Die Ritter von Schwarzenhorn werden bereits vor 1200 erwähnt, dieses Rittergeschlecht stirbt 1512 aus. Dem Dr. Georg Leopoldt wird 1582 das Prädikat Leopoldt von Schwarzenhorn verliehen, dieses Geschlecht erlischt 1740. Johann Rudolf Schmid wird 1658 das Prädikat Schmid von Schwarzenhorn verliehen, dieses Geschlecht erlischt 1664 mit dem Tod von Johann Rudolf.    
         
   

Es sieht so aus, als würde dies Geschlecht Schmid von Schwarzenhorn nur durch einen einzigen männlichen Träger repräsentiert: Rudolf Schmid Freiherr zu Schwarzenhorn.

Rudolf Schmid von Schwarzenhorn schreibt Weltgeschichte, als er 1651 dem Sultan Mehmed IV. als Geschenk 40 außerordentlich wertvolle Tulpenzwiebeln aus europäischen Züchtungen bringt.

Rudolf Schmid versteht es während des Dreißigjährigen Krieges, als Botschafter des Kaisers an der Hohen Pforte in Konstantinopel, den Habsburgern den Rücken frei zu halten, indem die Türken ihren Dauerkonflikt mit dem Heiligen Römische Reich Deutscher Nation etwas dämpfen.

Der Freiherr kommt in dieser Zeit zu einem riesigen Vermögen und erwirbt das gewaltige Schloss und die Herrschaft St. Margarethen an der Wien. Über die Erbtochter Maria Anna Schmid Freiin zu Schwarzenhorn kommt St. Margreten an die Grafen von Seeau. Als dann die Türken 1683 den Goldenen Apfel (Wien) wieder einmal erobern wollen, zerstören ihre Truppen die Herrschaft des ehemaligen Botschafters so vollständig, dass es unbrauchbar wird und von den Grafen Seeau von Schwarzenhorn verkauft werden muss.

 

   
Schreibweisen   von Schwarzhorn, von Schwarzenhorn

 

   
Abstammung   I. Ritter von Schwarzenhorn: Altes Adelsgeschlecht aus Vorarlberg bzw. aus der Schweiz. Die Stammburg derer von Schwarzenhorn steht in Satteins bei Feldkirch.

II. Leopoldt von Schwarzenhorn: Die Familie Millner aus Münchberg in Oberfranken zieht nach Tirol, wo sie den Namen "Leopold" (Lepold) annimmt. Schließlich werden sie als Leopold von Schwarzenhorn nobilitiert.

III. Schmid von Schwarzenhorn: Die Wiege des berühmten Johann Rudolf Freiherrn Schmid von Schwarzenhorn steht in Stein am Rhein.

 

   
Verbindung   Johann Maximilian von Seeau (1623-1683) oo Maria Anna, Tochter des Rudolf Schmid Freiherr zu Schwarzenhorn und der Helena von Feldstöck. (1) Maximilian Ludwig (2) Franz Anton (3) Maria Karolina (4) Anton (5) Viktoria (6) Carl Joseph.

Die Grafen von Seeau sind mit den Geschlechtern der Leopoldt von Schwarzenhorn, über die Fieger von Hirschberg und direkt mit den Schmid von Schwarzenhorn verwandt. Aber auch mit  Ritter von Schwarzenhorn sind die Grafen von Seeau über die Ritter von Reinach verwandt.

 

   
Wappen I  

Wappen beschrieben im Siebmacher: gespalten, rechts in Gold ein gekrönter schwarzer Adler, im rechten Fang das Reichsschwert, im linken das Szepter haltend, links in Schwarz ein aufgerichteter goldener Drache mit offenen Flügeln, einen schwarzen Turban auf dem Kopfe, in der rechten Vorderkralle einen Türkensäbel mit goldenem Griffe schwingend, in der gesenkten Linken einen aufgekehrten goldenen Halbmond haltend; auf dem Spalt ein gespaltenes Schildchen, worin rechts in Blau ein aufgekehrter goldener Halbmond, darüber schwebend ein goldenes Hochkreuz, links in Grün ein schwarzes Posthorn.

 

   
Wappen II  

Wappen als Feld im Wappen der Seeau von 1697-1699. Gespalten; vorn in Gold ein gekrönter schwarzer Adler, im rechten Fang das Reichsschwert, im Linken das Szepter haltend; hinten in Schwarz ein aufgerichteter, goldener Drache mit offenem Flügeln „einen weiss geflochtenen Türkenschild bundt“ auf dem Kopfe, in der rechten Vorderkralle einen goldenen Türkensäbel schwingend, in der gesenkten linken einen aufgekehrten goldenen Halbmond haltend; der Spalt ist mit einem Schildchen belegt; dieses gespalten; vorn in Blau ein aufgekehrter goldener Halbmond, darüber schwebend ein goldenes Hochkreuz, hinten ein schwarzes „Posthörndl“.

 

   
Schmid von Schwarzenhorn  

1476 das Haus "Schwarzes Horn“ in Stein am Rhein am Rathausplatz erstmals erwähnt. Es ist das Geburtshaus des Johann Rudolf Schmid, später Freiherr von Schwarzenhorn, (1590-1664). Ein stattlicher Eckbau mit besonderem Fachwerkaufbau und zierlichem Erkerchen von 1515. 1914 neu bemalt von A. Schmid.

Felix Schmid (1539-1597) der Jüngere oo Elisabeth Hürus (-1631). Kinder (1) Onofrius (1581-1611). (2) Katharina (1583-). (3) Johann Heinrich I. (1585-1641) w.f. (4) Anna Maria (1586-). (5) Johann Kaspar (1588-). (6) Johann Rudolf (1590-1667) w.f. (7) Johan Kaspar (1591-1631). (8) Johann Balthasar (1593-1594). (9) Maria Salome (1556-1600).

1585 Johann Heinrich Schmid I. wird geboren. (1) Johann Heinrich Schmid II., Stadtfähnrich und Obervogt zu Stein wird am 5. 8. 1658 auf Veranlassung des Johann Rudolf in den Reichsritterstand erhoben. Mit der Berechtigung, das Prädikat "Von (oder) zum Schwarzenhorn" zu führen und es auf nachkommen beiderlei Geschlechts zu übertragen. Außerdem wird ihm das Wappen der Schwarzenhorn zuerkannt.

1590 Johann Rudolf Schmid wird am 03.04.oder am 17.04.1590 in Stein am Rhein/Schweiz geboren, die Taufe erfolgt am 21.04.1590. Er stammt aus einfachen Schweizer Verhältnissen.

1597 Johann Rudolf soll mit sieben Jahren von seiner verwitwete Mutter an einen ungarischen Offizier übergeben worden sein.

1602 Johann Rudolf wird als 12-Jähriger von den Türken gefangen genommen. Nach einer anderen Legende gerät als entlaufener Goldschmiedjunge in türkische Gefangenschaft.

Man geht davon aus, dass Johann Rudolf an die zwanzig Jahre bei den Türken gelebt hatte, also um 1620 zurück gekommen sein muss.

Später ist er Internuntius Kaiser Ferdinand III. und als kaiserlicher Botschafter in Konstantinopel. Dann Hofkriegsratsvizepräsident in Wien, als er vom Kaiser in den Freiherrenstand erhoben wird.

1629 Rudolf Schmid hat seinen Amtsantritt an der Osmanischen Pforte. Er spricht aufgrund seiner früheren Gefangenschaft fließend türkisch und ist mit den Rangverhältnissen des Hofes in Konstantinopel vertraut. Fundstelle: Schaffhauser Beitr 10, 1925, Fritz Rippmann S. 97-113

Sein Adelsprädikat nimmt er vom Geschlecht der Schwarzhorn, einem längst verfallenen Schlosse in Vorarlberg, Bezirk Feldkirch, Gemeinde Satteins.

1645 Johann Rudolf Schmid Freiherr von Schwarzenhorn oo Helena Margareth Fellner von Feldegg (*Wien 4.5.1614, † Wien 06.08.1680) auf Hundsturm, Nilolsdorf und St. Margarethen an der Wien. Tochter des Mathias Fellner von Feldegg und der Helena Güller, kaiserlicher Münzmeister und Herr auf St. Margarethen/Wien Ernennung zum kaiserlichen Rat, Wien 24.11.1626. Rittermässiger Reichsadel und Wappenbesserung, Prag 13.10.1608. Reichsadel mit dem Prädikat "von Feldegg“, Wien 02.05.1622. Wien 21.09.1637.

Johann Rudolf hat zwei Töchter: (1) Maria Anna (1633-1667) 1.oo Johann Friedrich Vischer von Ramprechtstorff, Herr auf Hundtsthurm/Wien und Sekretär des Hofkriegsrates, 2.oo Johann Maximilian von Seeau zu Mühlleuthen (1623-1683). (2) Cäcilie (1650-1681) 1.oo 1627 Cäsar de Vecci, 2.oo 1672 Franz Graf von Althann.

1647 Johann Rudolf wird am 5. Mai der Adelsstand bestätigt.

1650 Johann Rudolf Schmid von Schwarzenhorn wird am 4. April in Wien der Reichsfreiherrenstand verliehen.

1651 Johann Rudolf Schmid von Schwarzenhorn, Österreichischer Botschafter an der Hohen Pforte, bringt 40 außerordentlich wertvolle Tulpenzwiebeln aus europäischen Züchtungen als Geschenk für Sultan Mehmed IV. nach Konstantinopel und überreicht sie in einer Audienz.

1651 "Bir Batılı ressamın fırçası ile Alman elçisi Freiherr von Schwarzenhorn'un henüz 9-10 yaşlarında olan Sultan IV. Mehmed'in huzuruna çıkarılışı."

1651 "The first tulips seen in western Europe had arrived there from Turkey, but in 1651 the Austrian Ambassador, Schmid von Schwarzenhorn, brought forty tulips of ten different varieties from Europe into Istanbul as a gift for the Emperor Mehmed IV. They continued to be grown in Turkey under their Austrian names and Mehmed Efendi, the author of the Lalezari Ibrahim (1726) said that the whole development of what became known as the Istanbul tulip with its thin dagger-petalled flowers, originated with those ten varieties. Others, too, believed that the Turkish tulip had been created with the gubari tali - literally fertilisation powder or more prosaically pollen - from the European bulbs."

1658 Verleihung einer Wappenbesserung in Wien am 5. August.

Bei einem Besuch des Freiherrn von Schwarzenhorn in Stein am Rhein spendet seinem Herkunftsort einen aufwändig gestalteten goldenen Becher, mit der Bedingung, dass seine Geschichte erklärt werden solle, wenn er verwendet wird.

1665 Johann Maximilian von Seeau zu Mühlleuthen (1623-1683) oo 2.7. Maria Anna, Erbin nach Johann Rudolf Reichsfreiherrn Schmidt von Schwarzenhorn und der Helena Margareth Fellner von Feldegg auf Hundsturm, Nikolsdorf und St. Margarethen an der Wien. Witwe nach Johann Friedrich Vischer von Ramprechtstorff, Herr auf Hundtsthurm/Wien und Sekretär des Hofkriegsrates.

1667 Johann Rudolf Schmid Freiherr von Schwarzenhorn stirbt in Stein am Rhein am 12. April 1667, Fundstelle: Siebmacher, Niederösterreichischer Ständischer Adel. Sein Grabmal befindet sich in der Krypta des Schottenstifts in Wien. Nach einer anderen Quelle stirbt Johann Rudolf Schmid Freiherr von Schwarzenhorn in Stein am Rhein am 29. Februar 1664, Fundstelle: Schaffhauser Beitr 32, 1955, Fritz Rippmann S. 174-178.

Johann Maximilian von Seeau begründet die Linie der Freiherrn von Seeau zu Schwarzenhorn, ab 1697 ist das Wappen der Schwarzenhorn in einem Feld des Wappen der Grafen von Seeau.

1672 Cäcilie Anna Freiin von Schwarzenhorn († 1681) oo 1672 Franz Karl Ferdinand Graf von Althann (1647-1681), Sohn des Franz Reichard Graf von Althann (1619-1670) und der Susanna Elisabeth von Welz von Feistritz (†1656).

 

   
   
   

Maria Anna Karolina Freiin von Seeau-Schwarzenhorn ist die Erbtochter des Johann Rudolf  Reichsfreiherr Schmid von Schwarzenhorn und der Helena Margaretha Fellner von Feldeck auf Hundsturm, Nikolsdorf und St. Margarethen an der Wien.

Maria Anna Karolina Freiin von Seeau-Schwarzenhorn ist die Tochter von ...

Helena Margareta Fellner von Feldegg (1614-1680), Herrin auf St. Margarethen und Nikolsdorf bei Wien. 1.oo Wien 27.8.1628 Johann Friedrich Vischer von Ramprechtstorff (-1639), Herr auf Hundtsthurm bei Wien, Sekretär des Hofkriegsrates. 2.oo Wien 20.2.1645 Johann Rudolf  Reichsfreiherr Schmid von Schwarzenhorn (159-1667), Kaiserlicher Botschafter in Konstantinopel und Hofkriegsrat. Bestätigung des Adelsstandes Wien 5.5.1647, Reichsfreiherrenstand Wien 4.4.1650, Wappenbesserung Wien 5.8.1658.

Helena Margareta Fellner von Feldegg ist die Tochter von ...

Matthias Fellner (-1637). Kaiserlicher Münzmeister und Herr auf St. Margarethen bei Wien. Ernennung zum kaiserlichen Rat, Wien 24.11.1626. Rittermässiger Reichsadel und Wappenbesserung , Prag 13.1o.1608. Reichsadel mit dem Prädikat "von Feldegg“, Wien 2.5.1622. Gestorben Wien 21.9.1637. 1.oo Maria Lechner. (1) Magdalen (->1637), Augustinerin bei St. Jacob in Wien. (2) Cecilia Anna (1607-168), Besitzerin des Hauses “Goldmannshof” in Wien und Erbin Schloss Gutenbrunn. 2.oo Wien 29.1.1613 Helena Güller (-1637) Witwe nach Gerber, Testament, Staatsrarchiv Wien Nr. 3692/1637. (3) Helena Margareta Fellner von Feldegg (1614-1680) w.f.

   
         
   
    1633 schüttelt das Tulpenfieber die Niederlande. Damals ist eine exquisite Tulpenzwiebel über 5000 Gulden Wert, für den gleichen Betrag kann man eine Stadtvilla samt Garten erwerben, daher will nahezu jeder am botanischen Boom verdienen.

Das Karussell dreht sich immer schneller und versetzt die Niederländer in einen beispiellosen Rausch. Die Preise für Tulpenzwiebeln schnellen ins Unermessliche und ziehen damit immer mehr Menschen in ihren Bann. Viele verkaufen ihre Häuser, nehmen Kredite auf, belehnen Grundstücke, Werkstätten und Werkzeug.

Aber die Tulpenzwiebeln sind so rar, dass nur wenige damit handeln können. Also handelt man statt mit den realen Zwiebeln mit Optionen. Der Händler kauft nur ein Recht (Option) und kann zurücktreten; der Blumenzüchter muss liefern, wenn es der Händler verlangt, und bekommt dafür eine Optionsprämie. Der Handel mit diesen Kauf- und Lieferrechten entwickelt sich schwungvoll.

1636 erreicht die Tulpen-Manie in Holland ihren Höhepunkt.

1637 kommt der Tulpen-Wahnsinn mit einem (Tulpenzwiebel-)Börsenkrach zu einem jähen Ende und ruiniert viele Händler und Käufer, denn mit dem Verfall der Tulpenpreise platzt auch die Optionsblase, und viele Spekulanten verlieren Haus und Hof. Seitdem gelten Optionen als dubios.