I.   Berthold
 
 
II. Heinrich
 
III. Nikolaus
 
IV. Achaz
 
V. Peter
1.oo Rosina Pfeffinger
2.oo Magdalena von Cronenberg
Thoman Sigmund

Bürgerliche Seeauer

Albert
VI. Thomas der Alte
oo Martha von der Thaan
Paul, Dr. jur.
VII.

Wolf
oo Katharina Reich von Reichenstein

Hanns I. Achaz
oo Anna von Altorf
Thomas IV.

Linie
Ebenzweier
und

Puchberg

Brunn
Würting
und
Helfenberg

Wien

Diese Abstammung lässt sich Graf Anton Nikolaus Franz aus der Linie Ebenzweier-Puchberg, von drei Verwandten d. d. Frankfurt am Main 26. 3. 1698 bestätigen: Hartmann XI. Graf von Cronenberg, Franz Lothar Freiherr von der Tann und Erasmus Freiherr von Altorf. Etwas irreführend, da ja (wie wir heute wissen) nur die Linien Würting und Helfenberg von Achaz Seeauer und Anna von Altorf abstammen; die Linien Ebenzweier und Puchberg (der Anton Nikolaus angehört) jedoch von Wolf Seeauer und der Katharina Reich von Reichenstein.

Im Ansuchen seiner stiftsmässigen Aufnahme in den Herrenstand Österreichs ob der Enns legt Anton Nikolaus diese Bestätigung bei und wird mit Beschluss vom 15. 1. 1706 aufgenommen.

 

   
   
   

Die Frage nach dem Ursprung des Namens und des Geschlechts der Seeauer lässt sich am einfachsten mit einer Erklärung über die Entstehung des Namens "Seeau" beantworten. Es ist nahe liegend, ihn mit den geografischen Begriffen "See" und "Au" in Verbindung zu bringen. Der Stammsitz "Seeauergut" existiert noch heute in der Ortschaft Au 13 in Bad Goisern und war bereits von vor 1500 bis 1773 im Besitz derer von Seeau. Der Name der Familie Seeau ist urkundlich 1311 erwähnt und stammt von dem Wohnsitznamen Seeau, dem Salzwesen vom grünen Wasen.

Das Gebiet, von welchem das Geschlecht der Seeauer Herkunft und Namen ableitet, liegt am Nordufer des Hallstätter Sees, dort wo die Traun entspringt. Die "Seeau" war schon in frühester Zeit besiedelt, doch als Siedlungsgebiet verlor sie aufgrund des erschlossenen Bergbaus am Hallstätter Salzberg zunehmend an Bedeutung. Als landesfürstliches Lehen kommt die Seeau in private Hände und schließlich an jenes Geschlecht, das sich nach diesem Besitz "Seeauer" nennt.

Das Wort Au hat seit dem Frühmittelelter einen Bedeutungswandel mitgemacht, althochdeutsch "ouwa" und mittelhochdeutsch "ouwe" bezeichneten eine Au, aber auch ein von Wasser umflossenes Land.

Seeau bzw. Seeauer ist ein typischer Wohnstättenname als repräsentativer Hinweis auf den Stamm(be)sitz. Wohnstättennamen bezeichnen eine Person nach ihrem Wohnsitz in der vom Menschen mehr oder weniger gestalteten Landschaft oder Ortschaft mit der Orientierung an baulichen oder landschaftlichen Gegebenheiten. Der Adel beginnt sich bereits im 11. Jahrhundert nach seinem Herkunftsort oder seinem Sitz zu nennen. Wohnstättennamen werden zuerst beim Adel zu Familiennamen, als repräsentativer Hinweis auf den Stamm(be)sitz. Sodann haben sich die Wohnsitznamen im 14.-16. Jahrhundert vor allem auf dem Lande und hier wieder besonders in Gebieten mit Einzelhofsiedlung entwickelt, wie eben im Voralpenraum und in den Alpen.

Im Namen derer von Seeau wird die spätere Benutzung des "von" und "zu" als Adelsprädikat strikt eingehalten und steht zwischen dem alten Geschlechternamen und dem zusätzlichen Wohnstättennamen in der Form "von Seeau zu Mühlleuthen". Frühe Adelsfamilien unterscheiden sich in der Namenskonstruktion vom späten (so genannten) Briefadel, bei dem im Adelsnamen wie bei "von Goethe" und "von Hübner", in denen keinerlei Bezug zu einer Ortsangabe enthalten ist.

Wie wichtig dem Uradel der geografische Bezug ist, kann man an den vollständigen Namen der beiden letzten Vertreter der Linien auf Helfenberg und auf Ebenzweier illustrieren: Otto (1833-1884) Reichsgraf von Seeau zu Mühlleuthen Freiherr auf Würting, Freiherr auf Helfenberg und Piberstein. Anton Nikolaus Franz Xaver (1672-1743) Graf von Seeau zu Mühlleuthen auf Ebenzweier, Hiltprechting, Thalham, Puchberg, Reuth und Roith.

Der Name der Grafen Seeau ist 1884 im Mannesstamm erloschen. Der letzte Träger war Otto (1833-1884) Reichsgraf von Seeau zu Mühlleuthen.

Noch heute gibt es Familien mit dem "alten" Namen Seeauer, die wahrscheinlich alle in direkter Linie von Thomas und Wolf Seeauer abstammen.

 

   
   
Die fiktiven Seeauer im Wappenbrief von 1002  

Hier eine kurze Abhandlung über die fiktiven Seeauer im gefälschten Wappenbrief von 1002: Ruppertus Seeauer, welcher vor dem Jahr 1000 das Salzwerk zu Goisern eröffnet haben soll und der mit ihm stammverwandte Otto Seeauer, der die Salzquellen zu Hall am Kocher in Schwaben entdeckt und/oder entwickelt haben soll, sind wie jener Berthold, der von Kaiser Heinrich II. im Jahre 1002 nobilitiert worden sein soll, wohl in das Gebiet der Fabel zu verweisen.

Natürlich gehört der ganze (gefälschte) Wappenbrief Kaiser Heinrichs von 1002 in das Gebiet der Fabeln. Von diesem Schriftstück liegen im Archiv Seeau vollinhaltlich gleich drei derartige Schriftstücke als "glaubwürdige Abschriften" vor - "durch welche d. d. 6. Juni 1002 einem Berthold Seeauer der Turnier- und Ritterstand und das Wappen mit dem Kamel verliehen wurde". Hier geht es zur Datumsumrechnung.

Die Familienfama derer von Seeau berichtet, dass einstmals ihr Geschlecht die Salz- und Salinengeschichte am Neckar im Bereich des Jagst und des Kocher mit begründet haben soll. Ebenso  sind es die Seeauer, die die bergmännische Salzgewinnung in Hallstatt wieder aufgenommen haben sollen.

   
         
Rupert Seeau
um 780
  Rupert Seeau und seine Männern sollen über Wochen im Auftrag von Guntram dem Reichen von Altenburg zu Habsburg durch die Wildnis und feindliche Gebiete unterwegs gewesen sein, bevor er mit der Sanierung der Salzquellen am Neckar beginnen kann. Die Männer sollen ins Land der Alemannen zwischen dem Kocher und dem Neckar gekommen sein, weil hier ein salzreiches Flüsschen strömt.

Bereits vor urdenklichen Zeiten waren die Salzquellen am Kocher durch die Kelten ausgebeutet worden. Um 0150 nC hatte ein Erdrutsch das keltische Dorf und die Salzquellen am Kocher nach fast tausendjähriger Salzgewinnung verschüttet und die Solequellen geraten in Vergessenheit. Nun beginnen die Männer das Salz aus den überreichlich fließenden Solequellen (fontes salsa aqua abundantissime fluentes) gewonnene Salz zu dörren um es in alle bewohnten Landstriche des Frankenreiches zu verteilen.

   
         
Otto Seeau
um 820
  Otto Seeau soll von Guntram dem Reichen beauftragt worden sein die besonders ergiebigen Salzberge im Kammergute zu erschließen und die Sole mit Hilfe von Rinnen zu den Salzpfannen zu leiten, welche in den Salzhütten sind (salariae Sartagines quo in Salariis tabernaculis sunt). Im Gegensatz zu den Solequellen am Kocher muss das Salz aus den Salzbergen von Goisern in Österreich (Salis Montis Geutramii in Austria) bergmännisch gewonnen werden, indem man Schächte abtäuft und Stollen aus dem Berg bricht.

Um 0500 nC hatte eine Katastrophe gigantischen Ausmaßes die keltische Stadt und das ganze Salzbergwerk in Hallstatt nach zweitausend Jahren dauernder Salzgewinnung verschüttet und die Lage des Bergwerks und der Stollen wird auch in den Sagen und Mythen nicht übermittelt.

   
         
Berthold Seeau
1002
 

Berthold Seeau wird am 6. 6. 1002 von Kaiser Heinrich II. in den Turnier- und Ritterstand für das Reich und die Erblande erhoben, außerdem erhält er das Wappenprivileg. In diesem Diplom werden die großen Verdienste der Familie Seeau ausgeführt, wonach Rupert und Otto Seeauer die Salinen am Kocher und in Goisern in Betrieb genommen haben sollen. Befürworter sind Willigisus (Erzbischof von Mainz und Kanzler des heiligen römischen Reichs) und Lanzelin (Graf von Altenburg, Klettgau und Thurgau) zu Habsburg. Hier geht es zur Umrechnung vom Julianischen ins Gregorianische Datum.

In dem (gefälschten) kaiserlichen Dekret wird das Kamel als das Wappentier im Stammwappen der Seeauer festgeschrieben: Auf Gold ein Kamel in natürlichen Farben (in qua stet camelus in coloris naturalis), für die Tapferkeit vor dem Feinde, mit rotem heftig fliegendem Zügel unter einer goldenen Krone aus welcher zwei Büffelhörner wachsen deren rechtes Gold über Schwarz, das Linke aber Schwarz über Gold ist. Aus jedem Mundloch der Hörner erwachsen drei Pfauenfedern in natürlichen Farben. [Derart gestaltete Wappen kommen aber erst 300 Jahre später in Mode.]

   
         
Ruprecht Seeauer
1124
 

Franz Federspiel sendet mir im Juli 2005 folgende Information zu:
In der älteren Literatur über Bad Ischl, zum ersten Mal anscheinend bei G. J. Kanzler: "Geschichte des Marktes und Curortes Ischl sammt Umgebung" aus 1881 wird eine Urkunde erwähnt, deren Herkunft und Verbleib rätselhaft ist: "Zu jener Zeit, und zwar im Jahre 1124, macht uns eine Urkunde Mitteilung von den Urahnen des Geschlechtes der Seeauer, welche eine Besitzung bei Steeg am Südabhang des Arikogels innehatten. Jene Urkunde betrifft einen Streit zwischen Lambach und den Gemeinden des oberen Trauntales, zu dessen Vermittlern ein Hanns von Wildenstein, ein Herr von Flinzburg und Ruprecht Seeauer bestimmt wurden."

Diese Urkunde muss gefälscht sein, die handelnden Personen scheinen frei erfunden (mit Flinzburg ist offenbar Pflindsberg bei Altaussee gemeint, heute eine Ruine. Ebenso wie es bei uns keine Herren von Wildenstein gegeben hat, hat es auch keine Herren von Pflindsberg gegeben).

   
         
   
   

Mit Berthold Seeau tritt im Jahre 1311 der erste historisch belegte Seeauer in einer königlichen auf. Berthold steht dem Ausbau und der Führung der Salinen von Haalstatensis (Hallstatt) und Geusraumensis (Goisern) vor und ist wohl wie seine Vorfahren als Lehensträger in den Diensten des habsburgischen Königshauses.

1311 Königin Elisabeth erhebt am St. Agnes Tag (21. Jänner) Hallstatt zum Markt, gleichzeitig mit der Markterhebung vergibt Königin Elisabeth Lehen für Arbeitsstellen beim Pfannhaus zu Hallstatt. Hier geht es zur Datumsumrechnung.

1311 Königin Elisabeth gibt zu Bruck im Aargau am St. Agnes Tag (21. Jänner) zwölf Bürgern von Hallstatt ein Pfannhauslehen. Und zwar dem Sighart Thurn, dem Mitterwieser, Otten dem Poetschner, Otten dem Glainkein und Pertholden Seeau, jedem und seiner Erben zu rechten Lehen "ain Phanhausstat also bescheidenleich, daz ir iglicher mit Haus an der Halstat sitzen, ouch daz Saltz mit sein selbst leib arbeiten soll in dem Phanhaus aus den Phanen". Fundstelle: Oberösterreichisches Landesarchiv , Urkundensammlung Hallstatt, Bergmeisteramt, Nr. 2.

1311 Königin Elisabeth gestattet den Salzfertigern, das ihnen zuerkannte Salzkontingent selbst zu fördern und zu verkaufen. Für dieses Privileg verpflichtete sie die Krone zu Dienstleistungen, trotzdem sind die Salzfertiger keine Staatsangestellten, sondern private Unternehmer.

Das Dekret schafft den Bürgerstand der Salzfertiger. Diese Patrizierfamilien sind wohlhabend, besitzen prunkvolle Handelshäuser und erbauen die großen Bürgerhäuser, die noch heute die Kammergutsmärkte zieren. Viele der Patrizierfamilien werden geadelt, wie z.B. die Sydler Edle von Rosenegg, die Gastgeb von Gastheimb (Gastheim), die Lidl von Lüdelsheimb, die Eyßl von Eyßlsberg (Eiselsberg), die Edlen von Erb, und nicht zuletzt die alle anderen Patrizier im Salzkammergut überragende Familie der Seeauer.

1311 Königin Elisabeth schließt am 10. 8. einen Vertrag mit dem Kloster zu Traunkirchen einen Vertrag, in dem das Kloster gegen eine jährliche Abfindung auf alle Rechte am Halltsätter Salzberg und am "Pfanlein in dem Ischlland" verzichtet. Seither ist der Bergbau im Kammergut im ausschließlichen landesfürstlichem Besitz.

 

   
   
   

Eine kurze Übersicht über die Geschichte der prähistorischen Gewinnung von Salz und der prähistorischen Abbau von Erzen sind in den entsprechenden Lexika zusammengestellt.

   
Herrschaftliche Vorgeschichte  

Albrecht I. (1255-1308), der älteste Sohn Rudolfs von Habsburg, gegen den sich wohl die Eidgenossenschaft vornehmlich wenden, wird zunächst nicht zum neuen König gewählt, sondern (vor allem auf Betreiben des Kölner Erzbischofs) der Graf Adolf von Nassau. Als letzterer versucht, seine schwache Ausgangslage durch Gebietserweiterungen zu vergrößern, zieht er sich den Unwillen der Kurfürsten, vor allem des Kölner Erzbischofs zu.

1298 wird er kurzerhand abgesetzt. Rudolfs Sohn Albrecht, den sie zunächst nicht gewollt hatten, wird von ihnen zum neuen König gewählt. Albrecht I. besiegt Adolf, der in der Schlacht bei Göllheim fällt. Gleich Adolf von Nassau musste sich Albrecht die Krone mit großen Zugeständnissen an die Erzbischöfe von Mainz, Trier und Köln und auch an Wenzel von Böhmen erkaufen. Albrechts Königszeit ist von zahlreichen territorialen Plänen geprägt, die aber alle nicht zu einer dauerhaften Hausmachterweiterung führen.

1308 führen Erbstreitigkeiten innerhalb der Habsburgerfamilie zur Ermordung Albrechts. Weil Albrecht die Ansprüche seines Neffen Johann auf den Besitz des Hauses nicht anerkannte, wurde er von diesem meuchlings erstochen.

Elisabeth von Görz-Tirol (1262-1313) ist nach dem Tod ihres Gemahls König Albrecht I. Deutsche Königin und Herzogin von Österreich. Als Tochter des Herzogs Meinhard II. von Görz-Tirol und der Elisabeth von Wittelsbach (Witwe von König Konrad IV.), Tochter von Herzog II. von Bayern. Elisabeth, die Stammmutter aller Habsburger hat ein starkes Verständnis für Realpolitik und wirtschaftliche Belange. Sie förderte wesentlich die Salzproduktion in Hallstatt und bewährte sich als ausgleichende Persönlichkeit bei zahlreichen Konflikten ihres Mannes mit Landesherren und Reichsfürsten. Albrecht betraut sie mehrfach mit eigenständigen politischen Aufgaben.

1308 flieht Königin Elisabeth, nach der Ermordung ihres Gemahls Albrecht I., in ihr Kammergut nach Hallstatt und wohnt im befestigten Sitz der Habsburger. Dieser königliche Hof trägt heute noch den Namen "Am Hof", früher "Samet Hof".

Nach der Ermordung ihres Gemahls setzt sich Königin Elisabeth nachdrücklich für die Bestrafung der Mörder ein, Johann Parricida (Verwandtenmörder) Herzog von Österreich, Rudolf von Wart, Rudolf von Balm, Walter von Eschenbach und Konrad von Tegerfeld. Erfolgreich bestimmt Königin Elisabeth die Politik der Habsburger, bis sie sich in ihre Stiftung Königsfelden (Aargau, Schweiz) zurückzieht, wo sie am 28.10.1313 stirbt.

 

   
Vorgeschichte, habsburgische Salzwirtschaft  

Schon lange vor 1300 hatte sich eine Salzgemeinde mit eigenem Standesgericht und eigener Verwaltung herausgebildet, aufgeteilt in zwei Gruppen: Die eine Gruppe bilden als alt eingesessene Patrizier die Lehnsherren, die die Pfannhäuser zu Lehen haben und für ihren Betrieb sorge tragen. Der zweiten Gruppe gehören die Salzfertiger an, die die Organisation des Salzhandels, also Erzeugung und den Transport des Salzes, übernehmen. Die ursprünglich unfreien Salzfertiger rücken als ehemalige Salzknechte im Laufe der Geschichte zu Patriziern auf.

1281 Albrecht I. richtet einen Gerichts- und Verwaltungssprengel im Land ob der Enns ein, der einem Landrichter [Landeshauptmann] untersteht - die Kernzelle des Bundeslandes Oberösterreich.

1284 Albrecht I. lässt am Hallstätter Salzberg einen Turm als Wehr- und Befestigungsanlage errichten. Diese, nach seinem Vater als "Rudolfturm" benannte Wehranlage, bewährt sich dann auch in den unbarmherzigen Konkurrenzkämpfen um das Salz zwischen den erzbischöflichen Salinen von Hallein und den habsburgischen Salinen in Hallstatt und Aussee.

1292 Albrechts Lage ist schwierig, als sich der steirische Uradel mit dem Erzbischof Konrad IV. von Salzburg verbündet, aber Albrecht kann Anfang 1292 ein bis Bruck an der Mur vorgedrungenes salzburgisch-bayerisches Heer schlagen und Friesach einnehmen. Um freie Hand für den Kampf um die Krone zu gewinnen, bestätigt er die Rechte der Steiermark. Ein Aufstand ruft ihn in die habsburgischen Stammlande zurück. Im Dezember 1292 huldigt er König Adolf und wird mit Österreich und der Steiermark belehnt, damit ist er der erste habsburgische Landesherr über Österreich und die Steiermark.

1291-1297 Herzog Albrecht verteidigt das Salzkammergut im Salzkrieg gegen den Erzbischof Konrad IV. von Salzburg. Konrad fällt mit 100 Reitern und 2000 Mann Fußvolk - darunter auch vielen Knappen vom Bergwerk in Hallein - im Salzkammergut ein. Die Salzburger zerstören dabei die beiden kurz zuvor in Gosau errichteten Sudpfannen und auch die Traunau, den ersten Siedlungskern von Hallstatt. Konrad verliert dadurch aber die salzburgschen Gebietsansprüche an den halbblinden Habsburgerherzog Albrecht I., der schließlich - gegen eine beträchtliche Ablöse - auf das Salzsieden verzichtet. Gosau kommt nun von Erzbistum Salzburg zum kaiserlichen Kammergut.

Nach Beendigung des Salzkrieges kommt es zu einer umfassenden Neuorganisation des Salzwesens im Habsburger Reich durch Königs Albrecht I. und später durch seine Witwe, Königin Elisabeth.

1298 Herzog Albrecht I. Herzog von Habsburg heiratet Elisabeth Gräfin von Görz in Tirol, als Morgengabe erhält die junge Frau das Yschlland, also das innere Salzkammergut mit Hallstatt, Goisern und Gmunden.

1303 der Neubergstollen auf dem Hallstätter Salzberg wird angeschlagen.

1306 König Albrecht I. vergibt in Hall am Kocher [heute Schwäbisch Hall] 111 Salzlehen. Allerdings geht es hier (im Gegensatz zum Salzkammergut) nicht um den äußerst schwierigen bergmännischen Abbau von Salz, sondern um die Nutzung von natürlichen Salzquellen. Auch ist der Transport des am Kocher gewonnen Salzes über den Landweg wohl einfacher, als der auf der wilden Traun aus dem Salzkammergut hinaus.

1306 wird unter anderem in einem Rechtstext der "Jahrkäufer" geregelt, der ein Nutzungs- oder Vertriebsrecht an der Salzgewinnung auf ein Jahr erwirbt "der Erbpächter oder Erbsieder kann ... die Erlaubnis [der Salzgewinnung] auf einige Jahre an Dritte, die Jahrkäufer, abtreten." Fundstelle: SchwäbWB. IV 82, 1306

1311 Königin Elisabeth (1262-1313), Witwe des Königs Albrecht I., gibt bzw. erneuert für das Kammergut die rechtliche Basis für den Salzbergbau, nach dem Vorbild, wie es König Albrecht 1306 an der Kocher getan hatte.

1311 werden dadurch Bergbau und Sudwesen an das Herrscherhaus gebunden und bleiben "Staatsbetrieb" bis 1998. Maximilian I. bestätigt am Ende des 15. Jahrhunderts den Bürgern von Hallstatt die seit 1311 bestehende Marktfreiheit und verleiht ihnen zudem ein eigenes Marktwappen und das Braurecht.

1311 der Traunfall bei Roitham im Salzkammergut wird erstmals für den Salztransport schiffbar ausgebaut.

 

   
   
Der Urknall der Seeauer im Jahr 1311  

Als 1311 der Urknall der Seeauer passiert, ist das sicher kein Zufall. Als gesichert kann man davon ausgehen, dass Königin Elisabeth nicht unbekannten Männern die königlichen Lehen am Salzberg verleiht, sondern Lehensträger aussucht, die sie kennt und die ihrem ermordeten Gatten in besonderer Weise gedient und mitgeholfen hatten, das Habsburger Reich in Österreich zu festigen. Die Lehensfähigkeit ist im Mittelalter streng geregelt und Abweichungen von der Regel sind auch für Könige und Kaiser kaum möglich. Daher kommen nur Patrizier oder Adelige als Lehensträger in Frage.

Wie der Salzkrieg zeigt, hatte man den Habsburgern die Übernahme des Landes an der Traun und des Salzbergbaus nicht leicht gemacht. Nur durch militärische Maßnahmen kann die ihnen zustehende Herrschaft in diesem Gebiet auch tatsächlich durchgesetzt werden. Die absoluten Spitzenpositionen dürften wohl nicht nur dem hierorts ansässigen Uradel inne gehabt haben. Viele der Offiziere und der führenden Männer, die das Zivilleben organisieren und leiten, stammen mit Sicherheit aus den alten Vasallenfamilien der Habsburgischen Stammländern in Vorderösterreich, aber auch aus der Pfalz und aus Nassau. 

Die Fürsten des Reiches wollen keine Erbmonarchie der Habsburger und so hatten sie nicht den Sohn König Rudolfs von Habsburg gewählt, sonder 1292 Adolf von Nassau, den sie wegen seines Machtmissbrauchs aber 1298 wieder absetzten, noch im gleichen Jahr wählten sie Albrecht zum König. Der der nunmehrige rechtmäßige König des Römischen Reiches Deutscher Nation, verteidigte in der siegreichen Ritterschlacht am Hasenbühl (bei Göllheim und Worms) in der Pfalz seinen Thron gegen den Ex-König. Schlacht entscheidend sind Albrechts leichte Fußtruppen gegen die schwer gepanzerten Ritter. Adolf von Nassau wird in der Schlacht tödlich verwundet. Seither herrschen nicht nur in der Pfalz sondern auch in Nassau Adelsgeschlechter, die sich als Kampfgefährten der Habsburger bewährt haben und auf die sich der König absolut verlassen können.

Königin Elisabeth die eigentliche Besitzerin des Salzkammerguts. Nach der Ermordung von König Albrecht fühlt sie sich dazu berufen das Werk ihres Gatten im Salzkammergut zu vollenden. 

Aufgrund der obigen Überlegungen kann man davon ausgehen, dass die von der Königin in der Urkunde von 1311 belehnten Persönlichkeiten (oder ihre Väter) treue Parteigänger der Habsburger sind und auch im Salzkrieg Siege für die Habsburger errungen hatten. Bestärkt wird die These auch durch das Heiratsverhalten der Seeauer in den folgenden drei Jahrhunderten, in dem sie fast ausschließlich Frauen aus Vorderösterreich, der Pfalz und aus Nassau heimführen.

Bei nachfolgenden Personen gibt es keine stichhaltigen Belege für die Verwandtschaftsverhältnisse. Es herrschen hier verschiedene Versionen der Verwandtschaft in der Literatur und bei der Erwähnung in den Urkunden.

   
         
   
   

Heinrich Seeau ist wie sein Vater (?) Berthold bei Ausbau und Führung der Salinen von Hallstatt und Goisern in leitender Funktion. Zum Salzbergbau kommt noch ein Lehen im Eisenbergbau.

1338 Heinrich Seeauer wird als Besitzer eines Berg- und Pfannhauslehens beim Salzberg zu Hallstatt ausgewiesen.

1346 Herzog Albrecht zu Wien verleiht am 11. 10. von dem Bergwerk, das seine selige Mutter "vrowe Elizabeth wilent Romische Chunigin zu Halstat an dem Halperg gestiftet hat" sechzehn erledigte "Eisenwerch [Eisenwerke] als rechte Berglehen", darunter eines an "Heinrich Seaw". Hier geht es zur Datumsumrechnung.

1347 Heinrich Seeau wird als kaiserlicher Pfleger zu Attersee genannt.

Zu den wichtigen Produkten des primären Wirtschaftssektors gehören im Hoch- und Spätmittelalter Salz, Eisen, Kupfer und das für die Trocknung bzw. Verhüttung Holz. Das Salz benötigte man in großen Mengen, vor allem zum Konservieren von Fleisch und anderen Lebensmitteln. In der Salzwirtschaft benötigt man viel Holz für die Beheizung der Sudpfannen, die Verpackung und die Schiffe und Fuhrwerke für den Salztransport.

1360 Heinrich von Seeau erwirbt Zehente im Attergau (St.Georgen im Attergau).

 

   
   
    Nikolaus (Friedrich) Seeauer steht wie sein Vater (?) Heinrich Seaw (Seeau) als Pfleger zu Attersee in kaiserlichen Diensten. 

1390 Nikolaus Seeauer wird als kaiserlicher Pfleger zu Attersee genannt.

1392 Aufstand der Bürger und Salzarbeiter in Ischl.

1397 Nikolaus Seeauer wird nochmals als kaiserlicher Pfleger zu Attersee genannt.

Das Prinzip, dass die Habsburger im Bereich des Salzwesens an ihre Vasallen Lehen vergeben, schafft eine Patrizier- bzw. Adelsschicht, die es in dieser Form bisher nicht gegeben hatte. Das Entstehen einer Patrizierschicht, die über dem Volk, direkt unterhalb des Herrschers und der Kirche steht, ist Grundvoraussetzung für die Bildung einer herrschaftlich legalisierten Oberschicht im Salzkammergut.

Jahrhunderte lang sind die Lehnsherrn nicht nur für alle Arbeiten im Bergwerk verantwortlich, sie bewirtschaften auch die Forste, entwickeln die Transportwege und kümmern sich um die Betreuung und den militärischen Schutz der Anlagen. Aus diesem Grunde obliegen den Seeauern über Jahrhunderte die kaiserlichen Ämter des Wald- und Wehrmeisters. Später sind sie dazu ausersehen, das gesamte Salzwesen im Salzkammergut zu leiten

Die Salzfertiger sind ein mit vielen Privilegien ausgestatteter Berufsstand. Sie übernehmen das Salz von der Saline, dörren (trocknen) und verpackten es in Küfeln (Holzbehältern), verfrachten es auf den Salzschiffen über die Traun und verkaufen es. Im Gegenzug - mit den zurückkehrenden Salzschiffen - bringen sie Luxusgüter, Tuche, Werkzeuge, Lebensmittel, Wein, etc. ins Salzkammergut, mit denen sie mehr verdienen als mit dem Transport des kaiserlichen Salzes. Auch die Werften für die Salzschiffe stehen unter der Verantwortung der Salzfertiger. Mit der Auflösung des Salzamtes im Jahre 1850 kommt auch das Ende der Salzfertiger.

 

   
   
    Achaz Seeauer ist Sohn (?) des Nikolaus (Friedrich) Seeauer

1452 Achaz Seeauer wird genannt.

Die Leitungsaufgaben der Salzförderung, -produktion und -transport sind zu dieser Zeit wohl immer noch in der Hand weniger Familien. Die Seeauer dürften als einzige Familie alle drei Sektoren, nämlich die bergmännische Förderung, die Raffinierung und den Transport, inne haben.

Das jedenfalls würde die spätere Aufsplitterung in eine adelige Linie und eine bürgerliche Linie erklären. Einerseits sind die Seeauer Lehnsherrn des Kaisers und damit für den produktionstechnischen Teil der Salzwirtschaft verantwortlich, andererseits sind sie als Salzfertiger für die Verpackung und den Transport verantwortlich.

1500 Achaz Seeauer wird als lebend erwähnt.

   
         
    Mit Achaz I. Seeauer beginnt die historisch gesicherte Ahnenlinie der Familie Seeau. Die vorher liegende Abstammungsfolge ist mit etwas Vorsicht zu genießen, denn aufgrund der spärlichen Aktenlage ist es nicht möglich, den blutmäßigen Zusammenhang zwischen dem 1311 erwähnten Berthold und Thomes Seeauer sichr zu beweisen.  

Dazu kommt noch, dass es im Mittelalter keine festen Familiennamen gibt und alles Besitzer eines Ansitzes dnach diesem benannt werden, ganz gleich ob sie miteinander verwandt sind oder nicht.

   
         
   
   
Peter Seeauer (zur Seeau), 1480 Kaiserlicher Salzsieder zu Hallstatt
1.oo Rosina Pfeffinger, † 1480 St. Agnestag in Straubing 2.oo Magdalena von Cronenberg
  (1) Thomas der Ältere, w.f.
(2) Sigmund, w.f.
(3) Albrecht, 1503.

Peter ist der erste der Seeauer, von dem die Namen der Ehefrauen bekannt sind.

1503 Peters Vettern aus dem Geschlecht der Seeauer, nämlich Thoman, Sigmund und Albert erhalten von Kaiser Karl V. einen Wappenbrief. Peter wird in dieser Urkunde nicht bedacht.

In der Verantwortung der Seeauer liegt immer noch der Abbau des Salzes, also einerseits das Salzbergwerk, andererseits der Rohstoff Holz, dazu die Bringung des Salzes, ebenso die Trocknung, die Verpackung und der Transport des von der Saline gelieferten Halbprodukts.

Was schon bei Peter Seeau auffällt und dann noch einige weitere Generationen eingehalten wird, sind die Ehefrauen, die durchwegs von Stand sind und aus dem Uradel Nassaus, der Pfalz und aus Basel stammen.

Im Spätmittelalter und der frühen Neuzeit haben sich die beiden führenden Stände (Adel und Patrizier) gegeneinander absolut abgeschottet. Jede der Stände verfestigt sich getrennt als geschlossene Gruppe. Zwischen den Gruppen gibt es in dieser Zeit nur selten eheliche Verbindungen.

Daher ist der familiale Stand der Ehefrauen der Seeauer ein Indikator dafür, dass die Seeauer bereits im Spätmittelalter in die gleiche Gesellschaftsschicht gehören wie ihre Ehefrauen. In dieser Zeit bringt die Marktausweitung des Salzhandels und die Einheirat in weit verstreute Adelshäuser eine Pluralität der Lebensstile mit sich. Der Markt für das Salz aus dem Kammergut wächst mit seiner Stellung als Monopol mit den habsburgischen Besitzungen, da Salz als königliches Regal eine wichtige Einnahmequelle für das Herrscherhaus ist.

Die Aufteilung der beiden Sektoren Salzproduktion und Transport erfolgte wohl mit der auf Peter folgenden Generation, da sich der auf die Salzfertigung spezialisierte bürgerliche Zweig über Sigmund, einen Sohn Peters, ableitet.

Sigmund Seeauer führt in der nächsten Generation die Linie der Salzfertiger weiter, also die Trocknung des von der Saline gelieferten Halbprodukts, dessen Verpackung und den schwierigen Transport und die Betreuung der Absatzmärkte für die beim Rücktransport importierten Waren. Von Sigmund leiten sich die "bürgerlichen Seeauer" ab.

Thomas Seeauer "der Alte" führt in der nächsten Generation die Linie der Lehensherrn über die zusammengehörigen Primärsektoren Salz und Holz weiter. Er unterhält enge Beziehungen zu anderen Regionen der Salzgewinnung und dem Kaiser, außerdem betreut er die zum Salztransport nötigen Wasserwege. Von Thomas leiten sich die adeligen Linien ab, insbesondere die Linien Ebenzweier-Puchberg und Würting-Helfenberg.

 

   
Eheverbindungen Peter  

Rosina Pfeffinger

Die erste Frau des Peter Seeauer ist Rosina Pfeffinger. Zur fraglichen Zeit gibt es zwei Ansitze die Pfeffingen heißen, einen in der Schweiz im Kanton Baselland (der hier wohl nicht in Frage kommt) und einen in der Pfalz.

Pfeffingen in der Pfalz ist ein Weiler auf Gemarkung Ungstein im heutigen Bad Dürkheim. Anfang des 8. Jahrhunderts steht hier eine Peterskirche, die Filialen in Ungstein und Kallstadt hat. Pfeffingen trägt 1389 eine Burg der Grafen von Homburg und ist Mittelpunkt der Grafschaft Pfeffingen. Seit 1836 gehört zu Pfeffingen Ungstein in Bad Dürkheim.

Pfeffingen liegt zwischen der Burg Cronberg und der Krobsburg, auf der die von Altorf sitzen. Magdalena von Cronberg (die von Cronberg sind mit den Ganerben der Krobsburg familiär verbunden) ist die zweite Frau des Peter Seeauer und Anna von Altorf (von der Krobsburg) die Ehefrau seines Enkels Achaz Seeauer.

Wie wir wissen, stirbt Rosina Pfeffinger 1480 am St. Agnestag (21. Jänner) in Straubing. Hier geht es zur Umrechnung vom Julianischen ins Gregorianische Datum.

Wenn man davon ausgeht, dass man vom Salzkammergut über Wels, Passau, Straubing, Regensburg, Nürnberg, Ludwigshafen nach Pfeffingen (heute in Bad Dürkheim) reist, dann wird wohl Rosinas Tod auf einer der aufwändigen Reisen in ihre alte Heimat erfolgt sein.

Magdalena von Cronenberg

Peter Seeauer ist ab 1480 mit Magdalena von Cronenberg verheiratet, gemeinsam haben sie die Söhne: (1) Thomas der Ältere, w.f.s. und älterer Hauptstamm. (2) Siegmund w.f.s.u. jüngerer Hauptstamm. (3) Albrecht.

Kronberg, die Heimat der Magdalena von Cronenberg, liegt etwa 70 km nördlich von Pfeffingen, der Heimat seiner ersten Frau.

 

 
   
   

Thomas (oder Thoman) der Alte ist der Sohn des Peter Seeauer und der Magdalena von Cronenberg. Geboren ist er wahrscheinlich vor 1480, gestorben wahrscheinlich 1584 und wurde demnach über 100 Jahre alt. Es gibt aber auch ganz andere Lebensdaten über ihn, nach einer Legende lebt er von ~1474-1584 und wird 110 Jahre alt, nach einer anderen lebt er 1490-1600.

1.oo Martha, geborene von der Thaan (Thann, Tann, Thannin), Tochter von Johann von der Thaan und Anna Zollner. oo <1525, † <1563 2.oo Anna NN, † 1580 zu Goisern
(1) Achaz [Linie Helfenberg] Töchter und 3 Söhne
(2) Thomas
(3) Wolf [Linie Ebenzweier]
(4) Hanns I. [Linie Brunn]
(5) Jakob
(6) Abraham

Thomas Seeauer ist einerseits als genialer Wasserbauingenieur leitender Angestellter der kaiserlichen Saline, andererseits aber auch privater Unternehmer und reicher Grundbesitzer. Mehr dazu in der Anekdote über die Leistungen des Thomas Seeauer...

Thomas Seeauer ist kaiserlicher Wald- und Forstmeister zu Hallstatt. Er erbringt herausragende technische Leistungen bei der Gewässerregulierung, durch die Schiffbarmachung der Traun, insbesondere des Traunfalls, dann der Enns und der Moldau von Budweis bis Prag. Eine seiner Meisterleistungen ist die Konstruktion der Klause in Steeg, die das Wasser des Hallstättersees aufstaut und dann die schwer beladenen Salzschiffe mit einem Wasserschwall durch sämtliche Untiefen ungefährdet Traun abwärts schickt. Er hat sich dem Wasserbau verpflichtet und macht nicht nur die Traun schiffbar, sondern außerhalb seines wichtigsten Wirkungsbereiches auch die Moldau und ermöglicht dadurch die geordnete Salzwirtschaft mit Böhmen. Ebenso macht er die Enns und die Mur schiffbar.

Der Wasserbauingenieur Thomas Seeauer ist wohl eine der bedeutendsten Persönlichkeiten der frühen Seeauer.

Von Thomas Seeauer sind zwei eheliche Verbindungen bekannt. Tomas Seeauer hat 9 Söhne und 12 Töchter aus zwei Ehen. 

1480~ Thomas Seeauer wird als Sohn des Peter Seeauer und seiner zweiten Frau Magdalena von Cronenberg geboren. Nachdem der Tod der ersten Frau des Peter Seeauer, Rosina Pfeffinger, am St. Agnestag 1480 in Straubing überliefert ist, kann Thomas erst 1480 oder später geboren sein. Allerdings trägt sein 1503 nobilitierter Bruder seines Vaters ebenfalls den Namen Thomas oder Thoman, was vielleicht zu Missverständnissen Anlass geben kann.

1500 das Seeauergut befindet sich nachweislich im Besitz der Seeauer. Thomas der Alte bzw. dessen Vater Peter leben auf dem Seeauergut.

1511 die Klause von Steeg wird auf kaiserlichen Befehl errichtet, sie ist 110m lang und hat 13 Klausentore. 1572 wird sie durch ein Hochwasser zerstört.

1512 "Thoman der Alte" wird erstmals in den Akten des Salzoberamtes erwähnt.

1523 Thomas Seeauer tritt in den Dienst der Saline Hallstatt. Zuerst ist er für das Pfannholz (Sudholz) zuständig und dann viele Jahrzehnte für die Wasserbauten an der Traun.

1527 Thomas Seeauer wird gemeinsam mit Christan Wasl als Holzmeister genannt.

1540 die im Gosautal seit dem Mittelalter bestehenden sechs Klausen für den Betrieb der Holztriftanlagen werden als verfault und brüchig beschrieben. Die "clausn vor dem see in der Gosach" war im 14. Jahrhundert "stet in guetem werdt". Als Hauptklause staute sie im Vorderen Gosausee genügend Triftwasser für den Unterlauf. Die Anlage am unteren Ausgang des Talbeckens - die Gegend heißt heute noch "Klaushof" - erschien dagegen 1540 als "erfault und abkommen" und war "pallt neu zemachen", was Thomas Seeau dann auch durchführt.

1549 Thomas Seeau leitet bis 1555 den Ausbau der Schifffahrt an der Moldau von Budweis bis Prag.

1551-1557 Thoman in der Seeaw wird als Besitzer auf dem "halben Lehen in der Seeau" im ältesten Urbar der Herrschaft Wildenstein genannt. Paul Seeawer ist der Besitzer der zweiten Hälfte des Lehens.

Thomas Seeau ist darüber hinaus reich begütert und besitzt neben dem Seeauergut als Lehen noch verschiedene Eigengüter. Im gleichen Urbar wird er als Besitzer eines Hauses im Dorf Goisern, von zwei Viertellehen in der Mühlau und einem Mühlschlag am Arikogel nächst der Stainpeunt genannt.

1552-1554 baute der Klaus- und Wasserbaumeister Thomas Seeauer den etwa 400 m langen Holzkanal am Traunfall. Es kam damit zum endgültigen Ausbau des Wasserfalls zum "fahrbaren Fall“ oder wie er auch genannt wurde zum "guten Fall“.

1558 Thomas erhält in Ansehung seiner Verdienste d. d. Wien 1. 7. 1558 von Kaiser Ferdinand I. einen Wappenbrief für vierzigjährige treue Dienst. Er bekleidet damals das Amt des obersten Waldmeisters im Salzkammergut und dient damit den Kaisern Ferdinand I., Rudolf II. und Maximilian II. Hier geht es zur Datumsumrechnung.

1563 Thomas Seeauer und seine Frau Anna werden im Urbar von Wildenstein als Besitzer von Dreiviertel des Lehens in der Seeau genannt. Das restliche Viertel des Besitzes ist durch Kauf in den Besitz seiner zweiten Ehefrau Anna gekommen.

Thomas Seeau besitzt in diesem Jahr über die Besitzungen von 1557 hinaus noch die Almen Haherin und Creutzwiesen, den Dietmair auf dem oberen Joch in der Ramsau und die Witzalm.

1564 Kaiser Ferdinand I. reist kurz vor seinem Tod noch einmal ins Salzkammergut, um sich von den Plänen des Thomas Seeauer für die Verbesserungen der Schiffbarkeit der Traun für den Salztransport zu überzeugen.

1572 die Klause von Steeg wird durch ein Hochwasser zerstört.

1573 Thomas Seeauer erbaut mit damals revolutionären Verfahren eine neue Seeklause in Steeg, Gemeinde Bad Goisern, damit die Salzflößer die mit Salz beladenen Schiffe auf dem Schwall stromabwärts flößen können. Wo der Hallstätter See wieder in die Traun mündet, steht noch heute diese technische Meisterleistung der Renaissance. Im gleichen Jahr z.B. entwirft Leonardo da Vinci ein horizontal angeordnetes Wasserrad nach dem Turbinen-Prinzip.

Die Seeklause wird beschrieben als "mit Ablassthorn (Ablass-Toren) versehene kunstreichen Claus zu Schwöl- und Ablassung des Salzes am Hallstätter See am Steg."

1578 Thomas Seeauer war wohl endgültig in den Ruhestand getreten und such nunmehr bei Hof um eine Erhöhung des Gnadengeldes (Pensionsbezug) an. Kaiser Ferdinand gewährt zwar den Bezug, knüpft aber daran die Bedingung, dass Thomas zwei tüchtige junge Männer in die Lehre nähme und zu tüchtigen Klaus- und Wührmeister ausbilde. Darauf antwortet Thomas, dass er ohnedies bereits zwei seiner Söhne dazu abgerichtet habe. Gemäß der Gepflogenheit vererben sich die Väterlichen Kunstfertigkeiten und Ämter auf die Söhne. Hier ist besonders Wolf Seeauer als dessen Nachfolger in seinen Befähigungen und im Ämtern zu nennen.

1582 Thomas Seeauer und sein junger Vetter Paul werden am 19. März von Kaiser Rudolf II. in den Adelsstand erhoben und es wird ihnen eine Wappenvermehrung verliehen. Wobei die Berechtigung zur Führung des dem Thoman (1558)  verliehenen Wappens mit der nun erteilten Besserung auf Paul ausgedehnt wird. Thomas muss damals bereits über neunzig Jahre alt gewesen sein, denn er hat nunmehr mehr als 70 Jahre für die Saline gearbeitet, so steht es im Adelsbrief. Hier geht es zur Umrechnung vom Julianischen ins Gregorianische Datum.

1583 Thomas Seeauer schließt am 31. August einen Erbschaftsvertrag mit Ruprecht Kirchschlager, Pfarrer zu Vöklabruck.

1584 Thoman Seeauer ist laut Urbar der Herrschaft Wildenstein ist Besitzer von sieben Achtel des Lehens in der Seeau. Später nennt dieses Urbar [seinen Sohn] Abraham Seeauer als Besitzer.

Thomas Seeau besitzt in diesem Jahr über die Besitzungen von 1563 hinaus das andere Lehen in Mühlaw, das er von Hansen Steuber und seinen Kindern gekauft.

1586 (oder 1587) Thomas Seeauer stirbt über hundertjährig (?) und hinterlässt seinen Nachkommen ein reiches Erbe und die besten Voraussetzungen für Karrieren im Dienste der Krone. Thomas und seine Martha von der Thaan †† Pfarrkirche Goisern.

1587 Thomas Seeauer wird am 31. August in den Akten der Saline als "seliger" bezeichnet.

Der (inzwischen verschwundene) Epitaph des Thomas Seeauer zu Goisern, wo er "sammt zweien seiner ehelichen Hausfrauen und dem mehreren Theil seiner Kinder" ruht, gibt kein Todesjahr an. Nach Hoheneck stirbt er, 110 Jahre alt, 1584 und hinterlässtdrei Söhne Hanns, Achaz und Wolfgang, welche der Ehe mit der Martha von Thannin entsprossen waren. Wie dies auch in dem Majestätsgesuch seines Enkels Christoph Seeauer um Verleihung des Prädikates "von Mühlleuthen" und aus dem Gesuch seines anderen Enkels um Verleihung der ob der Enns’schen Landmannschaft hervorgeht.

 

   
Eheverbindungen Thomas  

Martha von der Thann

1.oo Martha Thannin oo <1525, † <1563, Tochter des Johann von der Thann und der Anna Zollner.

Tomas Seeauer hat  folgende Söhne aus erster Ehe mit Martha von der Thann: (1) Achaz, (2) Thomas, (3) Wolfgang, (4) Johann, (5) Jakob, (6) Abraham.

Dahn, die Heimat der Martha von der Thann, liegt in der Pfalz, etwa 40 km südwestlich von Pfeffingen, der Heimat der ersten Frau seines Vaters Peter Seeauer.

Anna NN

2.oo Anna, oo <1563, † 1580 zu Goisern

Außer dem Vornamen und dem Sterbejahr ist nichts über die zweite Ehefrau von Thomas überliefert. Thomas Seeauer hat mit Anna drei Söhne und einige Töchter, deren Namen ebenfalls nicht überliefert sind.

 

   
   
Achaz II.  

Thomas' Sohn Achaz wird dann der dritte Seeauer in Folge sein, der eine Frau aus der Pfalz nimmt, nämlich Anna von Altorf.