Schreibweisen   von Öd, von Oedt, von Ödt, Öth, auf Lichtenau, zu Götzendorf    
Abstammung   Die Öder sind als Vasallen derer von Wesen, ebenso wie die von Aichberger und die von Ort durch ihre Lehnsherrn aus der Gegend von Reichersberg nach dem Hausruckviertel verpflanzt worden, wo sie den Sitz Oed zu Lehen erhalten. Dieser befindet sich wahrscheinlich in dem großen Teich, in der Herrschaft Aichberg, Pfarre Waldkirchen, an welchem sich das so genannte „Teichthäusl Nr. 5 am Burgstall bei Oed“ befindet. Außerdem besitzen sie das Schloss Lichtenau in Oedt bei Haslach, Bezirk Rohrbach im Mühlkreis.

Stammsitz der Öder von Kriechbaum (diese Oeder im Machland sind zwar namensgleich, aber nicht verwandt), die sich nach diesem Sitz nennen, ist der Wohnturm Sigenhofen, ein gemauerter Stock, später Schloss Kriechbaum, heute im Bauernhof Singhofer verbaut. Um 1300 erstmals als Sigenhofen in Kriechbaum Gemeinde Allerheiligen Bezirk Perg genannt.

 

   
Verbindung   Franz Josef Graf von Seeau, Sohn des Johann Ehrenreich, oo Maria Anna Katharina, Tochter des Johann Christof Heinrich Graf von Oedt, Freiherr zu Helfenberg und Götzendorf und der Anna Johanna Freiin vom Stain auf der Herrschaft Nieder-Stotzingen.

 

   
Fundstellen  

Herrschaftsarchiv Götzendorf seit 1900 im oö. Landesarchiv. 262 Urkunden, 122 Handschriften, 110 Schachteln Akten sowie 16 Bände und Schachteln Patente und Druckwerke. Darunter befinden sich Urbare, Protokolle, Lehenakten, Pflegschaftsberichte, Herrschaftsrechnungen, Familienakten der Öder, Archiv- und Bibliothekskataloge. Verz.: G 13 alt, G 13.

 

   
Wappen  

Wappen in Siebmachers Wappenbuch von 1605 auf Tafel 34. Geviertes Wappen. 1 und 4 sind rot-silbern gespalten. 2 auf Rot ein wachsender silberner springender Hase. 3 auf Rot der springende Hase gegensehend. Drei gekrönte Helme mit rot-silbernen Decken. Auf dem ersten Helm der gegensehende silberne Hase. Auf dem zweiten Helm ein wachsender springender goldbekrönter silberner Löwe, die goldene Rückenmähne mit 5 Pfauenfedern besteckt. Auf dem dritten Helm zwei Büffelhörner, das rechte Rot über Silber, das linke Silber über Rot geteilt.

 

   
Wappen I  

Stammwappen 1498. Wachsender Hase. Gekrönter Helm mit dem Schildbild. Fundstelle: Stiftsarchiv zu Schlägl. Nach dem Sigel des Max Oeder an dem Schenkbrief des Pfarrers Nikolaus von Rohrbach an das dortige Siechenhaus.

 

   
Wappen II  

Wappen von 1601 ist geviert. 1 und 4 in Rot ein halber silberner Hase (Stammwappen). 2 und 3 in Rot ein silberner Pfahl (Oeder im Machland). Zwei gekrönte Helme mit rot-silbernen Decken: 1. der silberne Hase wachsend. 2. von Silber und Rot übereck geteilte Hörner. Nach einem Epitaph des Hanns von Oedt zu Lichtenau und Stossfelln, † 25. 4. 1601, einem Enkel von Jakob I., bestattet in der Spitalkirche zu Everding, in den bekannten Tinkturen ergänzt.

Die Vereinigung mit dem Schild der Oeder im Machland, mit welchen keinesfalls eine Stammverwandtschaft nachzuweisen ist, erfolgt zweifellos gelegentlich der Adelsbestätigung vom 27. 6. 1539 und ist nur auf die zufällige Namensgleichheit gegründet.

 

   
Wappen III  

Das Wappen von 1570 ist geviert wie vorhin, mit goldenem Herzschild, darin ein Feuer sprühender schwarzer Panter (Perneck). Die beiden Oed’schen Helme um einen dritten mit schwarz-silbernen Decken vermehrt, als Mittlerer gestellt, trägt den Perneck’schen Panter wachsend, hier gekrönt und am Halse mit sechs Pfauenfedern besteckt.

 

   
   

I. Heinrich I. der Oeder von Oed 1250 (1) Chunrad I., (2) Heinrich II.

II. Chunrad I. der Oeder von Oed 1264 (1) Heinrich II. (2) Chunrad III., Ulrich I.

III. Chunrad II. der Oeder von Oed 1298-1334, (1) Marchart zu Puch, (2) Chunrad IV.

IV. Chunrad IV. der Oeder von Oed zu Puch, oo 1349 Gertraud von Hohenfeld (1) Heinrich V. zu Puch, (2) Ulrich der Oeder von Wesen zu Oede

V. Ulrich der Oeder von Wesen zu Oede, 1361-1406 (1) Jakob I., (2) Jörg I.

VI. Jörg I. der Oeder von Oed (1) Balthasar, (2) Barbara, (3) Martin

VII. Martin der Oeder von Oed † 1480, 1.oo Ursula Jörger, 2.oo Anastasia Herleinsberger

VIII. Matthäus der Oeder von Oed, 1.oo Elisabeth Perneck, 2.oo Sophia Ennenkl von Albrechtsberg, Witwe des Sebastian Grabner

IX. Sebastian I. der Oeder von Oed, oo Regina von Rödern, (1) Hans Christoph, (2) Wolf Bernhard, (3) Georg Achaz, (4) Sebastian II.

X. Hans Christoph der Oeder von Oed, oo 1587 Samina Kölnpöck von Ottsdorf, sieben Söhne darunter (1) Wolf Begründer der Helfenberger Linie, (2) Philipp Heinrich Begründer der Götzendorfer Linie.

 

   
Linie Götzendorf  

XI. Philipp Heinrich Oeder von Oed, Begründer der Götzendorfer Linie, 1.oo Maria Catharina Freiin von Hoyos, 2.oo Maria Maximiliana Freiin von Sprinzenstein, aus erster Ehe (1) Erasmus Anton

XII. Erasmus Anton Graf Oeder von Oed oo Cordula Märk von Gneisenau.

XIII. Hans Christoph Heinrich Graf Oeder von Oed. 1.oo 2. 10. 1701 Anna Johanna Freiin vom Stain auf der Herrschaft Nieder-Stotzingen, † 18. 2. 1707. 2.oo Anna Charlotte Gräfin von Geyersperg. 3.oo 1720 Johanna Gräfin von Thurn.

XIV. Johann Carl Donat Graf Oeder von Oed * 10. 12. 1708 oo Maria Viktoria Gräfin von Suardi

XV. Johann Christoph Graf Oeder von Oed, Maria Johanna, Maria Franziska

 

   
Linie Helfenberg  

XI. Wolf der Oeder von Oed, Begründer der Helfenberger Linie, 1.oo Elisabeth Herrin von Zinzendorf. 2.oo Elisabeth Katharina Freiin Löbl von Greinburg, Witwe des Rudolf Freiherr zu Sprinzenstein.

XII. Regina Elisabeth Oeder von Oed oo Sigmund Schifer von Freiling.

 

   
   

1250 Hainricus I. Öder bezeugt eine Stiftung Heinrichs von Marspach nach Reichersberg.

1264 Chunrat I. und Heinrich II. von Oed, Söhne des Hainricus, sitzen als Burghüter von Wesen an der Donau und geloben dem Bischof von Passau, welcher die Veste vorübergehend in seine Gewalt gebracht hatte, ihm diese ein Jahr lang zu bewahren.

1298 Heinrich II. von Oed, oo 1284 Jutha von Wesenberg, verkauft im Verein mit seinen Kindern am 1. 9. 1298 dem Kloster Engelszell den Forst zu Herzing an der Grenze der Pfarren Natterbach und St. Ägidi.

1322 Heinrich III. von Oed (1298-1334) wird bei Mühldorf gefangen, oo Margret von Lichtenwinkel

1323< Hans Oeder und seine Hausfrau Elsbeth, verwitwete Amelreich, werden Verwalter von Schloss Moosheim-Thannegg. Vorausgegangen war ein Austausch der Patronatsrechte am Schloss Moosheim-Thannegg zwischen dem Erzbischof von Salzburg und dem Bischof von Chiemsee. Die Verwalter waren Amelreich von St. Michael und seine Frau Elsbeth.

1408 Ulrich Öder von Öd ist landesfürstlicher Pfleger zu Lichtenfels. Mit seinem Verwandten Chadolt Piber lässt er die ursprünglich romanisch einschiffige, flach gedeckte Kirche von Friedersbach (südlich des Kampstausees Ottenstein, Bezirk Zwettl) des 12. Jahrhunderts in gotischem Stil erweitern und stiftet die teilweise noch erhaltenen prachtvollen Glasfenster. Das südliche Seitenschiff ist die alte (vor 1159) romanische Kapelle. Neben der Kirche befindet sich ein in der Anlage romanischer, im 14. Jahrhundert ausgestalteter Karner. Kirche und Pfarrhof machen einen wehrhaften Eindruck, der durch die mächtige Friedhofsmauer noch verstärkt wird.

1408 Ulrich Öder von Öd, landesfürstlicher Pfleger, übernimmt nach den Herren von Kapell, die es seit 1335 inne hatten, das Lehen von Lichtenfels am Kamp.

1411 Heinrich der Oeder und dessen Kinder scheinen auf Schloss Neundorf auf. Die Oeder sind Lehensträger der Herrn von Zelking und landesfürstliche Pfleger zu Lichtenfels am Kamp. Im 14. Jahrhundert waren die Lehensrechte zu Niedernondorf von den Kuenringern auf die Herrn von Zelking übergegangen.

1412< „Anna Hainreich des Öder sel. wittib hat ze Lehen den hof genant der Sigenhof in Tragewner pharr.“

1430 „Larencz der Öder hat zu Lehen den Hof zu Sigenhofen vnd das Koderlehen dabey.“

1446 Martin von Oed vergleicht sich mit seinen Vettern am 12. 5. über den Sitz Aichberg in der Pfarre Waldkirchen. Jakob I. hatte dieses Gut nach Aussterben der Aichberger erworben, doch nach Aussterben der Söhne von Jakob geht es an die Salburger.

1453 Martin von Oed, passauischer Pfleger zu Sprinzenstein, verpflanzt seinen Stamm nach dem Mühlviertel, wo er die Hälfte von Götzendorf erwirbt, 1455 erwirbt er die zweite Hälfte. 1.oo Ursula Jörger, 2.oo Anastasia Herleinsberger. Aus erster Ehe: (1) Marx, landesfürstlicher Pfleger zu Ranarigl, Erbe des Schlosses Lichtenau im Mühlviertel, Begründer der Nebenlinie Lichtenau, die mit seinem Urenkel Cornelius 1593 abgeht, † Sonntag nach Ostern 1516. Aus zweiter Ehe: (2) Georg II. † ledig 1497, (3) Mattäus w.f.

1455 Martin (Merth) von Oedt kauft von den Herrn von Viechtenstein und Hauzenberger Schloss Götzendorf. 1422 Jakob der Letzte von Götzendorf stirbt am 10.11. Anschließend geht Schloss Götzendorf als passauisches Lehen durch Heirat zur Hälfte an Heinrich von Viechtenstein und Jörg den Hauzenberger über, deren Söhne verkaufen Schloss und Herrschaft Götzendorf 1453 an Martin von Oedt.

1460 Kristan der Öder zu Sigenhofen.

1513 Mathäus Oed zu Götzendorf † 1526, 1513-1518 Pfleger zu Sprinzenstein, oo Magdalena Inzinger (1) Georg III., (2) Baltasar II., (3) Wolf w.f

1524 Wolfgang von Oedt † 15.3. 1542, Herr auf Schloss Götzendorf, Oberst, oberster Mundschenk von Kaiser Ferdinand I., Hauptmann zu Pressburg. 1.oo Elisabeth, Tochter des Mathias von Perneck. Kaiser Ferdinand I. beteilt ihn mit dem Schloss Pernegg (Bäreneck an der Mur in der Steiermark) und den von Wilhelm Perneck konfiszieren Gütern. Wahrscheinlich wird der Besitz Perneck gleich wieder weiter veräußert. Der ebenfalls von seiner ersten Frau stammende Besitz Dachsberg im Hausruckviertel kommt an ihn. (1) Georg zu Dachsberg, Schönegg und Ernegg, (2) Heinrich zu Reinsperg.

1527 Wolfgang von Oed, ist laut Landtafel Besitzer des Marktes und des Schlosses Wang. Wang wird 1334 erstmals als Lehen des Herzogs Wilhelm Cadola von Zelking erwähnt. Die Oed sind Lehensträger der Herzöge von Zelking.

1537 Wolf von Oedt kauft Reinsperg, Schöneck und Oberhasegg in Niederösterreich. 2.oo Sophia Ennenkel von Labrechtsberg, Witwe des Sebastian Grabner, bringt die Ämter Wangen und Weissenberg in die Ehe. (3) Sebastian zu Reinsperg.

1537 Wolf von Oedt kauft Ernegg in Niederösterreich. Wolfs Wappen ist über dem Turmeingang von Erneck zu sehen. 0979 hatte Kaiser Otto II. diesen Landstrich dem Bischof Wolfgang von Regensburg geschenkt, der Ernegg zur Sicherung gegen die Türken erbaute.

1539 Wolf von Oedt erhält von Kaiser Ferdinand I. d. d. 27. 6. eine Adelsbestätigung und erscheint am 29. 10. im Landtag zu Wien auf der Ritterbank.

1542 Sebastian von Oedt oo Regina, Herr auf Schloss Götzendorf.

1566 Sebastian von Oedt † 18. 12. 1585 zu Götzendorf, ist als Mitglied des ob der Ennschen Ritterstandes eingetragen, oo Regina von Rödern, (1) Hanns Christoph w.f., (2) Wolf Bernhard, (3) Georg Achaz, (4) Sebastian II. zu Wolkersdorf in Niederösterreich.

1570 Georg von Oedt zu Dachsberg, Schönegg und Ernegg erhält vom Kaiser am 20. 8. die Erlaubnis zur Vereinigung des Perneck’schen Wappens. 1.oo Margaretha von Tauffkirchen, kinderlos, 2.oo Susanna von Neugaus, sechs Töchter, von denen sich Martha mit Sigmund Schiefer verehelicht und diesem Dachsberg einbringt.

1577 Niklas Oeder Stadtrichter und Bürgermeister der Stadt Ybbs von 1577-1580 und 1581-1588.

1579 Wolfgang Öder erwirbt die Herrschaft Dachsberg. Durch die Vermählung seiner Tochter Martha von Öd mit Georg Schifer aus Eferding, geht Dachsberg an die Schifer.

1583 Hanns von Oedt, Herr auf Schloss Götzendorf, oo Sabina.

1587 Hanns Christoph von Oed zu Götzendorf oo Sabina Kölnpöck von Ottsdorf, sieben Söhne, (1) Wolf Linie Helfenberger, (2) Philipp Heinrich Linie Götzendorf.

1598 Christoph von Oedt kommt heil aus dem Türkenkrieg zurück. Als Zeichen des Dankes stiftet er in Götzendorf die Marienplastik.

1607 Johann Christoph von Oedt baut das Schloss Helfenberg im Mühlviertel als Renaissanceschloss um.

1608 Hanns Christoph von Oed zu Götzendorf, † 6. 5. 1630, und sein Bruder Sebastian werden durch Kaiser Rudolf II. d. d. Prag 1. 5. 1608 als „Frey- und Panierherr von Oedt, Herr zu Helfenberg und Gezendorf“ in den erbländischen Freiherrnstand erhoben.

1613 Dietrich Halmar (Halbmayr) von Raitenbach und dessen Frau Ana Genovefa von Oedt kaufen laut niederösterreichischem Gültenbuch von Hans Bernhard von Peuckhaimb Herrschaft und Schloss Streitwiesen.

1626 die Reuter von Öd besitzen Schloss Schmiding, in dem Jahr halten sich in ihm aufrührerische Bauern auf und verteidigen sich hartnäckig.

1630 Philipp Heinrich von Oedt Herr auf Schloss Götzendorf.

1630< Wolf Freiherr von Oed, Eigentümer von Schloss Primersdorf. 1.oo Elisabeth Herrin von Zinzendorf, deren Tochter (1) Regina Elisabeth erbt die Herrschaft Helfenberg, welche dadurch an ihren Gemahl, Sigmund Schifer von Freiling kommt.

1636 Wolf Freiherr von Oed. 2.oo Elisabeth Katharina Freiin Löbl von Greinburg, Witwe des Rudolf Freiherr zu Sprinzenstein. (2) Raimund Achilles kinderlos vermählt mit NN von Dubsks, (3) Johann Ludwig w.f. († 4. 10. 1697)

1637 Philipp Heinrich (Filipp Heinrich) Freiherr von Oed, * 1. 5. 1606, † Okt. 1655, Stifter der Götzendorfer Linie. 1.oo 11. 5. 1637 Maria Catharina Freiin von Hoyos. 2.oo 30. 9. 1653 Maria Maximilians Gräfin von Sprinzenstein. Aus erster Ehe (1) Erasmus Anton w.f,

1655 Erasmus Anton von Oedt, Herr auf Schloss Götzendorf, oo Cordula Mörk von Gneisenau.

1655 Susanna Isabella von Oedt zwei Briefe an Hans Albrecht von Hoyos. Fundstelle: Archiv Hoyos, Schloss Horn.

Johann Ludwig von Oed. 1.oo Maria Elisabeth Schütter von Klingenberg. 2.oo NN von Schlipstadt. 3.oo Franziska Margareta von Schömberg. (1) Franz Ferdinand † 1741. Aus dritter Ehe: (2) Franz Joseph, † <1714, Benifiziat zu Ottsdorf, (3) Franz Carl, Hauptmann im Starhemberg’schen Regiment, oo NN Gräfin Cavolchina, nur Töchter, Linie mit ihm im Mannestamm erloschen.

1677 Johann Friedrich und Johann Ehrenreich von Seeau kommen in den Besitz der Herrschaft Helfenberg im Mühlviertel, die ihr Vormund Johann Friedrich Märk von Gneisenau für sie kauft.

1678 Carl Freiherr von Hackelberg erwirbt die Herrschaft von Kronsegg-Schiltern. 2.oo Rebecca Regina von Oedt. Sein Freiherrenwappen befindet sich über dem Küchenfenster im Schlosshof (ehemalige Durchfahrt) und über der Toreinfahrt zwischen dem Schlosshof und dem jetzigen Wirtschaftshof. Das zweite Wappen ist das seiner zweiten Gemahlin. Nach seinem Tod wird sein Bruder Ernst Sigismund mit der Herrschaft Kronesgg-Schiltern belehnt.

1692 Erasmus Anton von Oed, * 9. 2. 1648, † 10. 4. 1719, zum ober dem Enns’schen Herrenstandsverordneten erwählt, sammelt bedeutende Verdienste im spanischen Erbfolgekrieg gegen Bayern.

1714 Erasmus Anton von Oed und seine Vettern Franz Ferdinand und Franz Carl werden von Kaiser Karl VI. kurz nach dem Rastätter Frieden in den erbländischen Grafenstand erhoben. oo Cordula Märk von Gleisenau. (1) Johann Christoph Heinrich.

1734 Johann Christoph Heinrich von Oedt, nö. Regierungs-Vice-Statthalter, 1734 wirklicher geheimer Rat, 1747 Hof-Vice-Kanzler. 1.oo 2. 10. 1701 Anna Johanna Freiin von Stain, † kinderlos 18. 2. 1707. 2.oo 11. 9. 1707 Anna Charlotte Gräfin von Geyersperg, † 2. 9. 1719. 3.oo 1720 Maria Viktoria Gräfin Suardi. (1) Johann Christoph, (2) Maria Johanna, (3) Maria Franziska, über die minderjährigen Kinder übernimmt Georg Brixuius Freiherr von Hoheneck die Vormundschaft, in dieser Zeit wird die Herrschaft Götzendorf an die von Lamberg verkauft.

1719 Johann Christoph Heinrich Graf von Oedt oo Anna Johanna Freiin vom Stain, Freiherr zu Helfenberg und Schloss Götzendorf.

1750 Johann Christoph Graf von Oedt, Herr auf Schloss Götzendorf.

1768 Franz Karl Graf von Oedt stirbt am 5. 8. als letzter der Linie Helfenberg und des gesamten Geschlechts, sein minderjähriger Sohn Johann Christoph war schon 1756 verstorben.

 

   
Georg Christian von Oeder  

Georg Christian von Oeder, * Ansbach 1728, † 1791 Oldenburg.

1746-1749 Georg Christian von Oeder studiert in Göttingen Medizin und Botanik.

1761 J.H.E. Bernstoff verschafft Oeder eine Professur der Botanik und Wirtschaftswissenschaft in Kopenhagen gegen den Willen der Universität, die auch seine Habilitierung verhindert. Darum wird er königlicher Professor mit dem Auftrag, einen botanischen Garten anzulegen als Informationszentrum für den praktischen Pflanzenanbau. Dazu soll er einen botanischen Atlas „Flora Danica“ herausgeben mit allen Pflanzen Dänemarks, Norwegens und Islands. Auf Reisen ins Ausland studiert er andere botanische Gärten.

1763 eröffnet Oeder den neuen Garten am Rande von Frederiksstaden. Seine auf von Haller basierenden botanischen Theorien, u.a. eine andere Nomenklatur als Linnés, stoßen in Fachkreisen auf heftigen Widerstand. Man entzieht ihm darum die Aufsicht über den Garten, doch darf er an „Flora Danica“ weiterarbeiten. Daraufhin wechselt Oeder sein Arbeitsfeld und schreibt, von höherer Seite ermuntert, anonym eine Streitschrift über die Bauernfreiheit. Damit beginnt er die Diskussion über die notwendigen Agrarreformen in Dänemark. Volkszählungsmethoden und Rentenversicherungsmathematik sind seine späteren Themen. Er hat seine Professorenwohnung im Frederiks Hospital.

1771 erscheint das zehnte Heft mit 600 Tafeln in allen Hesften. Die Begleitbücher dazu werden nie fertig. Oeder verpflichtet die Nürnberger Martin und Michael Rössler für die Ausarbeitung der Bildtafeln.

Struensees Fall überlebt er als Deutscher nicht und muss sich mit einer Richterstelle in Oldenburg begnügen, obwohl er gern als Beamter nach Norwegen gegangen wäre. Noch in Deutschland bezieht er Stellung zu dänischen Reformfragen.