Schreibweisen   von Sprinzenstein, von Sprinzenstain, Ritz, Rici, Ricci, Ricius... Ricz zum Spriczenstain, Ritz zu Gartenau, von Hoyos-Sprinzenstein, von Lamberg-Sprinzenstein

 

   
Abstammung   Jüdische Familie, ursprünglich Ritz von Grub aus Südtirol, ein am Hof Maximilians I. (1493-1519) wirkendes Gelehrtengeschlecht, später katholisch und auf Burg bzw. Schloss Sprinzenstein über dem Tal der kleinen Mühl in Sarleinsbach in Österreich ob der Enns im westlichen Mühlviertel. Sprinz ist ein anderes Wort für Habicht. Sie besitzen in der Folge die Schlösser Sprinzenstein, Reichenstein, Neuhaus. Die  Linie stirbt 1679 im Mannesstamm aus und wird über die Töchterlinien Lamberg-Sprinzenstein und Hoyos-Sprinzenstein weiter geführt.

 

   
Verbindung  

Franz Anton (1782-1833) Reichsgraf von Seeau zu Mühlleuthen Freiherr auf Moos oo 26.7.1806 Maria, Tochter des Anton Maria Reichsgraf von und zu Sprinzenstein Freiherr von Neuhaus und der Maria Anna Hedwig Reichsfreiin von Seldern auf der Herrschaft Pöggstall.

Carl Joseph Reichsgraf von Seeau zu Mühlleuthen oo Sidonia von Sprinzenstein.

 

   
Fundstellen  

Herrschaftsarchiv Neuhaus im Oö. Landesarchiv, 1957 geordnet. 27 Urkunden (ab 1521), 234 Handschriften, 152 Schachteln und 7 Faszikel Akten, eine Mappe und eine Patentsammlung. Unter den Handschriften finden sich zahlreiche Pflegamtsrechnungen (ab 1692) und eine Baurechnung des Schlosses (1537-67), unter den Akten auch Familienpapiere der Sprinzenstein, Thurn-Valsassina und Plank.

Herrschaftsarchiv Tollet im Oö. Landesarchiv, 1975 geordnet. 25 Handschriften und 57 Schachteln Akten. Darunter befinden sich Urbare von Tollet (16. Jh.), Familienakten der Jörger, Sprinzenstein, Fieger und Revertera sowie zahlreiche Prozessakten ab dem 16. Jahrhundert.

 

   
Wappen I 1529   Geteilt. Oben in Gold ein wachsender gekrönter bewehrter Greif in beiden Fängen drei „Ackerblumen“ (blaue Campanulen) haltend. Unten gespalten, vorn in Rot drei (2, 1) natürliche Igel (Ricci), hinten von Blau und Gold fünfmal schräg geteilt. Gekrönter Helm mit schwarz-goldenen Decken, der wachsende Greif wie im Schild. Nach dem in Öl gemalten, früher im Schloss Pürgelstein befindlichen Wappen des Pater Anton Ricz zum Sprizenstein 1529, Bruder des Paul Rizius, Herrn zu Sprinzenstein.

 

   
Wappen II 1539   Schild wie vorhin, doch in Feld 3 statt der fünfmaligen Schrägteilung drei Balken. Nach dem Originalsiegel des Dranz Ritius Herrn von Sprinzenstein an dessen im k. k. Haus-, Hof- und Staatsarchiv verwahrten, an Kaiser Ferdinand I gerichteten Briefe d. d. Laibach 24. 2. 1536. Freiherr Franz führt damals noch den alten Schild trotz Wappenbesserung.

 

   
Wappen III 1530   In Blau auf grünem Boden ein natürlicher Fels auf welchem ein natürlicher Finkenhabicht (im Volksmund Sprinz) steht. Gekrönter Helm mit blau-silbernen Decken der Fels mit dem Sprinz. Nach einer legalisierten im Deutsch-Ordens-Central-Archiv verwahrten Kopie des Freiherrndiploms, worin dieses Wappen zu dem bisher geführten, ohne nähere Angabe hinsichtlich der Art der Vereinigung, verliehen wurde.

 

   
Wappen IV 1596   Geviert. 1 der Sprinz auf einem Dreiberg. 2 der wachsende gekrönte Greif mit den Glockenblumen. 3 drei (2, 1) Igel. 4 fünfmal schräg geteilt. Zwei gekrönte Helme: 1. der wachsende Greif mit den Blumen. 2. der Sprinz auf dem Dreiberg. Nach dem Originalsiegel des unter II genannten Freiherrn Franz von Sprinzenstein an dessen letzwilliger Verfügung d. d. 20. 4. 1596.

 

   
Wappen V   Vereinigung mit dem Wappen der Jöchel von Jöchelsturn. Ein halber Auer (Auerhahn). Nach einem abgeschnittenen Originalsiegel, die Urkunde ist verschollen.

 

   
Wappen VI 1591  

Wappen VII . Geviert mit rotem Herzschild, darin ins Visier gestellt ein wachsender silberner, golden bewehrter Auer (Jöchel von Jöchelsturn). 1 in Gold ein halber gekrönter schwarzer, golden bewehrter Greif. 2 und 3 in Blau zwei goldene Schrägbalken. 4 in Silber auf natürlichem schroffem Fels ein natürlicher Sprinz. Drei gekrönte Helme: 1. mit rot-silbernen Decken der Sprinz auf dem Felsen. 2. mit rot-silbernen Decken der Auer wie im Schild. 3. mit schwarz-goldenen Decken der golden bewehrte schwarze Greif wachsend. Nach dem Originaldiplom.

 

   
Wappen VII 1599   Geviert mit Herzschild, darin ein wachsender rechts gekehrter Auer[hahn]. 1 der Sprinz auf dem Felsen. 2 der wachsende gekrönte Greif mit den Ackerblumen. 3 die Igel. 4 fünfmal schräg geteilt. Drei gekrönte Helme: 1. der Sprinz auf dem Felsen. 2. der wachsende Auer, vorwärts gekehrt, mit rechts gewendetem Haupt. 3. der Greif wie im Schild. Nach dem Originalsiegel der Hanns Freiherr von Sprinzenstein auf Neuhaus, Sohn des Hieronymus, auf seinem Brief d. d. 18. 10. 1599 an den Passauer Kanonikus Christoph Petting von Persing.

 

   
Wappen VIII   Geviert mit Herzschild, darin wachsend der Auer ins Visier gestellt. Rückschild wie vorhin. Der Sprinz trägt, ebenso wie am Helm, ein Halsband. Der Greif hält die Glockenblumen in beiden Fängen. Nach dem Epitaph des vorgenannten zu Stuttgart bestatteten Freiherrn Hanns, in der Pfarrkirche Sarleinsbach im Mühlviertel.

 

   
Wappen IX   Wie Wappen VII, jedoch der Rückschild mit silbernem Haupt, darin drei Kreuze des Ordens vom heiligen Grab nebeneinander. Nach den Originalsiegeln des Wenzel Reichard Grafen von Sprinzenstein und nach dem gemalten Wappen desselben im gräflichen Archiv der Sprinzenstein.

 

   
Wappen X   Mit Rücken- und Herzschild wie VII, doch Feld 2 und 3 fünfmal schräg geteilt. Gekrönter Helm mit dem Sprinz auf dem Fels. Nach den Originalsiegeln des Johann II.. Graf und Herr von und zu Sprinzenstein.

 

   
Wappen XI 1646   1 wie Wappen VII, doch hält der Greif im Schild und am Helm im rechten Fang die blauen Campanulien an grünem Blätterstiele. Nach dem gemalten Fenster im Maria-Empfängnisdom zu Linz. Das Grafenstandsdiplom wurde 1646 sine armis erteilt.    
Wappen im Stammbaum der Seeau   #    
Wappen im Siebmacher von 1605  

Wappen in Siebmachers Wappenbuch von 1605 auf Tafel 20. Schild geviert mit Herzschild. Feld 1 das Stammwappen, auf Silber ein auf einem grünen Berg aufrecht stehender Habicht (Sprinz). Feld 2 auf Gold ein wachsender golden bekrönter schwarzer Greif mit drei Glockenblumen in einem hoch gestreckten Fang. Feld 3 fünfmal schräg grün-gold geteilt. Feld 4 auf Rot ein silberner aufsteigender Stier. Auf dem rechten Helm mit schwarz-goldenen Decken der Adler. Auf dem linken Helm mit blau-silbernen der Sprinz.

 

   
   

I. Paul Ritz (Rici, Ricci, Paulus Ricius), später Sprinzenstein, getaufter Jude, * ~1480, † >1542, der erstgeborene Sohn des NN Ritz von Grub (Grueb). Doktor der Medizin, langjähriger Professor an der Universität Pavia, Gelehrter, Schriftsteller, Hofmedikus und Ratgeber von Kaiser Maximilian I., Erzieher und Berater des Erzherzogs Ferdinand (der spätere Kaiser Ferdinand I.), 1530 in den Adelsstand erhoben. oo Bianka Gräfin von Zimmern (Zümmeren), aus Herrenzimmern Kreis Rottweil im Schwarzwald, † >1524. Fundstelle: Hans Jäger-Sunstenau, Die geadelten Judenfamilien..., Wien 1950 (UNI Wien, Dissertation D 8698);

II. Hieronymus Sprinzenstein, * ~1510), † Neuhaus unter der Enns 22. Feb. 1570, Doktor der Rechte, Erzieher der Erzherzöge; oo mit Helene Jöchl von Jöchlsthurn aus Tirol, † 1560.

III. Alexander Sprinzenstein, (* 1540, † Prag 7. Jun.1597), Vizestatthalter des Regimentes der oö. Lande, kaiserlicher RH Rat, oo 13. Aug.1582 mit Ämiliane Fugger-Kirchberg, * 3. Nov. 1564, † 13 Apr.1611, †† Sprinzenstein.

IV. Simon Hieronymus Freiherr von Sprinzenstein, * 24. Okt. 1594, † 2. Aug. 1639, †† Wien St. Michael. 1.oo 1618 Felizitas Mollard, † 22. Jun. 1624 (Waidhofen an der Taya; beider wechselseitiges Testament d. d. Waidhofen 27. Febr. 1622, per 22.Jun.1624).2.oo 6. Jul. 1639 Maria Eleonora (Wien St. Stephan, X-20, M: Emilia Katharina, 28.Jun.1631).

V. Ferdinand Max(imilian) Sprinzenstein, * 1625, † 18. Jul. 1679 (Schlag, 53 J, eigenes Haus, Wipplingerstraße, Wiener Totenbeschauprotokoll), †† St. Augustin, kaiserlicher wirklicher geheimer Rat und Kämmerer, Landmarschall und General-Land-Oberst in Österreich unter der Enns, Obersterblandmünzmeister in Österreich ob und unter der Enns, „der Stiftende“ (Scorpionskraut) der Fruchtbringenden Gesellschaft; oo Wien St. Michael 8 Feb.1660 mit (Maria) Eleonora Kurtz, * 1637, † 14. Feb.1687 (langwierigem Katarrh, abzehrender Krankheit und unterschiedlicher Krankheiten, 50 J, poyger. Haus am Kohlmarkt, Wien St. Michael), †† St. Augustin, Reichsvizekanzlerstochter, Erbtochter ihrer Eltern (auf Horn, Rosenburg, etc).

 

   
Lamberg-Sprinzenstein  

VI. Katharina Eleonora Sprinzenstein, * 1660, † 29 Nov. 1704 (Kindsblattern, eigenes Haus, Wallnerstr., 44 J, 30 Nov. 1704, Wien St. Michael), †† St. Augustin, oo 23. 1. 1679 Leopold Joseph Lamberg, * 13. 5. 1653, † 1. Jul. 1706 (Schlafsucht und folgendem Schlagfluss, 54 J, Rosenberg. Haus bei den St. Augustin Wien St. Michael), †† St. Augustin, Kämmerer, kaiserlicher Prinzipalkommissär zu Regensburg, ernannter Botschafter am päpstlichen Stuhle.

VII. Karl (Joseph) Lamberg, * St. Michael 19. 4. 1686), † Wiener Neustadt 24. Apr. 1746, †† 24.Jul.1746 (Wien St. Michael,  67 J, ohne Beschau in Wien, aus Wiener Neustadt mit „passierzetl“ überführt; Vesperbildgruft), Kämmerer, Rat und Regent des Regimentes der nö. Lande, wie auch Sicherheitsrat Präfecti; oo Wien (Hof- und Burgpfarre, in cubiculo Speculorum Augustissimæ Imperatricis Viduæ Eleonora, durch den späteren Wiener Fürst-Bischof Rummel, Præsentibus Majestatibus) oo 12. Apr. 1706 Maria Franziska Maria Anna Waldburg, * 14.3.1683, † 23. Feb. 1737 (Lungenbrand, 54 J, Wallnerstr; WD) 28. Febr. 1737, Wien St. Michael, Vesperbildgruft).

VIII. Franz de Paula Anton (Flavius), Graf von Lamberg-Sprinzenstein, * Wien St. Michael 27. Aug. 1707, † 16 Apr.1765 (Brand, 59 J, Schmidlin. Haus beim Stock im Eisen, 20. Apr. 1765, Wien St. Stephan 18.Apr.1765), k. k. wirklicher geheimer Rat, Kämmerer, Regierungs-Rat in Justizsachen (1756), auf Drosendorf, Ottenstein, etc; 2.oo Wien (Hof- und Burgpfarre, in Cubiculo Specularumi Cæsareæ Favoritæ [Favorita, sp. Theresianum], durch Anton Thun, Ep[iscop]o quinque Ecclesiarum [Fünfkirchen, Ungarn], in præsentia Sacr:marum Cæs.rum Maj:tum nempe Aug:mi Imp:ris Caroli VI. Imp: rum Aug:mæ Elisabeth Christina, & Amalie Wilhelmine viduæ, nec non Serenissimarum Archi-Ducam, Maria Theresia, Maria Anna, & Maria Magdalena, testes es parte sponsi:… Graf von Harrach, Landmarschall… Graf von Kevenhiller Statthalter: ex parte sponsæ… Graf von Sintzendorff Supremus Aulæ Præfectus, und Gundacker von  Stahrenberg. oo 8. Okt. 1733 mit (Maria) Josepha (Margaretha Ernestina Antonia) Esterházy, aus dem fürstlichen Hause, Trauzeugen: Maria Josepha von Harrach, Ernst von Harrach, maritus, Maria Margaretha von Esterházy, vidua, * 11. Jun. 1712 Wien (St. Stephan, Mutter erscheint als „nata Kilaisin“ [Gilleis], † 1.Jun. 1756 (Schlagfluss im Kindsbett, 42 J, Schmidlin’sches Haus beim Stock im Eisen; †† 5. Jun. 1756, Wien St. Stephan), Elisabeth Christine Cubicularis actualis Honoraria [Dama] (1733); beide Vorfahren des NN Fürst von Thun Varrentrapp († 1. Nov.1916), k. k. Minister-Präsidenten (5. März 1898 - 2. Okt.1899).

 

   
Hoyos-Sprinzenstein  

VI. Maria Regina Sprinzenstein, * 1662, † 28. Nov. 1704 (Kindsblattern, 42 J. Wien Schotten, Haus in der Herrengasse, WD, 26-28. Nov. 1704, †: 27.), †† Minoriten, Frau auf Horn, Rosenburg, Persenbeug, etc; oo Wien (St. Michael) 26.Jan.1681 mit Leopold Carl Hoyos, * Wien, Schotten 26. Feb.1657, † 25. Aug. 1699 Wien (Blattern und Kopfwassersucht, 43 J, eigenes Haus beim Schottentor), wirklicher Kämmerer, Hofkammerrat.

VII. Philipp Joseph Georg Innocenz Hoyos-Sprinzenstein, * Wien 22. Apr. 1695, † Horn, †† 1.Mai 1762 Wien „von Horn hieher geführt“ daher nicht Totenbp; Schotten, Minoritenkirche, Familien-Gruft, Erbe seines älterern Bruders; oo 27. Jun. 1718 (Maria) Magdalena (Elisabeth Christina) von Hohenfeld, Taufpaten: Anna Margaretha Elisabeth Buccellini-Stotzingen, Julius Friedrich Buccellini, Sabina Christina Gilleis-Starhemberg * Wien St. Stephan 22.Jul. 1695, †…, †† 1.Okt.1760 Wien „vom Gutt hierher geführet“ daher nicht Totenbp; Schotten Minoritenkirche, Familien-Gruft. Eltern Otto Heinrich Graf von Hohenfeld und Maria Katharina Gräfin Starhemberg, Tochter des Verteidigers von Wien.

VIII. (Johann) Ernst der Ältere (Heinrich Kajetan Franz de Paula Felix) Hoyos-Sprinzenstein, * Wien Schotten 14. Jan. 1718, † Frohsdorf 25. Aug. 1781, k. k. Kämmerer, geheimer Rat; oo 22. April 1745 (Maria) Franziska (de Paula) Sinzendorf, * Wien Schotten 21. Apr. 1717, † Frohsdorf  29. Okt. 1778, StKO-Dame, GVlO-R, General-Feldmarschallleutnants und Erster Obersthofmeisters Tochter.

IX. (Johann) Philipp (Joseph Kajethan Franz de Paula Felix Johannes Nepomuk Franz Xaver Zacharias Ernst) Hoyos-Sprinzenstein, * Wien Schotten, Taufpate: Abt vom Kloster Altenburg, 7. Sept. 1747, † 31.März 1803 (Lungenbrand, 54 J, Untere Tuchlauben, St. Peter Kondukt I. Kl.), †† 2. Apr. 1803 Neunkirchen am Steinfeld, 1772 Kammerherr, 1772 Rat in Österreich ob und unter der Enns, Gründer des Fideikommiss in Horn (Österreich unter den Enns), etc, oo 1772 (29.  Apr. Wien St. Michael durch Kardinal Migazzi, Trauzeugen: Johann Joseph von Khevenhüller, Joseph von Schwarzenberg, Wenzel von Kaunitz, Franz Udalrich Fürst von Kinsky), (Maria) Christina (Josepha Juliana Dominica Johanna) Clary, * Wien Schotten 20. Jun. 1755, † 1821 (Schlagfluss, 66J, eigenes Haus Untere Tuchlauben) Wien St. Peter), †† 6. Mai. 1821, Ordensdame des Ordens vom Sternkreuzorden und Vizeoberin.

 

   
Hauptlinie  

1480 Paul Ricius (~1480->1542), ein jüdischer Philosoph und Arzt, † nach 1540. Angeblich Sohn eines Trienter Münzjuden deutscher Herkunft, konvertiert zum katholischen Glauben, lehrt Philosophie und Medizin an der Universität von Pavia. Er ist für den Fürstbischof von Brixen wie auch in Salzburg im Dienst des Bischofs Mathäus Lang und in Nürnberg als Arzt tätig.

Hauptwerke:
1507 Compendium quo ... apostolicam veritatem: Ratione, Prophetice, Talmudistice, cabbalistice ... confirmat, Pavia,
1511 In Apostolorum Simbolvm ... oratoris philosophi et theologi ocvlatissimi a priori demonstratiuus dialogus;
1514 Philosophica ac talmvdistica pro christiana veritate tuenda ... disputatio, Augsburg;
1515 De Novem Doctrinam Dorinibus: Et totius Perypatetici Dogmatis nexu compendum, conclusiones atque oratio, Augsburg;
1515 In Cabalistarum sev Allegorizantivm Eruditionem Isagogae, ebd., in: Ders., De sexcentum et tredecim Mosaicae sanctionis edictis; (Übers. aus d. Hebr.) Joseph Gecatilija, Porta Lucis Haec est porta Tetragrammaton, 2. Auflage Augsburg 1516;
1519 Apologetica ad Eckiana responsio, Augsburg;
1519 In Psalmum Beatus uir Commentariolum, Augsburg;
1519 De Anima Coeli Compendium. Responsio ad interrogationes de nomine Tetragrammaton, Augsburg.;
1519 Lepida et litere undique concinna in psalmum beatus vir meditatio. Concisa et archanna de modo orandi in nomine tetragrammaton responsio, Augsburg;
1520 Talmudica nouissime in latina versa periocunda commentariolo. Naturalia et prophetica de anima coeli omni attentione digna aduersus Eckium examina..., Augsburg.;
1523 Serenissimi et inuicti principis Ferdinandi, protho-physici, apologetica, et spirituali eruditione plena, ad pontificem Maximum in allegorizantium dogma. Oratio, Nürnberg, 2. Auflage Augsburg 1525;
1529 Oratio ad Principes, Magistratus, Populos Germaniae in Spirensi conventu, Speyer und Wien, 2. Auflage Augsburg 1530;
1532 Statera Prvdentvm ... Christo Nazareno regni coelorum Duci, Tribunis, ante signanis, et cohortibus crucis compendiarum, et omni attentione dignum hoc P.R. opus desudat, Augsburg und Regensburg.

1514 Paulus Ricius ist Leibarzt Kaiser Maximilians I. und Erzieher seines Nachfolgers Ferdinand I. Er gelangt in diesen Jahren zu Reichtum und Einfluss. Nach dem Augsburger Reichstag entbrennt die Glaubenskontroverse mit Johannes Eck, in der Ricius die neuplatonische Vorstellung von einem "beseelten Sternenhimmel" verficht.

1515 Paulus Ricius gibt als Wissenschaftler am Hofe Kaiser Maximilians lateinische Schriften über die Kabbala heraus. Über die Talmudisten schreibt er in seinem „Epidome de talmudica Doctrina“. Mit seiner Hausfrau aus einem Mailänder Patriziergeschlecht hat er drei Söhne: (1) Hieronymus, (2) Franz, (3) Peter Anton

1520 Peter Anton Ricius tritt in die Dienste des Kardinal Erzbischof von Salzburg, Matthäus Lang von Wellenburg.

1525 Peter Anton Ricius erwirbt den Pürgelstein bei Salzburg. Im gleichen Jahr flüchtet er mit dem Kardinal Erzbischof von Salzburg, Matthäus Lang von Wellenburg (†† Domkreuzgang zu Salzburg), vor den aufständischen Bauern auf die Veste Hohensalzburg.

1525 Ludwig Ricius, Sohn des Peter Anton, wird bei Pavia unter einem Knäuel Toter hervorgezogen, vorher war er ans heilige Grab gepilgert, focht als kaiserlicher Hauptmann in Afrika und in Ungarn gegen den Erzfeind und hatte sich als Pfleger zu Laufen zur Ruhe gesetzt. Mit ihm verschwindet der Name „Sprinzenstein“ der Salzburger Ritz, denn sie nennen sich ab nun Ritz und nach ihren Gütern die sie erworben haben: Ritz auf Grob auf Pürgelstein, Ritz zu Elsenheim, Ritz Gartenau und Rambseiden. 1665 bestätigt Kaiser Leopold I. am 28. 2. dem Urenkel des Ludwig, dem fürstlichen salzburgischen geheimen Rat und Kämmerer Emeran Friedrich Ritz zu Grueb auf Pürgelstein den dessen Ur-Ur-Großvater Peter Anton Ritz zum Sprinzenstain 1530 verliehenen Reichsgrafenstand. Er erteilt ihm den Titel „Wohlgeboren“ und das Prädikat „Edler Frei- und Panierherr von und zu Gartenau“. Außerdem eine Wappenvereinigung mit dem Wappen der abgestorbenen Scheller und Panichner, die vorher auf Gartenau gesessen waren. 1707 erlischt mit seinem Großneffen Emeran Raimund Ritz zu Gartenau die Salzburger Linie der Ritz.

1529 Paulus Ricius erhält das Schlossgut Sprinzenstein (Oberösterreich) als Passauer Lehen. Als Verfasser philosophischer und theologischer Werke steht er im Briefwechsel mit Erasmus, Reuchlin, Ulrich von Hutten und Willibald Pirckheimer. Ricius übersetzt hebräische Texte in das Lateinische. Seine Bedeutung liegt zum einen in dem Versuch der Vermittlung von Talmud und Kabbala mit den christlichen Heilswahrheiten und zum andern in der Übertragung des italienischen Aristotelismus nach Deutschland. Indem sich Ricius gegen die Verteidigung der Bilderverehrung anderer katholischer Theologen wendet, versucht er auch eine Vermittlung zwischen katholischer und protestantischer Konfession.

1529 Peter Anton Ricius führt wie sein Bruder den Titel „Ricz zum Spriczenstain“. Ein zeitgemäßer Brauch nach dem man alle Güter der Familie in den Titel aufnimmt, auch wenn der Besitz im alleinigen Eigentum von Brüdern oder Vettern ist.

1530 Paulus Rizius wird von Kaiser Karl V. d. d. Augsburg 15. 11. in den Freiherrnstand des Römischen Reiches und der Erblande erhoben mit der Erlaubnis sich „Herr von Sprinzenstain“ zu nennen und zu schreiben und setzt in den bisher geführten adeligen Schild den Vogel Sprinz auf hohem Gestein. Er nennt sich ab nun nach der Burg Paul von Sprinzenstein

1530 Hieronymus Ricco von Sprinzenstein (1500-1570), Sohn des Paul, Hofrat und Statthalter in Niederösterreich, wird in den Freiherrenstand erhoben.

1533 Hieronymus Ricco Freiherr von Sprinzenstein. 1.oo 1533 Helena, Tochter des Jakob Jöchl von Jöchlsturn, aus Sterzing/Südtirol, die Baut stammt aus einer wohlhabenden und angesehenen Bergbaugewerkenfamilie. 2.oo Elisabeth Göltinger zu Hammerspach (…-1560). Söhne aus erster Ehe (1) Alexander, (2) Hanns, (3) Albrecht, (4) Sigmund. 

1536 Hieronymus Ricco Freiherr von Sprinzenstein, Oberhofmeister über die kaiserlichen Töchter, übernimmt die landesfürstliche Herrschaft Neuhaus an der Donau von Dionys Freiherr von Königsegg. Samt 550 Gulden aus dem Aufschlag zu Engelhartszell für 5000 Gulden als Pfand. 1537 bekommt er einen Bestandbrief über Schloss und Pflege Neuhaus auf Lebenszeit und darüber fünf Jahre. 1541 tritt er den Besitz der Herrschaft Sprinzenstein an. 1566 wird ihm das mährische Incolat und die Landmannschaft in Oberösterreich ob der Enns zuteil.

1536 Franz Ricco Freiherr von Sprinzenstein, Rat von König Ferdinand, Dompäposit zu Trient, geht mit ausgedehnten Vollmachten und Instruktionen als Ferdinands außerordentlicher Botschafter nach Konstantinopel. Eine Mission von hochpolitscher Bedeutung zur Zeit der Unterhandlungen Kaisers Karls V. mit Johann Szapolyai, die aber am Misstrauen Solimans scheitert, trotz allem Eifer und allem Mut, des in steter Lebensgefahr schwebenden Reichsfreiherrn. 1537 kehrt er nach Österreich zurück. Er ist mehr Gefangener als kaiserlicher Botschafter an der Hohen Pforte, er hat die ihn bewachenden Kawassen eingeschläfert, wird auf der Flucht von Räubern überfallen und völlig ausgeplündert, nimmt seinen Weg über Bosna-Seraj und Ragusa (Dubrovnik) aller Geldmittel entblößt über Italien in die Heimat zurück. 1539 ist er kaiserlicher Gesandter in Madrid und Klostervisitator in Niederösterreich. 1578 stirbt Franz am 14. 4. zu Mantua, wo er beim Gemahl seiner Nichte Lukretia, Johann Paul de Hippoliti Graf zu Gazzoldo zu Besuch ist.

1539 Paul Freiherr von Sprinzenstein tritt in den Ruhestand

1541 Paul Freiherr von Sprinzenstein bekommt von Kaiser Maximilian I. eine lebenslängliche Pension, da er sich an kaiserlichen Diensten "in welchen er sich vielfältig in den wälschen Kriegen als ein treuer eifriger Diener gebrauchen ließ, darinne auch gefangen und alles das Seinige verloren".

1542 Paul Freiherr von Sprinzenstein stirbt.  

1555 Hieronymus und Franz Ricco von Sprinzenstein erhalten am 21. 2. die Bewilligung sich bei Ablegung ihres Geschlechternamens Riccio „Freyherr zu von Sprinzenstain“ zu nennen.

1570 Hieronymus Freiherr von Sprinzenstein stirbt am 22. 2.

1573 Hans Albrecht Freiherr von Sprinzenstein (1543-1598), Sohn des Hieronymus (1500-1570), wird am Hofe des Erzherzogs Karl als Edelknabe erzogen. 1565 Mundschenk der Großherzogin Johanna von Toscana. 1575 Hofrat des Erzherzogs Ferdinand von Tirol, oberster Proviantmeister in Polen. 1588 herzoglich bayrischer Rat und Oberst über 500 Schützenreiter. 1593 oberster Lieutnant der kaiserlichen Armada auf der Donau. 1595 Hof-, Feld- und Land-Zeugmeister, General-Artillerie-Inspektor, Direktor des Brückenwesens und General-Superintendent über alle Grenzfestungen in den Erbländern. oo 1573 Barbara Botsch zu Auer und Zwingenberg (* 4. 10. 1574, † 12. 10. 1607). (1) Hanns Ernst (* Dez. 1574, † 2. 11. 1639) kaiserlicher und churbayrischer Kämmerer, kaiserlicher Oberst und Hofkriegsrat, Hofkammerpräsident, Oberster des dritten Kreises in Schlesien, (2) NN Zisterzienser Pater (4. 10. 1579, † 12. 10. 1607)

1574 Hans Ernst Freiherr von Sprinzenstein (1574-1639), Sohn des Hans Albrecht, 1.oo Helena von Rechenberg (1592-1628), 2.oo Eleonora von Harrach (1586-1645)

1582 Alexander Freiherr von Sprinzenstein (1540-1597), Sohn des Hieronymus (1500-1570), Kaiserlicher Hofrat, Landrat in Österreich ob der Enns und Statthalter in Niederösterreich, 1.oo 13 Aug 1582 Emilia (Aemilia) Gräfin Fugger (1564-1622), Taufkirchen, Bayern, Tochter des Johann Jakob Graf Fugger (1516-1575) 2.oo 1560 Sidonia von Colaus genannt Wazlerin (1532-1572) [Stammbaum bis 1374]. (1) Hans Florian, (2) Simon Hieronymus, (3) Hans Rudolf, (4) Wenzel Richard.

1583 die Veste Sprinzenstein brennt ab, Hans, Sohn des Hieronymus, beginnt mit dem Wiederaufbau durch italienische Meister. 1590 muss er wegen der Bauernkriege und der damit verbundenen Robotverweigerung den Bau einstellen. 1598 wird weitergebaut. 1603 wird der Schlussstein in den Torbogen eingesetzt.

1591 die vier Söhne des Hieronymus bekommen eine Wappenbesserung durch Vereinigung des eigenen Schildes mit dem der erloschenen Jöchl und dem Hans Albrecht wegen der in sein freies Eigentum gekommenen Herrschaft Neuhaus, die Erlaubnis sich „Freyherr von Sprinzenstein auf Neuhaus“ zu nennen und zu schreiben.

1615 Hans Florian Freiherr von Sprinzenstein (1591-1646), Sohn von Alexander, kaiserlicher Rat und Landrat in Österreich ob der Enns, tritt im zweiten Bauernkrieg unerschrocken für Recht und Ordnung ein. oo 16.2.1615 Margaretha, Tochter des Heinrich Freiherr von Salburg (1593-1658). (1) Franz Moriz, Verfasser des „Frances Imperii Romani“, Ingolstadt 1640. 1642 Hans Florian stirbt im kaiserlichen Feldlager in Braunschweig vor seinem Vater

1618 Simon Hieronymus Freiherr von Sprinzenstein (1594-1639), Sohn von Alexander. 1.oo 1618 Felizitas († 1623), Tochter des ehemaligen Landeshauptmann von Österreich ob der Enns, Jakob Freiherr von Molart, 2.oo 1624 Maria Emilia, Tochter des Johann Matthäus Wacker von Wackenfeld, Herr der Herrschaft Jungferndorf in Schlesien. An Simon Hieronymus gehen die Herrschaften und Güter Felizitas Freiin von Molart über, Waidhofen/Thaya, Waldreichs und Gilgenberg, die an seinen einzigen Sohn in zweiter Ehe (1) Ferdinand Maximilian weiter gehen

1619 Wenzel Richart Freiherr von Sprinzenstein (1597-1651), Sohn von Alexander, oo 17.8.1619 Johanna Maria von Reichenstein (1612-1684)

1619 Hans Rudolf Freiherr Sprinzenstein (* 17. 4. 1593, † 20. 6. 1632), Sohn von Alexander, kaiserlicher Reichshofrat, Herr zu Sprinzenstein und zu Neuhaus, oo 21.4.1619 Elisabeth Katharina, Tochter des Freiherrn Hans Jakob Löbel von Greinburg. (1) Hans Ernst (1622-1623), (2) Johann Adam (1624-1681) Kapuziner, (3) Johann Secund (1625-1691), (4) Johann Christoph (1630-1683), Herr zu Sprinzenstein, tritt per Vergleich vom 24. 9. 1658 die Pfandschaft Piberstein an seinen Bruder Johann Secund ab, oo 1682 Anna Eleonora († 1716), Tochter des Leopold Graf von Thürheim, Ehe ohne Succession.

1635 Wenzel Richard, Sohn des Alexander Freiherr von Sprinzenstein, (* 12. 2. 1597, † 16. 8. 1651, †† Wien Schottenkirche), wird am 18. 2. 1635 durch die Landmannschaft ob der Enns die Herrschaft Pottendorf an der Gusen zugeschrieben, anstatt des emigrierten Paul Christoph zu Flusshat, mit dem er d. d. 17. 3. 1636 den betreffenden Kaufvertrag errichtet.

1661 Johann Secund von Sprinzenstein, Herr zu Neuhaus und Liechtenau, 1.oo 1661 Anna Elisabeth († 17. 1. 1682), Tochter des Sigmund Freiherr Schifer von Freyling zu Liechtenau, 2.oo Katharina Eleonora († 10. 8. 1701) Tochter des Grafen Friedrich von Cavriania, (1) Johann Ehrenreich (* 27. 4. 1667, † 18. 5. 1729) auf Sprinzenstein, Neuhaus und Liechtenau, kaiserlicher Kämmerer, 1705 Oberst-Erbland-Münzmeister in beiden Erzherzogtümern. 1709 ob der Ennscher Verordneter im alten Herrenstande. oo 1692 Maximiliana Michaela († 6. 5. 1718), Tochter des Franz Josef Graf (dann Fürst) von Lamberg. Nachdem die beiden Söhne in der Wiege gestorben waren beschließt Johann Ehrenreich 1701 diese Linie. Töchter (1) Maria Antonia oo 1723 Leopold Franz Graf von Thurn-Valessina, (2) Maria Gabriela oo 1728 Josef Ignaz Graf von Welsperg und Primör, (3) Maria Josefa Secunda 1.oo 1729 Josef Reichard Graf von Salburg, 2.oo 1758 Carl Graf von Weissenwolf, (4) Maria Albertine 1.oo 1729 Johann Wilhelm Graf von Thürheim, 2.oo 1758 Carl Graf Molza. Neuhaus kommt an die  an die von Thurn-Valessina, Liechtenau von Welsperg.

 

   
II. Hauptlinie  

II. Hauptlinie # oö. p 383

1622 Hans Rudolf Freiherr Sprinzenstein gelangt aufgrund einer Forderung von 30.000 Gulden gegen Georg Christoph von Schallenberg, am 3. 9. 1622 verbrieft, in den pfandweisen Besitz der Herrschaft Piberstein im Mühlviertel. 

1626 NN Freiin von Sprinzenstein wird auf ihrem Schloss Neuhaus/Mühlviertel, das von den aufständischen Bauern erstürmt wurde, gefangen genommen und grausam misshandelt.

1635 Reichhard Freiherr von Sprinzenstein erhält den Ort St. Leonhard. Diese Familie ist durch Heirat mit einer der Töchter von Christoph von Haym verwandt, der die Burg Reichenstein (im Mühlviertel) von den Kapell erwarb. Das Geschlecht derer von Haym erlischt 1634 mit dem Tode der Witwe des Hans von Haym. 1635 verzichtet der Propst Leopold von St. Florian zugunsten des Reichhard Graf von Sprinzenstein schließlich auf Burg Reichenstein, die Vogtei zu für sich selbst zu beanspruchen und vermeidet auf diese Art und Weise weitere Streitigkeiten mit den Grafen um das Vogtrecht über St. Leonhard. Die einzige Bedingung, die der Propst dabei stellt, besteht darin, dass St. Leonhard katholisch bleiben muss, andernfalls würde St. Leonhard direkt an St. Florian fallen.

1646 Hans Florian, Simon Hieronymus, Hans Rudolf und Wenzel Richard, Söhne des Alexander Freiherr von Sprinzenstein, werden von Kaiser Ferdinand III. d. d. Linz 21. 7. 1646 in den erbländischen Grafenstand mit der Denomination „Grafen und Herrn von und zu Sprinzenstain und Neuhaus“ erhoben.

1649 NN Gräfin von Sprinzenstein verkauft die Güter in Karlstift, die sich nach Hartmann von Landau in ihrem Besitz befinden, an Carl von Hackelberg. Als Grenze gelten die Herrschaft von Pertholz, die Lainsitz und die "alte Straße" nach Freistadt.

1650 Siegmund von Sprinzenstein verkauft Gstöttenau und den Edelsitz Brandstadt, die Magdalena Ladareneria je zur Hälfte in die Ehe mitgebracht hatte, die andere Hälfte hält Eckhard von Hungersbach.

1650 Emilia Catharina Gräfin von Sprinzenstein, Briefwechsel mit ihrem Sohn Maximilian. Fundstelle: HA Ottenstein 7 Briefe

1658 Johann Secund von Sprinzenstein, Pfandbesitzer von Piberstein, löst Piberstein dem Christoph Ehrenreich Graf von Schallenberg zurück, der sie 1675 an die Grafen Seeau verkauft.

1666 Ferdinand Maximilian von Sprinzenstein (* 1625, † 17. 7. 1679, †† Gruft der Lamberg bei St. Augustin in Wien). Rat und Landrechtsbeisitzer von Kaiser Ferdinand III., wirklicher Kämmerer bei Kaiser Leopold I. Im Ausschuss des nö. Herrenstandes, Raitrat, Obersthofmeister bei den kaiserlichen Schwestern, Oberstkämmerer, Stallmeister, Hofmarschall, Obersthof-Vizekanzler, Landmarschall, General-Landesoberst in Niederösterreich, wirklicher geheimer Rat, 1669 steiermärkische Landmannschaft, Incolat von Böhmen und den inkorporierten Landen, 1671 er erwirbt zu seinen überkommenen Besitzungen Waidhofen/Thaya, Waldreichs und Gilgenberg, von den Erben seines Schwiegervaters die Herrschaft Horn samt den Gütern Moldt, Raan und Nieder-Edlitz in Niederösterreich, ferner kauft er aus dem Nachlass seines Schwagers Joachim Graf von Windhaag († 1678), dem Eheherrn seiner Schwester Maria Emilia, die Herrschaft Rosenburg und erbt von seiner Mutter Jungferndorf. oo 1660 Maria Eleonora († 13. 2. 1687), Tochter des Ferdinand Graf Kurz von Senftenau, von ihr erbt er die Herrschaft Drosendorf mit den Gütern Thumbritz und Pyrra.

1671 Ferdinand Maximilian von Sprinzenstein erlangt mit Diplom d. d. Wien 7. 9. 1671 für sich und sein Geschlecht sich nach den Gütern zu nennen und zu schreiben und auch deren Wappen aufzunehmen. Außerdem das Recht der hohen Gerichtsbarkeit und das Münzrecht auf allen Herrschaften und der unmittelbaren Unterstellung des Geschlechtes unter den Kaiser bei gleichzeitiger Befreiung von der Gerichtsbarkeit der Kammergerichte. 1672 wird ihm der Gabbrief und der Lehensbrief für sich und das gesamte Geschlecht das Erbland-Münzmeisteramt von Österreich ob und unter der Enns zuteil, welches durch den Tod des Johann Conrad von Richthausen, Freiherrn von Chaoa, in Erledigung gekommen war. Die direkte Vererbung ist nicht möglich, da Ferdinand Maximilian nur zwei Töchter hat. (1) Catharina Eleonora, oo 1679 Leopold Josef Graf von Lamberg, (2) Maria Regina oo 1681 Leopold Josef Graf von Hoyos. Beide erben zu gleichen Teilen das reichliche Vermögen. Die Herrschaft Drosendorf samt den Gütern Thumbritz und Pyrrha werden zu einem Fideicomiss vereinigt, mit der Verpflichtung für den jeweiligen Inhaber den Namen Sprinzenstein zu führen. Drosendorf geht an die Gräfin Lamberg und nach dem Abgang der männlichen Descendenz am 2. 8. 1740 an die Grafen Hoyos über, nach deren Erlöschen, den Bestimmungen des Fideicommiss-Instruments erfolgt wieder der Rückfall des Majorats an die Grafen von Sprinzenstein.

1673 Ferdinand Maximilian Sprinzenstein von Sprinzenstein gelangt in den Besitz des Herzoghofs in Baden bei Wien. Er geht nach seinem Tode an seine Schwester Eleonora, Gräfin von Lamberg. 1683 wird dieser Freihof von türkischen Hilfstruppen zerstört.

1679 Ferdinand Maximilian Sprinzenstein (1625-1679), stirbt am 18. Juli an Schlagfluss und mit ihm stirbt die Familie im Mannesstamm aus. Die Linie wird über die Töcherlinien Lamberg-Sprinzenstein und Hoyos-Sprinzenstein weiter geführt.

1680 Johann Secund von Sprinzenstein wird zum Verordneten des alten Herrenstandes gewählt, kaiserlicher Kämmerer, Landrat in Österreich ob der Enns. 1686 Münzmeisteramt. 

1685 Emilie Catharina Gräfin von Sprinzenstein, geb. Freiin Wackenfels. Fundstelle: Nachlassinventar im NÖLA, HA Ottenstein, Karton C-III-9, Fasz. 1490; 118 Seiten.

1687 Franz Ignatz Graf von Sprinzenstein und Neuhauß verhängt ein Urteil. Am Galgenbichl in Halmenberg, der einstigen Richtstätte von Reichenstein, östlich von Pregarten (OÖ), wird Philipp Klambauer wegen Diebstahls mit dem Schwert hingerichtet. Er ist 38 Jahre alt, Knecht am Rüglhof (Herrschaft Reichenstein) und ein unverbesserlicher, aber unbedeutender Dieb.
„Urthl
In nomine Jesu Amen
Auf des bey hochgräfl. Gnaden des hoch- und wolgebornen Herrn Franz Ignatio, des Heyl. Röm. Reichs Grafen und Herren von Sprinzenstain und Neuhauß, Herrn der Herrschaften Reichenstain, Tolleth, Pottendorf und Greißingberg, Röm. Kayl. Mayt. Würklichen Cammerern.... aigenthumlichen Landtgerichts Herrschaft Reichenstain noch im Monath Juny nechst verwichenen 1686. Isten Jahr zu gefenglichen Verhaft gezogen und anheut entsgesetzten dato zur entlichen Rechtsfertigung in Delicto furti dem Kayl. Paan- und Schrannengericht vorgestellten Maleficanten Nambens Philipp Clampaur, ledigen dienstknechts gethanne guetige Bekanntnuß wird durch der Röm. Kayl. Mayt. Dieses Erzherzogtums Oesterreich on der Ennß verortneten Paan-Richter Norbertum Ignatium Kholler von Morenfelß byder Rechten Drn und Hofgerichts Advocaten sabt einersezt unparteiischen Rechtsgeding dieser hochgräflichen Reichenstainischen Landgerichts Schrannen aus dem Grund der Rechten des Heyl. Röm. Reichs Constitution Kayser Carl des Fünften peinlichen Halsgeri´chts und Oberennserischen Landgerichts Ordnung zu Urthl erkennet und recht gesprochen.
Dass wie´len obernanter Philipp Clampaur öffentlich erkennet, dass er uber die 80 diebische Angriff verybt und durch solche zu verschiedenen mahlen an unterschiedlichen Orten in die 30 schof, und theils Geld, theils andere Sachen als Wagen chöben, Joch, Riemb und Leinwathen, Bauern Röckl, Handschuech, Schuech, Hemeter und dergleichen entfrembt, jedoch nur von den wenigen Diebstählen die benötigte Erfahrung einholet haben werden können, als sollte auch er Philipp Clampaur in Erwegung ein- und anderer iezt angeführten linderten Umbstands foderist aber in Erwegung, dass von ihme langwuerig ausgestandenen arrests mit der auf dergleichen delicta behörigen Bestrafung zwar verschonet und hingegen andern zum abschröcklichen Beyspiel und Exempl an die gewöhnliche Richtstatt geführt, alda zu wohlverdienter Straf mit dem Schwert vom Leben zum Tod hingerichtet werden von Rechts wegen.
Publiciert in der Khayl. Pann- und Landgerichts Herrschaft Reichenstain, den 21. Marty Ao 1687.
Das abgesagte Urthl bey einem ersezten unparteyischen Rechtsgeding alß geschlossen, publiziert und an oberdachten Philipp Clampauer würklich vollzogen worden.
Urkundt meiner Kayl. Pangerichts Fertigung. Actum ut supra. Norbertus Ign. Kholler von Morenfelß Kal. Panrichter ob der Enns.“

1686 Emilie Catharina Gräfin von Windhag, geb. Gräfin von Sprinzenstein. Fundstelle:  Nachlassinventar NÖLA, HA Ottenstein, Karton C-III-10, Fasz. 1500; 29 Seiten.

1713 Ehrenreich Graf von Sprinzenstein spendet der Linzer Karmeliterkirche 300 fl.

1719 Franz Ferdinand Graf von Sprinzenstein veranlasst, dass der Kirchturm der Pfarrkirche in St. Leonhard höher gebaut und eine neue Kuppel mit vergoldetem Knauf und Kreuz aufgesetzt wurde. Er stiftete das Armenhaus und finanzierte den barocken Zopfaltar.

1725 Franz Ferdinand Graf von Sprinzenstein lässt einen Glockenstuhl der Pfarrkirche in St. Leonhard aufbauen. Anlässlich der Erneuerung des Kirchturms wird im vergoldeten Knauf folgender Gedächtnisbrief hinterlegt, um die Verdienste des Grafen Sprinzenstein der Nachwelt zu überliefern:
„Ich Franz Ferd. O. R. Graf und Herr zu Sprinzenstein, Freiherr auf Neuhaus, Fr. V Reichenstein, kaisl. Kämmerer, Landschaftspräsident usw., Urkunde hiemit, demach ich anno 1703 in der Zu meiner Herrschaft Reichenstein mit Vogt und Lehensherrlichkeit gehörigen Pfarrkirche zu St. Leonhard den Hochaltar zu der sämmtlichen Pfarrmenge Vergnügen ganz von Neuen und gar zierlich errichtete, dann auch im gegenwärt lauffenden Jahr den Kirchthurm alda um ein merkliches höher und säuberer bauen u. allenthalben zieren, auch samt ganzer Kirchen neu abputzen, die ganze Kupl neu machen, selbige durchaus mit neuem Blöch decken und dann auch mit diesem ganz kupfernen und mit gut Dukatengold im Feuer vergolden Knopf (welcher nebst seinem Stifl sieben Mezen Kron in sich fassen kann) samt einem gleichförmigen schön geflammten Kreuz gleichsam krönen lassen. Als habe zu dessen alen langwürigen Gezeug und Gedächnus diese Schrift verfasset und anheut bei Aufrichtung des Knopfes nebst etlich geistlichen mitten hinein und in Ermanglung einer andren Gedächnis Münz einen anno 1705 unter Namen und Wappen meines Herrn Vaters Fr. Ignazi (welcher zu Ehe gehabt die Hoch- und Wohgeboren Frau Anna Rosina Gräfin Hohenfeld, meine leibliche Mutter) geprägten Specie-Thaler beigelegt, womit ich diesen Thurm samt dem lieben Gotteshaus der allerheil. Dreifaltigkeit, der allerseligsten, unbefleckten Jungfrau und Gottesmutter Maria, dem hl. Pflegevater Josef, meinen lieben h. Vater Fransicso Serav., den heil. Joanibus Bapista, Evangelista, u. Nepomuceno, dem h. Antonio de Padua, hl. Theresia, h. Donato, der hl. Annae, Barbarae, allen lieben Heiligen, in specie und sonderbar dem h. Leonarde als Titular-Patron dieses würdigste Gotteshaus vor allen sonderbar Feuergefahr beständig behüten und die ohnedem zunehmende Andacht allda mehr und mehr vermehren und die ganze Pfarrmenge samt Häuser, Felder, Wiesen, Vieh u. Varnissen vor Feuer u. Wassergefahr, Donner Hagel und Gewitter, auch Pestilenz und ansteckende Krankheiten, Unfall und Schaden ohne Unterbruch gnädiglich bewahren wolle.
Geschehen den Acht u. zwanzigsten Tag Monats Juni 1719, in welchem der Specie-Dukaten zu 4 fl. der Specie-Thaler zu 2 fl. der Mezen Weiz per 2 fl. 30 kr., Mezen Korn 1 fl. 6 s und der Mezen Haber per 1 fl. im Wert gehen, ansonsten aber das Land den Frieden geniesset, doch wegen anderwärtigen Kriegen mit Landesauslagen sehr mitgenommen wird. Urkund dessen usw. Fr. Ferd. Graf Sprinzenstein.“

1792 Guido Graf von Sprinzenstein lässt auf seinem Schloss Niedernondorf die letzte größere Renovierung durchführen.

 

   
Lamberg-Sprinzenstein  

1687 Leopold Josef von Lamberg kauft das Wasserschloss Kottingbrunn von seinem Bruder Franz Sigmund um 40.000 Gulden. Leopold Josef Graf von Lamberg und Katharina Eleonore Gräfin von Sprinzenstein sind als Figuren beiderseits des Hochalters der St. Nikolaus Schlosskapelle im Schloss Kottingbrunn dargestellt.

1690 Leopold Josef Graf von Lamberg und Katharina Eleonore Gräfin von Sprinzenstein erbauen den Hochaltar der Schlosskapelle in Kottingbrunn und ihr Allianzwappen über dem Hochalter. Anscheinend zweigt von diesem Paar das Geschlecht der Lamberg-Sprinzenstein ab.

1705 Katharina Eleonora Gräfin von Lamberg-Sprinzenstein vollendet den Wiederaufbau von Schloss Kottingbrunn, während von 1700-1705 ihr Gatte Leopold Josef Graf von Lamberg Gesandter in Rom ist. Durch die Ansiedlung von Keramikern aus ihrer oberösterreichischen Heimat (Familie Wintersperger) und aus Mähren hat sie die durch die Türkenkriege schwer verwüsteten Keramikwerkstätten in Wahgram wieder in Schwung gebracht. Eine bedeutende Leistung zu ihrer Zeit.

1706 Carl Josef Franz Graf von Lamberg-Sprinzenstein (1686-1743 oder 1746) erbt das Wasserschloss Kottingbrunn. oo Maria Franziska Katharina von Waldburg-Zeil (1683-1737).

1733 Anton Graf von Lamberg-Sprinzenstein (1707-1765), Baron zu Ortenegg und Ottenstein, oo Maria Jozsefa Gräfin von Esterhazy de Galantha (1712-1756), Tochter des Jozsef Simon Antal III. Fuerst Esterházy de Galántha (1688-1721) und der Freiin Maria Octavia von Gilleis zu Theras und Sonnenberg, Tochter des Georg Julius Graf von Gilleis, Freiherr von Sonnberg und der Sabine Christine Gräfin von Starhemberg (1688-1762).

1756 Nachlassinventar der Maria Jozsefa Gräfin von Lamberg-Sprinzenstein, geborene Gräfin von Esterhazy. Fundstelle: NÖLA, HA Ottenstein, Karton A-IV-10, Fasz. 540; 80 Seiten.

1822 Franz de Paula Anton Graf von Lamberg-Sprinzenstein stirbt und mit ihm erlöschen die Häuser Lamberg und Lamberg-Sprinzenstein. Damit geht die letzte große, in Wien zusammengetragene Privatsammlung an Gemälden als Schenkung in den Besitz der Akademie der schönen bildenden Künste in Wien über: Anton Franz de Paula Graf Lamberg-Sprinzenstein hat seine 800 Bilder umfassende Gemäldesammlung testamentarisch der Akademie der bildenden Künste vermacht. Bis zu ihrer Übersiedelung in das neue Akademiegebäude am Ring nennt sich dieses neue Kunstmuseum an der Akademie auch die „Gräflich Lambergsche Gemälde-Galerie an der Akademie der schönen bildenden Künste in Wien“. Lamberg will durch seine Schenkung an die Akademie sein Lebenswerk als Denkmal einer großen Sammelleistung beisammen halten.

 

   
Hoyos-Sprinzenstein  

1704 Maria Regina Gräfin von Hoyos, geb. Gräfin von Sprinzenstein, Testament 24.11. Hier zweigt das Geschlecht der Hoyos-Sprinzenstein ab.

1800 Johann Ernst Graf von Hoyos-Sprintzenstein, * 24. 2. 1779 Wien, † 28. 10. 1849 Wien, General. Baut das Schwemmsystem aus dem Neuwald um den Gippel und den Göller unter dem Schwemmmeister Georg Huebmer aus, 1809 stellt er ein Landwehrbataillon auf, wird Obersthof- und Landesjägermeister (Forstschule Mariabrunn und Waldamt Purkersdorf des Wienerwalds). 1848 Kommandant der Nationalgarde in Wien gegen die Revolution.

1889 Josef Graf von Hoyos-Sprinzenstein (1839-1899), Jagdfreund des österreichischen Thronfolgers Rudolf von Habsburg und wichtigster Zeuge der Mayerling-Tragödie. Er übernachtet in der Nacht des 30. Januar im kaiserlichen Jagdschloss in Mayerling, als der Thronfolgers Rudolf mit seiner blutjungen Geliebten Mary Vetsera stirbt. Graf Hoyos-Sprinzenstein bricht am Morgen mit Phillip Prinz von Coburg die Türe zum Schlafgemach auf, findet die Leichen, überbringt die Todesnachricht dem Kaiser nach Wien und wird zu Stillschweigen verpflichtet. Angeblich sagt er zum Stationsvorsteher von Baden: „Den Rudolf haben’s erschossen.“ Angeblich als er in der Hofburg aussteigt zu Doblhof: „Den Kronprinz Rudolf haben’s derschlagen.“ Angeblich zu den Offiziellen in der Hofburg: „Vergiftung durch Zyankali.“ Angeblich zu Kaiserin Elisabeth: „Der Kronprinz Rudolf ist von Mary Vetsera vergiftet worden.“ In seiner Denkschrift die offizielle Version: „Selbstmord durch Erschießen.“

Hier die offizielle Version der Auffindung der Leichen: Am Morgen versucht der Kammerdiener Loschek den Kronprinzen zu wecken, doch niemand öffnet die Tür. Zusammen mit Hoyos und dem eben aus Wien eingetroffenen Coburg brechen sie die Tür auf - Rudolf und Mary sind tot. Hoyos eilt sofort nach Wien um dem Hof die Todesnachricht mitzuteilen. Er vertritt vorerst die Darstellung Mary habe Rudolf vergiftet und dann sich selbst. Der Hof gibt offiziell Herzschlag bzw. Schlaganfall als Todesursache an und entsendet eine Kommission nach Mayerling. Diese hat die Aufgabe den Leichnam des Kronprinzen nach Wien zu überführen.

1899 Josef Graf von Hoyos-Sprinzenstein, dem ein sehr bescheidener Lebenswandel nachgesagt wird, bleibt zeitlebens Junggeselle und hinterlässt keine Nachkommen, als er am 22. Mai stirbt. Um den Verdacht auszuräumen, er hätte von der Beziehung zwischen Rudolf und Mary gewusst, hinterlässt er eine Denkschrift über die Mayerling-Tragödie.

1902 Johann Ernest (Carl) Graf von Hoyos-Sprinzenstein, * 18. Juni 1830, † 1902 (?). Besitzer der vier Familienfideicommisse, k u. k. Kämmerer, wirklicher Geheimer Rath, erbliches Mitglied und Vicepräsident des Herrenhauses des österreichischen Reichsrathes und Rittmeister i. d. E. der Landwehr. Durch das Geschenk der Stixensteiner Quelle an die Haupt- und Residenzstadt Wien hat er sich ein unsterbliches Verdienst um die Stadt erworben. Ehrenbürger von Wien und Ritter des Ordens vom goldenen Vliess. oo Eleonoren Gräfin von Paar, Sternkreuzordens- und Palastdame.