Schreibweisen   von Torring, von Törring, von Toerring...

 

   
Abstammung   Die Törring sind ein altes Adelsgeschlecht aus dem Chiemgau. Über 600 Jahre lang beeinflussen sie zahllose politische Entscheidungen in Bayern und Salzburg. Ihr Aufstieg beginnt in der Mitte des 12. Jahrhunderts als unfreie Dienstleute der Grafen von Kraiburg-Ortenburg und später der Erzbischöfe von Salzburg.

 

   
Verbindung   Marie Karoline Gräfin von Torring * 14 Mai 1729, München, † 13. März 1793, Tochter des Maximilian Graf von Torring und Tengling * 1699 München und der (oo 1718) Franziska Auguste Gräfin von Hauben, 1.oo 27. Nov. 1747 Philipp Heinrich Baron von Rathsamhausen, 2.oo 25. Okt. 1761 Josef Simon Graf von Seeau.

 

   
Wappen I  

Das Stammwappen der Törring sind auf Silber drei (zwei zu eins gestellte) rote Rosen.

 

   
Wappen II  

Wappen in Siebmachers Wappenbuch von 1605 auf Tafel 25. Wappen geviert mit rotem Herzschild, belegt mit einer schwarzen schrägen schmiedeeisernen Schere. Feld 1 und 4 auf Silber drei (2, 1) rote Rosen (Stammwappen). Feld 2 und 3 in Gold schräg drei schwarze Rauten (die Wecken derer von Seefeld). Drei Helme: Auf dem 1. Helm mit rot-silbernen Decken ein spitzer Hermelinhut, die Krempe belegt mit drei Rosen, aus der Spitze wachsend ein Busch Pfauenfedern. Auf gekröntem 2. Helm mit rot-schwarzen Decken ein goldener Stern auf der Spitze stehend. Auf gekröntem 3. Helm mit schwarz-goldenen Decken ein aufgerichteter Pfau in natürlichen Farben.

 

   
    Noch nicht erhoben.    
   

1120 das Geschlecht der Ritter von Toerring erstmals urkundlich erwähnt.

1210 die Ritter von Toerring erhalten vom Salzburger Erzbischof das Recht sich in der Nähe des Waginger Sees eine Burg zu erbauen. Beim Weiler Haus, 2 km westlich der Ortschaft Törring bei Tengling, liegt auf einem Hügel die Wüstung der ehemaligen Stammburg der Grafen von Toerring. Wenige noch vorhandene Mauerreste liefern den Beweis, dass die Anlage einst zu einem guten Teil aus festem Mauerwerk bestand. Sie war, außer an ihrer Nordseite, überall mit einem doppelten Wallgraben umgeben. Die Wälle waren mit einer Art Palisadenzaun bewehrt, denn dort haben sich nirgends behauene Steine auffinden lassen.

1290 Grimolt von Seefeld ist alleiniger Besitzer der Veste Seefeld und Gründer der Linie der Freiherren von Seefeld auf Seefeld. Im Wappen führen sie auf Gold schwarze Wecken, die später zu den Rauten der Grafen von Törring werden.

1302 der spätere Stammsitz der Törring, das Schloss Seefeld, wird als die Feste Schlossberg zum ersten Mal urkundlich erwähnt. Während der Barockzeit entfaltet sich hier eine rege Bautätigkeit. Die Mehrzahl der Gebäude erhält in dieser Zeit ihr heutiges Aussehen. Seefeld in Bayern liegt 18 km von der Kreisstadt Starnberg und 34 km von München entfernt.

1328 der Sitz Törring wird vom Erzbischof von Salzburg zur ältesten weltlichen Hofmark in Salzburg ernannt. Am herzoglichen Hof zu Landshut gelangen die Törring zu Ämtern und damit zu Reichtum.

1369 die Törringer zählen zu den bedeutendsten niederbayerischen Landsassen.

1421 Kaspar Ritter von Törring hat eine schwere Auseinandersetzung mit dem Herzog Heinrich von Bayern-Landshut. Daraufhin wird die Burg Törring von Heinrich dem Reichen erstürmt, ihre Mauern werden geschleift und die Steine zum weiteren Ausbau der Burg zu Burghausen abtransportiert.

1472 die Ritter von Törring nehmen nach dem Tod von Hans von Preysing die Festen Seefeld und Tinzelbach in den Familienbesitz.

1472 Seitz III. zu Törring-Jettenbach auf Seefeld (1442-1508) ist der erste Törringer, der Seefeld zu seinem ständigen Wohnsitz macht. Er gestaltet die Feste zu einem besser bewohnbaren Schloss um, baut eine neue Kapelle und sichert das Ganze mit Wehrbauten gegen feindliche Übergriffe ab. In dieser Zeit wird denen von Törring vom König genehmigt, ihr Wappen zu quadrieren und auf Silber den törring'schen drei roten Rosen das Zeichen der ausgestorbenen von Seefeld beizufügen, auf Gold drei schwarze Wecken (Rauten). Seitz III. stirbt kinderlos und im folgt...

1518 Johann VI. Graf zu Törring (1495-1555). Er erbaut zur Sühne eines aus jugendlichen Leichtsinn an seinem reißigen Knecht Christian Lettgeb begangenen Mordes am Wege von Seefeld nach Oberalting eine kleine Kapelle, wo er und seine Untertanen auf ihrem Kirchgang für die Seele des Entleibten beten. Diese Kapelle wird später abgebrochen. Zur Sühne eben genannten Mordes erscheinen Johann Graf von Törring und der Bruder des Erschlagenen, Nikolaus, vor dem Herzog Wilhelm in Bayern und schließen einen gütlichen Vergleich. Fürs Erste muss Johann innerhalb Monatsfrist den Begräbnisgottesdienst, den Siebten und Dreißigsten halten lassen, jedes Mal mit einer gesungenen Vigil am Vorabend und 29 stillen Messen, 14 Männer müssen dabei Wachskerzen halten und der Graf selbst muss den Feierlichkeiten beiwohnen.

Johann VI. Graf zu Törring-Jettenbach auf Seefeld, reist viel und führt ein aufwändiges Leben. Zum Familienbesitz gehören die Güter Seefeld, Mödring, Jettenbach, Törring und Tengling. Auch seine Ehe bleibt kinderlos und all seine Güter fallen an die Linie der Törring vom Stein zu Tüßling. Nach einem Erbteilungsvertrag bekommt im Jahre ...

1557 Georg VI. zu Törring-Seefeld (1521-1589) die Besitzungen zu Seefeld und Dünzelbach. 1566 in den Freiherrenstand erhoben, gilt er als Begründer der Linie Törring-Seefeld. Er verwendet sein Geld zur Mehrung seiner Besitzungen.

1566 Georg VI. zu Törring-Seefeld wird mit seiner Familie in den Freiherrnstand erhoben.

1567 Georg VI. zu Törring kauft in Kärnten die Hofmark Wörth mitsamt dem Wörthsee und dem Schloss auf der Insel. Dazu gehören auch die Dörfer Bachern, Buch, Güter in Inning, Schlagenhofen und Meiling.

1580 Georg VI. zu Törring erwirbt Schloss Delling mit allen Liegenschaften. Er stiftet als erster Törringer zu Gunsten seiner männlichen Nachkommen ein Fideikommiss. Damit ist Seefeld unveräußerlich und auch unteilbar. Erbe ist sein ihm nachfolgender Sohn...

1603 Eustachius I. Freiherr zu Törring-Seefeld (1551-1615), Rat bei Hofe, Oberstjägeramt für Bayern, pachtet den Widdersberger Weiher vom Kloster Andechs, um für die Wasserzufuhr für die Seefelder Mühle zu sichern. Die Seefelder Besitzungen mehrt er durch viele weitere Ankäufe. Sein zweitgeborener Sohn...

1615 Ferdinand I. Freiherr zu Törring-Seefeld (1583-1622) wird Herr auf Seefeld. Er errichtet ein Bräuhaus und weitere Nebengebäude. Nach einer mehrjährigen Verwaltung der Güter durch seine Witwe übernimmt sein Sohn...

1630 Ferdinand II. Graf zu Törring-Seefeld (1607-1681) die Herrschaft und wird in den Grafenstand erhoben. In den 52 Jahren seiner Herrschaft kann er, trotz zweimaliger Verwüstung und Plünderung im Dreißigjährigen Krieg, die Bauten verbessern und die Besitzungen mehren. Die hohe äußere Schlossbrücke über den Höllgraben wird mit Backsteinen neu aufgemauert, im Schloss werden bauliche Veränderungen vorgenommen, ein Tiergarten und ein Fasanenhaus eingerichtet. Um Erbteilungen zu verhindern, gründet er ein Fideikommiss. Sein ältester Sohn...

1681 Maximilian Ferdinand Graf zu Törring-Seefeld (1632-1683) erbt. Dessen ältester Sohn...

1683 Ferdinand Joseph Graf zu Törring-Seefeld (1669-1687) ist der neue Besitzer und verstirbt 18-jährig. Sein jüngerer Bruder...

1687 Maximilian Cajetan Graf zu Törring-Seefeld (1670-1752) ist sein Nachfolger. Er wird bayerischer Wirtschafts- und Finanzminister. Unter seiner Herrschaft wird der gesamte Schlossbereich umgestaltet und ausgebaut. Sommerhaus, Brauhaus, Ökonomiegebäude, innere Brücke, Torhaus und äußere Brücke werden restauriert bzw. neu aufgebaut, wo dies zweckmäßiger erscheint.

1703 in der Kirche St. Koloman bei Tengling, zwei Wappen im Fenster: drei Rosen auf weißem Feld. Unterschrift: „Seitz zu Törring und Seeveld anno dom. 1703“. Laufender Löwe mit Pferdekopf auf blauem Feld. Unterschrift: „Dorothea von Törring, geborene von Losenstein, anno dom. 1703 jahr“.

1705 Maximilian Cajetan Graf zu Törring-Seefeld verliert bis zum Rastatter Frieden 1714 alle seine Güter, sie sind von Kaiser Josef I. als Folge der treuen Gefolgschaft zu Kurfürst Max Emanuel während der Erbfolgekriege konfisziert worden.

1730 Ignaz Felix Graf von Törring-Jettenbach, Generalfeldmarschall, ist der einflussreichste Mann am Münchner Hof. Unter Kurfürst Max Emanuel und dessen Sohn Karl Albrecht ist er zum höchsten militärischen Rang aufgestiegen.

1752 Clemens Gaudenz Graf zu Toerring-Seefeld (1699-1766) erbt den Besitz und vererbt ihn an seinen zweitgeborenen Sohn...

1766 Anton Clemens Graf zu Törring-Seefeld (1725-1812), Landwirtschaftsexperte und Präsident der Bayerischen Akademie der Wissenschaften. Er hebt die Leibeigenschaft auf und modernisiert seine Güter, dabei wird auch Schloss Delling abgebaut und als landwirtschaftliches Gut eingerichtet. 1770 Pflanzung der herrlichen Eichenallee an der Staatsstraße nach Weßling. 1785 legt er die Verwaltung seiner Güter in die Hände seines Sohnes Clemens, um sie ihm 1808 ganz in Besitz zu geben. Er verstirbt im Alter von 87 Jahren.

1812 Clemens Anton Graf zu Toerring-Seefeld (1758-1837) verschönert Schloss und Park Seefeld durch eine Reihe von Baumaßnahmen. So entsteht das Dörfchen Eintrachtshausen und das Theatergebäude (26 x 15 m), das 1789 in Anwesenheit des Kurfürsten eingeweiht wird. Zum Nachfolger ernennt er einen Sohn von Anton Joseph von Toerring-Seefeld (1798-1846), den...

1837 Joseph Graf zu Toerring (1836-1879), hat nur eine Tochter, so dass sein älterer Bruder ...

1879 Clemens III. Graf zu Toerring-Jettenbach auf Seefeld (1836-1891) neuer Gutsherr in Seefeld wird. 1860 Standesherr.

1850 Friedrich Töpfer, Hauslehrer und dann Verwalter auf Schloss Seefeld im 19. Jahrhundert schreibt: „... zwischen dem Pilsensee und Ammersee ist ein Moor 1/2 Stunden lang. Im Jahr 1701 vereinigten sich der Graf Max Kajetan von Törring zu Seefeld und die beiden Prälaten zu Dießen und Andechs, einen schiffbaren Kanal durch dieses Moor graben zu lassen... Der Kanal kam aber nicht zustande, bis im Jahre 1839 der jetzige Besitzer Joseph von Toerring auf Seefeld den aus dem Pilsensee fließenden Bach reinigen ließ und zugleich erweitern, dass man mit beladenen Schiffen, freilich nur bei hohem Wasserstand, von diesem dann in den Ammersee fahren kann...“

1886 Clemens III. Graf zu Törring-Jettenbach wird in jene Kommission berufen, die den entmündigten König Ludwig II. aus Neuschwanstein abholen soll.

1891 Hans Veit III. Graf zu Toerring-Jettenbach (1862-1926) ist der einzige männliche Spross des Geschlechts. Unter seiner Herrschaft beginnt wieder eine rege Bautätigkeit auf Schloss Seefeld. Durch den Architekten Seidl wird vor allem der Südostteil verändert. Landwirtschaft und Fischerei werden den damaligen Erfordernissen entsprechend intensiviert. 1916 werden durch die Schaffung eines flächendeckenden Entwässerungssystems im Aubachtal große landwirtschaftliche Nutzflächen gewonnen. Vom Widdersberger Weiher bis zum Pilsensee werden 16 Fischweiher angelegt, von denen heute noch 6 bestehen und fischereiwirtschaftlich genutzt werden.

1898 Hans Veit III. Graf zu Törring-Jettenbach hat eine Romanze mit Sophie Herzogin in Bayern, die in einer prächtigen Hochzeit auf Schloss Seefeld gipfelt. Selbstbewusst lehnt der Graf dabei das Angebot ab, in den Fürstenstand erhoben zu werden. Seine Söhne gründen schließlich die zwei neuen Linien, die durch die beiden Enkel Graf Hans Veit zu Toerring-Jettenbach und Graf Hans Caspar zu Toerring-Jettenbach geführt werden.

1926 Hans Heribert Graf zu Toerring-Jettenbach (1903-1977), Sohn von Hans Veit III., Eigentümer auf Seefeld. 1969 verpachtet er die Fischereirechte Wörthsee, Pilsensee, Fischbach, Aubach (Mündung bis Staatsstraße), Widdersberger Weiher, Widdersberger Bach, Schlossweiher und die vier Aufzuchtteiche am Pilsensee dem Fischereiverein Pilsensee-Wörthsee e.V. Schlossherr von Seefeld ist heute sein Sohn...

1977 Hans Caspar Graf zu Toerring-Jettenbach auf Seefeld. Mit hohem Kostenaufwand renoviert er den gesamten Schlosskomplex. Das Erbe von Seefeld übernimmt sein Sohn Cajetan Graf zu Toerring-Jettenbach auf Seefeld. Die nun schon fast tausendjährige Geschichte findet damit ihre Fortsetzung.

1990 Hans Caspar Graf zu Törring-Jettenbach saniert Schloss Seefeld. Inzwischen beherbergt Schloss Seefeld viele Firmen wie Handwerks- und Gewerbebetriebe. Auch haben sich mehrere Künstler auf dem Areal niedergelassen und tragen zusammen mit dem Breitwandkino, dem Museum und dem für Veranstaltungen genutzten Sudhaussaal zur gelungenen Verbindung zwischen Kunst und Kommerz bei.