Schreibweisen   Nütz, Nytzen, Nütz, Nuitz, Nützel, Nutz, Nutzel, Nytzen, Nuitz, zu Wartenburg, zu Warttenburg, zu Goisernburg

 

   
Abstammung   Die Nütze stammen offensichtlich ursprünglich aus Nürnberg und haben sich über Tirol in Goisern sesshaft gemacht. Die Goisernburg ist ein mit einer Mühle verbundenes Haus mit Schankrecht.

Koloman Mühlwanger, Pfarrer zu Goisern, schreibt kurz nach 1400, er habe in alten Chroniken gelesen, dass vor langer Zeit eine Stadt, zwei Salzerze, sechs Metallerze in Goisern gewesen sein sollen, und dass die Stadt Goissernburg (Goysernburg) geheißen habe.

 

   
Verbindung   Thomas II. von Seeau oo Eufrosyna Nütz Freiin von Warttenburg, Tochter des Johannes Nütz von Goisernburg und der Regina Älekhour. Katharina, Tochter des Achaz Seeauer oo 1593 Achaz Nütz.

Veith Konstantin Graf von Seeau zu Mühlleuthen auf Ebenzweier, Puchberg und Reuth (...-1703) oo Maria Polyxena, Tochter der Johann Ignaz Nütz Reichsfreiherrn zu Wartenburg auf Oberbergham und Schwarzengrüb und der Anna Barbara Theresia Reichsfreiin Ruck von Tanneck aus dem Hause Eppinghausen. (1) Maria Maximiliana (2) Johann Ehrenreich (3) Anna Eva (4) Eva Johanna (5) Eva Regina (6) Maximilian (7) Johann Achaz (8) Johann Rudolf (9) Johann Philibert (10) Eva Maria

 

   
Fundstellen  

Das Herrschaftsarchiv Wartenburg wurde vom Oö. Landesarchiv angekauft und im Jahre 1954 von Georg Grüll geordnet. Außer 35 Urkunden (ab 1450) sind 696 Handschriften vorhanden, darunter das Urbar von 1399, das neben Wartenburg auch noch andere Schlösser der Polheimer umfasst, sowie zahlreiche Inventur- und Briefprotokolle und Herrschaftsrechnungen. Der Aktenbestand (194 Schachteln) enthält unter anderem Archivalien über das Paulanerkloster Niederthalheim, Abschriften von Polheimer Urkunden, Bauakten des Schlosses Neu-Wartenburg, Landgerichtsrechnungen (16. Jh.), den Markt Timelkam betreffende Stücke sowie Materialien über die Polheimer, Nütz und Saint-Julien. 13 Sammelbände und 3 Schachteln mit Patenten, Gesetzen und juristischen Schriften komplettieren das Archiv. Oö. Landesarchiv, 14.-20. Jh., Verz.: G 33 alt, G 33, Lit.: HÖW 273

 

   
Wappen I 1493 Stammwappen  

Im von Rot und Gold schräg links geteilten Schild ein silbernes Einhorn. Als Kleinod mit rot-goldenen Decken ein hermelingestülpter gekrönter mit vier abwechseln schwarzen und goldenen Straußenfedern besteckter, hoher, von Rot und Gold gespaltener Hut, am Spalt mit drei farbwechselnden Linien belegt.

 

   
Wappen II 1655  Freiherrnwappen  

Geviert, mit blauem Herzschild, darin aus goldenem Dreiberg wachsend, eine natürliche Hopfenstaude an deren zwei verschränkten Blätterzweigen je eine Blüte hängt (Nütz von Kandau). 1 und 4 Stammwappen. 2 und 3 Rot und Schwarz geteiltes Feld oben ein silberner Schwan, gleichsam auf der Teilungslinie schwimmend (Pergheim). Drei Helme, davon der zweite und dritte gekrönt: 1. mit rot-goldenen Decken das Stammkleinod. 2. mit rot-silbernen Decken wie der Herzschild bezeichneter, geschlossener Flug. 3. mit rot-goldenen Decken zwischen einem roten und einem schwarzen Horn der silberne Schwan.

 

   
Wappen III 1695  Grafenwappen  

Wie vorhin, jedoch um einen vierten Helm mit rot-goldenen Decken vermehrt, welcher als Erster gestellt, das silberne Einhorn wachsend trägt. Der blaue Flug ist statt mit der Hopfenstaude mit einem goldenen „L“ (für Kaiser Leopold I.) belegt.

 

   
Wappen IV   Wappen im Stammbaum der Seeau: Auf linksschräg geteiltem Schild, oben Rot unten Gold belegt mit einem schwarzen zum Sprunge geschickten silbernen Einhorn.

 

   
Wappenvergleich  

Es besteht kein Anhaltspunkt darüber, dass die ob der Enns’schen Nütz mit dem Einhorn und die Nütz von Kandau in Niederösterreich mit der Hopfenstaude eines Geschlechtes sind.

1655, als die Nütz in den Freiherrnstand kommen, handelt es sich für sie darum, den in die Mode gekommenen und viel begehrten gevierten Schild mit Herzschild zu erlangen und über dessen Zusammenstellung wird Rat eingeholt. Wegen des Besitzes von Oberbergham wird das Stammwappen mit dem Schild der heimgegangenen Pergheimer quadriert und in den Herzschild kommt im Hinblick auf die Namensgleichheit (denn diese war um 1655 ein triftiger Beweis für das gleiche Herkommen [sic]) die Hopfenstaude der Nütz von Kandau, welche 1642 mit Ferdinand Nütz von Kandau erloschen waren. Diesen Schild hat sich auch Ferdinand Rudolf Freiherr von Leister, Schwestersohn zu Ferdinand Nütz von Kandau, von Kaiser Ferdinand III. ausgebeten und erhalten.

 

   
   

I. Hieronymus Nütz von Goisernburg hat ein landesfürstliches Lehen zu Goisern in der Gegend zwischen Ischl und Aussee oo Katharina von Seeau

II. Georg von Goisernburg oo Barbara Hübner. (1) Johannes Nütz w.f, (2) Georg, (3) Wilhelm, (4) Adam

III. Johannes Nütz von Goisernburg, Verweser zu Hallstatt, wo er 38 Jahre mit Verdienst wirkt oo Regina Alkoverin. (1) Tobias, (2) Eufrosyna oo Thomas II. von Seeau †1643

IV. Tobias Nütz von Goisernburg, 1.oo Felicitas Winkler, 2.oo Katharina Susanna Freiin von Spindler. Aus erster Ehe: (1) Hanns Philipp, (2) Hanns Paul († ledig), (3) Johann Ignaz w.f. Aus zweiter Ehe: (4) Johann Anton Franz Josef w.f.

V. Johann Ignaz Freiherr Nütz von Goisernburg oo Anna Barbara Theresia Freiin von Danneckh. (1) Johann Tobias Ignaz w.f.

VI.A Johann Tobias Ignaz Reichsgraf Nütz von Goisernburg, Kurbayrischer Regierungsrat zu Burghausen, Assessor des Reichs-Kammer-Gerichts zu Wezlar oo Maria Constantia Freiin von Closen

VI.B Johann Anton Franz Josef Reichsgraf Nütz von Goisernburg.

VII.B Anton Franz Josef Nütz Graf von Goisernburg stirbt in den 1720er Jahren und mit ihm erlöschen die Grafen der Nütz von Goisernburg.

 

   
   

1369 Lehensbrief des Herzogs Albrecht von Österreich für die Brüder Conrad und Ulrich die Nutz von Hall im Inntal über alle Lehen an dem Pfannhause und an der Salzknolle dieses Pfannhauses und was sie sonst noch an Lehen von ihm und seinem Bruder Herzog Leopold innehaben, wie die Briefe aufweisen. Fundstelle: Grieberg „Das landesfürtstliche Baron Schifer Erbstift", Linz 1898, Seite 311. Gefertigt, Herzog Toppel kontrasigniert, Siegel fehlt, Original, Pergament.  Salzburg 4. Feb. 1369.

1493 Hieronymus Nütz bekommt von Kaiser Maximilian I. ein landesfürstliches Lehen zu Goisern in der Gegend zwischen Ischl und Aussee

1493 Hieronymus Nütz bekommt von Kaiser Maximilian I. d. d. Wien 1. 9. den Adelsstand mit dem Prädikat „von Goisernburg“. Dass ein Schloss dieses Namens, auf welchem die Nütz gesessen wären oder in Österreich ob der Enns bestanden hätte, ist nicht nachgewiesen. Die Adelserhebung ist in einer legalisierten Abschrift eines gefälschten Diploms enthalten.

1591 Johann Nutz ist bis 1615 in Hallstatt Salinenamtsverweser.

1593 Johannes Nütz und seine Brüder Georg, Wilhelm, Adam werden d. d. Prag 1. 9. in der rittermäßige Reichsadelsstand unter gleichzeitiger Besserung des Wappens (durch einen offenen Helm) verliehen, welchem die vorhin erzeugte Fälschung zugrunde liegt. Dieses Diplom ist dem Wortlaut getreu der Fälschung, jedoch Kaiser Maximilian I. durch Kaiser Rudolf II. ersetzt, aber mit den Titeln des ersteren Monarchen, beim Datum ist nur das Jahrhundert ausgebessert.

1593 Katharina, Tochter des Achaz Seeauer oo 1593 Achaz Nütz (...-24. Juli 1621) Weikhart Plassen (Plass) auf Mühlleuthen, römisch kaiserlicher Einnehmer des Salzamtes Gmunden. Aus der Ehe stammen 16 Kinder darunter Zacharias, Hanns, Ermail, Ferdinand, Helfreich, Ott, Maximilian Georg, Adelheid, Lina, Regina Sabina und Susanna Catharina.

1600 Johannes von Nütz erbaut sich zu Goisern ein mit einer Mühle verbundenes Haus, zu dem er um die Ausübung der Schankrechte bittet, worüber Kaiser Rudolf II. d. d. Prag 23. 10. 1600 von der Landeshauptmannschaft zu Linz ein Gutachten anfordert. Das Anwesen nennt er Goisernburg.

1628 Tobias von Nütz bekommt von Kaiser Ferdinand II. „wegen Besitzes der Mühle zu Goisern“ d. d. Wien 7. 12. das Prädikat „von Goisernburg“ verliehen.

1643 Tobias von Nütz von Goisernburg bringt das in der Pfarre Ottnang gelegene freieigne Gut „Plösenöd“ (Pletzened) samt dem nahebei in derselben Pfarre gelegnen einstigen Schloss Oberperchham (Oberpergham, Oberpergheim) an sich und erhält auf Grund dieser Erwerbung durch Kaiser Ferdinand III. d. d. Wien 12. 2. die Erlaubnis den verfallenen Sitz und Burgstall Oberpergheim auf sein Gut Plössenöd, mit Veränderung des Namens des Letzteren in „Oberpergheim“, zu übertragen (was aber nie durchgeführt wird), sowie die Bewilligung sein Wappen mit jenem der erloschenen „von Pergheim“ zu vereinigen: Geviert: 1 und 4 Stammwappen wie 1589; 2 und 3 von Rot uns Schwarz geteilt, eben, auf der Tiefungslinie gleichsam schwimmend ein silberner Schwan. Zwei Helme, 1. mit rot-goldenen „altväterischern“ Decken ein ungekrönter Kübelhelm, 2. mit rot-silbern bedeckten gekrönten offenen Helm der Schwan zwischen rechts rotem, links schwarzem Hörnerpaar.

1644 Tobias von Nütz von Goisernburg, Einnehmer der Landschaft in Österreich ob der Enns, bringt von den Pollheim die Herrschaft Wartenburg an sich, kauft die in Trümmern liegende Herrschaft Oberbergham samt Zubehör und vereinigt sie mit Schwazgrüb und der Pfarre Weibern im Hausruckviertel.

1644 Tobias Nütz von Goisernburg wird am 29. 1. in den jungen, am 26. 9. 1645 in den alten Ritterstand Österreichs ob der Enns aufgenommen und erlangt von Kaiser Ferdinand III. mit Diplom d. d. 27. 1. 1655 der Freiherrnstand.

1655 Tobias Nütz von Goisernburg erhält mit der Denomonation „Nutz, Freiherr zu Wartenburg auf OberPrethamb [sic] vnd Schwarzgrub“ durch Kaiser Ferdinand III. d. d. Wien 27. 1. den reichs- und erbländischen Freiherrnstand nebst abermaliger Wappenbesserung.

1658 Georg Adam Reichfreiherr von Wolfstein stirbt am 23. März ohne Nachkommen. Zu seiner Beisetzung kommen eine Anzahl Nürnberger Patrizier, die Wolfsteiner Lehensträger sind. Diese nehmen an der Feier „hervorragend“ Anteil. Die Leiche wird getragen von 12 Wolfsteiner Lehensleuten, zwei Tucher, drei Harsdörfer, zwei Nützel, ein Kress, zwei Pommer und zwei Tetzel, alle mit Visieren vorm Gesicht, nebst 10 Gabelträgern ohne Visieren und vier Hellebardieren.

1684 Johann Georg Freiherr von Goisernburg, Freiherr auf Wartenburg und Ober-Perckham, veräußert am 3. 12. Schwarzgrub an den Abt Severin von Lambach.

1695 Johann Anton Franz Josef Nütz von Goisernburg wird mit seinem Neffen Johann Tobias Ignaz von Kaiser Leopold I. mit Diplom d. d. Wien 5. 11. 1695 in den Grafenstand erhoben. Johann Tobias Ignaz Nütz von Goisernburg, Kurbayrischer Regierungsrat zu Burghausen, Assessor des Reichs-Kammer-Gerichts zu Wezlar.

1707 Johann Ignaz Sebastian Nütz von Goisernburg und sein Bruder Johann Otto, Söhne des Hanns Philipp, werden am 18. 5. als Grafen in den Herrenstand Österreichs ob der Enns aufgenommen.

1712 Johann Anton Franz Josef Nütz Graf von Goisernburg wird das Incolat im Herrenstande Böhmens d. d. 27. 1. verliehen.

1716 Anton Franz Josef Graf von Nütz und Josef Gundaker Graf von Türheim kaufen die Feste und das Dorf Omlenička. Die Feste Omlenička mit dem anliegenden Dorf gehörte bis zum Jahre 1363 zu der Burg Pořešín. In diesem Jahr verkauft Přibík von Pořešín die Feste an Oldřich von Drochy, dessen Nachkommen die Feste Omlenička bis zum Jahre 1465 im Besitz haben, dann erwirbt sie Přibík Žídek von Mostek. In seinem Besitz befinden sich Herrschaft und Feste bis zum Jahre 1546, als es Diviš Malovec zu Libějovice kauft.

1717 Anton Franz Josef Nütz Graf von Goisernburg wird in den Herrenstand in Böhmen und diesem Königreich inkorporierten Landen aufgenommen.

1720 Anton Franz Josef Nütz Graf von Goisernburg übernimmt Wartenburg und Oberbergham. oo Franziska Spindlerin von Alberchtsber, kinderlos.

1729 Wartenberg mit Oberbergham kommt über die „Graf Nütz’schen Creditoribus“ an Johann Albrecht Graf von St. Julien und auch Schwarzgrub ist nicht mehr in den Händen der Grafen von Nütz, die wohl in dieser Zeit in Österreich bereits ausgestorben sind.

1732 Wappen der Grafen von Nütz und Thürheim am Tympanon des Eintrittsportals der Barockkirche Omlenička. 1778 erwirbt das Schlösschen Omlenička das Zisterzienserkloster Vyšší Brod (Hohenfurt), dem es bis zu der Verstaatlichung im 20. Jahrhundert gehört.