Elias Seeauer von Seeau, später Seeau von Mühlleuten, ist einer meiner direkten Vorfahren.

Elias' Stammfolge à VI. Thomas (†1584) à VII. Achaz (†1600) à VIII. Michael (†1630) à IX. Elias (†1670).

Elias ist aus einer aufstrebenden Familie und sehr erfolgreich in kaiserlichen Diensten, er ist unter anderem Rat des Kaisers, Rentmeister zu Steyr und zu Hall in Tirol.

Elias von Seeau ist 1628 dem Grafen Hanns Ludwig von Kufstein bei dessen Legation an die ottomanische Pforte beigegeben. Hierauf in Kriegsdiensten in dem von dem Feldmarschall Grafen von Alderingen "innegehabten Corpo“, nach dessen Hintritte Sekretär beim kaiserlichen Obristen Quartier- und "Zahlungs-Commisarialrat, dass als die Römisch Kaiserliche Majestät" selbst ins Feld gezogen „dero eigenen Veld-Hofkriegsdiensten appliciret“.

   
         
   

Elias Seeau von Mühlleuten und seine Vettern erhalten vom Kaiser Ferdinand II. in Regensburg 30.11. 1636 eine Wappenvermehrung zum Kamelwappen. Das Wappen ist nunmehr geviert und trägt im Feld 2 und 3 in Grün einen länglichen silbernen See, sprechend für den Namen Seeau. In Feld 1 und 4 ist das Kamel des Stammwappens.

Elias von Seeau wird 1636 Einnehmer beim Salzamt zu Gmunden. Er bekommt zwei Jahre später für seine Leistungen eine Sonderprämie in der Höhe von 200 fl. zugesprochen.

Elias von Seeau wechselt 1643 von Gmunden nach Steyr und tritt dort die einträgliche Stellung eines Rentmeisters an. Sein Grabmal ist noch heute in der Marienkirche zu Steyr.

Elias Seeau von Mühlleuthen wird am 29.12.1644 in den jungen Reichsratstand Österreich ob der Enns aufgenommen.

Elias von Seeau erwirbt 1648 von dem Hofkriegsrat und General-Kriegskommisarius Freiherrn Alexander Schifer von Freiling († 1661) oder aus dessen Nachlass, die Herrschaft Würting mit Moos im Hausruckviertel.

Elias von Seeau ist einer der der Hauptgläubiger der Innerberger Hauptgewerkschaft in Steyr. Als Folge der Absatzkrise des Dreißigjährigen Kriegs schließen sich 1625 die Radmeistern und Hammerherrn sowie der Verleger (Eisenhändler) in einer Gesellschaft, der "Innerberger Hauptgewerkschaft", mit Zentrum der Stadt Steyr zusammen. Die freien Hammerherren treten ihre Realitäten und Betriebe ab und werden zu Verwaltern einer der größten Industriebetriebe der Monarchie.

1650 Elias von Seeau kauft das Wasserschloss Würting von einem Verwalter, der es nach einem Kridaprozess von der Familie Weiß von Würting erworben hatte. Das Vermögen der Familie Weiß von Würting war unter der langen Vormundschaft über Johann Christoph Weiß von Würting aufgezehrt worden. Elias ist über seine erste Frau, Susanna Magdalena Alt von Altenau, mit den Weiß von Würting verschwägert.

 
         
Susanna Alt von Altenau
 
 

Elias Seeau von Mühlleuten heiratet um 1655 Susanna Magdalena Alt von Altenau (>1634-<1657). Es muss angenommen werden, dass Susanna Magdalena Alt von Altenau bei der Geburt ihres einzigen Sohnes gestorben ist.

Susanna Magdalena Alt von Altenau ist die Tochter von Viktor Alt von Altenau (1604-1668) oo Maria Katharina, Tochter des Dr. Johann Götz, kurbayrischer Kanzler in Burghausen.

Susanna Magdalenas Stammfolge à Wolf Dietrich von Raitenau (†1607) o-o Salome Alt von Altenau (†1663) à Viktor Alt von Altenau

Ihr Vater Viktor Alt von Altenau ist der Sohn von Salome Alt von Altenau (1568-1663) und Wolf-Dietrich von Raitenau (1559-1617), Fürsterzbischof von Salzburg.

   
         
Ignaz - Benediktiner Pater Philibert  

Ihr gemeinsamer Sohn Ignaz, wird später unter dem Namen Pater Philibert Benediktiner zu Kremsmünster.

Ein berühmter Verwandter der Seeauer, Pater Aegid Everard von Raitenau (1605-1675) ist zu dieser Zeit Benediktiner in Kremsmünster, außerdem ein bekannter Naturwissenschaftler, Mechaniker, Mathematiker und Architekt. Er wird am 17. Februar 1605 in Salzburg als Johann Georg Everhard von Raitenau geboren, ist ab 25. März 1623 Ordensprofess im Stift Kremsmünster und stirbt dort am 25. Jänner 1675, als Pater Philibert Seeau von Mühlleuten 20 Jahre alt ist.

   
         
   

1657 Elias von Seeau heiratet am 14. Mai auf Schloss Eggenberg bei Graz Maria Elisabeth Freiin Prank zu Püx, Tochter des "Herrn-Standts-Verordneten" Johann Friedrich Freiherr von Pranckh zu Pux, Poppendorf, Rheintal und Fronsperg und der Anna Susanna Freiin von Logau und Altendorf auf der Herrschaft Giessmannsdorf, † 22.8.1669. Die feierliche Trauungszeremonie nimmt Pater Albertus von Pranckh zu Pux vor, der Bruder der Braut.

1664 Elias von Seeau kauft von dem kaiserlichen Forstmeister Christoph Staindl das traumhafte Schlösschen Litzlberg auf einer 6000 Quadratmeter großen Insel mitten im Attersee.

1670 Elias von Seeau stirbt am 19. Februar an seinem dritten Schlaganfall auf seinem Schloss Würting. Wenige Monate vor ihm ist bereits seine zweite Gemahlin Maria Elisabeth Freiin von Prankh voraus gegangen. Zum Unglück des gerade vierjährigen Johann Ehrenreich uns seines elfjährigen Bruder Johann Friedrich.

Beigesetzt ist Elias von Seeau zu Mühlleiten neben seinen Gemahlinnen Susanna Magdalena Alt von Altenau und Maria Elisabeth in dem von ihm erbauten Erbbegräbnis bei den Dominikanern in Steyr. Das Grabmal in der Marienkirche existiert heute noch.

   
         
   
   

Salome Alt von Altenau (1568-1663) wird am 21. September 1568 in Salzburg in der (jetzigen) Sigmund Haffner-Gasse 6 geboren. Sie ist die Tochter des Wilhelm Alt, wohlhabender Kaufmann und Ratsherr in der fürsterzbischöflichen Stadt Salzburg.

Fürsterzbischof Wolf Dietrich von Raitenau ist von der wunderschönen Kaufmannstochter so angetan, dass er sie zu seiner Lebensgefährtin macht. Sie wird von Chronisten als groß gewachsen, mit rotbraunem Haar, klaren grauen Augen, breiter Stirn und als die Schönste der Stadt beschrieben.

Salome Alt von Altenau schenkt ihm 15 natürliche Kinder, von denen 5 früh sterben. Zwei der Söhne verheiraten sich, zwei werden Mönche.

Zu dieser Zeit ist diese "wilde Ehe“ eine kaum tolerierte Ungehörigkeit und so verstoßen Salomes Eltern ihre Tochter und die politischen Gegner des Erzbischofs spielten seine Liebe zu der jungen Frau gegen ihn aus.

Salome Alt ist ihrem Herrn laut den spärlichen persönlichen Quellen sehr zugetan. Noch in den letzten Lebensjahren bezeichnet sie Wolf Dietrich als ihren "lieben guten Herrn".

Doch Wolf Dietrich glaubt von dem Tag an, als er noch als junger Domherr der schönen Salzburger Bürgerstochter Salome Alt begegnet bis zu seinem Tod, dass die Erlaubnis für Priesterehen nur noch eine Frage von Tagen sein könne.

Er kann die Verbindung doch nicht legalisieren, revanchiert sich aber standesgemäß: Wolf Dietrich lässt für Salome Alt Schloss Altenau errichten, das später von seinem Nachfolger und Widersacher Marcus Sittikus in Schloss Mirabell umbenannt werden wird.

Salome Alt nimmt am Gesellschaftsleben des Salzburger Hofes in weitem Umfang teil. 1609 wird sie von Kaiser Rudolf II. in den Reichsadelsstand erhoben, und ihre Kinder damit vom Makel der unehelichen Geburt befreit.

Durch eine als Schrank getarnte Tür sind die Gemächer von Salome Alt mit den Fürstenzimmern verbunden. Sie ist dem Fürstenerzbischof von Salzburg eine den Regeln der Gesellschaft des 16. Jahrhunderts angepasste "Hausmutter", schenkt ihm 15 katholische Kinder, führt ihm den Haushalt und bleibt ihm über dessen Tod hinaus in ihrem Welser Exil treu. Sicher ist es nicht einfach für sie zu wissen, dass man einen katholischen Bischof eben nicht ehelichen kann.

Salome Alt ist keine Mätresse eines Fürsten wie Madame Pompadour oder Madame Dubarry. Die sanfte Frau strebt nicht nach Glanz und Macht, sie ist dem Erzbischof stets eine treu ergebene Gefährtin und den gemeinsamen Kindern eine gute Mutter. Dem Liebespaar wird ein "ärgerliches Leben“ vorgeworfen und dass Wolf Dietrich mit ihr „zehen lebendige Kinder erzeugt, diese in allem Ueberfluße auferzogen, ansehnliche Summen Geldes an sie Verschwendet, sie in fremden Ländern unter einem anderen Namen, doch, dass man sie für erzbischöfliche Söhne wohl erkannte, unterhalten, der Konkubine sehr köstliche Sachen an Silber, Gold, Kleinodien, Kleidern, nicht anders, als wäre sie eine Fürstin begabt.“

1606 Wolf Dietrich lässt außerhalb der Stadtmauern vor dem "Bergstraßtor" für Salome Alt nach 22-jährigem Konkubinat und 10 gemeinsamen Kindern eine Sommerresidenz errichten, die er "Altenau“ nennt. Das Landschloss jenseits der Salzach lässt Wolf Dietrich mit herrlichen Gartenanlagen ausstatten.

Nach dem Tode Wolf Dietrichs wird Schloss Altenau von seinem Nachfolger Markus Sittikus von Hohenems (1612-1619) umgebaut und in Schloss Mirabell umbenannt. Meist wird behauptet, dass vom Schloss Altenau "kaum ein Stein mehr zu finden" sei. Tatsächlich aber ist der Keller fast unverändert in der Südhälfte des Gartentraktes von Schloss Mirabell erhalten. Wahrscheinlich gehören auch alle aufgehenden Hauptmauern und zahlreiche Trennmauern dieses Bereiches der ältesten Bauphase an, da dieser beim Umbau von Hildebrandt nachweislich in den Neubau einbezogen worden ist. Somit lassen sich Dimensionen und Grundriss des ursprünglichen Adelssitzes recht gut abschätzen.

1610 Salome Alt von Altenau besitzt durch Wolf Dietrichs Zukäufe und Schenkungen im Erzbistum Salzburg das ungeheure Vermögen von mehr als 400.000 fl.

1611 Wolf Dietrichs lässt Salome und die Kinder in den Pinzgau bringen. Nach seinem Sturz und Gefangennahme, wird auch Salome Alt verhaftet, bald jedoch auf Befehl des Domkapitels wieder freigelassen. Sie flieht zu ihrer Cousine Felicitas Alt (1569-1618) nach Wels in Oberösterreich die mit mit dem Handelsherrn Christoph Weiß (1548-1617) verheiratet ist. Salome findet dort eine neue Heimat wo sie ihre Kinder standesgemäß erziehen kann. Wolf Dietrich und Salome Alt haben einander nach seiner Verhaftung nie mehr wieder gesehen.

1612 Salome Alt von Altenau verzichtet für sich und ihre Kinder zu Gunsten des Salzburger Domkapitels auf ihre Schuldobligationen von 120.000 Gulden bei der Tiroler Landschaft.

1617 Wolf Dietrich von Raitenau stirbt am 16. Januar in Gefangenschaft auf der Feste Hohensalzburg. Salome Alt fällt darüber "in grasem Schrecken" und bekommt in dieser "petriebten" Zeit ein Nervenfieber, von dem sie sich lange nicht erholt. Nach seinem Tod trägt Salome nur noch Trauerkleidung.

1622 Salome Alt von Altenau kauft in Wels das Haus Stadtplatz 24, auf dem bis heute der spätgotische Erker mit drei Wappen der Familie Hofmann und Freskomalereien von 1570 zu sehen ist. Das Haus gehörte ursprünglich Kaiser Ferdinand I., ab 1552 war es Freisitz der Freiherrn von Hofmann.

1663 Salome Alt von Altenau stirbt am 27. Juni im hohen Alter von 95 Jahren. Das Geschlecht Alt von Altenau erlischt mit Salome, da sie von keinem männlichen (Namen tragenden) Nachkommen überlebt wird, Universalerbin ist ihre Schwester. [Das im Internet kursierende Sterbejahr 1633 ist unrichtig.]

1668 das Haus in Wels Stadtplatz 24 wird von den Erben der Alt von Altenau an die Adelsfamilie Eiselsberg verkauft.

 
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Wolf Dietrich von Raitenau (1559-1617) entstammt einer im Bodenseeraum begüterten Adelsfamilie und ist Erzbischof (1587-1612) von Salzburg und stirbt 1617 als Gefangener auf Hohensalzburg. Er ist der Sohn des kaiserlichen Obristen Hans Werner von Raitenau und der Helena Gräfin von Hohenems.

Wolf Dietrich erfährt eine gründliche Ausbildung, Rechtsstudien in Pavia und einen fünfjährigen Aufenthalt am Collegium Germanicum in Rom (1576-1581).

Wolf Dietrich wird bereits früh von seiner Familie getrennt und auf seine geistliche Karriere vorbereitet. Bereits als als 11-Jähriger erhält er eine erste Domherrenstelle in Konstanz, als 16-Jähriger bekommt er die Domkanonikate in Basel und als 19-Jähriger die in Salzburg dazu.

Der 28-jährige Wolf Dietrich von Raitenau wird 1587 vom Domkapitel zum Erzbischof von Salzburg gewählt.

Obwohl Wolf Dietrich seinem Ruf als strikter Gegenreformator und ehrgeiziger Reformkatholik alle Ehre macht, gibt es für ihn trotz dieses persönlichen Engagements um die katholische Kirche für sein Verbindung mit Salome Alt keine Zustimmung unter den Päpsten und gekrönten Häuptern.

Wolf Dietrich ist seit den ersten Jahren seiner Regierung in einer eheähnlichen Verbindung mit Salome Alt. Er tut sich als großer Sammler (Bücher, Graphiken, Gemälde, Tapisserien, Goldschmiedearbeiten) und als Bauherr (Dom, Residenz, Sebastiansfriedhof) hervor.

Die Lebensgemeinschaft mit Salome Alt kostet Wolf Dietrich die Ernennung zum Kardinal durch Papst Sixtus V. Für den ehrgeizigen Mann ist dies eine große Enttäuschung, die seinen Regierungskurs gegenüber Rom und den benachbarten Mächten Bayern und Österreich prägt.

Als Landesherr bemüht sich Wolf Dietrich den Einfluss von Domherren und Landständen zugunsten eines absolutistischen Regiments zurückzudrängen. Auf dem Regensburger Reichstag setzt er sich als Reichsfürst für eine wirkungsvolle Türkenhilfe ein und macht durch heftige Kritik an der Kriegsführung gegen die Türken seinem Ärger Luft. Schließlich boykottiert er alle weiteren Verhandlungen, als seine Anregungen und Vorschläge unberücksichtigt bleiben.

1602 beginnt Wolf Dietrich mit der rücksichtslosen Umgestaltung des Stadtbildes von Salzburg. Nach mehreren vergeblichen Restaurierungsversuchen lässt er den romanischen Dom abtragen und ganze Häuserzeilen einebnen. Der venezianische Baumeister Vincenzo Scamozzi entwickelt ab 1604 die bombastisch angelegten Pläne des Fürsterzbischofs für eine Erneuerung Salzburgs.

Schließlich scheitert Wolf Dietrich im Kleinkrieg gegen Herzog Maximilian I. von Bayern um die Erträge aus dem Halleiner Salzabbau. Die wechselseitigen Spannungen und Provokationen steigern sich durch eine tiefe persönliche Abneigung. 1606 entscheidet das Salzburger Domkapitel, dass nie ein bayrischer Prinz oder ein österreichischer Erzherzog zum Bischof gewählt werden dürfe, damit die Selbständigkeit des Bistums gewahrt bliebe. Doch der Bayernherzog setzte bei Papst Paul V. durch, dass dieses Statut wieder aufgehoben wird. Als Herzog Maximilian vom Kaiser die Erlaubnis erhält, auf alle nach Bayern eingeführten Waren doppelten Zoll zu erheben, kommt es zum offenen Bruch mit Bayern.

Wolf Dietrich lässt daraufhin die reichsunmittelbare Fürstpropstei Berchtesgarden in der Nacht vom 7. auf den 8. Oktober 1611 von seinen Soldaten besetzen. Der darauf folgende Kriegszug Bayerns gegen Salzburg kann auch durch Vermittlungsversuche allerhöchster Kreise nicht beigelegt werden. Wolf Dietrich gibt nicht nach und der Bayernherzog hält es für seine Aufgabe vor Gott und der Welt der "abenteuerlicher Regierung“ seines Widersachers ein Ende zu setzen.

Als Maximilian mit überlegener Macht Salzburg angreift erkennt Wolf Dietrich, dass er gegen die bayerische Streitmacht nichts ausrichten kann und flieht aus Salzburg. Maximilian besetzt drei Tage später die Stadt. Wolf Dietrich schlägt sich bis südlich des Katschbergs auf habsburgisches Gebiet durch und wird dort von seinen Verfolgern verhaftet, die ihn zunächst auf die salzburgsche Festung Hohenwerfen bringen und ihn dort festsetzen.

Wolf Dietrich wird dann am 23. November 1611 unter strenger Bewachung in die Festung Hohensalzburg überstellt.

Wolf Dietrich hatte seinem Vetter Markus Sittikus die Laufbahn ermöglicht und ihn außerordentlich unterstützt, trotzdem wird der junge Verwandte zu seinem unerbittlichen Kerkermeister.

Alle Bittschriften um Freilassung bleiben unbeachtet und so versucht Wolf Dietrich in seiner Gefangenschaft unermüdlich Kontakt zu Persönlichkeiten herzustellen, die sein Los erleichtern könnten. Auch um eine Verbindung zu Salome Alt bemüht er sich immer wieder. Doch die meisten seiner Versuche werden entdeckt und vereitelt. Die Haftbedingungen für Wolf Dietrich, seine drei Diener und die zwei Franziskaner werden durch die Auflehnung Wolf Dietrichs von Raitenau laufend verschärft. Seinem Ärger macht der eingesperrte Fürst Luft indem er immer wieder Einrichtungsgegenstände demoliert, darunter die Drehtür für die Speisen sowie Tische und Stühle. Erst gegen Ende seines Lebens kann er sich beruhigen, er fügt sich in sein Schicksal und betrachtet seine Gefangenschaft als gottgewollte Strafe.

Am 15. Jänner 1617 erleidet Wolf Dietrich Krämpfe, die eine linkseitige Lähmung nach sich ziehen, nach sechs Stunden ist dieser Anfall abgeklungen und Sprache und Geist sind wieder hergestellt. Am nächsten Tag wiederholt sich der Anfall, Wolf Dietrich verfällt in Agonie und stirbt noch am gleichen Tag, dem 16. Jänner 1617. Die Obduktion stellt mit Ausnahme der Lunge nur gesunde Organe fest, er dürfte einem apoplektischen Insult (Schlaganfall) erlegen sein.

Salome Alt von Altenau klagt in einem Brief über "grasn Dreibsal" wegen des Todes von Wolf Dietrich.

Wolf Dietrich hatte Anordnungen für ein bescheidenes Leichenbegräbnis getroffen. Doch Markus Sittikus lässt ihn mit Bischofsmütze und großer Pracht in seinem Mausoleum auf dem St. Sebastianfriedhof bestatten.

1905 findet man im Palas der Feste Hohenwerfen in den Fürstenzimmern Verse von Wolf Dietrich, die er 1611einritzte ehe man ihn auf die Feste Hohensalzburg brachte:
"Gibt in der Welt vil Trug,
Tue recht und fürcht die Lug,
Damit ward ich betrogen,
Ich tat recht und ward [belogen],
Lieb ist Laydes Anfangkh,
über kurz oder langkh."

  Wolfdietrich von Raitenau
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    Pater Aegid Everard von Raitenau (1605-1675) Benediktiner von Kremsmünster, Naturwissenschaftler, Mechaniker, Mathematiker und Architekt. Er wird am 17. Februar 1605 in Salzburg als Johann Georg Everhard von Raitenau geboren, ist ab 25. März 1623 Ordensprofess im Stift Kremsmünster und stirbt dort am 25. Jänner 1675.

1622 Einkleidung. 1624-1627 Studium der Theologie, Mathematik und Architektur in Graz, 1627-1628 Studium am Germanikum in Rom, dann im Stift Kremsmünster. 1632 Primiz. 1633-1637 astronomische Arbeiten, 1637-1642 Kustos der Stiftskirche, 1641-1642 Schaffner im Stift Kremsmünster, 1641-1642 Küchenmeister, 1642 Kaplan des Abtes Bonifaz. 1642-1646 Geschäftsträger des Stiftes Kremsmünster im Stift Schotten in Wien. 1646-1649 im Stift Kremsmünster, 1649-1650 Kooperator in verschiedenen Pfarrkirchen. 1650-1665 Benefiziat in Adlwang bei Bad Hall mit Architektentätigkeit an verschiedenen Bauten des Klosterbereiches. 1665-1675 Ruhestand im Stift Kremsmünster, wo Pater Aegid 70-jährig an Wassersucht stirbt.

Der Rotelbrief beschreibt ihn als vorbildlichen Mönch, Mann des Gebetes und der emsigen Arbeit: "Architectus Deo et servis Dei habitacula struxit, magnam partem de fabrica monasterii, ecclesias, domos parochiales, numerosam instrumentorum mathematicorum et pretiosam suppellectilem post se reliquit."

Das Wappen des Pater Ägid ist die schwarze Kugel derer von Raitenau.