Schreibweisen   Fieger, Füger, Füeger, von Hirschberg, von Hirschenberg, von Hirschperg, von Friedberg.

 

   
Abstammung   Die Fieger von Hirschberg sind eines der ältesten Geschlechter Nordtirols, ursprünglich aus der Gemeinde Fügen im Zillertal. Sie sind in Hall in Tirol als Gewerken reich und mächtig geworden. Eine reiche und wohltätige Grundherrn- und Gewerkenfamilie, deren Besitzungen ein Teil der nicht mehr zurück gestellten Lehen des Hochstiftes Brixen sind. Dieses bedeutsame Adelsgeschlecht besitzt z.B. in der frühen Neuzeit bis weit in das 18.Jahrhundert die Grundherrschaft über den größten Teil des Gemeindegebietes von Hatting.

 

   
Verbindung  

Eva Johanna Gräfin von Seeau, Tochter des Thomas der Jüngere Seeauer Graf von Seeau und der Eufrosyna Nütz zu Goisern oo Georg Karl Fieger von Hirschberg. Abzweigung zu Mathilde d'Udekem d'Acoz (1973-...), Prinzessin von Belgien.

Otto (1833-1884) Reichsgraf von Seeau zu Mühlleuten Freiherr auf Würthing, Freiherr auf Helfenberg und Piberstein, oo 1861 Anna (1836-1902), Tochter des Karl Fischer vom See und der Maria Gräfin von Fieger Freiin zu Hirschberg auf der Herrschaft Langhalsen.

Franz Roman Friedrich Adam Peter Graf von Seeau zu Alcantara, Herrenstandsverordneter der oberösterreichischen Landschaft (...-1782) oo mit Reichsgräfin von Fieger Freiin von Hirschberg

 

   
Stammwappen  

Stammwappen auf Rot eine schwarzer, aufrecht stehende Gams und Kleeblätter.

Variation: Geviert mit Herzschild, darin in Blau ein silberner Bracke mit goldenem Halsbande (Amt des Erblandesjägermeisters in Tirol). In den Feldern 1 und 4 in Rot ein silberner ausgerissener Kleestängel mit zwei Blättern (Stammwappen); 2 und 3 in Silber eine schwarze Gams.

Auf dem ersten gekrönte Helm mit rot-silbernen Decken ein Busch von schwarzen Straußenfedern, davor ein silbernes Kleeblatt. Der zweite gekrönte Helm mit blau-silbernen Decken wachsend der silberne Bracke mit goldenem Halsband. Der dritte gekrönte Helm mit schwarz-silbern Decken die schwarze Gams wachsend, am kammförmigen Rücken mit silbernen drei Kleeblättern Kugeln belegt, die mit schwarzen Federn bedeckt sind.

 

   
Wappen I  

Wappen 1460. In Rot eine ausgerissene silbernen Kleestaude mit ihren Wurzeln und zwei auswärts geneigten Blätterstängeln. Das Kleinod mit rot-silbernen Decken ist ein schwarzer Straußenfedernbusch belegt mit einem silbernen Kleeblatt.

 

   
Wappen II  

Wappen auf einem Weihbrunnkessel zu Hall in Tirol. Schräg links geteilt, vorne das Stammwappen, hinten in Silber ein schwarzer Steinbock [sic, die gelegentlich angegebenen Steinböcke sind falsch]. Kleinod und Decken zum Stammwappen. Richtiger eine schwarze, golden bewehrte Gams, das Wappen der Cammerer zu Tawr, welches nach dem Erlöschen d. d. 5. 6. 1472 mit dem Fieger'schen Schilde vereinigt werden.

 

   
Wappen III  

Freiherrliches Wappen 1642 und 1734. Geviert. 1 und 4 Stammwappen der Fieger. 2 und 3 in Silber die schwarze Gams. Zwei gekrönte Helme: 1. mit rot-silbernen Decken das Stammkleinod. 2. mit schwarz-silbernen Decken eine wachsende Gams mit silbernem Kamm, dessen fünf Zacken mit Hahnenfedern besteckt sind.

 

   
Wappen IV  

Gräfliches Wappen 1694 und 1736. Der freiherrliche Schild als Rückschild mit blauem Herzschild, darin ein silberner Bracke mit goldenem Halsring (Erbland-Jägermeisteramt in Tirol). Drei gekrönte Helme: 1. und 3. wie bei III. 2. mit blau-silbernen Decken der wachsende Bracke. Schildhalter zwei schwarze Gämsen.

 

   
Stammreihe OÖ  

I. Heinrich Fieger zu Sparberegg in Hall, oo 1217 Adelheid, Tochter des Leopold Mülßer von Klamm.

II. Hans Fieger in Hall. 1296

III. Christian Fieger zu Friedleben 1336 in Wattens Richter auf Vellenberg, begraben in Kolsaß. 1369 Salzmaier in Hall, verkauft 1350 dem Georg Fieger Eigenleute und Güter, die seine Voreltern über hundert Jahre inne hatten.

IV. Georg Fieger oo 1396 Elisabeth, Tochter des Rudolf Grißmann von Fritzens und der Kordula von Niedermontan, bringt ihrem Ehemann den Edelsitz Aichberg zu.

V. Jakob Fieger, Pfleger zu Friedberg oo 1430 Magdalena von Götzens.

VI. Hans Fieger in Hall, auf dem Grantner Sitz zu Thaur oo 1459 Barbara, Erbtochter des Peter Kämmerer von Thaur und der Agnes Granter. 1472 Hans Fieger geht von Hall nach Schwaz. Er besitzt einen Ansitz, der heute im Franziskanerkloster eingebaut ist und ein Wohnhaus im heutigen Orglerhaus in der Ludwig-Penz-Straße. Er stellt das Orglerhaus dem großen Arzt Paracelsus eine Zeit lang als Wohnstätte zur Verfügung. Paracelsus verbringt einige Zeit in Schwaz zur Ausbildung, um bei Sigmund Fieger die Kunst des Silberscheidens zu erlernen. Paracelsus, der sich sträubt, in Latein zu unterrichten, wird deswegen von seinen Kollegen als übler vagierender Säufer hingestellt. Und von seinen in deutscher Sprache gehaltenen Schriften wird behauptet, sie seien alle im Rausch geschrieben worden.

VII. Nikolaus Fieger von Hirschberg in Hall, Stammvater der Fieger von Hirschberg. 1490 Teilung in zwei große Linien Friedberg und Hirschberg:
Hans Fieger von Friedberg (bei Volders), erloschen am 2. Juli 1802 mit Johann Valerian Graf Fieger von Friedberg.
Nikolaus Fieger von Hirschberg (bei Wenns) erloschen am 4. Nov 1849 mit Franz Anton Graf Fieger von Hirschberg.

VIII. Sebastian Fieger von Hirschberg in Hall, mit Hirschberg belehnt, oo Martha Petschmer von Rindheim (wieder vermählt mit Hildeprand von Spaur), Tochter des Balthasar Petschmer von Rindheim und der Anna Fröschl von Marzoll. 1515

IX. Georg Fieger von Hirschberg, kaiserlicher Rat und Kämmerer, Salzmaier zu Hall oo 1527 Ursula von Neidegg (* 29.6.1509 † 23.9.1570), Tochter des Eustach von Neidegg und der Katharina von Firmian.

X. Wilhelm Fieger von Hirschberg in Oberösterreich oo Barbara Kammerer von Hammerschlag und Bergheim.

XI. (Georg) Carl Fieger von Hirschberg auf Bergheim und Gneisenau, Begründer der oberösterreichischen Linie, Sohn des Georg Fieger. 1.oo Christina Cammerer, Erbtochter zu Bergheim. Carl erhält unter dem 12. 2. 1636 die Aufnahme in den oberösterreichischen Ritterstand und kauft das Gut Gneissenau im Mühlviertel. 2.oo Cäcilia Schmidauer von Oberwallsee. (1) Hanns Ferdinand oo 1680 Eva Johanna von Seeau. (2) Hanns Carl zu Bergheim, (3) Hanns Ludwig  zu Gneisenau (zwei Äste: zu Bergheim und zu Gneisenau), (4) Regina Maximiliana

1642 die Tiroler Line wird freiherrlich

1694 die Tiroler Line wird reichsgräflich. 

XII. Hanns Carl Fieger von Hirschberg zu Bergheim († 1707) oo 9. 2. 1684 Anna Franziska Schrenk von Notzing. (1) Johann Christoph Josef, (2) und (3) die Zwillinge Adam und Johannes, (4) Johann Philibert (5) Johann Sigmund (6) Johann Ehrenwerth Carl.

XII. Hanns Ludwig  Fieger von Hirschberg zu Gneisenau. oo 20. 2. 1679 Maria Corona Schrenk von Notzing, eine Schwester seiner Schwägerin. Beide Söhne (1) Johann Constantin (2) Johann Anton sterben jung. Gneisenau geht an den Johann Graf Philibert.

XII. Hanns Ferdinand Fieger von Hirschberg auf Bergheim und Gneisenau. (1) Johann Philibert w.f. (2) Johann Ehrenwerth w.f.

XII. Regina Maximiliana (Tochter des Georg Karl) Fieger von Hirschberg auf Bergheim und Gneisenau oo Johann Karl Reichsfreiherr von Starzhausen.  

XIII. Johann Ehrenwerth Carl Fieger von Hirschberg auf Bergheim und Gneisenau († 21. 1. 1769). Besitzer von Bergheim Raitrat, 1.oo 1735 Maria Annan Josepha Rosalia Campmiller von Metzburg. 2.oo 1746 Maria Esther Gräfin von Hohenfeld. 3.oo 1745 Maria Franziska Gräfin von Unverzagt.

1734 durch Kaiser Karl VI. in den Freiherrnstand erhoben. 1735 am 22. 8. in den oberösterreichischen Herrenstand aufgenommen. 1736 in den Grafenstand erhoben. Keine männlichen Nachkommen.

XIII. Johann Philibert Fieger von Hirschberg auf Bergheim und Gneisenau, Oberwachtmeister. oo Regina Antonia Freiin von Skrbensky. 1734 durch Kaiser Karl VI. in den Freiherrnstand erhoben. 1735 am 22. 8. in den oberösterreichischen Herrenstand aufgenommen. 1736 in den Grafenstand erhoben. (1) Carl Anton

XIV. Carl Anton Fieger von Hirschberg. 1.oo Johanna Nepomucena Gräfin Des Fours zu Mont und Athienvill. 2.oo Karolina Josefa Gräfin Colonna-Fels. (1) Franz de Paula Anton

XV. Franz de Paula Anton Fieger von Hirschberg. oo 1794 Maria Gräfin von Salburg, die Bergheim neuerlich und Langenhalsen im Mühlviertel in die Familie bringt. 1802 Mitglied des alt rudolfinischen Herrenstandes Österreichs ob der Enns. † stirbt am 4. 1. 1849 zu Linz als Pächter des dortigen ständigen Theaters. (1) Luise (* 25. 6. 1800) Stiftsdame des adeligen Damenstiftes "Maria Schul" zu Brünn.

 

   
   

1217 Heinrich Fieger zu Sparberegg in Hall, oo Adelheid, Tochter des Leopold Mülßer von Klamm.

1296 Hans Fieger in Hall.

1336 Christian Fieger zu Friedleben in Wattens Richter auf Vellenberg, begraben in Kolsaß. 1369 Salzmaier in Hall, verkauft 1350 dem Georg Fieger Eigenleute und Güter, die seine Voreltern über hundert Jahre inne hatten.

1342-1355 Heinrich von Fieger ist der 11. Salzmaier in Hall, Sohn des Hans von Fieger und der Maja von Teis, Gatte der Elise von Baumkircher, aus der Familie der Herren von Fieger, die seit 1350 in Hall ansässig ist.

1396 Georg Fieger oo Elisabeth, Tochter des Rudolf Grißmann von Fritzens und der Kordula von Niedermontan, bringt ihrem Ehemann den Edelsitz Aichberg zu.

1412 Jakob Fieger, Pfleger zu Friedberg oo 1430 Magdalena von Götzens.

1460 Hans Fieger in Hall, auf dem Grantner Sitz zu Thaur oo 1459 Barbara, Erbtochter des Peter Kämmerer von Thaur und der Agnes Granter.

1472 Hans Fieger geht von Hall nach Schwaz. Er besitzt einen Ansitz, der heute im Franziskanerkloster eingebaut ist und ein Wohnhaus im heutigen Orglerhaus in der Ludwig-Penz-Straße. Er stellt das Orglerhaus dem großen Arzt Paracelsus eine Zeit lang als Wohnstätte zur Verfügung. Der einige Zeit in Schwaz zur Ausbildung verbringt, um bei Sigmund Fieger die Kunst des Silberscheidens zu erlernen.

Die Fieger besitzen als Gewerken Anteile an den Grubenbauen und betreiben diese auf eigene Gefahr und eigenes Risiko. Sie arbeiteten nicht selbst als Bergmänner, sondern kaufen das von den Lehenschaften (Lehenhauer) geförderte Erz und verschmelzen es. Weiters beschäftigen sie auch selbst Bergleute (Herrenhauer) und stellten das Geld für Hoffnungsbaue zur Verfügung.

1477 den Bergbeamten wird von der kaiserlichen (Hof-)Kammer jede persönliche Beteiligung am Bergbau verboten. Unter den Gewerken finden sich Bürger, Handwerker, Kaufleute und fallweise auch Adelige. Gewerken aus ausländischen Handelsfamilien, die sich aber selten in Schwaz aufhalten, richten "Faktoren" ein, die sie vor Ort vertreten. Oft führen die Faktoren durch ihre Bergbaukenntnisse ihre Bergbaufirmen zu großem Erfolg. Dadurch, dass die reichen und erfolgreichen Gewerken die kleineren aufkaufen, verringert sich die Anzahl der Gewerken stetig. 1470 sind es 38 Gewerken, 1480 sind es 24, 1490 sind es 18, 1500 sind es 11 und 1523, am Höhepunkt des Schwazer Silbersegens, nur noch 8 Gewerkenfamilien: Baumgartner, Dreyling, Fieger, Fugger, Katzbeck, Manlich, Stöckl und Tänzl.

1490 Hans Fieger von Hirschberg, Bürger zu Hall und Bergwerksgewerke in Schwaz, lässt die Fiegerkapelle - Kapelle der Pfarrkirche zum St. Nikolaus - als Grablege für seine Familie errichten. Am Bogen des damals erneuerten Eingangstores sind drei reich bewegte Figuren - Christus, Maria, St. Nikolaus - angebracht mit Grabschriften der reichen und wohltätigen Grundherrn- und Gewerkenfamilie Fieger von 1494.

1495 Nikolaus Fieger von Hirschberg in Hall, Stammvater der Fieger von Hirschberg.

1490 Teilung in zwei große Linien Friedberg und Hirschberg:
Hans Fieger von Friedberg (bei Volders), erloschen am 2. Juli 1802 mit Johann Valerian Graf Fieger von Friedberg.
Nikolaus Fieger von Hirschberg (bei Wenns) erloschen am 4. Nov 1849 mit Franz Anton Graf Fieger von Hirschberg.

1500 Hans Fueger der jüngere von Melans, Sohn des Hans überlässt am Erichtag nach Pfintztag Hansen Voregkher auf dem Walde zu Erbpacht Güter auf dem Walde (die Leytten zu Voregckh). Siegel Fueger.

1503 Hans Fieger stirbt und von seinen drei Söhnen nimmt sich nur Sigmund des Bergbaus an. Sigmund Fieger besitzt die Schlösser Kronburg und Matzen und ist vor allem ein bekannter Metallurge, ein Schmelzfachmann mit eigenem Laboratorium.

1504 Hanns Fieger von Lemans und Friedberg übernimmt von Kaiser Maximilian I. Burg und Herrschaft Taufers für 27.000 fl. als Pfand, das er bis zu seinem Tod 1515 inne hat. Die Fieger führen aber die Verwaltung nicht selbst, sondern bestellt Pfleger. Die Herrschaft geht dann auf Friedrich Fieger und später auf dessen Witwe Beatrix geborene von Weiler über, und anschließend auf den gemeinsamen Sohn Hannes.

1507 Sigmund Fieger und seine Brüder stiften den Baugrund für das Franziskanerkloster

1511 Sigmund Fieger (Füger) übernimmt die Bergwerksfirma seines Vaters Hans, einem bekannten Schwazer Gewerken (das Wappenschild der Fieger befindet sich heute noch an der Wappentafel auf der Decke des Stiegenaufganges des Schwazer Rathauses), der u. a. auch die Schlösser Kronburg und Matzen besaß. Aber weniger die Tätigkeit als Gewerke als vielmehr das Können in der Schmelztechnik, der "Scheidekunst", machte Sigmund Fieger weit über Schwaz hinaus bekannt. Sein "Probiergaden" (das Laboratorium für Schmelzverfahren im Orglerhaus neben dem Bezirksgericht Schwaz in der Ludwig-Penz-Straße) wird auch von den Fuggern genutzt. Im Jahre 1516 schließt der 22jährige Theophrast von Hohenheim, genannt Paracelsus sein Medizinstudium in Ferrara ab und kommt zu dem "edl und vest Junker Sigmund Fueger von Schwatz ..., der sich mitsambt einer Anzahl seiner gehaltenen Laboranten aufs Probieren wohl verstand." Und in Sigmund Fieger findet Paracelsus einen gewandten Lehrer, der ihn in die "künst vulcani" einweiht.

1511 Sigmund Fieger und seine Brüder werden geadelt.

1515 Hanns Fieger von Lemans und Friedberg stirbt.

1515 Sebastian Fieger von Hirschberg in Hall wird mit Hirschberg belehnt, oo Martha Petschmer von Rindheim (wieder vermählt mit Hildeprand von Spaur), Tochter des Balthasar Petschmer von Rindheim und der Anna Fröschl von Marzoll.

1518 Magdalena Fieger zu Hirschperg Bildnis im Schloss Altspaur - Sporo in Andalo, Trentino. Mit der Aufschrift: "Magdalena Fieger zu Hirschperg Coniux Sig. Conzinus /// /// Dominus Andeli (?) Castri Spori Antiqui Aetas sua 27 1518"

1525-1555 Georg Fieger der Ältere, Sohn des Sebastian von Fieger-Hirschberg, geboren 1496, gestorben am 4. November 1568 in Innsbruck, begraben in Hall, vermählt mit Ursula von Neidegg (1509 bis 1570), ist 41. Salzmaier in Hall.

1555-1561-1579 Georg Fieger der Jüngere, geboren am 26. Oktober 1528, ist 1555-1561 42. Verwalter des Salzmaieramtes und 1561-1579 wirklicher Salzmaier. Sein Titel lautet: „Gubernator Saunarum". Er ist auch Pfleger in Imst und Thaur und kaiserlicher, erzherzoglicher und Hofkammerrat. Er denunziert den Stadtrichter Veit Hilleprandt, den Bürgermeister Hans Steiner und den Ratsherrn Wilhelm Dengg im Jahre 1580 beim Erzherzog Ferdinand der Ketzerei. Er verfasst 1594 ein bei Johann Baur in Innsbruck verlegtes Gebetbuch unter dem Titel „Geistliche Rüstkammer", hat 50 Kinder und Enkel und läßt alle Söhne in Ingolstadt und Italien erziehen. 1.oo Elisabeth Weitmoser-Winkl. 2.oo seine bürgerliche Haushälterin Katharina Pichler, weshalb er beim Erzherzog Ferdinand in Ungnade fällt, der aber selbst mit der Bürgerstochter Philippine Welser verheiratet ist. Fieger antwortet, er habe „der Katerl die Ehe versprochen; seine Treue könne niemand erschüttern. Übrigens sei ja bekannt, dass auch vornehme Leute ungleiche Ehen eingehen." (sic!)

1560< die Herrn von Fieger sind wie die Tänntzl und andere Tiroler Unternehmer finanziell ruiniert, als der Bergsegen nachlässt. Sie ziehen sich nach schweren Verlusten aus dem Bergbau zurück und müssen den Bergbau Ausländern überlassen. "Die ehemaligen inländischen Gewerken", so klagt die (Hof-)Kammer im Jahre 1564, "waren in Ehren zu halten, aber die jetzigen Fremden sehen nur auf eigenen Gewinn... und so werden auch die Gesellen den Berg verlassen, da man ihnen das Gewinst so entzieht, dass sie nicht mehr bestehn können"

1568 Georg Fieger von Hirschberg, kaiserlicher Rat und Kämmerer, Salzmaier zu Hall oo 1527 Ursula von Neidegg (* 29.6.1509 † 23.9.1570), Tochter des Eustach von Neidegg und der Katharina von Firmian.

1588 Georg Füeger von Hirschperg zum Schaidenstain, Ritter etc. siegelt am 24. Oktober den Revers des Hans Amstain zu Rum an den Bürgermeister etc. der Stadt Innsbruck, im Namen der in die St. Jacobspfarrkirche zu Innsbruck gestifteten Tänzel´schen Messen (bei St. Morizen Capelle) als Grundherr.

X. Wilhelm Fieger von Hirschberg in Oberösterreich oo Barbara Kammerer von Hammerschlag und Bergheim.

1603-1642 Georg Ludwig Fieger von Hirschberg, geboren 1569, ist 44. Salzmaier. 1602 oberösterreichischer Regimentsrat, 1612 visitiert er im Auftrag des Kaisers die Verwaltung der Vorlande. 1617 gerät er mit dem erzherzoglichen Barchentfabrikanten Christof von Lustrier-Liebenstein, der zahlreiche Neuerungen bei der Salzgewinnung einführen wollte, in einen scharfen Konflikt, geht aber als Sieger hervor, erhält eine erzherzogliche Anerkennung und wird noch durch eine staatliche Anerkennung ausgezeichnet und bekommt die Leitung des gesamten Salzhandels. Am 7. Juli 1605 wird er durch die neue Zuzugsordnung Landrat, später Regiments-Vizepräsident. Seine Eltern sind Karl von Fieger und Anna Maria von Taxis. oo 11. November 1608 Susanna von Andrian-Werburg († 12. Juli 1655). 1639 wird Fieger vom Salzmaier-Amte suspendiert, weil man ihn der „Sittenlosigkeit und liderlichen Amtsgebahrung" beschuldigt; der Prozess zieht sich zwei Jahre hin, wird dann anfangs 1642 von der Erzherzogin Claudia, als Landesfürstin, „aus gewissen bewegenden Ursachen" eingestellt. Fieger ist auch landschaftlicher Abgeordneter, Gerichtsherr von Hörtenberg und stirbt am 30. Oktober 1642 in Hall, wo ein weißes Marmorgrabmal an der Pfarrkirche seine Begräbnisstätte bezeichnet.

1657-1664 Karl Benno von Fieger ist 46. Salzmaier, Sohn des Ferdinand von Fieger-Hirschberg und der Katharina von Geizkofler (1587), oo 1642 mit Maria Elisabeth von Taxis.

1631 "es habe Ursula von Fieger, verehelichte Mornauer von Liechtenwerth" (1550-1634) in ihrem einundachtzigsten Lebensjahre "nit ohne große Mühe, Arbeit, Nachsinnen und vielfältiges Nachfragen" eine Übersicht ihrer Nachkommen und der ihrer Geschwister verfasst; sie enthalte die Namen von über hundert Familien und bei fünfhundert Einzelpersonen". Fundstelle: Paul Freiherr von Kripp in seinem Büchlein über Johann Graf Stachelburg. Aber auch ihre Schwester Katharina, verehelichte Gienger von Grienpichl (1524-1602) führt eine Hauschronik mit verlässlichen Daten. Adeligen sind auch über den Familienkreis hinaus gehende Chroniken zu verdanken.

1642 die Tiroler Line wird freiherrlich.

1694 Ferdinand Freiherr Fieger von Hirschberg (Tiroler Line †1710) wird am 1. Juli Reichsgraf, oo Regina von Immhof, die letzte aus dem Geschlecht der Stauber, 1700 lässt er Schloss Mitterhart zu einem palaisartigen Ansitz ausbauen.

1720 Johann Anton Michael Graf von Fieger erbaut bis 1739 in der Gemeinde Fügen im Zillertal das "Fügener Schloss", in der heutigen Form. Aus einem ehemaligen Turm wird ein "Barockschloss", 1926 aus Privatbesitz vom Seraphischen Liebeswerk für Tirol und Salzburg erworben.

1734 Johann Philibert Fieger von Hirschberg (oberösterreichische Linie) wird durch Kaiser Karl VI. in den Freiherrnstand erhoben.

1736 Johann Philibert Fieger von Hirschberg (oberösterreichische Linie) wird in den Grafenstand erhoben.

1736 Johann Philibert Reichsgraf von Fieger stirbt am 8. Okt 1736.

1746 Johann Josef von Fieger erhält die Landsmannschaft im Erzstift Salzburg.

1802 Joseph Graf von Fieger stirbt im Damenstift zu Hall in Tirol und mit ihm erlischt der Tiroler Zweig im Mannesstamm.

1849  Franz de Paula Anton Fieger von Hirschberg stirbt am 4. 1. 1849 zu Linz als letzter des Oberösterreichischen Zweiges.