Schreibweisen   Reich von Reichstein, die Reichen von Reichenstein.

 

   
Abstammung   Schweizer Uradel mit dem Stammschloss im Flecken Hedesheim, ein Geschlecht aus Basel bzw. dem Schwarzwald, dessen Anfänge in das 12. Jahrhundert zurückgehen und dem mehrere Basler Bürgermeister und Bischöfe entstammen. 1286 urkundlich Erbkämmerer des Stifts Basel. Später kommen sie in den Elsass, dann auch in das Rheinland. Ort Reichenstein in der Nähe von Basel. Die Burg Reichenstein in der Ortschaft Arlesheim in Vorderösterreich, Talabwärts der Großen Lauter, zwischen Unterwilzingen und Lauterach, steht rechts hoch über dem Tal der Bergfried der ehemals keinen Burg Reichenstein, welche aus dem 13. Jahrhundert stammt. Die Burg wird 1525 im Bauernkrieg zerstört.

 

   
Verbindung  

Wolfgang Seeauer oo Katharina, Tochter des Joachim Reich von Reichenstein und der Elisabeth Neudorfer zum Hackerhof. Söhne (1) Gotthard (2) Johann (3) Thomas der Jüngere (4) Abraham.

 

   
Wappen I   Wappen in Siebmachers Wappenbuch von 1605 unter Rheinländischer Adel auf Tafel 128. Auf Gold eine schräg gestellte schwarze Saufeder (Eisen eines Jagspießes mit breiter rautenförmiger Klinge). Auf dem Helm mit schwarz-goldenen Decken ein aufsteigender rotbezungter gekrönter Löwe.

 

   
Wappen II   In Gold schräg gestellt das schwarze Eisen eines Jagdspießes (so genannte Saufeder). Auf dem Helme mit schwarz-goldenen Decken wächst ein gekrönter goldener Löwe.

 

   
Wappen im Stammbaum der Seeau   In Gold schräg gestellt das schwarze Eisen eines Jagdspießes (Saufeder). Auf dem Helme mit schwarz-goldenen Decken wächst ein gekrönter goldener Löwe.

 

   
Saufeder   Für die Saujagd bracht man kleine feinnasige Jagdhunde, die Finder. Dazu braucht große schwere Jagdhunde, die Packer. Der Jäger ist mit dem "Ger" bewaffnet, ein mit langer mit Leder umwickelter Eschenspieß mit Saufeder und Parierstange. Die Finder suchen das Schwarzwild, die kräftigen Packer ziehen die Sau nieder. Dann lässt der hinzueilende Jäger die Sau, mit dem Ger in den Händen, auf die Saufeder auflaufen und tötet sie durch einen Stich in das Herz. Der Aufwand, eine solche Saumeute von 15-30 Hunden zu halten, ist nur von wenigen zu leisten.

Die Klinge der Saufeder im Wappen der Reich von Reichenstein ist ein scharfer schwarzer handgeschmiedeter Stahl mit stehendem Blatt, angeschmiedeter Parierstange und einer Tülle mit Querloch zur Fixierung der Saufeder auf dem Eschenschaft des Ger.

 

   
    Noch nicht erhoben.    
   

1163 der Besitz Hetdenesheim (Heddesheim, heute ein Ortsteil von Guldental) wird in einer Urkunde  des Papstes Alexander III. zum ersten Mal erwähnt.

1200< die vier Burgen von Birseck werden auf einem felsigen Grat im Wald östlich von Arlesheim errichtet. Die Obere Burg (heute Schloss Reichenstein), südlich davon die Hintere und die Mittlere Burg, weiter südlich die Vordere Burg. Es ist jedoch zu vermuten, dass auf den gleichen Plätzen schon vorher Burgen gestanden haben. Als ihre ältesten Besitzer nennen die Quellen die Grafen von Frohburg.

1245 alle vier Burgen Birseck gehen in den Besitz des Hochstifts Basel über. Die Basler Fürstbischöfe behalten die Vordere Birseck in eigener Hand und machen sie zum Sitz eines Amtmanns, der die Herrschaft Birseck (Vogtei) verwaltet. Sie selber halten sich hier häufig tageweise auf. Die drei anderen Birseck-Burgen übertragen sie als Lehen der Familie Reich. Die Obere Birseck wird in der Folge in Reichenstein umbenannt. Von den beiden mittleren Burgen (Hohle Felsen) wird eine bereits 1292 als längst zerstört bezeichnet, die andere zu Beginn des 14. Jahrhunderts als verlassen. Die Vordere Burg Birseck gliedert sich in eine Kernburg, die heute Ruine ist, und eine schwach befestigte Vorburg mit Wirtschaftsgebäuden. Durch das Erdbeben von 1356 werden die Burgen teilweise zerstört.

1286 die Reich von Reichenstein werden Erbkämmerer des Stifts Basel.

1286-1296 Peter I. Reich von Reichenstein ist Fürsterzbischof von Basel, die Familie besitzt das Erbkämmereramt.

1288  Peter von Reichenstein lässt das Dorf Blotzheim plündern. Der Abt Berthold von Falkenstein vertreibt die Adeligen aus Gebweiler, da sie mit ihren Fehden Unruhe in der Stadt stiften.

1294 Matthias Reich von Reichenstein Besitzer der Brombacher Burg (Schloss) in Brombach nordöstlich von Lörrach im Schwarzwald: „Versehen mit vier Rundtürmen an allen Ecken und über zwei Meter dicke Grundmauern“. Die Burg gilt als uneinnehmbar.

1295 Peter Reich von Reichenstein gründet die Orte Delsberg und St. Ursanne.

1295 Peter Reich von Reichenstein, Fürstbischof von Basel, verleiht Laufen das Stadtrecht.

1373-1435 Burg Birseck ist an die von Ramstein verpfändet. Als Festung wird die Burg Reichenstein bald unbedeutend, da sie den modernen Entwicklungen der Verteidigungsanlagen nicht mithalten kann, dadurch wird sie militärisch uninteressant. Nach dem Aussterben des Geschlechts derer von Reichenstein gerät die Burg in starken Verfall. Erst drei Jahrhunderte später kauft der General von Barfus die Ruine Reichenstein und baut den einzig erhaltenen Turm als Wohnung aus. Im Besitz von Nicolaus Kirsch-Puricelli wird die stark verfallene Ruine nach alten Plänen im Jahre 1899 großzügig wiederhergestellt. Bis 1936 nutzt er die Burganlage als Wohnanlage für sich und seine Familie. Sein Sohn errichtet später in der Burg ein Museum. Beachtenswert sind die acht Meter dicke Schildmauer der ursprünglichen Anlage und die Innenräume mit wertvollen Möbeln und Sammlungen. Die Burg Reichenstein bei Trechtingshausen beherbergt die größte Taken- und Ofenplatten-Sammlung in Rheinland-Pfalz, 1200 Jagdtrophäen aus vier Kontinenten, Waffen, Rüstungen, Porzellan und Möbel des 16. bis 19. Jahrhunderts.

1380 nach dem Ableben des Ritters Arnold von Rotberg und seiner Gemahlin Clara Rötlin wird im Einverständnis mit dem Tochtermann Peter Reich von Reichenstein und seiner Frau Margaretha von Rotberg die Wallstatt Mariastein mit aller Zubehör den Augustiner Mönchen von Basel durch den Geheimkämmerer des Grafen Karl von Burgund und der Kurie von Basel, Peter von Hagenbach übergeben.

1394 NN Reich Freiherr von Reichenstein erhält die Hohe Gerichtsbarkeit über Inzlingen als Lehen übertragen.

1431 NN Reich Freiherr von Reichenstein verkauft die Oberhoheit zu Efringen und Kirchen und die niedere Gerichtsbarkeit als Pfandlehen des Reiches die an die Markgrafen.

1450 Hartmann von Andlau (um 1450-1517 oder 1524), Sohn des Petermann oo Ursula Reich von Reichenstein.

1475 Jakob Reich von Reichenstein, Junker und Hofmeister, trifft sich mit Johannes von Venningen, dem bischöflichen Vikar, dem Kanzler Wunnewald Heidelbeck und dem Junker Frid von Roggurt (Rocourt) im Basler Schürhof wegen der Spannungen der Eidgenossen mit Karl dem Kühnen.

1548 Jakob Reich von Reichenstein verkauft das Dorf Pfirt (Ferrette) samt Blochmont (FR, 25 km südwestlich von Basel) an Anton Fugger. Pfirt fällt 1548 bei der Erbteilung an Hans Jakob Fugger.

1580 die Freiherren Reich von Reichenstein sind einzige Besitzer der Herrschaft Biederthal. Das von ihnen erbaute Schloss und Hofgut bleibt bis 1857 im Besitz derer von Reichenstein.

1706 Joannes Reich von Reichenstein und 1738 Franciscus Reich von Reichenstein als adelige Elsässer Studenten in Straßburg.

1773 der Freiherrnstand derer von Reichenstein wird von Frankreich anerkannt.

Die Familie ist seit dem 19. Jahrhundert verschollen.