Schreibweisen   von Cronberg, von Cronenberg, von Cronenburg,
von Coronini, von Coronini-Cronberg,
von Kronberg, von Kronenberg,
Cronberger, Kronenberger...

 

   
Abstammung   Das Geschlecht der von Cronberg ist alter nassauischer bzw. pfälzischer Adel, eine reichsritterlichen Familie aus dem Taunus. Ihre Stammsitz ist das eine kleine Turmburg bzw. eine Motte in Eschborn im Taunus in Hessen. Später sitzen sie auf Schloss Hemsbach im Odenwald bei Greifswald, Schloss Kronberg nordwestlich von Frankfurt/Main und auf der Kropsburg.

Die von Cronberg sitzen Jahrhunderte lang mit den Kämmerern von Dalberg und den Altorf von Krobsberg auf der gleichen Ganerbenburg, der Kropsburg bei Speyer.

 

   
Verbindung  

Peter Seeauer oo mit Magdalena von Cronenberg. (1) Thomas der Alte, (2) Sigmund, (3) Albrecht..

 

   
Wappen I  

Wappen in Siebmachers Wappenbuch von 1605 auf Tafel 124 unter rheinländischem Adel. Gevierter Schild. In Feld 1 auf Rot eine goldene Krone, auf 2 und 4 auf Silber 4 (2, 2) blaue Kegel (Eisenhütlein), Feld 3 in Rot. Auf dem Helm mit rot-silbernen Decken eine schwarze Disteldolde.

In Siebmachers Wappenbuch von 1605 auf Tafel 3 im Wappen des Erzbistums Mainz. Feld 1 und 3 das Stammwappen von Mainz auf Rot ein silbernes Rat mit 8 Speichen. Feld 2 und 4 Stammwappen der Cronenberg wie auf Tafel 124.

 

   
Wappen II  

Auf dem Allianzwappen der Catharina von Cronberg mit Johann Kämmerer von Dalberg von 1530: In Feld 1 und 4 auf Silber 5 (3, 2) blaue Eisenhütlein. Feld 2 und 3 in Rot.

 

   
   

Als Feld im Wappen der Seeauer von 1697-1699, beschrieben im Siebmacher: gespalten, rechts in Rot eine goldene Krone, links in Silber 4 (2, 2) schwarze Eisenhütlein.

 

   
Wappen III  

Im Siebmacher von 1857ff: Der Schild ist geviert von Rot und Veh und zwar letzteres – blau in weiß – auf den älteren Siegeln wolkenförmig, auf den späteren aber einsenhutartig in zwei oder mehreren Reihen dargestellt. Diesen Schild führen ursprünglich beide Linie, später aber unterscheiden sie sich dadurch, dass der Flügelstamm die Eisenhütlein im 1. und 4. Feld, der Kronenstamm dieselben im 2. und 3. Feld führt und letztere im 1., seltener auch im 4. Felde eine goldene Krone hinzufügt.

Helmschmuck Flügelstamm: Zwei Flügel, entweder rot belegt mit einem Balken von blau-silbernen Feh, oder gewöhnlich wie der Schild gezeichnet. Eine Seitenlinie, der Johannesstamm, führt 1370-1460 auf dem gekrönten Helm zwei weiße Eselsohren.

Helmschmuck Kronenstamm: Ein schwarzer Federbusch, der ursprünglich in Gestalt einer Tanne später auf dem gekrönten Helm bergähnlich erscheint.

 

   
Wappen IV   Das freiherrliche Wappen von 1618 zeigt den Schild des Kronenstamms, links den Flug des Flügelstamms, dessen Abteilungen gewechselt sind. Decken rechts rot-silbern, links blau-silbern.

 

   
Wappen V  

Das gräfliche Wappen von 1630 hat einen gevierten Schild: 1 und 4 roter Balken in Gold (Geroldseck). 2 und 3 geteilt, 2 oben eine Krone, untern die Eisenhütlein, 3 umgekehrt. Mittelschild in Gold ein schwarzer Doppeladler, kaiserliches Gnadenzeichen. Helme wie auf dem freiherrlichen Wappen.

Dieses Wappen kommt aber auch folgendermaßen vor: Geviert, 1 und 4 die Krone, 2 und 3 die Eisenhütlein. Im Mittelschild der Adler. Dazu vier Helme; 1. die Ohren, 2. der Federbusch, 3. der Flug, 4. ein Jünglingsrumpf, Farben unbekannt. (Vermutlich Geroldseck, dann fehlen aber die Hörner, welcher der Jüngling im Wappen statt der Arme führt.)

 

   
Wappen VI   Die blau-silbernen Eisenhütlein bzw. Eisenhutfeh im Wappen der Cronberg sind als Wappenbilder weit verbreitet, so führen auch die von Pappenheim blau-silberne Eisenhütlein im Wappen, und viele Orte haben von ihren ehemaligen Besitzern diese Eisenhütlein in ihre Wappen übernommen.

 

   
    I. Wigand von Askeburne (Eschborn) der Stammvater der Cronberg, um 1192

II. Peter I. von Eschborn siedelt er in die neue Burg Kronberg, und nennt sich fortan "von Cronberg". 

III. Peter II. von Eschborn auf Kronberg

IV. Hartmut III. von Cronberg, oo Elisabeth von Mudersbach

V. Hartmut IV. Ritter von Kronberg.

VI. Ulrich von Cronberg

VII. Hartmut von Cronberg oo Adelheid Gräfin von Nassau-Beilstein

 

   
   

1192 Wigand von Askeburne (Eschborn) der Stammvater der Cronberg wird urkundlich erwähnt. In Familienbesitz steht eine kleine Turmburg bzw.Motte die allerdings bald als deren Wohnsitz aufgegeben wird, als die Familie ihren Lebensmittelpunkt nach Kronberg verlagert und dort im Taunusgebirge ein größere Burg erbaut. Dabei änderten sie auch ihren Namen von Eschborn in Cronberg.
Die Turmburg in Eschborn derer von Askeburne wird 1622 im 30-jährigen Krieg niedergebrannt und später völlig abgebrochen.

1219 die von Cronberg teilen sich in Kronenstamm und Flügelstamm und nennen sich seit 1230 respektive 1254 von Cronberg nach der neu erbauten Burg dieses Namens. Der Flügelstamm, aus dem Ulrich, Vizedom des Rheingaus und Mainzer Erbtruchsess, ist mit Johann Eberhard von Cronberg erloschen.  

1220 Peter I. von Eschborn, aus dem Herrengeschlecht derer von Eschborn, gründet die Burg Kronberg, auf dem Felsen am Südhang des Altkönigs als sicherere Burg.

1230 Peter I. von Eschborn siedelt in die neue Burg um und lässt sich fortan "der von Cronberg" nennen. In dieser Zeit schützen die Staufer ihren Besitz durch Reichsburgen gegen Übergriffe der Territorialherren.

1251 Peter II. von Eschborn auf Kronberg, Knappe seines Vetters Otto von Kronberg; 24.12.1254 in einer Urkunde des Klosters Thorn als "von Eschborn" genannt; 1255 Ritter; 01.04.1255 als "von Kronberg" genannt; besitzt in Eschborn, dem ehemaligen Stammsitz, einen Nebenhof

1300 die Herren von Cronberg haben Besitzungen der Altenbaumburg in der Nordpfalz als kurpfälzisches Lehen. 1112 wird die Burg erstmals urkundlich erwähnt, 1689 von französischen Truppen zerstört.

1322 Hartmut III. von Cronberg oo Elisabeth von Mudersbach

1330 Hartmut IV. Ritter von Kronberg erhält von Kaiser Ludwig dem Baier die Stadtrechte für sein kleines Felsennest Cronberg und er darf ringsum Mauern errichten. Damals kommt das "Thal" (so bezeichnete man früher alle Ansiedlungen am Fuße einer Burg) zur Stadt. Die Thäler richteten ihre Kirchweih nach dem Johannistag (24. Juni) aus. Bis um die Jahrhundertwende stand die Kerb im Zeichen der Kirschernte und wurde deshalb auch "Kirschenkerb" genannt. In den 1330er Jahren, als die Kronberger sich dem Anbau von Erdbeeren widmen, erhält ihr Geschlecht den Beinamen "Erdbeerkerb".

1358 Ulrich von Cronberg ist Burgmann auf der Burg Hanau und der Herrschaft Hanau zur Verteidigung der Burg verpflichtet.

1360 Hartmut von Cronberg (1337-1368) oo Adelheid Gräfin von Nassau-Beilstein (1339-1365)

1361 Philipp von Cronberg, Marschall, bekommt vom Landeherrn den als "Froneborne" bezeichneten Hof Sauerberg im Sauerthal für 1000 rheinische Gulden als Erblehen. Den Cronberg folgen als Erben 1617 die Brömser von Rüdesheim. Sauerthal liegt in der Verbandsgemeinde Loreley.

1364 Ulrich von Cronberg bekommt den Bleidenstadter Stiftshof zu Lehen.

1370* Bingel von Cronberg, Sohn des Johann von Cronberg und der Hedwig von Bommersheim.

1380< Walter von Cronberg (1358-) oo Elisabeth von Runkel (1362-) (1) Anna von Cronberg (1384-1442)  in Kronberg, Hessen-Nassau.

1385 Elisabeth von Cronberg (1385-) oo Eberhard IX. von Erbach (1375-...), Sohn des Eberhard VIII. von Erbach und der Elisabeth von Katzenellenbogen.

1389 "Schlacht bei Eschborn" auf dem danach benannten "Streitplacken", einer Flur auf der Höhe zwischen Eschborn und Steinbach. Die kriegerische Auseinandersetzung mit der nahe gelegenen Freien Reichsstadt Frankfurt endet bei Eschborn mit einem Sieg der Ritter von Cronberg mit ihren Verbündeten. Die Kronberger machen zahlreiche Gefangene, darunter sämtliche Bäcker der Stadt und auch der Bürgermeister von Frankfurt. Erst durch die Zahlung von 73.000 Goldgulden Lösegeld kommen die Gefangenen wieder frei. In der Folgezeit wird aber ein friedlich-freundliches Verhältnis zwischen der großen Freien Reichsstadt und dem kleinen Ritterstädtchen eingeleitet, so wie es im Großen und Ganzen bis zum heutigen Tage geblieben ist. Außer Handwerk und Gewerbe bestimmen Obst-, Acker- und Weinbau den Charakter der Stadt. Wenn auch vom Weinbau um 1900 nichts mehr zu sehen ist, erwirbt sich Kronberg durch seinen Obstanbau seit 1700, dank der segensreichen Tätigkeit des Pfarrers Johann Ludwig Christ, einen weit über seine Grenzen hinaus reichenden Ruf.

Auf diesen Konflikt der Städte mit dem Adel bezieht sich ein nur in Inventaren nachweisbarer Bildteppich auf Burg Kronberg, der an die Niederlage der Reichsstadt Frankfurt im ersten großen Städtekrieg bei Kronberg 1389 erinnert und 1432 in einer Erbteilung der Herren von Kronberg als "das gewirckt duoch das der stridt heisset" erwähnt wird. Es wird als familiengeschichtliches Andenken der adeligen Erinnerungskultur hoch gehalten. Bildteppiche, die auf das Vorbild der burgundischen Hofkultur zurückgehen, sind die Erinnerung an den Sieg über die Städter als Kristallisationspunkt der adeligen Identität.

1400 Frank XI. von Cronberg (1400-...) oo Katharina von Isenburg (1402-...), Tochter des Valentin VI. von Isenburg und der Adelheid von Isenburg.

1410 Eberhard II. Graf von Eppenstein-Königstein (1420-1475) oo Anna von Cronberg (1400-1458)

1412 Anna von Cronberg (1384-1442) oo Eberhard III. Eppstein (1375-1475), Sohn des Eberhard II. von Eppstein und der Luitgard Bolanden von Falkenstein. (1) Eberhard IV. (1413-1475) oo Anna Gräfin von Nassau Weisbaden (2)  Werner (1415-1457), (3) Luitgard (1417-1477), (4)  Walter (1421-1468), (5) Marie (Merge) (1422-1461).

1415 Elisabeth von Cronberg (1415-...), Tochter des Frank XI, oo Johann Solms Lich (1390-...), Sohn des Otto I von Solms und der Agnes Bolanden von Falkenstein.

1426 Frank von Cronberg erhebt gegen den Erbvertrag des Lehnserben Diether von Isenburg-Büdingen und Philipps Schwager, Graf Johann von Nassau-Beilstein, Salentin VI. von Isenburg einen Einspruch. Durch Vermittlung der Grafen Reinhard von Hanau und Wilhelm von Wied kommt es 1431 zu einem neuen Erbvertrag. Doch bricht mit dem Tode Philipps dann doch eine offene Fehde aus, die damit endet, dass Salentin Vl., der Gatte der ältesten Schwester Philipps, Adelheid, in den Besitz von Grenzau kommt.

1452 Wolf II. Kämmerer von Dalberg, kurpfälzischer Hofmarschall, ist mit Gertrud Greiffenclau von Vollrats verheiratet, die ihm 11 Kinder schenkt. Zieht 1452 mit Kaiser Friedrich III. nach Rom, von dem er auf der Tiberbrücke den Ritterschlag erhält, daher führt er die Brücke im Wappen. Friedrich Kämmerer (1459-1506), dritter Sohn Wolfs II. oo Katharina von Gemmingen, hat drei Söhne, darunter Wolf der Schick und Philipp.

1488 Hartmuth XII. von Cronberg, aus dem Kronenstamm der Cronberg, Reichsritter, * 1488 in Oppenheim, † 7.8. 1549 in Kronberg. Hartmuth ist Teilbesitzer des Schlosses und der Stadt Kronberg (im Taunus), zugleich pfälzischer Amtmann zu Oppenheim und (bis zum Ritteraufstand) kurmainzischer Vizedom zu Aschaffenburg, seit 1506 Senior der Hauptlinie (Kronenstamm) seines Geschlechts. Erzogen am Heidelberger Hof des Pfalzgrafen Philipp, ist Hartmuth mit den Tugenden des Rittertums, weniger mit dem dort blühenden Humanismus vertraut. Da seine Familie mit Franz von Sickingen verschwägert ist, verkehrt der junge Hartmuth bald in den Kreisen um Sickingen und Ulrich von Hutten. Hier erlebt er auch den Aufbruch der Reformation. 1521 wird Hartmuth auf dem Reichstag zu Worms, durch Spalatin und Dolzig, vollends für den Glauben Martin Luthers gewonnen. Damit beginnt auch seine literarische Tätigkeit im Dienste des neuen Glaubens: In seinen Sendschreiben an Karl V., Leo X., Papst Hadrian und viele andere versucht er mit starken Worten in biblisch einfacher Frömmigkeit und mit oft kindlichem Gemüt für die Sache Luthers zu werben. Luther, mehr als mancher seiner Mitarbeiter darüber erfreut, verfasst zum Dank dafür eine "Missive an Hartmuth von Cronberg". Über seine literarische Tätigkeit hinaus greift Hartmuth auch direkt in die Auseinandersetzungen um die Reformation ein, besonders im nahe gelegenen Frankfurt, wo er gegen den altgläubigen Pfarrherrn Dr. Peter Meyer dem evangelischen Glauben zum Durchbruch verhilft.
Hartmuth wird in den unglücklichen Ausgang des Feldzugs seines Verwandten Franz von Sickingen gegen Trier verwickelt. Er zieht sich auf seine Burg zurück, die von dem Erzbischof von Trier, dem Kurfürsten von der Pfalz und dem Landgrafen von Hessen belagert wird. Cronberg flieht nach einigen Tagen durch einen unterirdischen Gang; sein Vetter übergibt am 15. 10. 1522 Stadt und Burg. Cronberg zieht nach Basel. Die Niederschlagung des Reichsritteraufstandes macht Hartmuths öffentlichem und lautstarkem Eintreten für die Reformation ein Ende. Im Feldzug gegen den Erzbischof von Trier, Richard, ist Hartmuth von Cronberg ganz auf der Seite Sickingens, da hier nicht nur die ureigene Sache der Reichsritterschaft vertreten wird, sondern weil er hofft, hiermit "dem Evangelium eine Öffnung zu machen". Obwohl Hartmuth von Cronberg nicht aktiv am Kampf beteiligt und nur zum Schutz der Ebernburg (Besitz Sickingens) abgestellt ist, trifft ihn die ganze Härte der den Reichsritteraufstand niederschlagenden (Kur-)Fürsten: Der Stammsitz Kronberg wird durch Philipp von Hessen konfisziert. In Reichsacht getan, flieht Hartmuth von Cronberg zunächst nach Basel, später irrt er in ganz Europa umher. 1523 erscheint er bei Luther in Wittenberg, der ihm trotz seines Elends einen tiefen Glauben bestätigt. Die folgenden Jahre verwendet Hartmuth darauf, bei Kaiser Karl und Erzherzog Ferdinand vorstellig zu werden (dem er über England nach Spanien folgt) um von seiner Reichsacht ledig und in seine Rechte wiedereingesetzt zu werden. Das Kaiserhaus willfährt Hartmuth und versteht es, ihn geschickt für die Zwecke des Hauses Habsburg einzusetzen: Er kämpft an Karls Seite gegen Franz von Frankreich und ist im Schmalkaldischen Krieg zur Neutralität verpflichtet. 1541 erhält Hartmuth sein väterliches Erbe nach langem, zähem Ringen mit Philipp von Hessen erst wenige Jahre vor seinem Tode zurück, nachdem M. Buzer und J. Sturm sich bei Ihrem Landesherrn vehement für Hartmuths Sache eingesetzt hatten. Der merkwürdige Umstand, dass Hartmuth gerade von altgläubigen Mächten Hilfe für seine Rehabilitierung erfährt, während sein Hauptgegner, Philipp von Hessen, Führer der Evangelischen ist, trägt wesentlich dazu bei, dass Hartmuth sich in der öffentlichen Propagierung des Protestantismus Zurückhaltung auferlegt. Seinem persönlichen Glauben und seiner inneren Haltung zum Evangelium tut dies aber kein Abbruch, wie wir aus den Briefwechseln mit Buzer, Spalatin und Luther wissen, bleibt er Zeit seines Lebens ein Luther treu ergebener Christ. Auf eine gewisse Bildung weisen seine literarischen Erzeugnisse hin, humanistisches Wissen und theologische Spitzfindigkeiten sind ihm hingegen völlig fern. Hartmuth braucht kein Latein und Griechisch, ihm genügt Luthers Bibelübersetzung, um den ganzen Glauben zu begreifen; er erlebt die claritas scripturae (vgl. Brief an Caspar Glaser in: Corp. Ref. I 446, Sept. 1528).

1501 Philipp von Kronberg, Marschall, bekommt Schloss Altenbaumburg von Kurfürst Philipp, im Einverständnis mit dem Pfalzgrafen von Simmern, als kurpfälzisches Erblehen übertragen.

1510 Catharina von Cronberg, Gemahlin des Junker Johann Kämmerer von Dalberg, wird in der Pfarrkirche in der Dalbergschen Gruft begraben. 1531 folgt ihr Ehegemahl. Das über zwei Meter hohe Doppelgrabmal ist aufrecht in die Wand eingelassen, es gehört zu den schönsten weit und breit. Die Relieffiguren sind dreidimensional gearbeitet und erfüllen die Fläche des glatten Steins mit Leben. Catharina von Cronberg ist meine wunderschönste Verwandte. Ihre lebensgroße Ganzkörperfigur ist auf dem hochgotischen Epitaph mit ihrem Gatten Johann Kämmerer von Dalberg dargestellt. Die schlanke Gestalt der jungen Frau wird von den Falten eines roten, bis zu den Füßen reichenden Kleides umflossen, auf den nackten Schultern trägt sie eine breite Goldkette, die gefalteten Hände hat sie zum Gebet erhoben. Auf dem Kopf trägt die schöne Dame eine elegante graue Haube, Kinn und der Mund sind von einem sechs Zentimeter hohen, gleichfarbenen Kragen (der Pestbinde) bedeckt. Zu Häupten der liebreizenden Frau schwebt ein metallisch schimmernder Engel in dessen Händen der Wappenschild der Cronberg prangt, in Feld 1 und 3 auf Silber blauer Eisenhutfeh, Feld 2 und 4 in Rot.

1515< Joachim (...-1532) Kämmerer von Dalberg, Sohn von Hans von Dalberg und der Caterine von Cronberg, Domherr zu Speyer, Freund Philipp Melanchtons, stiftet wohl das Grabdenkmal seiner Eltern.

1520 Wolf der Schick (...-1527) Kämmerer von Dalberg, kauft die halbe Burg Krobsberg und Dorf Ramberg vom letzten Ritter von Ramberg und heiratet Lorichia von Cronberg. Wolf der Schick hinterlässt zwei Töchter und einen Sohn. [Die Kämmerer von Dalberg und die von Cronberg sind in einer engen Familien- und Erbengemeinschaft verbunden. Zwei Dutzend Mal wird ein- und ausgeheiratet.] Eine der Schwestern von Wolf dem Schick heiratet Henrich von Zeiskam, die andere Wilhelm von Breitbach, sein Bruder Philipp, Ritter zu Jerusalem, hat eine Tochter, die Martin von Stolzingen heiratet. Der in Ramberg begrabene Philipp hinterlässt einen Sohn, ebenfalls Philipp geheißen, der protestantisch wird, 1590 stirbt und mit dessen Sohn Eberhard erlischt 1614 diese Linie.

1520 Philipp (...-1533) Kämmerer von Dalberg, Ritter zu Jerusalem und Bruder von Wolf der Schick, kauft die die andere Hälfte der Burg Krobsberg und des Dorfes Ramberg und heiratet ebenfalls eine NN von Cronberg. So sind nicht nur Wolf der Schick und Philipp Jerusalem mit einer von Cronberg verheiratet, sondern auch ihr Onkel Wolf der Lange.

1522 Wolf von Mudersbach †>1564 oo Eva von Cronberg †>1531

1526 Walter von Cronberg wird am 16.12. zum Nachfolger des Dietrich von Cleen im Amt als Deutschmeister (mit Sitz auf Schloss Horneck/Neckar) gewählt, da dessen Vorgänger, Dietrich von Cleen, sein Amt zur Verfügung gestellt hatte. Er wird mit der Administration des Hochmeisteramts betraut. Der Hauptsitz des Ordens wird nach Bad Mergentheim verlegt.

1530 Walther von Cronberg wird von Kaiser Karl V. mit den Regalien des Hochmeisters belehnt und folgt dabei einem Beschluss des Ordenskapitels. Der Deutsche Orden verdankt sein Überleben nach einem "Staatsstreich" Albrechts von Brandenburg-Ansbach dem entschlossenen Handeln einer kleinen Zahl beherzter Ordensritter unter Führung Walter von Cronberg. Walter tritt bereits als Sechzehnjähriger am 27. März 1493 dem Deutschen Orden bei. Er wird am 16. 12. 1526 zum Deutschmeister gewählt. Kaiser Karl V. bestimmt ihn am 6. 12. 1527 zum Administrator des Hochmeisteramtes. Walter von  Cronberg erwirkt Anfang 1532 auf dem Rechtsweg die Reichsacht gegen Albrecht von Brandenburg-Ansbach. Cronbergs politisches Geschick bewahrt den Orden vor zerstörerischen Glaubenskämpfen und vielleicht sogar vor dem Untergang. In seiner Regierungszeit entwickelt sich der Verbund zwischen dem Besitz des Deutschmeisters und der Ballei Franken zur tragenden Säule des Ordens. Cronberg stirbt am 4. 4. 1543 in Bad Mergentheim.

1531 Hanns Kämmerer von Worms genannt von Dalberg, ehrenfester Ortsherr von Herrnsheim, Heßloch, Abenheim und Gabsheim, verstirbt am 22. Oktober. Der Ritter Hanns Dalberg "dessen Seelen Gott gnädig sein möge" trägt auf seinem Grabmal neben seiner Gattin Catharina von Cronberg die Erz gepanzerte Rüstung seiner Zeit, faltet die Hände zum Gebet und hält dazwischen einen Perlenkranz. Das Visier des Helms ist aufwärts geklappt, so dass die edlen Gesichtszüge zutage treten. An der genauen Ausführung der Rüstung fehlen weder Halskragen noch die Schulterplatten. Zu Häupten des Ritters prangt das Dalberger Wappen mit Spangenhelm und Helmzier bekrönten und mit Ranken und Blattwerk eingerahmt.

Das Grabmahl trägt folgende Umschrift in Frührenaissancekapitalen:
"ANNO 1510 . VF . S . MARIA . MAGTALENE . STARB . DIE . ERSAM . FRAV . CATERINE VON . CRONBERG . HANNS . KEMERERS . VON . WORMS . GENANNT . VON . DALBERG . EHEFRAV . ANNO 1531 . IST. GESTORBEN . DEN 22 TAG . OKTOBRIS . DER . ERNVEST . HANNS . KEMERER . V. WORMS . GEN . VON . DALBERG . DER . SELEN . GOT . GNADE"
Die Umschrift der rechteckig gerahmten Nische vermeldet, dass Katharina von Cronberg, die ehrsame Hausfrau des Hanns Kämmerers von Worms genannt von Dalberg, am Gedenktag der Maria Magdalena im Jahr 1510 verschied. Das Grabmal in St. Martin soll von dem so genannten Meister von Oppenheim, einen Schüler Hans Backoffens, geschaffen worden sein.

1535 Lorichia von Cronberg, die Witwe von Wolf dem Schick (...-1527), heiratet heimlich den Juden Jakob aus Großgerau, mit dem sie bereits jahrelang ein Verhältnis gehabt hatte. In Wittenberg kommt sie mit einem Kind von ihm nieder, bei dessen Taufe Martin Luther Gevatter steht. Wolfgang von Dalberg, Sohn von Wolf dem Schick und damit ihr Stiefsohn, und Hartmut von Cronberg, Lorichias Bruder, stechen den ihnen persönlich bekannten Juden in Wittenberg nieder. Lorichia flüchtet nach Schlesien, wird aber später friedlich zurückgerufen und vermutlich wird Lorchen in der Heimat still untergebracht, das heißt tot geschwiegen.

1537 Walter von Cronberg, Hoch- und Deutschmeister, verleiht der Gemeinde Bad Mergentheim das Siegel. Die Umschrift lautet: S. Igersheim 1537. Es zeigt, wie in Markelsheim, die Zugehörigkeit zum Deutschen Orden, Ordenskreuz und die Eisenhütchen des Cronberger Wappen. Darunter drei Berge, und die Großbuchstaben I G. Die Berge, auch Dreiberg genannt, deuten auf Weinberge hin, die "nicht wenig ersprießlich" gewesen sein sollen.

1538 Philipp von Cronberg, Mainzischer Marschall, oo mit Katharina von Bach. Die Kinder der beiden erben die Bachschen Güter in der Ortenau von Junker Jörg von Bach, dem letzten von Bach, der in diesem Jahr gestorben war. Tochter Anna heiratet Hartmann von Cronberg, Tochter Catharina erhält Schloss Neuweier. Aus zweiter Ehe mit Philipp von Dalberg (Kämmerer von Worms) geht ein Knabe namens Philip von Cronberg hervor, der 1548/1549 das Schloss wieder erneuert. Der Sohn Philipp wird erster Grundherr von Neuweier.

1540 Anna Cronenberg * 1520 oo Jacob Oehlschläger genannt Coppermann

1559 Hartmut von Cronberg, Volbrecht Riedesel von Eisenbach und Wolf Kämmerer von Worms, Vormünder von Cronbergs Sohn vereinbaren mit der Müllerin von Altenbamberg, Frau Vopricht, dass sie kommenden Pfingsten die Mühle räumen solle.

1577 Johann von Hutten gehört dem lutherischen Glauben an. Ungeachtet dessen lässt er sich 1577 mit Anna von Cronberg, einer Nichte des Erzbischofs Daniel Brendel von Homburg, nach katholischem Ritus trauen. Seine Söhne werden vom katholischen Pfarrer zu Salmünster getauft, während er selbst nach seinen eigenen Worten "wie sein Vater Valentin und seine verstorbenen Vetter der augspurgischen Confession zugetan" bleibt. Johann von Hutten stirbt 1617 und wird, wie seine Vorfahren, in der Stiftskirche zu Salmünster bestattet. Von Johann von Hutten geht das Schloss auf seinen zweiten Sohn Daniel über, oo Katharina von Mörle, genannt Böhm, aus Schloss Ürzell. Er gilt als Begründer der Sodener Linie, die bereits 1643 mit seinem unverheirateten Sohn Johann Friedrich wieder ausstirbt.

Die Cronbergs sind mit den Brendels verwandt: Hartmann von Cronberg oo Magdalena Brendel von Homburg (1) Barbara von Cronberg oo Hans Georg Kämmerer von Worms, genannt Dalberg.

1591 Johann Michael von Cronenberg (Cronenburg), ex Schleiden, erzbischöflich Kölner Rat † 17.4.1591, oo Lucia Pfingshorn (Pfingsthorn) † 10.1.1615

1604  Johann Schweikart von Cronberg, Kurfürst und Erzbischof von Mainz, Erbauer des Aschaffenburger Schlosses. Die Wappen der Fürsterzbischöfe, Kurfürsten und Erzkanzler des Reiches haben in Feld 1 und 4 das Wappen von Mainz (Rad) und an den Stellen 2 und 3 das der Familie des Fürsterzbischofs, hier das des Johann Schweikart von Cronberg. Johann Schweikart wird am 15.7.1553 im Kronberger Hof zu Mainz geboren und stirbt in seinem Schloss Aschaffenburg am 17.9.1626.
Nachdem er schon im Alter von elf Jahren in das Mainzer Domkapitel eintritt, wird er 1604 zum Erzbischof und Kurfürsten gewählt und ist damit gleichzeitig Erzkanzler des Reiches.

1617 Johann Eberhard von Cronberg, Vicedom des Rheingaus und Mainzer Erbtruchsess, stirbt und mit ihm erlischt der 1219 abgespaltene Flügelstamm derer von Cronberg.

1618 die Cronberg werden in den Freiherrnstand erhoben.

1632 NN von Cronberg erhält Rothenberg zum Lehen. Als 1704 das Geschlecht ausstirbt übernehmen die Grafen von Degenfeld die Herrschaft.

1630 die Cronberg werden in den Grafenstand erhoben.

1634 Jakob Geroldsecker stirbt und mit ihm erlischt das Geschlecht der Hohengeroldsecker. Das Mannlehen Geroldseck fällt an das Erzhaus Österreich und der nördliche Teil wieder an den Bischof von Straßburg zurück. In den Folgejahren finden Streitigkeiten und Auseinandersetzungen zwischen den Grafen von Cronberg, welche dem Haus Österreich verbunden sind und den Erben des Feldmarschalls Franz von Mercy, Gengenbach, welche das Dorf vom Bischof von Straßburg erhalten, statt. Die Streitigkeiten setzen sich zum Schrecken der Einwohner fort.

1641 Kraft Adolf Otto von und zu Kronberg, seit 1641 Herr von Rothenberg, hat die Herrschaft 26 Jahre in seinem Besitz. Chronisch pleite, tritt er das Lehen 1667 an seinen Vetter Johann Nikolaus ab. Dem neuen Herren huldigen immerhin 35 männliche Untertanen, gegenüber 1641 hat sich die Einwohnerzahl der Herrschaft Rothenberg nahezu verdoppelt. Frauen, Hintersassen und Kinder werden nicht gezählt. Gefördert von der Ortsherrschaft nehmen Einwanderer, vor allem aus der Schweiz, die im dreißigjährigen Krieg verlassenen Hofstellen in Besitz.

1667 Nikolaus von Cronberg ist beim Antritt seiner Regierung 58 Jahre alt, unverheiratet und kinderlos. In diesem Zustand kann er sich wenig Hoffnung auf einen Erben machen. Dieser Umstand ist auch einem Mitglied der kurpfälzischen Regierung, dem Geheimen Rat Maximilian Freiherr von Degenfeld, nicht verborgen.
1668 Maximilian von Degenfeld lässt sich von Kaiser Leopold I. die Anwartschaft auf das Reichslehen Rothenberg bestätigen.
1692 erwirkt er einen "allergnädigsten Expertanzbrief" seiner Majestät, in dem seine Ansprüche auf seine Söhne überschrieben wurden.
1697 Maximilian Freiherr von Degenfeld jedoch stirbt vor Nikolaus von Kronberg.

1684 Philipp Graf von Cronberg nimmt das Dorf Berghaupten ein und lässt die Bauern auf ihn schwören, entfernt die Hohheitszeichen der Mercy und lässt seine eigenen anbringen. Er hat nämlich "wegen der angenehmen und ersprießlichen Dienste, die seine Familie dem Hause Österreich geleistet hatte", im Jahre 1620 vom kaiserlichen Hof die Anwartschaft auf die Geroldsecker Lehen als auch auf das Dorf erhalten. Der kaiserliche Reichshofrat weist jedoch die Klage des Grafen von Cronberg ab.

1694 Johan Niclas von und zu Cronberg leistet eine Unterschrift unter einem Brief an den Rothenberger Schultheißen Rösner.

1697 Kraft Adolf Otto von und zu Kronberg stirbt.

1704 Nikolaus von Cronberg stirbt. Auf seinem Grabmal steht "... in Gott selig entschlafen Herr Johann Niclas von und zu Cronberg, Herr zu Yben, Rodenberg, Hollenfels und Altenbamberg ... der letztere des uralten Geschlechts von Cronberg..." Iben und Altenbamberg sind Orte in der Nähe Bad Kreuznach.

1704 das Geschlecht Cronberg erlischt mit dem Tod Nikolaus von Cronberg im Mannesstamm. Die Lehen der Cronberg über die Herrschaft Rothenberg fallen als erledigtes Lehen an das Reich zurück. Der Kaiser übergibt sie denen von Degenfeld. Die Herrschaft Kronberg fällt an Kurmainz, geht später an Nassau über, dann an Preußen und schließlich an Hessen. Die Burg ist weitgehend erhalten und vermittelt, stilecht mit ursprünglich vorhandenen und durch Stücke aus der Zeit ergänztem Mobiliar, einen Einblick in die Wohnkultur und Lebensweise des mittelalterlichen Ritterstandes.