Schreibweisen  

Edler von Gartner auf Grub, von Gaertner, von Gaerttner, von Gärttner

 

   
Abstammung   Ursprünglich Vorderösterreich, dann Oberösterreich.

 

   
Verbindung   Michael Graf von Seeau oo Eva, Tochter des Johann Thomas Edler von Gartner auf Grub und der Johanna Wagner von Frommenhausen.

 

   
Wappen I   In Siebmachers Wappenbuch von 1605 auf Tafel 98. Schild rot-schwarz gespalten mit einer silbernen Jakobsmuschel. Auf dem Helm mit rot-silbernen und schwarz-silbernen Decken zwei Büffelhörner rot-silbern und schwarz-silbern geteilt. Dazwischen eine Pfauenfeder in natürlicher Farbe.

 

   
    noch nicht erhoben    
   

1654 Felix Casparus von Gaertner (....-1654), Obervogt von Gaildorf in Nördlingen. Fundstelle: Schultes Gaildorf, Familienpredigt.

1712 Johann Thomas Freiherr von Gartner stiftet die Kreuz-Seitenkapelle beim Eingang Karmeliterkirche in Linz. Er lässt den Marmoraltar errichten und eine Kreuzabnahme vom Münchner Maler Johann Degler anfertigen. Das jetzige Altarbild zeigt die Schmerzhafte Muttergottes. Die Rückseite bezeichnet als Künstler Josef Adolf Stanzl, Schüler Altomontes. Die Tafel der linken Kapellentür enthält die Grabschrift für Anna Sidonia (...-28. Juni 1707), geb. Wagner von Frommenhausen und deren Gatten Johann Thomas von Gartner, der 1712 den Stein setzen lässt. Die Wappen sind die der Gartner aus Schwaben und der Wagner von Frommenhausen.

1806 Franz von Gaertner (1794-1840), wiedischer Geheimrat, und Graf Solms richten ihre Hoffnungen auf den ausbrechenden Krieg zwischen Frankreich und Preußen. Sie glauben fest daran, dass die Preußen gewinnen und die alten Verhältnisse wieder herstellen würden. Napoleons Siege bei Jena und Auerstädt am 14.10. und der darauf folgende Zusammenbruch Preußens enttäuschen jedoch diese Erwartungen. Die beiden Männer verdoppeln ihre Anstrengungen, als 1812 durch die Katastrophe in Russland das Ende der napoleonischen Vorherrschaft heraufzieht.

1813 Franz von Gaertner und Graf Solms reisen im Herbst ins Hauptquartier der Alliierten nach Frankfurt und schließen sich den Verbündeten an.

1813 Franz von Gaertner wird zu Friedensverhandlungen bevollmächtigt, er folgt den verbündeten Mächten nach Chaumont, Paris und London und vertritt 1815 die Interessen von 57 mediatisierten Standesherren auf dem Wiener Kongress. Ungeachtet des Wohlwollens, das vor allem die Preußen den Vorstellungen Gaertners entgegenbringen, scheitert er mit seiner Mission. Um jedoch zu verhindern, sich den Fürsten zu Nassau unterordnen zu müssen, lässt August Fürst zu Wied-Neuwied am 30. April 1815 dem König von Preußen eine Note überreichen, worin er in seinem Namen und im Auftrag des Fürsten zu Wied-Runkel erklärte, dass das fürstliche Gesamthaus Wied sich mit seinen Besitzungen dem Schutz und der Hoheit des Königs von Preußen unterwerfe. In einer Kabinettsorder wird dieser "willkommene Wunsch" von König Friedrich Wilhelm III. angenommen.

1816 Carl von Gaertner wird zum Landrat für den standesherrlichen Kreis Neuwied ernannt. Weil das Innenministerium in Berlin eine Vermengung von mediaten und immediaten Gebieten ablehnt, erlangen die Verhältnisse im Neuwieder Bereich eine Sonderregelung. Man bildet zwei Kreise (14. 5. 1816), nämlich den "Standesherrlichen Kreis Neuwied", bestehend aus den Ämtern Neuwied, Heddesdorf, Altenwied, Neuerburg und Dierdorf mit 152 Gemeinden und 27.391 Einwohnern, und den Kreis Linz mit den Ämtern Linz und Hammerstein, insgesamt 23 Gemeinden mit 11.759 Einwohnern.

1817 Carl von Gaertner berichtet unter anderem folgendes an seinen König: "Die Bewohner der hiesigen Gegend sind im Durchschnitt fleißig und betriebsam. Auch zeichnen sich manche durch Kunstsinn aus. Verschiedene hiesige Eingeborene wohnen selbst zu Paris als Instrumentenmacher, Wagner, Schreiner usw. Die Roentgensche Kunstschreinerei, so wie die Spiel-Uhren des Peter Kinzing sind vor 20 und 30 Jahren berühmt genug, und selbst jetzt zeichnet sich Neuwied noch vor seinen Nachbarnstädten durch die vorzügliche Schreiner-Arbeit aus, welche daselbst verfertigt wird, so wie auch die Nachkommen jenes Kinzings noch vortreffliche Spiel-Uhren liefern. [...] Die Tracht der Landleute ist verschieden. Zur Arbeit tragen die Männer gewöhnlich tuchene Jacken, und einen leinenen Kittel darüber, an Sonn- und Feiertagen aber sieht man viele in Fraks, die meisten jedoch haben noch ihre altväterischen Röcke mit breiten Schößen. Stiefel sind Luxusartikel der Reichen, die Ärmeren ersetzen dieselben durch Schuhe und Kamaschen. Als Kopfbedeckung haben sie theils runde, theils die sogenannten spitzen Hüte von bekannter Form. Die Weiber machen größtentheils einen Aufwand, der ihre Kräfte und Verhältnisse übersteigt. Statt der dauerhaften selbst verfertigten und bereiteten Leinwand wird allgemein Cattun getragen; der, wenn gleich im Ankaufe wohlfeiler, doch wegen der geringen Haltbarkeit, und weil zu dessen Anschaffung baare Auslagen erfordert werden, für den Landmann nicht so zweckmäßig als Leinen ist. [...] Das Gewerbe, welches hier in der neueren Zeit mit dem größten Vortheil betrieben wird, ist unstreitig das Brandweinbrennen, wodurch jetzt ein großer Theil von Neuwied ernährt wird. [...] Die sehr bedeutenden Eisenwerke zu Rasselstein, Honnefeld, Raubach, Seifen, Reichenstein, werden schon lange nur noch schwach betrieben, weil durch die hohen eingehenden Rechte der Absatz nach Holland gesperrt ist, und die Eigenthümer überdies bei dem niedrigen Schwedischen Kurs mit den Schweden nicht Preiß halten können. Mehrere Eisenwerke, insbesondere die Clemenshütte, der Pastertshammer, sind ganz eingegangen. Ein Theil des gewonnenen Eisen wird zu Stäben geschmiedet, ein Theil auch zu Rasselstein zu Blech gewalzt, welches von der jetzt noch zu Andernach befindlichen Fabrik, die im nächsten Sommer wieder hierher verlegt werden soll, zu den bekannten sogenannten Gesundheits-Geschirren verarbeitet wird. [...] Der Kreis Neuwied führt aus: Früchte nach Linz, Mülheim, Cölln, Düsseldorf, eben dahin Kartoffeln, alsdann gemästetes Vieh, Eisen, Alaun, Brandwein, Bier, Baumwollene und Herrnhuter-, Verarbeiteten Tabac, Zichorien pp. Dagegen wird eingeführt Frucht/: nach Neuwied, von den Coblenzer und Dietzer Märkten:/ Colonialwaren, welche aus Holland bezogen werden, Niederländisches Tuch und andere Ellen-Ware pp. von den Frankfurter Messen, wofür Tabak, Wein usw. ausgeführt werden. Handels- Verbindungen bestehen hauptsächlich mit Amsterdam, Rotterdam, Cölln und Frankfurt am Main alsdann mit dem Westerwald, welcher letztere von Neuwied aus größtentheils mit seinem Warenbedarf versorgt wird. [...] Die Märkte zu Steimel sind nicht allein im hiesigen Kreise sondern weit und breit die berühmtesten, und werden das ganze Frühjahr, den Sommer und Herbst hindurch alle 14 Tage bis 3 Wochen gehalten. Hauptsächlich sind es Viehmärkte, welche häufig mit 2 bis 3000 Stück Vieh betrieben werden, indessen pflegt sich auch die ganze Gegend daselbst mit dem Bedarf in Krämer Ware zuversehn.- Viehhändler besuchen diese Märkte von 20 bis 30 Stunden weit. Streitigkeiten werden nach einem eigenen Marktrecht mündlich und summarisch verhandelt, Schuldsachen nach Wechselrecht entschieden. Die strengste Polizei wird ausgeübt, und Vergehen insbesondere Diebstahl auf der Stelle untersucht und sogleich nach den Vorschriften der Marktordnung bestraft. [...]"

1817 umfasst der Kreis Neuwied die Bürgermeistereien Altenwied, Anhausen, Asbach, Dierdorf, Heddesdorf, Neuerburg, Neustadt, Neuwied, Niederwambach und Puderbach.

1822 Carl von Gaertner, bisheriger Landrat des Kreises Neuwied übernimmt auch die Verwaltung des Kreises Ahrweiler. Das Ende des Kreises Linz kommt, als das Verhältnis der fürstlich-wiedischen Standesherrschaften zum Preußischen Staat gemäß dem auf dem Wiener Kongress gegebenen Versprechen im Jahre 1820 so geregelt wird, dass neben der landrätlichen Verwaltung des Kreises Neuwied eine fürstlich-wiedische Regierung entstehen soll, der die Polizei-, Kirchen-, Kommunal- und Schulsachen übertragen werden, sie kann jedoch erst am 30.4. 1827 eingerichtet werden. Dem Landrat zu Neuwied bleiben somit nur die Hoheits-, Militär- und Steuerangelegenheiten, so dass die Staatsregierung die Zeit für gekommen sieht, den kleineren Kreis Linz 1822 in den Kreis Neuwied einzugliedern. Kurz zuvor ist auch die Bürgermeisterei Engers aus dem Landkreis Koblenz aus- und in den Kreis Neuwied eingegliedert worden, lediglich die Gemeinde Irlich ist aus dem Bürgermeistereiverband Engers aus- und der Standesherrschaft Neuwied eingegliedert worden, unter Zuweisung an die Bürgermeisterei Heddesdorf. Damit hat der Kreis Neuwied mit 42.000 Einwohnern einen Gebietsstand erreicht, den er - von kleinen Grenzverbesserungen im Zuge der jüngsten territorialen Verwaltungsreform abgesehen - bis heute gehalten hat (182.124 Einwohner am 30.6.1998). Landrat des neuen Kreises Neuwied mit dem Dienst- und Wohnsitz in Neuwied wird am 1.5. 1822 der Landrat des Kreises Linz, Philipp Freiherr von Hilgers (1785-1852).

1833 Carl Friedrich von Gaertner, Professor Dr. med., Tübingen 16.XI. 1786-17.X. 1833, Grabrede 19.X. 1833 von J. G. Pressel. Fundstelle Tübingen: E. T. Eifert o. J. (1833), Familienpredigt.

1859 Christiane Sibylle von Gaertner, geb. Wagner, 1785-1859, Familienpredigt

1861 Christian von Gaerttner (1788-1861), Staatsminister, Stuttgart 1788-1861, Familienpredigt

1866 Friederike von Gaerttner, geb. Authenrieth, 1796-1866, Familienpredigt

1885 Eduard von Gaerttner, Geheimer Rat, 1822-1885, Familienpredigt

1895 Hertha von Gaertner (25. Juli 1895 in Berlin - 7. Januar 1928 in Morogoro, Namibia). oo 25. September 1920 Berlin: Konrad Kraft Mortimer Freiherr von Falkenhausen.