Schreibweisen   von Altorf, von Altorff, von Altdorf, von Altorf genannt Krobsberg, Altdorf von Krobsberg, von Cropfesberc, von Grobsberg...

 

   
Abstammung   Bei den Rittern von Altdorf handelt es sich um ein pfälzisches Adelsgeschlecht im Dorf St. Martin (heute Verbandsgemeinde Maikammer, Landkreis Südliche Weinstraße, Rheinland Pfalz), etwa 12 km westlich von Speyer.

Die Altorf tragen den Beinamen "von Krobsberg" und sitzen Jahrhunderte lang mit den Kämmerern von Dalberg und auf der gleichen Ganerbenburg, der Kropsburg. Sie sind aber nicht nur eng mit denen von Dalberg, sondern auch mit denen von Cronberg und denen von der Thaan verwandt.

 

   
Verbindung  

Achaz Seeauer oo Anna von Altorf, (1) Sebastian, (2) Michael, (3) Katharina

 

   
Wappen I  

Wappen in Siebmachers Wappenbuch von 1605 auf Tafel 122 und 133.

Altorf genannt Wollschlager auf Tafel 122. Schild geteilt Silber über blau. Auf dem Helm mit blauen Decken zwei Büffelhörner weiß über blau geteilt.

Altorf genannt Grobsberg auf Tafel 133. Im gevierten Schild Feld 1 und 4 silber-blau geteilt, im Feld 2 und 3 auf Silber drei (2, 1) blaue Lilien. Auf dem linken bekrönten Helm mit blau-silbernen Decken wachsende geschlossener silberner Flug mit drei (2, 1) blauen Lilien. Auf dem rechten bekrönten Helm mit blau-silbernen Decken zwei silber-blau geteilte Büffelhörner.

 

   
Wappen II  

Im Stammbaum der Seeau: Gespaltener Wappenschild. Feld 1 dreimal blau-silbern geteilt, Feld 2 rot. Jedes der Farbfelder hat einen silbernern Schildrand. Auf dem Helm mit links rot-silbernen Decken und ein rotes Büffelhorn, rechts mit blau-silbernen Decken und ein blaues Büffelhorn.

 

   
Wappen III  

Als Feld im Wappen der Seeau beschrieben im Siebmacher von 1697-1699: Dreimal blau-silbern geteilt.

 

   
    I. Conrad von Altdorf, um 1206

II. Heinrich von Altorf, genannt Mursel von Kropsberg, oo Adelheid

III. Heinrich Ritter von Kropsberg, oo Jutta

IV. Konrad Ritter von Altdorf

 

   
   

1203 Conrad vom Krophesberg, Truchsess des Bischofs von Speyer, wird in einer Urkunde erwähnt:
"C. Im Namen der heiligen und unteilbaren Dreifaltigkeit Conrad, durch Gottes Güte Bischof der ehrwürdigen Kirche von Speyer.
...
Auf Grund der uns zustehenden Autorität erklären und verfügen wir im Hinblick auf die oben erwähnten Notwendigkeiten pflichtgemäß, dass unter Teilung des Patronatsrechtes die oben genannte Kapelle in jeder Beziehung aus der Abhängigkeit von ihrer bisherigen Pfarrei gelöst sei. Sie werde danach als für sich selbständig bestehend und von keiner anderen Pfarrei abhängig betrachtet.
Aus Mitleid mit der Armut der vorgenannten Kirche, die mit unserem Willen und Erlaubnis bereits begonnen hat, sich ihrer Selbständigkeit zu erfreuen und bestrebt, mit allen Kräften ihr Los zu erleichtern, haben wir unserem Truchsess Covnrad von Cropfesberc, der ihre Begabung aufgebessert hat, um zu versuchen, ihrer bedrängten Lage auf jede nur denkbare Weise zu steuern, das Patronatsrecht an ihr erbweise übertragen. Er soll bei ihr einen Priester mit persönlicher Eignung anstellen, dessen Lebensunterhalt durch seinen und seiner Nachfahren Ratschluss und reichliche Gaben gefördert werden soll. Dieser aber möge in nie ermüdendem Eifer sich bemühen, ebenda für den göttlichen Dienst zu sorgen.
Damit aber unter den Nachfahren des bereits erwähnten Covnrad wegen der Ausübung des Patronatsrechtes kein Streit entstehen kann, haben wir verfügt, dass derjenige sich dieses Rechtes erfreuen solle, welcher unter ihnen als der jeweils der Älteste im Mannesstamme befunden werde.
...
Zur vollen Sicherheit dieses Geschehens haben wir die dabei unwesenden verständigen Männer als Zeugen beigezogen. Ihre Namen sind:
Konrad, Abt von Maulbronn; Bezelin, Abt von Eußerthal; Siegfried, Abt von Odenheim; Gebeno, Abt von St. Lambrecht; Luhtwart, Abt von Gottesau; Konrad, Abt von Sinsheim; ebenso Otto, Propst der Domkirche von Speyer; Albert, deren Dekan; Beringer von Entringen, Ulrich von Quirnbach und das ganze Kapitel; ferner Conrad Dekan von Sankt German und Berthold mit anderen Kanonikern ebendieser Kirche; desgleichen Arnold Dekan von Sankt Guido mit seinen Kanonikern wie auch Sifrid Kanonikus von Sankt Dreifaltigkeit mit seinen Mitkanonikern und zahlreiche andere Personen kirchlichen Standes.
Rudolf von Kißlau. Eberhard von Reiht. Albert von Lomersheim, ebenso Anselm von Speyer und sein Sohn Adelhelm. Manhard von Dürkheim. Egeno von Kirrweiler. Eberhard von Schifferstadt. Sifrid Houbet Conrad von Sulzfeld und viele andere Freie und Ministerialen, desgleichen von der Bürgerschaft der Schultheiß Conrad. Elbewin und sein Sohn Heinrich von Hausen. Sifrid Herlind. Sifrid Pullus. Bermannus, und viele andere mehr.
Dies alles aber geschah im Jahre 1203 nach der Geburt des Herrn."

1206 Conrad von Altdorf, Truchsess des Bischofs von Speyer, errichtet mit anderen Rittern gemeinsam die Kropsburg in St. Martin an der Weinstraße als Ganerbenburg, d.h. als eine im gemeinschaftlichen Besitz stehende Burg. Sie wird während der Kämpfe der Gegenkönige Philipp von Schwaben und Otto IV., dem Welfen, von den umwohnenden Ritterfamilien als Zufluchtsort erbaut. Zunächst ist die Kropsburg eine Ganerbenburg, als Mitbesitzer (und damit Verwandte) genannt werden die Ritter von Edenkoben bzw. Breitenstein, von Venningen, von Altdorf, von Duttweiler, von Böbingen, von Gommersheim, von Lachen, von Freisbach und von Weingarten. Damals entsteht zuerst die Oberburg, auf der eine Familie ständig wohnen muss, die sich dann nach der Burg von Crophisberg nennt. Später schließen sich noch andere Ritter an: von Odenbach zu Kaiserslautern, von Lichtenstein im Neustädter Tal und von Friesenheim am Rhein. Eine dieser Familien muss, der Bewachung und Verteidigung wegen, ständig auf der Kropsburg wohnen.

1210 Heinrich von Crophisberg, einer der ersten bekannten Bewohner der Burg, macht mit Kaiser Otto IV. den Zug nach Italien mit. Höchstwahrscheinlich entstammt er der Familie von Dahn (Thaan, Thann), die die Ortsherren von Rhodt waren und auf der Reichsveste Geisburg saßen.

1210 Kaiser Otto IV. versucht auf seinem Italienzug, das ehemals staufische und nun vom Papst vereinnahmte Sizilien zurückzuerobern. Otto IV. wird daraufhin vom Papst gebannt. Der Endkampf zwischen Kaiser und Papst mündet im Versuch des Kaisers, gestützt auf Sizilien die oberitalienischen Städte zu unterwerfen. Die Bemühungen bleiben aber ohne Erfolg, wegen der Zusammenarbeit zwischen Papst und italienischen Städten und die Zugeständnisse an die deutschen Fürsten in der Italienpolitik. In Sizilien hatte sich, als Fortführung des normannischen Erbes, ein moderner Staat mit relativer Toleranz gegenüber den großen Minderheiten entwickelt. Die letztlich erfolglose Politik führt 1212 dazu, dass Innozenz III. Friedrich II. gegen Otto IV. unterstützt, der in Unteritalien einfällt. Friedrich II. verspricht, das Königreich Sizilien nicht mit dem Reich zu vereinen. Der Bischof von Konstanz öffnet Friedrich die Tore. Es entsteht eine staufische Partei und Otto IV. verbündet sich wegen seiner Verwandtschaft dorthin mit England. Friedrich II. dagegen verbündet sich mit Frankreich und nutzt den englisch-französischen Gegensatz.

1230 Heinrich von Crophisberg, kaiserlicher Minister, wird in einer Eußerthaler Urkunde am 22. Januar als kaiserlicher Zeuge erwähnt, als Kaiser Heinrich VII. dem Domkapitel zu Speyer den Besitz eines Hauses in Esslingen bestätigt. Sehr wahrscheinlich ist dieser Heinrich identisch mit dem Ritter Heinrich, genannt Mursel von Kropsberg, der mit seiner Gemahlin Adelheid am 24. April 1233 der Speyerer Kirche den Ritter Dietrich von Haßloch als Lehensmann überantwortete.

1237 der Bischof von Speyer erwirbt gegen eine Zahlung von 80 Pfund Heller gewisse Rechte in der Burghälfte der Kropsburg gegen den Berg. 1281 räumt der Ritter von Lichtenstein der Stadt Speyer in Fehdezeiten gegen alle ihre Feinde und Widersacher das Öffnungsrecht in seiner Burghälfte gegen 200 Pfund Heller ein.

1238 Heinrich von Kropsberg vermacht seine Güter dem Kloster Klingen. Die Burg Kropsberg wird unter den Hohenstaufen erbaut. Von dem uralten Geschlecht derer von Kropsberg hat sie ihren Namen übernommen. Der Bischof von Speyer ist Lehensherr der Besitzer.

1238 Heinrich Ritter von Kropsberg, der zugleich als imperalis aulae Minister auftritt und mit seiner Gattin Jutta 1238 dem Kloster Klingen seine Güter zu Münster und 1239 dem Speyerer Domkapitel seine Besitzungen zu Hochstadt schenkt, dürfte ein Sohn des Mursel von Kropsberg sein. Die häufige Nachfolge der Frauen lässt vermuten, dass die Burg ursprünglich ein Kunkellehen war, ein Lehen, welches sich auf Frauen vererbte.

1271 die Kropsburg wird in zwei Hälften geteilt, die Hälfte gegen den Berg besitzt Marquard von Friesenheim und die Hälfte gegen das Land der Ritter Heinrich von Hohenecken. 1281 verkauft Heinrich von Hoheneck seine Hälfte an Johannes von Lichtenstein. Der zerstört 1280 im Auftrage der Stadt Speyer und als deren Hauptmann seine väterliche Burg bei Neidenfels, weil seine dort sitzenden Vettern Speyerer Kaufleute ausgeplündert hatten. Mit der von der Stadt Speyer erhaltenen Entschädigung kauft er sich nun in die Kropsburg ein.

1279 Konrad Ritter von Altdorf wird in einer Urkunde der Ritter von Than (Thaan, Dahn, Tann) genannt, die das Lehen Geisburg mit den Dörfern Burrweiler, Flemlingen und Wernersberg bis zum Jahre 1603 innehaben.

1290< Eberhard von Altdorf heiratet Demudis von Lichtenstein (...-1332). Die Verbindung bleibt kinderlos und somit steht Eberhard kein Erbrecht an der Kropsburg zu. 1294 Johannes von Lichtenstein, Besitzer der Burghälfte gegen das Land, stirbt und hinterlässt einen Sohn, Johann, und zwei Töchter, Agnes und Demudis. Die Burghälfte erbt Johann von Lichtenstein, der Junggeselle bleibt, 1334 stirbt, in der Nikolauskirche zu Neidenfels ist ein Teil seines Grabsteins erhalten.

1294 Speyer wird zur Freien Reichsstadt erklärt. Spätere Bischöfe versuchen das zu widerrufen, z.B. der 1302 zum Bischof erhobene Siegbod von Lichtenberg. Er verlangt vom Rat der Stadt die Huldigung, was dieser verweigert. Als der Bischof daraufhin Ritter und Waffenknechte sammelt, läuteten die Speyerer die Sturmglocke, und es kommt zum offenen Kampf. Das Domkapitel flieht und lässt durch seinen Anführer Heinrich von Fleckenstein mit Hilfe von Grafen und Rittern die Dörfer der Speyerer Hausgenossen verwüsten und niederbrennen.

1302 von der Kropsburg herab fallen die reichstädtischen Speyerer in die bischöflichen Flecken, Dörfer und Meierhöfe mit Raub und Brand ein. Die Kropsburg liegt mitten im bischöflichen Gebiet und ermöglicht daher rasche Angriffe und sichere Rückzüge. Das Ganze dauerte sieben Monate, bis man sich auf dem Felde vor Schifferstadt zusammen findet und einem Schiedsgericht die Regelung überträgt. Unter den Rittern Eckbrecht von Dürkheim und Werner von Ruppertsberg entscheidet das Gericht, dass jeder seinen Schaden selber zu tragen habe, d.h. die Menschen in den zerstörten Dörfern bezahlen wie üblich die Zeche der hohen Herren.

1304 Anton von Dalberg steht als letzter der bischöflichen Lehensträger des Bischofs von Speyer unter dessen Hoheit. Anton von Dalberg vermählt später seine Tochter an Johann von Worms, dessen Ahnen schon seit Jahrhunderten mit dem Kammeramt des Bistums Worms belehnt sind. Bischof Emich von Speyer erstreckt im Jahre 1318 das Lehen der Dalburg auch auf diesen Johann und die Kämmerer von Worms führen von nun an den Beinamen "von Dalberg". Die dalbergische Erbtochter schenkt Johann von Dalberg zwei Kinder, nämlich Johann und Mathilde. Mathilde wird an Merkel von Kropsberg verheiratet und erhält von ihm die Hälfte der Kropsburg als Witthum, was Bischof Gebhard von Speyer im Jahre 1345 genehmigt. Gleichzeitig gestattet der Bischof, dass das Lehen dieses Teiles an der Kropsburg, auf den Bruder des Merkel übergehen könne, für den Fall, dass die Ehe kinderlos bleiben sollte.

1307 Paulus von Altdorf hat Eigentum des Hochstiftes Speyer in St. Martin, nämlich Haus, Hof, Weinberge und Gülten, zu Lehen.

1315 Paulus von Altdorf wird genannt.

1320 Paulus von Altdorf heiratet Anna von Krobsberg und zieht in die Kropsburg und führt fortan den Beinamen "genannt von Krobsberg". Meistens wird er aber einfach nur "von Krobsberg" genannt. Er wohnt aber nicht in der Burg selbst, sondern in einem Hause unten im Burgfrieden oder im Dorf. Jede Burg hat damals ihren Burgfrieden, man versteht darunter einen mehr oder weniger großen Bereich um die Burg herum, der zur Burg gehört, über den der Burgherr gebietet und der nur seiner Gerichtsbarkeit untersteht. Im Mittelalter stehen zwei Häuser im Burgfrieden von Krobsberg. In dem einen wohnen die Ritter von Altdorf genannt von Krobsberg, das andere bewohnen die Dalberger. Anstelle des letzteren Hauses lässt Baron Gottlob Amand 1768 die "Kellerei St. Martin" errichten, die noch heute besteht. Das Haus, in dem die Altdorfer wohnen, steht an der Emser- oder Ameisengasse. Nur diese zwei Häuser stehen im Burgfrieden. Alles, was heute existiert entstand erst nach 1800.

"Zum ersten hebt die Mark an bei Geschelers Kestenacker [Kestenbüschel, Kastanienbusch] und geht naher dem Kloster zu, denselben Weg hinauf und fürter bis uf die Wiesen, und dieselbe Wiese neben dem Klosteracker für bis an die Gereyde [Wald] und die Gereyde für bis uff den Oberhardtweg, und von den Oberhardtweg außen bis auf den Burgweg, und den burgweg uffen [der Hardtgasse und dem Lärchengässel folgend] bis an die zwey Häuser, ist das eine Cuno von Altdorf und das andere Hansen von Dalberg, und hierfür den Weg außen bis uff die Gereyden [Mühlgasse und Einlaub], und die Gereyde für bis uff den spitzen Stein, und von dem spitzen Stein an bis uf den Stotz, und von dem Stotz an bis uff das Spielfeld, und von dem Spielfeld innen bis an Sant Peters Born, [jetzt Gemarkung Maikammer] und von demselben Born an bis inwendig dem Spielfeld herüber bis an das Bild, das da steht an der Geyßenweiden, und von demselben bis an den Holzweg hinan bis uff den ander, der da liegt im Wolfsloch und stoßt mit dem ander Ende bis uff die Bach, und von der Bach an herab bis uff die neue Allmend, und von der neuen Allmend an bis uff die Stein, und von den Steinen an denselben gewannen her uffen den Weg hinan mit den Crützen henüssen geht zwischen den von St. Martin und Edenkoben und denselben Weg hinußen bis uff Gesellers Kestenacker und soll der Weidegang zwischen den zu Sankt Martin und den von Maikammer wie das von alter her ist gewesen, gemein gehalten werden." Staatsarchiv Speyer, Sal- und Lagerbücher des bischöflichen Speyerer Oberamts Kirrweiler.

1323 der Stadt Speyer wird in einem Urteil des kaiserlichen Landgerichts zu Neustadt die Freiheit bestätigt. Beurkundet durch die Richter Ritter Johann der Treppler, Ritter Heylmann Schnittlauch yen Lachen, Ritter Heinrich von Lustadt, Rudolf Boppelmann und Rudolf von Zeiskam - die Freiheit und die Gerichtshoheit. Merkel yen Crophesberg ist dabei unter den Zeugen neben Dietrich von Kirrweiler dem Alten und dem Jungen, Simon Schlieder von Lachen und anderen.

1334 Eberhard von Altdorf stirbt. Wilhelm von Odenbach tritt die Erbschaft der halben Kropsburg nach seinem Schwager Hans von Lichtenstein an. Wilhelm Ritter von Odenbach hatte Agnes von Lichtenstein geheiratet und ihr 1293 seine Veldenser Lehen als Witthum verschrieben.

1350 Berthold von Altdorf verkauft die Vogtei seines Ortes an Friedrich Kayb, von denen sie an Denkendorf übergeht.

1374 Paul von Altdorf fügt am Erfensteiner Haus 2 seinem Namen den Zusatz "genannt von Krobsberg" hinzu.

1401 Kuno von Altdorf, genannt von Kropsberg, dessen Sohn Heinrich, Pastor zu St. Martin und Bischof Raban von Speyer, geben am 27. August ihre Zustimmung, dass die Brüder, Ritter Gerhard und Edelknecht Wilhelm von Odenbach, genannt von Kropsberg, in der Pfarrkirche zu St. Martin eine Priesterpfründe stiften, deren Kollatur (Recht zur Ausübung des Kirchenamtes: den Pfarrer einzusetzen und die Pflicht, Kirche und Pfarrhaus zu unterhalten und damit die Zehnteneinnahmen zu beanspruchen) den Stiftern und ihren Erben sowie dem jeweiligen Pastor zu St. Martin zustehen soll.

1402 Stiftung einer Ewigen Messe: "I(Initial)n Gottes namen amen. Wir Gerhart von Katzenellenbogen Dumprobst von Speyer, umb das alle Ding die da geschehent in der Zit mit der Zit unter Namen unbekannt es sei denn dass man sie mit neuem wiederum lebendigen Gezügniß beewige. Darum sollent wissen alle und besunders sünderliche die es angeht oder hernach angehen dorft dass die frommen vesten Herr Gerhart und Wilhelm von Odenbach die man nennt von Kropsberg Gebrüdern Speyerer Bistums durch Lop und Ere des allmächtigen Gottes unseres Schöpfers zu erwerbend Seine götlich Gnade und auch Seiner lieben Mutter Marien und der heiligen zehen dusent Marterern und darzu umb Heils Willen irre und irrer Vorfarn und Nachkommende und aller Christen Menschen Seelen sohant Sie eine ewige Messe und ein priesterlich Pfründe gesetzet gewedemet und gemacht in der Kirchen des Dorfes zu Sankt Martin bei der Burg Kropsperg im Spiren Bistum gelegen mit Willen und Verhengniße der erbaren Hern Heinriches von Altdorf genannt von Kropsperg Kircheltesten und Pastor der eignen Kirchen zu Sankt Martin und Cunen den man nennt von Kropsberg Lehen Herren der eigenen Kirchen und Pastorien und hant auch die eigenen Gebrüder die vorgenannt ewige Messe und Pfründe mit diesen hinach geschrieben Zinsen Galten und Guten bewedmete und mit einem rechten Geist willendlichen und mit rechten Gewissen durch Gott mit vollkommener Gabe und den Lebendigen ewiglichen gegeben, und geben und machen mit vollkommenen Rechten also das aIler mengelich Widerrede da )wider nit drängen und abest solle. Zum ersten so hant die obengenannten Herr Gerhart und Wir im Voll sich ir Erben und Nachkommen zu den ewigen Messen und Pfründen durch dede ewiglichen und eigentlichen gegeben einen priesterlichen Sese mit Namen ein Huß, Hof Hofreyde und Garten. Item zwei Morgen Wingert in der Huben und einen Morgen Wiesen neben an der Huben an der Viehega sen die sint eigen. Item zwei Pfunt ewiges Hellir Geltz of Hennel Hei le . Huß und Hof und Hofreyde und of des Jungen Sielberberger Gedinne und Rebe. Item zwei Pfunt Hellir und viertzig Hellir Geltz abelosunge of Sant Martinstag. Of Contz Suodecken Huße, Hofe und Hofreyde u.ist abzulosen vor Sant Georgien Tage mit Alles und zwantzig Pf. Hellern.
Item ein phunt Hellir Geltz auf Sant Martinstag abelosungen of anderhalben Morgen Weingartz an dem Berge oben an Hendlocheln und neden an Heilman Glockner abelosungen vor Sant Georientage mit zehen Phunt Hellern. Item zehen Schillinge Hellir Geltz of Sant Martinstag abelosungen of Agnes Kochen Huse Hofe u. Hofreyde und ist abzulosen vor Sant Georientage mit sechs Phunt Hellern. Das ist alles gelegen in dem Dorfe und Gericht zu Sant Martin. Item alles ir Gütte zu Gomers heim zum ersten of dem Seidefelde of dem Oberfeld seben virtul Acker gefurcht dem Spedel. Item fünf Virteil Ackers die ziehent of das Port neben Elise Lepparten. Item dri Morgen Ackers neben an der Wedenen, dies ist das erste Felt. Das ändere Felt, das da heißet das Kirchfelt. zum ersten dry Morgen Ackers beben Kathrin Kannegießern. Item zwiteil Ackers heißet die Hofstatt. Item zwey Morgen Ackers ziehent of die Leyengrube neben Clingelhart. Item dry Morgen Acker in der Huben neben Güntzelsimon. Item ein Morgen Ackers in der Huben neben Elise Lepparte. Dies ist das andere Felt. Das drite... In der Kirchen des Dorffes zu Sant Martin by der Burge Krobchperg in Spir Bystum gelegen..."

1424 Johann XII. von Dalberg oo Anna von Helmstatt.
1428 von Kaiser Sigismund zum Ritter geschlagen.
1431 fällte er mit Cuno von Altdorf in der Schlacht von Bulgnéville. Er hat zwei Söhne, die beim Tode des Vaters 2 und 4 Jahre alt sind. Ohne diese beiden Knaben, Wolf und Philipp geheißen, wäre das Geschlecht derer von Dalberg erloschen, weil alle anderen Seitenlinien nach zwei Generationen ausgestorben waren. Anna von Helmstatt ist eine tüchtige Frau, sie zieht die Buben groß und hält mit Hilfe Dieters IV. den riesigen Besitz zusammen.
1464 Wolf II. (1426-1476) und Philipp I. (1428-) werden in die gesamten Lehen Dalberg und Kropsburg eingewiesen.

1431 Cuno von Altdorf genannt von Krobsberg fällt am 2. Juli in der Schlacht von Bulgnéville unweit Nancy und das kam so: Der Herzog von Lothringen, ein Schwager des Kurfürsten Ludwig III. von der Pfalz, war gestorben. Um seine Nachfolge streiten sich nun sein Schwiegersohn Herzog René und sein Neffe Graf Anton. Beide sammeln Truppen und Verbündete. Die Kurpfalz hat eigentlich in der ganzen Sache keine Trümpfe, trotzdem stellt der Kurfürst dem Herzog René 500 Berittene. Bei Bulgnéville, unweit Nancy, nehmen die gegnerischen Heere ihre Aufstellung. Graf Anton lässt seine Stellungen mit zugespitzten Pfählen, Karren und Fässern perfekt sichern. Dahinter stellt er seine Bogenschützen und gut getarnte Geschütze auf. Dann wartet er auf den Gegner und der kommt, die 500 Pfälzer an der Spitze. Als die Angreifer auf Schussweite herankommen, empfängt sie zunächst der Kugelhagel der Kanonen und Feldschlangen, und in das erste Durcheinander prasseln die Pfeile der Armbrustschützen. Sie müssen gut getroffen haben, denn im Nu wälzen sich Menschen und Pferde am Boden. In diesen Wirrwarr sprengen nun die Reiter des Grafen Anton hinein und entscheiden die Schlacht, kaum dass sie 20 Minuten gedauert hatte. Was nicht tot ist, wird gefangen genommen, soweit nicht die Flucht gelingt. Die Pfälzer hat es am schlimmsten getroffen; für eine Sache, die sie nichts angeht, verlieren viele der Edlen ihr Leben u. a. die Grafen von Salm, von Saarwerden und von Leiningen, der Ritter Philipp von Ingelheim, die Ritter von Fleckenstein, von Ratsamhausen, von Montfort, von Handschuhsheim, Bayer von Boppard, von Steinkallenfels, Johann XII. Kämmerer von Worms genannt von Dalberg und noch viele andere, wie auch unser Cuno von Altdorf genannt von Krobsberg. Eberhard und Cuno von Zeiskan sind Gefangene und müssen sich gegen hohes Lösegeld freikaufen.

1457 NN von Altdorf bewohnt ein Haus an der Ameisengasse in St. Martin an der Weinstraße, das zum bischöflich Speyerer Oberamt Kirrweiler gehört. Er hat es von den ausgestorbenen Schlichterer von Erfenstein übernommen.

1504 Reinhard von Altdorf genannt von Cropsberg, Sohn des Cuno, erhält die hochstiftlichen Lehen vom Fürstbischof zu Speyer.

1515 Philipp von Altdorf bekommt nach dem Tod seines Bruders Reinhard die hochstiftlichen Lehen.

1556 NN von Altdorf genannt von Krobsberg, muss die Kollatur an Speyer zurück fallen lassen.

1570 NN von Altdorf genannt von Krobsberg, stirbt und mit ihm erlischt das Geschlecht im Mannesstamm.

1583 nach dem Aussterben der Geschlechter derer von Altdorf, genannt von Kropsberg und der Schlichterer von Erphenstein belehnt Fürstbischof Marquardt von Speyer seinen Schwager, Jakob Hund von Saulheim, mit dem Haus in der Emsergasse in St. Martin nebst Zubehör, eine Weingülte daselbst und Hellergülten zu Venningen und Hambach. Dieses Haus ist Adelssitz, in dem einst Cuno von Kropsberg sowie die bischöflichen Landrichter, genannt Schlichterer von Erphenstein, gewohnt hatten.