Schreibweisen   von Kageneck auf Munzingen

 

   
Abstammung   Uradel aus dem Unterelsass, dessen Stammschloss Kageneck bei Colmar in Ruinen liegt, Die Familie ist auch im Breisgau ansässig. Der Name der Grafen von Kageneck ist heute in ganz Deutschland bekannt - über den Sekt, der nach ihrem Schloss benannt wurde: „Schloss Munzingen“ aus Breisach im Kaiserstuhl.

Die von Kageneck haben als kaiserliche Räte unter dem breisgauischen Adel bedeutende Ämter in Straßburg und Freiburg inne und stellen auch zeitweilig den Regierungspräsidenten von Innsbruck, dem hohen Verwaltungssitz für die vorderösterreichischen Lande. Die von Kageneck, deren Hauptlinie heute in Munzingen daheim ist, sind seit etwa 1700 mit dem Weiler „Stegen“ belehnt. Die Mutter des österreichischen Staatskanzlers Metternich ist Maria Beatrix von Kageneck.

 

   
Verbindung   Anton Nikolaus Franz Xaver Graf von Seeau zu Mühlleuthen auf Ebenzweier, Hiltprechting, Thalham, Puchberg, Reuth und Roith (1672-1743) oo München 1704 Maria Eusebia Susanna, Tochter des Johann Freiherr von Kageneck auf Munzingen und der Maria Anna Susanna Magdalene von Andlau aus dem Hause Wittenheim (1683-1729).

 

   
Wappen I Stammwappen  

In Rot ein silberner Schrägbalken, meist von der rechten Seite nach links ziehend. Kleinod wachsend, ein rot gekleideter, mit dem 3. Balken belegter, bärtiger Mannesrumpf, der ein rote, silbern aufgeschlagene, Zipfelmütze trägt. Decken rot-silbern. Wahlspruch: in valore virtus.

 

   
Wappen II Grafenwappen  

Das Grafenwappen ist wie das Stammwappen.

Als Kleinod zwei gekrönte Helme mit rot-silbernen Decken. Auf dem 1. Helm der bärtige Mannesrumpf. Auf dem 2. Helm drei Straußenfedern, eine silberne zwischen zwei roten.

 

   
Wappen III  

Das jüngere Grafenwappen ist wie das Stammwappen.

Schildhalter sind 2 geharnischte Ritter mit roten Feldbinden, auf dem Helm 4 Straußenfedern silber-rot-silber-blau. In der freien Hand trägt der Ritter rechts an silberner Lanze eine blaue Fahne mit 3 goldenen Lerchen (2, 1) belegt, der Ritter links aber eine goldene Fahne mit schwarzem Doppeladler, welcher auf der Brust eine blaues Schildlein trägt, welches 3 goldene Becher (2, 1) enthält.

 

   
    Noch keine Stammreihe erhoben.

 

   
   

1414 Hans von Kageneck begleitet den Markgrafen von Baden auf das Konzil nach Konstanz.

1671 Johann Friedrich von Kageneck, Breisgauer Linie, erhält von Kaiser Leopold I. den Reichsfreiherrnstand.

1683 Maria Margarita Magdalena Freiin von Kageneck (1664-1710), oo 1683 Ruprecht Josef von Wessenberg.

1702 Johann Friedrich von Kageneck, vorderösterreichischer Statthalter, wird mit der Herrschaft Kageneck belehnt.

1721 Johann Heinrich Hermann Reichsfreiherr von Kageneck erwirbt den Reinachschen Besitz. Über dem Toreingang ist noch heute eine Steinmetzarbeit unter der goldenen Krone das Allianzwappen Kageneck-Andlau zu sehen. Die heutige Anlage des Gutshofs geht auf die umfangreiche Bautätigkeit der Kagenecks im 18. Jahrhundert zurück.

1732 Johann Heinrich Reichsfreiherr von Kageneck verkauft an Kurfürst Karl Philipp Mühlau bei Mannheim zum Preis von 50.000 Gulden. Im von dem Grafen Kageneck zuvor errichteten Lustschloss verbringt der jugendliche Karl Theodor als Herzog von Sulzbach mehrere Jahre, bevor er die Kurfürstenwürde übertragen bekommt.

1740 die Reichsfreiherrn von Kageneck erhalten das Majorat der Herrschaft Umkirch. 1743 wird das alte Schloss Umkirch abgerissen und der Mittelteil neu aufgebaut,  1789 die beiden Seitenflügel werden errichtet.

1744 Ludwig XV. von Frankreich, sucht sich, als er Freiburg belagert, ein standesgemäßes Quartier und wohnt im komfortablen Schloss der Kageneck in Munzingen.

1770 Marie Antoinette übernachtet auf ihrem Brautzug nach Frankreich in einem der Kageneckschen Stadthäuser zu Freiburg.

1771 Friedrich Fridolin von Kageneck erhält für sich und seine Familie von Kaiser Josef II. den Reichsgrafenstand.

1771 Franz-Georg Graf von Metternich, oo 1771 mit Maria Beatrix von Kageneck, steht im Dienste der Habsburger und steigt zum Botschafter des Kaisers bei den geistlichen Kurfürstentümern von Trier, Köln und Mainz auf. Seit 1790 vertritt er den Kaiser als Gesandter bei der Regierung der österreichischen Niederlande. (1) Clemens Wenzel Lothar w.f.

1773 der Freiherrnstand derer von Kageneck wird von Frankreich bestätigt.

1773 Clemens Wenzel Lothar von Metternich * 15.5. 1773 in Koblenz als Sohn der Maria Beatrix Gräfin von Kageneck und des Franz-Georg Graf von Metternich, der einem alten reichsunmittelbaren Geschlecht entstammt. † 11.6. 1859 als Fürst in Wien. Als österreichischer Staatskanzler lenkt er 1815 die Geschicke des Wiener Kongresses wesentlich.

1788 Friedrich Graf von Kageneck kauft von den Beroldingern die Herrschaft Wildtal zu Gundelfingen.

1795 Friedrich Reichsgraf von Kageneck vermacht seiner einzigen Tochter Flora das Gut Umkirch. 

1798 Flora Gräfin von Kageneck vermählt sich mit dem Grafen von Wrbna. Sie informiert während des Wiener Kongresses als Nichte des Fürsten von Metternich „aus erster Hand“ ihre adligen Standesgenossen im Breisgau über die unangenehmen Neuigkeiten, kann jedoch nicht verhindern, dass das gesamte Gebiet vom katholischen Haus Habsburg an das protestantische Haus Baden übertragen wird.

1806 die vorderösterreichischen Gebiete des Breisgau werden unter Napoleon badisch. Die 400 Jahre währende vorderösterreichische Landesherrschaft auch über Wildtal hört auf zu bestehen. Die Kagenecks behalten allerdings die Ortsherrschaft.

1810 nachdem die Herrschaft Kageneck an Baden fällt, wird Stegen zunächst dem Stabsamt St. Peter und dann 1819 dem Landamt Freiburg zugeteilt.

1815 Flora Gräfin von Kageneck, Tochter des Grafen Friedrich von Kageneck, tauscht die Zähringer Burgruine mit samt dem Wildtal beim Großherzog von Baden ein. Der Großherzog will in den Besitz der Burgruine gelangen, da das badische Fürstenhaus in den Herzögen von Zähringen, deren Stammsitz die Burg im Mittelalter war, ihre Ahnherren sehen. Damit ist Wildtal ohne dazwischen geschaltete Ortsherrschaft direkt unter großherzoglich badischer Herrschaft, bis zum Abdanken des badischen Fürstenhauses nach dem Ersten Weltkrieg.

1817 Flora von Kageneck lässt als Gräfin von Wrbna das Belvedere auf Schloss Umkirch aufsetzen und baut es im italienischen Landhausstil aus. 1826 verkauft die Gräfin von Wrbna alle Rechte und Ansprüche auf die Grundherrschaft Umkirch mit Gut und Schlössern für 345.000 Gulden an Stephanie, Großherzogin von Baden, Witwe des Großherzogs Carl von Baden und Adoptivtochter des Kaisers Napoleon I. von Frankreich. 1860,  nach dem Tod der Großherzogin, fällt das Gut Umkirch mit 512 Hektar Land an deren Tochter Josephine, Prinzessin von Baden, Gemahlin des Fürsten Karl Anton von Hohenzollern, und wird zum „unveräußerlichen, unzertrennbaren, unverschuldbaren und unverpfändbaren Stammgut“ erhoben, mit der Bestimmung, dass es nach ihrem Tod an ihren Sohn Prinz Karl von Hohenzollern fallen soll, der später, als Carol I., König von Rumänien wird. Nach dem Tod König Carol I. geht das Gut Umkirch 1916 durch Erbfolge an den Fürsten Friedrich Viktor von Hohenzollern und die ihm nachfolgenden Fürsten.

1895 Franz Graf von Kageneck hat einen Verkehrsunfall, stürzt vom Pferd und verstirbt den Folgen des Unfalls. Ein neugotischer Bildstock an der Zartener Straße mit dem Text  „Franz von Kageneck verunglückte am 29.Mai 1895 hier im Alter von 35 Jahren.“ erinnert daran. Er hatte mit 25 Jahren geheiratet und hat inzwischen 5 Kinder, ist Großherzoglich-badischer Grundherr von Munzingen, Stegen, Bleichheim, Unteribental und Merzhausen, ist Ritter des königlich bayrischen Hausordens vom Hl. Georg und königlich bayrischen Kämmerer.

1942 August „Gusti“ Graf von Kageneck (1922-...), ehemaliger Wehrmachtsoffizier, beschreibt in einem Buch seine Erinnerungen an den Russlandkrieg der Jahre 1941-1942. Tenor des Buches ist die Überzeugung des Verfassers, dass die Wehrmacht, nicht nur die Waffen-SS, im Osten schwer schuldig geworden sei, was er mit der massenhaften Ermordung von Zivilisten und Partisanen, vor allem von Juden, begründet, welche die Wehrmacht zumindest nicht verhindert habe. Der Verfasser leidet an dieser Schuld, die er, wie er berichtet, heute öffentlich bekennen will und durch Sühneaktionen, die er gemeinsam mit Juden durchführt, zu lösen versucht. Er geht in seiner Anklage so weit, dass er das Verschulden an den Massenvergewaltigungen deutscher Frauen durch die Sowjets den deutschen Soldaten des Ostheeres zuschreibt, die durch ihr Verhalten die schreckliche Vergeltung heraufbeschworen hätten:
„Man kann eine so primitive Grausamkeit [Plünderungen, Vergewaltigungen, Erschießungen] nicht gelten lassen. Aber kann man sie im Zusammenhang mit den letzten Zuckungen des größten Konflikts des Jahrhunderts nicht verstehen? Der deutsche Soldat wusste, dass die Wut des Siegers nur schrecklich sein konnte. Aber kann er heute in seinem Innersten nicht zugeben, dass er persönlich, ebenfalls daran schuldig war? […] aber einem der Spähwagen ist das rechte Rad durch einen Paktreffer abgerissen. Er muss unter der Obhut des Gefreiten R., seines Kommandanten, zurückgelassen werden. Ein solider Bursche, Handwerkersohn aus Baden, dessen kehlige Aussprache den Alemannen verrät. Er hat mir die Mitteilung gebracht. Drei Tage später. […] Herr Leutnant, kommen Sie zu R., der erzählt komische Geschichten, seit er aus Tarnopol zurück ist, sagt Auflitsch zu mir. Die anderen Männer stehen im Kreis um ihn herum. R. erzählt seinen Kameraden, was er während des erzwungenen Wartens auf die Reparatur seines Wagens in der Stadt erlebt hat. Was er erzählt, ist entsetzlich. Am Tag nach der Einnahme der Stadt durch unsere Truppen sind die ersten Einheiten der Waffen-SS Division Wiking in Tarnopol eingetroffen. […] Also, sagt R., sie sind zwei Tage geblieben und haben die Gelegenheit benutzt, alle Juden der Stadt umzubringen. – Alle Juden? – Ja, alle Juden. – Wie viele Toten hat es gegeben? – Ich weiß nicht, aber es waren überall Leichen, an den Wänden auf einem Platz, auf einer Brücke, von der sie auch welche in den Fluss geworfen hatten. Es waren auch Zivilisten dabei, Polen und Ukrainer, die sich an der Jagd beteiligten. Das hat den ganzen Tag gedauert, und am nächsten Tag haben sie weitergemacht. Ein Führer hat ihnen befohlen, Munition zu sparen und Spaten und Kreuzhacken zu nehmen. Einer hat mich dabei erwischt, als ich gerade Photos machen wollte und mir meinen Apparat weggerissen.“

1957 Heinrich Graf von Kageneck (1886-1957) kommt bei einen Verkehrsunfall ums Leben. Er ist Journalist in Berlin, später Agent bei verschiedenen Versicherungen und dann für einen Verlag in Berlin tätig.