I. Berthold
II. Heinrich
III. Nikolaus
IV. Achaz
V. Peter
VI. Thomas I.
VII. Wolf
VIII. Thomas II.
IX. Johann Philibert Johann Maximilian
X. Anton Nikolaus Carl Josef
XI. Josef Anton  
Linie Ebenzweier und Puchberg Seeau-Schwarzenhorn

 

   
   
VIII. Wolf  

Wolf (Wolfgang) Seeauer (†1592) ist Sohn des Thomas Seeauer und seiner Ehefrau Martha, geborene von Thann (von der Thaan).

Katharina, Tochter des Joachim Reich von Reichenstein und der Elisabeth Neudorfer zum Hackerhof. † 6.6..1599. Beide †† Pfarrkirche Goisern.
(1) Gotthard (2) Johann auf der Niedermühle zu Ischl 1623 (3) Thomas der Jüngere w.f. † 1643 (4) Abraham, 1612

Wolf von Seeauer ist der Begründer der Linie zu Ebenzweier und zu Puchberg.

1561 Wolf Seeauer wird erstmals in einer Urkunde als Holzmeister erwähnt.

1572 Wolf Seeauer wird vom amtierenden Salzamtmann Georg Neuhauser der Hofkammer in Wien zum Waldmeister des gesamten Gmundner, Ischler und Hallstätter Salzwesens vorgeschlagen. Die Entscheidung der Hofkammer darüber basiert auf den Ergebnissen der Kammergutsvisitationskommission. Das neu geschaffene Amt soll dazu dienen, in den durch Naturkatastrophen in den  Jahren 1567 und 1572 stark hergenommenen Wäldern eine energische und kompetente Bewirtschaftung zu geben.

1575 Wolf Seeauer wird am 11. Jänner durch eine eigens erlassene Instruktion als kaiserlicher Waldmeister bestellt und dazu verpflichtet sein Unternehmen als Holzmeister mit eigenen Werkstätten aufzugeben und bei jedem Klaus- und Wührwerk einen Polier anzustellen. Die Verantwortung des Waldmeisteramts ist sehr umfangreich: Das Mandat umfasst alle Wälder der Herrschaften Wildenstien, Kammer, Kogl, Wildenegg, Seisenburg und Ort, dazu die Wälder der Klöster Mondsee, Traunkirchen, Lambach und Kremsmünster.

1587 Wolf Seeauer wird Ziel einer Intrige des Freiherr von Haim...

Unter anderem werden ihm folgende Delikte zur Last gelegt, dass er das
Schiffs- und Bauholz zu Pfannholz verhackt,
eigenmächtige Schlägerungen durchgeführt,
Markenzeichen verfälscht und
Bootsladungen doppelt verrechnet hätte.

1590 wird 25. Oktober vom Freiherrn von Haim erneut eine Anklageschrift gegen Wolf Seeauer verfasst. Doch die weiteren Akten über diesen Intrigenprozess sind nicht überliefert.

1590 Wolf Seeauer kauft das Schlösschen Trauneckgut in Steeg und baut es als Umschlagplatz für den Salzhandel aus.

Am 2. Februar 1592 stirbt Wolf Seeauer in Graz, als er im kaiserlichen Auftrag mit seiner sprichwörtlichen "Kunstfertigkait" als Planer und Konstrukteur an der Regulierung der Mur arbeitet. Seine Frau Katharina Reich von Reichenstein und seine Söhne Gotthard, Hans, Thomas, Abraham und zwei Töchter, jede Katharina genannt, sind gemeinsam mit ihm in Graz begraben.

 

   
   
IX. Thomas II.  
Thomas II. Seeauer, † 12.11.1643. Er ist Vorfahre der Mathilde d'Udekem d'Acoz, Prinzessin von Belgien (*1973).
Eufrosina † 30.8.1677, Tochter des Johann Nütz zu Goisern (Goisernburg, Goisernberg) und der Regina Alkhover. Beide †† Altmünster.
(1) Maria Maximiliana, zu Neutra (4) Eva Johanna oo Georg Karl Figer von Hirschenberg. † auf Bergheim 1680, †† Pfarrkirche Feldkirchen. (7) Johann Achaz, kaiserlicher Rat und Salzamtmann zu Gmunden, † 1673, oo 22.10.1656 mit Anna Beatrix, Tochter des Wolfgang Andreas von Kaltenhausen zu Greiffenstein und der Maria Susanna Neumann zu Lebenstein, * 9.10.1635 Graz
(2) Johann Ehrenreich, kaiserlicher Oberstleutnant und Kommandant zu Neutra (5) Eva Regina, † 1646 Linz oo Enns 16.11.1642 mit Johann Georg Kautt (8) Johann Rudolf
(3) Anna Eva Eleonora, oo Anton Ehrenreich von Sparr auf Trampe und Dannenberg. (6) Johann Maximilian, w.f.s.u. ältere Linie (9) Philibert w.f.s.u. jüngerer Linie
    (10) Eva Maria oo 1667 mit Johannes Freiherrn von Jauerburg, † 13.8.1692 Graz.

 

1612 Thomas II. Seeauer s.d. Prag 18.10.1612 Seeau von Mühlleuthen u.s.d. Regensburg Talham, Beamter beim Innerösterreichischen Eisenkammergut.

1623 Thomas II. erlangte mit Brief d. d. Regensburg vom 16. 1. 1623 von Kaiser Ferdinand II. für sich, seinen Bruder Hanns II. und Vetter Michael I., auch für die Söhne des Thomas Seeauer, gewesen Hauptmann, nämlich für Carl und Hanns Ludwig, die Erlaubnis sich unter Hinweglassung des ursprünglichen Geschlechtsnamens „von Seaw“ zu nennen.

1633 Thomas II. von Seeau kauft am 27. 8. 1633 den Freisitz Ebenzweyr von Regina, Witwe des Abraham von Rohrbach auf Ebenzweyr, Tochter des Jodokus „Jobst“ Schmidauer von Ober-Wallsee und der Cäcilia von Ramming.

1636 Thomas II. Seeauer wird am 19. 2. 1636 unter den Reichsratsstand Österreich ob der Enns aufgenommen.

1636 Thomas II. wird auf sein wiederholtes Ansuchen (er ist damals 39 Jahre beim innerösterreichischen Eisenkammergut bei dem Verlag der „Eisenwurzen“ und deren Ausführung tätig) in den Ritterstand Österreichs ob der Enns aufgenommen.

1636 Thomas II. erlangt d. d. Regensburg am 30. November 1636 im Vereine mit seinen Vettern Egidius und Elias von Seeau von Kaiser Ferdinand II. eine Wappenbesserung.

1642 Thomas II. kauft von seinem Vetter Egidius am 26. 6. 1642 den Sitz Hiltprechting mit Talham.

1642 Thomas II. erhält am 17. 8. 1642 von Kaiser Ferdinand III. die Lehensbefreiung für den Freisitz Ebenzweyer.

1643 Thomas II. stirbt am 12. 11. 1643. 

 

   
X. Johann Achaz  
Johann Achaz, † 1673, kaiserlicher Rat und Salzamtmann zu Gmunden
22.10.1656: Anna Beatrix, Tochter des Wolfgang Andreas von Kaltenhausen zu Greiffenstein, Hof-Kammerrates und Kammergrafen zu Eisenerz und der Maria Susanna Neumann zu Sebenstein, * 9.10.1635 Graz
Die Ehe bleibt kinderlos.

1654 Achaz von Seeau lässt die Soleleitung von Hallstatt nach Ebensee generalüberholen. Die Soleleitung ist völlig mit Silikaten verkrustet. Sie wird nun ausgebohrt und erneuert. 1595 hatte Kaiser Rudolf II. den Auftrag zur Errichtung einer Saline in Ebensee und zum Bau einer Soleleitung von Hallstatt nach Ebensee gegeben, die 1606 fertig gestellt waren.

Im Salzkammergut hat das Schützenwesen eine starke Tradition und es entwickelt sich eine enge Verbindung zwischen Schützenwesen und Salzwesen: so nimmt der Leiter des kaiserlichen Salzamts traditionell die Position eines Oberschützenmeisters ein.

Als sich die Hallstätter Wälder zu lichten begannen, schlagen die Salzfertiger Alarm, sie haben begriffen, dass sie sich durch den ungezügelten Verbrauch der natürlichen Ressourcen selbst die Lebensgrundlage entziehen würden. Außerdem ist in Hallstatt die Versorgung mit Holz zur Feuerung der Sudpfannen nicht mehr ausreichend gesichert. Auf das Betreiben der Salzfertiger erbaut die Krone eine hölzerne Soleleitung, über die das salzhaltige Wasser von Hallstatt aus über 40 km zur Verdampfung in die Saline der von dichten Wäldern umgebenen Ortschaft Ebensee geleitet werden kann.

Den Forsten um Hallstatt verschafft diese technische Meisterleistung eine Atempause.

 

   
X. Johann Maximilian  
Johann Maximilian von Seeau zu Mühlleuthen, Freiherr von Schwarzenhorn. * 1623, † 13.2.1683 Wien, †† Stephansdomkirche. Johann Maximilian begründet die Linie Seeau-Schwarzenhorn.
2.7.1665 Maria Anna, Erbin des Johann Rudolf Reichsfreiherrn Schmidt von Schwarzenhorn und der Helena Margareth Fellner von Feldegg auf Hundsturm, Nikolsdorf und St. Margarethen an der Wien., † 22.1.1733 Wien. (Ist wieder oo in 2. Ehe mit Christof Heinrich Freiherrn Gall von Gallenfels.)
(1) Maximilian Ludwig, † 1667 4 Wochen alt (3) Maria Karolina, (1671-1706, 35 Jahre alt), †† Stephansdomkirche (5) Viktoria, Klosterfrau
(2) Franz Anton † 1669, 3 Wochen alt (4) Anton † 1679, 6 Monate alt (6) Carl Joseph Eusebius w.f.

Johann Maximilian von Seeau, Hofkammerrat, von seinem Schwiegervater Johann Rudolf Schmid Freiherrn von Schwarzenhorn, mit kaiserlichem Konsens adoptiert.

1665 Johann Maximilian von Seeau zu Mühlleuthen wird vom Kaiser s.d. Wien 24.6.1665 als "Herr von Seeau Freiherr von Schwarzenhorn“ in den Freiherrnstand erhoben. Zum kaiserlichen Hofkammerrat und Landtagskommissär in Mähren ernannt

1665 Johann Maximilian von Seeau, Hofkammerrat bekommt das Gut St. Margarethen an der Wien durch seine Gemahlin Maria Anna, Tochter des Johann Rudolf Schmid Freiherr von Schwarzenhorn.

1665 wird Johann Maximilian mit kaiserlichem Konsens von Rudolf Schmid Freiherr von Schwarzenhorn adoptiert [sic!] und hierauf als "Herr von Seeau Freiherr zu Schwarzenhorn“ in den Freiherrnstand erhoben.

1672 Johann Maximilian Freiherr von Seeau zu Mühlleuten, Freiherr von Schwarzenhorn wird am 29. 3.unter die niederösterreichischen neuen Herrenstandsgeschlecht aufgenommen.

1683 Johann Maximilian Herr von Seeau Freiherr von Schwarzenhorn stirbt am 13. 2. Schloss Margareten wird kurz nachher während der zweiten Türkenbelagerung vom 14. 7. bis 12. 9. stark zerstört, obwohl (oder weil) es dem erfolgreichen Botschafter an der Hohen Pforte, Rudolf Schmid Freiherr von Schwarzenhorn, gehört hatte. Was vom Schloss Margareten und den 50 Häusern noch übrig ist, gelangt in den Besitz des Freiherrn von Oppel. Dieser macht sich um den Wiederaufbau verdient. Sein Sohn, Anton Graf von Sonnau, errichtet einen Maierhof, Sonnenhof genannt.

 

   
XI. Carl Josef Eusebius  
Carl Josef Eusebius Seeau zu Mühlleuthen, Freiherr von Schwarzenhorn, * 7. 4. 1671, † 1723
1962 Sydonia Sabina, Tochter des Johann Secund Grafen zu Sprinzenstein und Neuhaus, Freiin von und zu Freiling und Daxberg und Lichtenau.
(1) Johann Ehrenreich (Joseph Ludwig) , * 1694 (2) Aloys Anton, * 1698

1697 Carl Josef Eusebius wird im Verein mit den Vettern der 2. Linie durch Kaiser Leopold I. d. d. Wien 29. 3. 1697 in den erbländischen Grafenstand erhoben.

1706 Carl Josef Eusebius erlangt unter dem 25. 2. 1706 die Aufnahme unter die stiftsmäßigen Herrenstandsgeschlechtern Österreichs ob der Enns.

 

   
XII. Johann Ehrenreich Joseph Ludwig (1694-1761)  
Johann Ehrenreich (Joseph Ludwig) Graf von Seeau * Wels 24.Jun.1694, † Wien  31.März 1761
9. Febr. 1747, St. Stephan Wien: Maria Antonia Scheler von Ungershausen, aus Pfaffenschlag NÖ. Trauzeugen: Julius Graf Gilleis, vertreten durch Franz Freiherr Peuger von Reitzenschlag, Johann Baptist Graf von Gudenus (Schwager der Braut), vertreten durch Otto Sigismund Freiherr Hager von Allensteig.
Die Ehe bleibt kinderlos.

Johann Ehrenreich (Joseph Ludwig) Graf von Seeau führt den Freiherrntitel der Schwarzenhorn nicht mehr.

 

   
   
X. Johann Philibert  
Johann Philibert Freiherr von Seeau zu Mühlleuthen auf Ebenzweier, Hiltprechting, Thalham, Puchberg und Reuth im Hausruckviertel, † 13.2.1694. Johann Philibert begründet die Linie Seeau zu Ebenzweyer und Puchberg.
Franziska Katharina, Tochter des Johann Georg Pflügel von und zu Goldenstein und der Ursula Gienger von und zu Grünbüchl auf Wolfsegg und Rotteneck, * 1635, † 1719 auf Roith am Traunsee.
(1) Veith Constantin w.f. (2) Anton Nikolaus Franz Xaver w.f. (3) Johann Josef Ehrenreich, kaiserlicher Kämmerer, Dechant zu Gmunden und 1719 Abt zu Vertes-Kereszur in Ungarn, * 15.10.1677.

1659 Johann Philibert wird am 3.7.1659 unter die nö. neunen Reichsratsgeschlechter aufgenommen.

1659 Johann Philibert Seeau von Mühlleuten auf Ebenzweyer, Hiltprechting und Thalham, Landrat in Österreich ob der Enns, wird am 3. 7. 1659 unter die neuen niederösterreichischen Ritterstandsgeschlechter aufgenommen.

1668 Johann Philibert bringt, nachdem seines Vetters Egid Sohn, Michael IV., ohne Erben gestorben war, durch Cession des Elias von Seeau die Herrschaft Puchberg mit Reuth im Hausruckviertel an sich, erwirbt sich den Sitz Roith am Traunsee.

1670 Johann Philibert spielt eine bedeutende Rolle bei einer Kindesentführung ...

1681 Johann Philibert wird durch Kaiser Leopold I. s. d. Ödenburg am 19.9.1681 in den erbländischen Freiherrnstand erhoben, als Freiherr von Seeau zu Mühlleuthen auf Ebenzweier, Hiltprechting, Thalham, Puchberg und Reuth im Hausruckviertel, kaiserlicher Rat und Landrat in Österreich ob der Enns.

1694 Johann Philibert stirbt. Er verfügt über seine Güter mit Testament vom 13. 2. 1694 dahin, dass seine Gemahlin Katharina geborene Pflügl von Goldenstein und Wolfsegg den Sitz Roith eigentümlich, von den drei Söhnen, bei gleichzeitigem Ausgleiche in barem Gelde, Veit Constantin das Gut Reut, Anton Nicolaus Franz die Herrschaft Puchberg, Johann Josef Ehrenreich Ebenzweyer mit Hiltprechting und Talham erhalten sollten. Seine Erben teilten sich das Vermögen in diesem Sinne am 9. 7. 1694.

1707 Franziska Katharina Freiin von Seeau lässt zu Ehren des heiligen Johannes von Nepomuk in der Parkkirche von Altmünster einen Seitenaltar errichten. Das Seeau Wappen ist über dem Altarbild angebracht.

 

   
XI. Veit Constantin  
Veit Constantin, † 31. 7. 1703
Maria Polyxena, Tochter der Johann Ignaz Nütz Reichsfreiherrn zu Wartenburg auf Oberbergham und Schwarzengrüb und der Anna Barbara Theresia Reichsfreiin Ruck von Tanneck aus dem Hause Eppinghausen.
(1) Maria Klara Eugenia Anna Klaudia, * 16.1.1697, † 1746, oo Johann Franz Adam Graf Herwarth von Hohenburg auf Steinach, † Straubing. 1761

1697 Veit Constantin wird von Kaiser Leopold I. s.d. Wien 29.2. 1697 Graf von Seeau zu Mühlleuthen auf Ebenzweier, Puchberg und Reuth, kaiserlicher Rat und Landrat, fürstlicher Passauischer Lehenprobst.

1703 Veit Constantin stirbt in Ostilis in Italien am 31.7.1703

 

   
XI. Johann Josef Ehrenreich  
Johann Josef Ehrenreich, * 15. 10. 1677, Kammerherr des Kaisers Leopold,

Johann Josef Ehrenreich ist Oberst in der k. k. Armee und Garnisonskommandant von Neutra, bevor er sich für das Theologiestudium entscheidet.

1707 Johann Josef Ehrenreich liest am 1. Jänner seine erste Messe vor Kaiser Josef I., wird dann Pfarrer und Dechant von Gmunden und überlässt Ebenzweyer samt den Zugehörungen dem älteren Bruder Anton Nicolaus Franz.

1719 Johann Josef Ehrenreich wird Abt des Klosters Almáskeresztúr (Kerestur) Vertes (Schildgebirge) in Ungarn.

 

   
   
XI. Anton Nikolaus  
Anton Nikolaus Franz Xaver, * 2.7.1672, † 1743
München 4.11.1704 Maria Eusebia Susanna, Tochter des Johann Freiherrn von Kageneck auf Munzingen und der Maria Anna Susanna Magdalene von Andlau aus dem Hause Wittenheim, * Waldshut 20.6.1683, † München 25.3.1729.
(1) Josef Anton Johann Adam Dismas * Linz 10.9.1713, † 1772 w.f. (2) Maria Anna Barbara Charlotte Theresia, * 25.2.1715 - 1739. (3) Maria Walburgis Theresia Elisabeth, * Augsburg 25.8.1722 - >1780.
Churbayrische Hofdame.

1697 Anton Nikolaus Franz Xaver wird von Kaiser Leopold I. s. d. Wien 29.3.1697 Graf von Seeau zu Mühlleuthen auf Ebenzweier, Hiltprechting, Thalham, Puchberg, Reuth und Roith, Er wird zusammen mit seinen zwei Brüdern und seinem Vetter der ersten Linie, Carl Josef Eusebius, Kaiser in den erbländischen Grafenstand erhoben.

Bei dieser Gelegenheit wird, im Hinblick auf die erste Linie, das Wappen der Seeau mit dem Wappen der Schwarzenhorn vereinigt und dazu noch (das der Cronberg war schon anlässlich der Freiherrnstandserhebung 1681 hinzugekommen) das der Altorff und der Thann beigefügt.

1706 Anton Nikolaus Franz Xaver wird am 15.1.1706 in den stiftsmässigen Herrenstand Österreichs ob der Enns aufgenommen. Er ist Hauptmann im Regiment Osnabrück und fürstlich Augsburgischer Oberstallmeister.

Anton Nikolaus Franz von Seeau auf Puchberg wohnt mit seiner Familie in den 1720-er und 1730-er Jahren in der Bischofsresidenz Augsburg, wo auch die Kinder aufwachsen. Der Vater ist Geheimer Rat der Kurfürsten von der Pfalz und wird später zum Oberhofstallmeister berufen.

1730 Anton Nikolaus Franz wird Obrist Hofmarschall zu Augsburg und steht damit als erster Seeau im Dienst der Wittelsbacher, was später noch verhängnisvolle Verwicklungen bringen wird.

1739 Anton Nikolaus Franz von Seeau über gibt seinem Sohn Josef Anton das hoch verschuldete Schloss Puchberg gegen eine jährlich Apanage von 1.600 fl. für ihn und die noch lebende Schwester Maria Walpurgis. Die Änderung wird nur de facto und nicht de jure durchgeführt, im Grundbuch bleibt der Vater als Eigentümer eingetragen.

 

   
   
XII. Josef Anton Johann Adam Dismas (1713-1799)  
Josef Anton Johann Adam Dismas Graf von Seeau, * 1713 Linz, † 1799 München. Großkreuz des St. Michaels-Ordens, Gentilhomme der deutschen Jagd, Oberpfleger und Mautner zu Possenhofen.
Anna, Tochter des Reichsgrafen von Gatterburg Freiherren auf Retz, Zwölfaxing, Pellendorf, Hösting und Boskowartin
Der einzige Sohn stirbt mit sieben Wochen.

1713 Josef Anton Johann Adam Dismas wird als Sohn des Anton Nikolaus Franz von Seeau auf Puchberg und der Maria Susanna Eusebia von Kageneck auf Munzingen in Linz geboren. Die beiden jüngeren Schwestern Maria Anna Barbara Charlotte Therese werden 1715 und Maria Walpurgis Therese Elisabeth 1722 geboren, später Churbayrische Hofdame.

1735 Josef Anton steht schon früh als Rat des Kurfürsten zu Köln und Bayern in der Einflusssphäre der Wittelsbacher. Die Ernennung durch den Kurfürsten erfolgt zu Nymphenburg am 6. August.

1739 Josef Anton übernimmt als 26-Jähriger gegen eine Leibrente die Herrschaften und Schlösser Ebenzweier und Puchberg von seinem Vater.

1740 Josef Anton heiratet im April Maria Anna Gräfin von Gatterburg. Als 1942 der einzige Sohn geboren wird und mit sieben Wochen stirbt, ist Josef Anton in Festungshaft.

1741 Josef Anton ist einer der Schafmacher beim Österreichischen Erbfolgekrieg, in dem der Bayerische Kurfürst die habsburgischen Erbländer der Königin Maria Theresia übernehmen will.

Über die unglückliche Verwicklung der Grafen von Seeau in den Österreichischen Erbfolgekrieg kann man in den Anekdoten über die Wut der Kaiserin nachlesen.

1742 Josef Anton wird in Ketten in die ferne Festung Temeswar zu lebenslanger Haft geführt, aber später von Königin Maria Theresia begnadigt, darf lange Zeit sein Heimatland nicht mehr betreten und lebt bis zu seinem Tod in München.

1753 Josef Anton wird bayerischer kurfürstlicher Kämmerer in München, in der Funktion des Hof-, Kammer- und Theaterdirektors im Apollo.

Genaueres über das Wirken des Joseph Anton Graf von Seeau in München lässt sich in den Anekdoten  nachlesen.

1753 der bayerische Kurfürst Maximilian III. Joseph ernennt am 14. 4. den jungen Joseph Anton Graf von Seeau zum "Intendanten von dero sammentl. Churfürstl. Hof-Music und Spectacln“. Aufgrund "... seiner sonstigen besitzenden besonderen Eigenschaften“ wird er Nachfolger von Graf von Salern. Seeau bekommt diese Intendanz wegen ihrer besonderen Bedeutung für den Kurfürsten

Josef Anton macht sich in München vor allem um die Einführung des deutschen Schau- und Singspiels, des Nationaltheaters, verdient.

1755 Joseph Anton Graf von Seeau und Kurfürst Maximilian III. von Bayern sind auf einem Gemälde von George Desmarées (auch: de Marées) dargestellt. Bei diesem außergewöhnlichen Porträt des Kurfürsten und seines Hoftheaterintendanten handelt sich um eine Frühstücksszene unter Freunden. Insgesamt sind uns neben diesem Bildnis noch zwei weitere von Joseph Anton Graf von Seeau bekannt: Das Gemälde aus 1765 von Johann Jakob Dorner und ein Schattenriss.

1758 der Kurfürst muss aus finanziellen Gründen die französische Hoftheatertruppe auflösen, doch gelingt es Graf Seeau Ende der 1760er Jahre, wieder verstärkt französisches Theater durch fahrende Truppen in München zur Geltung zu bringen.

1764 Josef Anton wird mit dem Großkreuz des St. Michaelisordens ausgezeichnet.

1765 Joseph Anton Graf von Seeau und Kurfürst Maximilian III. von Bayern sind auf einem Gemälde von Johann Jakob Dorner zu sehen. Der Kurfürst ist ganz in der Tradition der Aufklärung als volksnaher Fürst dargestellt, der sich einer handwerklichen Tätigkeit, dem Drechseln, widmet. Im Beisein des Grafen von Seeau fertigt der Kurfürst Holzkugeln an.

Die Zeitgenossen sehen den Kurfürsten ebenfalls hausväterlich und so dichtet der Hofpoet Matthias Etenhueber 1773 aus Anlass eines Geburtstags:
„... wie Du den Rest der Zeit zu weilen willst vertreiben,
Und Dich Dir selber schenkst? Du bist zwar bey der Ruh
Auch Churfürst, dennoch ist nichts freundlichers als Du,
Nichts milders auf der Welt. Daheim ist Dein Ergetzen
Ein Buch, die Drechselbank, im Felde nimmt das Hetzen
Dir Deine Sorgenhin. Es hatten den Gebrauch
Ulysses, Telamon und der Aenäas auch.“

1769  Joseph Anton Graf von Seeau schließt am 21. April mit Therese von Kurz einen Kontrakt, wonach diese mit ihrer Truppe wöchentlich vier Vorstellungen im alten Opernhaus am Salvatorplatz gibt. Sie spielt dort italienische Burlesken, Dramen (Lessing, Regnard,  Cronegk) und die schönsten Stücke von Goldoni und Molière.

1772 Josef Anton übernimmt auf eigene Kosten ein Schauspielunternehmen. In einem Brief an den Kurfürsten schreibt er, es ginge ihm darum "neben denen guten Acteurs eine reine teutsche Sprache, als auch eine gutte Sitten Lehre zu Belehrung des Publikums mit einer angenehmen Ergözung vermischet" hervorzubringen. Fortan lässt Josef Anton in dem ihm seit Jahren gehörenden Redoutensaal sowie im alten Hoftheater am Salvatorplatz in eigener Regie Oratorien, Intermezzi und Opern für ein zahlreiches Publikum aufführen.

1774 Josef Anton beauftragt Wolfgang Amadeus Mozart (1756-1791) "La Finta giardiniera" für den Karneval 1775 zu vertonen.

Genaueres darüber lässt sich in den Anekdoten über den Mozart-Förderer Josef Anton nachlesen.

1776 Joseph Anton Graf von Seeau ist Mitglied des Illuminaten-Ordens. Der Geheimbund wurde durch Adam Weishaupt in Ingolstadt gegründet und 1785 durch die bayrische Regierung verboten. Der über die Freimaurerei hinausgehender Geheimbund hatte das Ziel die Prinzipien der Aufklärung zu fördern, durch Unterwanderung die wichtigsten Ämter in Staat, Kirche und Wissenschaft zu besetzen und dann die Macht zu ergreifen. Die Illuminaten bekämpften den Absolutismus, die Staatsform, in der die Fürsten die unbeschränkte Staatsgewalt ausübten, und die katholische Orthodoxie. Unter den freimaurerisch und aufklärerisch geprägten Gesellschaften des 18.Jahrhunderts nehmen die sogenannten "Erleuchteten" mit ihrem Hochgradsystem der Einweihungen eine besondere Stellung ein, die auch unter dem Namen "Perfektibilisten" oder der organisatorischen Bezeichnung "Bienenorden" bekannt geworden sind. Brockhaus-Konversationslexikon 1894: "Veredelung seiner Mitglieder durch die Bekämpfung von Vorurteilen, Darbietung sittlicher Lehren und Vorbilder, Pflege aller Tugenden und einer alle Mitglieder verknüpfenden, auf gegenseitige Hochachtung und Liebe gegründeten Freundschaft, Verbreitung geistiger Bildung und die dadurch bedingte Läuterung der Willensrichtung, Bekämpfung des Dogmenglaubens und Rückkehr zur Naturreligion sowie endlich die Bekämpfung des Despotismus aller Art."

Der Name Joseph Anton Graf von Seeau kommt in vielen Mozartbriefen vor. Mehrmalige Erwähnung des Grafen Seeau durch Wolfgang Amadeus Mozart in Briefen an seinen Vater Leopold Mozart nach Salzburg aus Paris am 31. Juli 1778, ebenso aus München am 28. und 29-30 September 1777 und am 8., 13., 15., 22. und 24. November 1780 und 1. Dezember 1780.

1777 Josef Anton engagiert Emmanuel Schikaneder nach München. Der bayerische Schauspieler und Theaterdirektor Emmanuel (eigentlich: Johann Joseph) Schikaneder, am 1. September 1751 in Straubing geboren, am 21. September 1812 in Wien verstorben. Schikaneder ist bereits im Alter von 27 Jahren Leiter einer eigenen Theatertruppe, tritt als Komödiant, aber auch als ernsthafter Shakespeare Schauspieler hervor. Schikaneders Hamletdarstellung  löst in München einen Begeisterrungssturm aus. Schikaneder lernt Mozart in Salzburg anlässlich eines seiner Auftritte kennen.

1777 der Kurfürst Maximilian III. Joseph stirbt im Alter von 50 Jahren an Pocken.

Mehrmalige Erwähnung des Grafen Seeau durch Leopold Mozart aus Salzburg in Briefen an seinen Sohn Wolfgang Amadeus Mozart in München am 11. und 18. November 1780. Die Namensnennungen entspringen der Kompositionsarbeitn und der Uraufführung des Idomeneo.

1781 Josef Anton verhandelt mit Mozart anlässlich der Münchner Uraufführung seiner Oper "Idomeneo". Robert W. Gutman berichtet: ...wonach Graf Seeau ihn [Mozart] 1777 nach München engagierte und wonach Schikaneders Hamletdarstellung einen Begeisterungssturm auslöste...

Genaueres darüber lässt sich in den Anekdoten über den Mozart-Förderer Josef Anton nachlesen.

1784 Josef Anton wird in einer Schrift gerühmt, dass er "unter dem Baiern den grünen Hut und das bunte Jäckelchen vergessen hat; er hat den Hanswurst abgestellt, und unter ihm hat man in München die erste regelmäßige Bühne gesehen, durch ihn ist der beste Geschmack in Baiern eingeführt worden, ihm, diesem würdigen Mann hat Baiern in diesem Stücke Verpflichtung, und wenn es das nicht erkenne, so wäre es undankbar."

1785 Josef Anton bezirzt als zweiundsiebzigjähriger die hübsche Auguste Wendling, Tochter einer Sängerin und einst Mätresse des Kurfürsten Max III. Josef, und macht sie schließlich zu seiner Geliebten. 

1799 Kurfürst Karl Theodor wird am 16. Februar beim Kartenspiel vom Schlag getroffen und stirbt kurz darauf. In der Folge wird mit dem inzwischen fünfundachtzigjährigen Graf Seeau keine Einigung über eine Fortsetzung seiner Intendantur erzielt.

1799 Josef Anton Johann Adam Dismas Graf von Seeau stirbt fünf Wochen später, am 25. März.

 

   
   
   

Die beiden Herrschaften Puchberg und Ebenzweyer mit Hiltprechting kommen unter gerichtliche Sequestation und werden (Josef Anton war damals noch am Leben) mit Kontrakt d. d. Linz 2. 1. 1767 an Elias Freiherrn von Engl zu Wagrain verkauft.