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| Heraldik der Wappen der Grafen von Seeau | ||||
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Lexikon Genealogie Heraldik Blasonierung Seeau-Wappen Heraldik Blasonierung |
Das Wappen der Seeau nimmt, wie alle anderen Adelswappen
auch, eine lebendige Entwicklung über die Jahrhunderte. Die ersten
Wappen sind streng gotisch und schlicht, die letzten barock und überladen verschnörkelt.
Wappen und Kleinod sind genau wieder Namen die wichtigsten Hinweise, um eine Familie (bzw. einzelne Personen) eindeutig identifizieren zu können. |
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Wappen I |
Wappen von Adelsfamilien sind für den Unbeteiligten bunte
Bildchen, hübsch anzusehen wie ägyptische Hieroglyphen, aber ebenso
unverständlich.
Wappen sind aber zur Identifikation der Adels- und Patriziergeschlechter des Mittelalters und der Neuzeit unerlässlich. Wappen lassen sich systematisch durch Syntax, Semantik und Sigmatik erforschen. |
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| Wappen I | 1002 und 1503 Stammwappen | |||
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1002 Blasonierung des Stammwappens im (gefälschten?) Text von 1002, der in der Abschrift von 1300 vorliegt: In Gold ein Kamel in natürlichen Farben mit rotem, heftig fliegendem Zügel unter einer goldenen Krone aus welcher zwei Büffelhörner wachsen, deren Rechtes oben Gold und unten Schwarz, das Linke aber oben Schwarz und unten Gold ist. Aus jedem Horn erwachsen drei Pfauenfedern in natürlichen Farben. Der Harnisch aber ist gemischt von Gold und Schwarz. Über dem Schild ist ein silberner Spangenhelm mit Medaillon und goldener, dreizackiger Krone. 1503 Kaiser Maximilian I. verleiht den Seeauern das Wappenrecht. Blasonierung des Stammwappens im Siebmacher: In Gold ein mit aufgehobenem Fuße zum Laufen geschicktes schwarzes Kamel mit zurückfliegendem rotem Zügel. Der Helm mit rechts schwarz-goldener, links rot-schwarzer Decke trägt zwei in den Mundlöchern mit je 3 Pfauenfedern besteckte schwarz-goldene wechselweise geteilte Büffelhörner. [Bei dem als Wappentier verwendeten Kamel handelt es sich um ein Dromedar oder einhöckeriges Kamel, ein Camelus dromedarius.] Aus diesem Stammwappen der Grafen von Seeau entsteht im Laufe von Jahrhunderten ein vielteiliges Wappen, das auf eine aufschlussreiche Weise die verschiedenen heraldischen Symbole der weit verzweigten Familie verbindet.
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| Wappen II | 1558, 1582 und 1592 Familienname | |||
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1558 Kaiser Ferdinand I. erneuert am 1. Juli das Wappenrecht für Thomas Seeauer. Kaiser Rudolf II. erneuert es 1582 und 1592. Geviert, 1 und 4 Stammwappen, 2 und 3 in Grün ein länglicher silberner See. Der gekrönte Helm mit rechts schwarz-goldener, links blau-schwarzer Decke trägt zwei in den Mundlöchern mit je 3 Pfauenfedern besteckte Büffelhörner, das rechte gold-schwarz, das linke schwarz-blau geteilt. Das neu erworbene Wappenbild der Seeau gehört zur Gruppe der „arma loquentia“, bei der die Aussprache des Bildes mit dem Wortlaut des Namens übereinstimmt. Seeau als eine Au mit einem See. Dieses Namenswappen, das den ganzen Namen redend exakt wiedergibt, ist ein typisches Beispiel dafür, wie sich eine bestimmte Form der Heraldik mit einer etymologischen Deutung durch den Gleichklang der Worte begnügt. Redende Wappen sind erst in der ersten Hälfte des 13. Jahrhunderts „Mode geworden“.
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| Wappen III | 1612 | |||
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1612 Kaiser Mattias gibt Michael von Seeau, dessen Brüdern und Vettern am 18. Oktober eine Wappenverbesserung. Geviert, 1 und 4 in Gold ein mit aufgehobenem Fuße zum Laufen geschicktes schwarzes Kamel mit zurückfliegendem rotem Zügel, 2 und 3 in Grün ein länglicher silberner See. Der gekrönte Helm mit rechts schwarz-goldener, links blau-schwarzer Decke trägt auf rennendem Rosse einen in der Rechten eine goldene Lanze mit rotem Fähnchen tragenden Geharnischten zwischen zwei in den Mundlöchern mit je 3 Pfauenfedern besteckte Büffelhörner, das rechte gold-schwarz, das linke schwarz-blau geteilt.
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| Wappen IV | 1636 | |||
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1636 Elias von Seeau und seine Verwandten erhalten von Kaiser Ferdinand II. am 30. November eine Wappenvermehrung. Geviert, 1 und 4 in Gold ein mit aufgehobenem Fuße zum Laufen geschicktes schwarzes Kamel mit einem herab hängenden Zügelriemen, 2 und 3 in Grün ein länglicher silberner See. Zwei gekrönte Helme. Der rechte mit schwarz-goldener Decke trägt zwei in den Mundlöchern mit je 3 Pfauenfedern besteckte gold-schwarz übereck geteilte Büffelhörner, der linke mit rot-schwarzer Decke einen geschlossenen mit einem schwarzen Balken belegten roten Flug.
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| Wappen V | 1681 Freiherrnwappen | |||
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1681 Kaiser Leopold I. erhebt Johann Friedrich und Johann Ehrenreich von Seeau am 19. September in den Reichsfreiherrnstand. Geviert mit rotem Mittelschild, worin eine Krone (Cronenberg), 1 und 4 in Schwarz auf grünem Boden das rot gezäumte goldene Kamel, 2 und 3 in Grün ein länglicher silberner See. Drei gekrönte Helme mit rechts schwarz-goldene, links rot-goldene Decken. Der rechte und der linke tragen je einen offenen Flug, der rechte Flügel schwarz mit einem goldenen, der linke rot mit einem schwarzen Balken belegt und der mittlere Helm trägt auf einem schwarzen Rosse einen rechts-sprengenden, in der Rechten ein goldenes Panier an roter Lanze haltenden zum Turnierrennen geschickten Geharnischten mit roter Feldbinde und 3 roten Straußenfedern auf der Pickelhaube zwischen zwei Mundlöchern mit je 3 Pfauenfedern besteckten Hörnern, das rechte rot-schwarz, das linke gold-schwarz geteilt.
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| Wappen VI | 1683 Freiherrnwappen | |||
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Geviert mit gespaltenem
Mittelschild, worin rechts in Rot zwei schwarze Schutzgitter übereinander,
links in Rot eine silbernen Lilie. Rückschild wie bei V. Drei gekrönte Helme
mit rechts schwarz-goldenen, links rot-silbernen Decken. Der rechte trägt den
Geharnischten wie bei V, jedoch mit goldenen Fähnchen, zwischen zwei
Mundlöchern mit je 3 Pfauenfedern besteckten Hörnern, das rechte
rot-silbern, das linke schwarz-grün geteilt, der mittlere die Lilie und der
linke schwarz-grün geteilt, der mittlere die Lilie und der linke einen
offenen mit einem schwarzen Balken belegten roten Flug.
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| Wappen VII | 1697 Grafenwappen | |||
| Gespalten und zweimal geteilt mit goldenem Mittelschild,
worin auf silbernem Dreihügel das rot-gezäumte schwarze Kamel. 1 gespalten,
rechts in Rot eine goldene Krone, links in Silber 4 (2, 2) schwarze
Eisenhütlein (Cronenberg), 2 gespalten, rechts in Gold ein gekrönter
schwarzer Adler, im rechten Fang das Reichsschwert, im linken das Szepter
haltend, links in Schwarz ein aufgerichteter goldener Drache mit offenen
Flügeln, einen schwarzen Turban auf dem Kopfe, in der rechten Vorderkralle
einen Türkensäbel mit goldenem Griffe schwingend, in der gesenkten Linken
einen aufgekehrten goldenen Halbmond haltend; auf dem Spalt ein gespaltenes
Schildchen, worin rechts im Blau ein aufgekehrter goldener Halbmond, darüber
schwebend ein goldenes Hochkreuz, links in Grün ein schwarzes Posthorn
(Schmidt von Schwarzenhorn), 3 in Grün drei in Göppel mit den Spitzen
zusammengestellte rote Kleeblätter (Cleen), 4 in Rot ein mit Kopf und
Schwanz unter sich zusammengekrümmter schwarzer Huchen (von der Thaan), 5
dreimal blau-silbern geteilt (Altorf), 6 in Silber 4 (2, 2) schwarze
Eisenhütlein (Cronenberg). Fünf Helme. Der rechte gekrönt mit
schwarz-goldener Decke den Adler und der Drachen zu einander stehend, der
mittlere mit einem Erzherzogshute bedeckte Helm trägt zwischen trägt
zwischen zwei in den Mundlöchern mit je zwei Pfauenfedern besteckten
gold-schwarzen übereck geteilten Hörnern das Kameel auf dem Berge, der
vierte gekrönte Helm mit rechts schwarz-goldener links rot-silberner Decke
trägt einen offenen Flug, rechts schwarz-silbern geteilt, aus der
Teilungslinie wachsend ein schwarzes Wild (sic!) links schwarz-golden
geteilt, unten mit den drei Kleeblättern belegt. Der linke gekrönte Helm mit
rot-silberner Decke trägt einen hohen mit dem Huchen belegten
silber-gestulpten roten Hut mit drei Straußenfedern, einer rot zwischen zwei
silbernen bestickt.
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| Wappen VIII | 1699 Grafenwappen | |||
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1699 Kaiser Leopold I. erhebt Johann Friedrich und Johann Ehrenreich von Seeau am 12. Mai in den Reichsgrafenstand. Zweimal gespalten und zweimal geteilt. 1 und 9 in Schwarz auf grünem Boden das rechts schreitende rot-gezäumte goldene Kamel, 2 in Schwarz eine grün-eingefasste silberne Doppellilie (Würting), 3 und 7 in Grün ein von einer Au umgebener länglicher silberner See, 4 in Rot drei silberne Balken (Traun, Moldau, Enns), 5 in Gold ein schwarzer Doppeladler mit darüber schwebender Kaiserkrone, belegt auf der Brust mit einem goldenen L (Kaiser Leopold), 6 in Rot zwei silbernen Salzstöcke nebeneinander, der rechte königlich gekrönt mit einem schwarzen Band umwunden, dieses mit einem goldenen E belegt, der linke mit einem Erzherzogshut bedeckt mit rotem Band umwunden, darauf ein goldenes A, 8 in Schwarz auf grünem Boden der geharnischte rechtsspringende Reiter wie auf dem rechten Helm bei VI. Drei Helme wie bei VI. Den Schild halten zwei silbern gekleidete Bergleute mit schwarzen Schürzen, jeder auf einem grünen Bergwerke stehend, einen gekrönten Helm auf dem Haupte, welcher einen mit den Salzstöcken belegten grünen doppelten Straußenfederbusch trägt. Der rechte mit schwarz-goldener Helmdecke trägt auf der rechten Schulter auf einem schwarzen Kissen in der Rechten einen schwarz-silbernen dreimal geteilten, oben in Schwarz mit dem goldenen E, der linke mit rot-silberner Helmdecke auf der linken Schulter auf einem roten Kissen einen rot-silbernen dreimal geteilten, oben in Rot mit dem goldenen A belegten Salzstock. Der rechte hat im schwarzen Gürtel ein schwarzes, der linke im roten Gürtel ein rotes Bergeisen stecken.
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