Schreibweisen   Herr von Gera, Gerra von Gerra.

In der Slowakei: pánov z Gary, grófov z Gary

 

   
Abstammung der Gera in Sachsen   Das Adelsgeschlecht der Gera ist sächsischer Uradel und nennt sich nach der Stadt Gera, die "Herrn von Gera" tragen ausschließlich den Namen Heinrich. Heinrich I. stirbt 1193 und Heinrich XV. - der letzte - stirbt 1550 und mit ihm erlischt das Geschlecht der Gera in Sachsen.

Im 12. Jahrhundert setzen die Staufer zur Sicherung ihrer Königsgewalt Vögte ein, die der Region den Namen "Vogtland" geben. Ab 1209 nennen sie sich Vögte von Weida und ab 1244 Vögte von Weida, Gera und Plauen.

 

   
Abstammung der Gera in Österreich  

Ein Zweig des Adelsgeschlechts der Herrn von Gera wandert 1371 über Bamberg in Franken nach Kärnten ein. Er begütert sich in der Steiermark, Österreich unter und ob der Enns und später wohl auch in Pressburg. Das Geschlecht erlischt 1743 endgültig mit der oberösterreichischen Linie.

Die Burg Nordhalben sichert im 14. Jahrhundert die wichtige Handelsstraße von Nürnberg nach Erfurt und Leipzig und ist zunächst gleichzeitig, später abwechselnd, im Besitz des Bistums Bamberg und der Vögte von Gera. Später gehört die Burg den beiden herrschaftlichen Anliegern je zur Hälfte.

Die zweizinkige Gabel im Wappen nehmen die Herrn von Gera aus ihrer alten Heimat mit. Dabei handelt es sich um eine so genannte Forke oder Schlackengabel des Hüttenmannstandes, wie sie sich auch im Wappen der sächsischen Grafen von Schwarzburg findet.

Ansitze in Österreich sind Arnfels, Devin, Eschelberg, Lichtenhaag Stamaried, Schöndorf, etc.

 

   
Verbindung   Johann Friedrich von Seeau auf Würting († 1729) oo Maria Eleonora, Tochter des Johann Veit Herrn zu Gera. (1) Christoph Friedrich (2) Josef Simon Diedrich

Johann Ehrenreich von Seeau zu Helfenberg I (1666-1708), oo 1681 Maria Barbara Herrin zu Gera, Tochter des Johann Veit Herrn zu Gera. (1) Anton, (2) Friedrich, (3) Franz Josef, (4) Karl Ludwig, (5) Franz, (6) Theresia, (7) Maria Katharina, (8) Maria Cäcilia, (9) Maria Josefa

 

   
Wappen Gera in Sachsen  

Wappen in Siebmachers Wappenbuch von 1605 auf Tafel #.

Im Stammwappen der Herrn von Gera findet sich in den Hauszeichen der Schwarzburger wieder. Die Hauszeichen der Schwarzburger werden allgemein Gabel und Kamm genannt. Sie zählen zu den frühen Wappenzeichen dieses Geschlechts, das zu den ältesten in Deutschland gehört. Bei der zweizinkigen Gabel handelt es sich um eine Forke oder Schlackengabel des bedeutenden Hüttenmannstandes. Der "Kamm" ist wahrscheinlich ritterliche Helmzier.

Ein Brackenkopf ist das Beizeichen im Wappen der Herrn von Gera.

Es gibt schon früh enge familiäre Verbindung der Herrn von Gera mit dem Hause von Schwarzburg: Heinrich I. † 1193 ist mit Juliane von Schwarzburg verheiratet. Heinrich VII. † 1420 mit Elisabeth von Schwarzburg-Blankenburg. Heinrich VIII.  †~1426; mit Wilburg von Schwarzburg-Leutenberg.

Die Grenzsteine des Rennsteiges mit einer zweizinkigen Gabel als Wappen stehen für die Fürstentümer Schwarzburg-Rudolstadt und Schwarzburg-Sondershausen. Die Gabel ist dabei das Symbol der Goldwäscher des Schwarzatales. Diese Wappen finden sich heute noch in großer Zahl am Rennsteig. 1330 erste urkundliche Nennungen des Rennsteiges als Grenzmarkierung, der mit einer Gesamtlänge von etwa 170 km von Eisenach bis Blankenstein führt.

Die Kreiswappen des Landkreises Saalfeld-Rudolstadt erinnert noch an die alten Grafenwappen. Es ist geviert. Feld 1 und 4 auf Gold einen schwarzen, golden nimbierten, rot bewehrten Doppeladler, die Brust belegt mit einem goldenen Schild und einem Fürstenhut, über den Adlerköpfen schwebend eine Kaiserkrone mit roten Kappen, in den Fängen ein goldenes Zepter und einen goldenen Reichsapfel haltend, darunter eine rote Streugabel über einem roten Kamm. Feld 2 und 3 neunmal von Schwarz und Gold geteilt, belegt mit einem schrägrechten grünen Rautenkranz. In den Quartieren 1 und 4 ist jeweils das kleine Staatswappen der ehemaligen Fürstentümer Schwarzburg. Der in Verbindung mit der Erhebung der Schwarzburger in den Reichsfürstenstand 1697 als Gnadenzeichen verliehene kaiserliche Reichsdoppeladler wird im 19. und anfangs des 20. Jahrhundert als kleines Staatswappen geführt.

 

   
Stammwappen  

Auf schwarzem Dreiberg eine zweispießige rote Feuergabel.

   
Wappen der Herrn von Gera in Österreich  

Wappen in Siebmachers Wappenbuch von 1605 auf Tafel 20. Schild geviert, Feld 1 und 4 auf Gold ein schwarz über schwarz-gold geteiltes vierzehnendiges Hirschgeweih (von Schödl). Feld 2 und 3 auf schwarzem Dreiberg eine zweispießige rote Feuergabel. Auf dem linken Helm mit schwarz-goldenen Decken eine gold bekleidete gekrönte Jungfrau mit silbernem Kragen und dem wachsenden Hirschgeweih. Auf dem rechten Helm mit rot-silbernen Decken ein offener Flug, links rot über Silber, rechts Schwarz über Gold, dazwischen wachsend das zweispießige rote Gehörn.

 

   
Wappen I  

Im Siebmacher von 1857ff:
Wappen I Stammwappen: In Silber auf einem schwarzen Dreiberg eine rote, mit den Zinken aufwärts gewendete, Feuergabel. Auf gekröntem Helm mit rot-silbernen Decken die rote Gabel zwischen offenem silbernen Flug.

 

   
Wappen II  

Wappen II quadriert: 1 und 4 Stammwappen, 2 und 3 in Silber ein von schwarz und gold geteiltes ganzes Hirschgeweih (von Schödl). Zwei gekrönte Helme. Auf dem 1. Helm mit rot-silbernen Decken das Stammkleinod, jedoch die Adlerflügel schwarz-gold respektive silber-rot geteilt. Auf dem 2. Helm mit schwarz-goldenen Decken eine gestümmelte schwarz gekleidete gekrönte Jungfrau mit silberner Kragen, die Krone mit dem vorgenannten Hirschgeweih besteckt.

 

   
Ältere Linien Gera und Plauen   Heinrich I. † 1193; 1.oo Leukard von Lauterburg 2.oo Juliane von Schwarzburg. (1) Heinrich II. w.f.

Heinrich II. † <1209; oo Berta NN

Heinrich III. Vogt von Weida, † <1224

Heinrich IV. Vogt von Gera, Deutscher Ritter 1237, † 1249/50; oo Jutta NN (1) Heinrich I., Vogt von Plauen, † 1295/1296; 1.oo Adelheid von Lobdeburg. 2oo Kunigunde von Luetzelstein. (2) Heinrich I, Vogt von Gera w.f., † <1274, oo Leukard von Heldrungen. (3) Heinrich Prior in Erfurt, † >26.9.1259. (4) Heinrich Dominikaner in Magdeburg, † <17.8.1251

Spaltung in die Linien Gera und Plauen

Bei der Landesteilung zweigen sich Vögte von Gera und Plauen von den Vögten aus Weida ab. Das Münzrecht verbleibt bei der Familie aus Weida, die sich jedoch nur auf Weida beschränkt und somit die Rechte von Gera an ihre Vettern abgibt. Da heute noch eine Großzahl von mittelalterlichen Münzen erhalten ist, kann man einen guten Einblick in die Entwicklung des Marktes und der mittelalterlichen Stadt gewinnen.

 

   
Hauptstamm zu Gera   Heinrich I. Vogt von Gera, † <1274; oo Leukard von Heldrungen (1) Heinrich II. w.f.  †1306; oo Irmgard von Orlamuende. (2) Heinrich III. Vogt von Gera, † <20.6.1309

Heinrich II. Vogt von Gera (1274-1306), † 1306; oo Irmgard von Orlamuende. (1)  Heinrich IV. Vogt von Gera; oo <1321 Sofie Schenkin von Dornburg (†>1331). (2) Heinrich V. w.f.

Heinrich V. Vogt von Gera, † 1377; oo Mechtild von Käfernburg († <1376). (1) Heinrich VI; oo Jutta Reuss. (2) Heinrich VII.  w.f.

Heinrich VII. Herr von Gera, * 1341, †1420; 1.oo Elisabeth von Schwarzburg-Blankenburg († >28.5.1399); 2.oo 1402 Lutrade von Hohnstein (†>24.4.1446). (1) Heinrich, † 1412. (2) Heinrich VIII. w.f. (3) Heinrich IX. w.f. *1406, †1482

Heinrich VIII. Herr von Gera, * 1404, †~1426; 1.oo Margarete von Wertheim († <25.3.1425); 2.oo <2.5.1426 Wilburg von Schwarzburg-Leutenberg.

Heinrich IX. Herr von Gera, * 1406, † 1482; oo <5.5.1439 Mechtild (Metze) Gräfin von Schwarzburg-Wachsenburg († >24.4.1446). (1) Heinrich Kanonikus in Köln, † >3.4.1451. (2) Heinrich XI. Herr von Gera † 1508. (3) Heinrich XII. Herr von Schleiz † 1500 w.f.

Heinrich XII. Herr von Schleiz, † 1500; oo Hedwig von Mansfeld-Heldrungen. (1) Heinrich XIV w.f. † 1538. (2) Heinrich XV w.f. † 1550. (3) Katharina oo 1496 Heinrich XI. Reuss zu Greiz. (4) Brigitte, †1552; oo Nikolaus (Mikulas) IV. Hassenstein (Hasistejnsky) von Lobkowitz (†1531). (5) Anna Priorin in Cronschwitz, †1555

Heinrich XIV. Herr von Gera und Schleiz, † 1538; 1.oo <19.9.1502 Magdalene von Minitz; 2.oo 1515 Anna von Beichlingen († 1571). (1) Magdalene, † <13.1.1527. (2) Anna, † jung. (3) Hedwig, † 1531; oo Ct. Johann II. von Gleichen-Rhemda († 1545)

Heinrich XV. Herr von Gera und Schleiz, † 1550. 1547 geht die Stadt Gera an den Burggrafen vom Meissen über. 1.oo Ludmilla von Lobkowitz (†1532). 2.oo Margarete NN. 3.oo 1550 Margarete von Schwarzburg-Leutenberg († 1559)

 

   
Hauptstamm zu Kärnten  

I. Peter Herr von Gera wandert 1371 mit seinem Sohn Georg von Gera im Auftrag des Landesherrn über Bamberg in Franken nach Kärnten ein.

II. Georg Herr von Gera und sein Vater Peter besitzen 1402 Schloss und Herrschaft Strassfried und sind fürstlich bambergische Hauptmänner zu Wolfsberg. (1) Johann w.f.

II. Johann Herr von Gera, oo Margarethe von Schödl, die letzte ihres Geschlechts, 3 Töchter und 6 Söhne, von denen nur Andreas den Stamm vererbt. Neben dem Familienvermögen derer von Schödel erben die Gera auch das Wappen.

III. Andreas I. Herr von Gera (…-1486 in Villach), fürstlich bambergischer Rat, Vicedom in Kärnten. 1.oo Maria Magdalena von Wixenstein. 2.oo Ottilia von Görtschach. Sieben Söhne. Es entstehe die Linien nach (1) Sigismund IV. w.f. steirische Linie, (2) Andreas, (3) Jodokus (Jost, Jobst), w.f. niederösterreichische Linie I. Nachkommen aus zweiter Ehe (4) Erasmus w.f Mühlviertler Linie, (5) Wilhelm w.f Mühlviertler Linie.

 

   
Mühlviertel  

IV. Wilhelm Herr von Gera, 1.oo Sophia von Himmelberg, 2.oo Sophia Zwickel von Weyr, Witwe des Max Leisser, 3.oo Veronika von Schrottenbach (Schrattenbach).

IV. Erasmus I. Herr von Gera Ritter zu Arnfels (1520-29. 9. 1567 Wien) oo Ester Herrin von Stubenberg. (1) Erasmus II., (2) Hans Christof.

V. Johann Christoph Herr von Gera, 1606 am 12. 4. in den alten Herrenstand Österreichs ob der Enns aufgenommen, erscheint als erster aus der Familie als Besitzer der Herrschaft Eschelberg im Mühlviertel, dann als Herr zu Arnfels und Ober-Wildon in Steiermark und als Pfandinhaber von Wachsenberg und Freistadt im Lande ob der Enns. 1604 Johann Christoph übersiedelt von Arnfels nach Eschelberg. 1608 Herrenstandsverordneter. 1609 Johann Christoph stirbt am 12. 9. in Folge eines im Landhaus in Linz erlittenen Schlaganfalls.

V. Erasmus II. Herr von Gera Ritter zu Arnfels (…-12. 9. 1609 Wien), 1.oo 1553 Erasmus ist noch mit Magdalena von Türzin (Thursin), Tochter des Christoph Freiherrn Thurzo (Thurzoniset) von Bethlenfalva vermählt. 1564 Erasmus 2.oo Sara, Tochter von Schärfenberg, Witwe des Grafen Hermann von Montfort, welche ihm ebenfalls im Tode voraus geht, † 24. 10. 1566, †† Michaelikirche zu Wien mit Erasmus. Kämmerer von Kaiser Ferdinand I., Hofkammerrat, Hauptmann zu Pettau, 1563 geheimer Rat und Hofkammerpräsident, Würden, die er wohl für die Opferwilligkeit erhält, in der er in der misslichen finanziellen Lage von Kaiser Ferdinand I. auszuhelfen weiss. Sein Bruder Wilhelm steht ihm dabei zur Seite. 1553 bekommen die Brüder von Kaiser Ferdinand I. einen Pfandbrief über Herrschaft und „Veste Wachsenberg com pertinentis“ im Mühlviertel um 12.095 Gulden 34 Kreuzer auf Lebenszeit und noch 15 Jahre den Leibeserben der Erasmus versetzt. 1554 Erasmus wird zu Wien am 30. März das Umgeld und die Urbarsteuer des Marktes Ottensheim, die ihm durch Vergleich von Christoph von Rabenhaupt abgetreten, bestätigt und lebenslänglich bewilligt. 1555 streck Erasmus dem Kaiser Ferdinand I. 23.000 Gulden zur Einlösung der seit 1518 an das Hochstift Salzburg auf Wiederkauf gegebenen Herrschaft Petto (Pettau, Ptui) in der (Süd-)Steiermark vor, wofür er dieselbe, wie auch Stadt und Landgericht Pattau, noch im nämlichen Jahre um 800 Gulden und Bestandsbesitz erhält. 1557 wird das „ausgenommen was Kriegssachen und die Bewahrung der Stadt betrifft“ am 1. 10. zu Wien verbrieft. 1560 verschreibt Kaiser Ferdinand I. am 20. 8. seinem lieben, getreuen Erasmus von Gera wegen seiner ganz besonderen Treue und Verdienste um das Erzhaus 3000 Gulden jährliches Gnadengeld und versetzt ihm und seinen Söhnen mit Schuld- und Pfandbrief d. d. Frankfurt am Main 1. 12. 1562 für 24.010 Gulden, nebst Bewilligung von 15.000 Gulden Baugeld für das Schloss, die Herrschaft Freistadt in Österreich ob der Enns auf Lebenszeit. Aus erster Ehe: (1) Erasmus III. 1628 ob der Ennscher Herrenstandsverordneter, (2) Johann Christoph, (3) Wolf, 1629 ob der Ennsscher Herrenstandsverordneter, (4) Wilhelm

1614 Erasmus III. Herr von Gera und seinen Brüdern, Hans Christof, Wolf, Wilhelm gibt Kaiser Matthias die Pfandherrschaft Achsenberg für 330.000 Gulden d. d. Linz 29. 9. in freies unbeschränktes Eigentum.

VI. Erasmus III. Herr von Gera Ritter zu Arnfels (…-14. 9. 1657), Herr auf Wachsenberg, Eschlberg und Lichtenhag bei Gramastetten. Erasmus und sein Bruder Wolf sind eifrige Protestanten und werden durch den Lauf der Ereignisse mit fort gerissen. 1621 werden sie am 20. 3. als Rebellen verhaftet, nachdem Herzog Maximilian von Bayern von dem ihm verpfändeten Land ob der Enns schon Jahre vorher Besitz ergriffen hatte. Erasmus kehrt nach seiner Enthaftung zur katholischen Religion zurück, wird Kaiser Ferdinands III. Kämmerer, Obristleutnant, 1628 Verordneter des Herrenstandes ob der Enns. oo Anna Benigna des Heiligen Römischen Reiches Marschallin Gräfin Pappenheim, welcher Ehe der einzige Sohn (1) Johann Veit entsprießt. 1647 verkauft Erasmus Wachsenberg an Counrad Balthasar Graf und Herrn von Starhemberg. 

VI. Wolf Herr von Gera oo 1616 Maria Elisabeth Herrin von Volenstorf. Wieder frei gelassen emigrieren die Brüder Wolf und Wilhelm oo Susanna Katharina (der Schwester seiner Schwägerin) nach Nürnberg. Über deren etwaige Deszendenzen ist nichts bekannt.

VI. Karl Herr von Gera oo Rosina Herrin von Polheim, kinderlos.

VI. Johann Christoph Herr von Gera, oo Maria von Bardewik aus Holland, dorthin gegangen und bleibt kinderlos.

VII. Johann Veit Herr von Gera, 1665 Herrenstandsverordenter, 1666 erhält am 3. 9. auf sein Gesuch den Titel „hoch- und wohlgeboren“, 1681 Präsident der ob der Ennsschen ständischen Verordnete-Collegiums. Eschelberg mit Lichtenhag geht unter ihm ebenfalls in die Hände von Conrad Balthasar Graf und Herr von Starhemberg über. 1.oo 1658 Eleonora Isabelle, Tochter des Wolf Jakob Freihhern von Kazianer von Kazenstein, 2.oo 1689 Linz: Elisabeth Eleonora, Tochter des Sigmund Ferdinand Graf Kazianer von Kazenstein. † 1703 Johann Veit 27. 6., †† Engelszell. Aus erster Ehe: (1) Johann Adam, † 1687 unvermählt zu Prag, (2) Johann Christoph, churbayerischer Ritmeister, (3) Johann Sigismund † 1684 als kaiserlicher Lieutnant vor Neuhäusel in Ungarn, (4) Johann Weickard, Benediktiner zu Mondsee, (5) Johann Ernst (1656-1724), des steirischen Lanrechts Beisitzer oo 1686 Anna Barbara Gräfin von Wildenstein, † 29. 4. 1739, bleibt jedoch ohne Söhne. (6) Johann Otto w.f. Aus zweiter Ehe: (7) Johann Erasmus † früh, (8) Johann Maximilian w.f. (9) Maria Eleonora oo Johann Friedrich von Seeau auf Würting († 1729). (10) Maria Barbara oo 1681 Johann Ehrenreich von Seeau zu Helfenberg I (1666-1708).

VIII. Johann Otto Herr von Gera, kaiserlicher Hauptmann, Kommandant zu Brood in Kroatien oo Maria Susanna Freiin von Moscon. (1) Johann Josef, (2) Franz Adam, die aber keine Deszendez hinterlassen.

VIII. Johann Maximilian Herr von Geraoo Maria Eleonora Isabella von Pfligl, Witwe der Mathias Ferdinand Castner von Sigmundslust, bleibt aber ohne Leibeserben. 1731 im ständischen Ausschuss, ab 1733 Präsident des Ausschusses. † 1743 als der letzte seines Geschlechts in Oberösterreichs.

 

   
Niederösterreich I  

IV. Jodokus (Jost), (…-1554) Herr von Gera, nö. Ritterstands-Verordneter, oo Katharina von Haimb, 5 Söhne (1) Franz w.f. Niederösterreichische Linie, (2) Amand w.f. Oberösterreichische Linie

V. Franz Freiherr von Gera (…-1594) Herr von Gera zu Michelstätten und Clement, 1590 in die nö. Herrenstände aufgenommen, (1) Ehrenreich w.f.

VI. Ehrenreich Herr von Gera, Viertelhauptmann unter dem Mannhartsberg, 1619 auf nö. Landtagsversammlungen, (1) Franz Albrecht w.f.

VII. Franz Albrecht, oo Regina Elisabeth Freiin von Eibeswald, 2 Töchter. 

 

   
Oberösterreich  

V. Amand Herr von Gera zu Clement und zu Paasdorf. 1619 zieht er mit den Böhmen und Mähren das Schwert gegen Kaiser und Reich. 1620 in Acht und Bann erklärt und seine Güter konfisziert. 1629 begnadigt. (1) Wilhelm, oo Ottilia von Görtschach, hat nur Töchter. (2) Erasmus w.f.

VI. Erasmus Herr von Gera, ist k. k. Kämmerer, geheimer Rat und Hofkammerpräsident, Freiherr von Straßfried, Gurnitz und Arnfels, Pfandinhaber der Herrschaft Waxenberg und Freistadt in OÖ, oo Sara, verwitwete Gräfin Montfort, beide †† Wiener Hofpfarrkirche zu St. Michael.

VII. Johann Maximilian Herr von Gera, Präsident der oö. Verordneten, 1743 stirbt als letzter der Oberösterreichischen Linie im Mannessprosse.

 

   
Steirische Linie  

IV. Sigismund Herr von Gera (1) Raimund w.f.

V. Raimund Herr von Gera Freiherr auf Strassfried und Ärnfels (Steyermark), 1591 erbt er die nö. Herrschaften Dürnkant und Drösing von Johann von Lembach, Oheim seiner Gemahlin, als dem letzten seines Geschlechtes. 1605 kauft er vom Grafen von Althan  die Herrschaft Walterskirchen. 1.oo Maria Anna von Lembach, 2.oo Maria Magdalena von Grässwein. Alle Kinder stammen aus erster Ehe, von den 5 Söhnen sterben 3 unvermählt, (1) Adam Seyfried, (2) Georg Philipp w.f.

VI. Georg Philipp Herr von Gera (1) Georg Raymund w.f.

VII. Georg Raymund Herr von Gera stirbt ohne Nachkommen.

VIII. Andreas II., Herr von Gera, Sohn des Andreas I. und der Magdalena von Wixenstein, 1.oo Anna von Aichelburg. 2.oo Helena von Mallentein. Zwei Söhne, die ohne Nachkommen sterben. (1) Alexander III. oo Katharina Wetzerin von Spiegelfeld.

VIII. Sigmund Herr von Gera, Sohn des Andreas I. oo Catharina von Guttenstein (1) Georg (2) Raimund

 

   
Niederösterreich II  

VI. Georg Herr von Gera 1.oo Magdalena von Wixenstein, 2.oo Martha von Teuffenbach. Ohne Nachkommen.

VIII. Jobst Herr von Gera (…-1554), Sohn des Andreas II. und der Magdalena von Wixenstein, oo Katharina von Haimb. 1553 niederösterreichischer Ritterstandsverordneter. (1) Franz, 1590 in die nö. Herrenstandsgeschlechter einverleibt. 1572, 1583, 1590  zahlt er von seinem Gute Michelstellen und Clement (NÖ) die Leibsteuer und Hausgülten.

1589 Wilhelm Georg Herr von Gera, Franz Karl, Johann Crisoph, Raimund und Alexander von Gera werden von Kaiser Rudolf II. in den Freiherrnstand erhoben.

IX. Raimund  Herr von Gera (*1537, † 1607) 1.oo 15. 2. 1564 in Dürnkrut mit Maria Anna, Tochter des Georg Philipp von Lembach, welche die Güter Dürnkrut und Drösing in die Ehe bringt. 1592 Raimund wird mit den zu Dürnkrut gehörigen landesfürtstlichen Lehen belehnt. 1605 Raimund kauft aus diesem niederösterreichischen Besitz die Herrschaft Walterskirchen. 2.oo Magdalena von Gässwein. Nur Söhne aus erster Ehe, die alle ohne Nachkommen bleiben: (1) Georg Sigmund, oo Susanna, Tochter des Peter Freiherr von Draskovic. (2) Georg Friedrich, (3) Hanns Christoph, (4)  Andreas oo Esther von Fünfkirchen, (5) Jörg Philipp 1611 auf dem Kärntner Landtag. oo Magdalena von Ficin, Hofdame der Kaiserin Witwe Maria. Deren Sohn Raimund † 1641 im kaiserlichen Kriegsdienst. Damit ist diese Linie erloschen.

 

   
Familienchronik sächsische Gera   0995 die Landschaft Gera wird in einer Grenzbeschreibung des Burgwards Crossen erwähnt

0999 Kaiser Otto III. übereignet am 26. April durch eine in Rom ausgestellte Urkunde die "provincia Gera" mit allem Zubehör seiner Schwester Adelheid, Äbtissin zu Quedlinburg, zu ihrem Besitz. Die Äbtissinnen von Quedlinburg sind von 0999-1358 Stadtherrinnen von Gera.

Im Herzen des Vogtlandes eines riesigen geschlossenen Waldgebietes entsteht Anfang des 12. Jahrhundert im Zuge der Besiedelung durch Franken, Bayern und Thüringen als befestigter Punkt der Auerbacher Burgfried auf der Talsporn im Osten.

Im 12.Jahrhundert lösen die Vögte von Weida, die ursprünglich im Geraer Schloss Osterstein ansässigen Edlen von Gera als Verwalter von Reichsgütern im Gebiet der oberen und mittleren Elster ab.

1121 bis 1256 in Urkunden dieses Zeitraumes werden vorerst acht, später neun Dörfer im "Gau Gera" erwähnt, aus denen das Benediktiner- Mönchskloster Bosau bei Zeitz Zehnten erhält.

1146 Bischof Udo von Naumburg, ein Bruder des Landgrafen Ludwig von Thüringen, verleiht am 15. April dem Mönchskloster Bosau unter anderem den Zehnten von allen Neubruchsäckern auch im Geragau.

1200 die Äbtissin Agnes von Quedlinburg berichtet, dass sie ihrem Stifte in "Villa" Gera verloren gegangene Einkünfte und Grundstücke für 119 Mark Silber zurück erworben habe.

1209 Heinrich IV. der Mittlere, Vogt von Weida, ein Sohn Heinrichs II. des Reichen von Weida, erhält in einer Landesteilung die Vogtei Gera und die Pflege Reichenfels. Nennt sich deshalb Vogt von Gera. Nach kirchlicher Trennung seiner Ehe tritt er in den deutschen Orden ein und ist 1241-1244 Landmeister in Preußen. In Cronschwitz begraben.

1209 Heinrich IV. wird nach der Landesteilung Vogt von Plauen-Gera, Mylau, Elsterberg und anderen Orten und ist ab 1212 eine treue Staufer-Stütze. Er erhält Berg- und Münzregal zugestanden, erbt von seinem Bruder Heinrich V. Reichenbach und Gera und gewinnt später noch Reichenberg dazu. Er gründet Plauen als Stadt, pflegt Fehden mit den Wettinern und den Landgrafen wegen Lehensfragen, dankt 1237/1238 ab und wird Deutschordensritter in Ostpreußen. Er erobert das Gebiet um Christburg mit, wird dort Landmeister und führt ständig Kriege gegen die Pruzzen und Pommerellen.

1209 die Vögte von Weida erhalten in Gera eine Wechselstelle, in der sie ihr Geld oder anderes, das in Weida im Umlauf ist, ohne Schaden in Geraer Münze umtauschen können.

1215 Heinrich III., der Erlauchte, Markgraf von Meißen schließt mit den Vögten von Gera, Weida und Plauen (den so genannten Reußen) den Vertrag von Grimma, um seine Lehen in Thüringen zu sichern. Heinrich weist mit diesem Pakt die Bestrebungen des Königs von Böhmen zurück und behauptet seinen Besitz später auch in den thüringischen Erbfolgestreitigkeiten von 1247-1264.

1238 Heinrich Vogt von Gera und seine Gemahlin Jutta schenken am 8. September der St. Johanniskirche der Stadt einen am Kirchsteig gelegenen Garten und verschiedene Zehnte.

1254 Heinrich von Gera und die Vögte Heinrich von Weida und Heinrich von Plauen (die so genannten Reußen) schließen am 1. September mit dem Markgrafen Heinrich dem Erlauchten von Meißen einen Schutz- und Trutzvertrag gegen den König von Böhmen, worin sie sich nur bei der Besetzung Egers reservieren.

1261 Heinrich von Gera und die Vögte Heinrich von Weida und Heinrich von Plauen  resignieren am 30. Mai nach Erhalt von 1000 Mark Silber egerer Gewichts auf die ihnen verpfändet gewesenen staufischen Burgen Kinsberg und Wogau, wie auf die Burg Eger und versprechen, weder in Schönberg noch anderswo im Egerland eine neue Burg zu bauen. 

1278 Vogt Heinrich von Gera ist Herr der Stadt Lobenstein.

1282 die Burg Auerbach wird mit ihrem Burgherrn Conradus de Urbach, einem Vasall des Vogtes von Gera, Weida und Plauen erstmalig urkundlich erwähnt.

1282 Vogt Heinrich von Gera stellt am 21. Dezember in der Stadt Schwarzenberg (in civitate Swartzenbergk) eine Urkunde aus.

1306 Heinrich von Gera kauft von der Äbtissin Bertradis das Schulzenamt, alle Einnahmen aus der niederen Gerichtsbarkeit sowie zwei Eigengüter und das Patronsrecht. Durch dieses Erhalten zunehmend landesherrlicher Befugnisse werden die Vögte die Stadtherren von Gera.

1312-1314 Heinrich von Gera ist Großkomtur von Schloss Marienburg.

1312 Heinrich von Gera, Komtur von Elbing, stellt eine Handfeste aus für das Dorf Marienfelde (Kreis Preußisch Holland).

1312 Heinrich von Gera, Komtur von Elbing, begründet das Dorf Maibaum (Kreis Elbing).

1312 Heinrich von Gera, Komtur von Elbing, verleiht Gerhard das Schulzenamt in Schönfeld (Kreis Preußisch Holland).

1312 Heinrich von Gera, Komtur von Elbing, verleiht Eyler die Mühle in Klakendorf (Kreis Elbing) mit 2 Hufen.

1314, August 14: verabreden sich Markgraf Friedrich von Meißen und Burggraf Friedrich der IV. von Nürnberg gegen die Vögte von Gera und sehen dabei die Eroberung der Städte Gera und Schleiz vor.

1319 die Vögte von Gera kaufen am 11. September von den Vögten von Weida das Vorwerk Tinz und die Wechselstelle von Gera.

1329 die Vögte von Gera bekommen mit der "Reußischen goldenen Bulle" königliche Hoheitsrechte, d.h. Heerbann, Blutbann, Recht der Steuererhebung, des Bergbaus, der Münzprägung sowie Jagd- und Fischereirecht, zugesprochen.

1342-1346 der Wettiner Markgraf von Meißen und Landgraf von Thüringen, Friedrich II., der Ernsthafte sichert im Thüringer Grafenkrieg (gegen die Vögte von Gera und Plauen, die Grafen von Schwarzburg-Arnstadt, die Grafen von Weimar-Orlamünde und die Grafen von Honstein) die Macht seines Hauses in Thüringen endgültig und vergrößert die wettinischen Besitzgebiete.

1353 die frühere Burg Nordhalben ist abgebrochen, möglicherweise zerstört bei Grenzstreitigkeiten zwischen dem Bamberger Bischof und dem Vogt von Gera. Die Burg sichert die wichtige Handelsstraße von Nürnberg nach Erfurt und Leipzig, sie ist zunächst gleichzeitig, später abwechselnd, im Besitz des Bistums Bamberg und der Vögte von Gera. Eine neue Burg wird nun errichtet, die beiden herrschaftlichen Anliegern je zur Hälfte gehört. Ihr wird aus beiden Hoheitsgebieten ein Teil zugemessen, der größtenteils noch der heutigen Nordhalbener Gemarkung entspricht.

1356 Burg Reichenfels ist erstmals im Besitz der Vögte von Gera

1360 Vogt Heinrich von Gera verkauft am 7. Juni die Klotz -und die Hausmühle dem Hans Müller für 12 schmale Schock (11 Heller für einen Groschen) und 5 Scheffel Korn jede Woche, 30 Scheffel Malz jedes Jahr und 8 gemästete Schweine.

1371 Kaiser Karl IV. und König Wenzel von Böhmen nehmen am 23. März die Vögte von Gera in ihren Schutz. Diese geloben, Burg und Stadt Gera von Böhmen zu Lehen zu nehmen.

1374 die Herren von Gera nehmen die Stadt Gera am 21. Dezember von den Markgrafen Friedrich, Balthasar und Wilhelm von Meißen als Landgrafen von Thüringen zu Lehen.

1403 Heinrich VII., Vogt von Gera, beginnt mit dem Bau der neuen Burganlage in Burk an der Saale, deren Erweiterung Mitte des 16. Jahrhunderts abgeschlossen ist.

1416 Heinrich Herr von Gera stiftet am 8. Februar dem Altar St. Peter und Paul in der Kapelle Allerheiligen, unter dem Schloss zu Schleiz gelegen, neben anderen Einkünften und Zinsen auch solche aus Gera.

1425 zwischen den Brüdern Heinrich dem Älteren, Heinrich dem Mittlerem und Heinrich dem Jüngsten, Herren zu Gera wird am 30. März eine Landesteilung vorgenommen. Der jüngste Herr erhält Gera, Schloss und Stadt, mit Nutzungen und Zugehörungen.

1425 Heinrich IX. der Mittlere und Heinrich X. der Jüngere verkaufen dem von Rudorf und seinen Kindern Franz und Ilse, sowie dem Leipziger Bürger Lukas Waldheim 7 Mark Erbzinsen vom Rathaus zu Gera. Herzog Friedrich von Sachsen belehnt die drei Herren von Gera mit Gera, Schloss und Stadt.

1441 die Brüder Heinrich und Heinrich, Herren zu Lobenstein und Gera werden am 13. Juli von den sächsischen Herzögen mit Schloss und Stadt Gera belehnt.

1446 Heinrich der Jüngere von Gera ist eigentlich Lehnträger Herzog Wilhelms III., vertritt 1447 aber als "heimlicher Rat" die Belange des Kurfürsten Friedrich II. (Wilhelms Bruder), so dass die persönliche Rache Herzog Wilhelms besonders die Stadt Gera trifft. Im anschließenden Sächsischen Bürgerkrieg wird nach einem kurfürstlichen Einfall in Thüringen durch Herzog Wilhelm das Gebiet des Heinrich von Gera verheert. Mitte Juli 1450 lagern beide feindliche Heere bei Gera so nahe beieinander, dass sie sich mit "Büchsen" erreichen können. Trotz eines für ihn siegreichen Treffens vor Gera zieht Herzog Wilhelm von der Stadt fort. (Sage von der Bitte der Lutrade.) Später kehrt er jedoch zurück, verheert zwar die Umgebung der Stadt aufs Neue entsetzlich, kann aber Gera selbst nicht einnehmen, weshalb er wieder abzieht. Nun vereinigt er sich mit böhmischen Horden und erscheint das dritte Mal vor der Stadt, die er am 15. Oktober 1450 erobert. Die Mauern werden niedergerissen, Schloss, Kirche und die meisten Gebäude werden abgebrannt. "Es flieht das gemeine Volk in die Kirche, vermeintlich da sicher zu sein, sind aber daselbst beraubt und ausgezogen und darnach jämmerlich erwürget worden, und also über fünftausend Menschen darinnen umgekommen. Ein solcher Jammer ist geschehen auf St. Gallentage im Herbst." Beute und Gefangene, darunter der Herr von Gera, werden nach Böhmen gebracht, wo er stirbt.

1448 Hermann von Gera nimmt sich im Rahmen des Schwarzburger Bruderkrieges  die Burg Ehrenstein mit Gewalt. Einzelheiten über die Art der Belagerung, Erstürmung und Ausgang der Fehde sind nicht bekannt.

1487 die Stadt Gera erhält vom Landesherrn Heinrich Herrn zu Gera erneut Satzungen oder ein Stadtrecht in 90 Abschnitten. Sie werden in der Folge erneuert in den Jahren 1551 und 1555 unter den Burggrafen von Meißen, später noch 1567 und 1658.

1502 Heinrich der Ältere belehnt den Juden Meyer mit einem Haus in der Vorstadt und mit der Judenschule in Gera.

1503 Heinrich XV. erbt nach dem Tode Heinrichs XIV. seines älteren Bruders Stadt und Herrschaft Gera.

1540 die verwitwete Anna von Gera verlegt als Inhaberin dieser Herrschaft den Margaretenmarkt, der am 13. Juli in Tinz abgehalten wurde, nach Gera.

1546 Heinrich XIV. der letzte Herr von Gera ergibt sich am 14. Oktober dem böhmischen König auf Gnade und Ungnade, nachdem König Ferdinand von Böhmen Heinrich von Gera die Reichsacht erklärt hatte. Vorher hatte Herzog Moritz von Sachsen an den König Ferdinand von Böhmen die wettinische Lehenshoheit über Gera und andere reußische Herrschaften abgetreten, darauf sind die Böhmen in kursächsisches Gebiet eingefallen.

1547 Heinrich Herr zu Gera und Burggraf Heinrich von Meißen, Oberstkanzler der Krone Böhmen, schließen einen Erbvergleich. Der Burggraf soll Schloss und Stadt Gera bekommen und dafür Frau Anna von Gera, geborene von Beichlingen, mit einer Pension entschädigen.

1550 Heinrich der letzte Herr von Gera stirbt am 7. August ohne Hinterlassung männlicher Erben auf Schloss Burgk. Die Stadt Gera fällt an seinen Lehenserben Burggraf Heinrich IV. Über diese Geraische Lehensfolge entsteht in der Folgezeit ein heftiger Streit mit den Reußen zu Greiz, denen 1560 die halbe Herrschaft Gera durch Urteil zugesprochen wird.

 

   
Familienchronik österreichische Gera  

In der Kirche von Arnfels (Bezirk Leibnitz) ist die lebensgroße, kniende Figur des Freiherrn von Gera „Hr vide etiam Vogt von Gera“ in Rüstung.

1371 Kaiser Karl IV. und König Wenzel von Böhmen nehmen am 23. März die Vögte von Gera in ihren Schutz. 

1371 Peter Herr von Gera und sein Sohn Georg wandern aus Franken nach Kärnten ein.

1406 Wilhelm Herr von Gera (*1406) oo Elisabeth (*1410 Eichelberg/Kärnten), Tochter des Johann von Khevenhüller (1368-1449) und der Felicie von Lindeck (*1406)

1425~ die Herrn von Gera besitzen die Burg Devin (SK) als Lehen.

1501 Raimund Herr von Gera, erbt vom Oheim seiner Gemahlin, Johann von Lembach, Dürnkant und Drösing.

1504 Johann Siegmund Herr von Gera (*1504 Graz) oo Katharine von Guttenstein (*1508 Graz)

1530 Martha Herrin von Gera (*1530 Graz, † 18 De. 1554), Tochter des Johann Siegmund von Gera und der Katharine von Guttenstein oo 11 Nov 1551 Graz Andreas Edler von Attems (1527-1597)

1531 Johann Herr von Gera (* 1531 Görz, † 11 Nov 1551) oo Klara von Attems (* 1535 Görz)

1558 Elisabeth Herrin von Gera oo Wolfgang Freiherr von Saurau, Ligist, Steiermark

1570 Wilhelm Herr von Gera macht am 30. Juni die Aufstellung des Einkommens der Herrschaft Arnfels. Als Grundlage für das neue Urbar im Auftrage Erzherzogs Karls gefertigt und gesiegelt Mell-Thiel. Wilhelm und sein Bruder Erasmus helfen dem Kaiser Ferdinand I. immer wieder in Geldnöten aus.

1572 Franz Herr von Gera kauft den Schüttkasten Klement von Barbara von Ruckendorfer.

1575 Wilhelm Herr von Gera kauft am 29. Dezember die Herrschaft Arnfels von Erzherzog Karl. Graz: Urbar.

1582 Wilhelm Herr von Gera kauft am 19. September das vom Stift St. Paul Amt Remschnigg mit den Ämtern Kappel und St. Georgen. Fundstelle: Urbar Cop. Ppr. 00. Landesarchiv Linz, Herrschaft Eferding, in Hs. 2.

1583 Hans Christof Herr von Gera schließt am 17. November einen Heiratsvertrag mit Esther von Stubenberg.

1584 Hans Christoph Herr von Gera, der Inhaber der Herrschaft Freistadt, fordert die Öffnung der Tür des Schlosses Freistadt. Er beruft sich dabei auf die zwei Stadtbrände von 1507 und 1516, bei denen zwar des Schloss als einziges Gebäude der Stadt unversehrt geblieben war, bei denen man aber auch sehen konnte, dass die Schlossbewohner sich nicht durch die brennende Stadt hätten retten können. Letztendlich entscheidet der Landesfürst, dass die Tür trotzdem zugemauert bleibt.

1589 Wilhelm, Georg, Franz, Karl, Johann Christoph, Raimund und Alexander (Brüder und Vettern) Herren von Gera werden am 5. 12. von Rudolf II. mit dem Titel „Edel“ in den Freiherrnstand erhoben.

1591 Johann Christoph Herr von Gera kauft das Burgschloss Eschelberg, er ist mit seiner Gemahlin Esther in der Eschelberger Gruft beigesetzt. Die Herren von Gera haben den Besitz als Passauer Lehen von der Familie von Traun erworben.

1594 Franz Herr von Gera, Besitzer von Michelstetten. 1.oo Emerita von Pirsching. Im Wappen sind schräg liegende Rauten.  Epitaph in der Kirche Michelstetten. 2.oo  Elisabeth Fuchs von Fuchsberg. Im Wappen springende Füchse. 3.oo Anna Mattseeber. Im Wappen zwei Baumstrünke mit je drei abgehauenen Ästen außen. Das Wappen ist viergeteilt und trägt in Feld 1 in zwei Feldern auf Bergen aufrecht stehende Feuergabeln und in den anderen zwei Feldern Hirschgeweihe. In den anderen drei Feldern die Wappen der drei Ehefrauen.

1598 Johann Christoph Herr von Gera erbaut das Burgschloss Eschelberg in seiner heutigen Gestalt mit Vorburg und Hochschloss.

1600< Franz Karl Freiherr von Gera besitzt das Wasserschloss Michelstetten mitten im gleichnamigen Ort.

1600 die Bürger in Arnfels werden im Zuge der Gegenreformation gewaltsam der katholischen Religion zurückgeführt. Die lutherische Lehre findet in Arnfels frühzeitig ihren Eingang und wird von den Grafen Thurn und Gera eifrigst gefördert.

1603 Hans Christoff Herr von Gera, Urkunde im Originaltext: „Ich Hans Christoff Herr von Gera auf Arnfels zu Eschlberg und Waxenberg Pfandherr der Herrschaft Freystadt Fürst und Erzherzogin Ferdinanden zu Österreich, Raths, Bekhen und thun kund öfendlich mit diesen Brief, wo der für komt, das für mich kommen und erschienen sein, die Ehrsamen Weisen N. Richter, Rath und ganze gmain meines zu der Herrschaft Waxenberg gelegen Marktes Gramastetten und gaben mir gehorsamlich zu verstehen wie das Sy und der ganze Markt alldorten des Wassers halber zu täglicher Nothdurft in grossen und beschwärlichen Mangl und Abgang stehen, also das sie solches mit grosser Ja Winters Zeiten gefehrlicher Miehe und Arbeit zu Haus bringen auch sonderlich etwa in zu tragenden Feuersnöthen, die Gott gnädig verhüten wolte, zu, und anderermehr wegen dieses Abganges ganz gefehrlich und hoch, schädlich entgelten müssen, sie auch jederzeit bis anhere dahin befliessen solcher beschwer: Ja gefehrlichen Mangel und Abgang für zu kommen, und etwa anderer Orten herr im Wasser durch Röhren im Markt Gramastetten zu kehren gesonnen waren, dero wegen Sy dann ein Fluss Ursprung und Brunnen Quell auf wohl ermelter Herrschaft Waxenberg unterthans Györgen Oglstetter Grund und Boden nehmlich in den Puechwiesl genannt, gefunden, und solches Wasser in gebohrten Rohren hinein in den Markt zu führen für gut und gequemlich geachtet, derowegen hatte Ihnen auf ersuchen ansprechen und bitte doch auf mein oder der Herrschaft Waxenberg wohlgefallen und gutachten gedachten Oglstetter für sich, seine Erben und alle nachkommente Besitzer berürts Oglstetter hofs solches Wasser Ursprung und Quell, wie sichs am Tauglichsten schikt in ainen Brunn zusammen zu fassen haben, und in gebohrten Röhren hinein auf gemeinen Markt Gramastetten Ihren besten Nutz und frommen nach waidern, und als oft es die Noth er fordert zu führen, zu kehren mit Prunkahren und alten Nothdürften zu verwahren, wie sie wirklich drin vorkomt: Inmassen allbereit durch Sy den Gramastetten schon nothdürfterlich beschehen eine ewige unwiederufliche und statt bleibende Bewilligung gethan die nun an meinen abrigkeitslichen Consens und Bestätigung erwidern thut. Inmassen sie immer solches wie Oberzelt, von ernenten Oglstetter welcher neben denen von Gramastetten zugleich vor Herrschaft Waxenberg erschienen, selbst angezeigtworden derwegen mich die von Gramastetten ganz gahorsamlich angelangt und gebetten, das ich von Herrschaft und Obrigkeit wegen, in diese Wasser Handlung consendiert, solche mit Brief und Siegl confirmiren und bestätten wolte. Wan mir dan des Merktes Gramastetten beschwärlichen Wassers Mangel, wie auch der Nutz und Wohlfart so ihnen anhier eine Lastung eines solchen Röhrwassers gelegen. Allerdings weil bewusst also hab ich in dies Ihr gehorsambs Bitten gewilligtund von Herrschaft wegen hievon erzählte Vergleichs Handlung zwischen dem Unterthan Oglstetten und Ihnen obrigkeitlich confirmiert und bestätt, thue das auch hiemit wissentlich im Kraft dieses Briefes. Also und dergestalt, dass um die Burgerschaft und ganze germain zu Gramastetten für sich und ihre Erben und nachkommendas berierte Wasser allermassen sich dasselbe auf des Oglstetter Grund und Pueckwiesl underschidlich hebt: wie es ihnen und Gmainen Markt am Nutz und tauglichstem sein würdet zusammen fassen und hinzuführen auf stette, ewige und unwieserufliche Ende ohne des Oglstetter seiner Erben und Nachkommen auch gemeiniglches Irrungund Hinderung auf den Markt hineinführen, wie sie verlust und solches Ihr gelegenheit und Noghdurft erfordern wirdet. Derentwegen sollte gedachte Burgerschaft und Gemain daselbst, von solchen Wasserder Herrschaft Waxenberg jährlich allwegen zu unser lieben Frauen Geburrtstag, der bewöhnlichen Dienstzeit zween und dreissig Pfenning und dann dem Oglstetter seiner Erben und Nachkommen in dem Oglstetter Hoff, für dem Nutz und Gebrauch des Wassers sechs schilling Pfenning Dienst zu reichen und alle Jahr auf abbestimmte Zeit durch einen jeden Marktrichter daselbst richtig zu erlegen, sowohl gegen einenter Herrschaft hirvon gehorsam und gewärtig auch gegen dem Oglstetterhof als zu erzeigen schuldig sein, das Arbeit u.Nothdürftiges Wasserkehren mit solcher Fürsehung u.gelegeger Zeit geschehe u. verricht werde damit ihnen auf seinen Grund mit unnothwendiger Weise Muthwilliger Schaden zugeführt werde, Inmass sein der Herrschaft Waxenberdiesfalls die obrigkeitlich entschaide u. Änderung auf dem Fall zu Tragender stets hiemit vorbehalten werdet. Getreulich und ohne alles Geverde das zur wahren Urkund sein diese obrigkeitlichen Consens und Bestätt Brief zween gleichen Inhaltes aufgericht, Jeden Theil, denen von Gramastetten einen u. Dem Oglstetter zu Ihrer Nachricht zugestellt, welche auf ihr gehosambs bitten mit meinen angeboren hieran Jesiegl verfertigt, doch mir meinen Erben Innsigl u. nachkommen, auch oft wohl gemeldeter Herrschaft Waxenberg an Ihrer obrigkeitslicher Gerechtigkeit unvorergriffen u. ohne Schaden, Zeugen der Sachenu.das Gebött der fertigung sein die Erbaren Thoman Hinterödmayer und Veit Hinterkhelberger alle drey in Gramastetten Pfarr, Vorsehen u. Geben auf der Herrschaft Waxenberg den fünfzehnten Monathstag January nach Christigeburt Im ein Tausend Sechshundert und dritten Jahr.“

1619 Amand Herr von Gera, Herr zu Clement und zu Paarsdorf, Sohn des Franz, zieht mit den Böhmen und Mähen das Schwert gegen Kaiser und Reich, wird im folgenden Jahr in Acht erklärt, seine Güter werden konfisziert. 1629 wird er begnadigt und erscheint bei der nö. Erbhuldigung von Erzherzog Ferdinand.

1619 Erasmus II. Herr von Gera, wird als protestantischer Wortführer gefangen gesetzt.

1645~ Anna Susanna Herrin von Gera * < 1625, Wien, oo Johann Reichard von Polheim * < 1623

1647 Erasmus II. Herr von Gera muss als protestantischer Wortführer an Konrad Balthasar von Starhemberg das Burgschloss Eschelberg und die zugehörige Herrschaft verkaufen.

1681 Maria Barbara Herrin zu Gera, Tochter des Johann Veit Herrn zu Gera, oo Johann Ehrenreich von Seeau zu Helfenberg I (1666-1708). (1) Anton, (2) Friedrich, (3) Franz Josef, (4) Karl Ludwig, (5) Franz, (6) Theresia, (7) Maria Katharina, (8) Maria Cäcilia, (9) Maria Josefa

1697~ Ernst Freiherr von Gera * < 1667, Graz Steiermark, oo Anna Barbara Gräfin von Wildenstein * < 1671, Graz.  

1716 Therese Freiin von Gera, * 1693 Tochter des Ernst Freiherrn von Gera und der Anna Barbara Gräfin von Wildenstein oo 26. Mai 1716 Franz von Stubenberg, Graz Steiermark.

1742 Johann Maximilian von Gera, Präsident der oö. Verordneten, stirbt als der letzte im Mannesspross seines Geschlechts.