Schreibweisen   von Gatterburg, von Gattermeyer, Gattermaier

 

   
Abstammung   Aus dem Lande ob der Enns nach Niederösterreich eingewandert.

 

   
Ansitze  

Schloss Schönbrunn in Wien, früher Gatterburg. Der spätere Kaiser Matthias ließ das Jagdschlösschen Gatterburg im Gebiet des Gatterhölzls, wo heute das Schloss Schönbrunn steht, ausbauen.

In Retz steht das Schloss Gatterburg, in dem sich auch das Archiv der Grafen von Gatterburg befindet.

Palais Gatterburg, Dorotheergasse 12, A-1010 Wien.

Im XIX. Wiener Gemeindebezirk gibt es zwischen Döblinger Hauptstraße und Billrothstraße eine Gasse, die nach Therese Gräfin von Gatterburg, einer früheren Besitzerin der Herrschaft Döbling, benannt ist.

Schloss Gatterburg in Pasing Planegger-Strasse, Wohnsitz des Grafen Gatterburg, Inhaber der Papierfabrik, erster Ehrenbürger der Stadt Pasing. Fundstelle: Pasinger Archiv

 

   
Verbindung  

Ferdinand Friedrich Reichsgraf von Seeau zu Mühlleuthen, Freiherr auf Würting, Moos, Litzlberg (1693-1745) 1.oo 1731 mit Maria Anna Monika, Tochter des Konstantin Reichsgrafen von Gatterburg, Freiherren auf Retz, Zwölfaxing, Pellendorf, Hösting und Boskowartin und der Maria Theresia Bengina Reichsfreiherrin Stöckhel von Löwenstock.

Josef Anton Graf Seeau von Mühlleuten (1713-1799), Theaterintendant, Sohn des Anton Nikolaus Franz Xaver Graf von Seeau († 1755) und der Maria Susanna Eusebia Freiin von Kageneck († 1729), Tochter des Johann Friedrich Freiherrn von Kageneck. oo 9. 4. 1740 Maria Anna Gräfin von Gatterburg † 4. 7.1787 München.

 

   
Wappen I Stammwappen   Auf Silber ein dreifaches silbernes Fallgitter. Kleinod ein geschlossener roter Flug, mit der Schildfigur belegt. Decken rot-silbern.

 

   
Wappen II 1561   Geviert mit dem Stammwappen als Herzschild. 1 und 4 in Rot eine linke silberne Seitenspitze belegt mit einer Rose und begleitet von zwei Rosen verwechselter Farbe. 2 und 3 von Schwarz und Gold dreimal gespalten. Als Kleinod ein offener Flug, rechts bezeichnet wie 1 und 4, links wie 2 und 3. Decken rot-silbern und schwarz-gold.

 

   
Wappen III 1653   Geviert. 1 und 4 das Stammwappen. 2 und 3 von Silber über Rot geteilt, oben zwei unten eine Rose in verwechselten Farben. Zwei Helme mit rot-silbernen Decken. 1. geschlossener roter Flug, mit dem silbernen Fallgitter belegt. 2. geschlossener Flug bezeichnet wie 2 und 3.

 

   
Wappen IV 1717   Geviert mit gekröntem roten Mittelschild, darin das silberne Fallgitter des Stammwappens, mit goldenen Nägeln beschlagen und mit goldenem Aufhängering. 1 und 4 in Gold ein hervorgehender gekrönter schwarzer Adler. 2 und 3 von Silber über Rot geteilt, drei (2, 1) Rosen in verwechselten Farben. Auf dem Schild die Grafenkrone, darauf drei gekrönte Helme mit rot-silbernen Decken. 1. der geschlossene roter Flug, mit dem silbernen Fallgitter belegt. 2. gekrönter schwarzer Adler, 3. geschlossener Flug bezeichnet wie 2 und 3. Schildhalter ein Löwe und ein Greif, beide in natürlicher Farbe.

 

   
    I. Aegyd I. Gattermaier oo um 1504 Maria Magdalena Fuchsin. (1) Michael, (2) Niklas, (3) Wolfgang.

II. Michael Gattermaier oo Maria Ursula. (1) Aegyd II., (2) Andreas, (3) Hans Georg, (4) Martin, (5) Bartolomä, (6) Mathias.

III. Aegyd II. von Gattermaier oo Margaret Schober von Falkenstein und Moosbrunn. (1) Aegyd III.

III. Aegyd III. von Gattermaier. oo Helene Hofer von Hof. (1) Karl Ludwig, Ritter vom heiligen Grabe und Hofkammerrat, (2) Maximilian Ernst Hofzahlmeister und Handgraf in Niederösterreich und Mähren, (3) Franz Elias, fürstlich olmützer Oberhauptmann der bischöflichen Herrschaften Prieglitz und Mura in Mähren.

IV. Maximilian Ernst von Gattermaier wird der Geschlechtername Gatterburg verliehen, † 1688, †† Franziskanerkirche Wien

V. Constantin Joseph Graf von Gatterburg, k. k. Mundschenk, Hofkammerrat, Herr der Herrschaften Althof, Rötz (Retz), Zwölfaxing und Pellendorf, * 1665, † 30. 11. 1734, †† Franziskanerkirche Wien. oo Maria Benigna Freiin von Löwenstock, 3 Töchter, 6 Söhne, von denen 3 im Kindesalter sterben. (1) Karl Friedrich, churfürstlich mainz'scher Hofrat , erbt die Herrschaft Retz und † 1773 Retz, ohne Nachkommen. (2) Konstantin Joachim, erbt die Herrschaften Hösting und Boskowstin, † 1771 unvermählt. (3) Anton Paul w.f.

VI. Anton Paul Graf von Gatterburg, k. k. Hauptmann, † 1771, †† Franziskanerkirche Wien. oo Maria Anna von Hawranek (1) Prokop Anton w.f.

VII. Prokop Anton Graf von Gatterburg, oo Maria Anna Maria Anna Vetter von der Lilien (Gräfin zur Lilie). (1) Karl Josef w.f.

VIII. Karl Josef Graf von Gatterburg, k. k. Kämmerer, Major, erwirbt sich durch bravouriöse Tapferkeit im polnischen Feldzug das Ritterkreuz des Mariatheresiaordens.

 

   
   

Die Gattermayer (ab 1653 Gatterburg) kommen unter Kaiser Maximilian I. und Karl V. als Rittergeschlecht aus dem Lande ob der Enns nach Niederösterreich.

1558 Michael Gattermaier, unter Kaiser Ferdinand I. Hauptmann über ein Fähnlein deutsches Fußvolk, fällt bei der Besatzung von Komoron 1558.

1561 Aegyd II., Andreas, Hans Georg, Martin, Bartolomä, Mathias, Söhne des Michael Gattermaier, werden am 30. 7. von Kaiser Ferdinand I. in den rittermäßigen Adelstand erhoben und ihnen zu ihrem althergebrachten Wappen (ein weißes Einhängegitter in rotem Schild) ein vermehrter vierfeldriger Wappenschild verliehen.

1598 Hans Georg von Gattermaier, Oberstlieutnant unter Kaiser Rudolf II., fällt 1598 vor Raab.

1592 Aegyd II. von Gattermaier, Rat und Kriegszahlmeister, bekommt von Kaiser Rudolf II. die ehemalige Katerburg (heute Schloss Schönbrunn) geschenkt. Ab nun wird die Katerburg "Gatterburg" genannt, das Waldholz, das das Schloss einschließt, heißt ab nun Gatterhölzl, eine dabei befindliche Mühle die Gattermühle, ein eingegliederter Maierhof heißt Gattermaierhof. Aegyd besitzt auch ein Haus in der Breidna (Bräunerstraße) und das Schloss Rauhenstein bei Baden.

1598 Aegyd II. von Gattermaier stirbt 1598 in Wien. Nach Aegyds Tod wird der gesamte Besitz um die Gatterburg Eigentum des Hofes und bleibt es bis zur Enteignung 1919.

1607 Aegyd III. von Gattermaier kauft Gut Steiningersdorf vom Kloster Pernegg, Gersthof bei Wien, besitzt den Schwerthof in Himberg,

1626 Mathias, Andreas und Georg, Söhne des Mathias von Gattermaier, k. k. Oberst-Proviantmeister in Ungarn, werden am 23. 5. 1626 von Kaiser Ferdinand II. als König von Ungarn in den ungarischen Adelsstand erhoben.

1629-1640 Aegyd III. von Gattermaier, kaiserlicher Oberpfleger der zur Hofkammer eingezogenen Herrschaften Schwertberg, Windeck und Hauss in Oberösterreich

1653 Karl Ludwig, Maximilian Ernst und Franz Elias, Söhne des Aegyd III. von Gattermaier werden von Kaiser Leopold I. am 15. 10. 1653 in ihrem ritterlichen Adelstand mit einer Wappenverbesserung bestätigt und ihnen zugleich gestattet, den bisherigen Geschlechternamen Gattermaier abzulegen und sich fürderhin Gatterburg zu schreiben.

1674 Maximilian Ernst (1616-1688) von Gatterburg kauft Schloss und Gut zu Zwölfaxing von Rudolf Freiherr von Pucher zu Meggenhausen.

1675 Maximilian Ernst von Gatterburg und sein Bruder Karl Ludwig werden am 14. 6. unter die neuen Rittestandsgeschlechter aufgenommen.

1676 Max Servatius, Sohn des Maximilian Ernst, nö. Landrechtsbeisitzer, 1684 in den nö. Ritterstand, 1689 in den alten Stand aufgenommen.

1678 Constantin Joseph von Gatterburg, Sohn des Maximilian Ernst, oo 1678 Wien: Maria Theresa Benigna, Tochter des Christoph Ernst von Löwenstock (Löwenthurm) und der Eva Elisabeth von Seldern.

1606 Constantin Joseph von Gatterburg wird unter die alten Ritterstandsgeschlechter aufgenommen.

1709 Josef von Gatterburg erwirbt das Schloss Retz und beginnt 1712 mit der Barockisierung des Hauptgebäudes. Seither ist das Schlossgebäude weitgehend unverändert geblieben.

1709 Konstantin Josef Graf von Gatterburg erwirbt die Herrschaft Rötz (Retz) in Niederösterreich samt Schloss. 1486 Nikolaus von Bethlen, der nach der Übergabe der Stadt Retz an König Mathias Corvinus Stadthauptmann und Burggraf ist, beginnt Schloss Retz, als das "neue" Schloss anstelle des Meierhofes im spätgotischen Stil zu bauen, worauf auch heute noch die Schneckenstiege und die unteren Räume verweisen.

Das Schlossgasthaus in der Gatterburg in Retz wird gegründet. Der Ausschank erfolgt bis heute auf Grund der Leutgebgerechtigkeit (deshalb wird ein Wirt auch als Leutgeb bezeichnet).

1710 Constantin Joseph von Gatterburg erwirbt die Herrschaft Pellendorf, er vereinigt den Ort mit der Herrschaft Zwölfaxing . Das Gut Pellendorf wird nach mehrmaligen Besitzwechsel schließlich vom Besitzer der Brauerei Schwechat, Anton Dreher, erworben und gehört noch heute den Nachkommen dieser Familie.

1712 Konstantin Josef Graf von Gatterburg beginnt mit der Barockisierung des Hauptgebäudes von Schloss Retz. Seither bleibt das Schlossgebäude weitgehend unverändert. In der Folge wird das Anwesen ausgestaltet, barockisiert und erhält auch das charakteristische Türmchen aufgesetzt. Das Schloss ist Privatbesitz der Familie Suttner-Gatterburg.

1715 Constantin Joseph von Gatterburg erwirbt die Herrschaft Retz.

1717 Constantin Joseph von Gatterburg wird von Karl VI. in den Grafenstand erhoben.

1718 Constantin Joseph Graf von Gatterburg wird in das nö. Herrenstandsconsortium recipiert.

1720 Constantin Joseph von Gatterburg kauft die Herrschaft Hösting und Boskowstin in Mähren.

1724 Konstantin Josef Graf von Gatterburg erbaut in Retz eine "Seemühle" (Windmühle), deren Vorgängerin "daselbst schon Jahrhunderte lang verfallen ist".

1731 Ferdinand Friedrich (1693-1745) Reichsgraf von Seeau zu Mühlleuthen, Freiherr auf Würting, Moos, Litzlberg. 1.oo 1731 mit Maria Anna Monika, Tochter des Konstantin Reichsgrafen von Gatterburg, Freiherren auf Retz, Zwölfaxing, Pellendorf, Hösting und Boskowartin und der Maria Theresia Bengina Reichsfreiherrin Stöckhel von Löwenstock, * 4.5.1705, † Temesvar.

1740 Josef Anton Graf Seeau von Mühlleuten (1713-1799), Theaterintendant, Sohn des Anton Nikolaus Franz Xaver Graf von Seeau († 1755) und der Maria Susanna Eusebia Freiin von Kageneck († 1729), Tochter des Johann Friedrich Freiherrn von Kageneck. oo 9. 4. 1740 Maria Anna Gräfin von Gatterburg † 4. 7.1787 München.

1771 Anton Paul von Gatterburg † 1771 Wien, oo Maria Anna Franziska von Riby-Hawranek † 1790 Wien, Tochter des Wenzel von Riby-Hawranek und der Maria Theresa von Thomasi.

1771 Prokop Anton von Gatterburg, oo 1771 Sedlnitz bei Freiberg, Moravie: Maria Anna Vetter von der Lilien, Tochter des Karl, Joseph Vetter von der Lilien und der Maria-Luisa (Ludovica) von Orlik Freiin von Laziska.

1779 Jeanne von Gatterburg † 1779 Retz, oo Jozsef Szapary de Muraszombath Széchyszig

Maximilian Ernst von Gatterburg, oo Maria-Magdalena von Löwenthurn, Tochter des Friedrich, Philipp von Löwenthurn und der Maria Teresa Lindenspür.

1799 Johanna von Gatterburg * 4. Juli 1779 Retz, † 12. April 1812 Pozsony oo 15 Jan 1799 Wien: József Szapáry (1) Ferenc Szapáry, (2) Leopoldina Szapáry

Therese Gräfin von Gatterburg, Besitzerin der Herrschaft Döbling, nach ihr ist die Gatterburggasse, zwischen Döblinger Hauptstraße und Billrothstraße, benannt. Dagegen sind die Gatterholzgasse und Gatterhölzl Hinweise auf Schönbrunn.

1840 Karl Beck, Augsburger Fabrikbesitzer, kauft vom Ritter von Hilz ein Gut in Pasing am Südende des Dorfes, heute Planegger-Straße. Anschließend erbaut er ein Schloss im klassizistischen Stil an Stelle von drei Bauernhöfen (heute Schloss Gatterburg). 1864 geht das Schloss an seinen Schwiegersohn, den Reichsgrafen Franz von Gatterburg. Der alte Kreuzgewölbekeller, auf der Insel im Garten des Instituts der Englischen Fräulein, ist das heute das letzte Überbleibsel des alten Schlosses und somit das älteste Gebäude Pasings.

1860 Constantin Ferdinand Graf von Gatterburg, * 29. 2. 1860, k. k. Kämmerer und Oberstleutnant im 3. Landwehr Dragonerregiment, Landtagsabgeordneter, oo Hedwig Gräfin Mloecki auf Monosterzyska, zwei Söhne.

1945 Matthias Suttner, der Neffe des verunglückten Namensträgers Gatterburg, nimmt den Doppelnamen Suttner-Gatterburg an und führt seither die Traditionsgaststätte weiter. Bis zum heutigen Tage betreiben die Nachfahren der Grafen Gatterburg in Retz Weinbau.

2001 Angela von Gatterburg (1957-...), Roman Contessa, List Verlag. Das Leben einer widerspenstigen Adelstochter Clara in den 1950er Jahren als Ablenkung von der Realität. Angela von Gatterburg schreibt Komisches über ihre adelige Verwandtschaft in Form von Edelkitsch. Auch die simple allegorische Figur der allwissenden Fee, die alle Familiengeheimnisse enthüllt, muss der Leser schlucken.