Nicht nur die Erhaltung der Sorten war uns ein Anliegen, sondern auch den Weingarten so darzustellen, wie er über Jahrzehnte bearbeitet und genutzt wurde. So sind die Steher aus Holz, geschält, damit sich keine Holzschädlinge darin aufhalten und den Steher vorzeitig brechen lassen. Teilweise wurden sie im Erdbereich früher auch angekohlt um gegen die Feuchte beständiger zu sein.

Vor mancher Reihe befindet sich ein Rosenstock: dieser diente als "Zeigerpflanze". Da der Rosenstock anfälliger gegenüber Mehltau ist, konnte so frühzeitig ein Befall registriert und entsprechend reagiert werden.

Der Weingarten wurde auch als "kleiner Obst- und Gemüsegarten" genutzt. "A We(i)ngatpferscha" weist zwar eine feste Haut, aber dafür ein herrliches Aroma auf. "Knofö und Kre(n)" gedeihen prächtig auch "Ribis’lstauan" wurden zwischen die Zeilen gesetzt.

Manche Bäuerin zierte den Weingarten auch durch das Pflanzen von (oft dunkelblauen/lila) Lilien am Beginn mancher Zeile.

 

 

 

Da noch vor weniger als 100 Jahren die Bauern und Knechte frühmorgens und zu Fuß in den kilometerweit entfernten Weingarten gingen, war auch "a We(i)ngathittn" "a Riß". In einer derartigen konnte dann der Weinhauer sein "Hau’rastl", also seine schattige Mittagsrast halten, oder im Fall eines Unwetters Schutz finden.

 

 

Foto von: E. Lackner

 

Zu Zeiten, als die Weingarten vor Dieben oder Vogelfraß zu schützen waren, suchten die "Hiatabuim" dort Unterschlupf.

Eingegraben im Bodenbereich blieb bis Ende des letzten Jahrhunderts auch so mancher Tropfen erfrischend kühl.

 

Weingartenhütten in unserer Gegend wiesen meist nur knapp 2 bis maximal 3 m² Grundfläche auf, denn der Platz wurde für den Weingarten genützt. In den meisten Fällen war sie aus Holz/ Holzbrettern errichtet, wies teilweise eine Eingangstüre und in manchen Fällen auch holzverblendete Öffnungen (kleine Fensterl in der Größe eines Dachziegels) auf. Sie war bei uns in den letzten Jahren auch überwiegend mit gebrannten Tondachziegeln bedeckt.

 

Die Bewirtschaftung mit Traktoren trägt dazu bei, dass diese Objekte nach und nach verschwinden – deshalb finden Sie wenigstens noch eine bei uns im Weingarten.