ihres "grasn Dreibsals" wegen des Todes von Wolf Dietrich und der Krankheit einer anderen Tochter.

1617 Euphemia Alt von Altenau oo Max Richtersperger, Gegenschreiber, verwitwet. Christoph Weiß hatte seiner Schwägerin Salome Alt zu dieser Heirat geraten, nach dem sich Euphemia und Max näher gekommen waren.

1620 Cäcilie Alt von Altenau, Tochter der Salome Alt von Altenau oo 3. 6. 1620 Georg Constantin Grundemann von Falkenberg († 1662, †† Kapelle Wilhering). (1) Georg Constantin, (2) Adam Anton, oo Susanna Katharina Grüber von Grübegg, (3) Franz Fortunat (Benediktiner zu Kremsmünster), (4) Johann Erasmus († unvermählt in kaiserlichen Kriegsdiensten), (5) Ferdinand Wilhelm (in einem Donauarm bei Linz ertrunken, 13 Jahre alt), (6) Ferdinand Adam Rudolf († als Kind). Über die Grundemann von Falkenberg blüht das Geschlecht der Alt von Altenau bis ins 19. Jahrhundert. Wappen der Grundemann von Falkenberg 1613: Geviert. 1 und 4 in Blau auf Goldenem Dreiberg ein goldener Löwe zwischen den Vorderpranken einen zwölfstrahligen Stern haltend. 2 und 3 in Silber einen roten Schräglinksbalken mit drei schräglinks gestellten durchbrochenen goldenen Kreuzen belegt. Gekrönter Helm mit mit blau-goldenen und rot-silbernen Decken hinter einem durchbrochenen halben goldenen Kreuz ein rotes Hochkreuz, an den golden beschlagenen Enden mit silbernen Pfauenwedeln besteckt.

1622 Salome Alt von Altenau kauft in Wels das Haus Stadtplatz 24, auf dem bis heute der spätgotische Erker mit drei Wappen der Familie Hofmann und Freskomalereien von 1570 zu sehen ist. Das Haus gehörte ursprünglich Kaiser Ferdinand I., ab 1552 war es Freisitz der Freiherrn von Hofmann.

1634 Viktor Alt von Altenau (1604-1668) oo Maria Katharina, Tochter des Dr. Johann Götz, kurbayrischer Kanzler in Burghausen. Viktor führt ein wunderbar illustriertes Stammbuch von 1621 bis 1634, dem Jahr seiner Hochzeit, mit Wappenmalereien und Zeichnungen. Wappen der Götz 1634: Geviert. 1 und 4 auf Rot ein schmaler goldener Schräglinksbalken, oben und unten von einem goldenen Stern begleitet. 2 und 3 auf Blau ein goldener Dreiberg darüber schwebend eine goldene Brezel. Auf dem Helm mit rechts blau-goldenen und links rot-goldenen Decken zwei Büffelhörner rechts Blau über Gold, links Gold über Rot geteilt.

1638 Viktor Alt von Altenau stirbt mit 64 Jahren im Freihaus Stadtplatz 24 zu Wels.

1655~ Susanna Magdalena Alt von Altenau (>1634-<1657), Tochter des Viktor Alt von Altenau oo Elias Seeau von Mühlleuten. (1) Ignaz, unter dem Namen Pater Philibert Benediktiner zu Kremsmünster. Es muss angenommen werden, dass Susanna Magdalena Alt von Altenau bei der Geburt ihres Sohnes Ignaz gestorben ist.

1663 Salome Alt von Altenau stirbt im hohen Alter von 95 Jahren. Das Geschlecht Alt von Altenau erlischt mit Salome, da sie von keinem männlichen (Namen tragenden) Nachkommen überlebt wird.

1668 das Haus in Wels Stadtplatz 24 wird von den Erben der Alt von Altenau an die Adelsfamilie Eiselsberg verkauft.

Elias von Seeau zu Mühlleuthen auf Würting und Litzlberg hat mit seiner zweiten Gemahlin Maria Elisabeth Freiin von Pranckh zu Pux zwei Söhne, Johann Friedrich und Johann Ehrenreich. Nach dem Tod von Elias und Maria Elisabeth geraten die minderjährige Knaben unter die Vormundschaft des Georg Constantin Grundemann von Falkenberg. Grundemann von Falkenberg ist mit der Tante von Elias’ erster Ehefrau, Susanna Magdalena von Altenau, verheiratet. Er versuch offensichtlich über seine Mündel an das enorme, von den Alt von Altenau an die Grafen von Seeau gefallene, Vermögen heranzukommen.

1670 Johann Philibert und Johann Achaz von Seeau zu Mühlleuthen auf Ebenzweier  setzen sich gegen diese Vormundschaft heftig zur Wehr. Als der Vormund den noch nicht vier Jahre alten Johann Ehrenreich in einer Kutsche nach Wels schicken, lässt Johann Philibert von Seeau das Kind durch seinen Pfleger Mathias Pollackh von zwei Dutzend bewaffneten Männern abfangen und auf sein Schloss Puchberg bringen.

Nachfahren des Georg Constantin Grundemann von Falkenberg und der Cäcilie Alt von Altenau (und damit des Wolf Dietrich von Raitenau und der Salome Alt von Altenau) sind bis in das 19. Jahrhundert belegt.

 

 
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